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Einfluss des Einsatzes von privaten Sicherheitsdienstleistern auf die subjektive Sicherheit von Bahnreisenden
Die Umfrageergebnisse unter Reisenden im Berliner Hauptbahnhof geben Aufschluss über den Einfluss von Sicherheitskräften auf das Verhalten der Befragten an Bahnhöfen. Die Mehrheit der Befragten (58,3 %) gab an, dass sich ihr Verhalten durch die sichtbare Präsenz von Sicherheitskräften nicht ändert. Für einen geringeren, aber dennoch relevanten Teil der Befragten gibt es jedoch eine Verhaltensänderung:
•22,2 % nutzen bestimmte Bereiche gezielter oder häufiger.
•18,1 % meiden bestimmte Bereiche eher.
Dies deutet darauf hin, dass die Präsenz von Sicherheitspersonal für eine Minderheit entweder dazu führt, dass sie sich in bestimmten Bereichen sicherer fühlen und diese aufsuchen, oder dass sie andere Bereiche meiden, möglicherweise weil sie dort trotz oder wegen der Präsenz ein höheres Risiko wahrnehmen oder weil die Präsenz für westeuropäisch sozialisierte Menschen erst auf Unsicherheiten hinweist.
Auf die Frage, ob sich die Befragten sicherer fühlen, wenn sie Sicherheitspersonal in ihrer Nähe sehen, zeigt sich ein geteiltes Bild mit einem Hang zur positiven Beeinflussung. Von 72 Befragten gaben 23 eine 4 und 10 eine 5 (auf einer Skala von 1 „gar nicht“ bis 5 „sehr viel“) an, was bedeutet, dass sich insgesamt 33 Personen (45,8 %) mäßig bis sehr viel sicherer fühlen. Dies unterstreicht, dass die Anwesenheit von Sicherheitspersonal das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Menschen positiv beeinflusst.
Die Umfrage zeigt auch, in welchen Situationen die Anwesenheit von Sicherheitskräften das Verhalten der Menschen dahingehend beeinflusst, dass sie diese ansprechen würden:
•Die höchste Bereitschaft, Sicherheitskräfte anzusprechen, besteht bei medizinischen Notfällen (75,0 %).
•Ebenfalls sehr hoch ist die Bereitschaft, wenn man Zeuge eines Konflikts oder Vorfalls wird (68,1 %).
•54,2% würden Sicherheitskräfte bei auffälligem oder störendem Verhalten anderer Personen ansprechen.
•52,8 % würden sie ansprechen, wenn sie sich unsicher fühlen.
•Hinzu kommen Anliegen wie Orientierungs- oder Wegbeschreibungen (47,2 %) und Probleme mit Fahrkarten oder Automaten (29,2 %).
Nur eine sehr kleine Minderheit von 4,2 % würde grundsätzlich keine Sicherheitskräfte ansprechen. Dies belegt, dass Sicherheitskräfte als wichtige Ansprechpartner in vielfältigen Situationen wahrgenommen werden, was das Verhalten der Personen im Bahnhofsumfeld beeinflusst, indem es ihnen einen direkten Kanal für Hilfe und Intervention bietet.
Die Häufigkeit der Wahrnehmung privater Sicherheitskräfte ist nicht durchweg hoch: Nur 4,2 % sehen sie „immer“, und 20,8 % „häufig“. Die Mehrheit nimmt sie „manchmal“ (36,1 %) oder "selten" (27,8 %) wahr. Diese eher geringe Sichtbarkeit könnte dazu beitragen, dass sich das Verhalten der meisten nicht ändert.
Das Vertrauen in die Kompetenz des Sicherheitspersonals ist gemischt: 36,1 % der Befragten haben ein hohes Vertrauen (Skala 4 oder 5), während 29,2 % ein geringes Vertrauen (Skala 1 oder 2) haben. Die größte Gruppe (23 Personen) wählte die neutrale Antwortoption.
Die Dienstkleidung spielt eine Rolle bei der Einschätzung der Kompetenz: Für 45,8 % der Befragten trägt sie stark (Skala 4 oder 5) zur Kompetenzeinschätzung bei. Interessanterweise wünschen sich 38,9 %, dass die Dienstkleidung deutlicher als „sicherheitsbezogen“ erkennbar sein sollte, während 20,8 % sie als weniger bedrohlich empfinden möchten und 22,2 % sie so belassen würden, wie sie ist. Eine klarere Kennzeichnung könnte die Wahrnehmung der Sicherheitskräfte und damit indirekt das Sicherheitsgefühl und Verhalten beeinflussen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Präsenz von Sicherheitspersonal das Verhalten der Mehrheit der Bahnhofsnutzer nicht grundlegend ändert, aber sie trägt deutlich zum Sicherheitsgefühl bei und beeinflusst die Bereitschaft, in Notfällen oder bei Problemen aktiv Hilfe zu suchen. Die Sichtbarkeit, das Vertrauen in die Kompetenz und das Erscheinungsbild der Dienstkleidung sind dabei wichtige Faktoren
Das "Gesetz zur Bekämpfung missbräuchlicher Ersteigerungen von Schrottimmobilien": Juristische Analyse der gerichtlichen Verwaltung nach § 94a ZVG und Bewertung alternativer Ansätze
Mit der Einführung des § 94a ZVG sollen laut dem Gesetzestitel missbräuchliche Ersteigerungen von Schrottimmobilien bekämpft werden.
Zu diesem Zweck gewährt die Vorschrift Gemeinden das Recht, eine gerichtliche Verwaltung von ersteigerten Schrottimmobilien auf Kosten des Erstehers zu erzwingen, bis dieser sein Gebot geleistet hat. Dieses Recht steht den Gemeinden unabhängig von einer eigenen Gläubigerstellung bei Zwangsversteigerungen zu, die nach dem 01.01.2025 angeordnet wurden.
Der politische Wille, welcher der Vorschrift des § 94a ZVG zugrunde liegt, erscheint angesichts des ungesicherten Nutzen-Lastenwechsels zunächst nachvollziehbar. Anders als der Gesetzestitel suggeriert, verfolgt die Vorschrift jedoch primär das öffentlich-rechtliche Ziel der Beseitigung städtebaulicher Missstände durch Schrottimmobilien.
Die Verortung im Zwangsvollstreckungsrecht ist daher systemwidrig. Die Einführung der neuen Regelung war zudem nicht erforderlich, da die bereits zuvor bestehenden Befugnisse der Gemeinden zur effektiven Handhabung von Schrottimmobilien ausreichend gewesen sind. Je nach Anwendungsart bzw. -häufigkeit, kann § 94a ZVG in der Praxis negative Auswirkungen haben. Insgesamt sprechen gute Argumente dafür, die Vorschrift wieder aufzuheben
Das Konzept eines gelungenen und sicheren Fanmarsches in Berlin
Fanmärsche sind als Forschungsgegenstand relevant, da bei ihnen Interessengruppen mit unterschiedlichen Zielen im Spannungsfeld zwischen der uneingeschränkten Ausübung der Fankultur und der Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung aufeinandertreffen. Ziel der Arbeit ist es, Handlungsempfehlungen für die Gestaltung sicherer und gelungener Fanmärsche für die Berliner Polizei und ihre Partner*innen im Sicherheitsnetzwerk zu entwickeln. Der Schwerpunkt lag auf der Identifikation der Akteure sowie ihrer unterschiedlichen und gemeinsamen Interessen. Darüber hinaus wurden Hindernisse sowohl auf Seiten der Fußballfans als auch auf Seiten der Polizei untersucht, die einen sicheren und gelungenen Fanmarsch erschweren. Als Lösungsansatz wurde ein Konzept mit Handlungsempfehlungen in Anlehnung an das Public Order Management entwickelt
Religiöse Deutungen der COVID-19-Pandemie aus Sicht von Kindern in Ghana und Deutschland
Dieser Artikel basiert auf qualitativen Interviews mit 34 Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren, die in Deutschland und Ghana leben und verschiedenen religiösen Gruppen angehören oder sich als Atheist:innen identifizieren. Aus einer konstruktivistischen Perspektive, die Kinder als (religiöse) Akteur:innen in ihren Lebenswelten betrachtet, wird analysiert, wie sie die COVID-19-Pandemie und die öffentlichen Schutzmaßnahmen im Hinblick auf religiöse und säkulare Deutungsmuster interpretieren und wie sie diese Interpretationen mit der Nutzung religiöser und gesundheitlicher Praktiken als Bewältigungsstrategien in der Pandemie verknüpfen
Welcome, new brand colleague! A conceptual framework for efficient and effective human–AI co-creation for creative brand voice
The rapid advancement of artificial intelligence (AI) capabilities has extended into creative realms, presenting opportunities for creative collaboration between human brand professionals and AI in support of brand voice efforts. However, there remains little clarity regarding the implementation of this creative interaction. With a conceptual approach, the current research proposes a three-level framework of human–AI co-creation for creative brand voice that highlights key factors that can facilitate brand efficiency and effectiveness at the individual (AI task roles, co-creation teaming, knowledge and skills), organisational (infrastructure and brand voice database, socialisation), and societal (responsibility and accountability, AI transparency, brand voice copyright) levels. Each level presents different challenges and insights. At the individual level, it is critical to consider operational processes; at the organisational level, managing the interactions is key; and at the societal level, external influences must be accounted for, to manage the brand. This research contribution in turn offers theoretical guidance, aligned with a high-level brand management perspective, on how to pursue efficiency and effectiveness at three defined levels, as well as relevant avenues for further research
Child Abuse and Men’s Sexual Victimization and Aggression in Intimate Relationships
Purpose
This study examined pathways from sexual, physical, and emotional abuse in childhood to men’s sexual aggression in intimate relationships in adolescence and early adulthood, both as victims and perpetrators.
Methods
The online study employed a three-wave longitudinal design with twelve-month intervals (T1-T3) including 1,010 male university students in Germany (mean age of 21.4 years at T1). At T1, participants completed measures of sexual, physical, and emotional abuse in childhood (before the age of 14 years). Reports of sexual aggression in intimate relationships as victims and perpetrators were collected since the age of consent (14 years; T1) or in the last 12 months (T2 and T3, respectively) using the Sexual Aggression and Victimization Scale (SAV-S). Path analysis was used to examine direct and indirect associations between childhood abuse and sexual aggression.
Results
Childhood sexual, physical, and emotional abuse predicted sexual victimization by an intimate partner directly at T1 and indirectly at T2 via T1 victimization and at T3 via victimization at T1 and T2. Sexual and physical abuse predicted sexual aggression perpetration against an intimate partner at T1 and indirectly at T2 via perpetration at T1 and at T3 via perpetration at T1 and T2. Emotional abuse was unrelated to sexual aggression perpetration.
Conclusions
As predicted, men’s experiences of childhood abuse were associated with an elevated vulnerability to sexual victimization by an intimate partner and a higher risk of engaging in sexual aggression perpetration against an intimate partner. The implications of the findings for prevention efforts are discussed
Wen schützen Body-Cams?
Innerhalb von 15 Jahren sind Body-Cams international zur polizeilichen Standardausstattung avanciert. Aktuell zeichnet sich in Deutschland zudem die Einführung von Body-Cams in kommunalen Ordnungsämtern, bei Zugpersonal mit Kontroll- und Ordnungsaufgaben, Feuerwehren und Rettungsdiensten ab. Aus der Sicherheitswirtschaft kommen ebenfalls Forderungen nach einer Einführung dieses Einsatzmittels.
Die Begründung für die Einführung von Body-Cams in Deutschland beruht im Kern auf zwei Argumenten: Die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft steigt und Body-Cams schützen Polizeibeamt*innen und die in den genannten Bereichen Beschäftigten wirksam vor verbalen und körperlichen Angriffen. In den USA war dagegen die Annahme, dass Body-Cams die Bürger*innen vor übermäßiger Polizeigewalt schützen würden, für deren flächendeckende Einführung wesentlich.
Das Papier hinterfragt solche Begründungsnarrative und befasst sich im ersten Teil mit der Kontextualisierung und dem Umfang der Nutzung von Body-Cams durch Polizeien in den USA, im Vereinigten Königreich und in Deutschland. Der zweite Teil adressiert die Wirkungen dieses Einsatzmittels. Schützen Body-Cams Polizeikräfte und/oder Bürger*innen vor Gewalt? Sind eventuelle Schutzeffekte voraussetzungslos oder werden sie nur unter bestimmten Rahmenbedingungen erreicht, gibt es gegenfinale Wirkungen?
Grundlage des Papiers ist der aktuelle Forschungsstand. Ziel ist die stärkere Beachtung wissenschaftlicher Evidenz im Zusammenhang mit einer möglichen Ausweitung der Nutzung von Body-Cams in Deutschland
The rule of law under permanent pressure and the compensatory role of external accountability: A comparative study of independent police complaints bodies
Even in well-developed rule of law systems such as Canada, Germany, France, Japan or the UK, where public administration is bound to the law and citizens have the option to challenge public action or decisions before the courts, misconduct such as the excessive use of powers occurs in the public sector. This is particularly the case in the areas of core state powers, such as policing, where such misconduct constitutes a permanent challenge for the rule of law. Therefore, many countries have established independent accountability bodies such as ombudsman institutions, the French Défenseur des Droits, the Independent Office for Police Conduct for England and Wales, various Beauftragte in Germany or police complaints bodies in Canada.
The paper analyses the relationship between the rule of law and the work of these oversight bodies. From a comparative perspective, it asks to what degree conceptual differences between the rule of law, the État de Droit and the Rechtsstaat influence the role of external accountability bodies, specifically in the case of policing. Building upon empirical data stemming from a research project that has been jointly carried out by several of the authors, it demonstrates that the ‘grey check’ (Brodeur) that politics tend to attribute to police agencies with legal bases that open a broad margin of police discretion may lead, from the perspective of the rule of law, to problematic deficits that external accountability bodies may partly compensate
Interdisciplinary Security Aspects of Next-Generation Wireless Networks and Systems: BEiNG-WISE: State of Research and Future Research Steps
Next-Generation Wireless Networks and Systems (NGWN-Ss) are foundational to realizing a seamlessly connected world, unlocking transformative services and applications. However, the pervasive connectivity of NGWN-Ss introduces complex and new challenges in cybersecurity and privacy. Key concerns include the vast volumes of data exchanged, evolving user interactions with advanced technologies, and the increasing sophistication of cybercriminals utilizing these technologies for malicious purposes. The BEiNG-WISE Action highlights critical gaps in technologies, legislation, ethical considerations, and the integration of user-centric perspectives into technological development. Current regulatory frameworks lag behind the rapid pace of technological advancement, often neglecting the intricate needs of endusers. During the first year of collaborative efforts, the WGs identified key interdependencies across technical, legal, and sociological dimensions, underscoring the need for multidisciplinary approaches to address cybersecurity challenges comprehensively. This document synthesizes findings from various domains, ranging from the technical evolution of wireless systems (WG1) and the sociological dynamics of cybercrime (WG2) to innovative cybersecurity frameworks (WG3) and user-centered methodologies (WG4). A central theme is the interplay between advanced technology, human factors, and the evolving legal landscape (WG5). The chapters explore these connections and provide a foundation for re-imagining cybersecurity through a holistic, responsible-by-design approach. By integrating human, ethical, and regulatory dimensions, this work sets the foundations for novel cybersecurity solutions that balance technological innovation with societal impact
Key Success Factors in the attainment of funds for the implementation of Renewable Energy solutions for SMMEs in South Africa
One of the key factors for reducing South Africa's reliance on fossil fuels and in addition, addressing the energy crisis and accelerate economic growth, is to ensure rapid and meaningful adoption of Renewable Energies. The need to have an inclusive approach requires that SMMEs, which are the backbone of the economy and contribute a large percentage of the Carbon Footprint (Alam et al., 2002) are not left behind in this transition. The South African National Development Plan approximates that 90% of the 11 million jobs are expected to come from the estimated 3.2 million SMMEs and 43,062 Co-operatives (DSBD, 2023).
Access to funding has been identified as one of the biggest barriers for SMMEs (in general business and in RE transition in particular) for participation, with many other challenges such as inadequate understanding of financial products, lack of government incentives, and other institutional barriers (Nxele and Hoque, 2022).
It is, therefore, critical to gain an understanding of the factors that determine successful attainment of funds and how these can be implemented to assist South African SMMEs in securing funding and successfully transitioning towards sustainable energy solutions