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Coronavirus Pandemic – Sustainable Ways to Overcome the Crisis: 3rd Ad-hoc Statement
The German National Academy of Sciences Leopoldina has published a third ad-hoc-statement on the COVID-19 pandemic. The paper entitled “Coronavirus Pandemic - Sustainable Ways to Overcome the Crisis” deals with the psychological, social, legal, educational, and economic aspects of the pandemic and describes strategies that may contribute to a gradual return to normality
Basic Research: G-Science Academies' Statement 2020
This statement was prepared by the National Academies of Sciences of the G7 states under the leadership of the U.S. National Academy of Sciences to provide scientific advice to the G7 consultations in 2020. Expanding fundamental knowledge has made enormous contributions to solving global challenges and sustaining healthy and prosperous societies. Investment by the public in basic research creates essential human and intellectual capital and enriches society in unexpected ways, including new treatments and technologies that spawn new industries, elevating the global standard of living. Yet, there are many current cases of inadequate or decreasing investment in basic research. And investments and policies for education, capacity building, cooperation and openness are necessary to realize the benefits of basic research and to distribute them throughout society.Diese Stellungnahme wurde von den Nationalen Akademien der Wissenschaften der G7-Staaten unter Federführung der U.S. National Academy of Sciences zur Beratung des G7-Prozesses im Jahr 2020 erarbeitet. Die Erweiterung des Wissens durch Grundlagenforschung hat enorm dazu beigetragen, globale Herausforderungen zu lösen und stabile und wohlhabende Gesellschaften zu erhalten. Öffentliche Investitionen in die Grundlagenforschung schaffen unverzichtbares Human- und Wissenskapital und bereichern die Gesellschaft auf unerwartete Weise, einschließlich neuer Behandlungsmethoden und Technologien, die neue Industrien hervorbringen und den globalen Lebensstandard erhöhen. Dennoch gibt es derzeit viele Fälle, in denen die Investitionen in die Grundlagenforschung unzureichend oder rückläufig sind. Dabei sind Investitionen und politische Maßnahmen für Bildung, Kapazitätsaufbau, Zusammenarbeit und Offenheit notwendig, um den Nutzen der Grundlagenforschung zu realisieren und in der Gesellschaft zu verbreiten
Rollenwechsel
Jeder Mensch vollzieht im Leben zahlreiche Rollenwechsel. Das kann die Wahl eines neuen Berufs sein oder der berufliche Aufstieg in eine neue Position, die mit der Leitung eines Teams verbunden ist. Es kann ein privater Rollenwechsel sein, wenn man von einer unabhängigen, freiheitsliebenden Person zu Mutter oder Vater wird und plötzlich die Verantwortung für einen weiteren Menschen trägt. Es können aber auch Rollenwechsel in kleinerem Ausmaß sein, die nicht gleich das ganze Leben auf den Kopf stellen – etwa die Entscheidung, die Planung des Sommerurlaubs einmal der Partnerin oder dem Partner zu überlassen und selbst nur genießend mitzureisen. Oder einmal etwas zu tun, das man sich sonst nicht zugetraut hätte, beispielsweise eine Rede auf einer Hochzeit zu halten. Gemeinsam ist allen Rollenwechseln die neue Sichtweise, die mit ihnen verbunden ist. Zuvor hat man das Leben aus der einen Perspektive betrachtet (feierfreudige Studentin, planungswütiger Ehemann, Mitglied eines Teams); danach sieht die Welt plötzlich ganz anders aus (als Mutter, als urlaubender Nichtstuer, als Teamleiterin). Was der Rollenwechsel im Kleinen mit sich bringt, sieht man plötzlich vielleicht auch im Großen: Er kann dazu führen, dass man auch für Situationen, in denen man nicht unmittelbar betroffen ist, eine neue Perspektive probiert. Private und berufliche Rollenwechsel tragen somit dazu bei, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen und Pluralität zu fördern. Sie stellen Menschen vor neue Herausforderungen und lassen sie an diesen wachsen. Sie ermöglichen neue Erkenntnisse und das kritische Hinterfragen scheinbar unumstößlicher Gewissheiten. Auch in der Wissenschaft sind Rollenwechsel allgegenwärtig. Christian Drosten war vor Corona ›nur‹ Wissenschaftler, seitdem ist er auch Wissenschaftskommunikator und »Posterboy der Stunde« (Süddeutsche Zeitung) – der biografische Wechsel eines Wissenschaftlers in neue Rollen. Der Rollenwechsel kann aber auch Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung sein: Wie ändern bestimmte Tiere ihr Verhalten unter neuen Bedingungen? Wie passt sich eine Gesellschaft an neue Herausforderungen an, etwa an die Digitalisierung? Und schließlich kann ein Rollenwechsel in methodischer Hinsicht erfolgen: Eine Theorie oder ein Paradigma, das lange Zeit vorherrschend war für eine bestimmte Disziplin, wird abgelöst durch eine andere beziehungsweise ein anderes. Auch hier führt der Rollenwechsel zu neuen Erkenntnissen und dem Hinterfragen von Gewissheiten. Rollenwechsel sind also nicht nur ein vergnügliches Spiel, sondern fundamental erforderlich für die private und berufliche, die wissenschaftliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung. Sie lassen uns die Welt anders sehen und sie lassen uns lernen. Rollenwechsel sind eine gewaltige Chance. Dieses Postermagazin präsentiert Rollenwechsel in verschiedenen Formen und Disziplinen. Auf der einen Seite – der Posterseite des Magazins – stellen acht Vignetten vor, welch unterschiedlichen Rollenwechseln man als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler begegnen kann: etwa Schwarzen Löchern zwischen theoretischer Annahme und beobachtbarer Realität, dem Thron des heiligen Petrus, der zum muslimischen Grabstein wurde, oder einem Elefantenrüssel als Vorbild für mikroskopisch arbeitende Roboter. Die sechs Artikel auf der zweiten Seite des Magazins reflektieren das Thema Rollenwechsel in unterschiedlichen disziplinären Bezügen. Miriam Akkermann befasst sich mit Blick auf die Musik mit der Frage, wo Kunst und Kunstwissenschaft sich voneinander trennen und was es bedeutet, in beiden Welten zu Hause zu sein. Astrid Eichhorn setzte sich polemisch mit dem hergebrachten Verständnis von Führung in der Wissenschaft auseinander. Lena Hipp betrachtet die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Rollenverteilung im Arbeits- und Lebensalltag von Familien und fragt, was sich gesamtgesellschaftlich daraus lernen lässt. Lukas Haffert setzt ebenfalls bei der Corona-Pandemie an und beschäftigt sich mit der Rolle von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in öffentlichen Debatten. Anna Cord fragt danach, wie die Rolle von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in partizipativen Forschungsprozessen neu gedacht werden kann. Philipp Kanske schließlich gibt einen Einblick, wie Rollenwechsel in psychotherapeutischen Zusammenhängen fruchtbar gemacht werden können.During the course of our lives, each of us changes roles many times. Perhaps we switch careers or get promoted to a new position where we are responsible for leading a team. Or we change roles in our personal lives, such as when someone who enjoys their freedom and independence becomes a parent and is suddenly responsible for another person. Of course, role changes do not always have to turn life upside down. Even small decisions – like opting to sit back and relax while your partner plans the summer holiday or trying something you did not think you were capable of, such as making a toast at a wedding – can involve sliding into a new role. What all role changes have in common is their ability to open up new perspectives. Whereas we once saw life through a particular lens (party-loving student, meticulous planner, member of a team), suddenly everything looks different (as a mother, as a lazy holidaymaker, as the head of a team). Small role changes may also lead to larger shifts, for example by prompting us to try out new perspectives, even in situations that do not immediately affect us. In this way, taking on new roles in our personal and professional lives can promote diversity and help us to see the world from new vantage points. It compels us to confront new challenges and encourages us to grow, make new discoveries and critically examine things we previously took for granted. Roles are constantly changing in the scientific community as well. Before the corona pandemic, Christian Drosten was simply a scientist, but lately, his biography has taken a new turn. He now additionally serves as a science communicator and the German newspaper Süddeutsche Zeitung has named him the »poster boy of the hour«. Role changes can also be the subject of scientific study: How do certain animals change their behaviour when facing new conditions? How does society adapt to new challenges such as digitalisation? Even methodology can undergo a role change, for example when a theory or paradigm that long dominated a particular discipline is replaced by another. Here, too, role changes lead to new knowledge and prompt us to question long-held beliefs. Thus, slipping into new roles is not just an amusing game, but fundamentally necessary for our private and professional development as well as for the advancement of science and society. It helps us to learn and to see the world differently. Role changes open up enormous opportunities. This poster magazine presents role changes in many forms across various disciplines. The first poster page of the magazine presents eight vignettes about the various role changes one might encounter as an academic: the theoretical assumptions vs. the observed reality of black holes, the throne of St. Peter, which was later revealed to be a Muslim tombstone, or using an elephant trunk as a model for a robot that works microscopically. The six articles on the second page of the magazine reflect on the topic of role changes across various disciplines. With a focus on music, Miriam Akkermann takes up the question of what separates art and art scholarship and considers what it means to live and work in both worlds. Astrid Eichhorn contributes a polemic on the traditional understanding of leadership in science. Lena Hipp examines how the corona crisis has affected the division of labour in daily family and work life and asks what lessons this offers to society as a whole. Lukas Haffert also takes the corona virus pandemic as his starting point in exploring the role of scientists in public debate. Anna Cord asks how we can rethink the role of scientists in participative research processes. And Philipp Kanske provides insight into how shifting roles in psychotherapeutic contexts can be made productive
Pflanzenschutz und Unkrautbekämpfung angesichts gestiegener gesellschaftspolitischer Anforderungen
In dem Vortrag werden zwei kürzlich erschienene Stellungnahmen und ein Diskussionspapier der Leopoldina zur Biodiversität in der Agrarlandschaft kritisch kommentiert. Dem hier vermittelten Bild einer ursächlichen Rolle des chemischen Pflanzenschutzes beim Rückgang von Biodiversität wird entgegengehalten, dass es dafür keine hinreichenden Belege gibt. Die Kritik richtet sich gegen die einseitige Bewertung des Pflanzenschutzes allein aus dem Blickwinkel der Umweltwissenschaften. Es wird kritisiert, dass dieser verengte Blickwinkel in den Schriften der Leopoldina den unverzichtbaren Nutzen des Pflanzenschutzes und die erheblichen Verbesserungen bei der Risikoverminderung chemischer Pflanzenschutzmittelanwendungen gänzlich ausblendet. Darüber hinaus werden gravierende Verletzungen wissenschaftlicher Standards aufgezeigt, die sich in einer selektiven Zitier- und Argumentationsweise zeigen. Die bestehende Verantwortung der Leopoldina, Empfehlungen an die Politik auf der Grundlage objektiver Wissenschaft zu formulieren, wird angemahnt
Challenges and potential in regenerative medicine: a joint report from EASAC and FEAM
Regenerative medicine comprises novel interdisciplinary approaches, including several based on cell and gene therapies, aimed at tissue regeneration and repair. All regenerative medicine strategies depend upon harnessing, stimulating, guiding or replacing endogenous developmental or repair processes. Regenerative medicine offers significant promise for treating intractable diseases but, so far, has proved itself in only a few specific clinical indications, for example for haematopoietic and skin disorders. Stem-cell-based medicine is now established and will undoubtedly advance towards treating a progressively larger spectrum of diseases, so it is essential to address some critical scientific issues for evidence-based implementation and regulation. The consequences of not doing this would be to waste investment, researcher activity and aspirations to cure, as well as to undermine patient protection. This report, from a project conducted by EASAC (European Academies’ Science Advisory Council) and FEAM (Federation of European Academies of Medicine), explores opportunities and challenges in this rapidly advancing field, discusses what principles should be offered for guidance in policy development and what the strategic priorities are in the European Union (EU) for products in the category of advanced therapy medicinal products, which includes those used for regenerative medicine
Forschung für die gewonnenen Jahre: Zukunft der Alterns- und Lebensverlaufsforschung in Deutschland
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mit dieser Entwicklung sind neue Herausforderungen verbunden. So gilt es, die hohe Lebensqualität, Produktivität und Innovationsfähigkeit in einer Gesellschaft des längeren Lebens zu erhalten. Mit diesen Herausforderungen befasst sich die Alterns- und Lebensverlaufsforschung. Insbesondere sollte in Deutschland die Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen gestärkt werden. Gegenwärtig bleibt das Forschungsfeld noch hinter seinen Möglichkeiten zurück, schreiben Expertinnen und Experten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina im Zukunftsreport Wissenschaft „Forschung für die gewonnenen Jahre: Zukunft der Alterns- und Lebensverlaufsforschung“
Netzengpässe als Herausforderung für das Stromversorgungssystem: Regelungsfelder, Status quo und Handlungsoptionen
Wetterbedingt schwankende Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien, neue Verbraucher wie Elektroautos und Wärmepumpen sowie der Ausbau des grenzüberschreitenden Stromhandels: Durch die Energiewende ändern sich auch die Anforderungen an die Stromnetze. Es kommt zu Netzengpässen, also Situationen, in denen die Transportkapazitäten der Netze nicht ausreichen, um alle abgeschlossenen Stromhandelsgeschäfte umzusetzen. Eine Arbeitsgruppe im Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) stellt Handlungsoptionen vor, wie das Marktdesign zu einem möglichst effizienten und effektiven Engpassmanagement beitragen kann. Die Wissenschaftler diskutieren sowohl Möglichkeiten, die Entstehung von Netzengpässen zu verhindern, als auch Wege, entstandene Engpässe möglichst kostengünstig zu beheben. Die Handlungsoptionen werden im Hinblick auf Effektivität, Effizienz, Klimaschutz, EU-Energiebinnenmarkt und Umsetzungsaufwand bewertet. Die Analyse zeigt: Es gibt nicht den einen Ansatz, der allen Kriterien gleichermaßen gerecht wird. Alle Optionen haben Vor- und Nachteile, die je nach Priorisierung der Kriterien unterschiedlich ins Gewicht fallen. Für ein bestmögliches Ergebnis muss daher auch eine Kombination von Handlungsoptionen in Betracht gezogen werden
Zeit in Natur und Kultur: Vorträge anlässlich der Jahresversammlung am 20. und 21. September 2019 in Halle (Saale)
Die Zeit ist eine Urerfahrung des Menschen und gleichzeitig nach wie vor ein Mysterium. Sie ist ein Fundament unseres Kosmos, wir messen sie immer genauer, wir untersuchen sie und in ihr ablaufende Prozesse über enorme Skalenbreiten – von Bruchteilen von Sekunden bis zu Millionen von Jahren. Wir empfinden ihren Lauf sehr subjektiv und sind den durch die Natur vorgegebenen periodischen Rhythmen unterworfen. Und wir versuchen Zeit für uns optimal zu gestalten. Zur Jahresversammlung 2019 hat sich die Leopoldina dem Thema „Zeit in Natur und Kultur“ gewidmet. Vom 20. bis 21. September diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Halle (Saale) zu technologischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei ging es unter anderem um das Verständnis und den Umgang mit Zeit in Physik, Technik und Chemie, Philosophie und Psychologie, Chronobiologie und -medizin sowie um zeitliche Entwicklungsprozesse
Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten: Ad-hoc-Stellungnahme
Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die damit einhergehende Atemwegserkrankung COVID-19 breiten sich weltweit mit hoher Dynamik aus. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zusammengerufen, um sich mit der aktuellen Situation zu befassen
Coronavirus-Pandemie – Gesundheitsrelevante Maßnahmen: 2. Ad-hoc-Stellungnahme
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat eine zweite Ad-hoc-Stellungnahme zum Coronavirus veröffentlicht. Das Papier konzentriert sich auf gesundheitsrelevante Maßnahmen, die zu einer schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens beitragen können. Drei werden als besonders wichtig erachtet: 1. flächendeckende Nutzung von Mund-Nasen-Schutz, 2. kurzfristige Verwendung mobiler Daten und 3. Ausbau der Testkapazitäten