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ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Eklektik: zwischen Notwendigkeit und Problematisierung : Professionalisierung in der frühen Kindheit aus einer allgemeinpädagogischen Perspektive
Der vorliegende Beitrag versteht sich als Versuch, die Bedeutung und Notwendigkeit theoretischer Forschung in der Elementarpädagogik zu markieren, insofern pädagogische Theorien in ihrer tiefergehenden Bedeutung nachvollziehbar bleiben sollen, um den je dahinterstehenden Gedanken zu bewahren und eine oberflächliche Rezeption zu verhindern. Dabei werden die Gefahren und Möglichkeiten der Methode der Eklektik dargestellt. Eine historische Perspektive zeigt, dass eine eklektische Herangehensweise bereits bei den Lehren Friedrich Fröbels und deren Rezeption rekonstruiert werden können.This article is an attempt to determine the relevance of theoretical research in early childhood education and care. This is because educational theories should be remained comprehensible in their deeper meaning in order to preserve the original idea and prevent a superficial reception. The article shows the consequences and possibilities of the eclectic method. A historical perspective shows that eclectic approaches can already be reconstructed in Friedrich Fröbel's ideas and their reception
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Das Professionalisierungspotential von Diversität in der Ausbildung zur Elementarpädagog:in
Der Beitrag beleuchtet aktuelle Veränderungen in der Zusammensetzung der Auszubildenden in der elementarpädagogischen Berufsausbildung als Elementarpädagog:in, insbesondere im Hinblick auf Mehrsprachigkeit und Migrationsbiografien am Beispiel der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik der Stadt Wien (bafep21). Im Anschluss werden vorliegende quantitative Befunde diskutiert, bestehende Desiderate benannt und ausgewählte theoretische Zugänge herangezogen, um Perspektiven für die Weiterentwicklung von Ausbildung und Forschung im Hinblick auf das Professionalisierungspotential von Diversität zu skizzieren.This contribution examines recent shifts in the composition of students enrolled in early childhood education and care (ECEC) vocational training, with a particular focus on multilingualism and migration biographies, using the case of the Bildungsanstalt für Elementarpädagogik der Stadt Wien (bafep21). Drawing on existing quantitative data, the study discusses current findings and identifies key research gaps. Furthermore, selected theoretical approaches are explored to outline possible directions for future research and training development. The paper argues that diversity holds significant, yet underutilized, potential for the professionalization of early childhood education and emphasizes the need for differentiated pedagogical and institutional responses
Limina / Collective Action in Political and Moral Uncertainty : Understanding Moral Foundations of Exemplars and Perpetrators in the Second World War
Die Herausforderungen komplexer globaler Krisen wie im Nahen Osten oder im Krieg zwischen Russland und der Ukraine erfordern schwierige moralische Entscheidungen. Während Forschungen belegen, dass moralische Werte wie Fürsorge und Fairness prosoziales kollektives Handeln fördern, scheinen sich Werte im Kontext gewalttätiger Konflikte hin zu Loyalität und Autorität zu verschieben. Empirische Studien zu realen Entscheidungen mit hohem persönlichem Risiko im Kontext von tatsächlichem Verhalten fehlen jedoch. Um besser zu verstehen, wie moralische Grundlagen die Unterstützung für kollektives Handeln in gewaltgeprägten Kontexten fördern, untersuchen wir moralische Extrembeispiele während des Zweiten Weltkriegs, der niederländischen jüdischen Friedensaktivistin Etty Hillesum, des christlichen Dissidenten Dietrich Bonhoeffer und des Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz, Rudolf Höß, mittels computergestützter Sprachanalyse autobiografischer Dokumente. Die Ergebnisse zeigen, dass alle untersuchten Personen gewisse Verschiebungen ihrer moralischen Grundlagen berichten. Während Vorbilder Wege finden, um diese Veränderungen auszugleichen, zeigt der Täter-Narrativ erheblich stärkere Verwerfungen. Moralverschiebungen scheinen zwar kollektives Handeln in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen zu erklären, es gibt jedoch ausgeprägte individuelle Nuancen, um die Folgen moralischer Verschiebungen abzuwenden. Theoretische und angewandte Implikationen für kollektives Handeln unter politischer und moralischer Unsicherheit werden diskutiert.Challenging complexities within increasing global crises such as the Middle East or the Russia/Ukraine war require difficult moral decisions in uncertainty. While previous research suggests that moral foundations such as care and fairness elicit support for prosocial collective action, within contexts of violent conflict, this morality seems to shift towards loyalty and authority. However, there is a lack of studies on real-life high-stakes decisions in violent conflict, and connections to actual behavior remain unclear. To better understand how moral foundations facilitate support for collective action in violent settings, this article examines exceptional moral outliers during the Second World War as described in three autobiographic documents by Dutch Jewish peace activist Etty Hillesum, Christian conscious dissenter Dietrich Bonhoeffer, and commandant of the Auschwitz concentration camp Rudolf Hoess. These analyses are conducted by utilizing natural language processing. The results reveal that all individuals studied were subject to morality shifting. While moral exemplars find agentic ways to creatively compensate for changes based on protective moral foundations and socialstrategies, the moral perpetrator narrative shows substantially enhanced shifting. Our findings suggest that while morality shifting explains collective action behaviors in challenging intergroup settings, individual nuance exists, and carefully crafted strategies can avert the consequences of moral shifting. Theoretical and applied implications for collective action under political and moral uncertainty are discussed
Österr. Religionspädagogisches Forum / Rezension zu: Carsten, Misera u.a. (HG.): Vom Anderen lernen. Postmoderne Bilder und Kontexte religiöser Bildung. Münster: Waxmann,2024.
Österr. Religionspädagogisches Forum / Rezension zu: Juen, Petra: Pluralität durchleben. Religionen- und konfessionenübergreifende Zusammenarbeit an Tiroler Höheren Schulen, Stuttgart: Kohlhammer 2023 (= Studien zur Interreligiösen Religionspädagogik 7).
Österr. Religionspädagogisches Forum / Rezension zu: Chrostowski, Mariusz: Populismus als Herausforderung für religiöse Bildung in Polen: Empirische Analyse der Nähe und Distanz zu den populistischen Einstellungen bei Abiturientinnen und Abiturienten in Polen und ihre Relevanz für sozial und religionspädagogische Praxis, Herne: Gabriele Schäfer Verlag 2023 (Didaktische Beiträge 8).
Imaginationen künstlicher Menschen : Interdisziplinäre Perspektiven auf zeitgenössische Romane und Filme / von Anne-Kathrin, Reulecke / Von der technischen Erweiterung des Menschen zur menschlichen Erweiterung der Technik. : Hierarchie, Extraktion und Ausbeutung in Sleep Dealer (Alex Rivera, 2008)
Sleep Dealer (Alex Rivera, 2008) ist ein Science-Fiction-Drama aus Mexiko, das eine ungewohnte Perspektive auf KI präsentiert: Im Zentrum stehen mexikanische Arbeiter:innen, die durch implantierte Mensch-Computer-Schnittstellen an ein System angeschlossen werden, mit dessen Hilfe sie Arbeitsroboter in den USA fernsteuern. Während sie physisch auf mexikanischem Territorium verweilen, fließt ihre Arbeitskraft mithilfe der Technologie in die USA, wodurch die politisch unerwünschte Migration aus Lateinamerika vermieden wird. Der Beitrag liefert eine Analyse der spezifischen Mensch-Maschine-Beziehung in Sleep Dealer aus dekolonialer und kapitalismuskritischer Perspektive. Unter Rückgriff auf eine Definition kolonialer Beziehungen als hierarchisch, extraktiv und ausbeuterisch geht die Untersuchung der Frage nach, wo sich Kolonialität als Muster in der Inszenierung der Mensch-Maschine-Beziehung erkennen lässt, welche Ansätze zur Überwindung von Kolonialität im Film präsentiert werden und inwiefern Sleep Dealer als dekolonialer Beitrag zur vom Globalen Norden dominierten KI-Debatte gelesen werden kann.Sleep Dealer (Alex Rivera, 2008) is a science fiction drama from Mexico that presents an unusual perspective on AI: it centers on Mexican workers who, through implanted human-computer interfaces, are connected to a system that allows them to remotely operate robots in the US. While they remain physically on Mexican soil, their labor flows into the United States – bypassing politically unwanted migration from Latin America. This article provides an analysis of the specific human-machine relationship in Sleep Dealer from a decolonial and anti-capitalist perspective. Drawing on a definition of colonial relations as hierarchical, extractive, and exploitative, the analysis explores where patterns of coloniality can be identified in the mise-en-scène of the human-machine relationship, what approaches to overcoming coloniality are presented, and to what extent Sleep Dealer can be read as a decolonial contribution to the current AI debate, which remains predominantly shaped by the Global North
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / „So richtig mitspielen“ – Ist das professionell? : Eine phänomenologisch-rekonstruktive Annäherung an gemeinsame Spielerfahrungen von Kind und Fachkraft
Nicht ob, durchaus jedoch wie genau frühkindliche Spielprozesse von pädagogischen Fachkräften begleitet werden sollen, ist eine Frage, die sich Fachkräfte in ihrer Praxis wiederholt stellen und die auch innerhalb des Professionalisierungsdiskurses bisher keine allgemeingültige Beantwortung fand. Eine phänomenologische Vignette zu einer gemein-samen Spielszene zwischen einer Fachkraft und einem Kind bildet im folgenden Beitrag die Grundlage für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit eben dieser Frage und wird darüber hinaus als mögliches Professionalisierungsinstrument vorgeschlagen.Not whether, but rather how exactly early childhood teachers should join children's play processes is a question that teachers repeatedly ask themselves in their practice and one that remains largely unanswered within the discourse on professionalization. A phenomenological vignette of a shared play scene between a teacher and a child forms the basis for a scientific examination of this very question in the following article and is also proposed as a possible professional development tool
JRFM / The Meaningful Meaninglessness of Multiverse Movies : Everything Everywhere All at Once (Daniel Kwan /Daniel Scheinert, US 2022), Camus, and Qoheleth
Until recently, in Western culture the “multiverse” has most typically been limited to the abstractions of theoretical physics or the imagination of comic-book writers. However, in Everything Everywhere All at Once (Daniel Kwan / Daniel Scheinert, US 2022), the multiverse functions differently, becoming a deeply affecting metaphor particularly suited to the Asian-American immigrant experience but also suited more generally to the absurdity and chaos of contemporary life. The multiverse functions in the movie as a symbol of life’s vanity, its absurdity, which paradoxically throws both characters and viewers back on the need for kindness and love. After unpacking the film narrative, this article moves to an inter-textual dialogue with two philosophers who also note the need to recognize life’s meaninglessness in order to live meaningfully: Albert Camus and the unknown writer of Ecclesiastes. Until recently, in Western culture the “multiverse” has most typically been limited to the abstractions of theoretical physics or the imagination of comic-book writers. However, in Everything Everywhere All at Once (Daniel Kwan / Daniel Scheinert, US 2022), the multiverse functions differently, becoming a deeply affecting metaphor particularly suited to the Asian-American immigrant experience but also suited more generally to the absurdity and chaos of contemporary life. The multiverse functions inthe movie as a symbol of life’s vanity, its absurdity, which paradoxically throws both characters and viewers back on the need for kindness and love. After unpacking the film narrative, this article moves to an inter-textual dialogue with two philosophers who also note the need to recognize life’s meaninglessness in order to live meaningfully: Albert Camus and the unknown writer of Ecclesiastes