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Welcome: Chief Executive Officer, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Leopoldina Symposium Mission – Innovation: Telematics, eHealth and High-Definition Medicine in Patient-Centered Acute Medicine, Berlin, February 28th and 29th, 2020 - Openin
Ansatzpunkte für eine Stärkung digitaler Pandemiebekämpfung
Digitale Werkzeuge sind zu einem wichtigen Baustein für die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie geworden. Sie dienen der Kontaktnachverfolgung, unterstützen den öffentlichen Gesundheitsdienst und sind für wissenschaftliche Untersuchungen – etwa zur Übertragung des Virus – nützlich. In Form von Apps für Smartphones und tragbaren elektronischen Sensoren zur Abstandsmessung, sogenannte Tags und Wearables, binden sie die Bevölkerung aktiv ein. Wie sich die Wirksamkeit solcher digitalen Werkzeuge bei der Kontaktnachverfolgung verbessern lässt, beschreibt ein Diskussionspapier, das von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina veröffentlicht wurde. Die Autorinnen und Autoren sehen Bedarf für eine kontinuierliche, nachhaltige und abgestimmte staatliche Strategie für den Einsatz und die Weiterentwicklung digitaler Hilfsmittel sowie für Informationen über die Funktionalitäten, Chancen und Risiken
Digitalisierung und Demokratie
Die Digitalisierung spielt bei den Prozessen und Entwicklungen in einer Demokratie eine immer größere Rolle. Denn Digitalisierung erweitert die Möglichkeiten der Information, Kommunikation und Partizipation. Gleichzeitig können digitale Technologien zu einer schnellen Verbreitung von Falschinformationen beitragen und bergen ein Potenzial für Meinungsmanipulation, zum Beispiel vor Wahlen. Dieses Spannungsfeld ist Thema der Stellungnahme „Digitalisierung und Demokratie“. Darin analysieren die Autorinnen und Autoren Aspekte des Zusammenspiels von Digitalisierung und Demokratie. Darauf aufbauend formulieren sie Handlungsempfehlungen zur Gestaltung künftiger Entwicklungen durch Politik, Recht und Zivilgesellschaft
Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung
Die Freiheit der Wissenschaft hat einen besonderen verfassungsrechtlichen Rang. In Art. 5 Abs. 3 des Grundgesetzes keinem Vorbehalt eines einschränkenden Gesetzes unterworfen, kann ihr Schutzraum allenfalls durch solche anderen Güter begrenzt werden, die ihrerseits Verfassungsrang haben. Die rechtliche Garantie der Wissenschaftsfreiheit reicht daher außerordentlich weit. Aber was sind jenseits des positiven Verfassungsrechts die tieferen Gründe für diesen besonderen Status? Das ist die erste von drei prinzipiellen Fragen, denen der Vortrag nachgeht. Die zweite schließt sich plausibel an: Nach welchen normativen Kriterien lassen sich die Grenzen dieser Freiheit im Einzelfall bestimmen? Die Frage zielt nicht auf das selbstverständliche Verbot, Methoden der Forschung zur Verletzung von Grundrechten der von ihr Betroffenen zu missbrauchen. Vielmehr fragt sie nach den möglichen Grenzen legitimer Erkenntnis selbst: Gibt es so etwas wie verbotenes Wissen? Welche Prinzipien könnten solchen Verboten ein Fundament bieten? Die dritte Grundfrage schließlich führt den Bogen dieser Überlegungen zu seinem Ende: Wer ist verantwortlich für die Wahrung solcher Grenzen? Und wer, wenn sie überschritten werden? Der Vortrag schließt mit einer Mahnung an die Wissenschaften selbst, den ihnen garantierten Schutz gegen externe Bedrohungen nicht internen Maximen einer modisch moralisierenden, aber ethisch verfehlten Selbstzerstörung preiszugeben. Und daher mit einer Erinnerung an den normativen Sinn jeder Freiheit: Den Rechten gegen andere, die sie gewährt, korrespondieren stets auch Pflichten gegen sich selbst.Scientific freedom enjoys special protection under our Constitution. Not subject to any formal constraint by Art. 5 para. 3 of the Grundgesetz, it may only be restricted for the benefit of other goods that are themselves specifically protected under the Constitution. Therefore, scientific freedom has an extraordinarily broad legal guarantee. However, what are the deeper grounds for this special status beyond its positive constitutional basis? This is the first of three fundamental questions explored by this talk. A plausible second question follows: Which normative criteria can be used to determine the limits to this freedom in individual cases? The question is not aimed at the self-evident notion of not allowing research methods to be used to violate the basic rights of others. Instead, it ponders the possible limits to scientific inquiry itself. Is there such a thing as forbidden knowledge? Which principles might provide a foundation for such prohibitions? Finally, the third principal question of this talk brings the arc of these considerations to a close: Who is responsible for maintaining these boundaries? And who is held accountable if they are violated? The talk concludes with a plea to the sciences themselves not to surrender their guaranteed protection against external threats to fashionably moralizing, but ethically misguided internal maxims of self-destruction, and hence with a reminder of the normative sense of any freedom: The rights it grants towards others always correspond to obligations towards oneself
The Hidden Crisis: Mental Health in Times of COVID-19 : Proceedings Report
Weltweit konfrontiert die COVID-19-Pandemie viele Menschen mit Ängsten, Sorgen und Unsicherheiten. Dies kann die finanzielle Situation, soziale Kontakte oder das körperliche Wohlbefinden betreffen – und ein Ende dieser Ausnahmesituation ist konkret noch nicht absehbar. Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die psychische Gesundheit von Menschen? Die Leopoldina und die Südafrikanische Akademie der Wissenschaften organisierten am 28. September 2020 die virtuelle Podiumsdiskussion „The Hidden Crisis: Mental Health in Times of COVID-19“, um diese Fragestellung mit Expertinnen und Experten aus Deutschland, Südafrika, Spanien und Nigeria zu diskutieren.The COVID-19 pandemic is confronting many people around the world with anxiety, fear and uncertainty. This may relate to their financial situation, social interaction or physical well-being – and there is still no end to this exceptional situation in sight. How is the pandemic affecting people’s mental health? The German National Academy of Sciences Leopoldina and the Academy of Science of South Africa held the virtual panel discussion “The Hidden Crisis: Mental Health in Times of COVID-19” on 28 September 2020 in order to explore this issue with experts from Germany, South Africa, Spain and Nigeria
Resilienz digitalisierter Energiesysteme: Wie können Blackout-Risiken begrenzt werden? : Kurzfassung der Stellungnahme
Durch die Energiewende und die zunehmende Digitalisierung werden in den nächsten zwei Jahrzehnten neue Risiken für die Stromversorgung entstehen. Um diese Risiken beherrschbar zu machen und Blackouts mitsamt ihren Folgeschäden für die Gesellschaft zuverlässig zu verhindern, ist eine Resilienzstrategie erforderlich. Die Arbeitsgruppe „Resilienz digitalisierter Energiesysteme“ des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ identifiziert dafür folgende Eckpfeiler: Die Digitalisierung bietet die Chance, dezentrale Erzeugungsstrukturen, Elektromobilität und neu auftretende Marktakteure effizient und sicher ins Energiesystem zu integrieren. Sie muss daher aktiv gestaltet und gefördert werden. Kleine Akteure der Energieversorgung, Akteure außerhalb der Stromversorgung (Gerätehersteller, Plattformbetreiber, Betreiber von öffentlichen Kommunikationsnetzen) und Haushalte haben zunehmend Einfluss auf die Sicherheit der Stromversorgung. Sie müssen daher stärker in die Resilienzsicherung einbezogen werden. Neue Angriffsflächen für Cyberkriminelle und Abhängigkeiten zwischen Strom- und IKT-System können zu unvorhergesehenen oder sogar unvorhersehbaren Ereignissen mit großem Bedrohungspotenzial führen. Die Netzbetreiber müssen mit diesen Risiken umgehen können. Die Politik sollte versuchen, zukünftige Entwicklungen rechtzeitig zu antizipieren und die hier geforderte Resilienzstrategie fortlaufend anpassen. Dafür ist ein konsequentes Monitoring erforderlich
The Influence of Crop Protection on Biodiversity
Pflanzenschutz sichert im Ackerbau und in den Sonderkulturen den Ertrag und die Qualität. Potenzielle Ertragsausfälle durch Schadorganismen liegen zwischen 17 und 40 %. Diese werden mit direktem chemischen, biologischen oder physikalischen Pflanzenschutz und mit indirekten vorbeugenden, systembezogenen Maßnahmen verringert. Die intensive, betriebswirtschaftlich optimierte und international wettbewerbsfähige Landwirtschaft verändert multikausal die Landschafts- und Lebensräume, reduziert die Vielfalt der natürlichen Habitate und Agrarökosysteme, und wirkt sich damit negativ auf die Biodiversität vieler Artengruppen aus. Zudem beeinflusst auch der Klimawandel die Biodiversität negativ. Der Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft ist markant. Direkte und indirekte Wirkungen von Pflanzenschutzmitteln werden durch zahlreiche wissenschaftliche Studien in Deutschland und im europäischen Umfeld dokumentiert. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (Insektizide, Fungizide, Herbizide) stellt in dem komplexen Gesamtsystem von Faktoren einen bedeutenden Einflussfaktor mit meistens signifikant negativen Effekten dar. Sie können direkte toxische Wirkungen auf Nichtzielorganismen hervorrufen und indirekt Nahrung und Lebensräume einer Vielzahl von Organismen reduzieren. Der Wissenschaftliche Beirat des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz schlug im April 2019 sechs Maßnahmen vor: Ein geeignetes standardisiertes Langzeit-Monitoring, die Überprüfung des Zulassungsverfahrens, die Verstärkung von positiven und negativen Anreizen, um die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Praxis zu reduzieren, die Förderung von Integrierten Anbauverfahren, des Ökolandbaus sowie der Züchtung von resistenten Sorten und den Ausbau der Gemeinsamen Agrarpolitik in Richtung vielfältiger Landschaftselemente.Plant protection ensures yield and quality in arable farming and in horticultural crops. Potential yield losses due to harmful organisms are between 17 and 40 %. This is reduced with direct chemical, biological or physical plant protection and with indirect preventive, system-related measures. Intensive, micro-economically optimised, and internationally competitive agriculture is multi-causally altering landscapes and habitats, reducing the diversity of natural habitats and agroecosystems, and thus negatively impacting the biodiversity of many species groups. In addition, climate change is also negatively affecting biodiversity. The decline of biodiversity in agricultural landscapes is striking. Direct and indirect effects of plant protection products (PPPs) are documented by numerous scientific studies in Germany and in other European countries. The application of plant protection products (insecticides, fungicides, herbicides) represents a significant influencing factor in the complex overall system of factors with mostly significant negative effects. They can cause direct toxic effects on non-target organisms and indirectly reduce food and habitats of a wide range of organisms. In April 2019, the Scientific Advisory Board of the National Action Plan for Plant Protection proposed six measures: Appropriate standardized long-term monitoring, reviewing the registration process, strengthening positive and negative incentives to reduce the use of PPPs in practice, promoting integrated farming practices, organic farming and breeding of resistant varieties, and expanding common agricultural policy (CAP) measures toward diverse landscape elements
Re-evaluating the protection of in vitro embryos in Germany
How exactly does human life develop after fertilisation? How can reproductive medicine achieve better results with fewer side effects? How can stem cell lines be used to treat common conditions like diabetes, osteoarthritis, heart attack and stroke? Scientists working in Germany have only been able to contribute very little to help answer such questions. This is because research of this kind on early human embryos is prohibited in Germany under the Embryo Protection Act (ESchG). In their joint Statement "Re-evaluating the protection of in vitro embryos in Germany" the Leopoldina and the Union of the German Academies of Sciences and Humanities recommend the permission of embryo research for high-priority scientific objectives in accordance with international ethical standards and a rediscussion of the legal framework required for this purpose
Allianz der Wissenschaftsorganisationen zur Wissenschafts- und Innovationspolitik in der Legislaturperiode 2021 – 2025: Stellungnahme
Unmittelbar vor der Bundestagswahl wendet sich die Allianz der Wissenschaftsorganisationen an die deutsche Politik und appelliert an deren Vertreterinnen und Vertreter, gemeinsam mit der Wissenschaft schon jetzt die Weichen für die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems zu stellen. Autonome Wissenschaft und verantwortungsbewusster Erfindergeist müssen im Dialog mit der Gesellschaft gestärkt und gegenüber den globalen Partnern und Wettbewerbern aktiv vertreten werden. In ihrem Positionspapier stellt die Allianz sieben Handlungsfelder vor, die in diesem Entwicklungszusammenhang von besonderer Bedeutung sind
Sequenzdaten als öffentliches Gut erhalten: Stellungnahme der Allianz der Wissenschaftsorganisationen zum offenen Zugang zu digitalen Sequenzinformationen
Die Staaten der Welt verhandeln derzeit über ein globales Post-2020 Rahmenprogramm für die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt für den Zeitraum bis 2050, das auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD-COP 15) im Oktober 2021 im chinesischen Kunming verabschiedet werden soll. Angesichts der bevorstehenden internationalen Verhandlungen erinnert die Allianz der Wissenschaftsorganisationen daran, dass zum Erreichen der globalen Biodiversitätsziele die Forschung auf internationaler Ebene intensiviert werden muss, da sie essentielle Erkenntnisse zur Erhaltung der biologischen Vielfalt liefert