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Text mining in system-scientific sustainability research
Die Studie ist im interdisziplinären Feld der Systemwissenschaften angesiedelt und befasst sichmit den komplexen Wechselbeziehungen zwischen ökologischen, gesellschaftlichen undwirtschaftlichen Faktoren. Sie zeigt die Entwicklung der Nachhaltigkeitsforschung von einemprimär ökologischen Fokus hin zu einer breiteren Betrachtung wirtschaftlicher und sozialerDimensionen, insbesondere im Zusammenhang mit Green Jobs, die für die Transformation zu einernachhaltigen Wirtschaft wesentlich sind. Die Studie untersucht die Auswirkungen derAutomatisierung auf den Arbeitsmarkt, analysiert die Polarisierung des Arbeitsmarktes und diegeografische Verteilung von grünen Arbeitsplätzen in Österreich, insbesondere in der Steiermark.In diesem Kontext werden Text-Mining-Methoden angewendet, um Stellenanzeigen undwissenschaftliche Publikationen zu analysieren. Die Ergebnisse deuten auf signifikante Trends inder Automatisierung von Arbeitsplätzen und den Bildungsanforderungen für Green Jobs hin, sowieauf einen mangelnden Fokus auf Arbeitsmarktfragen innerhalb der Nachhaltigkeitsforschung.This thesis investigates the intersection of sustainability research, labor market transformations,and the emergence of green jobs, utilizing modern text mining methods to analyze unstructuredtextual data. The study is situated within the interdisciplinary context of systems sciences,addressing the complex interrelations of environmental, societal, and economic factors. Ithighlights the evolution of sustainability research from a primarily environmental focus to abroader consideration of economic and social dimensions, particularly in the context of green jobs,which are essential for transitioning to a low-carbon economy. Moreover, the research examinesthe impact of automation on the labor market, analyzing the polarization of job types and thegeographical distribution of green job opportunities in Austria, specifically in Styria. It employstext mining techniques to analyze job advertisements and scientific publications, revealing insightsinto labor market dynamics and the thematic evolution of sustainability science. The findingsindicate significant trends in job automation and the educational requirements for green jobs, aswell as a lack of focus on labor market issues within sustainability research. The thesis concludeswith recommendations for further exploration of the labor market's role in sustainability and thepotential of advanced text mining methods to enhance understanding of complex systems.Mag.rer.nat. Andreas SchoberDissertation Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Exercise therapy after myocardial infarction - a systematic literature review
Trainingstherapie hat sich als wirksame nicht-medikamentöse Maßnahme in der Behandlung und Nachsorge von PatientInnen nach einem Myokardinfarkt etabliert. Sie trägt nachweislich zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, zur Reduktion von Symptomen wie Erschöpfung oder Atemnot sowie zur Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei. Darüber hinaus kann regelmäßiges körperliches Training das Risiko für erneute kardiovaskuläre Ereignisse senken und unterstützt PatientInnen dabei, schneller in einen aktiven Alltag zurückzukehren. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Methodik des Ausdauer- & Krafttrainings im Zuge der Trainingstherapie nach einem Myokardinfarkt.Exercise therapy has been established as an effective non-pharmacological approach in the treatment and rehabilitation of patients following a myocardial infarction. It has been shown to improve physical performance, reduce symptoms such as fatigue and shortness of breath, and enhance health-related quality of life. Moreover, regular physical activity can lower the risk of recurrent cardiovascular events and supports patients in returning more quickly to an active daily life. This thesis focuses on the methodology of endurance and resistance training as part of exercise therapy after myocardial infarction.Autor: Lukas Pirker, B.Sc.Masterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
The subcamps of St. Lambrecht and Schloss Lind. Between perception and memory
Spezifische Forschungsarbeiten des Männer- und Frauenlagers in St. Lambrecht und des Männerlagers in Schloss Lind wurden in den 1990er und 2000er Jahren durchgeführt. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, im Gedenkjahr 2025, die bisherigen Forschungsergebnisse erneut zu betrachten, in Zusammenhang zu bringen und gegebenenfalls zu erweitern. Die Digitalisierung und die daraus resultierende erweiterte Zugänglichkeit von Archiven in den letzten Jahren sowie die Entdeckung neuer Ego-Dokumente, die zum Zeitpunkt der vergangenen Forschungsarbeiten noch nicht existierten, haben unter anderem wesentlich dazu beigetragen, die Quellenlage zu den KZ-Außenlagern im Bezirk Murau neu zu evaluieren. Der Quellenkorpus umfasst Erinnerungen ehemaliger Häftlinge und Angehörigen der damals lebenden Lokalbevölkerung sowie behördliche Quellen wie Akten, Gendarmerieprotokolle und Transportveränderungen aus der Lagerverwaltung. Die Betrachtung aller Quellen ermöglicht ein differenziertes Bild der Lagerbedingungen und des Lageralltags. Zwar herrschten in den Außenlagern im Bezirk Murau im Vergleich zu anderen Kommandos grundsätzlich bessere Ausgangsbedingungen, dennoch war auch hier der Alltag von Zwangsarbeit und Bestrafungen geprägt. In dieser Arbeit werden unter anderem auch besondere Vorkommnisse, wie beispielsweise die geplante Liquidation des ersten Männerkommandos in St. Lambrecht im Juli 1943, Fluchtversuche, Todesfälle, Diebstähle sowie Bestrafungen näher behandelt. Auf Grundlage der multiperspektivischen Quellenlage wird ein besonderes Augenmerk auf mögliche Berührungs- und Kontaktpunkte der Häftlinge inner- und außerhalb der Lager gelegt und der Frage nachgegangen, wie die Lager und die internierten Personen von der Bevölkerung wahrgenommen wurden. Des Weiteren beinhaltet diese Arbeit ein Register über alle bekannten Opfer der drei Außenlager, das mithilfe der vorhandenen Transport- und Veränderungsmeldungen erfasst wurde.The major studies on the men’s and women’s camp in St. Lambrecht and the men’s camp at Schloss Lind were conducted in the 1990s and 2000s. In the year 2025 it is time to revisit, contextualize and expand on these earlier findings. Since the most recent studies, the digitalization of archives has significantly improved the accessibility of archives and the availability of documents. Furthermore, the discovery of some ego-documents has also made a significant contribution, allowing a reassessment of the source material related to these subcamps. The study is based on a broad range of sources, including memoirs of former prisoners and local eyewitnesses as well as official documents such as police or administrative records and transport changes issued by camp authorities. These sources provide a more nuanced view of the camps. While the camps located in the district Murau were, in some respects, less severe than other subcamps, forced labor and punishments remained a defining part of everyday life. The study also examines specific incidents in detail, such as the planned liquidation of the first male “Kommando” in St. Lambrecht in July 1943, escape attempts, deaths, thefts, and punishments. A central focus is placed on moments of interaction between prisoners and the local population, both inside and outside the camps, as well as on how the camps and the prisoners were seen by the local population. Additionally, the study includes a register of all known victims of the three subcamps, based on transport and administrative records.Carina KernmaierMasterarbeit Universität Graz 20251 Zusammenfassung auf Deutsc
From knowledge to action : a comparison of different approaches to practice-based teaching in nursing education
Der praktische Unterricht stellt einen essenziellen Bestandteil in Pflegeausbildungen dar, der es den Auszubildenden ermöglicht, die erworbene Theorie mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Weit über das Erlernen rein haptischer Fertigkeiten hinaus stehen Handlungskompetenzen im Fokus, die für eine kompetente Ausübung des Pflegeberufs maßgeblich sind. Die Frage, wie diese Kompetenzen effektiv vermittelt werden können, stellt eine bedeutende Herausforderung für Lehrpersonen dar. Die Gestaltung des praktischen Unterrichts variiert, abhängig von der Lehrperson und der jeweiligen Ausbildungsstätte, erheblich.Diese Masterarbeit untersucht verschiedene Ansätze des praktischen Unterrichts und analysiert die Vor- und Nachteile diverser Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihrer Eignung zur Vermittlung von Handlungskompetenzen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, Unterrichtsmethoden und Herangehensweisen zu identifizieren, die den Erwerb von Handlungskompetenzen fördern. Um der Forschungsfrage: Wie kann der praktische Unterricht in der Gesundheits- und Krankenpflege gestaltet werden, um einen möglichst großen Erwerb von Handlungskompetenzen zu erzielen? nachzugehen, wurden sechs Lehrpersonen mittels qualitativer Interviews zu ihrem praktischen Unterricht befragt.Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Vielfalt an Methoden erforderlich ist, um den Lernprozess effektiv zu unterstützen. Besonders geeignet für die Förderung von Handlungskompetenzen sind komplexere Methoden wie das LTT (Lernbereich Training und Transfer) oder Simulationstrainings, da sie umfassende Pflegesituationen nachstellen und somit ganzheitliche Denkansätze fordern. Der gezielte Erwerb von Handlungskompetenzen muss durch die Lehrperson aktiv angestrebt und durch kreative Maßnahmen unterstützt werden. Der praktische Unterricht stößt bei der Reproduktion realer Pflegesituationen jedoch an seine Grenzen. In diesem Kontext ist die enge Verzahnung mit den Praktika von enormer Bedeutung.Practical training is an essential component of nursing education, enabling students to work independently and integrate acquired theoretical knowledge with practical experience. Practical training in nursing goes beyond learning hands-on skills. At the center of the approach is the development of action competencies which are essential for becoming a competent nurse. The question of how to effectively teach these skills presents a significant challenge for teachers. The design of practical training varies considerably, depending on the instructor and the training institution. This master’s thesis examines various approaches to practical training and analyzes the advantages and disadvantages of different teaching methods in terms of their effectiveness in developing action-oriented competencies. The aim of this study is to identify teaching methods and approaches that promote the development of action competencies. To address the research question -How can practical training in nursing education be designed to maximize the acquisition of action competencies? -six instructors were interviewed in order to gain qualitative insights into practical training methods.The results indicate that a variety of methods are necessary to effectively support the learning process. Complex methods such as LTT (= training and transfer: a hands-on training in practical nursing scenarios) or simulation training are particularly effective in fostering action competencies, as they replicate comprehensive care situations and thus encourage holistic thinking. The development of action competencies must be actively pursued by teachers and supported through creative strategies. However, practical training has its limitations when it comes to reproducing real-world care situations. Therefore, close integration with internships is crucial to ensure a realistic learning experience.Lisa StadlerMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Customer education : a comparison of user-generated content (UGC) and firm-generated content (FGC)
Aufgrund wachsender Produktkomplexität sind Konsumierende auf ausreichend Informationen angewiesen, um fundierte Kaufentscheidungen zu treffen. Die Bereitstellung dieser Weiterbildungsmaßnahmen, auch bekannt als Customer Education, ist eine effektive Möglichkeit für Unternehmen, sich am Markt zu differenzieren und neue Kundschaft zu generieren. Durch die Digitalisierung spielen mittlerweile auch konsumentengenerierte Inhalte eine zentrale Rolle, wodurch auch individuelle Personen informative Beiträge teilen können. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss verschiedener Quellen der Customer Education zu untersuchen. Da sich die Forschungsfrage damit auseinandersetzt, ob Unterschiede zwischen konsumenten- und unternehmensgenerierten Informationen als Customer Education Tool mit Bezug auf das Word-of-Mouth-Verhalten der Kundschaft bestehen und welche Rolle dabei Glaubwürdigkeit und Vertrauen spielen, wurde für diese Arbeit ein Online-Experiment gewählt. Die Teilnehmenden wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt, welche jeweils einen Blogartikel zum Thema Laufschuhe zugewiesen wurden. Beide Artikel enthielten dieselben Informationen, jedoch stammte einer von einem fiktiven Blogger und der andere von einer Laufschuhmarke. Nach einer deskriptiven und inferenzstatistischen Analyse ließen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede der beiden Content-Formate feststellen, die Hypothesen konnten somit nicht bestätigt werden. Eine mögliche Erklärung dafür könnte in der Fiktivität des eingesetzten Bloggers liegen, die als zentrale Limitation der Studie zu betrachten ist. Dennoch bildet die Arbeit einen wertvollen Grundstein für weiterführende Forschung in diesem Bereich.Due to increasing product complexity, consumers rely on sufficient information to make informed purchasing decisions. Providing information, also known as customer education, is an effective way for companies to differentiate themselves in the market and attract new customers. Nowadays, digitalization means that user-generated content also plays a central role, allowing individuals to share informative input. The aim of this thesis is to examine the influence of various sources of customer education. As the research question deals with whether there are differences between user-generated and firm-generated information as a customer education tool regarding the word-of-mouth behaviour of customers and the role that credibility and trust play in this context, an online experiment was chosen for this work. The participants were randomly divided into two groups, each of which was given a blog post on the topic of running shoes. Both articles contained the same information, but one was written by a fictional blogger and the other by a running shoe brand. After a descriptive and inferential analysis, no statistically significant differences between the two content formats were found, meaning that the hypotheses could not be confirmed. A possible explanation for this could be the fictional nature of the blogger used in the study, which should be considered a key limitation. Nevertheless, this study provides a valuable foundation for further research in this area.Strasser OliviaEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 73-84Masterarbeit Universität Graz 202
An introduction to the theory of demand-led growth in the modern classical approach
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung nachfrageseitiger Wachstumsmodelle in der modern-klassischen Tradition. Ausgangspunkt sind die Beiträge von John Maynard Keynes, Piero Sraffa und Pierangelo Garegnani, deren Ideen den Übergang von angebots- zu nachfrageorientierten Erklärungen wirtschaftlichen Wachstums einleiteten. Besonderes Augenmerk liegt auf Garegnanis Interpretation der effektiven Nachfrage in der langfristigen Analyse sowie auf seiner Kritik an der marginalistischen Theorie. Der erste Teil der Arbeit beleuchtet Garegnanis theoretische Beiträge, einschließlich seiner Arbeiten bei SVIMEZ, seiner Auseinandersetzung mit der marginalistischen Theorie und seiner Interpretation von Keynes' Theorie der effektiven Nachfrage im langfristigen Kontext. Dabei wird hervorgehoben, wie Garegnani keynesianische Ideen mit dem klassischen Surplus-Ansatz verband und die Zusammenhänge zwischen Investitionsentscheidungen, effektiver Nachfrage und struktureller Arbeitslosigkeit betonte. Der zweite Teil befasst sich mit der Weiterentwicklung nachfrageseitiger Wachstumsmodelle durch Garegnanis Nachfolger:innen und konzentriert sich auf die Debatte, die Mitte der 1990er-Jahre entstand. Verglichen werden zwei Ansätze; der pfadabhängige Ansatz flexibler Kapazitätsauslastung, von Garegnani entwickelt und später von Attilio Trezzini und Antonella Palumbo weitergeführt, sowie der Ansatz normaler Kapazitätsauslastung, wie er im Rahmen des Sraffian-Supermultiplier-Modells von Franklin Serrano und Fabio Freitas ausgearbeitet wurde. Die Arbeit diskutiert die unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der Anpassungsmechanismen, der Rolle autonomer Nachfrage und der Beziehung zwischen Kapazitätsauslastung und Investition. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass der modern-klassische Ansatz nachfrageseitigen Wachstums wertvolle Einsichten in die Komplexität wirtschaftlicher Entwicklungsprozesse bietet und die Notwendigkeit unterstreicht, Modelle zu entwickeln, die reale Faktoren wie historische Entwicklungen, Nachfrageschwankungen und strukturelle Veränderungen berücksichtigen.This thesis examines the development of demand-led growth models in the modern classical tradition. It starts by outlining the contributions of John Maynard Keynes, Piero Sraffa, and Pierangelo Garegnani, whose ideas laid the foundation for a shift from supply-driven to demand-driven explanations of economic growth. Particular focus is placed on Garegnani's interpretation of effective demand in long-run economic analysis and his criticism of marginalist theory. The first part of the thesis reviews Garegnani's theoretical work, covering his contributions at SVIMEZ, his critique of marginalist theory, and his interpretation of Keynes's theory of effective demand in the long run. It highlights how Garegnani integrated Keynesian ideas with the classical surplus approach, emphasising the connection between investment decisions, effective demand and structural unemployment. The second part looks at the later development of demand-led growth models by Garegnani's followers, focusing on the debate that emerged in the mid-1990s. It contrasts two approaches: the path-dependent, flexible utilisation approach, developed by Garegnani and later further elaborated by Attilio Trezzini and Antonella Palumbo, and the normal utilisation approach based on the Sraffian Supermultiplier, introduced by Franklin Serrano and Fabio Freitas. The thesis discusses how these approaches differ in their views on adjustment processes, the role of autonomous demand, and the relationship between capacity utilisation and investment. Overall, the thesis shows that the modern classical approach to demand-led growth provides important insights into the complexity of economic growth and highlights the need for models that take real-world factors, such as historical developments, demand fluctuations, and structural change, into account.Mila Jonjic, BA, B.A. (Econ.)Masterarbeit Universität Graz 202
Concepts and implementation of inclusion in compulsory education in Canada, Germany and Austria : an international system comparison using expert interviews
Im Rahmen eines internationalen Bildungssystemvergleichs wird aufgezeigt, wie schulische Inklusion in Österreich, Deutschland und Kanada konzeptionell verstanden, gesetzlich verankert und praktisch umgesetzt wird. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen, der Ressourcenausstattung, der professionellen Haltung sowie der schulischen Umsetzung aufzuzeigen. Die Basis bilden wissenschaftliche Positionen zur inklusiven Bildung und internationale bildungspolitische Entwicklungen. Zur Ergänzung der theoretischen Analyse wurden neun leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit Fachpersonen aus den drei Ländern geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Inklusion in allen drei Ländern als pädagogisches Leitprinzip gilt, ihre Umsetzung jedoch stark von strukturellen Voraussetzungen abhängig ist. In Österreich spielt die Haltung der Lehrkräfte eine zentrale Rolle, wird jedoch durch ein selektives Schulsystem begrenzt. Deutschland ist durch föderale Unterschiede geprägt, die zu einer uneinheitlichen Umsetzung führen. In Kanada, insbesondere in der Provinz New Brunswick, existiert ein systemisch integrierter, menschenrechtsbasierter Ansatz, der jedoch nicht überall konsequent umgesetzt wird. Trotz bestehender Herausforderungen verdeutlichen die Resultate, dass inklusive Bildung nicht nur pädagogisch sinnvoll ist, sondern auch soziale Teilhabe, Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärkt. Um Inklusion langfristig zu sichern, bedarf es klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen, verlässlicher Ressourcen und einer konsequenten bildungspolitischen Steuerung. Die Arbeit liefert einen Beitrag zur internationalen Inklusionsforschung und gibt Impulse für eine Weiterentwicklung inklusiver Schulsysteme.As part of an international system comparison, it is shown how school inclusion is conceptually understood, legally anchored and practically implemented in Austria, Germany and Canada. The aim is to highlight differences and similarities in terms of legal foundations, resources, professional attitudes and school implementation. The basis is formed by scientific positions on inclusive education and international educational policy developments. To supplement the theoretical analysis, nine guided interviews with experts from the three countries were conducted and evaluated using qualitative content analysis according to Mayring. The results show that inclusion is a guiding educational principle in all three countries, but that its implementation is heavily dependent on structural conditions. In Austria, the attitude of teachers plays a central role, but is limited by a selective school system. Germany is characterized by federal differences that lead to inconsistent implementation. In Canada, particularly in the province of New Brunswick, a systemically integrated, human rights-based approach exists, but it is not consistently implemented everywhere. Despite existing challenges, the results make it clear that inclusive education not only makes educational sense, but also strengthens social participation, diversity and equal opportunities. To ensure inclusion in the long term, a clear legal framework, reliable resources and consistent educational policy management are required. The work contributes to international inclusion research and provides impulses for the further development of inclusive school systems.Autorin: Lavinia-Crina Hotca, BAMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
In the records : tracing landslide patterns in the Wipptal area, Austria
Gravitative Massenbewegungen stellen eine wiederkehrende Naturgefahr in alpinen Räumen wie dem Wipptal dar, werden jedoch von den zuständigen Institutionen bislang uneinheitlich dokumentiert – nicht zuletzt aufgrund limitierter rechtlicher Rahmenbedingungen. Diese Masterarbeit untersucht, wie solche Ereignisse erfasst und klassifiziert werden, und räumlich verteilt sind, mit einem besonderen Fokus auf ihre Relevanz für das Gefahrenverständnis, sowie die Exposition kritischer Infrastrukturen. Auf Basis eines harmonisierten Ereignisdatensatzes, der Daten von fünf institutionellen Quellen vereint, werden in dieser Arbeit drei zentrale Forschungsfragen behandelt. Diese befassen sich mit: (1) bestehenden Unterschieden in der Dokumentationspraxis, (2) der räumlich-zeitlichen Verteilung gravitativer Massenbewegungen sowie (3) der Exposition unterschiedlicher Infrastrukturen gegenüber verschiedenen Bewegungsarten. Die Ergebnisse zeigen erhebliche organisatorische und methodische Unterschiede in der Erfassung gravitativer Massenbewegungen. Während wissenschaftliche und behördliche Institutionen detaillierte, prozessorientierte Informationen bereitstellen, dokumentieren Infrastrukturbetreiber Ereignisse primär aus betrieblichen Gründen, wobei der Fokus auf der präzisen zeitlichen Dokumentation sowie der Beteiligung von Einsatzkräften liegt. Die Datenharmonisierung wurde durch diese unterschiedlichen Zielsetzungen erschwert, wobei auch fehlende Attributinformationen und eine weite Spannbreite an Terminologien die Ergebnisse beeinflussen. Zeitlich zeigt sich der Sommer als aktivste Saison, bedingt durch konvektive Starkniederschläge. Winter und Herbst gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung – insbesondere durch Frost-Tau-Prozesse und veränderte Niederschlagsregime. Räumlich konzentrieren sich gravitative Massenbewegungen auf Bereiche, in denen Verkehrswege, Bahnlinien und Siedlungsräume zusammentreffen – ein Befund, der im Kontext der dokumentierenden Institutionen und deren Interessenlage durchaus plausibel erscheint. Eine besonders hohe Gefährdung wurde für Siedlungsgebiete und die Bundesstraße B182 festgestellt, während die Autobahn A13 weniger häufig gefährdet war, nicht zuletzt, weil sie meist auf Brücken erhöht über das Tal verläuft. Dennoch wird deutlich: Technische Harmonisierung allein genügt nicht. Um eine fundierte Gefahrenanalyse zu erstellen, sind einheitliche Dokumentationsstandards, bessere institutionsübergreifende Datenpraktiken und die Integration von gravitativen Massenbewegungen in die formale Gefahrenzonierung Österreichs erforderlich.Landslides are a recurring hazard in Alpine regions such as the Wipptal region, yet their documentation across institutions remains inconsistent, not least due to limited relevant legal frameworks in Austria. This thesis investigates how landslide events are recorded, classified, and spatially distributed, focusing on the implications for hazard understanding and infrastructure exposure. Using a harmonized multi-source inventory compiled from five institutional datasets, the study addresses three research questions concerning (1) discrepancies in documentation practices, (2) spatio-temporal patterns of landslide activity, and (3) the exposure of infrastructure to different landslide types. The findings reveal significant organizational and methodological differences in how landslides are reported. While scientific and regulatory institutions provide data with greater geotechnical detail and process-specific information, infrastructure operators tend to document events primarily for operational purposes, with a focus on precise temporal recording and the involvement of emergency services. Data harmonization was challenged by these differing institutional objectives, further complicated by missing attribute information and a wide range of terminologies that affected the consistency and comparability of the results. Temporally, summer emerges as the most active season due to convective rainfall events, although winter and autumn have become increasingly relevant, linked to freeze–thaw dynamics and shifting precipitation regimes, resulting from the impact of climate change. Spatially, landslide activity tends to cluster in areas where transport infrastructure, railways, and settlements converge—an observation that aligns with the focus and institutional interests of the reporting entities. A particularly high exposure was found for settlement areas and the national road, whereas the A13 highway was less frequently at risk, not least because it mostly runs elevated over the valley on bridges. Overall, the study demonstrates that technical harmonization alone is insufficient. Robust hazard analysis requires shared documentation standards, improved cross-institutional data practices, and the integration of landslides into formal hazard zoning in Austria.author: Flora Höfler, BSc.Enthält Literaturverzeichnis auf Blätter 104-112Masterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Lifestyle drug Ozempic: Between medical use and misuse by society
Adipositas ist längst nicht mehr nur ein individuelles Gesundheitsproblem, sondern stellt weltweit eine der größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen dar. Die Zahl der Betroffenen nimmt immer weiter zu, was nicht nur die Gesundheit der einzelnen Person stark beeinträchtigen kann, sondern auch das staatliche Gesundheitssystem zunehmend belastet. Das Problem an starkem Übergewicht ist, dass es meist mit ernsthaften Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Störungen im Fettstoffwechsel oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Deshalb ist es umso wichtiger, wirksame Behandlungsmethoden zu finden – dazu zählen eine angepasste Ernährung, mehr Bewegung im Alltag sowie gegebenenfalls auch eine unterstützende medikamentöse Therapie. In den letzten Jahren haben medikamentöse Therapieoptionen eine immer größere Bedeutung in der Behandlung von Adipositas gewonnen. Besonders in den Vordergrund gerückt sind die Wirkstoffe Semaglutid und Tirzepatid, die ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurden. Diese Medikamente gehören zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Studien zeigen, dass sie sich nicht nur positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken, sondern auch eine Gewichtsreduktion bewirken können. Diese Entdeckung hat die Adipositas-Therapie in vielerlei Hinsicht verändert. Diese Masterarbeit befasst sich mit den medizinischen und gesellschaftlichen Entwicklungen rund um die Wirkstoffe Semaglutid und Tirzepatid. Es wird sowohl auf den Erfolg der Gewichtsreduktion als auch auf die Nebenwirkungen und die genaue Anwendung eingegangen. Besonders im Fokus liegt der gesellschaftliche Umgang mit diesen Medikamenten: Die mediale Aufmerksamkeit rund um Semaglutid, besser bekannt als Ozempic®, hat dazu geführt, dass dieser zunehmend auch von gesunden Personen zur schnellen Gewichtsabnahme eingesetzt wird und dabei als sogenannte „Lifestyle-Droge“ in den Fokus rückt. Dies bringt jedoch einige Risiken mit sich, etwa durch unsachgemäßen Gebrauch, Off-Label-Anwendungen oder bedenkliche und fragwürdige Beschaffung über inoffizielle Kanäle. Ziel dieser Arbeit ist es, nicht nur den aktuellen medizinischen Wissensstand zu beleuchten, sondern auch auf das Spannungsfeld zwischen sinnvoller medizinischer Anwendung und dem gesellschaftlichen Missbrauch einzugehen. Dabei geht es nicht nur um die verschiedensten Studien, sondern auch um ethische Fragen, um die Rolle von sozialen Medien und um den Einfluss von gesellschaftlichen Schönheitsidealen. Dabei ergibt sich ein umfassender Einblick in eine medikamentöse Entwicklung, die zwar viel Potenzial zeigt, gleichzeitig, aber auch kritisch betrachtet werden sollte.Obesity is no longer just an individual health problem, but one of the greatest medical and social challenges worldwide. The number of people affected continues to rise, which not only significantly impacts personal health, but also places an increasing burden on the national health system. One of the main problems with severe obesity is that it is usually associated with serious comorbidities such as type 2 diabetes, high blood pressure, lipid metabolism disorders and cardiovascular disease. This makes it more important to find effective treatment methods, including a tailored diet, more exercise in everyday life and, if necessary, supportive pharmacological therapy. In recent years, drug therapy options have become increasingly important in the treatment of obesity. The active ingredients semaglutide and tirzepatide, which were originally developed for the treatment of type 2 diabetes, have come to the fore. These drugs belong to the group of GLP-1 receptor agonists. Studies show that they not only have a positive effect on blood sugar levels but can also cause weight loss. This discovery has changed obesity treatment in many ways. This master's thesis deals with the medical and social developments surrounding the active ingredients semaglutide and tirzepatide. It discusses both the success of weight loss and the side effects and precise application. Particular focus is placed on how society deals with these drugs: media attention surrounding semaglutide, better known as Ozempic®, has led to its increasing use by healthy individuals for rapid weight loss, bringing it into the spotlight as a so-called ‘lifestyle drug’. However, this trend involves certain risks, such as improper use, off-label applications or questionable and dubious procurement through unofficial channels. The aim of this paper is not only to present the current state of medical knowledge, but also to address the tension between sensible medical use and social misuse. It is not only about the various studies, but also about ethical questions, the role of social media and the influence of social beauty ideals. This provides a comprehensive insight into a drug development that shows great potential but should also be viewed critically.vorgelegt von Jasmin El-MansoryMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
The importance of food in socio-pedagogical institutions : an interview study with carers
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und Funktion des Essens in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften für Kinder und Jugendliche. Mittels Leitfadeninterviews wurden 13 Betreuer*innen, eine Person im Freiwilligen Sozialen Jahr und eine Psychologin in sieben Einrichtungen in Kärnten und der Steiermark befragt. Die vorliegende Studie schließt an bestehenden Studien an, die sich auf deutsche Einrichtungen beziehen. Die Interviews wurden nach der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) ausgewertet.Die Ergebnisse zeigen, dass die Mahlzeiten ein fester Bestandteil im Tagesablauf der sozialpädagogischen Wohngemeinschaften sind. Regeln und Rituale begleiten diesen Ablauf. Gemeinsame Mahlzeiten dienen nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern ermöglichen auch den Austausch in der Gruppe. Kinder und Jugendliche können bei der Mitgestaltung des Speiseplans und der Zubereitung der Speisen partizipieren. Die Betreuer*innen achten dabei darauf, dass die Ernährung ausgewogen und gesund ist, was zu Einschränkungen der Mitgestaltung führt. Des Weiteren regeln die Betreuer*innen den Zugang und den Besitz von Lebensmitteln von Kindern und Jugendlichen, im Sinn der Gesundheitsförderung und des vorausschauenden Konsums. Dies kann zu Machtkonflikten führen, wenn die Wünsche der Kinder und Jugendliche nicht unmittelbar erfüllt werden können.Herausfordernd in Bezug auf das Essen können gemachte Erfahrungen der Kinder in ihren Herkunftsfamilien sein. Diese werden in gemeinsamen Essenssituationen in den Einrichtungen sichtbar und zeigen somit den Einfluss der Sozialisation auf das Essverhalten.This master thesis provides an overview about the significance and function of eating in socio-pedagogical institutions for children and teenager. In seven facilities in Styria and Carinthia 13 caregivers, one psychologist and one person, who does a voluntary social year, were interviewed using a guideline interview. The interviews were analysed according to Kuckartz's (2018) structuring qualitative content analysis. The results show that mealtimes are an integral part of the daily routine. Rules and rituals accompany this routine. Shared mealtimes are not only used for eating, but also for socialising within the group. Children and young people can participate in designing the menu and preparing the food. The carers ensure that the food is balanced and healthy, which leads to restrictions on participation. Furthermore, the carers regulate access to and possession of food by children and young people in the interests of health promotion and responsible con-sumption. This can lead to power conflicts if the wishes of the children and young people cannot be fulfilled immediately.Children's experiences in their families of origin can be challenging when it comes to eating. These become visible in shared eating situations in the facilities and thus show the influence of socialisation on eating behaviour.Sabrina Angeler, BAMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung in Deutsch und Englisc