Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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Adelsgrabmäler des Quattrocento in Neapel
Die vorliegende Arbeit behandelt das Phänomen sozialer Gruppenbildung anhand ihrer materiellen Zeichensetzungen im vormodernen Stadtraum von Neapel. Es geht darum zu zeigen, dass an den in der Forschung immer noch wenig bekannten neapolitanischen Adelsgrabmälern nicht nur der aus dem Herrschaftswechsel von den Anjou zu den Aragon (1442) resultierende politische und soziale Wandel, sondern vor allem die differenzierte Selbst- und Fremdwahrnehmung ihrer Auftraggeber evident wird. Die grundlegende These meiner Dissertation ist, dass dieses sozial differenzierte Selbstverständnis der Adligen formbildend für ihre Grabmäler sowie entscheidend für deren Standortwahl in der Residenzstadt wurde.
Die Arbeit zielt demzufolge nicht darauf ab, einen umfassenden Katalog aller aus dem 15. Jahrhundert rekonstruierbarer Adelsgrabmäler Neapels zu liefern. Es geht vielmehr darum, anhand ausgewählter Beispiele das Gruppenbewusstsein und die Netzwerkbildungen, aus denen sich die Standortwahlen und Formfindungsprozesse entwickelten, in der Reflexion von Altem und Neuem – sowohl der adligen Auftraggeber als auch ihrer Monumente – herauszuarbeiten. Darüber hinaus sind mithilfe der Standortbestimmung sowie der Form- und Stilanalyse die Selbstinszenierungsstrategien ihrer Auftraggeber zu untersuchen, die sich aus den persönlichen Interessen inmitten eines sich wandelnden sozialen Gruppenverständnisses ergaben. Es soll gezeigt werden, dass es sich um ein Oszillieren zwischen der Visualisierung eines lokal spezifischen Gruppenbewusstseins und dem Bedürfnis nach Selbstinszenierung Einzelner handelt, welches verstärkt in Zeiten politischer und sozialer Umbrüche auftritt
Skeleton of hero World War III carrier pigeon found in the cloud with a secret message still attached to its leg (and now Utah Data Center are trying to crack the code)
Seit den Enthüllungen Edward Snowdens im Jahr 2013 hat sich die Brieftaube als das grafische Konzept etabliert, umfassenden und dauerhaften Verlust informationeller Selbstbestimmung zu symbolisieren. Seither zumindest kursieren ironisch gemeinte Bilder und Bemerkungen zur Rückkehr der Brieftaube als abhörsicherer Netzwerktechnologie. Kurz: als Mem ist die Brieftaube für die sogenannte globale Überwachungs- und Spionageaffäre das, was die Katze für das Web ist.
Eine Gruppe von Studierenden der Visuellen Kommunikation an der Universität der Künste Berlin erforschte im Wintersemester 2013/14 aus einer Design-Perspektive das Image der Brieftaube als Teil des militärisch-industriellen Komplexes (Seminarleitung: Martin Conrads und Franziska Morlok). Ergebnis war die Gestaltung eines virtuellen Taubenschlags in der öffentlich einsehbaren Vitrine der Galerie „designtransfer“ (UdK Berlin). Die Ausstellung fand, in fünf Folgen unterteilt, Anfang 2014 statt und war Teil des „Vorspiel“-Rahmenprogramms der transmediale 2014 afterglow und des CTM-Festivals. Die Arbeiten wurden nun in dieser PDF-Dokumentation erstmals offline zusammengeführt. Zusätzlich stellen von den Beteiligten verfasste Texte aus unterschiedlichen Perspektiven Zusammenhänge zur Ideologie der Kontrollgesellschaft her.
Das Layout dieser PDF-Publikation ist für Tablet-Computer optimiert. Die Form, in der Texte und Bilder im Layout wiedergegeben werden, entspricht dabei einem Blick auf das NSA-Utah Data Center aus der Vogelperspektive. Der Titel bezieht sich auf eine Zeitungsschlagzeile aus dem Jahr 2012: „Skeleton of hero World War II carrier pigeon found in chimney with a secret message still attached to its leg (and now Bletchley Park are trying to crack the code)“.
Gestaltung: Martin Conrads, Franziska Morlo
Ueber den Unterricht in der Kunst in Bezug auf die neuesten Fortschritte in der derselben mit besonderer Rücksicht auf Berlin
Sound as a Model of Time
Dieser Band dokumentiert künstlerische sowie theoretisch-wissenschaftliche Arbeiten, die aus einem von Sabine Sanio geleiteten Seminar des Wahlpflichtmoduls „Auditive Kultur: Recherche“ hervorgegangen sind. Das Thema des Seminars lautete „Sound als Zeitmodell“. Das Seminar fand im Wintersemester 2013/14 und im Sommersemester 2014 im Masterstudiengang Sound Studies an der Universität der Künste Berlin statt. Der Band besteht aus einem Text- und einem Bildteil. Im Textteil finden sich die Ergebnisse der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Sound als Zeitmodell“. Der durch ausführliche Kommentare und Beschreibung ergänzte Bildteil dokumentiert die Ausstellung „KlangZeitGefühl“. Mit dieser Ausstellung, bei der die Seminarteilnehmer ihre künstlerischen Interpretationen des Seminarthemas zeigten, nahm der Masterstudiengang Sound Studies im Juni 2014 am Kunstfestival „48 Stunden Neukölln“ teil