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Österr. Religionspädagogisches Forum / Evaluation of the Perceptions and Approaches of Theology Faculty Students in Türkiye in the Context of Migration and Racism
Die Intensivierung der globalen Migration in den letzten Jahren hat zum Anstieg von Rassismus und ausgrenzenden Diskursen in vielen Aufnahmegesellschaften beigetragen. In dieser Studie wird untersucht, wie der Religionsunterricht die Ansichten von Theologiestudenten über Rassismus und Migration in der Türkei prägt. Die Ergebnisse der Tiefeninterviews deuten darauf hin, dass der Religionsunterricht integrative Haltungen fördert und als moralische Grenze gegen Rassismus fungiert. Ihr Einfluss wird jedoch durch nationalistische Narrative, kulturelle Ängste und wirtschaftliche Bedenken eingeschränkt. Während religiöse Lehren zunächst die Solidarität fördern, vor allem durch die Vorstellung von religiöserBrüderlichkeit, schwächt sich ihre Wirkung ab, wenn sie mit realen Integrationsherausforderungen konfrontiert werden. Die Studie zeigt sowohl das Potenzial als auch die Grenzen der religiösen Erziehung bei der Bekämpfung von Rassismus auf.The intensification of global migration in recent years has caused an increase in racism and exclusionary discourses in many host societies. This study examines how religious education shapes theology students’ views on racism and migration in Türkiye. Findings from in-depth interviews suggest that religious educationpromotes inclusive attitudes and serves as a moral barrier against racism. However, its influence is constrained by nationalist narratives, cultural anxieties, and economic concerns. While religious teachings initially foster solidarity, primarilythrough the notion of religious brotherhood, their effect weakens when faced with real-life integration challenges. The study highlights both the potential and limitations of religious education in countering racism
The use of direct coercive power by public security bodies
Die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes sind im Zuge der Ausübung der sicherheitspolizeilichen Befugnisse befugt, unmittelbare Zwangsgewalt anzuwenden. In der Praxis kann es im Rahmen der Befugnisausübung zu Fällen kommen, bei denen die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes unmittelbare Zwangsgewalt ausüben und dadurch Grenzen überschreiten, welche folglich unrechtmäßig sind. Der Hauptteil dieser Arbeit erläutert demnach, was unmittelbare Zwangsgewalt ist, wann die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes befugt sind diese auszuüben und wann diese rechtmäßig ist. Durch ausgewählte Praxisbeispiele wird die Anwendung von unmittelbarer Zwangsgewalt in der Praxis genauer analysiert und erläutert. Es zeigt sich, dass die Ausübung von unmittelbarer Zwangsgewalt gem § 50 SPG zulässig ist, wenn das Stufenverfahren gem § 50 Abs 2 SPG eingehalten wird und verhältnismäßig gem § 29 SPG ist. Auch wird die Anwendung von unmittelbarer Zwangsgewalt durch die Bestimmungen §§ 28 bis 31 SPG beschränkt. Es stellt sich heraus, dass die rechtswidrige Ausübung von unmittelbarer Zwangsgewalt durch die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes verschiedene Konsequenzen nach sich zieht sowie eine Verletzung der Grundrechte darstellt.The organs of the public security service are authorised to use direct coercive force in the course of exercising their security police powers. In practice, when exercising their powers, there may be cases in which the bodies of the public security service exercise direct coercive power and thereby exceed limits, which are therefore unlawful. The main part of this thesis therefore explains what direct coercive power is, when the organs of the public security service are authorised to exercise it and when it is lawful. Selected practical examples are used to analyse and explain the use of direct coercive power in practice in more detail. It is shown that the exercise of direct coercive power pursuant to § 50 SPG is permissible if the step-by-step procedure pursuant to § 50 Abs 2 SPG is complied with and is proportionate pursuant to § 29 SPG. The use of direct coercive force is also restricted by the provisions of §§ 28 to 31 SPG. It turns out that the unlawful exercise of direct coercive power by the organs of the public security service has various consequences and constitutes a violation of fundamental rights.vorgelegt von Julia KernbichlerDiplomarbeit Universität Graz 202
lnformal non-binding referendums : a constitutional analysis
In den letzten Jahren war eine zunehmende Entformalisierung direktdemokratischer Instrumente zu beobachten. Die gegenständliche rechtsdogmatische Arbeit untersucht ein besonders relevantes Phänomen dieser Entwicklung: informelle (Volks-)Befragungen, die ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage – insbesondere auf Gemeindeebene – in der Bevölkerung durchgeführt werden. Obwohl es keine einheitliche Erscheinungsform informeller (Volks-)Befragungen gibt und sie in ihrer konkreten Ausgestaltung stark variieren können, lassen sie sich anhand bestimmter gemeinsamer Merkmale typologisch erfassen. Auf dieser Grundlage wird in der Arbeit eine dreistufige Typologie entwickelt. Diese basiert auf dem Ähnlichkeitsgrad zur formellen Volksbefragung, der Art der Fragestellung sowie den initiierenden Akteuren. Diese Kategorien umfassen Befragungen mit referendumsähnlichem, deliberativem und demoskopischem Charakter.Die Durchführung informeller (Volks-)Befragungen wirft erhebliche verfassungsrechtliche Fragen hinsichtlich des Legalitätsprinzips, der Verletzung subjektiver Rechte sowie eines unzureichenden Rechtsschutzes auf. Im Zentrum der rechtsdogmatischen Untersuchung steht daher die Frage, ob informelle (Volks-)Befragungen verfassungsrechtlich zulässig sind. Die verfassungsrechtliche Beurteilung der Zulässigkeit informeller (Volks )Befragungen variiert dabei je nach Typus der durchgeführten Befragung. Aus der Interpretation der verfassungsgesetzlichen Grundlagen auf Bundes- sowie steierischer Landes und Gemeindeebene lässt sich eine relative Sperrwirkung ableiten, die auf den jeweiligen Normanwendungsbereich der gesetzlich geregelten, formellen Volksbefragung beschränkt ist. Insofern eine informelle (Volks-)Befragungen in den Anwendungsbereich einer formellen Volksbefragung fällt bzw diese umgeht, stellt sie eine rechtswidrige formelle Volksbefragung dar. Sofern eine informelle (Volks-)Befragung nicht von der relativen Sperrwirkung erfasst ist, bedarf sie dann einer gesetzlichen Grundlage und eines gesetzlich geregelten öffentlich-rechtlichen Rechtsschutzes, wenn durch die Befragung in subjektive Rechte Einzelner eingegriffen wird. Tendenziell sind insbesondere Befragungen mit referendumsähnlichem Charakter – im Gegensatz zu jenen mit deliberativem und demoskopischem Charakter – mit Rechtswidrigkeit bedroht. Aufbauend auf den Erkenntnissen der rechtsdogmatischen Untersuchung werden rechtspolitische Ansätze entwickelt, um den rechtlichen Rahmen formeller Volksbefragungen so zu gestalten, dass informelle (Volks-)Befragungen nicht mehr in einem möglichen „rechtsfreien Raum“ stattfinden. Der erarbeitete Reformvorschlag formeller Volksbefragungen zielt einerseits darauf ab, informelle (Volks-)Befragungen rechtlich zu legitimieren sowie andererseits die Befragungsverfahren auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene insgesamt flexibler, inklusiver und effektiver zu gestalten, um so die direkte Demokratie zu attraktiveren.This thesis examines the phenomenon of so-called informal non-binding referendums. Instead of (formal) non-binding referendums provided for by law, more and more referendums are being conducted in practice – especially at the municipal level – without an explicit legal basis. In general, there is no standardised form of informal non-binding referendums; but, they vary from case to case. Nevertheless, certain common features can be identified in the individual informal non-binding referendums that are carried out. On this basis, a three-tier typology has been developed in this thesis. This typology is predicated upon the degree of similarity to the formal non-binding referendum, the nature of the question posed, and the initiating actor. The resulting categories encompass referendums of a referendum-like, deliberative, and demoscopic character.The conduct of informal non-binding referendums raises significant constitutional questions with regard to the principle of legality, the infringement of subjective rights, and the adequacy of legal protection. At the heart of this thesis lies the question of whether informal non-binding referendums are constitutionally permissible. The constitutional assessment of the permissibility of informal non-binding referendums varies according to the type of referendum in question. The interpretation of the constitutional provisions at the federal, Styrian state, and Styrian municipal levels allows for a relative blocking effect to be derived, which is confined to the normative scope of the statutorily regulated, formal non-binding referendum. Insofar as an informal non-binding referendum falls within the scope of a formal referendum or circumvents it, it constitutes an unlawful formal non-binding referendum. If an informal non-binding referendum is not subject to the relative blocking effect emanating from the provisions governing formal referendums, it still requires a statutory basis and legally regulated protection under public law if it encroaches upon the subjective rights of individuals. In general, referendums of a referendum-like character – unlike those of a deliberative or demoscopic nature – are particularly susceptible to being deemed unlawful.Building upon the findings of the doctrinal legal analysis, legal policy approaches have been developed to ensure that informal non-binding referendums no longer take place in a potential "legal vacuum". The proposed reform of formal referendums is intended, on the one hand, to provide a legal basis for informal referendums and, on the other hand, to render referendum procedures at the federal, state, and municipal levels altogether more flexible, inclusive, and effective overall, thereby enhancing the attractiveness of direct democracy.vorgelegt von Andreas Christian JohamLiteraturverzeichnis: Seite 353-378Dissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Morality vs. pleasure - what promotes the willingness to adopt a plant-based diet? : Effects of message framing, personal beliefs, and self-regulation-related factors on the formation of dietary goal intentions
Der negative Einfluss des globalen Ernährungssystems auf die weltweiten CO2 Emissionen kann durch den Umstieg auf eine pflanzenbasierte Ernährungsweise wesentlich reduziert werden. Studien zeigen, dass gewinnorientiertes Message Framing positive Effekte auf die Bereitschaft zur pflanzenbasierten Ernährung hat, dabei aber persönliche Überzeugungen bezüglich alltäglicher Ernährungsentscheidungen zu berücksichtigen sind. Basierend auf Erkenntnissen der Goal-Framing Theory und des Stage Model of Self-regulated Behavioral Change (SSBC) wurde in der vorliegenden experimentellen Online-Studie geprüft, ob sich verschieden geframte Textbotschaften (moralisch vs. hedonisch vs. kein Framing) unter Berücksichtigung des primären persönlichen Zielframes (moralisch vs. hedonisch) unterschiedlich auf die Höhe der Bereitschaft auswirken (Nk = 269). Weiters wurde geprüft, ob diese mit soziodemografischen und den SSBC-Faktoren „wahrgenommene Machbarkeit“ und „antizipierte positive Emotionen“ zusammenhängt (Ng = 480). Die Framing-Texte konnten nicht die gewünschte Wirkung erzielen, weshalb keine Rückschlüsse auf deren Effektivität gezogen werden können. Beide Experimentaltexte schienen sich bei primär hedonisch Handeln-den allerdings tendenziell negativ auf die Bereitschaft auszuwirken, während sie bei primär moralisch Handelnden keinen Effekt hatten. Weiters zeigten sich positive Zusammenhänge zwischen der Bereitschaft und weiblichem Geschlecht, vegetarischer Ernährungsweise, den SSBC-Faktoren sowie dem moralischen Zielframe. Maßgeschneiderte Interventionen zur Förderung der pflanzenbasierten Ernährungsweise sollten sich daher Personen richten, deren Ernährungsentscheidungen nicht moralisch motiviert sind, sowie an Männer* und Omnivore. Zukünftige Forschung könnte zudem das Potenzial von Bild- und audiobasierten Framing-Strategien untersuchenThe global food system significantly contributes to CO2 emissions, a negative im-pact that could be substantially mitigated by adopting a plant-based diet. Research suggests that gain-framed messaging can enhance the willingness to switch to plant-based eating; however, the effectiveness of such messaging depends on individual beliefs about everyday food choices. Drawing on Goal-Framing Theory and the Stage Model of Self-regulated Be-havioral Change (SSBC), this experimental online study explored whether differently framed text messages (moral vs. hedonic vs. neutral) influence willingness, depending on the focal goal frame (moral vs. hedonic) (Nk = 269). Furthermore, the study examined asso-ciations between willingness and sociodemographic variables, as well as SSBC factors such as "perceived feasibility" and "anticipated positive emotions" (Ng = 480). The framing texts did not produce the anticipated effects, limiting conclusions about their effectiveness. Nonetheless, the results suggested that both experimental texts might decrease willingness among individuals driven primarily by hedonic motives, while no impact was observed among those guided primarily by moral motives. Positive correlations emerged between willingness and female gender, vegetarianism, SSBC factors, and the moral goal frame. Consequently, tailored interventions should focus on individuals whose dietary choices are not morally motivated, as well as men* and omnivores. Future research might also investigate the effect of image- and audio-based framing strategies.eingereicht von Veronika Kaindl, BA, B.Sc.Masterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
'If You Turn a Garden to a Park...': Albanian Art and its Utopias in the Age of Globalization
In diesem Projekt untersuche ich die visuellen Kunstentwicklungen innerhalb der albanischen Kunst des letzten Jahrhunderts. Es wird eine analytische Trennung zwischen der während des Regimes von Enver Hoxha produzierten Kunst, die als Sozialistischer Realismus bezeichnet wird, und der danach produzierten Kunst, der zeitgenössischen Kunst, vorgenommen. Untersucht wird, wie die albanischen nationalistischen Visionen in beiden Epochen der staatlich geförderten Kunst zum Ausdruck kommen. Es wird eine genaue Untersuchung der visuellen und politischen Motive dieser künstlerischen Unternehmungen durchgeführt; Was diese Erkenntnisse hervorbringen, wird offenbart.Das Projekt ist eine vergleichende Analyse der Bildsprache beider Perioden der albanischen Kunst des vergangenen Jahrhunderts. Für dieses Projekt wurde ein Mixed-Methods-Ansatz verwendet. Abgesehen von formalen Analysen visueller Kunstwerke, die in Albanien und darüber hinaus produziert wurden; Verwendet werden geführte Interviews, journalistische Artikel aus erster und zweiter Hand, wissenschaftliche Studien über das Land und den Ostblock, Quellenbücher zur Kunstgeschichte sowie prominente wissenschaftliche Konzepte von „Kunstwelten“ und den produktiven Aspekten der Kunst.Das Projekt enthüllt die einzigartige Verbindung zwischen der visuellen Landschaft des albanischen sozialistischen Realismus und der zeitgenössischen albanischen Kunstwelt. Es werden umfassende Zusammenhänge zwischen dem Ausdruck des Sozialistischen Realismus und den aktuellen künstlerischen Praktiken seiner Zeit, insbesondere in den USA, aufgedeckt. Das Projekt zeigt, wie Regierungen bewusst Raum für künstlerische Entwicklung schaffen und welche wirtschaftlichen Dimensionen in nationalen Mythen und Motiven verankert sind.Ziel des Projekts ist es, die Bedeutung der Auseinandersetzung mit politischen Symbolen und Ideen in der Kunst – insbesondere in der „offiziellen Kunst“ – zu veranschaulichen, die zur Vertiefung des Verständnisses einer politisch und künstlerisch wenig erforschten Region genutzt werden kann.In this project, I examine the visual art developments within Albanian art of the last century. An analytical division between art produced during Enver Hoxha’s regime, referred to as Socialist Realism, and art produced afterwards, contemporary art, is built. Ways in which Albanian Nationalist visions are expressed in both periods of state sponsored art are examined. A close examination of the visual and political motifs found in these artistic endeavors is conducted; what these insights produce is revealed.The project is a comparative analysis of the visual language of both periods of Albanian Art of the past century. A mixed methods approach was utilized for this project. Aside from formal analyses of visual art pieces produced in Albania and beyond; conducted interviews, first and secondhand journalistic pieces, academic surveys of the country and Eastern Bloc, source books on art history, and prominent academic concepts of “art worlds” and the productive aspects of art are utilized.The project reveals the unique nexus between the visual landscape of Albanian Socialist Realism and contemporary Albanian art world. Broad connections between Socialist Realist expression and ongoing artistic practices of its era, particularly in the US, are revealed. The project reveals the manner in which governments deliberately create the space for artistic development, and the economic dimensions that are embedded in national myths and motifs.The project aims to illustrate the importance of the examination of political symbols and ideas in art - particularly in ‘official art’ - that can be used to deepen understanding of a region that is politically and artistically understudied.Automatisch erstellte Titelanzeige – Daten nicht geprüftMasterarbeit Universität Graz 202
Police interpreting from the perspective of interpreters with and without translation studies training
Das Dolmetschen im polizeilichen Setting erfordert nicht nur hohe sprachliche Präzision, sondern auch ein fundiertes Verständnis für rechtliche und ethische Aspekte. In diesem sensiblen Bereich arbeiten sowohl Dolmetscher*innen mit als auch ohne translationswissenschaftliche Ausbildung. Diese Masterarbeit untersucht die Unterschiede in den Wahrnehmungen und Handlungsansätzen dieser beiden Gruppen.Im Rahmen einer qualitativen Studie wurden sechs Interviews mit Polizeidolmetscher*innen geführt – drei mit und drei ohne translationswissenschaftliche Ausbildung. Die Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring zeigt, dass beide Gruppen das polizeiliche Setting als komplex wahrnehmen, sich jedoch in ihren Lösungsansätzen unterscheiden. Dolmetscher*innen mit translationswissenschaftlicher Ausbildung reflektieren verstärkt über ethische und rechtliche Fragestellungen und nutzen ihr theoretisches Wissen, um Machtstrukturen zu hinterfragen. Dolmetscher*innen ohne entsprechende Ausbildung setzen stärker auf praxisnahe und intuitive Strategien, um die sprachliche Präzision sicherzustellen und die Kommunikation im polizeilichen Kontext effizient zu gestalten.Die Ergebnisse verdeutlichen den entscheidenden Einfluss einer translationswissenschaftlichen Ausbildung auf die professionelle Rolle von Polizeidolmetscher*innen und heben die Notwendigkeit gezielter Professionalisierungsmaßnahmen hervor. Besonders ethische Reflexion, strukturierte Fortbildungsprogramme und Supervision tragen maßgeblich dazu bei, die Qualität polizeilicher Dolmetschungen langfristig zu sichern und Dolmetscher*innen im Umgang mit emotionalen Belastungen zu unterstützen. Auch die Kompetenzprüfung des Bundesministeriums für Inneres (BMI) spielt eine zentrale Rolle, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung und Qualitätssicherung im Bereich des Polizeidolmetschens leistet.Interpreting in police settings requires not only high linguistic precision but also a sound understanding of legal and ethical aspects. This sensitive field includes interpreters both with and without training in translation studies. This master's thesis examines the differences in the perceptions and approaches of these two groups.As part of a qualitative study, six interviews were conducted with police interpreters—three with and three without training in translation studies. An analysis based on Mayring’s qualitative content analysis method shows that both groups perceive the police setting as complex but differ in their approaches. Interpreters trained in translation studies reflect more deeply on ethical and legal issues and apply their theoretical knowledge to critically examine power structures. In contrast, interpreters without formal training rely more heavily on practical and intuitive strategies to ensure linguistic precision and facilitate efficient communication in police contexts.The results illustrate the significant influence of translation studies training on the professional role of police interpreters and highlight the need for targeted professional development initiatives. Ethical reflection, structured training programs, and supervision play a crucial role in ensuring the long-term quality of police interpreting and supporting interpreters in coping with emotional burdens. Additionally, the BMI competency exam plays a key role, as it makes an important contribution to the professionalization and quality assurance of police interpreting.vorgelegt von Israa Hemida, BAMasterarbeit Universität Graz 202
Artistic and creative practices as resources in disability services : importance, forms, and potential benefits in working with individuals with intellectual disabilities
Jeder Mensch hat laut UN-Behindertenrechtskonvention ein Recht auf Bildung, kulturelle Teilhabe, persönliche Entfaltung und den Erwerb von Fähigkeiten. Dafür sind geeignete Räume nötig. Diese Arbeit untersucht den Einfluss und das Potenzial von Kunst und Kreativität in der Arbeit mit Menschen mit intellektuellen Behinderungen in der österreichischen Behindertenhilfe. Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern sie als Ressource dienen können. 13 Expert*innen, Pädagog*innen, Betreuer*innen sowie Kunst-, Mal- und Gestaltungstherapeut*innen wurden dazu leitfadengestützt befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Kunst und kreative Tätigkeiten die persönliche und soziale Entwicklung fördern und Barrieren abbauen. Sie gliedern sich mit verschiedenen Zielen und Methoden in Kunsttherapie, Kunstpädagogik, Kunsthandwerk und freie Kunst. Zudem wird die klare Trennung von Kunstpädagogik und -therapie sowie eine breitere Integration künstlerischer Angebote in der Behindertenarbeit empfohlen.According to the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities, everyone has the right of education, cultural participation, personal development and skill acquisition, requiring appropriate spaces. This study examines the influence and potential of art and creativity in working with people with intellectual disabilities in Austrian disability services. It aims to determine to what extent these can serve as a resource. Thirteen experts, including educators, caregivers and design therapists, were interviewed using a structured guideline. Results show that art and creative activities promote personal and social development as well as helping to break down barriers. They are categorized into art therapy, art education, arts and crafts, and fine arts. The findings also highlight the need to clearly separate art education and therapy to broaden and inclusively integrate art offerings in disability services.Autorin: Anna Kogler, B.A.Masterarbeit Universität Graz 202
Presentation of sustainability reports according to draft ESRS P1 and current developments
Das Interesse an den Nachhaltigkeitsaspekten der Unternehmen hat in den letzten Jahren angesichts globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel und gesellschaftlichen Erwartungen stark zugenommen. Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass bestehende gesetzliche Regelungen und freiwillige Rahmenwerke bislang keine ausreichende Qualität, Relevanz und einheitliche Präsentation der von den Unternehmen veröffentlichten Nachhaltigkeitsinformationen gewährleisten konnten. Vor diesem Hintergrund hat sie die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) mit der Entwicklung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) beauftragt. Diese Masterarbeit hat das Ziel, ausgehend vom Arbeitspapier ESRS P1 die Anforderungen an die Präsentation von Nachhaltigkeitsinformationen zu untersuchen und deren Angemessenheit zu analysieren. Dabei wird die Entwicklung bis hin zur Veröffentlichung des Delegierten Rechtsakts durch die Europäische Kommission detailliert analysiert. Aus der Analyse geht hervor, dass die Umsetzung der ESRS mit erheblichen Herausforderungen und Kosten für berichtende Unternehmen verbunden ist. Die Zusammenarbeit der EFRAG mit internationalen Standardsetzern erleichtert jedoch die Anwendung der Standards und könnte langfristig zu einer global einheitlichen Nachhaltigkeitsberichterstattung führen. Nutzer:innen von Nachhaltigkeitsinformationen können bei einer konsequenten Umsetzung der Anforderungen von einer gesteigerten Vergleichbarkeit und Relevanz der bereitgestellten Daten profitieren. Durch die laufenden Anpassungen der Standards bleiben die Auswirkungen und die Angemessenheit der Standards in der Praxis noch abzuwarten.Interest in the sustainability aspects of companies has increased significantly in recent years in light of global challenges such as climate change and social expectations. The European Commission has determined that existing statutory regulations and voluntary frameworks have not yet been able to guarantee sufficient quality, relevance and uniform presentation of the sustainability information published by companies. For this reason, it commissioned the European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) to develop the European Sustainability Reporting Standards (ESRS). The aim of this master's thesis is to examine the requirements for the presentation of sustainability information based on the ESRS P1 working paper and to analyze its reasonableness. The development up to the publication of the delegated act by the European Commission is analyzed in detail. The analysis shows that the implementation of the ESRS is associated with considerable challenges and costs for reporting companies. However, EFRAG's cooperation with international standard setters facilitates the application of the standards and could lead to globally uniform sustainability reporting in the long term. Users of sustainability information can benefit from increased comparability and relevance of the data provided if the requirements are implemented consistently. Due to the ongoing adjustments to the standards, the impact and appropriateness of the standards in practice remain to be seen.Christoph Kahr, BScEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 64-76Masterarbeit Universität Graz 202
The gender funding gap: An analysis of the causes, effects and consequences of the funding gap in female entrepreneurship and possible solutions
Start-ups stellen in Österreich einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und zum Wachstum der österreichischen Wirtschaft dar. Jedoch sind sie mit einigen Herausforderungen konfrontiert, zu denen insbesondere der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten zählt. Die Frage nach möglichen Finanzierungsformen ist dabei zunehmend in den Fokus der Gender- und Geschlechterforschung gerückt, da Frauen nachweislich bei Unternehmensgründungen von einer ungleichen Vergabe von Finanzierungsmitteln betroffen sind. Der Finanzierungslücke können demnach weitreichende Folgen sowohl für die bestehende Geschlechterungleichheit als auch für die ökonomische Entwicklung eines Landes zugeschrieben werden. Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, die Rolle des Geschlechts bei der Vergabe von Finanzierungsmitteln sowie die Auswirkungen dieser auf das weibliche Unternehmertum zu analysieren. Diesbezüglich wird zudem der Frage nachgegangen, welche Faktoren zur Entstehung des Gender-Funding-Gaps führen und welche politischen Maßnahmen dazu beitragen können, den Gender-Funding-Gap zu verringern. Um die Forschungsfragen beantworten zu können, wird zunächst eine umfassende Literaturrecherche zu geschlechtsspezifischen Unterschieden im Unternehmertum durchgeführt, die Finanzierungsmöglichkeiten von Start-ups behandelt und die konkrete Bedeutung sowie die Ursachen des Gender-Funding-Gaps aufgezeigt. Zudem werden bereits etablierte oder geplante politische Maßnahmen untersucht. Durch eine qualitative Befragung von weiblichen Start-up-Gründerinnen wurden die politischen bzw. gesellschaftlichen Maßnahmen analysiert und weitere praxisnahe Möglichkeiten aufgezeigt. Die Ergebnisse zeigen dabei deutlich, dass insbesondere gesellschaftlich verankerte Rollenbilder und die fehlende Gleichstellung zu den Kernursachen des Gender-Funding-Gaps zählen. Politische Maßnahmen, die geschlechtsspezifische Bias reduzieren und Frauen konkret als Gründerinnen unterstützen, werden als die wirksamsten Maßnahmen erachtet.Start-ups in Austria make an important contribution to the development and growth of the Austrian economy. However, they face a number of challenges that need to be overcome. One key factor is access to financing. The question of possible forms of financing has increasingly become the focus of gender and sex research in this regard, as women are demonstrably affected by an unequal allocation of funding when setting up a business. The financing gap can therefore have far-reaching consequences both for existing gender inequality and for the economic development of a country. The aim of this master's thesis is to analyze the role of gender in the allocation of funding and its impact on female entrepreneurship. In this regard, the question of which factors lead to the emergence of the gender funding gap and which political measures can contribute to reducing the gender funding gap is also investigated. In order to answer the research questions, a comprehensive literature review on gender-specific differences in entrepreneurship is first carried out, the financing options for start-ups are discussed and the specific significance and causes of the gender funding gap are identified. In addition, already established or planned political measures are examined. Through a qualitative survey of female start-up founders, the political and social measures were analyzed and further practical possibilities were identified. The results clearly show that socially anchored role models and the lack of equality are among the core causes of the gender funding gap. Political measures that reduce gender-specific bias and specifically support women as founders are considered to be the most effective measures.Daniel Pamsl, BScEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 104-108Masterarbeit Universität Graz 202