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Allianz der Wissenschaftsorganisationen will ihren Beitrag zum Ziel der Klimaneutralität leisten: Stellungnahme
Im Bewusstsein der besonderen Verantwortung und Vorbildfunktion der Wissenschaftseinrichtungen hat sich die Allianz der Wissenschaftsorganisationen im Rahmen ihrer Klausursitzung mit Nachdruck dazu bekannt, spätestens bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität in ihren Arbeitsweisen und Forschungsprozessen zu erreichen. Hierzu müssen jedoch die Rahmenbedingungen, einschließlich der infrastrukturellen Voraussetzungen, gemeinsam mit der Politik in Bund und Ländern so verändert werden, dass alle Wissenschaftseinrichtungen ihren Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten können. Mit Blick auf die in den Wissenschaftsorganisationen entwickelten Konzepte und Maßnahmen fordert die Allianz Bund und Länder dazu auf, die erforderlichen rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, den vielfach bereits eingeschlagenen Weg zur Klimaneutralität und Nachhaltigkeit entschlossen vorantreiben zu können
Pandemic preparedness and the role of science: G20 Science Academies' Statement 2021
This statement was prepared by the National Academies of Sciences of the G20 states under the leadership of the Accademia Nazionale dei Lincei to provide scientific advice to the G20 Summit of Heads of State and Governments in Italy in 2021. It contains recommendations – based on the experience of the response to COVID-19 – for improved pandemic preparedness in the future. In this statement, the academies urge the governments of the G20 states to undertake the following actions: Promote the creation of a global network of surveillance, with agreed criteria Promote the distributed manufacture and delivery of diagnostics, drugs, vaccines, medical supplies and equipment Launch an Intergovernmental ConventionDiese Stellungnahme wurde von den Nationalen Akademien der Wissenschaften der G20-Staaten unter Federführung der Accademia Nazionale dei Lincei zur Beratung des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der G20 Staaten in Italien im Jahr 2021 erarbeitet. Darin empfehlen die Akademien – ausgehend von den Erfahrungen in der Coronavirus-Pandemie – Maßnahmen, um auf künftige Pandemien besser vorbereitet zu sein. In dem Papier fordern sie die Regierungen der G20 Staaten auf, folgende Maßnahmen zu ergreifen: Einrichtung eines globalen Überwachungsnetzwerks auf Grundlage abgestimmter Kriterien Förderung der dezentralen Herstellung und Verteilung von Diagnostika, Medikamenten, Impfstoffen, medizinischen Versorgungsgütern und Ausrüstung Organisation einer internationalen Regierungskonferen
The Digital Healthcare Act in Germany: Clinical Aspects by the Example of POD and POCD – Opportunities for Patient’s Risk Evaluation and for Clinical Research (Sintetica GmbH)
Durch ein geplantes Forschungsdatenzentrum und eine elektronische Patientenakte bietet Deutschlands Digitale-Versorgung-Gesetz Möglichkeiten zur evidenzbasierten Entscheidungsfindung für Patientenbehandlungen und -therapien. Im Hinblick auf die postoperativen Erkrankungen POD (postoperatives Delir) und POCD (postoperative kognitive Dysfunktion) können Risikofaktoren bewertet werden und Erkrankungen viel leichter überwacht werden. Die Analyse nicht-interventioneller und epidemiologischer Daten bietet die Möglichkeit eines Nachweises kausaler Zusammenhänge mit vermeintlichen Risikofaktoren, z. B. bei Narkoseverfahren (Spinalanästhesie gegenüber Vollnarkose). Die wichtigsten Herausforderungen werden die Standardisierung von Datenschnittstellen und Wertungen sein, die bei der Diagnose und Überwachung verwendet werden. Ein Konsens der wissenschaftlichen Gemeinschaft wird notwendig sein. Darüber hinaus müssen die Anforderungen des Datenschutzes beachtet werden.Germany’s Digital Healthcare Act, with its planned research data center and electronic patient records, provides opportunities for evidence-based decision making for patient procedures and therapies. With regard to postoperative diseases POD (postoperative delirium) and POCD (postoperative cognitive dysfunction), risk factors can be analysed and the monitoring of the diseases will be much easier. Analysis of non-interventional and epidemiological data will provide evidence for causal relationships with perceived risk factors, for example anaesthetic procedures (spinal anaesthesia versus general anaesthesia). The main challenges will be the standardisation of data interfaces and scores for diagnosis and monitoring. A consensus within the scientific community will be necessary. Furthermore, data protection requirements will have to be respected
Service-oriented Device Connectivity (SDC) in the Hospital (Drägerwerk AG & Co. KGaA)
Durch den sogenannten Service-oriented Device Connectivity (SDC) Standard ist die Familie ISO/IEEE 11073 der Standards für Medizingeräte nun interoperabel, so dass Informationen von verschiedenen Geräten ohne eine Interferenz abgerufen werden können. Weitere SDC ermöglicht die Fernsteuerung von Geräten und die Entwicklung neuer Funktionalitäten. SDC ist auch für die Automatisierung von Krankenhausverfahren nützlich. Die zentrale Komponente des SDC-Standards ist die Basic Integrated Clinical Environment Protocol Specification (BICEPS). In dieser Schicht tauschen Geräte Daten auf einer Anwendungsebene aus. SDC kann an die bestehenden HL7-Kommunikationsstandards der Krankenhäuser oder an FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) angeschlossen werden.The Service-oriented Device Connectivity (SDC) standard within the family of ISO/IEEE 11073 medical technology standards is now interoperable, allowing information to be retrieved from various devices without any interference. Further SDC enables devices to be remotely operated and to generate new functionalities. SDC is also useful for the automation of hospital processes. The central component of the SDC-standard is the Basic Integrated Clinical Environment Protocol Specification (BICEPS). With this layer, devices exchange data on an application level. SDC can be connected to the existing HL7 hospital communication standard or FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources)
Der Weinbau in Deutschland im Spannungsfeld zwischen Klimawandel, Nachhaltigkeitsbestrebungen und Verbraucherwünschen
Reben werden in Deutschland auf einer Fläche von 103079 ha angebaut, etwa 9 % davon unter ökologischer Bewirtschaftung. Derzeit steht der Weinbau in Deutschland vor zahlreichen Herausforderungen, von denen drei näher beleuchtet werden: (1) Der Klimawandel führt zu einer Veränderung der Phänologie von Reben, wodurch zusätzliche Kulturmaßnahmen nötig werden und Veränderungen der Weinqualität auftreten können. (2) Der Anbau von Reben ist zumeist mit einem hohen Einsatz an Pflanzenschutzmitteln verbunden. Neue Rebsorten könnten zu einem verminderten Pestizideinsatz beitragen, allerdings müssen diese von den Verbrauchern akzeptiert werden, da das Produkt Wein beim Konsumenten einen besonderen Stellenwert hat. (3) Am Beispiel des Steillagenweinbaus wird deutlich, dass Weinbau die Kulturlandschaft in Deutschland prägt und als Dauerkultur vielfältiges Potential für die Förderung von Biodiversität besitzt. Der Erhalt dieser Kulturlandschaft muss sich auch im Preis für das Produkt Wein widerspiegeln
Blockades of the Mind: Science, Academies, and the Aftermath of the Great War
This volume continues the efforts by the Leopoldina to analyze the history of the academies during and after the First World War. Based on examples from scientific policy, astronomy, psychology and meteorology, it primarily examines the phase after the end of military hostilities following the armistice of November 1918 on up to the mid-1920s. The period was characterized by conflicts between the Allies and the central powers, also in the area of international scientific relations. The scientific representatives of five leading Allied countries elected to exclude the former central powers from the new structure of international science. This was formalized in a series of conferences in 1918 and 1919 and led, among other things, to the establishment of the International Research Council. This proved to be particularly problematic in the postwar years
Zeit in Mathematik und Informatik
Eine korrigierte Version des Beitrags ist in der 2. korr. Aufl. des Tagungsbandes „Zeit in Natur und Kultur“ (2021) enthalten. Zeit-Fragen treten in Mathematik und Informatik hauptsächlich auf bei der Laufzeitbestimmung von Algorithmen und der Klassifikation von Problemen bezüglich des zu ihrer Lösung erforderlichen Zeitaufwands. Die zugehörige Komplexitätstheorie und ihr Verhältnis zu realem Rechnen in der Praxis skizziere ich im Überblick. Daneben gebe ich Beispiele für die Verwendung von Mathematik und Informatik zur Behandlung von Zeit-Fragen in anderen Fachgebieten. Ich schließe mit meiner persönlichen Auffassung zum „Wesen der Zeit“. Zeit ist heute ein Begriff, dem vielfältige und durchaus widersprüchliche Eigenschaften zugeschrieben werden. Wir sollten nicht länger davon ausgehen, dass es „Zeit an sich“ gibt. Vielleicht kann man das so formulieren: Es ist an der Zeit, der Zeit eine Auszeit zu geben.A revised version of this contribution is included in the 2nd revised edition of the conference proceedings “Zeit in Natur und Kultur” (2021). Time questions occur in mathematics and computer science mainly in connection with determining the running time of algorithms and the classification of the time complexity of problem classes. I will sketch the associated complexity theory and its relation to real computing in practice. Examples will demonstrate the use of mathematics and computer science in handling time issues in other fields. I finish with my personal perception of the “nature of time”. Time is today a term to which manifold and contradictory properties are attributed. We should stop believing that there is a “time per se”. Maybe one can state this as follows: It is time to give time a time-out
Den Verlust der Biodiversität umkehren – warum wir dringend handeln müssen: [Arbeitsübersetzung]
Biodiversity and People in the Anthropocene
Im Anthropozän, dem Zeitalter der Menschen, kommt es zu einer dramatischen Beschleunigung vieler sozialer und ökologischer Prozesse. Die Folgen sind Biodiversitätsverlust, Klimawandel und Umweltverschmutzung – Symptome dafür, dass die Menschen die Erde übernutzen. Nach Aussage des Weltbiodiversitätsrats IPBES sind von den geschätzten 8 Millionen. Arten auf der Erde eine Million vom Aussterben bedroht. Wir stehen am Beginn des 6. großen Massenaussterbens der Erdgeschichte. Die Biodiversität ist die Lebensgrundlage der Menschen. Die Folgen des Rückgangs der Biodiversität sind damit Einbußen in Ökosystemleistungen und die Unterminierung des Erreichens der Nachhaltigkeitsziele. Was kann getan werden? Angesichts der Bedeutung der Biodiversitätskrise für das Wohlergehen der Menschen benötigen wir eine große Transformation der Gesellschaft, d. h. die fundamentale systemweite Umgestaltung der Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und auch der Wissenschaft. Für die Agrarlandschaft in Deutschland, in der der Artenrückgang besonders hoch ist, bedeutet das 1. die Ökologisierung der Landwirtschaft, 2. fundamentale Änderungen in der Agrarpolitik, die Förderung der Umsetzung und Technologieentwicklung, und 3. Veränderungen in Handel und Märkten, in Kauf- und Konsumverhalten in Richtung biodivers erzeugte Lebensmittel und fleischärmere Ernährung sowie Änderungen in Forschung und Vermittlung. Durch zügiges, gesamtgesellschaftliches Handeln, zusammen mit der Ausweitung von Schutzgebieten und der Förderung der Renaturierung kann der Rückgang der Biodiversität gestoppt und die Biodiversität wieder erhöht werden.In the Anthropocene, the age of humans, there is a dramatic acceleration of many social and ecological processes. The consequences are biodiversity loss, climate change and pollution, – all of which are symptoms of humans overusing the Earth. According to the World Biodiversity Council IPBES, of the estimated 8 million species on Earth, one million are threatened with extinction. We are at the beginning of the 6th great mass extinction in Earth’s history. Biodiversity is the basis of human life. The consequences of the decline of biodiversity are thus losses in ecosystem services and the undermining of achieving the sustainability goals. What can be done? Given the importance of the biodiversity crisis for human well-being, we need a major transformation of society, i.e. the fundamental system-wide transformation of politics, the economy, civil society and also science. For the agricultural landscape in Germany, where species declines are particularly high, this means 1. the greening of agriculture, 2. fundamental changes in agricultural policy, the promotion of implementation and technology development, and 3. changes in trade and markets, in purchasing and consumption behaviour towards food from biodiverse production and a diet with less meat, as well as changes in research and education. Through swift action by society as a whole, together with the expansion of protected areas and the promotion of renaturation, the decline in biodiversity can be halted and biodiversity can increase again
Decarbonisation of buildings: for climate, health and jobs
Europeans spend a very large part of their lives in buildings. So the quality of a building’s indoor environment can have a large effect on the health of its occupants. It can also affect their ability to work and enjoy their activities. A potentially good indoor environment can be created by building designers and builders, but that environment cannot be realised without using energy to provide heating, cooling and ventilation. Much of that energy today is supplied using fossil fuels, which cause buildings to produce about 25% of the European Union’s (EU’s) total greenhouse gas (GHG) emissions and so contribute to climate change. Action must therefore be taken urgently to reduce the energy that is needed to operate the approximately 250 million existing buildings in the EU as well as all the new buildings that may be built in the future. Existing energy supplies must also be replaced with very low carbon alternatives