Schriftenserver der MSH Medical School Hamburg
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Herausforderung Selbstdisziplin: Wie es gelingen kann, persönliche Vorhaben erfolgreich umzusetzen.
Erfolg und Glück scheinen eng miteinander verknüpft. Was aber ist zu tun für das Glück? Thema der vorliegenden Bachelorarbeit sind Selbstdisziplin und Willenskraft. Ziel ist es zu beantworten, wie es gelingen kann, persönliche Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Vor diesem Hintergrund, wird folgende leitende Forschungsfrage gestellt: Welche Rolle spielt konstruktive Selbstdisziplin, für das Erreichen persönlicher Ziele? Zum Beantworten der Frage wurde genauer untersucht, welche Bedeutung konstruktive Selbstdisziplin für Individuen und Gesellschaft hat, welche Faktoren konstruktive Selbstdisziplin hemmen und welche Faktoren konstruktive Selbstdisziplin befördern. Dem Erkenntnisgewinn diente eine qualitative Literaturanalyse auf dem Fachbereich der Psychologie. Durch die Untersuchung der Literatur wurden verschiedene Aspekte der Selbstdisziplin herausgearbeitet, einschließlich ihrer Definition, ihrer Bedeutung im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens und den zugrunde liegenden psychologischen Mechanismen. Mit Hilfe der Ergebnisse, können nützliche Ansätze, Modelle und Strategien zur erfolgreichen Zielerreichung nachvollzogen werden
Fatigue, Traumata und der gesunde Erwachsene bei MS-Patienten
Fatigue ist ein häufiges Begleitsymptom der Multiple Sklerose (MS). Die Ätiologie des Fatigue-Syndroms ist bis heute nicht abschließend geklärt. Um psychische Erklärungsansätze zu überprüfen, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Zusammenhang von aversiven Kindheitserfahrungen und der MS-Fatigue. Es wird angenommen, dass Traumata indirekt Einfluss auf die Fatigue, etwa durch maladaptive Bewältigungsmechanismen, nehmen könnten. So illustrierte diese Studie einen signifikanten Einfluss von emotionaler Vernachlässigung auf die Fatigue-Symptomatik bei MS-Patienten (p < .001; r = .23). Anknüpfend wurde erforscht, warum nicht alle traumatisierten MSPatienten eine Fatigue entwickeln. Man geht davon aus, dass dies an gesunden Verhaltensund Denkmustern, die in der Schematherapie als gesunder Erwachsener zusammengefasst werden, liegen könnte. Diese Studie untersuchte, ob der gesunde Erwachsene den Zusammenhang von emotionaler Vernachlässigung und Fatigue mindern könnte. Es konnte jedoch kein signifikanter Moderationseffekt festgestellt werden (ß = .06, p = .117). Weitergehend überprüfte diese Studie, inwiefern verschiedene Arten des Traumas eine differenzierte Wirkung auf den gesunden Erwachsenen bei MS-Patienten haben. Die multiple Regressionsanalyse konnte emotionale und körperliche Vernachlässigung als signifikante negative Prädiktoren für den gesunden Erwachsenen ausmachen (ß = -.236, p < .001; ß = -.198, p < .001). Diese Ergebnisse verdeutlichen den Einfluss von Vernachlässigung sowohl auf eine geschwächte mentale Gesundheit als auch auf die Fatigue, was die Wichtigkeit von Aufklärung, Präventionsmaßnahmen und ganzheitlichen Therapiekonzepten betont. Zukünftige Studien sollten diese Art des Traumas bei der Forschung zu Fatigue und dem gesunden Erwachsenen berücksichtigen
Thema: Gesellschaftliche Kosten von Alkoholkonsum- ein systematisches review
Alkoholkonsum ist weltweit eine führende Ursache für einen frühzeitigen Tod. Europa ist die Region mit dem weltweit höchsten Konsum und die Region mit den meisten alkoholbedingten Schäden. Neben den gesundheitlichen Risiken entsteht durch Alkoholkonsum auch eine wirtschaftliche Belastung. Krankheitskostenstudien erfassen diese wirtschaftlichen Kosten. Erfasst werden Kosten durch Ressourcenverbrauch, die direkten Kosten und Kosten durch Produktivitätsverlust durch Mortalität und Morbidität, die indirekten Kosten. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit war es, die aktuellen Studien zu diesem Thema zu recherchieren und aufzuarbeiten. Ergebnisse: neun Studien zu dem Thema gesellschaftliche Kosten von Alkoholkonsum wurden durch eine systematische Literaturrecherche identifiziert. Alle Studien berichten Kosten aus einem europäischen Land. Die Gesamtkosten dieser Studien belaufen sich auf durchschnittlich jährliche 16 Milliarden USPPP und die indirekten 10,5 Milliarden US$PPP. Zusammenfassung: Die vorliegende Studie identifizierte die gesellschaftlichen Kosten durch Alkoholkonsum als signifikante Belastung für die Gesellschaft in Europa
Distributive justice, noise annoyance & the social acceptance of wind energy
This thesis examines the factors influencing both the acceptance of local wind parks (WP) and the reported level of noise annoyance caused by wind turbines (WT). It particularly explores the role of distributive justice and the time of day in which a typical situation of wind turbines (WT) noise disturbance occurs, impacting both the acceptance and the level of noise annoyance reported. This study uses data originally collected during the Interwind project, led by Prof. Dr. Hübner, and remains copyright protected. Responses from residents (n = 283) living near WTs were used to conduct a two-way ANOVA followed by t-tests to analyze potential interactions and main effects. The results show a significant effect of distributive justice on acceptance and noise annoyance levels. Similarly, procedural justice emerges as a significant factor, serving as a control variable in the statistical analysis. Results pertaining to the time of day in which typical situations of WT noise disturbance occur cannot be interpreted due to methodological constraints. This thesis highlights the multifaceted nature of the acceptance of wind parks (WP) and the complexity of noise annoyance perceptions. The study offers insights that may guide policymakers and stakeholders within the wind energy sector
Die Wirkung von LED-basiertem variablen Licht auf die emotionale Reaktion unter Kontrolle der Jahreszeit und des Scores für Saisonale Depression der Probanden
Eine große Zahl von Studien belegt einen Effekt von unterschiedlichen Lichtbedingungen auf das emotionale Wohlbefinden unter dem Einfluss von Jahresoder Tageszeiten. Die Wirkung von Licht auf die emotionale Reaktion unter dem Einfluss von saisonal depressiven Symptomen und der Jahreszeit ist dagegen unklar. Wir führten in der Medical School Hamburg eine kontrollierte Laborstudie mit 51 Teilnehmern durch, in der die emotionale Reaktion auf Stimuli und saisonal depressive Symptome unter unterschiedlichen Lichtbedingen getestet wurde. Zusätzlich wurden die Daten des Winterhalbjahres und des Sommerhalbjahres miteinander verglichen. Der Einfluss von Licht auf die emotionale Reaktion zeigte gegen die Erkenntnisse vorangegangener Studien nur wenig signifikante Ergebnisse. Auch der Einfluss von saisonal depressiven Symptomen und der Jahreszeit erwies sich als sich nicht signifikant. Dennoch weisen Effekte darauf hin, dass durch eine größere Stichprobe mehr signifikante Ergebnisse zu erwarten wären und der Einfluss von Licht auf die emotionale Reaktion unter Kontrolle der Jahreszeit und saisonal depressiven Symptomen nachgewiesen werden könnte
Der Vergleich der Bewegungsausführung von physiotherapeutisch- angeleiteten- und Virtual Reality-Übungen bei Personen mit Morbus Parkinson
Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS, Morbus Parkinson) ist eine neurodegenerative Erkrankung des extrapyramidal-motorischen Systems. Nach der Alzheimer Demenz ist dies die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Die Erkrankung zeigt sich mit den Leitsymptomen: Rigor, Tremor, Akinese und posturale Instabilität. Im Rahmen einer Studie an der Medical School Hamburg wurden Probanden mit dem idiopathischen Parkinson Syndrom eingeladen. Diese durchliefen hintereinander eine Übungsauswahl, zwei für die Bewegung des Oberkörpers (Torso Twist und Rising Hands), sowie eine für das Gleichgewicht in Form eines Gleichgewichtsspiels (Meteor-Spiel). Angeleitet wurde mit einer Virtual Reality (VR)–Brille, im Vergleich zur konventionellen physiotherapeutischen Anleitung. Gemessen wurden das Bewegungsausmaß sowie die
Gleichgewichtsverteilung der Probanden.
Methodik: 28 Probanden (19 männlich, 9 weiblich, Alter im Mittelwert 60,82 (SD 9.157) Jahre) mit dem idiopathischen Parkinson Syndrom absolvierten in einer Stunde drei Übungen (Torso Twist, Rising Hands, Gleichgewichtsspiel) hintereinander. Verglichen wurden das Bewegungsausmaß sowie das Gleichgewicht bei der Anleitung zwei verschiedener Übungsformen. Abwechselnd wurde beim gleichen Probanden, physiotherapeutisch und mittels der VR-Brille die Instruktionen übermittelt. Gemessen wurde die arclength (Bogenlänge) mittels reflektierender Marker, sowie für das Gleichgewicht mittels einer Druckmessplatte, die 95% confidience elipse area (Fläche), Center of pressure (COP) path length
(Strecke) und COP average velocity (Geschwindigkeit).
Ergebnisse: Die Anleitung mit der PT erzielte höhere arclength Werte bei der Rising Hands Übung 2206.27 standard deviation (SD) 290.69 vs. 1397.01 (SD 168.93), sowie beim Gleichgewichtsspiel 95% confidience elipse area 137397 (SD 34884.6) vs. 107575 (SD 23883.96), Center of pressure (COP) path lenght 37361 (SD 793924) vs. 21969 (SD 4889.04), COP average velocity 623 (SD 132.33) vs. 374 (SD 82.71). Die VR-Anleitung erzielte höhere Werte bei der Torso Twist Übung 2277.88 (SD 330.03) vs. 1950.27 (SD 238.99).
Schlussfolgerung: Beim direkten Vergleich der Übungsformen physiotherapeutisch-angeleitet und Virtual-Reality Übung zeigen die Probanden bei der Ausführung von zwei der drei PT-Übungen ein größeres Bewegungsausmaß im Vergleich zu den VR Übungen
Der Einfluss von Ausdauersport auf die Migränesymptomatik
Aufgrund der teilweise eingeschränkten Wirksamkeit und der weitreichenden Nebenwirkungen von Medikamenten sinkt die Toleranz von Betroffenen gegenüber der medikamentösen Migräneprophylaxe. Der Ausdauersport stellt eine Alternative zu herkömmlichen pharmakotherapeutischen Maßnahmen dar, weshalb die Wirksamkeit des Ausdauersportes auf die Migränesymptomatik in dieser Übersichtsarbeit anhand ausgewählter Studien geprüft werden soll: Inwiefern beeinflusst Ausdauersport die Migränesymptomatik bezüglich der Intensität, Häufigkeit und Dauer bei Betroffenen? Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine Literaturrecherche auf den Onlinedatenbanken PubMed, Cochrane Library und Google Scholar durchgeführt. Es wurden insgesamt neun Studien inkludiert, die sich mit der Effektivität des Ausdauersports in der prophylaktischen Behandlung von Migräne beschäftigen. Der aktuellen Studienlage zufolge scheint Ausdauersport einen positiven Effekt auf die Migränesymptomatik zu haben, was jedoch kritisch zu hinterfragen ist, da sowohl die interne als auch die externe Validität der eingeschlossenen Studien nicht überzeugt
Personalmarketing im Rettungsdienst: Welche Schwerpunkte des Personalmarketings muss eine erfolgreiche Strategie für den Rettungsdienst enthalten?
Das Thema Personalmangel im Rettungsdienst ist ein Thema, das wiederholt in den Medien präsent ist und im Alltag an den Rettungswachen eine große Rolle spielt. So ist das Thema Personalmarketing für Arbeitgeber*innen immer wichtiger. Aufgrund der Vielzahl von Stellenangeboten kann sich das Rettungsfachpersonal das für sich passende Unternehmen aussuchen. Daher sollte der Fokus der Rettungsdienste darauf liegen, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und das Rettungsfachpersonal in ihrem Unternehmen zu halten. Um diese Bedürfnisse der Rettungsdienstmitarbeiter*innen festzustellen, wurde eine Umfrage durchgeführt, die diese Thematik beinhaltete. Die Ergebnisse wurden mit den theoretischen Grundsätzen des Personalmarketings und weiterer Grundlagen abgeglichen. Die Umfrage ergab die Schwerpunkte: gutes Kollegium, eigenständiges Arbeiten, Fortbildungsmöglichkeiten, gute Ausrüstung und Gehalt. Diese Punkte dienen als Grundlage für eine zu erstellende Strategie des Personalmarketings. Sie können in erster Linie für das interne Personalmarketing genutzt werden und ebenfalls lassen sich Maßnahmen für eine externe Personalmarketing Strategie herleiten. Da das Portfolio der Maßnahmen groß ist und viele Facetten enthält, ist es umso wichtiger, dass sich auf die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter*innen fokussiert wird
Antirassistische Arbeit in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit: Wie können Einrichtungen der OKJA Kinder & Jugendliche mit Rassismuserfahrungen unterstützen?
Nach Wahrnehmung einer klaren Mehrheit der Bevölkerung ist Rassismus kein Randphänomen, das sich auf eine kleine Gruppe bezieht, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Infolgedessen dient die vorliegende Arbeit zum Aufzeigen der Wichtigkeit des Auseinandersetzen mit Rassismus und Rassismuserfahrungen und soll einen Beitrag zur positiven Entwicklung im Kontext Rassismus bieten. Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (kurz: OKJA) Kinder- und Jugendliche mit Rassismuserfahrungen unterstützen können. Zentraler Bestandteil der Arbeit sind dabei Ergebnisse verschiedener Studien, die den aktuellen Stand von Rassismus in Deutschland aufzeigen. In Hinblick auf die Erkenntnisse wird der Fokus auf die Soziale Arbeit gerichtet und die Antirassistische Arbeit vorgestellt – Maßnahmen und Handlungsempfehlungen, die Sozialer Arbeit gegen die Reproduktion von Rassismus zur Verfügung stehen, werden in dem Zuge herausgearbeitet
Gestörtes Essverhalten im Jugendleistungssport: eine systematische Literaturübersicht
Einleitung: Essstörung und gestörtes Essverhalten bei jungen Leistungssportlern sind ein besorgniserregendes Thema, dass sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit dieser Athleten beeinflussen kann.
Zielsetzung: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen bei jungen Leistungssportlern zu identifizieren und beschreiben. Zudem wird das sozialökologische Modell genutzt, um die Risikofaktoren systematisch zuordnen.
Methoden: Im Mai 2023 wurde eine systematische Literaturrecherche
durchgeführt, um Studien zu identifizieren, welche Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen behandeln.
Ergebnisse: In dieser Arbeit wurden 10 Studien berücksichtigt die es ermöglichten, Risikofaktoren auf verschiedenen Ebenen zu identifizieren. Zu den identifizierten Risikofaktoren gehören unter anderem das weibliche Geschlecht, der Trainer(-stil), das Wettbewerbsniveau und Gewichtsklassensportarten. Die gesellschaftspolitische Ebene stellt eine Forschungslücke dar.
Diskussion: Die Studien unterscheiden sich stark in der methodischen Herangehensweise, wodurch es schwierig ist einen Vergleich anzustellen. Besonders Athletinnen zeigen ein erhöhtes Risiko für Essstörungen. Des Weiteren weisen die Gewichtsklassensportarten ein hohes Risiko auf. Die spezifischen Anforderungen des Leistungssportes führen dazu, dass Athleten sich schon im frühen Alter viel mit Themen rund ums Essen beschäftigen müssen. Auf der gesellschaftspolitischen Ebene wurden keine Risikofaktoren untersucht, obwohl Risikofaktoren auf dieser im Zusammenhang mit psychischen Störungen identifiziert werden konnten.
Schlussfolgerung: Es ist notwendig, Längsschnittstudien durchzuführen, um Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen besser zu identifizieren und genauer zu beschreiben. Zusätzlich sollten standardisierte Instrumente zur Bewertung und Behandlung von Essstörungen entwickelt werden. Des Weiteren sollten Trainer im Hinblick auf diese Thematik sensibilisiert werden und bei Möglichkeit eine Ausbildung durchlaufen. Obendrein könnten professionelle Gesundheitsfachkräfte in sportliche Institutionen integriert werden