Schriftenserver der MSH Medical School Hamburg
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Welchen Einfluss hat der Fortschritt im Psychologiestudium auf die Entwicklung von Selbstreflexionsfähigkeit und emotionaler Kompetenz bei Studierenden?
Die vorliegende Studie untersucht die Bedeutung der Selbstreflexionsfähigkeit und emotionaler Kompetenz im Psychologiestudium von Psychologiestudierenden. Ziel der Untersuchung ist es, die Entwicklung dieser Fähigkeiten zu analysieren und mögliche Einflussfaktoren herauszustellen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Selbstreflexionsfähigkeit als auch die emotionale Kompetenz von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören Studiendauer, ein psychotherapeutischer Hintergrund der Studierenden sowie die regelmäßige Praxis von Achtsamkeitsübungen. Studierende mit längerer Studiendauer und regelmäßiger Praxis von Achtsamkeitsmaßnahmen zeigen tendenziell höhere Werte in beiden Bereichen.
Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Förderung von emotionaler Kompetenz und Selbstreflexion im Psychologiestudium. Besonders die Integration solcher Fähigkeiten in die Ausbildung könnte langfristig die Qualität zukünftiger Psychotherapeuten verbessern. Zudem bietet die Studie Anknüpfungspunkte für weitere Forschung, um gezielte Maßnahmen zur Kompetenzsteigerung zu entwickeln. Die Förderung dieser Fähigkeiten ist nicht nur für den beruflichen Erfolg, sondern auch für die persönliche Entwicklung der Studierenden von zentraler Bedeutung
Der Zusammenhang von belastenden Kindheitserfahrungen und perseverativem negativen Denken
Hintergrund: Belastende Kindheitserfahrungen (BKE) wie Missbrauch und Vernachlässigung sind bekannte Risikofaktoren für psychische Störungen. Eine mögliche Erklärung für diesen Zusammenhang liegt in perseverativem negativem Denken (PND), das als transdiagnostischer Mechanismus verstanden wird. PND beschreibt sich wiederholende, schwer kontrollierbare und negativ geprägte Gedankenmuster, die emotionale Dysregulation verstärken können. Obwohl der Zusammenhang zwischen BKE und PND bereits untersucht wurde, bleibt unklar, welche spezifischen Formen von BKE den stärksten Einfluss auf PND haben. Diese Studie zielt darauf ab, diesen Zusammenhang differenziert zu analysieren.
Methoden: Im Rahmen einer quantitativen Querschnittsstudie wurden 210 erwachsene Teilnehmende befragt. Belastende Kindheitserfahrungen wurden mit dem Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) erhoben, während PND mittels des Perseverative Thinking Questionnaire (PTQ) erfasst wurde. Eine multiple lineare Regressionsanalyse wurde durchgeführt, um den Einfluss der verschiedenen BKE-Formen auf PND zu untersuchen.
Ergebnisse: Die Analyse ergab, dass emotionaler Missbrauch signifikant mit PND assoziiert war (B = 1.019, p < .001). Andere Formen von BKE, darunter körperlicher und sexueller Missbrauch sowie emotionale und körperliche Vernachlässigung, zeigten keine signifikanten Zusammenhänge mit PND. Insgesamt erklärte das Modell 18.2% der Varianz im PND-Gesamtscore.
Fazit: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere emotionaler Missbrauch mit einem verstärkten Auftreten von PND verbunden ist. Dies könnte Implikationen für präventive und therapeutische Ansätze haben, die kognitive Bewältigungsstrategien und emotionale Regulationsfähigkeiten gezielt fördern. Die Erkenntnisse stützen die Annahme, dass PND als relevanter Mechanismus im Zusammenhang mit psychischer Belastung betrachtet werden sollte.
Limitationen: Da es sich um eine querschnittliche Untersuchung handelt, lassen sich keine kausalen Schlussfolgerungen ziehen. Zudem beruhen die Daten auf retrospektiven Selbstauskünften, die durch Erinnerungsverzerrungen beeinflusst sein könne
Einflüsse der gewählten Anredeform zwischen Lehrperson* und Lernenden im Unterricht an gesundheits- und pflegeberuflichen Schulen
In dieser Bachelorarbeit wird die Frage nach den Einflüssen der unterschiedlichen Anredeformen zwischen Lehrenden und Lernenden in der gesundheits- und pflegeberuflichen Bildung mittels einer systematischen Literaturarbeit geklärt. Unter Einbezug der Bedürfnisse der Zielgruppen nach dem Generationsclustermodell (Kaiser, 2023) und Messgrößen des Lernens (Hattie, 2021) wurden im folgenden Studien und Fachliteraturen zu Lehre und Führungskompetenzen beleuchtet und diskutiert. Mit dem Fokus auf die Generationen Y und Z lässt sich ableiten, dass die Du-Kultur, symbolisch eine sinnvolle Ergänzung anderer Förderfaktoren auf die Lehrer-Schüler-Beziehung darstellen kann. Die Du-geführte Beziehungsgestaltung gelingt allerdings nur, wenn die Lehrperson in der Lage ist, sich professionell von der sozialen Nähe abzugrenzen und über hinreichende Kenntnisse zur Vermeidung von Bewertungsfehlern verfügt. Außerdem muss die Lehrperson den Respekt der Lernenden durch Fachkompetenz, Selbstreflexion, Wertschätzung und eine gute Feedbackkultur aufbauen. Wenn die Lehrperson authentisch diese Faktoren erfüllen kann, ist sie in der Lage, so das gemeinsame, zukunftsträchtige interprofessionelle Lernen zu optimieren
Der Zusammenhang zwischen parasozialem Involvement, Selbstberuhigung und Selbsterweiterung
Soziale Medien sind ein fester Bestandteil des modernen Lebens, der heutzutage nicht mehr wegzudenken ist. Sie werden täglich von Millionen Menschen genutzt. Durch den regelmäßigen Konsum von Inhalten können einseitige Bindungen zwischen Nutzenden und Social-Media-Influencern entstehen, die übergreifend als parasoziales Involvement bezeichnet werden. Dieses umfasst sowohl die Intensität der Mediennutzung als auch das Engagement mit Influencern durch Interaktionen wie Liken, Teilen oder Kommentieren. Die vorliegende Studie untersucht, ob Zusammenhänge zwischen der Intensität des parasozialen Involvements, der Motivation zur Selbsterweiterung und subjektiven und objektiven Variablen der Selbstberuhigung bestehen. Die Daten für diese quantitative Studie wurden zu zwei Testzeitpunkten von insgesamt 150 Teilnehmern in Form von einem Online-Fragebogen sowie einer Labortestung erhoben und zusammengezogen. Die Ergebnisse zeigten einen signifikant negativen Zusammenhang zwischen der Motivation zur Selbsterweiterung und der Intensität des parasozialen Involvements. Die Studie erweitert das Verständnis über das parasoziale Involvement in den sozialen Medien und liefert neue Erkenntnisse zu den psychologischen Mechanismen, die mit diesem Konstrukt zusammenhängen
Externalisierendes Verhalten im Kindes- und Jugendalter und spätere Delinquenz: Ein systematisches Review
Externalisierende Verhaltensweisen im Kindes- und Jugendalter werden wiederholt mit späterer Delinquenz in Verbindung gebracht. Diagnosen wie die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Störungen des Sozialverhaltens (SSV) oder die Störung mit Oppositionellem Trotzverhalten (SOT) gelten in diesem Kontext als Risikofaktoren für kriminelles Handeln1. Ziel dieser Arbeit ist die Analyse des Zusammenhangs von externalisierendem Verhalten und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen2 mit Hilfe einer systematischen Literaturrecherche. Darüber hinaus wurden mögliche Interventionsmaßnahmen bei externalisierendem Verhalten untersucht, die delinquentes Verhalten reduzieren können. Die narrative Literatursynthese ergab eine hohe Prävalenz externalisierender Störungen bei straffälligen Kindern und Jugendlichen. Des Weiteren wurde externalisierendes Verhalten als bedeutender Risikofaktor für das Auftreten von Delinquenz und Rückfälligkeit identifiziert. Komorbides Auftreten der externalisierenden Störungen erhöhte dieses Risiko weiter. Jedoch konnten auch wirkungsvolle Interventionsmaßnahmen ermittelt werden. Dazu gehörten psychotherapeutische Maßnahmen, wie Familientherapie oder kognitiv-behaviorale Interventionen, sowie pharmakologische Therapie. Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass Delinquenz nicht als isoliertes Phänomen betrachtet werden kann und sich stattdessen diverse Faktoren auf die Delinquenzentwicklung auswirken. Zukünftige Forschung sollte individuelle Risikofaktoren tiefgehender analysieren und Interventions- sowie Präventionsmaßnahmen umfassender untersuchen
Die langfristige Wirksamkeit des SHARE TO CARE-Programms auf Shared Decision-Making im Krankenhaus.
Das zentrale Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit ist die Untersuchung der langfristigen Wirksamkeit des SHARE TO CARE-Programms (S2C) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) Campus Kiel in Hinblick auf das Shared Decision-Making (SDM). Die Untersuchung beruht auf der hohen Relevanz von SDM im Gesundheitssystem, das seit 2013 im Patientenrechtegesetz verankert ist. Erste Studien zeigten signifikante, positive Effekte des S2C-Programms auf das SDM. Diese Arbeit schließt eine Forschungslücke, indem sie die anhaltende Wirkung des S2C-Programms auf das SDM auf Krankenhausebene in mehreren Kliniken untersucht. Die Untersuchung erfolgte mit Hilfe eines Prä-Post-Designs: Daten vor Implementierung des Programms (t0) wurden mit aktuellen Daten drei Jahre nach Abschluss der Implementierung (t3) verglichen. Ein einseitiger t-Test für zwei unabhängige Stichproben diente zur Datenanalyse. Die Erhebung der Daten erfolgte schriftlich per Post mit einem Frageboten-Set. An der Baseline-Erhebung nahmen 383 Patienten teil, während zum jetzigen Messzeitpunkt 362 Patienten ein Fragebogen-Set zurücksendeten. Zur Erfassung des SDM wurden die Subskala Entscheidungsteilnahme des Patienten („ETP“) der „Perceived Involvement In Care Scales“ („PICS“) sowie der „collaboRATE“ genutzt. Die Ergebnisse der Studie belegen einen weiterhin vorhandenen signifikanten Anstieg des SDM durch das S2C-Programm. Obwohl das Studiendesign keine kausalen Schlussfolgerungen erlaubt, stützen die Stabilität der Ergebnisse über verschiedene Messzeitpunkte hinweg sowie der Vergleich mit der Urologie als Wartelisten-Kontrollgruppe diesen kausalen Zusammenhang. Schlussfolgernd lässt sich das S2C-Programm als langfristig wirksam in Bezug auf das SDM bewerten. Die Etablierung als nationaler Versorgungsstand, die fortschreitende Implementierung in weiteren Krankenhäusern sowie die weiterführende Kostenübernahme durch die Krankenkassen sind begründet
Wechselseitiger Einsatz von Mal- und Schreibmethoden bei der Verarbeitung Psychischer Traumata in der Intermedialen Kunsttherapie
Hauptgrund für die Entwicklung pathologischer Traumafolgen ist die unzureichende Verarbeitung der traumatischen Erfahrung. Der wechselseitige Einsatz von Mal- und Schreibmethoden könnte hier nonverbale und verbale Zugänge verknüpfen und die Verarbeitung verdrängter Inhalte fördern. Während die Einzelanwendung der Methoden in Studien erforscht wurde, existiert kaum Forschung zu ihrem gemeinsamen Einsatz. Dies wird in der vorliegenden Arbeit mit der Fragestellung untersucht, inwiefern ein wechselseitiger Einsatz von Mal- und Schreibmethoden die Verarbeitung psychischer Traumata in der Intermedialen Kunsttherapie fördern kann. Im theoretischen Hintergrund werden Theorien und Therapiemethoden der Intermedialen Kunsttherapie, Kunsttherapie, Psychotraumatologie, das Expressive Schreiben und die Narrative Expositionstherapie dargestellt, welche die Methodik beschreiben. Der derzeitige Forschungsstand wird systematisch orientiert an der PRISMA Methode recherchiert und die drei inkludierten Studien eingehend untersucht. Die Studienergebnisse deuten auf eine Reduktion psychischer Belastung, Verbalisierung nonverbaler Inhalte, vertiefte Auseinandersetzung, Erkenntnisgewinn, Kontextualisierung und Reflektion der Bedeutung traumatischer Erlebnisse hin. Der Medienwechsel wird dabei als Veränderungsprozess und Erweiterung des Ausdrucksmöglichkeiten beschrieben, der den Wechsel zwischen den Ebenen der Informationsverarbeitung anregen kann: Nonverbal können Körperempfindungen und Emotionen im Malen ausgedrückt und durch Schreiben kognitiv eingeordnet werden. Dies unterstützt die Kontextualisierung in die Lebensgeschichte und die Reflektion der Bedeutung des Erlebten. Insgesamt zeigt sich die Studienlage als nicht repräsentativ und verweist auf das Erfordernis weiterer Forschung
Parasoziales Involvement, Identity Centrality und der Einfluss auf die Emotionsregulation
In Zeiten zunehmender Digitalisierung spielen soziale Medien eine zentrale Rolle in der Alltagsgestaltung vieler Menschen. Im Zusammenhang mit sozialen Medien gewinnen insbesondere parasoziale Beziehungen und Interaktionen in der Forschung zunehmend an Relevanz. Während sich frühere Studien vor allem mit den positiven und negativen Auswirkungen parasozialen Involvements beschäftigten, sind bisherige Erkenntnisse zu dessen Zusammenhang mit Identity Centrality und SelfSoothing-Prozessen unzureichend. Diese Studie untersucht, inwiefern Relational Identity und Public Identity mit dem Ausmaß des parasozialen Involvements korrelieren und ob diese Form der unidirektionalen Einbindung eine selbstberuhigende Funktion einnimmt. Eine Gelegenheitsstichprobe bestehend aus N = 150 Probanden wurde in einem experimentellen Drei-Gruppen-Design untersucht. Neben Fragebögen zur Identity Centrality und zum parasozialen Involvement wurden subjektive und objektive Parameter des Self-Soothings erhoben. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Korrelation zwischen Public Identity und parasozialem Involvement. Im Zusammenhang mit Relational Identity konnten jedoch keine signifikanten Korrelationen festgestellt werden. Auch hinsichtlich des subjektiven und objektiven Self-Soothings in Verbindung mit parasozialem Involvement konnten keine signifikanten Effekte nachgewiesen werden. Die Befunde werfen neue Fragen zur funktionalen Rolle des parasozialen Involvements in der Emotionsregulation auf und verdeutlichen die Notwendigkeit weiterer Forschung in diesem Bereich
Highpass-Filtering in der Vorverarbeitung von EEG-Daten – eine Experimentalstudie mit Sekundärdaten
Hintergrund: Die Elektroenzephalographie (EEG) erfordert eine sorgfältige Vorverarbeitung, um Störsignale zu minimieren. Highpass-Filtering wird eingesetzt, um niederfrequente Artefakte zu entfernen, kann jedoch auch relevante Signalanteile beeinflussen. Insbesondere ereigniskorrelierte Potenziale (ERPs) könnten durch unterschiedliche Cutoff-Werte verzerrt werden.
Methoden: In einer EEG-Studie zur Gesichtsverarbeitung (N = 99) wurden die Auswirkungen verschiedener Highpass-Filter-Cutoff-Werte (0–1 Hz) auf die Amplituden der N170-Komponente und des Late Positive Potentials (LPP) untersucht. Die Daten wurden varianzanalytisch ausgewertet.
Ergebnisse: Die N170-Amplitude wurde nur geringfügig durch das Filtering beeinflusst, während das LPP mit steigender Cutoff-Frequenz eine signifikante Amplitudenreduktion aufwies.
Fazit: Die Ergebnisse unterstreichen die methodische Relevanz der Filterwahl. Höhere Cutoff-Werte können insbesondere langsame ERP-Komponenten verzerren, weshalb eine zurückhaltende Anwendung empfohlen wird
Der Einfluss elterlicher emotional instabiler Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ auf die Entwicklungsprozesse von Kindern
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen elterlicher emotional instabiler Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ auf die emotionale, kognitive und soziale Entwicklung von Kindern bis zum Alter von 14 Jahren. Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche unter Anwendung der PRISMA-Methode. Acht Studien wurden eingeschlossen und hinsichtlich der Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung analysiert. Die Ergebnisse weisen auf ein breites Spektrum potenzieller Entwicklungsrisiken hin, die verschiedene Bereiche umfassen. Ein weiterer Fokus lag darauf, wie diese Auswirkungen bei der rechtlichen Bewertung von Kindeswohlgefährdung berücksichtigt werden können. Dafür wurden Risiko- und Schutzfaktoren untersucht sowie Maßnahmen analysiert, die das Kindeswohl stärken können. In der Diskussion werden Implikationen für die rechtliche Bewertung von Kindeswohlgefährdung abgeleitet