Religionspädagogische Beiträge (E-Journal)
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Christian-Islamic Religious Education through Team Teaching: Further development of local theories for interreligious didactics in the sense of Design Research
Im Beitrag wird der Forschungsfrage nachgegangen, welche Chancen und Herausforderungen die Lehrenden von religionskooperativen Unterrichtseinheiten (katholisch, evangelisch, islamisch) bezüglich des spezifischen Settings des Teamteachings erkennen. Ihre Perspektiven auf das Projekt, das in das Forschungsformat der Fachdidaktischen Entwicklungsforschung eingebettet ist, wurden in einer reflektierenden Gruppendiskussion nach den Unterrichtssequenzen erhoben. Die Ergebnisse zeigen unter anderem die Notwendigkeit vertrauensbildender Maßnahmen, gemeinsamer Zielklärungen sowie der Rollenklärung und -verteilung vor dem als sehr anspruchsvoll wahrgenommenen Teamteaching. Interkonfessionelle Unterschiede traten zugunsten interreligiöser Unterschiede in den Hintergrund.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem die Notwendigkeit vertrauensbildender Maßnahmen, gemeinsamer Zielklärungen sowie der Rollenklärung und -verteilung vor dem als sehr anspruchsvoll wahrgenommenen Teamteaching. Interkonfessionelle Unterschiede traten zugunsten interreligiöser Unterschiede in den Hintergrund.The article addresses the research question of what opportunities and challenges the teachers of interreligious teaching units (Catholic, Protestant, Islamic) recognize regarding the specific setting of team teaching. Their perspectives on the project, which is embedded in the research format of Design Research, were gathered in a reflective group discussion after the teaching sequences. The results highlight, among other things, the necessity of trust-building measures, joint goal clarifications, and the clarification and distribution of roles prior to the team teaching, which was perceived as very demanding. Interconfessional differences receded in favor of interreligious differences
Perception of positionality in religious education: Effects of a training module on the positionality skills of trainee religious education teachers in Hamburg
Die Studie untersucht die globalen Effekte eines Ausbildungsmoduls zur Förderung der Positionalitätsfähigkeit von Religionslehrkräften im Vorbereitungsdienst in Hamburg. Positionalität – verstanden als die Fähigkeit, die eigene religiöse Haltung im Unterricht transparent und reflektiert einzubringen – ist im religionspädagogischen Diskurs theoretisch und normativ weitgehend anerkannt, es fehlen bislang aber empirische Studien zu konkreten Maßnahmen, wie diese Kompetenz tatsächlich gefördert werden kann. Letzterem widmet sich die vorliegende Studie. Dazu wird ein Prä-Post-Design mit 104 Lehramtsanwärter:innen herangezogen, die ein dreiteiliges Online-Modul durchliefen. Das Online-Modul basiert auf dem Hamburger Positionalitätsmodell, das zur Auseinandersetzung mit Fragen der Zugehörigkeit, der Authentizität, der Repräsentation und der Dialogoffenheit anregt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einschätzung der Teilnehmenden gegenüber Positionalität einer Lehrperson im Religionsunterricht bereits vor dem Modul weitgehend dem Ideal des RUfa 2.0 entsprach: Sie befürworteten eine transparente, nicht-überwältigende Positionierung der Lehrkraft und lehnten indoktrinierende Ansätze ab. Darüber hinaus veränderte sich die Wahrnehmung dieser Positionalität deutlich: Während vor dem Modul eine dichotome Unterscheidung zwischen dem Zeigen und Vermeiden von Positionalität dominierte, differenzierten die Teilnehmenden danach zwischen sprachlichen, performativen und kritischen Ausdrucksformen. Dies deutet auf ein geschärftes Problembewusstsein und eine reflexivere Haltung hin. Die Studie liefert damit erste empirische Hinweise darauf, dass gezielte Ausbildungsmodule die Positionalitätsfähigkeit fördern können – insbesondere in pluralen Unterrichtssettings wie dem RUfa 2.0.This study examines the effects of a training module designed to enhance the ability to take position of trainee religious education teachers in Hamburg. Positionality — understood as the ability to transparently and reflectively integrate one’s own religious stance into teaching — is widely recognized in religious pedagogy at both theoretical and normative levels. However, empirical studies on concrete measures to effectively promote this competence are lacking. This study addresses that gap. Using a pre-post design, 104 trainee teachers completed a three-part online module. The module is based on the Hamburg Positionality Model, which encourages engagement with questions of belonging, authenticity, representation, and openness to dialogue. The results show that participants’ attitudes toward positionality of teachers in religious education already largely aligned with the ideals of RUfa 2.0 before the module: They supported transparent, non-overwhelming positioning by teachers and rejected indoctrinating approaches. Furthermore, participants’ perception of positionality changed significantly: While a dichotomous distinction between displaying and avoiding positionality dominated before the module, afterward, participants differentiated between linguistic, performative, and critical forms of expression. This suggests a heightened awareness of the phenomenon and a more reflective stance. The study thus provides initial empirical evidence that targeted training modules can foster positionality competence
Learning environments, life course, and curricular relevance? : On the relationship between religious education and religious didactics
Ausgehend von der These, dass in der Religionspädagogik als eine auf Praxis bezogene Wissenschaft sich ein ‚Doing wissenschaftliche Religionspädagogik‘ ganz unterschiedlich konturiert, werden vier Verhältnisbestimmungen von Religionspädagogik und Religionsdidaktik ausdifferenziert und erörtert. Diese gehen aus von Handlungsfeldern, der Theologizität, Fachdidaktikverständnissen sowie der Methodologie. Dabei wird jeweils aufgezeigt, wie sich das Verhältnis von Religionspädagogik zu Religionsdidaktik darstellt, wie sich dieses Verhältnis auch nicht harmonisieren lässt und welche Diskrepanzen in Form von offenen Rändern, fließenden Übergängen, Außenposten sowie zweiten Standbeinen bestehen (können). Dabei zeigt sich, dass von einem produktiv spannungsreichen Verhältnis von Religionspädagogik zu Religionsdidaktik auszugehen ist, wobei die Religionsdidaktik sowohl eine verbindende Position als auch eine ‚Außenpostenposition‘ einnimmt.
Religionspädagogik wird bestimmt als wissenschaftliche Disziplin, die eine Theorie religiöser Bildung, Erziehung und Sozialisation darstellt und als eine auf das Subjekt bezogene Disziplin lernortübergreifend und lebenslaufbegleitend das Zusammenspiel der damit verbundenen Teildisziplinen im Blick behält. Religionsdidaktik ist damit die Teildisziplin innerhalb der Religionspädagogik, die religiöse und religionsbezogene Lernprozesse wahrnimmt, reflektiert und entwirft. Religionsdidaktik lässt sich jedoch nicht einem Lernort oder einer Lebensphase zuordnen, sondern durchdringt als eine Grundierung die Religionspädagogik als Ganze.Based on the hypothesis that since religious education is strongly related to practice, “doing scientific religious education” is contoured in very different ways. Four definitions of the relationship between religious education and religious didactics are differentiated and discussed. These are based on fields of action, theological dimensions, understandings of didactics and methodology. In each case, it is shown how the relationship between religious education and religious didactics is constituted and which discrepancies can exist in the form of open edges, fluid transitions, outposts and second pillars. It can therefore be assumed that the relationship between religious education and didactics of religion is productively tense, with the latter occupying a connecting position on the one hand and an \u27external position\u27 on the other. Religious education is defined as an overall academic discipline that represents a theory of religious education, upbringing and socialization and, as a discipline related to the subject, keeps an eye on the interplay of the associated sub-disciplines across learning environments and throughout the life course. Religious didactics is thus the sub-discipline within religious education that perceives, reflects and designs religious and religion-related learning processes. However, religious didactics cannot be assigned to a singular place of learning or a specific phase of life, but permeates all topics in religious education
Fritsche, Tobias (2024). Jugendkirche als Gemeinde. Subjektive Theorien junger Menschen und kirchentheoretische Dimensionen. Stuttgart: W. Kohlhammer. ISBN 978-3-17-044939-8. 301 Seiten.
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Reiner, Martina (2025). Religiöse Aneignung bei Jugendlichen. Sozialwissenschaftliche Perspektiven. Bielefeld: transcript. ISBN: 9783837675511. 352 Seiten.
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Dealing with heterogeneity in religious education : attitudes of religious education teachers and their significance for heterogeneity-sensitive religious learning processes with art
Der Beitrag untersucht die Einstellungen von Religionslehrkräften zu Heterogenität und Kunst. Basierend auf halbstrukturierten Interviews werden affektive, kognitive und konative Dimensionen der Einstellungen analysiert, um deren Einfluss auf heterogenitätssensible Unterrichtspraktiken zu bewerten. Die Lehrkräfte äußern eine grundsätzliche Wertschätzung von Vielfalt und Kunst, verbunden mit einer Absenkung kognitiver Anforderungen. Gleichzeitig werden soziale Ungleichheiten und persönliche Herausforderungen bei religiösem Lernen im Allgemein sowie bei der Kunsterschließung im Speziellen selten kritisch reflektiert. Bei der Interpretation von Unterrichtsprozessen zeigt sich, dass differenzierte Einstellungen zu lernförderlicheren Unterrichtsmustern beitragen können. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von professioneller Reflexion im Umgang mit Heterogenität.This article examines the attitudes of religious education teachers towards heterogeneity and art. Based on semi-structured interviews, affective, cognitive and conative dimensions of attitudes are analyzed to assess their influence on heterogeneity-sensitive teaching practices. Teachers express a fundamental appreciation of diversity and art, combined with a lowering of cognitive demands. At the same time, social inequalities and personal challenges in religious learning in general and in the exploration of art in particular are rarely critically reflected upon. When interpreting teaching processes, it becomes obvious that differentiated attitudes can contribute to teaching patterns that are more conducive to learning. The results highlight the importance of professional reflection in dealing with heterogeneity
Islamic Religious Schooling: The North American Context
In den vergangenen Jahren wurde in unterschiedlichen fachdidaktischen Diskursen mit großem Engagement über den Begriff der Kontroversität nachgedacht. Diese Aussage lässt sich zweifelsfrei auch auf die Religionspädagogik übertragen, wobei die Beschäftigung mit diesem Thema bislang noch eher punktuell und wenig systematisch erfolgt. Der Artikel gibt einen Einblick in die aktuelle religionspädagogische Diskussion. Der Fokus liegt dabei auf aktuellen Unterscheidungen, didaktischen Strategien und empirischen Forschungsergebnissen. Auf diesem Hintergrund werden sowohl analytische Ansatzpunkte zum Verständnis des Kontroversitätsmangels im Religionsunterricht als auch weiterführende Perspektiven zur Überwindung dieses Mangels diskutiertIn recent years, the concept of Controversiality has been the subject of much discussion in various didactic discourses. This statement can undoubtedly also be applied to religious education, although the study of this topic has so far been rather selective and not very systematic. The article provides an insight into the current discussion in religious education. The focus is on current distinctions, didactic strategies and empirical research results. On this basis, analytical starting points for understanding the lack of controversy in religious education as well as further perspectives for overcoming this lack are discussed
Beiner, Jens (2024). Was für Jungen Sinn ergibt. Emotionale Schlüsselerfahrungen als Weg zu einer gendersensiblen Religionsdidaktik für Jungen (Religionspädagogik innovativ 59). Stuttgart: Kohlhammer. ISBN 978-3-17-044710-3. 344 Seiten.
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Controversiality?! : Structural Problems and Didactic Design Options in RE
In den vergangenen Jahren wurde in unterschiedlichen fachdidaktischen Diskursen mit großem Engagement über den Begriff der Kontroversität nachgedacht. Diese Aussage lässt sich zweifelsfrei auch auf die Religionspädagogik übertragen, wobei die Beschäftigung mit diesem Thema bislang noch eher punktuell und wenig systematisch erfolgt. Der Artikel gibt einen Einblick in die aktuelle religionspädagogische Diskussion. Der Fokus liegt dabei auf aktuellen Unterscheidungen, didaktischen Strategien und empirischen Forschungsergebnissen. Auf diesem Hintergrund werden sowohl analytische Ansatzpunkte zum Verständnis des Kontroversitätsmangels im Religionsunterricht als auch weiterführende Perspektiven zur Überwindung dieses Mangels diskutiert.In recent years, the concept of Controversiality has been the subject of much discussion in various didactic discourses. This statement can undoubtedly also be applied to religious education, although the study of this topic has so far been rather selective and not very systematic. The article provides an insight into the current discussion in religious education. The focus is on current distinctions, didactic strategies and empirical research results. On this basis, analytical starting points for understanding the lack of controversy in religious education as well as further perspectives for overcoming this lack are discussed