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New Work - New Learning: Future-oriented Learning in the Changing Work Environment
Die Masterarbeit untersucht, wie Digitalisierung, demografischer Wandel und veränderte Generationenansprüche die Arbeitswelt transformieren. Im Zentrum stehen die Konzepte New Work und New Learning als Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Technologische Entwicklungen, insbesondere Künstliche Intelligenz, verändern Arbeitsprozesse, schaffen neue Berufe und steigern die Effizienz, bringen jedoch auch ethische und soziale Fragen mit sich. Der demografische Wandel erfordert flexible, generationengerechte Arbeitsmodelle, während geopolitische und ökologische Krisen den Innovationsdruck erhöhen. New Work setzt auf sinnerfülltes, selbstbestimmtes Arbeiten mit flachen Hierarchien, hybriden Modellen und individueller Entwicklung. Studien zeigen, dass Mitgestaltung, Eigenverantwortung und innovative Arbeitsumgebungen essenziell sind. Da eine neue Arbeitsweise auch angepasste Lernmethoden erfordert, verknüpft New Learning traditionelle und moderne Ansätze wie selbstgesteuertes, reflexives und lebenslanges Lernen. Die Arbeit analysiert in Form eines Reviews, welche Fähigkeiten Mitarbeitende benötigen und welche Maßnahmen Unternehmen treffen müssen. Studien belegen, dass Kompetenzen wie Reflexionsfähigkeit, Selbstwirksamkeit und Kommunikationsstärke entscheidend sind. Agilität, digitale Kompetenz und Anpassungsfähigkeit fördern die Innovationsfähigkeit. Führungskräfte übernehmen zunehmend eine coachende Rolle und stärken die Eigenverantwortung der Teams. Unternehmen sollten praxisnahe Lernumgebungen schaffen, Führungskräfte gezielt weiterbilden und eine kontinuierliche Kompetenzentwicklung sicherstellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. New Work bietet zahlreiche Chancen, erfordert aber von Mitarbeitenden, Führungskräften und Unternehmen eine aktive Anpassung. Ziel der Arbeit ist es, die notwendigen Kompetenzen für die Zukunft sowie personalpolitische Maßnahmen abzuleiten, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden.This master's thesis examines how digitalization, demographic change and changing generational demands are transforming the world of work. The focus is on the concepts of New Work and New Learning as strategies for overcoming these challenges. Technological developments, especially artificial intelligence, are changing work processes, creating new professions and increasing efficiency, but also raising ethical and social issues. Demographic change requires flexible, intergenerational working models, while geopolitical and ecological crises increase the pressure to innovate. New Work focuses on meaningful, self-determined work with flat hierarchies, hybrid models and individual development. Studies show that co-design, personal responsibility and innovative working environments are essential. As a new way of working also requires adapted learning methods, New Learning combines traditional and modern approaches such as self-directed, reflective and lifelong learning. This master’s thesis analyzes in the form of a literature review which skills employees need and which measures companies need to take. Studies show that key skills such as the ability to reflect, self-efficacy and communication skills are crucial. Agility, digital skills and adaptability promote the ability to innovate. Managers are increasingly taking on a coaching role and strengthening the personal responsibility of teams. Companies should create practical learning environments, provide targeted leadership training, and ensure continuous skill development to remain competitive. New Work offers numerous opportunities but requires active adaptation from employees, leaders, and companies. The aim of the thesis is to identify the key competencies for the future and derive HR measures to meet the demands of the modern working world.Christofer Sollbauer, MAEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 72-79Masterarbeit Universität Graz 202
Once upon a crime ... : an analysis of the use of quoting frames to create the story of the trial through intertextuality and voice
Die vorliegende Dissertation untersucht die Praxis des Zitierens in Gerichtsverhandlungen und konzentriert sich dabei auf ihre Rolle bei der Gestaltung von Erzählungen im Gerichtssaal, beim Aufbau von Glaubwürdigkeit und bei der Strukturierung von Überzeugungsarbeit. Aufbauend auf Copes (2020) Typologie von Zitierrahmen in Nachrichtendiskursen wird in dieser Arbeit eine korpusbasierte kritische Diskursanalyse dreier hochkarätiger Prozesse durchgeführt: des Prozesses State of Wisconsin gegen Kyle Rittenhouse, des Prozesses State of Minnesota gegen Derek Michael Chauvin und des Prozesses John C. Depp, II gegen Amber Laura Heard. Durch die Definition von Zitierrahmen, die aus einer Quelle, einem zitierenden Verb in der Vergangenheitsform und einer zitierten Äußerung bestehen, bietet diese Arbeit einen systematischen Analyserahmen, der sich auf Aspekte der Benennung und Referenz, prädikative Strategien und lexikalische Semantik konzentriert.Ein wichtiger Beitrag dieser Dissertation ist die Identifizierung verschiedener Phasen des Zitierens im Gerichtsverfahren. Zu diesen Phasen gehören das Vorzitieren (pre-quoting) in der Eröffnungsrede, das Zitieren während der Zeug:innenvernehmung und sowie das Zitieren und Nachzitieren (post-quoting) in der Schlussrede. Jede Phase dient einer strategischen Funktion, von der Vorhersage von Erwartungen (Vorzitat) bis zur Gestaltung der Interpretation der Geschworenen durch rückblickende Betonung (Nachzitat). Darüber hinaus variiert die Auswahl der Zitierverben je nach Prozessart, wobei in Verleumdungsprozessen ein breiteres Spektrum an bewertenden Zitierverben verwendet wird als in Mordprozessen, was verdeutlicht, wie der rechtliche Kontext die sprachlichen Entscheidungen beeinflusst. Diese Dissertation zeigt auch, dass Anwält:innen selektiv auf Quellen verweisen, die sich auf die jeweils angesprochenen Zeug:innen beziehen, um die Glaubwürdigkeit strategisch zu erhöhen und die Aussage mit den Erwartungen der Geschworenen in Einklang zu bringen. Dieses selektive Zitieren unterstreicht den doppelten Adressat:innenkreis des Prozesses, d. h. das Zitieren richtet sich zwar an die Zeug:innen, aber letztlich auch an die Geschworenen. Darüber hinaus stellt die Dissertation traditionelle Vorstellungen von Rekontextualisierung in Frage und argumentiert, dass diese nicht nur eine Funktion des Zitierens ist, sondern ein inhärenter, fortlaufender Prozess, der die Intertextualität während des gesamten Prozesses verstärkt. Es werden sechs Kernfunktionen des Zitierrahmens identifiziert: Legitimation, (De-)Autorisierung, Dekonstruktion, Darstellung der verbalen Handlung, Anleitung und Hervorhebung. Diese Funktionen wirken innerhalb des Zitierrahmens als zusammenhängende Einheit, in der das Zusammenspiel zwischen Quelle, zitierendem Verb und zitierter Äußerung die rhetorische Wirkung bestimmt. Durch die Analyse von Zitierpraktiken in verschiedenen Prozessphasen hebt diese Dissertation die zentrale Rolle des Zitierens in der Überzeugungsarbeit vor Gericht hervor und unterstreicht den Bedarf an weiterer interdisziplinärer Forschung an der Schnittstelle von Sprache, Recht und Medien.This dissertation examines quoting practices in trial discourse, focusing on their role in shaping courtroom narratives, establishing credibility, and structuring persuasion. Building upon Cope’s (2020) typology of quoting frames in news discourse, this thesis conducts a corpus-based critical discourse analysis of three high-profile trials: the State of Wisconsin v. Kyle Rittenhouse, the State of Minnesota v. Derek Michael Chauvin, and the John C. Depp, II v. Amber Laura Heard trial. By defining quoting frames as consisting of a source, a quoting verb in the past tense, and a quoted utterance, this research project provides a systematic framework for analysis focusing on aspects of naming and reference, predicational strategies, and lexical semantics. A key contribution of this dissertation is the identification of distinct phases of quoting in trial discourse. These phases include pre-quoting in the opening statement, quoting during witness examination and rebuttal, and quoting and post-quoting in the closing statement. Each stage serves a strategic function, from forecasting expectations (pre-quoting) to shaping juror interpretation through retrospective emphasis (post-quoting). Furthermore, quoting verb selection varies across trial types, with defamation trials exhibiting a broader range of evaluative quoting verbs than homicide trials, highlighting how legal context influences linguistic choices. This dissertation also demonstrates that attorneys selectively reference sources based on the witness being addressed, strategically enhancing credibility and aligning testimony with juror expectations. This selective quoting underscores the dual audience of trial discourse, that is while quoting is directed at witnesses, it is ultimately aimed at jurors. Additionally, the dissertation challenges traditional conceptions of recontextualization, arguing that it is not merely a function of quoting but an inherent, ongoing process that reinforces intertextuality throughout the trial. Six core functions of quoting frames are identified: legitimation, (de)authorization, deconstruction, depiction of verbal action, guidance, and salience. These functions operate within the quoting frame as a cohesive unit, where the interplay between the source, quoting verb, and quoted utterance shapes its rhetorical effect. By analyzing quoting practices across trial phases, this dissertation highlights the central role of quoting in courtroom persuasion and underscores the need for further interdisciplinary research at the intersection of language, law, and media.eingereicht von Nikol Stopić, BEd, MALiteraturverzeichnis: Seite 324-332Dissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Importance of relationships with early childhood educators for traumatized preschool children
Traumatisierungen von Kindern können weitreichende Folgen für Betroffene und die Gesamtgesellschaft haben. Mehrere wissenschaftliche Publikationen betonen, dass elementarpädagogische Fachpersonen sich in der bedeutsamen Position befinden, traumatisierten Kindern wertvolle Hilfe bieten zu können. Infolgedessen werden Beziehungen zu elementarpädagogischen Fachpersonen wiederholt als zentraler Faktor für die Unterstützung von traumatisierten Kindern genannt. Dies lässt auf eine gewisse Relevanz dieser Beziehungen schließen, deren detaillierte Betrachtung jedoch ausbleibt. Deshalb hat die vorliegende Masterarbeit die Relevanz von Beziehungen zu elementarpädagogischen Fachpersonen für traumatisierte Kinder untersucht. Durch Gruppendiskussionen mit elementarpädagogischen und psychotherapeutischen Fachpersonen konnte gezeigt werden, dass diese Relevanz im Speziellen in der Ermöglichung von alternativen, erweiternden, stabilen Beziehungserfahrungen besteht. Das Erleben von Gewaltfreiheit, Stabilität und Verlässlichkeit innerhalb von Beziehungen, die Möglichkeit zur Selbst- und Umweltexploration und das Ausbleiben von Zeitdruck stellten dabei besonders relevante Bereicherungen für traumatisierte Kinder dar. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung lassen sich Rückschlüsse für die elementarpädagogische Beziehungsarbeit mit traumatisierten Kindern ziehen. Zudem wäre eine Zusammenarbeit von elementarpädagogischen und psychotherapeutischen Fachpersonen zugunsten traumatisierter Kindergartenkinder zu implementieren. Zukünftige Forschungen und Unterstützungssysteme könnten von dieser Zusammenarbeit profitieren.Traumatization of children can have far-reaching consequences for both those affected and society as a whole. Scientific literature repeatedly states that early childhood education specialists provide a key support role for these children. As a result, relationships with preschool teachers are repeatedly cited as a key factor in supporting traumatized children. However, the nature of this supportive relationship has not been investigated in detail. This master's thesis therefore examines the key factors of the relationship between early childhood educators and traumatized children. Group discussions with preschool teachers and psychotherapists demonstrated that the benefit of the teacher-child relationship lies mainly in the creation of an alternative, expanding, stable relationship. Experience of non-violence, stability and reliability within relationships, the opportunity to explore oneself and the environment, as well as the absence of time pressure represented particularly important enrichment for traumatized children. The results of this study provide insights for preschool teacher's relationship work with traumatized children. In addition, cooperation between elementary education and psychotherapy specialists should be implemented for the benefit of traumatized preschool children. Future research and support networks would benefit from cooperation between elementary education and psychotherapy specialists.Autorin: Fanny Pleyel, BEdMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
Traffic in focus : measures for traffic avoidance in Austria
Die vorliegende Arbeit untersucht Verkehrsvermeidung als zentrale Maßnahme zur Reduktion von CO₂-Emissionen und zur Förderung einer nachhaltigeren Mobilität in Österreich. Angesichts der steigenden Verkehrsbelastung und der damit verbundenen ökologischen Herausforderungen erscheint Verkehrsvermeidung als eine wesentliche Strategie, um vermeidbare Mobilität zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund analysiert die Arbeit bestehende Maßnahmen und gesetzliche Rahmenbedingungen im österreichischen Personen- und Güterverkehr, die darauf abzielen, nicht notwendige Verkehrsströme zu reduzieren.Der theoretische Teil der Arbeit widmet sich zunächst der Definition des Begriffs „Verkehrsvermeidung“ und grenzt diesen von verwandten Mobilitätsstrategien ab. Ergänzend erfolgt eine Darlegung relevanter rechtlicher Vorgaben, wie dem Mobilitätsmasterplan 2030, der Verkehrsvermeidung als zentralen Baustein der Mobilitätswende hervorhebt. Anhand von österreichischen Beispielen werden abschließend konkrete Maßnahmen und Projekte hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen evaluiert. Die Untersuchungsergebnisse verdeutlichen, dass die Förderung von Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung im Personen- und Güterverkehr zu einer umfassenden Optimierung des Verkehrssystems beitragen kann. Eine kooperative, national abgestimmte Umsetzung und die Integration innovativer Mobilitätskonzepte sind dabei wesentliche Voraussetzungen, um langfristig eine Reduktion des Verkehrsaufkommens zu realisieren.This study examines traffic avoidance as a key measure to reduce CO₂ emissions and promote more sustainable mobility in Austria. In view of the increasing traffic burden and the associated environmental challenges, traffic avoidance emerges as an essential strategy to minimise unnecessary mobility. Against this background, the study analyses existing measures and legal frameworks in Austrian passenger and freight transport that aim to reduce non-essential traffic flows.The theoretical part first defines the term "traffic avoidance" and distinguishes it from related mobility strategies. In addition, relevant legal regulations are presented, such as the Mobility Master Plan 2030, which identifies traffic avoidance as a core element of the mobility transition. Finally, Austrian case studies are used to evaluate concrete measures and projects in terms of their impact on traffic volumes.The results show that the promotion of traffic avoidance measures in both passenger and freight transport can significantly optimise the overall transport system. A cooperative, nationally coordinated implementation and the integration of innovative mobility concepts are essential prerequisites for a long-term reduction of traffic volume.Autorin: Elisa Stock, BScMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsc
Protein structure representation for machine learning applications in protein engineering
Proteine werden in der Biotechnologie und im Bioengineering in großem Umfang eingesetzt. Die enzymbasierte Katalyse stellt einen bedeutenden Fortschritt für den chemischen und pharmazeutischen Sektor dar und fördert nachhaltige Praktiken in einer Kreislaufwirtschaft. Deep Mutational Scanning (DMS) gibt Aufschluss darüber, wie sich Genotypen auf Phänotypen auswirken, aber die Vorhersage der Auswirkungen von Mutationen auf die Fitness ist aufgrund des komplexen Verhaltens von Proteinen schwierig. Wir haben eine neuartige Methode zur Kodierung der Proteinstruktur und zur Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit für kleine DMS-Datensätze erforscht. Beim Experimentieren mit verschiedenen Modellen stellten wir fest, dass fortschrittliche neuronale Faltungsnetzwerke bei kleinen Datensätzen besser abschneiden als einfachere, vor allem mit Pre-Training und Datenerweiterung. Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig diese Techniken für eine erfolgreiche Vorhersage sind. Der Vector Quantised-Variational Autoencoder (VQ-VAE) ist ein neuronales Netz zur Erstellung von Datenrepräsentationen. Wir verwendeten AlphaFold-Modelle von verschiedenen Arten als Trainingsdaten, um ein Datenkompressionsmodell zu trainieren. Der VQ-VAE erzeugte Einbettungen für Varianten, die als Input für das Training von vier Regressionsmodellen auf DMS-Daten dienten. Die Leistung der Methode wurde an 202 Datensätzen validiert und mit anderen Regressionstechniken verglichen.DMS in Kombination mit der Analyse neuronaler Netze revolutioniert das Protein-Engineering, indem es das Design von Proteinen mit spezifischen Funktionen ermöglicht, die für die Arzneimittelentwicklung und die industrielle Biokatalyse wichtig sind. Wir haben die Synergie zwischen der Vorhersagekraft neuronaler Netze auf Mutationsdaten und der Sucheffizienz von Optimierungsalgorithmen bewertet, indem wir verschiedene Optimierungsalgorithmen getestet haben, um die Sequenz des grün fluoreszierenden Proteins zu verbessern, den Wildtyp aus einer Polyglycin-Kette wiederherzustellen und zu bestimmen, wie die Größe der Trainingsdaten des neuronalen Netzes das Optimierungsergebnis beeinflusst.Wir untersuchten die strukturellen Faktoren, die die thermische Stabilität von 18 bakteriellen Phenolsäure-Decarboxylasen (PADs) beeinflussen, die durch Rekonstruktion der Vorgängersequenz identifiziert wurden und unterschiedliche Stabilität und katalytische Fähigkeiten aufweisen. Durch die Berechnung verschiedener Eigenschaften und die Anwendung von Regressionsalgorithmen haben wir die Stabilität von noch nicht getesteten PAD-Varianten vorhergesagt und nach den wichtigsten Faktoren gesucht, die dazu beitragen. Diese Methode lässt sich am besten als iterativer Prozess anwenden, bei dem Modellvorhersagen für potenzielle Proteine mit anschließenden Labortests und einer Modellverfeinerung auf der Grundlage neuer Daten kombiniert werden.Die untersuchten Proteine wurden zusätzlich mit Hilfe von Molekulardynamiksimulationen (MD) auf ihre Stabilität untersucht. Das Sampling von Konformationen mittels MD erwies sich als schwierig, so dass wir das generative neuronale Netz „Molearn“ zur Verbesserung des Samplings und zum Clustern von Konformationen einsetzten. Die Bewertung zeigte die Fähigkeit von Molearn, ähnliche Proteine zu unterscheiden und die Wirksamkeit der Kombination von Daten und Clustering-Techniken. Die Leistung von Molearn wurde weiter untersucht, um Unterschiede in Proteinen mit ähnlichen Sequenzen oder thermischen Stabilitäten zu erkennen, wobei MD-Simulationsdaten für das Training verwendet wurden.Proteins are widely used in biotechnology and bioengineering. Enzyme-based catalysis represents a significant advance for the chemical and pharmaceutical sectors, promoting sustainable practices in a circular economy. Deep mutational scanning (DMS) provides insight into how genotypes affect phenotypes, but predicting mutation effects on fitness is difficult due to the complex behaviour of proteins. We explored a novel method to encode protein structure and improve prediction accuracy for small DMS datasets. By experimenting with different models, we found that advanced convolutional neural networks outperformed simpler ones for small datasets, especially with pre-training and data augmentation. Our results indicate the importance of these techniques for successful prediction. The Vector Quantised-Variational Autoencoder (VQ-VAE) is a neural network for creating data representations. We used AlphaFold models from various species as the training data to train a data compression model. The VQ-VAE produced embeddings for variants, which served as input to train four regression models on DMS data. The method’s performance was validated on 202 datasets and benchmarked against other regression techniques.Deep mutational scanning combined with neural network analysis revolutionises protein engineering by enabling the design of proteins with specific functions that are important for drug development and industrial biocatalysis. We evaluated the synergy between the predictive power of neural networks on mutational data and the search efficiency of optimisation algorithms by testing different optimisation algorithms to improve the green fluorescent protein sequence, recover the wild type from a poly-glycine chain, and determine how the size of the neural network training data affects the optimisation result.We investigated the structural factors that influence the thermal stability of 18 bacterial phenolic acid decarboxylases (PADs), identified by ancestral sequence reconstruction, which exhibit different stability and catalytic capabilities. By calculating various properties and applying regression algorithms, we predicted the stability of untested PAD variants and searched for key contributing factors. This method is best used as an iterative process, combining model predictions for potential proteins with subsequent laboratory testing and model refinement based on new data. The studied proteins were additionally analysed for stability using molecular dynamics (MD) simulations. Conformational sampling by MD proved to be challenging, so we used the generative neural network "Molearn" to improve conformational sampling and clustering. The evaluation showed Molearn’s ability to distinguish similar proteins and the effectiveness of combining data and clustering techniques. Molearn’s performance was further investigated to detect differences in proteins with close sequences or thermal stabilities, using MD simulation data for training.Gregor WirnsbergerDissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Sector-specific standards for sustainability reporting - quo vadis? : the case of the oil industry
Mit dem Grundstein der Nachhaltigkeitsberichterstattung Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich bis heute verschiedenste Rahmenwerke und Standards etabliert, wobei ein bedeutender Meilenstein die Gründung der Global Reporting Initiative (GRI) im Jahr 1997 darstellte. Mit der Verabschiedung der CSRD-Richtlinie im Jahr 2022 wurden eine strengere Regulierung sowie das Ziel einer Harmonisierung und Standardisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung festgelegt. Im Zuge der Verabschiedung der CSRD-Richtlinie wurden die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) entwickelt, die seit 2025 unter bestimmten Voraussetzungen für Unternehmen in Europa verpflichtend anzuwenden sind. Im Jahr 2023 veröffentlichte die IFRS-Foundation erste Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, was die Standardisierung und Vergleichbarkeit der Berichte auf globaler Ebene weiter vorantreibt. Kooperationen zwischen der GRI, der EFRAG und der IFRS-Foundation unterstreichen diese Entwicklung. Anhand der Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit kann gesagt werden, dass Unternehmen für ihre Berichterstattung anerkannte Rahmenwerke und Standards der genannten Organisationen heranziehen. Zusammenfassend lässt sich außerdem aus der vorliegenden Arbeit ableiten, dass eine klare Tendenz hin zu einer Standardisierung auf internationaler Ebene der Nachhaltigkeitsberichterstattung erkennbar ist. Mit rechtlichen Veränderungen wie etwa der CSRD-Richtlinie in Europa ist dennoch davon auszugehen, dass es langfristig geografisch bedingte Unterschiede geben wird. Aufgrund dessen kann gesagt werden, dass eine vollständige Standardisierung in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zwar angestrebt, jedoch eine Koexistenz diverser regulatorischer Anforderungen zukünftig gegeben sein wird.With the establishment of sustainability reporting in the mid-20th century, a wide variety of frameworks and standards have been developed, with the founding of the Global Reporting Initiative (GRI) in 1997 marking a significant milestone. With the implementation of the CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) in 2022, stricter regulations were established along with the goal of harmonizing and standardizing sustainability reporting. As part of the adoption of the CSRD Directive, the European Sustainability Reporting Standards (ESRS) were developed, which became mandatory for companies in Europe in the year 2025 under certain conditions. In 2023, the IFRS Foundation (International Financial Reporting Standards) published its initial standards for sustainability reporting, which will further promote the standardization and comparability of reports on a global scale. These standards are based on the recommendations of the Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Cooperations between the GRI, the EFRAG (European Financial Reporting and Advisory Group) and the IFRS Foundation underline this development. Based on the analysis of this master’s thesis, it can be said that companies utilize recognized frameworks and standards from these organizations for their reporting. In summary, it can also be concluded that there is a clear trend towards standardization and comparability at the international level of sustainability reporting. However, with legal changes such as the CSRD Directive in Europe, it can be assumed that there will be geographical differences in the long term. Consequently, it can be said that although the aim is to achieve complete standardization, various regulatory requirements will continue to coexist in the future.Manuel Sidar, BScEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 73-81Masterarbeit Universität Graz 202
Lehrerinnenprofessionalisierung Lehrerprofessionalisierung
Der Stellenwert sozial-emotionaler Kompetenzen (SEK) im Pflichtschulbereich ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend in den Fokus der Bildungsforschung und -praxis gerückt und wird mit zahlreichen Aspekten schulischen sowie außerschulischen Erfolgs in Verbindung gebracht. Unterschiedliche Studien weisen darauf hin, dass SEK auch eine Gelingensbedingung für soziale Partizipation darstellen. Für Schüler*innen mit Behinderungen ist dieser Befund besonders relevant, da sie im Vergleich zu ihren Mitschüler*innen ohne Behinderungen ein geringeres Ausmaß an SEK und sozialer Partizipation aufweisen und bei der Entwicklung damit verbundener Fähigkeiten in besonderer Weise auf Unterstützung angewiesen sind. Lehrer*innen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, da sie durch den Umgang mit ihren Schüler*innen mit (und ohne) Behinderungen und die Gestaltung schulischer Rahmenbedingungen einen wesentlichen Einfluss auf deren sozial-emotionale Lern- und Entwicklungsprozesse nehmen können. Obwohl die SEK von Lehrpersonen einen Indikator für die Qualität schulischen Lernens darstellen, erfahren diese im Kontext der Lehrer*innenprofessionalisierung unzureichend Berücksichtigung.Die vorliegende Dissertation adressiert SEK auf einer individuellen, schulischen und systemischen Ebene und zeichnet sich durch quantitative sowie qualitative Zugänge (systematische Übersichtsarbeit, leitfadengestützte Interviews, Fragebogenerhebung, Dokumentenanalyse) aus, um ein differenziertes Verständnis für den Stellenwert von SEK und die Bedeutung sozialer Partizipation im Pflichtschulbereich zu fördern. Einerseits werden SEK als Voraussetzung für die soziale Partizipation von Schüler*innen mit Behinderungen diskutiert und darauf aufbauend Ansatzpunkte zur schulischen Förderung sozial-emotionaler Lern- und Partizipationsprozesse bei dieser Schüler*innengruppe thematisiert. Einflussmöglichkeiten der Lehrer*innen erfahren in diesem Kontext besondere Berücksichtigung und werden mit Strategien, die österreichische Lehrer*innen der Primar- und Sekundarstufe I zur Förderung der sozialen Partizipation von Schüler*innen mit Behinderungen anwenden, verknüpft. Andererseits stellen die SEK der Lehrpersonen einen inhaltlichen Schwerpunkt dieser Arbeit dar und werden in ihrer Wechselwirkung mit individuellen und kontextbezogenen Faktoren betrachtet, bevor deren Stellenwert im Kontext der österreichischen Lehrer*innenprofessionalisierung herausgearbeitet wird. In einem weiteren Schritt werden Ansätze zur Förderung von SEK bei Lehrpersonen skizziert, am Beispiel achtsamkeitsbezogener Interventionen ausführlicher dargestellt und deren praktische Umsetzung anhand eines Schulungsprogramms für Lehrer*innen und anderes Schulpersonal, das im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts entwickelt wurde, veranschaulicht. Diese Dissertation setzt an unterschiedlichen Forschungsdesiderata zu SEK und sozialer Partizipation an, ermöglicht eine umfassende, kontextübergreifende Betrachtung von SEK sowie damit verbundenen Auswirkungen und Fördermöglichkeiten in der Primar- und Sekundarstufe I und leitet aus den theoretischen Ausarbeitungen und empirischen Befunden Empfehlungen für die Lehrer*innenprofessionalisierung ab.In recent decades, the importance of social-emotional competencies (SEC) in compulsory education has increasingly become the focus of educational research and practice. SEC have been linked to various aspects of success in school and later life, and studies indicate that students' SEC are also a prerequisite for their social participation. This finding is particularly relevant for students with disabilities, as they are at a higher risk of low social participation compared to their peers without disabilities, and thus rely on support to develop relevant skills. Teachers play a key role in this regard, as they significantly influence the social-emotional learning and development of their students with (and without) disabilities through their interactions and the way they shape their learning environment. Although teachers' SEC can be regarded as an indicator of the quality of learning in schools, they are not given sufficient consideration in the context of teacher professionalisation.The present dissertation addresses SEC at the individual, school, and systemic level and is characterised by quantitative and qualitative approaches (systematic review, guided interviews, questionnaire survey, document analysis) to promote a differentiated and nuanced understanding of the significance of SEC and the importance of social participation in compulsory education. On the one hand, SEC are discussed as a prerequisite for the social participation of students with disabilities. Building on this, approaches for the school-based promotion of SEC and social participation for this group of students are explored. In this context, particular attention is given to teachers' influence and the strategies employed by Austrian primary and lower secondary school teachers to foster the social participation of students with disabilities. On the other hand, teachers' SEC are a central focus of this dissertation and are examined in their interplay with individual and contextual factors, before exploring their significance within the context of Austrian teacher professionalisation. In a subsequent step, approaches for promoting SEC in teachers are outlined, with mindfulness-based interventions presented in more detail. Their practical implementation is illustrated through a training programme for teachers and other school staff that was developed within a European research project.This dissertation addresses several research gaps in SEC and social participation, provides a comprehensive, cross-contextual examination of SEC and its related effects and support options in primary and lower secondary education, and derives recommendations for teacher professionalisation from the theoretical elaborations and empirical findings.Christina OdescalchiDissertation Universität Graz 2025Zusammenfassung in Deutsch und EnglischArchivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Assessment of the action quality of early childhood educators in the field of early mathematical education
Um adäquate Fortbildungsmöglichkeiten für elementarpädagogische Fachpersonen hinsichtlich der Mathematik anbieten zu können, müssen deren nötige Kompetenzen inhaltlich sowie didaktisch diskutiert werden (Gasteiger & Benz, 2016, S. 263). Bislang wird sich in der frühen mathematischen Bildung noch teilweise an Bildungsstandards der Grundschule angelehnt (Kultusministerkonferenz, 2004a, S. 6–11; Schuler & Wittmann, 2020, S. 22) und einige Einrichtungen der frühen mathematischen Bildung weisen eine verbesserungswürdige Interaktionsqualität auf (Petritsch & Walter-Laager, 2021, S. 61). Um zu ermitteln, ob Handlungsbedarf in elementarpädagogischen Einrichtungen vorliegt, fragt diese Studie danach, wie man die mathematische Handlungsqualität elementarpädagogischer Fachpersonen erfassen kann. Im Zuge dessen wurde ein Beobachtungsinstrument zur domänenspezifischen Erfassung der mathematischen Handlungsqualität inhaltlich validiert. Hierzu wurden teilstandardisierte leitfadengestützte ExpertInneninterviews (N = 6) durchgeführt. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass eine ganzheitliche Erfassung der mathematischen Handlungsqualität elementarpädagogischer Fachpersonen einen Mixed-Methods-Ansatz erfordert. Zusätzlich zur Beobachtung des Fachpersonals, ist es empfehlenswert deren Werte und Einstellungen zu erheben und Rahmenbedingungen in elementarpädagogischen Einrichtungen zu prüfen. Es ergeben sich aus den Ergebnissen dieser Studie ebenso Potentiale für die elementarpädagogische Praxis sowie Fortbildungsplanung.To provide adequate training opportunities for preschool teachers in mathematics, their required competencies must be examined in terms of subject knowledge and didactics (Gasteiger & Benz, 2016, S. 263). To date, early mathematical education is still partly based on primary school educational standards (Kultusministerkonferenz, 2004a, S. 6–11; Schuler & Wittmann, 2020, S. 22), and some early childhood education institutions exhibit interaction quality that requires improvement (Petritsch & Walter-Laager, 2021, S. 61). To assess the need for action in preschool settings, this study investigates how the mathematical action quality of early childhood educators can be measured. As part of this research, an observation instrument for domain-specific measurement of mathematical action quality was validated. For this purpose, semi-structured expert interviews (N = 6) were conducted. The findings suggest that a comprehensive assessment of preschool teachers' mathematical action quality requires a mixed-methods approach. In addition to observing early childhood educators, it is recommended to examine their values and attitudes and to consider institutional conditions in preschool settings. The study’s results also provide insights for improving early childhood education practices and planning further professional development.Autor/in*: Michael StroblMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung in Deutsch und Englisc
Artificial intelligence and corporate governance : redefining the role of the board of directors and supervisory board in the light of the business judgement rule
Die vorliegende Arbeit behandelt die Neuordnung der Pflichten von Vorstand und Aufsichtsrat beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz innerhalb einer Aktiengesellschaft. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der Business Judgement Rule, die unter gewissen Voraussetzungen eine Haftungsfreistellung für Leitungsorgane bildet. Künstliche Intelligenz stellt ein faszinierendes und sich rapide entwickelndes Forschungsfeld dar, das ein beträchtliches Potenzial birgt, zahlreiche Aspekte unseres Lebens zu verändern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, sich mit den neuen Anforderungen auseinanderzusetzen, die ein solcher Einsatz mit sich bringt. Neue Technologien und Fortschritte stellen Vorstände und Aufsichtsräte nämlich vor gänzlich neue Herausforderungen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, ist es zunächst erforderlich, sich mit den theoretischen Grundlagen auseinanderzusetzen. Zu diesem Zweck widmet sich die vorliegende Arbeit zunächst der Begriffsdefinition von Künstlicher Intelligenz, ihrer Entwicklung und den Grundbegrifflichkeiten im Zusammenhang mit dieser neuen Technologie. Im weiteren Verlauf wird ein kurzer Einblick in die Corporate Governance gegeben, die einen Überbegriff für den Leitungs- und Ordnungsrahmen eines Unternehmens bildet und daher für diese Thematik von besonderer Relevanz ist. Darüber hinaus werden die Voraussetzungen der Business Judgement Rule sowie die entsprechenden Regelungen kurz erläutert. Anschließend werden die Pflichten der Vorstände und Aufsichtsräte in Österreich und Deutschland sowie des Board of Directors einer englischen Public Limited, die einer Aktiengesellschaft am nähesten kommt, erörtert. Dabei liegt der Fokus auf den Pflichten, die bereits ohne den Einsatz Künstlicher Intelligenz zu beachten sind. Im nächsten Schritt erfolgt eine Neuordnung jener Pflichten, wobei insbesondere die Modifikation des Sorgfaltsmaßstabs der jeweiligen Organe beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz erörtert wird. Im Schlusskapitel werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und miteinander verglichen. Zudem wird ein abschließendes Fazit gezogen.This paper deals with the reorganization of the duties of the Board of Directors and the Supervisory Board when using Artificial Intelligence within a stock corporation. This is undertaken in the context of the business judgment rule, which, under specific circumstances, offers a liability exemption for management bodies. The field of Artificial Intelligence is both fascinating and rapidly developing, with considerable potential to change numerous aspects of our lives. It is therefore crucial to address the new requirements that such use entails. New technologies and advances present the Board of Directors and the Supervisory Boards with completely new challenges. To address these challenges, it is essential to first establish the theoretical principles. To this end, the present work is devoted to the definition of Artificial Intelligence, its development and the basic concepts associated with this new technology. The subsequent sections then provide a concise overview of corporate governance, which is a broad term encompassing the management and regulatory framework of a company. This is a particularly pertinent concept in the context of this subject. The text then goes on to explain the requirements of the Business Judgment Rule and the corresponding regulations. The discussion then moves on to the duties of the Board of Directors and the Supervisory Boards in Austria and Germany, and the Board of Directors of an English public limited company. The focus is on the duties that must be observed even without the use of Artificial Intelligence. The subsequent step involves a reorganization of these duties for the respective bodies when using Artificial Intelligence. Finally, the insights gained are summarised and compared.vorgelegt von Sarah Yvonne EnziDiplomarbeit Universität Graz 202
The death penalty as a crime prevention measure? : a critical analysis of its effectiveness based on empirical studies and statistical analyses
Die Todesstrafe wird seit Jahrhunderten als ultimative Strafe für schwerste Verbrechen eingesetzt, wobei vielfach argumentiert wird, dass sie eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Straftäter habe. Doch ist die Todesstrafe tatsächlich ein effektives Mittel zur Kriminalprävention? Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Wirksamkeit der Todesstrafe als Abschreckungsinstrument anhand empirischer Studien und statistischer Analysen. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht eine kritische Analyse relevanter empirischer Forschungsergebnisse, die sich auf die USA als Forschungsbeispiel konzentrieren. Die Analyse ergibt, dass es keine abschließenden Belege für eine abschreckende Wirkung der Todesstrafe gibt. Vielmehr weisen zahlreiche Studien darauf hin, dass andere Faktoren wie sozioökonomische Bedingungen, Effizienz der Strafverfolgung und soziale Präventionsmaßnahmen eine wesentlich größere Rolle bei der Reduktion der Kriminalität spielen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass der Forschungshintergrund der Studienleiter einen Einfluss auf das Studienergebnis hat, da Ökonomen häufiger eine abschreckende Wirkung der Todesstrafe annahmen als beispielsweise Kriminologen, Soziologen oder Juristen. Des Weiteren wird die Möglichkeit von Fehlurteilen erörtert sowie die moralische Fragwürdigkeit der Todesstrafe beleuchtet. Zudem werden die Argumente pro und contra dargelegt. Die vorliegende Diplomarbeit gelangt zu dem Schluss, dass die Todesstrafe als Mittel der Kriminalitätsprävention wissenschaftlich nicht abschließend belegt ist und erhebliche ethische, rechtliche und praktische Probleme mit sich bringt. In der Konsequenz stellt sich die Frage nach der fortwährenden Rechtfertigung der Anwendung der Todesstrafe in modernen Rechtssystemen.The death penalty has been used for centuries as the ultimate punishment for the most serious crimes, with many arguing that it has a deterrent effect on potential criminals. But is the death penalty really an effective means of crime prevention? This thesis examines the effectiveness of the death penalty as a deterrent instrument on the basis of empirical studies and statistical analyses. The focus of this thesis is a critical analysis of relevant empirical research results, which concentrate on the USA as a research example. The analysis shows that there is no conclusive evidence for a deterrent effect of the death penalty. Rather, numerous studies indicate that other factors such as socio-economic conditions, efficiency of law enforcement and social prevention measures play a much greater role in reducing crime. There is also the possibility that the research background of the study leaders has an influence on the study results, as economists are more likely to assume a deterrent effect of the death penalty than criminologists, sociologists or lawyers, for example. Furthermore, the possibility of wrongful convictions is discussed and the moral dubiousness of the death penalty is analyzed. The arguments in favour and against are also presented. This thesis comes to the conclusion that the death penalty as a means of crime prevention has not been conclusively proven scientifically and poses considerable ethical, legal and practical problems. As a consequence, the question arises as to the continued justification of the use of the death penalty in modern legal systems.vorgelegt von Marie Luise FleckDiplomarbeit Universität Graz 202