PubVorarlberg (PH Vorarlberg)
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Traumasensibles Arbeiten in der Schulpraxis
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Thema Trauma und der Bedeutung traumasensiblen Arbeitens im schulischen Kontext. Im Zentrum steht die Forschungsfrage: „Welche Handlungsmöglichkeiten zum traumasensiblen Arbeiten sind relevant für die schulische Praxis zur Unterstützung von Kindern mit Traumaerfahrung?“ Ziel der Arbeit ist es, ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung der Traumapädagogik im schulischen Kontext zu schaffen sowie praxisrelevante Erkenntnisse zu gewinnen, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, betroffene Kinder gezielt zu begleiten und deren schulische Teilhabe nachhaltig zu verbessern.
Ausgehend von einem persönlichen Interesse wurde das Phänomen Trauma umfassend bearbeitet - von der Definition über neurobiologische Prozesse und unterschiedliche Traumaformen bis hin zu Ursachen, Symptomen und kindlichen Bewältigungsstrategien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Traumapädagogik, deren Grundhaltungen eine zentrale Basis für traumasensibles Handeln im schulischen Alltag darstellen.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden qualitative Interviews mit Lehrpersonen und Schulleitungen geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass offene Unterrichtsformen, ritualisierte Abläufe, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, klare Strukturen und individuell gestaltete Lernräume zentrale Elemente traumasensibler Schulpraxis darstellen. Zusätzlich wurden institutionelle Herausforderungen, Fortbildungsbedarf sowie die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit thematisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass traumasensibles Arbeiten kein starres Konzept ist, sondern ein Zusammenspiel aus individueller Haltung, pädagogischer Kompetenz und strukturellen Rahmenbedingungen erfordert. Die daraus abgeleiteten praxisnahen Handlungsempfehlungen bieten Lehrpersonen eine konkrete Orientierung im Umgang mit traumatisierten Kindern und tragen somit zur Weiterentwicklung einer traumasensiblen Schulkultur bei
Gründe für die Angst im Mathematikunterricht
Die Beschäftigung mit dem Thema Mathematikangst entstand aus meinen eigenen Erfahrungen im Unterricht. Immer wieder habe ich beobachtet, wie Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht zögern, etwas zu sagen oder sich zu Wort zu melden – nicht, weil ihnen das Wissen fehlt, sondern weil sie Angst haben, Fehler zu machen oder sich zu blamieren. Besonders vor Tests oder Prüfungen wird diese Unsicherheit oft noch größer. Diese Eindrücke haben mich nachdenklich gemacht und waren der Anlass, mich im Rahmen dieser Arbeit näher mit den Ursachen von Mathematikangst zu beschäftigen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie man mehr Freude am Mathematiklernen fördern kann.
Gerade als angehende Lehrperson ist es mir ein besonderes Anliegen, einen Unterricht zu gestalten, in dem sich Schülerinnen und Schüler sicher fühlen und sich mit ihren Fragen zeigen dürfen, ohne dabei Angst vor einer schulischen Bewertung zu haben. Die emotionale Seite des Lernens wird im Schulalltag oft unterschätzt, dabei ist sie ein wesentlicher Schlüssel für Motivation, aktive Beteiligung im Unterricht und nachhaltigen Lernerfolg
Entwicklung eines Kompetenzrasters für die Unterrichtsplanung im Pflichtgegenstand Digitale Grundbildung
Die Digitale Grundbildung wurde im Schuljahr 2022/23 in der Sekundarstufe I als eigenständiges Pflichtfach eingeführt – und ist nun im neuen, kompetenzorientierten Lehrplan verankert, der seit dem Schuljahr 2023/24 aufsteigend für die Mittelschulen in Österreich gilt. Dieser Lehrplan gliedert die Digitale Grundbildung in fünf Kompetenzbereiche und stellt mit dem sogenannten Frankfurt-Dreieck ein zentrales fachliches Konzept vor. Die Umsetzung dieser neuen Konzepte in der schulischen Praxis stellt angesichts des aktuellen Lehrpersonenmangels in Österreich eine Herausforderung dar.
Diese Arbeit untersucht, wie mit Hilfe des Frankfurt-Dreiecks ein Kompetenzraster für diesen Lehrplan entwickelt werden kann. Die Anforderungen an das Raster werden aus aktuellen didaktischen Theorien abgeleitet und durch eine empirische Dokumenten-Analyse bestehender Pläne und Raster ergänzt.
Das Resultat der vorliegenden Arbeit ist ein mehrteiliges Kompetenzplanungssystem. Das Herzstück bildet der Modulplaner, der Kompetenzen mit digitalen Artefakten verknüpft.
Digitale Artefakte sind exemplarische Unterrichtsbeispiele, die eine didaktisch und fachlich sinnvolle Verknüpfung verschiedener Lehrplanbezüge ermöglichen. Die Module, also konkret ausformulierte Varianten der digitalen Artefakte einschließlich ausführlicher Lernziele, sind im Katalog dokumentiert. Ergänzend ermöglicht das Leistungsprofil die Zuordnung von Leistungsnachweisen nach erreichtem Anforderungsniveau je Modul. Das Startpaket Start25 stellt eine exemplarische Umsetzung für den schnellen, praktischen Einsatz im Unterricht dar.
Damit schließt die Arbeit die Lücke zwischen Lehrplan und Unterrichtspraxis. Sie stellt einen unmittelbar einsetzbaren, skalierbaren Rahmen für kompetenzorientierte Planung bereit, der sowohl in der Lehrer*innenausbildung nutzbar als auch auf andere Fächer übertragbar ist
Classroom Management und Unterrichtsstörungen
In der vorliegenden Forschungsarbeit wird untersucht, inwieweit subjektiv wahrgenommene Unterrichtsstörungen mit der Berufserfahrung, den emotionalen und sozialen Kompetenzen sowie der Classroom-Management-Kompetenz von Volksschullehrpersonen in Zusammenhang stehen. Ziel ist es, zentrale personale Einflussfaktoren zu identifizieren, die das Erleben und die professionelle Bewältigung von Störungen im Unterrichtsalltag prägen.
Im Rahmen einer quantitativ angelegten Querschnittsuntersuchung wurden n = 74 Lehrpersonen mittels standardisiertem Online-Fragebogen zu ihrer Berufserfahrung, ihrem Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie zu ausgewählten Aspekten emotionaler Selbstregulation, Beziehungsgestaltung und Klassenführung befragt. Die zentrale Forschungsfrage zielte darauf ab, Zusammenhänge zwischen beruflicher Erfahrung und der subjektiven Störungswahrnehmung sowie mögliche moderierende Effekte personaler Kompetenzen zu identifizieren.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Lehrkräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung Unterrichtsstörungen tendenziell häufiger wahrnehmen als erfahrenere Kolleg:innen. Ferner zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen emotionaler Kompetenz und der wahrgenommenen Handlungssicherheit im Umgang mit Störungen. Auch ein hohes Maß an Classroom-Management-Kompetenz ging mit einer geringeren Belastung durch Störungen einher. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich personale Schutzfaktoren, insbesondere im Bereich der Emotionsregulation und Klassenführung, günstig auf das subjektive Belastungserleben und die pädagogische Handlungsfähigkeit auswirken.
Die vorliegenden Befunde liefern empirisch gestützte Hinweise darauf, dass die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen sowie praxisnaher Handlungssicherheit bereits in der Lehrer:innenbildung zentrale Ansatzpunkte für ein professionelles Störungsmanagement darstellen. Ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse erfordert künftige Studien, die langfristig angelegt sind und unterschiedliche Methoden kombinieren
Sprachförderung im Elementarbereich
Eine altersadäquate Entwicklung der Sprachkompetenzen in Deutsch gilt als Schlüsselkompetenz für die aktive Teilhabe in unserer Gesellschaft. Die Unterstützung der Kinder bei ihrer sprachlichen Entwicklung zählt somit zu den wesentlichen Aufgaben von Akteurinnen und Akteuren in Bildungsinstitutionen. Gerade der frühen Sprachförderung kommt insofern eine große Bedeutung zu, da dadurch erhofft wird, an der Schaffung von Chancengerechtigkeit hinsichtlich der bevorstehenden Bildungslaufbahn positiv mitzuwirken
Sprachenvergleiche im Unterricht
Obwohl die Bildungsstandards, die Lehrpläne sowie Fachliteratur eine Einbeziehung von Mehrsprachigkeit in den Unterricht einstimmig fordern, bieten approbierte Lehrwerke nur wenige und zugleich recht unterschiedliche Vorschläge dazu, wie dieses heute so wichtige Thema im Deutsch- und DaZ-Unterricht gewinnbringend, d. h. im Sinne der Förderung eines Sprach(en)bewusstseins, einbezogen werden kann
Im Interview: Jutta Rymarczyk
Die Forschungsgebiete unserer Interviewpartnerin Frau Prof. Dr. Rymarczyk umfassen u. a. Bilingualen Sachfachunterricht für die Primar- und Sekundarstufe. Ferner untersucht sie den simultanen Schriftspracherwerb Deutsch-Englisch ab Klasse 1, was eng verknüpft ist mit der Erforschung der Frage, wie Grundschullehrpersonen die ersten englischen Schreibversuche von Kindern korrigieren
Wege zu einer kindzentrierten Schulpraxis
Diese Masterarbeit untersucht die Potenziale und Grenzen der Montessori-Pädagogik im Kontext des österreichischen Regelschulsystems. Ziel der Studie ist es, zu analysieren, inwiefern dieses reformpädagogische Konzept kindzentrierten Unterricht fördert und welche Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag entstehen. Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden vier qualitative Interviews mit Lehrpersonen durchgeführt, die über eine abgeschlossene Montessori-Ausbildung verfügen und die Grundprinzipien dieser Pädagogik aktiv in ihrem Unterricht anwenden. Alle befragten Lehrpersonen arbeiten im Regelschulkontext, orientieren sich jedoch in unterschiedlichem Ausmaß an der Montessori-Pädagogik. Dadurch konnten vielfältige Perspektiven auf Chancen und Grenzen der Implementierung gewonnen werden. Auf Grundlage theoretischer Analysen und empirischer Ergebnisse konnten zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Die Befunde zeigen, dass die Prinzipien der Montessori-Pädagogik insbesondere Individualisierung, Selbstständigkeit, handlungsorientiertes Lernen und intrinsische Motivation begünstigen. Gleichzeitig erschweren strukturelle Rahmenbedingungen – wie große Klassen, enge curriculare Vorgaben und begrenzte Ressourcen – eine konsequente Umsetzung im Regelschulkontext. Die Arbeit liefert praxisnahe Erkenntnisse, die Impulse für die Weiterentwicklung kindzentrierter Unterrichtsformen geben und dazu beitragen können, lernförderliche und partizipative Schulumgebungen nachhaltig zu gestalten
Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext
Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext befasst sich mit den Grundlagen der Konflikt- und Kommunikationsdefinition sowie den verschiedenen Kommunikationsformen. Konflikte werden als unvermeidbare, aber lösbare Interaktionen zwischen Individuen oder Gruppen definiert, während Kommunikation der Prozess des Austauschs von Informationen ist. Zu den Formen der Kommunikation zählen verbale, nonverbale und schriftliche Kommunikation. Theoretische Konzepte, wie Eskalationsstufen, die fünf Grundsätze der Kommunikation nach Watzlawick, das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun, das Kommunikationsquadrat und die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg, bieten fundierte Ansätze zur Analyse und Lösung von Konflikten. Weitere relevante Aspekte sind Kommunikationsstrategien, Konfliktebenen, Konfliktarten und Konfliktursachen. Zentrale Fragestellungen sind: Wie Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext definiert und praktiziert wird, welche Auswirkungen verbesserte Konfliktkommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen auf das Schulklima und das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler hat und welche präventiven Ansätze und Interventionen Konflikte zwischen Eltern und Lehrpersonen reduzieren können.
Effektive Konfliktkommunikation im Primarstufenkontext ist durch klare
Kommunikationsansätze und kooperative Interaktionen zwischen Eltern und Lehrpersonen gekennzeichnet. Weiters wird angenommen, dass verbesserte Konfliktkommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen zu einem positiven Schulklima und einem gesteigerten Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler führt. Auch wird vermutet, dass präventive Ansätze und Interventionen, die auf die Förderung von Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen abzielen, Konflikte effektiv reduzieren können. Prävention umfasst dabei spezifische Schulungen, regelmäßige Kommunikation und kooperative Problemlösungsansätze. Diese Hypothesen unterstreichen die Bedeutung einer strukturierten und kooperativen Konfliktkommunikation im Primarstufenbereich und zeigen auf, wie solche Ansätze zur Verbesserung des Schulklimas und des Wohlbefindens der Schülerinnen und Schüler beitragen können
Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Belastung, Belastungsempfinden und Copingstrategien von Lehrpersonen einer Vorarlberger Volksschule“. Die eingehende Auseinandersetzung mit Belastungsfaktoren, individuellen Bewältigungsmustern und Belastungsreaktionen ist von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte. Trotz der Vielzahl an belastenden Faktoren sollte es möglich sein, angemessen mit diesen umzugehen, um die eigene Gesundheit zu bewahren und Freude an der Berufsausübung zu empfinden.
Im empirischen Teil der Arbeit wurden sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden eingesetzt, um diese Thematik umfassend zu untersuchen. Der Einsatz eines Fragebogens diente dazu, Grundinformationen und belastende Faktoren quantitativ zu erfassen. Parallel dazu ermöglichten Interviews tiefere Einblicke in die individuellen Erfahrungen und Bewältigungsstrategien der Lehrkräfte. Diese Methodenkombination gewährleistete eine umfassende Analyse der Belastung und der entsprechenden Reaktionen der Lehrkräfte.
Das Ziel dieser Forschung besteht darin, die Belastungsfaktoren sowie die persönlichen Copingstrategien der Lehrkräfte an diesem Schulstandort zu identifizieren. Die qualitative Analyse ergab, dass viele Lehrkräfte sowohl körperlich als auch psychisch stark beansprucht sind. Zu den größten Belastungsfaktoren zählen das Verhalten schwieriger Schüler und Schülerinnen sowie die Diversität innerhalb der Klassen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Unterstützungssysteme und Ressourcen sowohl auf schulischer als auch auf institutioneller Ebene notwendig sind, um die Lehrpersonen in ihrer wichtigen Rolle zu entlasten und ihre Motivation langfristig zu sichern