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An European antitrust law analysis of the FIFA Football Agent Regulations (FFAR) with special consideration of the Service Fee Cap
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anfang des Jahres 2023 in Kraft getretenen FIFA Football Agent Regulations (FFAR) auf ihre unionskartellrechtliche Vereinbarkeit. Durch die FFAR wurden unter anderem eine Lizenzpflicht für Spielervermittler, ein Mehrfachvertretungsverbot und eine prozentuelle Honorarobergrenze für Spielervermittlervergütungen, auf der in dieser Arbeit ein besonderer Fokus liegt, eingeführt. Im Zentrum der rechtlichen Problemstellung steht abgesehen von der unklaren Regelungsbefugnis der FIFA am Markt für Spielervermittler die Frage, ob die genannten Bestimmungen der FFAR gegen die Art. 101 und 102 AEUV verstoßen. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob sie aufgrund des vom EuGH entwickelten Meca-Medina-Tests eine Ausnahme vom Tatbestand erfahren oder nach Art. 101 Abs. 3 AEUV vom Kartellverbot befreit werden können. Während einige nationale Gerichte in EU-Mitgliedstaaten die fraglichen Regeln der FFAR bereits als kartellrechtswidrig eingestuft haben, hat das LG Mainz dem EuGH die Thematik zur Vorabentscheidung vorgelegt. Das seitdem unter der Geschäftszahl C-209/23 als Rechtssache RRC Sports GmbH anhängige Verfahren bzw. die betreffenden Schlussanträge des Generalanwalts werden in der vorliegenden Arbeit ebenfalls diskutiert. Eine Entscheidung des EuGH in dieser Causa ist nicht vor Ende des Jahres 2025 zu erwarten.The present paper examines the FIFA Football Agent Regulations (FFAR), which entered into force at the beginning of 2023, with regard to their compatibility with EU antitrust and competition law. Among other things, the FFAR introduced a licensing requirement for agents, a prohibition on multiple representation, and a percentage-based cap on agents’ fees, the latter being a particular focus of this paper. Apart from the unclear regulatory authority of FIFA in the players’ agents market, the central legal issue concerns whether the aforementioned provisions of the FFAR infringe Art. 101 and 102 TFEU. In this context, it must be assessed in particular whether they may be exempted from the applicability of Art. 101 (1) TFEU under the test developed by the CJEU in Meca-Medina, or whether they can be exempted from the cartel prohibition under Art. 101 (3) TFEU. While some national courts in EU Member States have already classified the relevant FFAR rules as anti-competitive, the Regional Court of Mainz has referred the matter to the CJEU for a preliminary ruling. The proceedings, now pending under case number C-209/23 as RRC Sports GmbH, and the related opinion of the Advocate General are also discussed in this paper. A decision by the CJEU in this case is not expected before the end of 2025.von Nicolaus ScarpatettiDiplomarbeit Universität Graz 202
On the phenomenon of "angst" in Martin Heidegger
Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, das Phänomen der Angst in Martin Heideggers Werk „Sein und Zeit“ aus existenzphilosophischer Perspektive zu thematisieren. Dafür wird eine Rekonstruktion und Interpretation von weiten Teilen des Werkes vorgenommen, ein besonderer Fokus liegt neben der Angst auf den Seinsweisen der „Uneigentlichkeit“ und „Eigentlichkeit“. Es zeigt sich, dass die Angst transformierende Wirkung für den Einzelnen bzw. die Einzelne hat und erst mit der für Angst charakteristischen Vereinzelung ein „eigentliches“ Selbstsein möglich wird. Im Unterschied zu Heideggers eigener Betonung, dass „Sein und Zeit“ nicht als Existenzphilosophie zu verstehen sei, weist diese Masterarbeit die Nähe vieler seiner Behauptungen und Formulierungen zu Søren Kierkegaards philosophischem Ansatz auf. Besonders die Angstanalysen Heideggers – so die These – erlauben es, weite Teile seines frühen Werkes „Sein und Zeit“ als Existenzphilosophie zu interpretieren.The aim of this master's thesis is to address the phenomenon of "angst" in Martin Heidegger's work "Being and Time" from an existential philosophical perspective. To this end, a reconstruction and interpretation of large parts of the work is undertaken, with a special focus on the modes of being of "inauthenticity" and "authenticity" in addition to "angst". It will be shown that "angst" has a transforming effect on the individual and that an "authentic" selfhood only becomes possible with the isolation characteristic of "angst". In contrast to Heidegger's own emphasis that "Being and Time" is not to be understood as an existential philosophy, this master's thesis shows the proximity of many of his assertions and formulations to Søren Kierkegaard's philosophical approach. Heidegger's analyses of "angst" in particular – according to the thesis – allow large parts of his early work "Being and Time" to be interpreted as an existential philosophy.vorgelegt von David Emanuel FritzMasterarbeit Universität Graz 202
Preimplantation genetic diagnosis and germline genome editing : parental responsibility with regard to the child's wellbeing
In der vorliegenden Masterarbeit werden sowohl die Präimplantationsdiagnostik (PID) als auch das Keimbahn-Genome-Editing (KGE) einer ethischen Analyse unterzogen. Im Zentrum der Fragestellung steht, inwiefern die Anwendung der beiden Verfahren vor dem Hintergrund einer kindorientierten Ethik zum Verantwortungsspielraum der Eltern gehören sollte. Die Relevanz dieses Forschungsgegenstandes ergibt sich aus der Aktualität und Zukunftsorientierung dieser Thematik. Es handelt sich bei der Masterarbeit um eine Literaturarbeit. Die Thematik wird medizinisch und rechtlich eingebettet. Darüber hinaus werden Begriffsbestimmungen zur Verantwortung und zum Prinzip des Kindeswohls vorgestellt. Während die PID eine Selektion von Embryonen mit sich bringt, kennzeichnet das KGE zusätzlich die genetische Veränderung von Keimzellen des Embryos vor der Implantation in den Uterus. Dieses Verfahren setzt auch eine In-vitro-Fertilisation und eine PID voraus. Aktuell ist die PID in Österreich rechtlich restriktiv geregelt und Eltern nur unter sehr strikten Bedingungen zugänglich. Das Keimbahn-Genome-Editing-Verfahren ist aufgrund der hohen Sicherheitsrisiken nicht zur klinischen Anwendung zugelassen. Die Arbeit untersucht, inwiefern sich die bestehenden Regelungen vor dem Hintergrund neuer Technologien, des verantwortlichen Handelns der Eltern und des Kindeswohls (noch) rechtfertigen lassen. Auch ist es im Hinblick auf die Zukunft relevant, die mögliche Verantwortung, die sich aus der Zulassung des Keimbahn-Genome-Editings für Eltern ergeben könnte, herauszuarbeiten. Im Kontext von drei Fallbeispielen erfolgt eine ethische Analyse der PID und des KGE anhand der Methode der Verhältnismäßigkeit.Folgend sind die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst. Im Hinblick auf das Kindeswohl besteht derzeit keine Notwendigkeit zur Änderung der rechtlichen Bestimmungen zur PID und zum KGE. Die Inanspruchnahme der PID und des KGE ohne medizinische Indikation, wie in dem dargestellten Fallbeispiel, kann nicht als verhältnismäßige Maßnahme für das Kindeswohl und somit nicht als verantwortliches Handeln gewertet werden. Im Gegensatz dazu kann die Anwendung der PID und des KGE, basierend auf medizinischen Indikationen, in bestimmten Fällen als verhältnismäßige Handlungsoption zur Förderung des Kindeswohl gelten. Dies wurde in einer Verhältnismäßigkeitsanalyse von zwei weiteren Fallbeispielen erforscht, in welchen die Tugend der Epikie einen wesentlichen Beitrag zur Entscheidungsfindung beitrug. Voraussetzung für die Verhältnismäßigkeit des KGE-Verfahrens in den gegebenen Fallbeispielen war jedoch die Beseitigung der Sicherheitsrisiken, die bisher mit der Anwendung verbunden sind.Während die Inanspruchnahme der PID und des KGE in manchen Fällen als verantwortliches elterliches Handeln zur Förderung des Kindeswohls angesehen werden kann, könnte deren Inanspruchnahme in anderen Fällen das Kindeswohl eher beeinträchtigen als fördern. Es gilt kontext- und fallspezifisch auf die Verhältnismäßigkeit zu achten. Das Verhältnismäßigkeitsprinzip ist jedoch ein rein formales. Bei Anwendung unterschiedlicher normativer Prinzipien oder Theorien des Kindeswohls ergeben sich aus der ethischen Analyse eventuell davon abweichende Schlussfolgerungen.This master’s thesis presents an ethical analysis of both preimplantation genetic diagnosis (PGD) and germline genome editing (GGE). The thesis explores the question to what extent the use of both procedures should fall within the parents' scope of responsibility, taking into account child-oriented ethics. The relevance of this research topic lies in the topicality and future-oriented nature of this topic. The master’s thesis is structured as a literature review. The topic is embedded medically and legally. In addition, definitions of responsibility and the principle of the best interests of the child are presented. While PGD involves the selection of embryos, GGE additionally characterises the genetic modification of the embryo's germ cells prior to implantation. This procedure also requires in vitro fertilisation and PGD. In Austria, PGD is currently very strictly regulated by law and is only accessible to parents under very limited conditions. Germline genome editing is currently not authorised for clinical use due to high safety risks. This thesis examines whether existing regulations remain ethically justifiable considering emerging technologies and the responsible actions of parents and the best interest of the child. Looking ahead, it is also important to identify what responsibilities may arise for parents should genome editing become permitted. Within the scope of three case studies PGD and GGE are ethically analysed using the proportionality method.This analysis led to the following conclusions. There is currently no need to change the legal provisions on PGD and GGE with regard to the welfare of the child. The use of PGD and GGE, without a medical indication, like in the case study presented, cannot be considered a proportionate measure for the child's welfare and therefore not a responsible action. On the other hand, in specific cases PGD and GGE based on medical indications can be considered a responsible option for promoting the child's welfare. This was explored in a proportionality analysis of two further case studies, in which the virtue of epikeia also made a significant contribution to the decision-making process. However, a prerequisite for the proportionality of the GGE procedure in the given case studies was the elimination of the safety risks associated with its current use.While in some cases the use of PGD and GGE can be seen as a responsible parental action to promote the child's welfare, in other cases their use could harm rather than promote the child's welfare. Proportionality must be considered on a context- and case-specific basis. However, the principle of proportionality is a purely formal one. If different normative principles or theories of the best interests of the child are applied, the ethical analysis may lead to different conclusions.vorgelegt von Katharina Ferner, BAMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
At the heart of emotion : Herzratenvariabilität und kognitive Umbewertung
Emotionsregulation gilt als zentraler Mechanismus psychischer Gesundheit. Da vieleStudien auf Selbstberichtsverfahren beruhen, besteht Bedarf an objektiven Methoden zurErfassung emotionsregulatorischer Fähigkeiten. Bei 34 weiblichen, gesundenUntersuchungspersonen wurden Veränderungen in der vagal vermitteltenHerzratenvariabilität (HRV; RMSSD und HF-HRV) während des leistungsbasiertenReappraisal Inventiveness Test – Angst und deren Zusammenhang mit der Fähigkeit zurkognitiven Umbewertung untersucht. Die RMSSD zeigte keine phasischenVeränderungen, dahingegen war die HF-HRV während der Emotionsregulationsignifikant niedriger. Personen mit hoher tonischer HRV zeigten eine Reduktion der HRVwährend der Emotionsregulation und eine Rückkehr zum Ausgangsniveau, währendPersonen mit niedriger tonischer HRV ein hyporeaktives V eränderungsprofil aufwiesen.Tonische HRV hing jedoch nicht mit der Fähigkeit zur kognitiven Umbewertungzusammen. Die Ergebnisse deuten auf autonome Veränderungen währendleistungsbasierter Emotionsregulationstests sowie auf eine potenzielle Moderatorrolle dertonischen HRV in diesem Kontext hin. Zudem legen sie nahe, dass diese Verfahrenmöglicherweise eine relevante Ergänzung psychophysiologischer Forschung darstellen.Emotion regulation is a central mechanism for mental health. As many studies rely on self-report measures, objective methods for assessing emotion regulation ability are needed. In 34healthy female participants, phasic changes in vagally mediated heart rate variability (HRV;RMSSD, HF-HRV) during the performance-based Reappraisal Inventiveness Test – fear andtheir association with reappraisal ability were assessed. RMSSD showed no phasic changes,whereas HF-HRV was significantly lower during emotion regulation. Participants with hightonic HRV showed a reduction of HRV during the emotion regulation phase and a return tobaseline, whereas participants with lower tonic HRV showed a hyporeactive profile. TonicHRV, however, was not associated with cognitive reappraisal ability. The results point toautonomic changes during performance-based emotion regulation tests and a potentialmoderating role of tonic HRV in this context. They further suggest that these proceduresmay present a relevant addition to psychophysiological research.Leonie GeiselbacherMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Difference between Face-to-face vs. computermediated interpersonal Synchronization
Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von persönlicher Zusammenarbeit im Vergleich zu videokonferenz-moderierten Zusammenarbeit auf die Aufgabenleistung in den Bereichen Kreativität, Problemlösung, kognitive Planung und motorische Koordination. Die Unterschiede in der Aufgabenleistung wurden anhand der kardiovaskulären Synchronisation und der Einflüsse der sozialen Ko-Präsenz weiter analysiert. Bei den Kreativitätsaufgaben (AUT) und der Problemlösungsaufgabe (DSP) wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Bedingungen festgestellt. Bei der kognitiven Planungsaufgabe (TOL) lösten die Remote-Paare jedoch mehr Aufgaben fehlerfrei, benötigten dafür aber länger als die Paare, die sich persönlich abstimmten. Die motorische Koordination, war bei der persönlichen Zusammenarbeit deutlich besser, mit einer höheren Anzahl an Tastenanschlägen, einer höheren Genauigkeit und schnelleren Planungszeiten. Analysen der kardiovaskulären Synchronisation zeigten moderate Herzfrequenzkorrelationen innerhalb einiger Paare, jedoch keine signifikanten Unterschiede in der Korrelationsstärke zwischen den Bedingungen und keine prädiktiven Effekte auf die Aufgabenleistung. Die Co-Präsenz zeigte eine positive Beziehung zur motorischen Koordination, während die Beziehung zur kognitiven Planung negativ war. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkung der Ko-Präsenz von der Modalität der Aufgabe abhängt, wobei Vorteile vor allem in Kontexten mit körperlicher Koordination zu beobachten sind, während bei kognitiv geprägten Aufgaben keine Verbesserung zu beobachten ist. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die remote Zusammenarbeit zwar bestimmte Aspekte der kognitiven Leistung aufrechterhalten kann, die persönliche Interaktion jedoch die motorische Koordination und die subjektive Ko-Präsenz verbessert, was die unterschiedlichen Auswirkungen der Kommunikationsmodi auf die Dynamik der Zusammenarbeit unterstreicht.This study investigated the effects of face-to-face versus remote collaboration on task performance in creativity, problem-solving, cognitive planning, and motor coordination. Differences in task performance were further analysed through cardiovascular synchronization and social presence influences. Across creativity tasks (Alternative Use Test) and problem-solving assessments (Desert Survival Problem), no significant differences were found between face-to-face and remote conditions. However, in the Tower of London planning task, remote dyads solved more items perfectly but took longer to complete tasks compared to face-to-face dyads. Motor coordination, measured by the tapping task, was significantly better in the face-to-face condition, with higher keypress counts, accuracy, and faster planning times. Social presence measures revealed that face-to-face dyads reported greater co-presence. Cardiovascular synchronization analyses showed moderate heart rate correlations within some dyads but no significant differences in correlation strength between conditions, nor predictive effects on task performance. Co-presence showed a positive relationship with motor coordination, while the relationship with cognitive planning was negative. This indicates that the effect of co-presence depends on the task’s modality, with benefits primarily observed in contexts involving physical coordination, whereas no enhancement is observed in cognitively driven tasks. These findings suggest that while remote collaboration can sustain certain aspects of cognitive performance, face-to-face interaction enhances motor coordination, subjective co-presence, highlighting differential impacts of communication modes on collaborative dynamics.Katharina StefanMasterarbeit Universität Graz 202
Creative Metacognition in Dyads during Divergent Thinking Tasks
Aufgrund der Relevanz von Metakognition in der Kreativität haben Lebuda und Benedek (2023) ein systematisches Framework zur kreativen Metakognition aufgestellt, das die einzigartigen metakognitiven Monitoring- und Control-Prozesse bei divergenten Denkaufgaben darstellt. Obwohl kreatives Problemlösen oft kollaborativ erfolgt, bleiben soziale Einflüsse im Framework bislang unberücksichtigt. Auch in der Literatur wird Metakognition in Gruppen bisher vorwiegend theoretisch und in der Lernforschung, nicht aber in der Kreativität diskutiert. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie, welche metakognitiven Prozesse in Personen ablaufen, die in Dyaden divergente Denkaufgaben bearbeiten. In einer experimentellen qualitativen Fragebogenstudie mit Within-Subjects-Design, bearbeiteten 45 Teilnehmende randomisiert allein und zu zweit divergente Denkaufgaben. Mithilfe offener Fragen und Rating-Items reflektierten sie ihre kognitiven, metakognitiven und sozialen Prozesse. Ziel war es, die Antworten entlang des CMC-Frameworks qualitativ-inhaltsanalytisch zu untersuchen sowie Kategorienhäufigkeiten und Beschäftigungausmaß zwischen den Settings quantitativ zu vergleichen. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, in welchem Verhältnis sich Teilnehmende mit kognitiven, metakognitiven und sozialen Prozessen beschäftigten, was im Detail dahintersteckt und wie beide Settings unterschiedlich erlebt wurden. Mitunter erwiesen sich soziale Metakognitionsprozesse im Dyadensetting als besonders relevant. Zu den selbstbezogenen metakognitiven Monitoring- und Control-Prozessen kamen Bewertungen und Regulationen hinzu, die sich auf die andere Person oder den gemeinsamen Prozess bezogen oder ersetzten diese in Teilen. Die stärkere Beschäftigung mit sozialen Prozessen im Dyadensetting konnte auch quantitativ bestätigt werden. Die Studie verdeutlicht die Relevanz sozialer Metakognition in der Kreativität und schlägt eine Erweiterung des CMC-Frameworks für dyadische Settings vor.Given the relevance of metacognition in creativity, Lebuda and Benedek (2023) proposed a systematic framework of creative metacognition, outlining the unique metacognitive monitoring and control processes involved in divergent thinking tasks. Although creative problem solving often occurs collaboratively, social influences have not yet been incorporated into the framework. Similarly, research on group-based metacognition remains largely theoretical and focused on learning contexts rather than creativity. Against this background, the present study investigates which metacognitive processes occur in individuals working on divergent thinking tasks in dyads. In an experimental qualitative questionnaire study using a within-subjects design, 45 participants completed divergent thinking tasks both individually and in pairs. Through open-ended questions and rating items, they reflected on their cognitive, metacognitive, and social processes. The aim was to analyze these reflections with reference to the CMC framework using qualitative content analysis and to quantitatively compare category frequencies and engagement levels between individual and dyadic settings. The findings provide insight into the extent to which participants engaged with cognitive, metacognitive, and social processes, the specific content involved, and how the two settings were experienced differently. Social metacognitive processes emerged as particularly relevant in the dyadic setting. In addition to self-directed monitoring and control, participants also reported evaluative and regulatory processes directed toward the partner or the shared process, partially replacing self-directed processes. The increased engagement with social aspects in the dyadic setting was also supported by the frequency analysis and rating data. The study highlights the importance of social metacognition in creativity and proposes an extension of the CMC framework for dyadic creative contexts.vorgelegt von Katharina StefanMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
The influence of gender and socioeconomic status on reading comprehension : a quantitative study of differences among fifth-grade students in and around Graz using the GraLeV (Grazer Leseverständnistest)
Lesekompetenz gilt als zentrale Voraussetzung für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe (Mullis et al., 2023; OECD, 2019b). Internationale Vergleichsstudien zeigen, dass geschlechtsspezifische Unterschiede sowie der sozioökonomische Hintergrund, gemessen etwa über die Bücheranzahl im Haushalt, einen bedeutsamen Einfluss auf das Leseverständnis haben können (Evans et al., 2010; OECD, 2023a). Die vorliegende Masterarbeit untersucht daher, inwiefern das Geschlecht und die geschätzte Bücheranzahl im Haushalt das Leseverständnis von Schüler:innen der fünften Schulstufe im Raum Graz beeinflussen.Die Erhebung der personenbezogenen Angaben und der Bücheranzahl erfolgte über einen standardisierten, anonymisierten Fragebogen, den die Schüler:innen gemeinsam mit dem Grazer Leseverständnistest (GraLeV) (Paleczek et al., 2023) im Klassenverband bearbeiteten. Die Bücheranzahl wurde in fünf Gruppen (0–10, 11–25, 26–100, 101–200, mehr als 200 Bücher) kategorisiert. Insgesamt nahmen 292 Kinder an sieben steirischen Schulen freiwillig teil.Die statistische Analyse wurde mit IBM SPSS Statistics (IBM SPSS Statistics, Version 28.0.1.1) durchgeführt. Zur Beantwortung der Forschungsfragen kamen eine multivariate Varianzanalyse (MANOVA), Box-M-Tests zur Überprüfung der Varianz-Kovarianz-Homogenität sowie Levene-Tests zum Einsatz. Signifikante Effekte wurden durch univariate Analysen (ANOVAs) und Bonferroni-Post-hoc-Tests näher untersucht (Backhaus et al., 2016; Tabachnick & Fidell, 2014).Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Leseverständnis zwischen Mädchen und Buben nicht signifikant unterschied. Hingegen bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Bücheranzahl im Haushalt und der Leseleistung: Kinder aus Haushalten mit einem größeren Bücherbestand erzielten in allen Subtests höhere Punktwerte, was mit bisherigen Befunden übereinstimmt (Evans et al., 2010; OECD, 2023a). Ein Interaktionseffekt zwischen Geschlecht und Bücheranzahl konnte nicht nachgewiesen werden.Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Grundlagen des Leseverstehens, Geschlechterunterschiede und die Bedeutung des sozioökonomischen Status auf Basis internationaler Literatur darstellt. Daran schließen Methodik, Ergebnisse, Diskussion und praxisnahe Implikationen für die schulische Leseförderung an. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur regionalen Bildungsforschung und unterstreicht die Relevanz eines literaturreichen Umfelds für die Entwicklung von Lesekompetenz im Kindesalter.Reading comprehension is considered a key prerequisite for educational success and social participation (Mullis et al., 2023; OECD, 2019b). International comparative studies show that gender differences and socio-economic background, often measured by the number of books in the household, can significantly influence reading comprehension (Evans et al., 2010; OECD, 2023a). This master’s thesis therefore examines the extent to which gender and the estimated number of books at home affect the reading comprehension of fifth-grade students in the Graz region.Personal information and the number of books were collected using a standardized, anonymous questionnaire, which the students completed together with the Grazer Reading Comprehension Test (GraLeV) (Paleczek et al., 2023) in the classroom. The number of books was categorized into five groups (0–10, 11–25, 26–100, 101–200, more than 200 books). A total of 292 children from seven schools in Styria participated voluntarily.The statistical analysis was carried out using IBM SPSS Statistics (IBM SPSS Statistics, Version 28.0.1.1). To answer the research questions, a multivariate analysis of variance (MANOVA) was conducted, complemented by Box’s M tests for the homogeneity of covariance matrices and Levene’s tests for homogeneity of variances. Significant effects were further examined using univariate analyses (ANOVAs) and Bonferroni post-hoc tests (Backhaus et al., 2016; Tabachnick & Fidell, 2014).The results show no significant differences in reading comprehension between boys and girls. However, there was a significant association between the number of books at home and reading performance: children from households with a larger book stock achieved higher scores across all subtests, confirming previous findings (Evans et al., 2010; OECD, 2023a). No significant interaction effect between gender and the number of books was found.The thesis is structured with a theoretical section that outlines the fundamentals of reading comprehension, gender differences, and the relevance of socio-economic status based on international literature. This is followed by the methodology, results, discussion, and practical implications for promoting reading skills in schools. The study contributes to regional educational research and emphasizes the importance of a book-rich home environment for developing reading competence in childhood.Agnes Sengstbratl, BEdMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung in Deutsch und Englisc
Detection of methanogenic archaea in human fecal samples of low methane emitters and exploring their passage to the gut
Die mikrobielle Diversität im menschlichen Darm umfasst neben Bakterien, Eukaryoten und Viren/Bakteriophagen auch Archaeen. Aus dieser Domäne dominieren vor allem Methan-produzierende Archaeen. Der Einfluss dieser sogenannten Methanogenen auf die menschliche Gesundheit ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Um mehr Klarheit über die Funktion und das Zusammenspiel mit anderen Darmbewohnern zu erhalten, wird versucht aus menschlichen Stuhlproben diese Methanogene zu isolieren und zu charakterisieren. In dieser Masterarbeit liegt der Fokus auf der Anreicherung von methanogenen Archaeen aus Stuhlproben von Proband*innen die einen Methan-Atemgehalt von unter 5 ppm aufweisen. Dafür wurden insgesamt 16 Stuhlproben, acht von erkrankten Proband*innen, die an verschiedenen Darmerkrankungen leiden und acht von nicht-erkrankten Proband*innen, in zwei unterschiedlichen Medien kultiviert und mithilfe von Methanmessungen, Fluoreszenzmikroskopie und Genom-Sequenzierung nachgewiesen. Des Weiteren wurden fluoreszenzaktivierte Zellsortierungen und Verdünnungsreihen durchgeführt und Antibiotika verwendet, um Reinkulturen aus angereicherten Kulturen zu gewinnen, um die genomische Zusammensetzung analysieren zu können. Weiters wurde untersucht, wie methanogene Archaeen in den Darm gelangen bzw. kolonisieren. In zwei von den 16 kultivierten Stuhlproben konnten folgende Methanogene nachgewiesen werden: Methanobrevibacter smithii, Methanobrevibacter intestini und Methanosphaera stadtmanae. Die Studie hat somit bestätigt, dass es möglich ist, methanogene Archaeen aus Stuhlproben von Menschen mit niedrigem Methan-Atemgehalt zu isolieren und zu kultivieren, obwohl es anscheinend schwieriger ist als bei Menschen mit hohem Methan-Atemgehalt. Außerdem wurde gezeigt, dass diese Archaeen nicht so einfach über den Magen in den Darm gelangen können.In addition to bacteria, eukaryotes and viruses/bacteriophages, the microbial diversity in the human gut also includes archaea, which are mainly dominated by methane-producing archaea. The influence of these so-called methanogens on human health has not been fully clarified yet. In order to gain more clarity about the function and interaction with other intestinal inhabitants, attempts are being made to isolate and characterize these methanogens from human stool samples. In this master’s thesis, the focus lies on the enrichment of methanogenic archaea from stool samples of subjects with a methane breath content of less than 5 ppm. For this purpose, 16 stool samples were selected in total. Containing eight samples from individuals, which do not suffer from any gut diseases, and eight samples from individuals suffering from divers gastrointestinal illnesses. The samples were injected into two different media and enrichments were analyzed by methane measurements, fluorescence microscopy and nanopore sequencing. Furthermore, fluorescence-activated cell sorting and dilution series were performed and antibiotics were used to obtain pure cultures from enriched cultures to analyze the genomic composition. Additionally, it was investigated how methanogenic archaea enter or colonize the intestine. The following methanogens were detected in two of the mentioned 16 cultured stool samples: Methanobrevibacter smithii, Methanobrevibacter intestini and Methanosphaera stadtmanae. Thus the study has confirmed that it is possible to isolate and cultivate methanogenic archaea from fecal samples of people with low exhaled methane content, although it is apparently more difficult than for subjects with high methane breath content. Further it was also shown that such archaea cannot easily pass through the stomach to the intestine.submitted by Melanie DragovanMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
Heimat ohne Ort-Wie Migration das Gefühl von Zugehörigkeit und Identität über Gene-rationen prägt und das Erbe unausgesprochener Geschichten weiterwirkt
Abstract – DeutschIn dieser qualitativen Untersuchung wird das Empfinden von Zugehörigkeit undIdentität bei Frauen mit Migrationshintergrund über verschiedene Generationenhinweg erforscht. Ebenso wird die Bedeutung von Beratung, Widerstandsfähigkeit undkultureller Verbundenheit betrachtet. Die Analyse basiert auf einem teilnarrativen,leitfadengestützten Interview mit einer Frau der Erstgeneration (Frau H) undzusätzlichen reflektierenden Fallstudien aus der beraterischen Praxis. Die Resultatedeuten darauf hin, dass der Begriff Heimat hauptsächlich, als ein relationales, sinnlich-körperliches und kontextabhängiges Konzept betrachtet wird, wobei die Bedeutung jenach Generation unterschiedlich ist. Die erste Generation erlebt Heimat hauptsächlichdurch verkörperte Erinnerungsanker wie Sprache, Gerüche und Rituale, währendnachfolgende Generationen Zugehörigkeit oft hybrider und situationsbezogenkonstruieren (Third Space). Das transgenerationale Schweigen hat eine zwiespältigeWirkung, indem es sowohl als Schutzmechanismus gegen Traumata als auch alsHindernis für die Verarbeitung fungiert und emotionale Dispositionen (Unsicherheit,Scham, Loyalität) weitervermittelt. Resilienz manifestiert sich durch enge Beziehungenzu Familie, sozialen Kreisen und kulturellen Werten. Aus der Studie werden konkreteRatschläge für Beratung, Bildung und gesellschaftliche Maßnahmen abgeleitet, die aufTrauma, kulturelle Sensibilität und Ressourcenorientierung basieren.Schlüsselbegriffe: Heimat, Migration, transgenerationales Schweigen, Resilienz,Identität, Beratung, kulturelle LoyalitätAbstract – EnglishThis qualitative case study examines the experiences of home and identity amongwomen with a migration background across generations, emphasizing the roles ofcounselling, resilience, and cultural loyalties. The analysis utilizes a semi-narrative,guideline-based interview with a first-generation woman (Frau H) and additionalreflexive case papers from counseling practice. Research suggests that “home” isfundamentally a relational, embodied, and context-dependent construct, exhibitinggenerational differences: the first generation perceives home through embodiedmemory anchors (language, scents, rituals), while later generations tend toconceptualize belonging as more hybrid and situational (Third Space).Transgenerational silence functions as a dual-edged mechanism—safeguardingagainst trauma reactivation while obstructing emotional processing—conveyingemotional states such as uncertainty, shame, and allegiance. Resilience seems to berelationally anchored, relying on familial connections, social networks, and culturalassets. The study generates practical recommendations for trauma-informed, culturallysensitive, and resource-focused counseling, together with pedagogical and societalinitiatives.Keywords: home, migration, transgenerational silence, resilience, identity,counselling, cultural loyalty.Anesa JahicMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
The Europeanisation of Austrian environmental criminal law
Umweltschutz ist kein rein nationalstaatliches Unterfangen, sondern wird auch auf Ebene der Europäischen Union mit Nachdruck verfolgt. Ein wesentliches Instrument hierfür ist das Umweltstrafrecht, welches auf Ebene der EU bereits seit 2008 harmonisiert ist und das Umweltstrafrecht der Mitgliedstaaten maßgeblich beeinflusst. Das europäische Umweltstrafrecht hat mit der Richtlinie (EU) 2024/1203 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. April 2024 über den strafrechtlichen Schutz der Umwelt und zur Ersetzung der Richtlinien 2008/99/EG und 2009/123/EG eine grundlegende Überarbeitung erfahren, die auch auf das österreichische Umweltstrafrecht durchgreifen wird. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Untersuchung der bisher erfolgten Beeinflussung des österreichischen Umweltstrafrechts durch das Europarecht und macht einen legistischen Umsetzungsvorschlag für die neue Umweltstrafrecht-Richtlinie, die bis 21. Mai 2026 in den Mitgliedsstaaten zu implementieren ist. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Einfluss des Europarechts auf das Verständnis vom strafrechtlich geschützten Rechtsgut Umwelt, auf die bisherigen Auswirkungen der Harmonisierung des Umweltstrafrechts auf Tatbestandsebene sowie auf ausgewählte Aspekte der justiziellen Zusammenarbeit gelegt. Den Hauptteil der Arbeit bildet die Untersuchung der neuen Umweltstrafrecht-Richtlinie, der Genese und Auslegung der neuen Tatbestände, sowie die Darstellung, in welchen Bereichen das österreichische Umweltstrafrecht bereits europarechtskonform ist, und in welchen Bereichen noch Novellierungsbedarf besteht, wobei konkrete Umsetzungsvorschläge gemacht werden. Die Dissertation zeigt auf, wie Europarechtskonformität im gesamten Bereich des Umweltstrafrechts erreicht werden kann, dies nicht nur im Hinblick auf die Umweltstrafrecht-Richtlinie, sondern auch auf Art 9 Abs 3 der Aarhus-Konvention und die daraus resultierende Pflicht zur Verfahrensbeteiligung von Umwelt-NGOs an Strafverfahren.Environmental protection is not purely a national endeavour, but is also pursued vigorously at European Union level. A key instrument in this regard environmental criminal law, which has been harmonised at EU level since 2008 and has had a significant influence on the legal systems of the Member States. With Directive (EU) 2024/ 1203 of the European Parliament and of the Council of 11 April 2024 on the protection of the environment through criminal law and replacing Directives 2008/99/EC and 2009/123/EC European environmental criminal law has undergone a fundamental reform that will also substantially affect Austrian law. This dissertation examines the influence of European law on Austrian environmental criminal law to date and develops a legislative proposal for the transposition of the new Directive, which must be implemented by 21 May 2026. Particular attention is given to the influence of European law on the understanding of the environment as a legally protected interest under criminal law, the effects of harmonisation at the level of offences, and to selected aspects of judicial cooperation. The main part of the dissertation analyses the new Environmental Criminal Law Directive, the genesis and interpretation of the new offences, and identifies the areas in which Austrian environmental criminal law already complies with European law, and those in which amendments are still required, presenting concrete proposals for implementation. The dissertation shows how full compliance with European environmental criminal law can be achieved, not only with regard to the new Environmental Criminal Law Directive, but also with regard to Article 9 (3) of the Aarhus Convention and the resulting obligation to ensure the participation of environmental NGOs in criminal proceedings.vorgelegt von Mag. Lara Schalk-UngerDissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage