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    Vorträge und Abhandlungen zur Wissenschaftsgeschichte

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    Der Band versammelt Beiträge aus den wissenschaftshistorischen Seminaren des Leopoldina-Zentrums für Wissenschaftsforschung und weitere Untersuchungen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Ausführungen zur Akademiehistorie und zur Wissenschaftsgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus. Analysiert werden u. a. die Anatomie in der NS-Zeit, die Arbeit der Deutschen Bücherei Leipzig in den NS-Jahren und die vergangenheitspolitische Positionierung der Göttinger Akademie der Wissenschaften nach dem Zweiten Weltkrieg. Weiterhin werden biographische Ansätze zum Mathematiker Richard von Mises und zum Chemiker Julius Lothar Meyer verfolgt. Die Geschichte der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und die Entwicklung der Kernphysik im 20. und 21. Jahrhundert liefern weitere Schwerpunkte. Ergänzt wird der Band durch eine Abhandlung über das Wissen zur Milchstraße im arabischen Kulturraum des 8.–13. Jahrhunderts

    Climate change: causes, consequences and possible actions

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    Why is swift action to protect the climate so important and what is the scientific basis for calculations on causes and consequences of climate change? The Leopoldina explains this in its “Factsheet climate change: causes, consequences and possible actions”. In the first two chapters of this publication, the currently available knowledge about the causes and consequences of climate change has been summarized in an easy-to-understand format. The connections and data are illustrated in graphics, with concise explanations. The factsheet is divided into three sections: causes, consequences and possible actions. In the chapter “Causes of climate change”, phenomena such as the greenhouse effect are explained and the development of atmospheric greenhouse gas concentrations in the course of earth's history is described, along with the speed of human-induced global warming. The chapter “Consequences of climate change” covers topics such as extreme weather events, the rising sea level, drought and the consequences of climate change for health and food security. The role of tipping points in the climate system is also explained. Previously agreed emissions reductions are discussed in the chapter “Measures to counteract climate change”. Other topics include technologies for “negative emissions”, carbon pricing, natural carbon sinks such as soils, forests and oceans as well as the distribution of the remaining emission budget as a political and ethical issue

    Treating Frailty: New Opportunities

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    Current interventions targeting physical frailty in seniors mainly comprise physical exercise – in order to enhance endurance, strength and balance – and nutritional protocols tackling sarcopenia, e.g. by supplementing additional protein. Medication review is advised in prefrail and frail individuals. These measures are widely recommended by guidelines and can be considered to be a standard therapy for frailty. Current evidence suggests that frailty may in part be reversible and preventable. Therefore, prehabilitation is suggested to slow down or reverse the occurrence of frailty. Geroscience aims at identifying pharmacological agents that counteract the aging process: metformin or senolytics are currently being tested, which in future could help combat frailty. Beyond a mere biological explanation of frailty, the World Health Organization calls for a “Global strategy and action plan on aging and health” emphasizing the role of environmental factors which may help prevent or alleviate frailty in older individuals. Moreover, for cognitive frailty, the role of gut microbiota is being examined.Aktuelle Therapien der körperlichen Gebrechlichkeit bei älteren Menschen umfassen vor allem die körperliche Bewegung, um Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht zu verbessern, und Ernährungsprotokolle zur Bekämpfung von Sarkopenie, z. B. durch die Zufuhr von zusätzlichem Eiweiß. Eine Überprüfung der Medikamente wird bei Personen mit Prä-Gebrechlichkeit und Gebrechlichkeit angeraten. Diese Maßnahmen werden anhand von Leitlinien empfohlen und können als Standardtherapie der Gebrechlichkeit betrachtet werden. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Gebrechlichkeit zum Teil reversibel und vermeidbar sein könnte. Daher wird eine Prehabilitation vorgeschlagen, um das Auftreten von Gebrechlichkeit zu verlangsamen oder umzukehren. Die Alternswissenschaft zielt darauf ab, pharmakologische Wirkstoffe zu identifizieren, die dem Alterungsprozess entgegenwirken. Derzeit werden Metformin und Senolytika getestet, die in Zukunft die Gebrechlichkeit bekämpfen könnten. Über eine rein biologische Erklärung der Gebrechlichkeit hinaus fordert die Weltgesundheitsorganisation eine „Globale Strategie und einen Aktionsplan für Altern und Gesundheit“. Diese Strategie betont die Rolle von Umweltfaktoren, die dazu beitragen können, Gebrechlichkeit bei alten Menschen zu verhindern oder zu lindern. Darüber hinaus wird für kognitive Gebrechlichkeit die Rolle der Darmflora untersucht

    Postoperative Delirium and Cognitive Trajectories

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    Postoperative Delirium (POD) is a frequent and serious complication after surgery. Depending on predisposing and precipitating factors, the incidence ranges between 10 - 50 %. POD is associated with loss of autonomy, increased morbidity and mortality and long-term neurocognitive disorders (NCD) in approximately 5 - 10 % of the POD patients. This article will focus on mechanisms involved in the development of POD and NCD, such as inflammation, toxicity, hypoxia/perfusion deficit and metabolism. Innovation Fund projects, such as “Prehabilitation of Frail Elderly Patients Prior to Elective Surgery (PRÄP-GO)” and the quality contract for “Prevention of Postoperative Delirium in the care of Elderly Patients” will be discussed. A focus will be placed on pathomechanisms and the prevention of risk factors while employing patient-centered principles.Das postoperative Delir (POD) ist eine häufige und schwerwiegende Komplikation nach einer Operation. Je nach prädisponierenden und auslösenden Faktoren liegt die Inzidenz zwischen 10 - 50 %. Bei etwa 5 - 10 % der Patienten wird POD mit einem Verlust der Autonomie, erhöhter Morbidität und Letalität, sowie langfristigen neurokognitiven Störungen (NCD) verbunden. Dieser Beitrag befasst sich mit den Mechanismen, die an der Entwicklung von POD und NCD beteiligt sind, wie z. B. Entzündungen, Toxizität, Hypoxie/Perfusionsdefizit und Metabolismus. Projekte des Innovationsfonds, wie die „Prähabilitation von älteren Patienten mit Gebrechlichkeitssyndrom vor elektiven Operationen (PRÄP-GO)“ und der Qualitätsvertrag zur „Prävention des postoperativen Delirs in der Versorgung älterer Patienten“, werden diskutiert. Ein Schwerpunkt liegt auf Pathomechanismen und der Prävention von Risikofaktoren unter Anwendung patientenzentrierter Prinzipien

    Welcome: Head of Department of Anesthesiology and Operative Intensive Care Medicine Campus Charité Mitte and Campus Virchow Klinikum Charité – Universitätsmedizin Berlin

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    Leopoldina Symposium Mission – Innovation: Telematics, eHealth and High-Definition Medicine in Patient-Centered Acute Medicine, Berlin, February 28th and 29th, 2020 - Openin

    Neuregelung des assistierten Suizids: Ein Beitrag zur Debatte

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    Mehrere europäische Länder haben in den vergangenen Jahren Regelungen zum assistierten Suizid erlassen. Auch in Deutschland steht der Gesetzgeber seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vor der Aufgabe, hier eine Neuregelung zu finden. Das Gericht hatte im Februar 2020 festgestellt, dass das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst, welches letztlich auch die Freiheit einschließt, hierfür die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Die anstehende Neuregelung berührt theologische, philosophische, ethische, medizinische und politische Fragen und bedarf einer offenen gesamtgesellschaftlichen Debatte. Um zu dieser Diskussion beizutragen, haben Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Perspektiven ihre Überlegungen zu einer Neuregelung des assistierten Suizids in einem Diskussionspapier gebündelt und heute veröffentlicht. Mit Diskussionspapieren gibt die Leopoldina gemäß ihrem Auftrag als Nationalakademie Denkanstöße und regt gesellschaftliche Debatten an

    Acker- und Pflanzenbau – multifunktional

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    In Deutschland werden mittlerweile etwa 10 % der landwirtschaftlichen Produktionsfläche ökologisch bewirtschaftet. Der ökologische Landbau nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein, da mit 41 % der Ackerflächen überproportional viel Grünland ökologisch bewirtschaftet wird. Im Rahmen der sogenannten Perspektive 2040 sollen Erzeugungssysteme für den ökologischen Landbau entwickelt werden, welche durch ihre multifunktionale Ausrichtung eine Steigerung der Ertragsleistungen ermöglichen, ohne dabei die bisher erreichten positiven Ökosystemleistungen zu mindern, sondern sie nach Möglichkeit weiter auszubauen. Die Multifunktionalität im Acker- und Pflanzenbau soll mit Hilfe von sechs Maßnahmenpaketen gewährleistet werden, die individuell auf den jeweiligen Produktionsstandort abzustimmen sind: (1) Steigerung der Ertragsleistung und Ertragsstabilität von Anbausystemen über Schnitt genutzte, überjährig angebaute Futterleguminosen und Gemengebau, (2) strategische Erhöhung der Resilienz gegenüber Trockenheit mit Hilfe von Tiefwurzlern, (3) Förderung des Einsatzes digitaler Hilfsmittel und der Kooperation mit Dienstleistern aus der IT-Branche, (4) Steigerung des Einsatzes autonomer, leichtgewichtiger und regenerativ angetriebener Maschinen, (5) Umwandlung der Landwirtschaft in eine energetisch-regenerative Wirtschaftsform, (6) Erhöhung der (Bio-)Diversität im Acker- und Pflanzenbau. Um die Ökosystemleistungen und die Ertragsleistungen im ökologischen Landbau auszubauen, besteht die Aufgabe der Forschung für die nächsten Jahre darin, das Prinzip der Multifunktionalität nicht nur systematisch zu erforschen, sondern konsequent im Sinne der Landwirtschaft und der Erwartungen der Gesellschaft auszubauen und zu nutzen

    Attoclock and Tunneling Time: Time Measurements in Quantum Mechanics

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    Wie lang ist ein Tunnel- oder ein Ionisationsereignis? Während sich diese Frage einfach anhört, muss man klar definieren, was man mit „wie lange“ oder „wie schnell“ meint, um Missverständnissen vorzubeugen. Tunneln und Ionisieren ist von Natur aus ein quantenmechanischer Prozess, und die Quantenmechanik liefert statistische oder probabilistische Beschreibungen. Daher kann eine Rate leicht bestimmt werden und hat eine klare Bedeutung. In Bezug auf die spezifische Zeitdauer eines einzelnen Prozesses bleibt eine hitzige Debatte. Einige argumentieren, dass solche Fragen nicht gestellt werden dürfen, weil Zeit in der Quantenmechanik nicht beobachtbar ist. Andere wiederum argumentieren, wir sollten einfach den Elektronenwellenpaketen folgen und ihre Gruppenverzögerungen bestimmen: die Ionisationszeit. Letzteres trifft nicht immer zu und kann zu irreführenden Ergebnissen führen, da es kein „Erhaltungsgesetz“ für den Peak oder den Schwerpunkt des Wellenpakets gibt. Die zeitabhängige Schrödinger-Gleichung (TDSE) kann in den meisten Fällen nicht ohne Näherungen gelöst werden. Semiklassische Modelle scheinen dagegen viele aktuelle Attosekundenmessungen überraschend gut zu erklären. In diesem Vortrag werden die neuesten Fortschritte bei Attosekundenmessungen in der Quantenmechanik in Bezug auf Tunnel- und Ionisationszeiten besprochen. Vortrag bei der Jahresversammlung 2019 der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina "Zeit in Natur und Kultur".How long is a tunnel or an ionization event? While this question sounds simple, one has to clearly define what one means by “how long” or “how fast” to prevent misunderstandings. Tunneling and ionization is inherently a quantum mechanical process, and quantum mechanics gives us statistical or probabilistic descriptions. Therefore, a rate can be easily determined and has a clear meaning. With regards to the specific time delay of a single process there remains a heated debate, with some arguing that because time is not an observable in quantum mechanics such questions are not allowed to be asked. Others, on the other hand, argue that we should simply follow the electron wavepackets, and their group delays will determine the ionization delay. The latter is not always true and can lead to misleading results because there is no “conservation law” for the peak or the center of the wavepacket. In most cases the time-dependent Schrödinger Equation (TDSE) cannot be solved without approximations. Semi-classical models, on the other hand, seem to explain many current attosecond measurements surprisingly well. This talk will review the recent progress in attosecond measurements in quantum mechanics with regards to tunneling and ionization time delays. Presentation at the Annual Assembly 2019 of the German National Academy of Sciences Leopoldina "Time in Nature and Culture"

    Land Use and Species Communities in Ecosystems: on the Need for Large-Scale Field Research

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    Die menschliche Landnutzung ist der Haupttreiber des aktuellen Biodiversitätsrückgangs. Parzellenversuche können helfen, die Wirkung bestimmter Bewirtschaftungsmaßnahmen auf die biologische Vielfalt zu verstehen, aber die Zusammensetzung einer konkreten Lebensgemeinschaft ist auch durch Prozesse bestimmt, die auf größerer räumlicher Skala ablaufen. Zudem dauert es eine längere Zeit, bis eine Lebensgemeinschaft auf einen Landnutzungswandel reagiert hat. Schließlich ist es in Parzellenversuchen schwierig, die unter realen Bedingungen wichtigsten Einflussfaktoren zu bestimmen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, Parzellenversuche mit einer großskaligen und langfristigen Freilandforschung zu kombinieren. In dem Vortrag wird das DFG-Schwerpunktprogramm „Biodiversitäts-Exploratorien“ vorgestellt, das eine solche Freilandforschung seit 2006 durchführt. Nach einer Einführung in das Studiendesign werden exemplarisch Ergebnisse vorgestellt, die unser grundlegendes Verständnis der Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften verbessert haben und die helfen, die Auswirkungen menschlicher Landnutzung auf die Biodiversität tiefergehend zu verstehen. Viele der Ergebnisse konnten nur durch das spezielle Versuchsdesign und die Zusammenarbeit vieler Arbeitsgruppen im Rahmen des Schwerpunktprogramms erzielt werden. Korrelative Befunde müssen letztendlich durch Experimente unterstützt werden, und hierin liegt eine große Herausforderung für die Freilandforschung. Deutschland beteiligt sich am Aufbau einer großen europäischen Infrastruktur zur terrestrischen ökologischen Forschung, aber diese Infrastruktur wird nur erfolgreich sein, wenn die Erfahrungen der Biodiversitäts-Exploratorien und anderer Studien in das Versuchsdesign einfließen.Human land use is the main driver of the current biodiversity decline. Plot-level experiments can help to understand the effect of particular management measures on biodiversity, but the composition of a local ecological community is also determined by processes that take place on a larger spatial scale. Moreover, it takes some time for a community to respond to landuse change. Finally, in plot experiments, it is difficult to determine the most important factors influencing biodiversity under real-world conditions. For this reason, it is necessary to combine plot experiments with large-scale and long-term field research. This lecture will present the DFG priority programme “Biodiversity Exploratories”, which has been conducting such field research since 2006. After an introduction to the study design, exemplary results will be presented that have improved our basic understanding of the assembly of biotic communities and that help to understand the effects of human land use on biodiversity in more depth. Many of the results were only possible because of the experimental design and the cooperation of many working groups within the priority programme. Correlative findings must ultimately be supported by experiments and this is a major challenge for future field research. Germany is participating in the development of a large European infrastructure for terrestrial ecological research, but this infrastructure will only be successful if the experience of the Biodiversity Exploratories and other studies are incorporated into the experimental design

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