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Steuerung von Unionsvollzug durch Soft Law. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung des öffentlichen Wirtschaftsrechts
EU-Soft Law spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung des direkten und indirekten Vollzugs von Unionsrecht. Dies gilt besonders für das öffentliche Wirtschaftsrecht, wovon etwa das vollzugssteuernde Soft Law der Europäischen Kommission im Beihilfe- und Kartellrecht oder von Unionsagenturen im Telekommunikations- und Finanzmarktaufsichtsrecht zeugt.
Diese Monografie entwickelt zunächst ein theoretisches Konzept von Soft Law und untersucht anschließend die primärrechtlichen Rahmenbedingungen, die Rechtswirkungen und die gerichtliche Rechtmäßigkeitskontrolle von vollzugssteuerndem Soft Law der Union. Ein besonderer Fokus liegt auf dem öffentlichen Wirtschaftsrecht, wobei sowohl die unionale auch die nationale Ebene berücksichtigt werden. Im Zentrum der Untersuchung steht das Zusammenwirken von unionalem und nationalem Rechtsschutzsystem bei der Gewährleistung von effektivem gerichtlichem Rechtsschutz gegen vollzugssteuerndes Soft Law.Version of recor
Un MARE di storie tra immagini, lingue e culture
In hochspezialisierten Diskursen der Didaktik moderner Fremdsprachen trifft man oft genug auf Präfixe wie inter-, multi-, pluri- und trans-, welche für einen argumentativen Forschungskontext stehen, in dem Multimodalität und Plurilinguismus einen zentralen Stellenwert einnehmen. Die vorliegende Zusammenstellung von didaktischen Materialien, erarbeitet durch Italianistik-Studentinnen und Studenten der Universitäten Graz, der Fremdsprachenuniversität Siena und der Küstenland Universität Capodistria/ Koper, entwickelte sich aus einem europäischen Erasmus+BIP-Projekt heraus, das den Titel Investigating Language Education. Multimodalità e plurilinguismo nella didattica dell’italiana come lingua straniera trug. Es zielte darauf ab, nützliche Arbeitsbehelfe für plurilinguale und plurikulturelle Klassen österreichischer, slowenischer und italienischer Schulen bereitzustellen. Alle für Lehrende, Studierende und Lernende vorgesehenen didaktischen Aktivitäten für Italienisch als Fremdsprache sind gemäß dem verschiedenen Kompetenzniveaus des GERS strukturiert und sehen die Kombination von wenigstens zwei unterschiedlichen Kommunikationsmitteln vor. Die Materialien von Un mare pieno di storie, tra immagini, lingue e culture können daher zur Verbesserung oder Vertiefung von linguistisch-kommunikativen, multimodalen und interkulturellen Kompetenzen gut verwendet werden. In einer Epoche wie unserer aktuellen Gegenwart, einer Epoche der Migration, der Globalisierung und Digitalisierung (aber auch gefährlicher Re-Nationalisierung) hat der Europarat 2018 mit dem Begleitband vom GERS ein klares Zeichen gesetzt. Er hat neue Stufen und Deskriptoren bereitgestellt, welche nicht nur auf eine Festigung der rein sprachlichen Kompetenzen abzielt, sondern auch jene transversalen im Blick hat, darunter vorwiegend solche, welche die Interaktion innerhalb einer Gruppe betreffen und insbesondere die inter- und transkulturelle Interaktion zwischen Personen unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Zugehörigkeiten, um auf diese Weise neue Bedeutungsräume zu erschließen. (Conseil of Europe 2020, S. 26 u. S. 102f.) Es handelt sich gerade um dieses Anliegen, das wir mit dem Erasmus+Blended Intensive Programme im Sommersemester 2024 an der Universität Graz unter der Koordination der Verfasserin dieses Textes gemeinsam mit den Kolleginnen Nives Zudič Antonič und Anja Zorman von der Università del Litorale di Capodistria sowie Antonella Benucci von der Università per Stranieri di Siena in Online- und Präsenztreffen umzusetzen unternommen haben. Schon während der ersten Arbeitstreffen, haben Studentinnen und Studenten der drei mitwirkenden Universitäten Daten über den Plurilinguismus in Österreich, Slowenien und Italien gesammelt, vorgestellt und Methoden zur Diskussion gestellt, um die Lernenden und Studierenden zu motivieren, alle in Klassen oder Lernergruppen präsenten Sprachen und Kulturen zu valorisieren, um damit aufzuzeigen, dass (mehr)sprachliche Diversität als wichtiger Mehrwert (und niemals als Mangel bzw. Hürde) angesehen/wahrgenommen werden soll. Während der fünf Präsenztage an der Universität Graz war die Aufmerksamkeit der Lehrenden stets auch auf Aspekte der interpersonellen Beziehungen unter den Studierenden der drei teilnehmenden Universitäten gerichtet, um alle Teilnehmende als soziale Akteure, als Handlungsbefähigte im ablaufenden Lehr- und Lernprozess zu begreifen und sie in diese Richtung zu bestärken (Vol. Compl, 2020, S. 26). Die Studentinnen und Studenten haben daraufhin sehr rasch in gemischten Gruppen zu arbeiten und sich auszutauschen begonnen; sie haben schließlich jene multimodalen und plurilingualen Materialien entwickelt, die in diesem Band aufzufinden sind. Die hier skizzierten Erfahrungen und umgesetzten Aktivitäten werden im Sommersemester 2025 ihre Fortsetzung an der Università del Litorale finden.Europäische Kommission Erasmus+ Blended Intensive ProgrammeVersion of recor
Off Campus: Seggau School of Thought / The Power of Language and Emotion in War Reporting on the 2023 Israel-Hamas War
Critical discourse analysis (CDA) is an expedient methodological tool when evaluating bias or underlying agendas used by media outlets and analyzing the influence language has on audience perspective. This study employs CDA to scrutinize the discursive techniques in The Jerusalem Post and WAFA, two news outlets selected for their conflicting Israeli and Palestinian audiences. Eighteen articles were examined, with one article from each outlet covering nine significant events of the Israel-Hamas War dating from October 7, 2023 until June 10, 2024. The analysis focused on the discursive techniques of using emotionally charged adjectives and portraying certain entities as the actor in various articles. Emotionally charged language was present in every article; however, while seven of the nine events were described using negative language to depict the “enemy,” there were two outlier events which focused on cooperation and peace talks that were described using neutral and positive language. Previous research from various scholars demonstrated that similar discursive practices of “othering” and “dehumanizing” language produce emotional responses from the audience that are congruent with the tone of the article and which inspire audience support for the article’s position. The findings of this study, in conjunction with existing scholarly research, suggest that discursive techniques in war reporting on the Israel-Hamas War have the potential to influence audience attitudes surrounding the conflict. Findings support the importance of objectivity in the media and understanding when biases in war reporting may occur
Off Campus: Seggau School of Thought / Determining the Extent and Dimensions of Individual Climate Responsibility: Beyond Reducing one’s Personal Carbon Footprint
This essay examines the scope and dimensions of individual moral responsibility in addressing climate change: What do I as an individual ought to do in respect to global warming? The first part analyses the philosophical debate between Walter Sinnott-Armstrong and John Broome, establishing that individuals have moral obligations to reduce their personal greenhouse gas emissions. In the second part of the essay, the cruise ship industry serves as a case study of regulatory failure, raising the question of whether individual climate obligations should extend beyond the duty of reducing one´s personal carbon footprint. Using both philosophical analysis and the data from the case study on cruise ships, this contribution demonstrates the limitations of focusing solely on personal emission reductions when speaking about individual climate responsibility. The essay concludes that individual climate responsibility should be understood as encompassing two dimensions: In addition to the obligation to reduce one's personal carbon footprint, there is the equally important duty to engage in collective political action for systemic regulatory reform
Application of AI in the context of further in-company training with a particular focus on accounting professions in German speaking countries: Status quo, potential and requirements
Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht nur Gegenstand intensiver wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten, sondern hat sich bereits als integraler Bestandteil des alltäglichen Lebens etabliert. Bewusst oder unbewusst sind nahezu alle Menschen tagtäglich mit dieser Technologie konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass daher insbesonders Unternehmen bestrebt sind, die Potentiale von KI zu ihrem Vorteil zu nutzen. Digitalisierung, Industrie 4.0 und Big Data sind nur wenige Thematiken, mit denen sich vor allem Unternehmen im letzten Jahrzehnt auseinandersetzen mussten. Für Unternehmen scheint insbesondere die Personalentwicklung ein vielversprechendes Anwendungsfeld zu sein, in dem die Potentiale von KI genutzt werden könnten. Allerdings gehen mit der didaktischen Gestaltung von Weiterbildungskursen für Erwachsene komplexe und hochsensible Anforderungen einher. Obgleich die Einführung neuer Technologien das Lehren und Lernen über Jahrzehnte hinweg maßgeblich verändert hat, blieb die menschliche Intelligenz im Bildungsbereich bislang die oberste Entscheidungsinstanz. Mit dem Aufkommen von KI eröffnet sich jedoch erstmals die Perspektive, menschliche Lehrkräfte vollständig zu ersetzen. Im Zentrum dieser Masterarbeit steht daher die Frage, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen KI im Kontext betrieblicher Weiterbildung mit besonderem Fokus auf Wirtschaftstreuhandberufe eingesetzt werden kann. Neben der Analyse potenzieller Anwendungsfelder liegt der Schwerpunkt auf der Identifikation und Diskussion zentraler Implementierungsvoraussetzungen, rechtlich-ethischer Implikationen sowie der zweckmäßigen Nutzung von KI in diesem Bereich. Darüber hinaus wird der aktuelle Stand der Implementierung von KI in der betrieblichen Weiterbildung innerhalb der DACH-Region systematisch dargestellt.Artificial Intelligence (AI) is not only the subject of intense scientific and public discourse but has also become an integral part of everyday life. Consciously or unconsciously, almost all individuals interact with this technology on a daily basis. Therefore, it is hardly surprising that companies are eager to leverage the potential of AI to their advantage. Digitalization, Industry 4.0, and Big Data are just a few of the key topics that businesses have had to address over the past decade. Corporate personnel development appears to be a particularly promising field for harnessing the potential of AI. However, the didactic design of training programs for adults entails complex and highly sensitive requirements. Although the introduction of new technologies has significantly transformed teaching and learning over the decades, human intelligence has thus far remained the primary decision-making authority in education. With the emergence of AI, however, the prospect of fully replacing human educators is now being considered for the first time. At the same time, the question arises as to whether AI should serve as a supplement rather than a substitute, enhancing human-led training rather than replacing it entirely. This master's thesis, therefore, focuses on the extent to which AI can be utilized in the context of corporate training, with a particular emphasis on the field of tax advisory professions. In addition to analysing potential application areas, this master's thesis places a strong focus on identifying and discussing key implementation requirements, legal and ethical implications, and the effective use of AI in this context. Furthermore, the current state of AI implementation in corporate training within german-speaking countries is systematically examined.David Kargl, BScEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 96-107Masterarbeit Universität Graz 202
Accelerating the transition batch to continuous in pharmaceutically relevant hydrogenation processes
Die Entwicklung von kontinuierlichen Prozessen in den feinchemischen und pharmazeutischen Industrien ist kritisch um schnellere, selektivere, sicherere und automatisierte Prozesse zu gewährleisten. Diese Doktorarbeit behandelt die Anwendung verschiedener Konzepte, wie z.b. die Implementierung von Prozessanalytik, verschiedenen Reaktortechnologien, kinetische Studien und Prozessentwicklungsmethoden. Kapitel 3 konzentriert sich auf die Entwicklung einer 7-schritt Methode zur Entschützung eines komplexen und teuren Oligopeptids. Es wurde gezeigt dass die Entschützung dieses komplexen Moleküls in einem Festbettreaktor mithilfe eines einfachen Modellmoleküls in Anwesenheit von verschiedenen Additiven simuliert werden konnte. Die entwichelte Methode konnte den Verbrauch des eigentlichen Zielmoleküls minimieren und so auch das Risiko von fehlgeschlagenen Versuchen reduzieren. So konnte mit dieser Methode ein kontinuierlichen Prozess zur Entschützung des Oligopeptids mit einer Ausbeute und Reinheit von >95% über einen Zeitraum >6 h entwickelt werden. Kapitel 4 behandelt die Hydrierung von CBD, ∆8-THC und ∆9-THC über verschiedenen metallbeschichteten, katalytischen Mischelementen. Die Ergebnisse zeigten dass Pd/Al2O3, galvanisiertes Pd und Ru/Al2O3 in dieser Reaktion wenig aktiv und unselektiv sind, über Zeit desaktivieren und große Mengen an Nebenprodukten bilden. Bei Verwendung von Pt/Al2O3 konnten hohe Aktivität und Konversation an Verbindungen beobachtet werden. Bei Temperaturen 80 °C konnte lineare Desaktivierung beobachtet werden. Wir führten diese Desaktivierung auf eine Mischung verschiedener Effekte zurück: Probleme mit internem Massentransfer und einer verringerten, effektiven Katalysatoroberfläche. Die Gesamtkinetik der Hydrierung von CBD, sowie die Katalysatordesaktivierung wurden in einem kontinuierlichen Experiment im dynamischen Gleichgewicht untersucht. Kapitel 5 demonstriert die Verwendung dynamischer Durchflussexperimente mit Echtzeitanalytik um den Fortschritt und die Selektivität der komplexen Hydrierung von 4-Hydroxyacetphenon zu modelieren.Die Konzentrationen der Rektanten wurden hierbei mit einem chemometrischen Modell bestimmt. Drei verschiedene Katalysatoren (Pd/Al2O3, Pt/Al2O3 und Ru/Al2O3) zeigten verschiedene Selektivitäten. Batch-angenäherte und Pfropfenströmungsmodelle wurden verwended um die Reaktionskinetik zu studieren, welche eine Quantifizierung des Reaktionsfortschritts ermöglichten. Dieses quantitative Modell wurde dann verwendet um die verschiedenen Selektivitäten zu erklären, sowie weitere in silico Reaktionsoptimierung und Tests zu durchzuführen. Diese Doktorarbeit zeigt dass oftmals eine einzelene Methode nicht fähig ist alle Komplexitäten in der Prozessentwicklung zu addressieren, die Kombination mehrerer Methoden und Technologien ist kritisch um das Problem auf die bestmögliche Art zu lösen.The transition from batch to continuous manufacturing is crucial to deliver faster, more selective, safer and automated processes in the fine chemical and pharmaceutical industry. Among the different approaches that can be used to help this transition, this thesis focuses on the implementation of process analytics, reactor technologies, kinetic studies and the development of protocols. Hydrogenation processes have been selected for their industrial relevance. Chapter 3 focuses on the development of a 7-step workflow for the deprotection of a complex and expensive oligopeptide. It was shown that the deprotection of this complex molecule in a packed bed reactor could be mimicked by using a simpler surrogate compound in the presence of additives. The derived workflow was able to minimize the consumption of the real compound, thus minimizing the perceived risk of failure. For the given compound, the workflow could deliver a process able to continuously deprotect the oligopeptide for >6 h, with a yield and a purity of >95%. Chapter 4 studies the hydrogenation of CBD, ∆8-THC and ∆9-THC over different metal-coated catalytic static mixers. Pd/alumina, Pd-electroplated and Ru/alumina catalytic static mixers (CSMs) displayed low activity, poor selectivity with the formation of impurities, or rapid catalyst deactivation. Pt/alumina CSMs displayed instead high activity in the conversion of all the compounds and we managed to obtain excellent yields of H2CBD (90%), H4CBD (95%) and HHC (98%) at temperatures lower than 80 °C, a pressure of 20 Barg and with short contact times (<544 s). At temperatures above 80 °C we observed linear deactivation of the CSMs, that we linked to a combination of internal mass transfer limitation and a decrease in the available catalyst surface for the accumulation of both starting material and products. The lump kinetics of the hydrogenation of CBD was finally studied in continuous and at steady state, also including the deactivation of the CSMs. Chapter 5 displays the use of dynamic flow experiments with real-time analytics to rapidly model the progress and selectivity of the complex hydrogenation of 4¬hydroxy acetophenone, whose concentrations were followed with process analytics and partial least squares models. Three different CSMs, Pd/alumina, Pt/alumina and Ru/alumina, displayed different activity and selectivity. Batch-approximated and plug flow models were used to study the kinetics, which was able to provide a quantitative approximation of the reaction progress, explaining the different selectivity and help with a further in silico reaction optimization and testing. This thesis highlights that often a single methodology is not capable of capturing all the aspects of process development, but many tools are available to address the challenges in the best possible way.Stefano Martinuzzi, Dott.Mag.Dott.Enthält LiteraturangabenKumulative Dissertation aus vier ArtikelnDissertation Universität Graz 2025Zusammenfassungen in deutscher, italienischer und englischer SpracheArchivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Physiological whistleblower from the „black box“ bud dormancy? : Investigations of H2O2-converting and sucrose-cleaving enzymes as well as the proline content during dormancy release until bud break in leaf buds of the apple varieties Idared and Golden Delicious
Die Dormanz ermöglicht es Obstgehölzen ungünstige Bedingungen während der Wintermonate zu überdauern und beeinflusst dadurch maßgebend das pflanzliche Wachstum sowie die Reproduktion im Frühjahr. In der vorliegende Arbeit wurden die enzymatischen Aktivitäten der vakuolären Invertase (vacINV), zellwandgebundenen Invertase (cwINV), Catalase (CAT), intrazellulären Peroxidase (POX) und zellwandgebundenen Peroxidase (cwPOX), sowie der Prolin-Gehalt über zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2020 und 2021) in Blattknospen der Apfelsorten Idared und Golden Delicious während der Dormanzaufhebung, bis hin zum Knospenaufbruch untersucht. Zusätzlich wurde der relative Wassergehalt (RWC), die Verhältnisänderungen zwischen physiologisch aktivem Knospengewebe und Knospenschuppen und die phänologische Entwicklung der Blattknospen zu jedem Beprobungszeitpunkt dokumentiert. Darüber hinaus wurde die Lufttemperatur und der Niederschlag über beide Untersuchungszeiträume kontinuierlich aufgezeichnet. Ziel war es, die Aktivitätsmuster der Enzyme, sowie die Veränderungen des Prolin-Gehalts, des RWC und der Knospengewebe-Verhältnisse mit dem phänologischen Entwicklungsverlauf der Apfelblattknospen und der Lufttemperatur in Zusammenhang zu setzen und zwischen den beiden Untersuchungsjahren und Apfelsorten zu diskutieren. Enzymatische Aktivitäten können durch endogene und/oder durch exogene Faktoren reguliert und beeinflusst werden. In der vorliegenden Arbeit konnten beide Aspekte beobachtet werden: So ließen die Aktivitätsmuster der vacINV und der cwINV auf entwicklungsabhängige Steuerungen schließen, die vermuten lassen, dass sowohl die vacINV als auch die cwINV eine fördernde Rolle beim Knospenaufbruch einnehmen – zum einen durch eine Zellturgor-regulierende Wirkung und zum anderen durch die Beteiligung an der Sink-Strength der Knospen. Ebenso deuteten die Aktivitätsverläufe der CAT und POX auf eine hauptsächlich endogene und entwicklungsabhängige Steuerung, während der Dormazaufhebung, in den Apfelblattknospen beider Sorten hin. Die Rolle der CAT und POX während der Dormanzaufhebung wird in der Aufrechterhaltung einer H2O2-Homöostase vermutet, um wachstumsfördernde Bedingungen für die Dormanzaufhebung, und den bevorstehenden Knospenaufbruch zu gewährleisten. Die cwPOX zeigte während der Dormanzaufhebung in Apfelblattknospen beider Sorten einen insgesamt abnehmenden Trend und eine markante Aktivitätsabnahme zum Zeitpunkt des Knospenaufbruchs (der jeweiligen Sorte). Da eine hohe cwPOX-Aktivität negativ mit dem pflanzlichen Zellwachstum korreliert, deuteten die Beobachtungen ebenso auf eine entwicklungsbasierte Regulation hin, die mit der Wachstumswiederaufnahme und dem bevorstehenden Knospenaufbruch der Apfelblattknospen in Verbindungen stand. Plötzliche Kälteeinbrüche, die in den Untersuchungszeiträumen beider Jahre zu beobachten waren, hatten Auswirkungen auf die Aktivitätsverläufe der Enzyme vacINV und cwPOX: Demnach schienen kalte Temperaturen die vacINV-Aktivität negativ und die cwPOX-Aktivität positiv zu beeinflussen. Da die vacINV Wachstumsprozesse fördert und hohe cwPOX-Aktivitäten einen negativen Einfluss auf das Pflanzenwachstum haben, könnten die Aktivitätsänderungen der vacINV und der cwPOX, während der Kälteeinbrüche an einer Entwicklungsverzögerung der Apfelblattknospen beteiligt gewesen sein, wodurch sich auch der Knospenaufbruch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben könnte. Der schrittweise Konzentrationsanstieg von Prolin bis hin zum Knospenausbruch beider Apfelsorten könnte mit der osmotischen Schutzfunktion der Aminosäure in Verbindung stehen: Als Osmolyt kann Prolin zu einem osmotischen Gleichgewicht zwischen Cytoplasma und Vakuole beitragen und dabei stabilisierend auf subzellulären Strukturen wirken.Dormancy enables fruit trees, such as apple, to endure unfavourable conditions during the winter months, and thus has a significant impact on plant growth and reproduction in spring. Due to rising global temperatures, the phenology of perennial fruit trees has already shifted, and late frost damages in apple orchards will continue to have a major impact on agricultural fruit production in the future. To improve the understanding of winter dormancy in fruit trees and to enable more accurate predictions on bud break, it is of great importance to investigate physiological changes in buds of fruit trees under natural orchard conditions in conjunction with phenological stages and environmental factors. Therefore, the enzymatic activities of vacuolar invertase (vacINV), cell wall-bound invertase (cwINV), catalase (CAT), intracellular peroxidase (POX), and cell wall-bound peroxidase (cwPOX) and additionally the proline content were investigated over two consecutive years (2020 and 2021) in apple leaf buds of the varieties Idared and Golden Delicious during dormancy release until bud break. In addition, the relative water content (RWC), the changes in the ratio between physiologically active bud tissues and bud scales, and the phenological development of the leaf buds were documented per sampling time. Also, the air temperature and the precipitation were continuously recorded over both observation periods. The aim was to relate the activity patterns of the enzymes, as well as the changes in proline content, the RWC and in the ratio between bud tissues with the phenological developmental progression of the apple leaf buds and the air temperature and to discuss them between the two years of investigation and apple varieties. Enzymatic activities can be regulated and influenced by developmental programs and/or exogenous factors. Both aspects could be observed in the present work: The activity patterns of vacINV and cwINV suggested development-dependent controls, which indicate that both vacINV and cwINV may play promoting roles during bud break – on the one hand by a regulating effect on cell turgor and on the other hand by contributing to the sink strength of the buds. Also, the activity profiles of CAT and POX indicated a mainly endogenous and developmentally dependent control during dormancy release in the apple leaf buds of both varieties. The relatively high levels of CAT and POX activity during dormancy release may be required to maintain a H2O2 homeostasis to ensure growth-promoting conditions for the impending bud break. The cwPOX showed an overall decreasing trend in apple leaf buds of both varieties and a considerable decrease in activity at the time of bud break (of the respective variety). Since high cwPOX activity is negatively correlated with plant cell growth, the observations also suggested a developmental regulation associated with growth resumption and impending bud break of the apple leaf buds. However, sudden cold spells, that were observed during the observation periods of both years, had an impact on the activity patterns of vacINV and cwPOX: While cold temperatures appeared to have a negative effect on vacINV activity they seemed to positively affect cwPOX activity. Since it is generally assumed that vacINV promotes plant growth processes and high cwPOX activities have a negative influence on plant growth, the down-regulation of vacINV activity and the up-regulation of cwPOX activity as a consequence of cold spells might have contributed to a delay in bud break to protect young leaf tissues from exposure to cold stress conditions. The gradual increase in the concentration of proline in both apple varieties until bud break could be related to the osmotic protective function of the amino acid: As an osmolyte, proline can contribute to an osmotic balance between cytoplasm and vacuole and thereby have a stabilizing effect on subcellular structures.vorgelegt von Anna M. HubmannMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
Measurement, rehabilitation, and neuronal reorganisation associated with walking function in people with multiple sclerosis
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, demyelinisierende und neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems und stellt eine der häufigsten Ursachen für Behinderungen bei jungen Erwachsenen dar. Gangbeeinträchtigungen zählen zu den häufigsten und belastendsten Symptomen dieser Erkrankung. Da selbst geringfügige Veränderungen der Gangfunktion die Lebensqualität der PatientInnen erheblich beeinträchtigen, ist die Evaluierung von Messinstrumenten zur Erhebung der Gangfunktion von großer Bedeutung. Das erste Ziel meines Dissertationsprojekts war daher, die Sensitivität eines kurzen Gangtests, des Timed 25-Foot Walk (T25FW, Studie 1), in Bezug auf leichte Gangbeeinträchtigung in einer großen Kohorte von Personen mit MS (PmMS; N=650) zu untersuchen. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Fähigkeit des T25FW, subtile Veränderungen der Gehgeschwindigkeit zu erkennen, und unterstützen daher die weitere Verwendung des Tests in der klinischen Routine. Da die Progression von Behinderungen durch medikamentöse Behandlungen noch nicht vollständig verhindert werden kann, ist ein weiterer wichtiger Forschungsbereich die Evaluierung ergänzender rehabilitativer Maßnahmen. Daher widmete sich der zweite Teil meines Dissertationsprojekts der Evaluierung der Auswirkungen verschiedener Gangtrainings auf die Gangfunktion bei PmMS (Studien 2.A., 2.B.). Wir führten eine randomisierte, doppelblinde Studie in drei österreichischen Zentren durch, in der 132 PmMS vier Wochen lang einem von drei Gangtrainings zugeteilt wurden. Wir fanden heraus, dass alle drei Trainings (rhythmisches Gang- oder Gangvorstellungstraining oder eine Kombination davon) zu ähnlich starken Verbesserungen der Gangfunktion führen. Obwohl man allgemein davon ausgeht, dass trainingsbedingte Verbesserungen der Gangfunktion auf Neuroplastizität zurückzuführen sind, sind die neuronalen Mechanismen, die einer erfolgreichen Rehabilitation zugrunde liegen, noch nicht vollständig geklärt. Um dies zu untersuchen, führten wir eine Substudie der multizentrischen Trainingsstudie an 31 PmMS durch, welche im Grazer Zentrum rekrutiert wurden (Studie 3). Wir führten funktionelle Magnetresonanztomographie-Untersuchungen vor und nach dem vierwöchigen Gangtraining durch. Die Ergebnisse zeigten, dass Personen, deren Gangfunktion sich durch die Trainings verbesserte, eine signifikante Verringerung der fußbewegungs-assoziierten Hirnaktivität in Bereichen aufwiesen, welche an der Erzeugung komplexer Bewegungen beteiligt sind. Dieses Ergebnis deutet auf eine effizientere Aktivierung bewegungsbezogener Hirnareale nach erfolgreichem Gangtraining bei PmMS hin. Insgesamt trägt dieses Dissertationsprojekt zum weiteren Verständnis des Monitorings, der Rehabilitation und der zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen im Zusammenhang mit der Gangfunktion bei PmMS bei.Multiple sclerosis (MS) is a chronic, demyelinating and neurodegenerative disease of the central nervous system and represents one of the most common causes for disability in young adults. Walking impairments are among the most prevalent and debilitating symptoms of this disease. Since even subtle changes of walking function considerably impair patients’ quality of life, the evaluation of monitoring tools is of major relevance. Therefore, the first aim of my dissertation project was to investigate the sensitivity of a short walking test, the timed 25-foot walk (T25FW, Study 1), towards mild walking impairment in a large cohort of people with MS (pwMS; N=650). Our results highlight the ability of the T25FW to detect subtle changes in walking speed and, therefore, support further use of the test in clinical routine. Since disability accrual cannot yet be entirely prevented by disease-modifying treatments, another important research area is the evaluation of complementary rehabilitative treatments. Hence, the second part of my dissertation project was dedicated to evaluating the effects of different gait trainings on walking function in pwMS (Studies 2.A, 2.B). We performed a randomised, double-blind trial within three Austrian centres, in which 132 pwMS were randomised to one of three home-based gait trainings for four weeks. We observed that all three interventions (rhythmic-cued actual gait, motor imagery of gait or a combination thereof) lead to similarly strong improvements in walking speed and endurance. While training-related improvements in walking function are generally assumed to be driven by neuroplasticity, the neuronal mechanisms behind successful rehabilitation are still not fully understood. To investigate this, we performed an imaging sub-study of the larger multi-centre trial in 31 pwMS recruited at the Graz-centre (Study 3). We conducted functional magnetic resonance imaging examinations before and after four weeks of gait training in pwMS. Results showed that people whose walking function improved due to the trainings showed significant reductions in gait-like task-related brain activity within areas involved in complex movement generation. This pattern suggests a more efficient recruitment of gait-related brain areas due to successful walking training in pwMS. Altogether, this dissertation project contributes to a better understanding of monitoring, rehabilitation and adaptive neuronal mechanisms related to walking function in pwMS.Evaluation of the T25FW in minimally disabled people with multiple sclerosis Effects of actual and imagined music-cued gait training on motor functioning and brain activity in people with multiple sclerosis Actual and imagined music-cued gait training in people with multiple sclerosis Effects of rhythmic-cued gait training on gait-like task related brain activation in people with multiple sclerosissubmitted by Birgit Helmlinger, M.Sc.Kumulative Dissertation aus 4 ArtikelnEnthält LiteraturangabenDissertation Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und EnglischArchivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Lung cancer : from early diagnosis to individualized therapy
Zusammenfassung Lungenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen, die eine Vielzahl von Herausforderungen für Patienten, Ärzte und die Forschung mit sich bringt. Diese Masterarbeit befasst sich umfassend mit dieser Erkrankung, ihren biologischen, klinischen und therapeutischen Aspekten sowie aktuellen Entwicklungen in der Forschung. Zu Beginn wird im Kapitel "Lunge – Aufbau und Funktion" die Anatomie und Physiologie der Lunge beschrieben. Dies bildet die Grundlage, um die Entstehung und Auswirkungen von Lungenkrebs besser zu verstehen. Im Kapitel "Lungenkrebs" werden Definition, Symptome, Ursachen sowie die Einteilung in Krankheitsstadien erläutert. Das Kapitel "Arten von Lungenkrebs" widmet sich den beiden Hauptformen des nichtkleinzelligen (NSCLC) und kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC) sowie deren biologischen und klinischen Besonderheiten. Darauf aufbauend werden in "Komorbiditäten" häufig begleitende Erkrankungen wie COPD oder Idiopathische Lungenfibrose beleuchtet, die den Verlauf und die Behandlung von Lungenkrebs beeinflussen können. Im Kapitel "Diagnose und Screening" wird die Bedeutung der Früherkennung sowie die Anwendung moderner Diagnostikverfahren wie Computertomographie und BiomarkerAnalysen hervorgehoben. Diese Verfahren tragen entscheidend zur Verbesserung der Prognose bei. Die "Behandlungsmöglichkeiten" umfassen eine Übersicht über die derzeit verfügbaren Ansätze wie Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapien bei NSCLC und SCLC. Das Kapitel "Therapien im Einzelnen" geht vertiefend auf diese Verfahren ein und diskutiert deren Effektivität, Anwendungsgebiete sowie potenzielle Nebenwirkungen. Im Kapitel „Palliativmedizin bei Lungenkrebs“ wird darauf eingegangen, wie man die Lebensqualität der Patienten bei aussichtslosen Heilungschancen verbessern kann. Das Kapitel „Arzneimittelresistenzen“ befasst sich mit Resistenzen besonders gegen die zielgerichtete Therapie. Im Kapitel „Nachsorge und Rehabilitation“ wird die Zeit nach einer Krebstherapie erläutert. Abschließend wird auf Studien eingegangen, die neue Therapieansätze zur Behandlung von Lungenkrebs liefern.Abstract Lung cancer is one of the most common and deadly cancers worldwide, presenting numerous challenges for patients, healthcare providers, and researchers. This master’s thesis provides a comprehensive overview of the disease, its biological, clinical, and therapeutic aspects, as well as current developments in research. The thesis starts with chapter "Lungs – Structure and Function", which describes the anatomy and physiology of the lungs. This serves as a foundation for understanding the development and impact of lung cancer. The chapter "Lung Cancer" discusses the definition, symptoms, causes, and classification of the disease into different stages. The chapter "Types of Lung Cancer" focuses on the two main forms: non-small cell lung cancer (NSCLC) and small cell lung cancer (SCLC), highlighting their biological and clinical characteristics. Building on this, the chapter "Comorbidities" examines common accompanying diseases such as COPD and idiopathic pulmonary fibrosis, which can influence the progression and treatment of lung cancer. The chapter "Diagnosis and Screening" emphasizes the importance of early detection and the application of modern diagnostic methods such as computed tomography and biomarker analyses. These tools are crucial for improving patient outcomes. "Treatment Options" provides an overview of currently available approaches, including surgery, radiation therapy, chemotherapy, targeted therapies, and immunotherapy for NSCLC and SCLC. The chapter "Therapies in Detail" delves deeper into these modalities, discussing their efficacy, indications, and potential side effects. The chapter “Palliative Care in Lung Cancer” explores ways to improve the quality of life for patients when a cure is unlikely. The chapter “Drug Resistance” focuses on resistance mechanisms, particularly against targeted therapies. In the chapter “Aftercare and Rehabilitation”, the post-treatment phase of lung cancer therapy is discussed. Finally, the thesis examines studies that introduce new therapeutic approaches for the treatment of lung cancer.vorgelegt von Sarah Bernadette Kernek, BScMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Waste management challenges in the Global South : Kigali, Rwanda as a case study.
Die Herausforderungen der Abfallwirtschaft im Globalen Süden stellen insbesondere in schnell wachsenden urbanen Gebieten ein erhebliches Umwelt- und Gesundheitsproblem dar. Diese Masterarbeit untersucht die Praktiken der festen Abfallbewirtschaftung in Kigali, Ruanda, unter Anwendung des Phasenmodells der Abfallwirtschaftsentwicklung (PMWMD). Kigali, eine Stadt, die ein rasantes wirtschaftliches und bevölkerungsbezogenes Wachstum erlebt, steht vor bedeutenden Herausforderungen im Umgang mit festen Abfällen. Dazu zählen begrenzte Infrastruktur, unzureichende Abfalltrennungsmaßnahmen und ein mangelndes öffentliches Bewusstsein. Ziel der Studie ist es, die aktuelle Position Kigalis innerhalb des PMWMD-Rahmens zu bewerten, zentrale Herausforderungen und Potenziale zu identifizieren sowie nachhaltige Strategien zur Verbesserung des Abfallmanagements aufzuzeigen.Im Rahmen einer Fallstudie wurden qualitative Daten aus Experteninterviews, Feldbeobachtungen und Dokumentanalysen integriert. Die Ergebnisse zeigen, dass Kigali jährlich etwa 292.000 Tonnen festen Abfall produziert, was einer täglichen Pro-Kopf-Menge von 0,57 kg entspricht. Trotz eines organisierten Abfallsammelsystems ist die Stadt stark auf die Deponierung angewiesen, während die Abfallbehandlungs- und Recyclinginfrastruktur kaum entwickelt ist. Die Nduba-Deponie, die primäre Entsorgungsstelle der Stadt, ist überlastet und nicht ausreichend für die Erfassung von Methangasen und die ordnungsgemäße Abfalltrennung ausgestattet, was erhebliche ökologische Risiken mit sich bringt. Besonders problematisch ist der hohe Anteil an organischem Abfall (78 %), der zur Entstehung von Methanemissionen beiträgt.Die Studie zeigt jedoch auch Potenziale auf: Durch Investitionen in die Infrastruktur zur Abfallverwertung, verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für Abfalltrennung und die Nutzung von Waste-to-Energy-Technologien können erhebliche Verbesserungen erzielt werden. Zudem sind öffentlich-private Partnerschaften und politische Reformen notwendig, um eine nachhaltige und zirkuläre Abfallwirtschaft zu fördern. EXPI 1 (Agruni Ltd) betont, dass die Entwicklung von Behandlungsanlagen das Abfallaufkommen auf der Nduba-Deponie deutlich reduzieren könnte.Kigalis derzeitige Abfallwirtschaftspraktiken positionieren die Stadt in Phase 2 des PMWMD, in der die organisierte Abfallsammlung zwar etabliert ist, jedoch große Defizite in der Abfallbehandlung und im Recycling bestehen. Die Arbeit schlägt gezielte Strategien vor, um Kigali in die nächste Entwicklungsphase (Basisrecycling) zu führen und langfristig zur Erreichung der Umweltziele Ruandas beizutragen. Die Erkenntnisse dieser Studie haben globale Relevanz und können auch für andere Städte im Globalen Süden, die mit ähnlichen Abfallwirtschaftsproblemen konfrontiert sind, wertvolle Impulse liefern.The challenges of solid waste management (SWM) in the global south have become a critical environmental and public health concern, particularly in rapidly urbanizing regions. This thesis examines the waste management practices in Kigali, Rwanda, through the lens of the Phase Model of Waste Management Development (PMWMD). Kigali, a city experiencing rapid economic and population growth, faces significant challenges in managing its solid waste, including limited infrastructure, inadequate waste separation practices, and insufficient public awareness. The study aims to assess Kigali’s current position within the PMWMD framework, identify key challenges and opportunities, and propose sustainable strategies to improve waste management.Utilizing a case study approach, this research integrates data from expert interviews, field observations, and document analysis. The findings reveal that Kigali produces approximately 292,000 tons of solid waste annually, with a daily per capita waste generation of 0.57 kg. Despite having an organized waste collection system, Kigali heavily relies on landfilling, with minimal waste treatment and recycling infrastructure. The Nduba landfill, the city’s primary waste disposal site, is overwhelmed by the high organic waste content (78%) and is poorly equipped for methane capture and proper waste segregation, posing environmental hazards.The study identifies several opportunities for improvement, such as investing in waste valorization infrastructure, enhancing public education on waste separation, and exploring waste-to-energy technologies. Additionally, public-private partnerships and policy reforms are necessary to foster a more sustainable and circular waste management system.Kigali’s current waste management practices position it in Stage 2 of the PMWMD, where organized waste collection is established but significant challenges remain in waste treatment and recycling. This research proposes targeted strategies to transition Kigali towards Stage 3: Basic Recycling and ultimately contribute to achieving Rwanda’s environmental sustainability goals. The findings of this study are globally relevant for other cities in the Global South facing similar waste management challenges.Mudakikwa, Alexis; BScMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc