ULB : Dok (Univ. Innsbruck)
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Entwicklung und Erprobung einer Methodik zur Integration von Exoskeletten im industriellen Fertigungsumfeld
Masterarbeit Universität Innsbruck 202
Falten, Macht und Gender. : Eine vergleichende Analyse der narrativen Gestaltung weiblicher und männlicher Antagonist:innen in vier Walt Disney Classics auf Grundlage der Figurenanalyse.
Masterarbeit Universität Innsbruck 202
Does a coach’s reputation affect an athlete’s motivation in individual sports?
Hintergrund:
Das Führungsverhalten von Trainer:innen, das sich in ihrem Ruf widerspiegelt, spielt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung optimaler Trainingsbedingungen und der sportlichen Entwicklung von Athlet:innen. Ziel dieser Studie ist es, zu untersuchen, wie sich der Ruf von Trainer:innen auf die Motivation von Athlet:innen in Einzelsportarten auswirkt, wobei die Trainer:innen-Athlet:innen-Beziehung (TAB) als Mediator und Persönlichkeitsmerkmale der Athlet:innen als Moderatoren berücksichtigt werden. Die theoretischen Grundlagen umfassen ein dreidimensionales Modell des Rufs (Aufgaben-, Sozial- und Integritätsruf), die Selbstbestimmungstheorie, das 3+1Cs-Modell der TAB (Nähe, Engagement, Komplementarität, Ko-Orientierung) sowie die Big Five-Persönlichkeitsmerkmale (Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Offenheit).
Methodik:
Es wurde eine quantitative Querschnittsbefragung von N = 348 Athlet:innen aus verschiedenen Einzelsportarten durchgeführt. Dabei wurden der wahrgenommene Ruf der Trainer:innen (Personal Reputation Scale), die Qualität der TAB (CART-Q), die Sportmotivation (SMS-II) sowie Persönlichkeitsmerkmale der Athlet:innen (BFI-10) erfasst. Strukturgleichungsmodelle testeten Gesamt-, Direkt- und Indirekteffekte, Moderationsanalysen untersuchten den Zusammenhang der Effekte mit Persönlichkeitsmerkmalen. Gruppenvergleiche wurden hinsichtlich des Professionalisierungsgrades und Geschlechterkonstellationen durchgeführt.
Ergebnisse:
Es zeigte sich ein positiver Gesamteffekt des Trainer:innenrufs auf die Motivation der Athlet:innen. Dieser wurde hauptsächlich über den indirekten Weg der TAB vermittelt, während der direkte Effekt nicht signifikant war. Sozialer und aufgabenbezogener Ruf förderten die intrinsische und autonome extrinsische Motivation, während der Integritätsruf schwächere Zusammenhänge zeigte. Moderationsanalysen wiesen darauf hin, dass Persönlichkeitsmerkmale im Zusammenhang mit diesen Effekten stehen: Extraversion scheint sowohl direkte als auch indirekte Zusammenhänge zu verstärken, Verträglichkeit kann den Pfad von Reputation zur TAB stärken, und Neurotizismus kann den direkten Zusammenhang zwischen Reputation und Motivation vergrößern. Gewissenhaftigkeit und Offenheit zeigten keine signifikanten Moderationseffekte. Zusätzliche Analysen ergaben, dass Profis den Gesamtruf ihrer Trainer:innen niedriger, ihre eigene Motivation jedoch höher bewerteten als Amateure. Gemischtgeschlechtliche Dyaden berichteten niedrigere Werte für Ruf und TAB als gleichgeschlechtliche Dyaden.
Diskussion:
Die Ergebnisse zeigen, dass der Ruf von Trainer:innen eine bedeutsame Informationsquelle für Athlet:innen ist, mit weitreichenden Auswirkungen auf Beziehungsqualität und Motivation, unter Berücksichtigung interindividueller Unterschiede. Das unterstreicht die Notwendigkeit, professionelles, kompetentes und beziehungsorientiertes Trainer:innenverhalten gezielt zu fördern und den Ruf aktiv zu pflegen, beispielsweise durch entsprechendes Führungstraining.
Fazit:
Die Studie zeigte einen positiven Zusammenhang zwischen dem Ruf von Trainer:innen und der Motivation der Athlet:innen, der hauptsächlich über die TAB vermittelt wird. Sozialer und aufgabenbezogener Ruf zeigten dabei die stärksten Effekte. Persönlichkeitsmerkmale wie Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus bei Athlet:innen können diese Effekte moderieren. Zudem zeigten sich Unterschiede in der Wahrnehmung von Ruf, TAB, Motivation und Persönlichkeitsmerkmalen in Abhängigkeit vom Professionalisierungsgrad und der Geschlechterkonstellation.Background:
A coach’s leadership behavior, as reflected in their reputation, plays a key role in creating optimal training conditions and fostering athletes’ development. This study examines how a coach’s reputation affects athletes’ motivation in individual sports, considering the mediating role of the coach-athlete relationship (CAR) and the moderating effects of athletes’ personality traits. Theoretical frameworks include a three-dimensional view of reputation (task, social, integrity), Self-Determination Theory, the 3+1Cs model of CAR (closeness, commitment, complementarity, co-orientation), and the Big Five personality traits (Extraversion, Agreeableness, Conscientiousness, Neuroticism, Openness).
Methodology:
A quantitative cross-sectional design was applied with N = 348 athletes from various individual sports. Self-report questionnaires assessed athletes’ perceptions of their head coach’s reputation (Personal Reputation Scale), CAR quality (CART-Q), sport motivation (SMS-II), and their personality traits (BFI-10). Structural equation modeling tested total, direct, and indirect effects, moderated-mediation analyses examined the impact of personality traits, and group comparisons considered professionalism level and gender composition.
Results:
Findings indicate a positive overall effect of a coach’s reputation on an athlete’s motivation. This effect was primarily mediated through the indirect path via the CAR, whereas the isolated direct effect was nonsignificant. Social and task reputation enhanced intrinsic and autonomous extrinsic motivation, whereas integrity reputation showed weaker and partly negative associations. Moderation analyses indicated that personality traits correlate with these effects: Extraversion amplified both direct and indirect links, Agreeableness strengthened the path from reputation to CAR, and Neuroticism affected the direct connection between reputation and motivation. Conscientiousness and Openness did not show significant moderating effects. Additional analyses showed that professional athletes rated coaches’ reputation lower but reported higher motivational scores compared to amateur athletes. Mixed-gender dyads reported lower reputation and CAR ratings than same-gender dyads.
Discussion:
The results demonstrate that a coach’s reputation serves as a powerful informational cue for athletes, with far-reaching implications for relationship quality and motivation, while acknowledging interindividual variability in the effect. They highlight the need to actively promote professional, competent, and relationship-oriented coaching behavior, for example, through leadership training programs.
Conclusion:
The study revealed a positive association between a coach’s reputation and an athlete’s motivation, with this effect being primarily explained by the mediating role of the CAR. Social and task reputation showed the strongest effects. The findings suggest that athletes’ personality traits, such as Extraversion, Agreeableness, and Neuroticism, moderate these effects. Moreover, differences in the perception of reputation, CAR, motivation, and personality traits emerged depending on professionalism level and gender dyads.Masterarbeit Universität Innsbruck 202
Vorlagepflicht und Staatshaftung: Lücken und Potenzial im unionsrechtlichen Individualrechtsschutz
Dissertation Universität Innsbruck 202
Künstler:in oder KI? Wie vermutete Urheberschaft unser Kunsterleben prägt : Eine psychologische Studie zur Wahrnehmung von KI- und menschlich erschaffenen Kunstwerken
Aufgrund der raschen Entwicklung generativer KI-Kunst stellt sich die Frage, wie Menschen diese im Vergleich zu menschlicher Kunst wahrnehmen und bewerten. Die vorliegende Arbeit untersucht Erkennungsfähigkeit und ästhetische Bewertung von KI- und menschlicher Kunst sowie die zugrundeliegenden psychologischen Prozesse. Zudem werden die Einflüsse von Persönlichkeitsmerkmalen und Einstellung zu KI auf die Wahrnehmung und Bewertung berücksichtigt. Die Forschungsfrage wurde mittels eines eingebetteten Mixed-Methods-Designs geprüft, das eine quantitative Online-Studie (N = 304) als Hauptkomponente und ein Experteninterview als qualitative Ergänzung umfasste. Teilnehmende bewerteten 24 randomisiert präsentierte Bilder (12 menschliche Kunstwerke und 12 entsprechende KI-Äquivalente; gegenständlich vs. abstrakt) ohne Hinweise zur Urheberschaft hinsichtlich ästhetischer Präferenz, emotionaler Valenz/Arousal, Urheberschaftserkennung und Urteilssicherheit. Zusätzlich wurden Offenheit für Erfahrungen und die Einstellung zu KI erfasst. Die quantitative Auswertung erfolgte mittels t-Tests, ANOVAs, multipler Regressionsanalysen sowie Moderations- und Mediationsanalysen. Die Erkennungsrate der Kunstwerke liegt auf Zufallsniveau, es zeigt sich jedoch eine systematische Tendenz, Bilder als „menschlich“ zu klassifizieren. KI-Bilder wurden objektiv ästhetisch höher bewertet als menschliche, während als KI-wahrgenommene Bilder schlechter beurteilt wurden. Valenz mediierte diesen Urheberschaftseffekt partiell. Prozessvariablen sagten die ästhetische Beurteilung der Kunstwerke besser vorher als Personenvariablen. Die qualitative Auswertung unterstützt die quantitativen Befunde weitestgehend und ergänzt diese um normative Dimensionen wie Urheberrechtsfragen, die Rolle der KI als kreatives Werkzeug und die Notwendigkeit transparenter Kennzeichnung.Due to the rapid development of generative AI art, the question arises as to how people perceive and evaluate AI-generated art compared to human art. This study examines both the recognizability and aesthetic evaluation of AI and human art, as well as the underlying psychological processes. Additionally, the influences of personality traits and attitudes toward AI on perception and evaluation are examined. The research question was investigated using an embedded mixed-methods design (Creswell & Plano Clark, 2011) comprising a quantitative online study (N = 304) as the main component and an expert interview as a qualitative supplement. Participants evaluated 24 randomly presented images (12 human artworks and 12 corresponding AI equivalents; representational vs. abstract) without any information about authorship in terms of aesthetic preference, emotional valence/arousal, authorship recognition, and confidence in their judgment. Moreover, openness to experience and attitudes toward AI were recorded. Quantitative analysis was performed using t-tests, ANOVAs, multiple regression analyses, and moderation and mediation analyses. The recognition rate of the artworks was at a chance level but shows a systematic tendency to classify images as “human.” AI images were objectively rated higher aesthetically than human images, whereas images perceived as AI were rated lower. Valence partially mediated this authorship effect. Process variables better predicted the aesthetic evaluation of the artworks than person variables. The qualitative assessment largely supports the quantitative results and supplements them with normative dimensions such as copyright issues, the role of AI as a creative tool, and the need for transparent labeling.Masterarbeit Universität Innsbruck 202
Vielfalt bildet : Pädagogische Qualität im Kindergarten der Migrationsgesellschaft
Die vorliegende Arbeit untersucht pädagogische Qualität im Kindergarten im Kontext der Migrationsgesellschaft. Ausgehend von der Problematik früher Bildungsungleichheiten in Österreich wird gefragt, wie pädagogische Qualität gestaltet sein muss, um zur Chancengerechtigkeit in Feld der frühen Bildung beizutragen. Ziel ist es, das Konzept pädagogischer Qualität kritisch zu analysieren und weiterzuentwickeln. Dabei wird auf das Qualitätsmodell von Tietze (2013) zurückgegriffen, das zwischen Struktur-, Orientierungs- und Prozessqualität unterscheidet. Die Arbeit fragt, wie Qualität unter migrationsgesellschaftlichen Bedingungen verstanden, bewertet und gestaltet werden kann und wie gängige Verfahren, etwa die KES-R, migrationsgesellschaftliche Realität abbilden. Ein zentrales Erkenntnisinteresse liegt zu dem darin, wie Machtverhältnisse, Othering und Diskriminierung in der Ausbildung angehender Elementarpädagog:innen thematisiert werden können. Empirisch basiert die Studie auf einem qualitativ-rekonstruktiven Forschungsdesign, das Elemente der reflexiven Grounded Theory mit dem Citizen-Science-Ansatz verbindet. Schüler:innen einer BAfEP wurden in einem partizipativen Prozess zu forschenden Subjekten und sammelten Fallvignetten auf Grundlage wahrnehmender Beobachtungen in Kindergärten. Die Vignetten wurden phänomenologisch gelesen und in einem mehrstufigen Kodierverfahren analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Pädagogische Qualität erfordert ein ko-konstruktives Bildungsverständnis, das kindliche Perspektiven ernst nimmt und subjektives Wohlbefinden als zentrales Kriterium versteht. Bestehende Qualitätsmodelle greifen in migrationsgesellschaftlichen Kontexten oft zu kurz, da sie Differenz, Machtverhältnisse und nonverbale Interaktionen unzureichend erfassen. Eine Erweiterung um machtsensible, beziehungs- und bedürfnisorientierte Kriterien ist notwendig. Die Reflexionsfähigkeit von Fachkräften sowie die curriculare Verankerung migrationspädagogischer Inhalte werden als Schlüssel zur Qualitätsentwicklung identifiziert. Besondere methodische Bedeutung kommt der Arbeit mit Fallvignetten zu. Diese er öffnen Räume für Reflexion und ermöglichen einen differenzierten Blick auf alltägliche Interaktionen, Haltungen und strukturelle Ausschlüsse. Als Instrument in der Ausbildung können sie dazu beitragen, pädagogische Prozesse kritisch zu hinterfragen und diskriminierungssensibles Handeln zu fördern.This thesis examines pedagogical quality in kindergartens within the context of a mig ration society. Starting from the issue of early educational inequalities in Austria, it explores how pedagogical quality must be shaped to contribute to greater equity in early childhood education. The aim is to critically analyze and further develop the concept of pedagogical quality. The study draws on Tietze’s (2013) quality model, which distinguishes between struc tural, orientation, and process quality. It asks how quality can be understood, assessed, and designed under the conditions of a migration society, and to what extent common assessment tools—such as the KES-R—reflect migration-related realities. A central research interest also lies in how power relations, othering, and discrimination can be addressed in the training of early childhood educators. Empirically, the study is based on a qualitative-reconstructive research design that combines elements of reflexive grounded theory with a citizen science approach. Stu dents from a college of early childhood education (BAfEP) participated as co-resear chers in a participatory process, collecting case vignettes based on perceptive obser vations in kindergartens. These vignettes were analyzed through a phenomenological reading and a multi-step coding process. The findings indicate that pedagogical quality requires a co-constructive under standing of education that takes children's perspectives seriously and considers their subjective well-being as a central criterion. Existing quality models often fall short in the context of migration societies, as they insufficiently account for difference, power relations, and non-verbal interactions. An expansion of quality frameworks to include power-sensitive, relationship-oriented, and needs-based criteria is therefore necessary. The ability of educators to reflect critically, along with the curricular integration of migration pedagogy, is identified as key to quality development. Particular methodological significance is given to the use of case vignettes. These open up spaces for reflection and provide a differentiated view of everyday interactions, attitudes, and structural exclusions. As a tool in teacher education, they can help to critically examine pedagogical processes and promote anti-discriminatory practices.Masterarbeit Universität Innsbruck 202
Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit in der Planungsphase der Quartiersentwicklung “Neue Holzschleiferei am Mühlbach” in Hebertshausen? : Stellenwert-Analyse sozialer, ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeitskriterien in der Stadt- und Regionalentwicklung aus der Governance-Perspektive
Maria Luisa GerathewohlMasterarbeit Universität Innsbruck 202
Helium nano-droplets as model-reactors for new energy production and storage materials : a study on the size-dependent catalytic and electronic properties of clusters
The ever-increasing need for new, sustainable energy production and storage methods is drawing the focus of extensive research onto alternative routes based on customisable nanomaterials for novel catalytic applications. This dissertation explores helium nanodroplets (HNDs) as unique model reactors for probing the stability and efficiency of catalytically active sites and adsorption mechanisms with single-atom precision. Specifically, multiply charged HNDs prove to be a unique tool for generating size-specific clusters and nanoparticles with unprecedented control over size and composition.
The work presented herein comprises three complementary publications. The first study investigates the binding of carbon dioxide on cationic copper clusters by utilising HNDs for highly efficient He-tagged action spectroscopy and high-level quantum chemical methods. Observation of the asymmetric stretching vibration of carbon dioxide not only reveals a consistent blue shift in the vibrational frequency relative to the gas phase but also pinpoints its dependence on the size of the copper cluster. This indication for bond activation is predominantly attributed to polarisation-enhanced physisorption rather than classical charge transfer mechanisms.
The second and third studies present the first experimental confirmation of sodium enhanced hydrogen adsorption on polyaromatic hydrocarbons (PAHs). By combining mass spectrometry measurements with density functional theory and state-of-the-art
quantum chemical calculations, it is demonstrated that sodium doping dramatically enhances hydrogen binding on PAHs, which serve as a model system for graphene-based hydrogen storage materials. The observation of magic numbers and a corresponding systematic shift in evaporation energies emphasises the critical role of a system’s size and composition on its stability.
The multifaceted approach of combining the unique properties of multiply charged HNDs with rigorous quantum chemical modelling not only yields new insights into size-dependent catalytic and adsorption phenomena at the atomic level but also paves the way for the rational design of functional nanomaterials for clean energy production.Anna Maria ReiderKumulative Dissertation aus drei ArtikelnDissertation Universität Innsbruck 202
Responsibility in global health policy
The concept of responsibility has gained a rather large amount of attention in research on international relations. With the recent Covid-19 pandemic, it has been made clear that such Global Health matters need international cooperation and, therefore, policy. Interestingly, responsibility in Global Health Policy is a rather unexplored research area. This thesis aims to partly close this gap by studying how states contest and create responsibility in this policy area. In order to do so, a qualitative content analysis has been applied, and the statements of a few states during the World Health Assembly have been examined. This examination has provided an array of findings, such as differences between states in engagement for responsibility in Global Health Policy. Furthermore, certain groups of states and individual states present dynamics that can be understood as unique to them. While the thesis has been able to provide insight on responsibility in this area, further research is needed to further close research gaps in this domain.Felix LoosMasterarbeit Universität Innsbruck 202
Kognitiver und perzeptueller Load im Contingent-Capture Protokoll : eine Untersuchung der visuellen Aufmerksamkeitssteuerung im Rahmen der Load Theorie
Diese Studie wurde erstellt, um den Einfluss perzeptuellen und kognitiven Loads (Lavie, 2010) im Contingent-Capture Protokoll (Folk et al., 1992) zu untersuchen. Das zugrundeliegende Experiment wurde erstellt, nachdem Büsel et al. (2023) in ihrer Studie nur dann Validitätseffekte für inkonsistente non-matching Hinweisreize fanden, wenn der Load (kognitiv und perzeptuell) hoch war. In dem hiesigen Experiment wurde perzeptueller und kognitiver Load getrennt voneinander variiert, um herauszufinden welcher Load für die Validitätseffekte der inkonsistenten non-matching Hinweisreize verantwortlich ist. Die Ergebnisse zeigen, dass die Daten von Büsel und Kolleg*innen eher damit zu vereinbaren sind, dass durch die Aufgabenbedingung bei ihren Proband*innen ein hoher Working Memory Load bedingt wurde. Zudem wurde gezeigt, dass matching Hinweisreize sowohl unter kognitivem, als auch perzeptuellem Load weiterhin zu Validitätseffekten führten, was für die Robustheit dieses Top-down-Effekts spricht. Bei non-matching Hinweisreizen führte hoher kognitiver Load (wie schon bei Büsel et al., 2023) zu kleinen Validitätseffekten, während hoher perzeptueller Load bei ihnen zu kleinen invertierten Validitätseffekten führte. Die Ergebnisse zu den Auswirkungen von kognitivem Load stehen in Einklang mit den Hypothesen der Load Theorie. Die invertierten Validitätseffekte bei non-matching Hinweisreizen unter hohem perzeptuellen Load können jedoch nicht durch die Load Theorie erklärt werden, sondern passen eher zu dem Bild aktiver Unterdrückung, wie es die Signalunterdrückungshypothese (Gaspelin et al., 2015) postuliert.This study was designed to investigate the influence of perceptual and cognitive load (Lavie, 2010) in the contingent capture protocol (Folk et al., 1992). The underlying experiment was designed after Büsel et al. (2023) found validity effects for inconsistent nonmatching cues in their study only when the load (cognitive and perceptual) was high. In the present experiment, perceptual and cognitive load were varied separately to find out which load was responsible for the validity effects of the inconsistent non-matching cues. The results show that the data from Büsel and colleagues are more consistent with the fact that the task condition caused a high working memory load (WML) in their participants. In addition, it was shown that matching cues continued to lead to validity effects under both cognitive and perceptual load, which speaks for the robustness of this top-down effect. For non-matching cues, high cognitive load (as in Büsel et al., 2023) led to small validity effects, while high perceptual load led to small inverted validity effects. The results on the effects of cognitive load are consistent with the hypotheses of the load theory. However, the inverted validity effects for non-matching cues under high perceptual load cannot be explained by the load theory, but rather fit the picture of active suppression as postulated by the signal suppression hypothesis (Gaspelin et al., 2015).Alexander EndersAbstract in englischer SpracheMasterarbeit Universität Innsbruck 202