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Civil law issues concerning gender reassignment surgeries for minors
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Geschlechtsumwandlung von Minderjährigen aus zivilrechtlicher Sicht auseinander. Dabei ist zu klären, inwiefern Minderjährige in eine solche Behandlung selbst einwilligen können und welche Rolle die Erziehungsberechtigten dabei einnehmen. Um als medizinische Behandlung iSd § 173 ABGB eingeordnet werden zu können, muss die Geschlechtsumwandlung medizinisch indiziert sein. Sie besteht aus mehreren Behandlungsschritten. Diese werden in vollständig reversible, partiell reversible und irreversible Maßnahmen untergliedert.Eine medizinische Behandlung darf nur vorgenommen werden, wenn die Person zuvor ihre Einwilligung erteilt hat. Eine rechtswirksame Einwilligung setzt voraus, dass die Person entscheidungsfähig ist. Ist die Person nicht entscheidungsfähig, bedarf es der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters. Gem § 173 Abs 1 ABGB wird die Entscheidungsfähigkeit bei mündigen Minderjährigen vermutet. Der entscheidungsfähige Minderjährige kann nur selbst in die Behandlung einwilligen. Ob die Entscheidungsfähigkeit tatsächlich vorliegt, ist vom behandelnden Arzt für die konkrete Behandlung festzustellen. Handelt es sich um eine schwerwiegende Behandlung, bedarf es gem § 173 Abs 2 ABGB neben der Einwilligung des Minderjährigen auch der Zustimmung der mit der Pflege und Erziehung betrauten Person. Die (operative) Geschlechtsumwandlung stellt eine schwerwiegende Behandlung dar, weshalb es die zusätzliche Zustimmung des Erziehungsberechtigten bedarf. Gegen den Willen des Kindes kann der Erziehungsberechtigte der Geschlechtsumwandlung nicht zustimmen. Verweigert hingegen der Erziehungsberechtigte entgegen dem Wunsch des Minderjährigen seine Zustimmung, kann diese gem § 181 ABGB durch eine gerichtliche Verfügung ersetzt werden. Das Verbot der Kastration bzw Sterilisation von Minderjährigen gem § 163 ABGB kommt bei der Geschlechtsumwandlung von Minderjährigen nicht zur Anwendung. Die Herbeiführung der Fortpflanzungsunfähigkeit ist zwar eine unmittelbare Folge der Behandlung, jedoch nicht das Hauptziel. Ist die Geschlechtsumwandlung medizinisch indiziert, unterliegt sie auch nicht dem Verbot der Genitalverstümmelung nach § 90 Abs 3 StGB. Auch die strengeren Einwilligungserfordernisse des § 7 ÄsthOpG greifen nicht, sofern eine medizinische Indikation für die operative Geschlechtsumwandlung besteht.This paper addresses gender reassignment surgeries for minors from a civil law perspective. It aims to answer the questions, whether minors can give consent themselves to such treatment and what role their legal guardians play in this process. In order to be classified as a medical treatment according to § 173 ABGB, the gender reassignment must be medically indicated. It consists of several treatment steps. These are divided into completely reversible, partially reversible and irreversible measures.Medical treatment can be induced only if the person has given their prior consent. A legally effective consent presupposes that the person is capable of making decisions. If the person is not capable of making decisions, the consent of their legal representative is required. According to § 173 ABGB, minors who are over fourteen years old are presumed to be capable of making decisions. They have to give consent themselves to the treatment. Whether or not they are capable of making decisions must be determined by the attending physician for the specific treatment. In the case of severe treatments, § 173 (2) ABGB requires not only the consent of the minor but also the consent of their legal guardian. Gender reassignment surgeries are severe treatments, which is why the additional consent of the legal guardian is required. If the child does not wish to have a gender reassignment, the legal guardian cannot consent to it. In contrast, if the legal guardian refuses to give their consent against the wishes of the minor, their consent can be replaced by a court order in accordance with § 181 ABGB. § 163 ABGB prohibits the castration or sterilization of minors. Gender reassignment surgeries on minors shall not be considered as prohibited by this paragraph. Although infertility is a direct consequence of the treatment, it is not the main objective. Therefore gender reassignment surgeries on minors are not covered by this ban. If the gender reassignment is medically indicated, it is also not subject to the prohibition of genital mutilation under § 90 (3) StGB. Furthermore, the stricter consent requirements of § 7 ÄsthOpG do not apply to gender reassignment surgeries if they are medically indicated.vorgelegt von Theresia Maria OitzlDiplomarbeit Universität Graz 202
Orte im Wandel : Einflüsse und Auswirkungen eines Beteiligungsprozesses bei der Erstellung eines Leitbilds zur Ortskernentwicklung
Mit der verstärkten medialen Aufmerksamkeit für die Entleerung von Ortskernen und die unausgeglichene Wanderungsbilanz in Bezug auf steirische Gemeinden rückte die Frage in den Fokus, wie intensiv die Bevölkerung in Entscheidungen einbezogen wird, um vitale Ortskerne zu sichern. Regelmäßig veröffentlichte Strategien und Konzepte seitens des Bundes und der Länder zur sozial, ökologisch und ökonomisch tragfähigen Regionalentwicklung sollen unter Einhaltung der Raumordnung eine nachhaltige Gemeindeentwicklung gewährleisten. Durch professionell begleitete Beteiligungsprozesse können individuelle Entwicklungsziele definiert und umgesetzt werden. Sie erleichtern zudem die Entscheidungsfindung bei der Erstellung gesetzlicher Konzepte und Pläne. Aus diesem Kontext heraus ergab sich die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sankt Bartholomä im Bezirk Graz-Umgebung, die bereits Beteiligungsprozesse zur Ortskernentwicklung durchführte. Zu Beginn der Forschung bot sich die Möglichkeit, an Sitzungen des Abstimmungs- und Koordinationsteams des im Jahr 2023 durchgeführten Beteiligungsprozesses „Baukulturelle Ortskernbelebung“ teilzunehmen. Das daraus entstandene Material sowie Interviews und eigens eingebrachte Fragestellungen in die Bürger:innenbefragung führten zu einer umfangreichen Dokumentation des Prozesses, auf die im empirischen Teil näher eingegangen wird. Die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Beteiligung, Bürger:innenbeteiligung sowie die Konzepte und Strategien der Österreichischen Raumordnungskonferenz und des Landes Steiermark werden im ersten Teil dieser Arbeit beleuchtet. Aufgrund der empirischen Erhebung liegt der Fokus auf theoretischen Aspekten der Entwicklung und Stärkung von Ortskernen. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die aus Expert:innen, Stakeholdern und Bürger:innen zusammengesetzte Akteur:innenschaft in begleiteten Beteiligungsprozessen zur effizienten Umsetzung von Projekten in der Ortskernentwicklung beiträgt. Das regelmäßige Einholen von Stimmungsbildern durch Bürger:innenbefragungen und das Eingehen auf Bedürfnisse fördern eine behutsame Entwicklung mit langfristiger Perspektive.With increasing media attention on the decline of town centers and the migration balance in Styrian municipalities, the question has come into focus how the local community is involved in decision-making processes aimed at securing vibrant local centers. Strategies and concepts regularly published by the federal and regional governments seek to promote socially, ecologically, and economically sustainable regional development, in accordance with spatial planning regulations. Professionally facilitated participatory processes make it possible to define and implement specific development objectives. Moreover, they support decision-making in the formulation of legal frameworks and planning instruments. Against this backdrop, a cooperation was established with the municipality of Sankt Bartholomä in the district of Graz-Umgebung, which had already initiated participatory processes for revitalizing its town center. At the beginning of the research, it was possible to attend meetings of the coordination team involved in the 2023 participatory process titled “Baukulturelle Ortskernbelebung” (Culturally-Informed Revitalization of the Town Center). The resulting materials, along with interviews and specific research questions integrated into the citizen survey, led to a comprehensive documentation of the process, which is examined in more detail in the empirical section. The first part of this thesis explores the theoretical foundations of participation and citizen involvement, as well as the key concepts and strategies developed by the Austrian Conference on Spatial Planning and the federal state of Styria. In light of the empirical investigation, the focus is placed on theoretical aspects concerning the development and strengthening of local centers. The findings indicate that multi-actor collaboration — comprising experts, stakeholders, and citizens — within structured participatory processes contributes significantly to the effective implementation of town center development projects. Regular assessments of public sentiment through citizen surveys and the incorporation of local needs support a careful, long-term approach to development.Theresia Moll, BScEnthält Literaturverzeichnis auf Blätter 109-116Masterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Threshold dramas : case studies on the Austrian Post-War Folk Play (Kortner, Bronnen, Hochwälder)
Die vorliegende Masterarbeit geht anhand von Fritz Kortners ‚Donauwellen‘ (1949), Arnolt Bronnens ‚Die jüngste Nacht‘ (1952) und Fritz Hochwälders ‚Der Himbeerpflücker‘ (1965) der Frage nach, wie Spielformen des Volksstücks im Österreich der ersten Nachkriegsjahrzehnte zur Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte genutzt werden konnten. Das Volksstück nach 1945 ist – so die These – ein ‚Schwellendrama‘: Während die Geschichtspolitik Österreichs auf ökonomische wie politische Stabilisierung abzielte und daher eine klare Zäsur zwischen nationalsozialistischer Vergangenheit und demokratischer Gegenwart zu ziehen suchte, inszenieren die diskutierten Dramen prekäre Zustände des Dazwischen, des Noch-nicht und Nicht-mehr. Vor diesem Hintergrund versucht die Arbeit, Diskurse, Ästhetiken, Plots und Figurenkonstellationen der analysierten Texte zu untersuchen, sie in den Kontext ihrer Entstehungszeit zu stellen, aber auch auf historische Strukturen der Wiener Komödie zu beziehen. Dabei sollen Volksstücke nicht nur als Medien literarischer Vergangenheitsaufarbeitung, sondern auch als Erprobungen in den Blick rücken, ob und wie Komödien über den und nach dem ‚Zivilisationsbruch‘ (Dan Diner) überhaupt geschrieben werden können.This Master’s thesis analyses Fritz Kortner’s ‘Donauwellen’ (Danube Waves, 1949), Arnolt Bronnen’s ‘Die jüngste Nacht’ (The Last Night, 1952) and Fritz Hochwälder’s ‘Der Himbeerpflücker’ (The Raspberry Picker, 1965) to investigate how the folk play was used to deal with recent history in Austria during the first post-war decades. It is argued that the folk play after 1945 is a ‘threshold drama’: while Austria’s politics of history aimed at economic and political stabilisation and therefore drew a very clear cut between the national socialist past and the democratic present, the discussed dramas present precarious states of in-between, of not-yet and no-longer. Against this background, the thesis examines the discourses, aesthetics, plots and characters of the texts and places them in the context of their time but also relates them to historical structures of Viennese comedy. In this way, folk plays will be considered not only as media of dealing with the past through literature, but also as experiments on whether and in which ways comedies about and after the ‘rupture of civilisation’ (Dan Diner) can even be written.Daniel Milkovits MA MA BEdMasterarbeit Universität Graz 202
The path to becoming a talent magnet! : LKH Graz II on the road to becoming a magnet hospital
Der Pflegeberuf steht in Österreich, wie auch international, vor großen Herausforderungen: Der demografische Wandel, eine steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen und der zunehmende Fachkräftemangel verlangen von Gesundheitseinrichtungen neue Strategien zur Personalgewinnung und -bindung. In diesem Kontext gewinnen Konzepte wie das Magnetkrankenhaus-Modell, das für exzellente Pflegequalität, innovationsfördernde Führungskultur und eine starke emotionale Mitarbeiterbindung steht, zunehmend an Bedeutung. Ursprünglich in den USA entwickelt, zeigt das Magnetmodell Wege auf, wie durch gezielte strukturelle und kulturelle Veränderungen eine attraktive Arbeitsumgebung geschaffen werden kann, die Pflegekräfte nicht nur anzieht, sondern auch langfristig hält.Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie das Landeskrankenhaus (LKH) Graz II im Rahmen des Programms „Fokus Pflege“ Maßnahmen setzt, um den Anforderungen eines Magnetkrankenhauses gerecht zu werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit den implementierten Strategien zur Förderung von Mitarbeiterbindung, Führungsqualität und Pflegeexzellenz. Der theoretische Teil beleuchtet relevante Konzepte und Rahmenwerke wie das Magnetmodell, die transformationale Führung sowie Theorien zur emotionalen Bindung und Motivation von Pflegekräften. Es werden sowohl internationale wissenschaftliche Erkenntnisse als auch nationale Entwicklungen, insbesondere im Kontext der Steiermärkischen Krankenanstalten GesmbH (KAGes), berücksichtigt.Im empirischen Teil wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, um ein vertieftes Verständnis dafür zu erlangen, wie Mitarbeitende des LKH Graz II die Maßnahmen im Rahmen von „Fokus Pflege“ erleben und wahrnehmen. Anhand leitfadengestützter Interviews wird erhoben, welche Aspekte als besonders wirkungsvoll, unterstützend oder auch herausfordernd empfunden werden. Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis theoretischer und empirischer Erkenntnisse Anhaltspunkte für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Pflegeorganisation im Sinne des Magnetkonzepts zu liefern.The nursing profession in Austria, as well as internationally, is facing significant challenges: demographic change, a growing number of people in need of care, and an increasing shortage of skilled professionals require healthcare institutions to develop new strategies for recruitment and retention. In this context, concepts such as the Magnet hospital model—which stands for excellent nursing quality, an innovation-promoting leadership culture, and strong emotional employee commitment—are gaining increasing importance. Originally developed in the United States, the Magnet model demonstrates how targeted structural and cultural changes can create an attractive work environment that not only draws in nurses but also retains them in the long term.This Master's thesis addresses the question of how the Regional Hospital (LKH) Graz II is implementing measures within the framework of the "Fokus Pflege" program to meet the criteria of a Magnet hospital. The focus lies on analyzing the strategies employed to promote employee retention, leadership quality, and nursing excellence. The theoretical part explores relevant concepts and frameworks such as the Magnet model, transformational leadership, and theories of emotional commitment and motivation among nursing staff. Both international academic findings and national developments—particularly in the context of the Steiermärkischen Krankenanstalten GesmbH (KAGes)—are taken into account.The empirical section adopts a qualitative research approach to gain a deeper understanding of how employees at LKH Graz II experience and perceive the measures implemented through "Fokus Pflege." Guided interviews are conducted to explore which aspects are considered particularly effective, supportive, or challenging. The aim of this thesis is to provide insights, based on both theoretical and empirical findings, that can support a future-oriented development of the nursing organization in line with the Magnet model.Peter SalehMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Comparative study of pectoral fin motoneuron organization and fin movement in Danio rerio mutants with altered fin length
Ohne neuronale Netzwerke wäre unser Körper nicht in der Lage, komplexe Bewegungen, wie sie beim Verhalten auftreten, korrekt auszuführen. Bei Wirbeltieren spielen Brustanhänge, wie z.B. Flossen, verschiedene wichtige Funktionen für die Fortbewegung und Manövrierfähigkeit. Die Signalübertragung von komplexen neuronalen Netzwerken an Motoneurone steuert und erzeugt diese Verhaltensweisen, wobei Motoneurone eine Schlüsselrolle bei der Übertragung von Befehlen an die Brustmuskulatur spielen. Aber wie sind neuronale Netzwerke auf Veränderungen der Brustanhänge abgestimmt? Um dieser Frage nachzugehen, wurden zwei adulte Danio rerio Mutanten mit unterschiedlichen Brustflossenlängen (wildtype und longfin) hinsichtlich ihrer a) anatomischen Organisation und b) ihres Brustflossen Verhaltens verglichen. In der anatomischen Untersuchung habe ich die Größe, Lage und Anzahl der Brustflossen Motoneurone der wildtype und der longfin Danio rerio, sowie die Muskelmasse und Struktur der Abduktoren und der Adduktoren verglichen. In der Verhaltensstudie untersuchte ich das Schwimmverhalten, um das funktionelle Ergebnis der unterschiedlichen Flossenlängen zu bewerten. Die Ergebnisse zeigten Unterschiede in der Größe der Motoneuronen sowie der räumlichen Verteilung der Brustmotoneuronen im wildtype und longfin Danio rerio. Des Weiteren konnten Unterschiede in der Masse der Brustflossenmuskulatur nachgewiesen werden (in einem ersten Experiment). Die Verhaltensstudie ergab Unterschiede in der von den Brustflossen zurückgelegten Strecke sowie unterschiedliche Flossenwinkel und unterschiedliche Schwimmgeschwindigkeiten. Diese Studie enthüllt somit einen Einblick, wie die pektoralen Motoneurone des adulten Danio rerio organisiert sind. Darüber hinaus deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die Länge der Brustflosse das Schwimmverhalten und die Leistung von Danio rerio beeinflusst. Diese Studie stützt die Prämisse, dass unterschiedliche Flossenlängen nicht nur die Motoneuronen Organisation der Brustflossen, sondern auch deren Bewegungen beeinflussen.Without neuronal networks, our body would not be able to correctly carry out complex movements, as those occurring during behavior. Across vertebrates, pectoral appendages, such as fins, have various important roles for locomotion and maneuverability. Signaling from complex neuronal networks to motoneurons control and generate these behaviors, with motoneurons playing a key part in transmitting commands to the pectoral musculature. But how are neuronal networks tuned to changes of pectoral appendages? To investigate this question, two adult Danio rerio mutants with different pectoral fin lengths (wildtype and longfin) were compared in regard to their a) anatomical organization and b) to the pectoral behavioral. In the anatomical investigation I compared the size, location and number of pectoral motoneurons of the wildtype and longfin Danio rerio as well as the abductor and adductor muscle mass and structure. In the behavioral study I investigated the swimming behavior to evaluate the functional outcome of the differing pectoral fin lengths. The results revealed differences in the motoneuron size as well as the spatial distribution of pectoral motoneurons in the wildtype and longfin Danio rerio. Furthermore, differences in the mass of the pectoral fin musculature could be detected (in one initial experiment). The behavioral study revealed differences in the distance traveled by the pectoral fins as well as differing fin angles and differing swimming speed. This study thus reveals an insight into the pectoral motoneuron organization of adult Danio rerio. Furthermore, these results suggest that the pectoral fin length influences the swimming behavior and performance of Danio rerio. This study supports the premise that differing fin lengths not only influence the motoneuron organization of the pectoral fins but also their movements.submitted by Florentina RinnerMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Imagined collusion, genuine dissension : Russia, Turkey, and instability in the Western Balkans
In den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges war trotz der historischen Rivalität und des Misstrauens zwischen beiden Ländern eine politische und wirtschaftliche Annäherung zwischenRussland und der Türkei zu beobachten. Dieser Prozess verlief parallel zu einem gravierenden demokratischen Rückschritt in beiden Ländern sowie einer Verschlechterung der Beziehungen zum Westen. Dies führte bei Politikern, Wissenschaftlern und Politikexperten zu der Befürchtung, Russland und die Türkei hätten ein antiwestliches und antidemokratisches Bündnisgeschlossen. Trotz der Annäherung zwischen Russland und der Türkei, ihres demokratischen Rückschritts und ihrer scheinbaren Antiwestlichkeit standen die außenpolitischen Ziele beider Länder oft im Widerspruch zueinander, wie unter anderem der kürzlich beendete Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach und der syrische Bürgerkrieg vor dem Zusammenbruch des Assad-Regimes zeigen. Russland und die Türkei unterstützten während der Jugoslawienkonflikte der 1990er Jahre unterschiedliche Seiten, und es gibt keine Anzeichen für eine gemeinsame Linie in den aktuellen regionalen Fragen des Westbalkans. Diese qualitative Arbeit analysiert den Umgang Russlands und der Türkei mit Konflikten und Krisen imWestbalkan von der zweiten Hälfte der 2000er bis in die 2020er Jahre. Dabei werden die Streitigkeiten zwischen Kosovo und Serbien und die Bosnische politische Krisen als Fallstudienherangezogen, da sie im Allgemeinen als Lackmustest für die Ziele externer Akteure im Westbalkan dienen. Die Arbeit untersucht die Instrumente, die Russland und die Türkei in Bezug auf die beiden regionalen Angelegenheiten eingesetzt haben, und die Auswirkung ihres Handelns auf die Entwicklungen in diesen Problemen.In the years following the end of the Cold War, a political and economic rapprochement between Russia and Turkey was noted despite the two countries’ historical rivalry and mistrust. This process occurred in parallel to severe democratic backsliding witnessed in both countries as well as deteriorated relations with the West. This has led to fears among certain politicians, academics and political experts that Russia and Turkey had formed an anti-Western and anti-democratic alliance. Despite the rapprochement between Russia and Turkey, their democratic backsliding and seeming anti-Westernism, the two countries’ foreign policy goals have often been at odds, asdemonstrated by the recently concluded conflict between Armenia and Azerbaijan over Nagorno-Karabakh and the Syrian civil conflict prior to the collapse of the Al-Assad regime,among other examples. Russia and Turkey backed different sides during the Yugoslav conflicts of the 1990s, and there have been no indications of an alignment on present-day regional issuesin the Western Balkans. As such, this qualitative thesis analyzes Russia and Turkey’s approach to disputes and crises in the Western Balkans from the second half of the 2000s to the 2020s,using the Kosovo-Serbia dispute and Bosnian political crises as case studies as they generally serve as litmus tests for external actors’ objectives in the Western Balkans. The thesis looks at the tools Russia and Turkey have employed as it relates to the two regional matters and the impact their actions have had on developments surrounding those issues.submitted by William ReitterMasterarbeit Universität Graz 202
Dissenting opinion : the role of dissenting opinions at the U.S. Supreme Court and the potential impact of their introduction at the Constitutional Court of Austria
Diese Abschlussarbeit untersucht die Auswirkungen von abweichenden Meinungen Dissenting Opinions an Höchstgerichten, insbesondere deren Effekte am U.S. Supreme Court, und analysiert die potenziellen Auswirkungen einer Einführung von Dissenting Opinions am österreichischen Verfassungsgerichtshof. In der Arbeit werden sowohl die internen als auch die externen Auswirkungen von Dissenting Opinions analysiert und inwieweit sie die Rechtsprechung des Supreme Courts beeinflussen. Basierend auf aktuellen Studien wird untersucht, ob und inwieweit sich Dissenting Opinions auf die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und die Legitimität des Supreme Courts auswirken. Anschließend werden vergleichende Erkenntnisse aus ausgewählten europäischen Gerichten herangezogen, um die potenziellen Auswirkungen sowie die Vor- und Nachteile abweichender Meinungen am Verfassungsgerichtshof besser bestimmen zu können. Konkret werden die Auswirkungen und Effekte von Dissenting Opinions am deutschen Bundesverfassungsgericht, am norwegischen Supreme Court, am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und am Gerichtshof der Europäischen Union analysiert. Diese Forschungsergebnisse werden anschließend auf den österreichischen Kontext übertragen und ein Vergleich wird durchgeführt, um die potenziellen Auswirkungen von abweichenden Meinungen am Verfassungsgerichtshof zu bewerten. Abschließend wird ein Vergleich zwischen dem Supreme Court und dem Verfassungsgerichtshof vorgenommen, um zu analysieren, inwieweit sich die amerikanischen Forschungsergebnisse übertragen lassen, um eine genauere Einschätzung der zu erwartenden Auswirkungen von Dissenting Opinions am Verfassungsgerichtshof zu ermöglichen.This diploma thesis examines the impact of dissenting opinions at Courts of last resort, specifically the effects of dissents at the U.S. Supreme Court, and analyses the potential consequences of introducing dissenting opinions at the Constitutional Court of Austria. The thesis analyses both the internal and external dissents and how they impact the jurisprudence of the Supreme Court. Furthermore, building on recent studies, the influence of dissent on the public and the legitimacy of the Supreme Court. Subsequently, comparative insights are drawn from selected European courts to better determine the potential effects and the costs and benefits of dissents at the Constitutional Court of Austria. Specifically, the impacts and effects of dissents on the Federal Constitutional Court of Germany, the Supreme Court of Norway, the European Court of Human Rights, and the Court of Justice of the European Union are analyzed. These results are then applied to the Austrian context and a comparison is conducted to assess the effects of dissenting opinions on the VfGH. Finally, the research results of dissents at the U.S. Supreme Court are applied to the Austrian Constitutional Court to better assess what consequences can be expected and if these results are transferable to Austria.vorgelegt von Nora Franziska PrimschitzEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 75-82Diplomarbeit Universität Graz 202
The dialectic of beauty and ethics: How cosmetic surgery influences body image
Diese Arbeit widmet sich der Untersuchung von Körperbild und Schönheitsoperationen, wobei sowohl die psychologischen als auch die gesellschaftlichen Aspekte der Thematik berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ästhetische Eingriffe das Körperbild beeinflussen und welche ethischen Implikationen damit verbunden sind. Die Arbeit analysiert empirische Studien und theoretische Konzepte, um zu verstehen, welche Faktoren die Entscheidung für Schönheitsoperationen begünstigen und inwieweit diese Eingriffe zu einer Veränderung des Körperbildes führen können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den ethischen Herausforderungen, die mit Schönheitsoperationen verbunden sind, insbesondere im Hinblick auf die vier grundlegenden Prinzipien der Medizinethik nach gängiger Theorie. Es wird auch untersucht, inwieweit gesellschaftliche Schönheitsideale, die durch Medien und Werbung verbreitet werden, die Entscheidung für kosmetische Eingriffe beeinflussen und wie diese Ideale das Selbstbild der Patientinnen und Patienten prägen.Die unterschiedlichen Auswirkungen von Schönheitsoperationen auf das Körperbild und das psychische Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten werden beleuchtet. Es zeigt sich, dass diese Eingriffe in vielen Fällen eine Verbesserung des Körperbildes und eine Steigerung des Selbstwerts zur Folge haben, jedoch nur dann, wenn realistische Erwartungen und keine tiefgehenden psychischen Störungen wie Körperdysmorphophobie vorliegen. Darüber hinaus wird immer wieder die Problematik angesprochen, dass Patientinnen und Patienten durch soziale und mediale Einflüsse in ihrer Entscheidungsfindung möglicherweise stärker beeinflusst werden, als es in ihrem besten Interesse wäre.Abschließend gibt die Arbeit einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen, die insbesondere die Entwicklung und den Einfluss von Körperbildern in unterschiedlichen sozialen Kontexten, wie etwa bei Jugendlichen oder bei Transpersonen, untersuchen sollten. Diese Arbeit trägt somit nicht nur zur bestehenden Literatur bei, sondern liefert auch wichtige Impulse für eine weiterführende Diskussion über die ethischen, sozialen und psychologischen Aspekte von ästhetisch-chirurgischen Eingriffen.This thesis is dedicated to the study of body image and cosmetic surgery, considering both the psychological and societal aspects of the topic. The central question focuses on how aesthetic procedures influence body image and the ethical implications associated with them. The study analyzes empirical research and theoretical concepts to understand which factors contribute to the decision to undergo cosmetic surgery and to what extent these procedures can lead to changes in body image. A particular focus is placed on the ethical challenges related to cosmetic surgery, with particular focus on the four basic principles of medical ethics, as commonly outlined in ethical frameworks. Furthermore, this study examines the extent to which societal beauty ideals, propagated by media and advertising, influence individuals' decisions to undergo cosmetic procedures and how these ideals shape patients' self- perception.The diverse effects of cosmetic surgery on body image and the psychological well-being of patients are explored. It becomes evident that such procedures often lead to an improvement in body image and an increase in self-esteem, but only when patients have realistic expectations and do not suffer from severe psychological disorders such as body dysmorphic disorder. Additionally, concerns are repeatedly raised about the extent to which patients’ decision-making processes may be more strongly influenced by social and media pressures than would be in their best interest.Finally, the thesis provides an outlook on future research questions, particularly concerning the development and impact of body image in different social contexts, such as among adolescents or transgender individuals. This study not only contributes to the existing literature but also provides important impulses for a continued discussion on the ethical, social, and psychological aspects of cosmetic surgery.Annika Schmidt, BEd MEdMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf deutsch und englisc
Empathy in elementary education : early education professionals in the balancing act between empathy and exhaustion
Die vorliegende Masterarbeit widmet sich der Untersuchung von Empathiefähigkeit, emotionaler Erschöpfung und Teamarbeit bei pädagogischen Fachkräften in elementarpädagogischen Einrichtungen in Österreich. Ziel war es, zu analysieren, inwieweit Empathiefähigkeit mit emotionaler Erschöpfung zusammenhängt und welche Rolle die Qualität der Teamarbeit dabei spielt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen Empathiefähigkeit und emotionaler Erschöpfung kein signifikanter Zusammenhang besteht. Entgegen verbreiteten Annahmen stellt Empathie zumindest in der vorliegenden Untersuchung keinen bedeutenden Risikofaktor für emotionale Erschöpfung dar. Besonders hervorzuheben sind die Befunde zur Teamarbeit: Ein positives und unterstützendes Teamklima wirkt sich deutlich schützend auf das emotionale Wohlbefinden der Fachkräfte aus und kann die Auswirkungen von Belastungen im Arbeitsalltag abfedern. Die Untersuchung unterstreicht die Bedeutung kollegialer Unterstützung und eines konstruktiven Miteinanders im Team als zentrale Ressourcen zur Prävention von emotionaler Erschöpfung im elementarpädagogischen Bereich. Die Befunde liefern praxisrelevante Impulse zur Förderung des Wohlbefindens pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen.This master's thesis is dedicated to the investigation of empathy, emotional exhaustion and teamwork among educational professionals in elementary educational institutions in Austria. The aim was to analyze the extent to which empathic ability is related to emotional exhaustion and what role the quality of teamwork plays in this. The results show that there is no significant correlation between empathy and emotional exhaustion. Contrary to widespread assumptions, empathy is not a significant risk factor for emotional exhaustion, at least in the present study. The findings on teamwork are particularly noteworthy: a positive and supportive team climate has a clearly protective effect on the emotional well-being of professionals and can cushion the effects of stress in everyday working life. The study underlines the importance of collegial support and constructive teamwork as key resources for preventing emotional exhaustion in early childhood education. The findings provide practical impulses for promoting the well-being of educational professionals in childcare facilities.Ulli Stichauner, BEdMasterarbeit Universität Graz 202
Persecution of lawyers of Jewish origin in Graz under National Socialism
Abstract Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Nachzeichnung der Verfolgung von vierundzwanzig Grazer Anwälten jüdischer Herkunft und ihrer Familien durch den Nationalsozialismus unter den Rubriken: Ausgrenzung, Beraubung, Verfolgung, Rückkehr und Restitutionen.Wesentliche Quellen sind (autobiografische) Aufzeichnungen des Grazer Anwalts Ludwig Biró, die z.T. noch nicht wissenschaftlich erforscht wurden. Dazu treten Meldeunterlagen des Grazer Stadtarchivs und der Grazer Meldebehörde und vielfältige Archivalien des Steiermärkischen Landesarchivs zu Arisierung und Restitution.Die Verdrängung der Anwälte aus ihrem Berufsstand verlief nach der Blaupause der bereits im Deutschen Reich exekutierten Gesetze und Verordnungen. Sie verloren zudem ihr Eigenheim oder die Mietwohnung und im Kontext der Bemühungen zu emigrieren den größten Teil ihres Vermögens. Der Verfolgungsdruck trieb zwei Drittel der Anwälte jüdischer Herkunft ggfs. mit ihren Familien in die Flucht. Hierbei entschied oft nicht der persönliche Wille über das Erreichen einer Fluchtdestination, sondern zeitliche Umstände, helfende Hände von Schicksalsgenossen und die Entscheidungen der jeweiligen Einwanderungsbehörden. Eine Berufsausübung im Ausland war Rechtsanwälten nach gelungener Flucht gleichwohl nicht möglich. Dies führte für viele zu prekären Lebensbedingungen und Arbeiten weit unter dem gewohnten Niveau bzw. zur völligen beruflichen Umorientierung. Während die Emigration für die meisten das Überleben bedeutete, wurde für nach Frankreich und Belgien Geflüchtete das Aufnahmeland überwiegend zur Todesfalle. Von den in Österreich Verbliebenen überlebte außer zwei Anwaltsehepaaren, die den Status „Mischehe“ erfüllten, niemand die Shoah.Von den emigrierten Anwälten kehrten insgesamt vier nach Österreich zurück davon zwei nach Graz, wo sie erneut anwaltlich tätig wurden. Von den beiden o.g. Anwälten, die in „Mischehen“ lebten, wurde einer wieder in Graz tätig, der andere in Wien. Bei den in Graz wieder aktiv Gewordenen lässt sich unmittelbar nach Kriegsende die Restitutionsfrage als ein Schwerpunkt ihrer Aktivitäten erkennen, wo sie sowohl private Mandanten wie auch Unternehmen und die Grazer Israelitische Kultusgemeinde erfolgreich vertraten. Ludwig Biró steuerte zudem über das anwaltliche Geschäft hinaus Impulse zur österreichischen Restitutionsgesetzgebung bei. Insgesamt gesehen verloren acht Grazer Anwälte jüdischer Herkunft ihr Leben in der Shoah, vierzehn überlebten durch die Flucht ins Ausland.Abstract The aim of this work is to show how the persecution of two dozen lawyers of Jewish origin and their families by the Nazi regime took place in Graz as of March 1939.This will be shown in detail under headlines such as exclusion, deprivation, persecution, return and restitutions.Major sources are autobiographic documents of Ludwig Biró, one of the Jewish lawyers, that have not been researched until now. In addition to this material of the town archive of Graz, the Graz city administration and the county archive of Styria in Graz was used.The exclusion of the lawyers from their profession in annexed Austria followed a pattern, that the Nazi regime used in the “Deutsches Reich” since 1933. Following similar patterns, they lost most of their property especially in the context of their forced emigration. The destination of the emigration was mostly not the result of their own will but was imposed by circumstances, helping hands at home and abroad and administrative decisions by the receiving countries. Even after “successful” emigration almost none of the lawyers was able to follow his profession. Instead, most of them lived under dire conditions and had to accept low level jobs to survive.While most of the emigrees survived, most of those who fled to France and Belgium found themselves trapped and were finally murdered by the Nazi regime. From the few lawyers and their wives that stayed in Austria only those two couples, who lived in a “mixed marriage” survived the Shoah.After the war only four lawyers returned to Austria, two of them to Graz.Those who resumed their activity as lawyers in Graz were intensively engaged in restitution cases for private persons, business people as well as for the Israelite religious community.Ludwig Biró participated in addition in the creation of the restitution laws of the new Austrian state.Eight of the lawyers lost their lives in the Shoah, fourteen survived by emigration and two in Austriavorgelegt von Klaus RiedelMasterarbeit Universität Graz 202