50157 research outputs found
Sort by
Strategies in stochastic ecosystems
Diese Arbeit untersucht verschiedene Mechanismen, die biologische Systeme als Reaktion auf schwankende Umgebungen entwickeln. Angesichts rascher und ineinander verschachtelter Umweltbelastungen ist es von entscheidender Bedeutung, die komplexen Prozesse zu verstehen, die die Dynamik von Ökosystemen bestimmen. In dieser Forschung werden mathematische Modelle erstellt und analysiert, um die Komplexität biologischer Prozesse auf vereinfachte und interpretierbare Darstellungen zu reduzieren und zentrale Anpassungsmechanismen hervorzuheben. Drei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Fallstudien werden untersucht: heterogene Reaktion auf Umweltreize, Dynamik der Korallen-Algen-Symbiose unter Temperaturschwankungen und optimale Nahrungsstrategien in Honigbienenvölkern unter stochastischen Wetterbedingungen. Jede dieser Untersuchungen liefert Erkenntnisse darüber, wie Organismen ihr Verhalten, ihre Interaktionen und ihre Ressourcen als Reaktion auf sich ändernde Umgebungen anpassen, und trägt so zu einem umfassenderen Verständnis der ökologischen Belastbarkeit bei. Im ersten Kapitel liegt der Schwerpunkt auf der Variabilität der individuellen Verhaltensreaktionen auf Umweltreize innerhalb einer Population. Ein spieltheoretisches Modell zeigt, wie unterschiedliche Reaktionsgrade innerhalb einer Art koexistieren können. Das zweite Kapitel befasst sich mit der symbiotischen Beziehung zwischen Korallen und Algen und konzentriert sich insbesondere darauf, wie sich Korallen durch die Verbindung mit thermisch widerstandsfähigeren Algen an steigende Meerestemperaturen anpassen könnten. Mithilfe eines einfachen dynamischen Systems erfasst das Modell den kontextabhängigen Wettbewerb zwischen Algenarten und wie diese Dynamik die Widerstandsfähigkeit der Korallen beeinflussen kann. Das dritte Kapitel untersucht den Einfluss von Wettermustern auf die Nahrungssuchstrategien von Honigbienenvölkern. Mithilfe von Optimierungsmethoden wird verstanden, wie Honigbienenvölker ihre Nahrungssuche zwischen Nektar- und Pollensammlung aufteilen, um die Fitness der Kolonie unter unvorhersehbaren Umweltbedingungen zu maximieren. Diese drei Kapitel bieten ein tieferes Verständnis der Anpassungsmechanismen, die es Organismen und Ökosystemen ermöglichen, in sich verändernden und unvorhersehbaren Umgebungen zu gedeihen. Durch die Integration empirischer Beobachtungen mit mathematischer Modellierung leistet diese Arbeit einen Beitrag zu den Bereichen Verhaltensökologie, symbiotische Interaktionen und Nahrungssuchdynamik.This thesis explores different mechanisms biological systems develop in response to fluctuating environments. In the face of rapid and imbricated environmental pressures, it is vital to comprehend the intricate processes that govern ecosystem dynamics. In this research, mathematical models are constructed and analyzed to reduce the complexity of biological processes to simplified and interpretable representations, highlighting core adaptive mechanisms. Three distinct yet related case studies are examined: heterogeneous responsiveness to environmental stimuli, coral-algal symbiosis dynamics under temperature fluctuations, and optimal foraging strategies in honeybee colonies in stochastic weather conditions. Each of these investigations provides insights into how organisms adjust their behaviors, interactions, and resources in response to changing environments, contributing to a broader understanding of ecological resilience. In the first chapter, the focus is on the variability in individual behavioral responses to environmental stimuli within a population. A game theory model demonstrates how different degrees of responsiveness can coexist within a species. The second chapter dives into the symbiotic relationship between corals and algae, specifically focusing on how corals might adjust to rising sea temperatures through associations with more thermally resilient algae. Using a simple dynamical system, the model captures the context-dependent competition between algae species and how these dynamics can influence coral resilience. The third chapter explores the influence of weather patterns on foraging strategies in honeybee colonies. Optimization methods are used to understand how honeybee colonies allocate their foragers between nectar and pollen collection, intending to maximize colony fitness under unpredictable environmental conditions. These three chapters offer a deeper understanding of the adaptive mechanisms that allow organisms and ecosystems to thrive in changing and unpredictable environments. By integrating empirical observations with mathematical modeling, this thesis contributes to the fields of behavioral ecology, symbiotic interactions, and foraging dynamics.by Jérôme CavaillèsLiteraturverzeichnis: Seite 79-96Dissertation Universität Graz 2024Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprach
Neurofilament light chain measurement for clinical application
Hintergrund: Neurofilamente (Nf) sind wesentliche Strukturproteine in Neuronen, bestehend aus einer schweren Kette (Neurofilament Heavy Chain (NfH), 200 kDa), einer mittleren Kette (Neurofilament Medium Chain (NfM), 150 kDa) und einer leichten Kette (Neurofilament Light Chain (NfL), 70 kDa). Diese Proteine kommen hauptsächlich in neuronalen Zellkörpern, Axonen und Dendriten vor und sind integraler Bestandteil des neuronalen Zytoskeletts. Erhöhte Nf Spiegel, insbesondere NfL, im Liquor oder Serum, sind mit Neurodegeneration bei verschiedenen akuten und chronischen neurologischen Störungen wie Multiple Sklerose (MS), Alzheimer und Parkinson assoziiert. Dies macht sie zu vielversprechenden Biomarkern für die Bewertung von neuroaxonalen Schäden und Krankheitsverlauf.Material und Methoden: Diese Studie führte eine vergleichende Analyse zweier fortschrittlicher Analyseplattformen durch, der HD-X Plattform von Quanterix und dem Lumipulse G600 II-System von Fujirebio Diagnostics Inc., zur Messung von NfL Konzentrationen in der cerebrospinalen Flüssigkeit (CSF) und im Serum. Die HD-X Plattform verwendet die Single Molecule Array (Simoa) Technologie (4. Assay Generation), während Lumipulse die chemilumineszenz Enzymimmunoassay (CLEIA)-Technologie (3. Assay Generation) nutzt. Statistische Analysen wurden durchgeführt, um Korrelationen und Unterschiede zwischen den beiden Messmethoden zu bewerten. Die Studie umfasste zwei Kohorten: 120 Patienten, aufgeteilt in Gruppen mit und ohne Blut-Hirn-Schranken (BBB) Störung, und 40 Patienten, die mit MS diagnostiziert wurden, aufgeteilt in stabile und instabile Gruppen. Die Teilnehmer beider Kohorten unterzogen sich einer CSF- und Blutentnahme, die bis zur Analyse bei -80°C gelagert wurden.Ergebnisse: Starke Korrelationen wurden zwischen den NfL Konzentrationen in CSF und Serum unter Verwendung von HD-X (r=0.81, p<0.001) und Lumipulse (r=0.82, p<0.001) gefunden. Hohe Korrelationen wurden auch zwischen den HD-X- und Lumipulse Plattformen, sowohl für CSF- (r=0.98, p<0.001) als auch für Serumproben (r=0.98, p<0.001) beobachtet. Die vergleichende Analyse zeigte erwartete Unterschiede zwischen den HD-X- und Lumipulse Plattformen aufgrund unterschiedlicher Assay-Prinzipien, Antikörper und Kalibratoren. Dennoch zeigten beide Assays vergleichbare Leistungen bei der Messung von NfL Konzentrationen in CSF und Serum. Das Vorhandensein einer BBB Störung beeinflusste signifikant die NfL Konzentration, wobei eine gestörte BBB mit höheren und variableren NfL Konzentrationen verbunden war (p<0.005). In der longitudinalen Studie der MS Kohorte wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen stabilen und instabilen Patienten gefunden, obwohl innerhalb der Gruppen Variabilität festgestellt wurde. Alter und BMI beeinflussten die NfL Messungen in der MS Kohorte nicht signifikant. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse legen nahe, dass sowohl die HD-X- als auch die Lumipulse Plattform für klinische Anwendungen zur Messung von NfL Konzentrationen im Serum zuverlässig sind. Angesichts der Einschränkungen der NfL Messung im CSF, aufgrund der invasiven Natur der Lumbalpunktion, bieten diese Plattformen durch die Messung im Serum, eine weniger invasive Alternative mit hoher Sensitivität und Spezifität. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Berücksichtigung der BBB Störung bei klinischen Bewertungen von NfL Konzentrationen. Angesichts der Nützlichkeit der longitudinalen Bewertung von NfL in der klinischen Praxis, wird damit die Notwendigkeit nicht-invasiver, zuverlässiger Biomarker bei MS und anderen neurodegenerativen Erkrankungen offenkundig. Zukünftige Forschungen sollten sich auf die Standardisierung der Messtechniken über verschiedene Plattformen hinweg und die Erforschung der klinischen Implikationen der NfL Dynamik bei neurodegenerativen Erkrankungen konzentrieren.Background: Neurofilaments (Nf) are critical structural proteins in neurons, comprising neurofilament heavy chain (NfH, 200 kDa), neurofilament medium chain (NfM, 150 kDa), and neurofilament light chain (NfL, 70 kDa). These proteins locate primarily in neuronal cell bodies, axons, as well as dendrites, and are integral to the neuronal cytoskeleton. Elevated levels of Nf, particularly of NfL, in cerebrospinal fluid (CSF) or in serum, are associated with neurodegeneration in various acute and chronic neurological disorders, such as multiple sclerosis (MS), Alzheimer's disease, and Parkinson's disease, making them promising biomarkers for assessing neuroaxonal damage and disease progression.Materials and Methods: This study conducted a comparative analysis of two advanced analytical platforms, the HD-X platform by Quanterix and the Lumipulse G600 II by Fujirebio Diagnostics Inc., for measuring NfL levels in CSF and serum. HD-X employs single-molecule array (Simoa) technology (4th generation assay), while Lumipulse utilises chemiluminescent enzyme immunoassay (CLEIA) technology (3rd generation assay). Statistical analyses were employed to assess correlations and differences between the two methods.The study involved 2 cohorts: 120 patients, divided into groups, with and without a Blood-Brain Barrier (BBB) disruption, and 40 patients diagnosed with MS, divided into relapse stable and relapse unstable groups. Participants in both cohorts underwent CSF and blood collection, which were stored at -80°C until analysis.Results: Strong correlations were found between CSF and serum NfL levels using HD-X (r=0.81, p<0.001) and Lumipulse (r=0.82, p<0.001). High correlations were also observed between HD-X and Lumipulse assays for both CSF (r=0.98, p<0.001) and serum samples (r=0.98, p<0.001). Comparative analyses revealed expected differences between Lumipulse and HD-X platforms due to different assay principles, antibodies, and calibrators. Nonetheless, both assays performed comparably in measuring NfL levels in CSF and serum. BBB integrity significantly influenced NfL levels, with disrupted BBB associating with higher and more variable NfL levels (p<0.005). In the longitudinal study of the MS cohort, no significant differences were found between stable and unstable patients, though variability within groups was noted. Age and BMI did not significantly influence NfL measurements in the MS cohort.Conclusion: The findings suggest that both HD-X and Lumipulse platforms are reliable for clinical applications in measuring serum NfL levels. Given the limitations of CSF NfL measurement due to the invasive nature of lumbar punctures, these platforms offer a less invasive alternative with high sensitivity and specificity. The study highlights the importance of considering BBB integrity in clinical assessments of NfL levels. Considering the usefulness of the longitudinal assessment of NfL in clinical practice, it further emphasises the necessity for non-invasive, reliable biomarkers in MS and other neurodegenerative conditions. Future research should focus on standardising measurement techniques across platforms and exploring the clinical implications of NfL dynamics in neurodegenerative diseases.author: Arijeta Merseli (formerly Imeri)Masterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassung in englischer und deutscher Sprach
Sexuality during World War One. Extramarital, non-marital and marital relations in Austria-Hungary during World War One
Noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges waren in Österreich-Ungarn, als auch in ganz Europa, vielstimmige Diskurse über Sexualität geführt worden als auch waren verschiedene Formen der sexuellen Beziehungen gelebt worden. Jedoch führte der Krieg zu demographischen, gesellschaftlichen und räumlichen Veränderungen, sodass auch neue Formen der Sexualität möglich wurden. Diese Veränderungen wurden in der bisherigen deutschsprachigen Forschung besonders in Bezug auf Deutschland untersucht, weswegen in dieser Arbeit Österreich-Ungarn erforscht wird. Demnach stellt sich die Frage, welche Formen von außer-, un- und ehelichen Beziehungen während des Ersten Weltkrieges in Österreich-Ungarn überhaupt existierten, welche davon geduldet oder aber sanktioniert wurden und wie diese Sanktionen begründet wurden. Zudem wird in dieser Arbeit untersucht, ob es durch den Krieg zu Veränderungen im Hinblick auf die Lebensmöglichkeit dieser sexuellen Beziehungen kam oder ob die Gesetze und Normen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg weitergeführt wurden. Zu diesem Zweck wird einschlägige Sekundärliteratur herangezogen, genauso aber wird eine Diskursanalyse durchgeführt, welche sich auf die Themenfelder „Ehe“, „Prostitution“ und „Homosexualität“ konzentriert. Dabei werden für den staatlich-militärischen, medizinischen, feministischen und Alltagsdiskurs jeweils drei Zeitungen aus Österreich-Ungarn im Zeitraum des Ersten Weltkrieges untersucht. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die heterosexuelle Ehe auch während des Ersten Weltkrieges die gesellschaftliche Norm bzw. das „Ideal“ darstellte, aber zugleich kriegsbedingt neue Formen der un- und außerehelichen sexuellen Beziehungen möglich wurden. Die unehelichen Beziehungen waren jedoch stigmatisiert, bis hin kriminalisiert. So wurden Frauen in unehelichen heterosexuellen Beziehungen als „Geheimprostituierte“ bezeichnet, genauso Frauen in Beziehungen mit Kriegsgefangenen. Homosexuelle Beziehungen waren sogar verboten, auch wenn es an der Kriegsfront zu einer Aufweichung der Grenze zu homoerotischem/-sexuellem Verhalten kam. In Bezug auf die außereheliche Sexualität wurden für die Soldaten „Feldbordelle“ an der Kriegsfront eingerichtet und die prostituierten Frauen wurden, wie schon vor dem Krieg, zu Zwangsuntersuchungen verpflichtet. Dabei zeigte sich ein Widerspruch, indem weibliche Prostitution für die Soldaten als „notwendig“ bezeichnet wurde, aber die Prostituierten zugleich gesellschaftlich stigmatisiert wurden. Im Zuge der Diskursanalyse wird außerdem deutlich, dass die außer-, un- und eheliche Sexualität in verschiedenen Kontexten zur Sprache kam, allem voran im Kontext der Geschlechtskrankheiten, welche die Gesundheit der Soldaten, aber auch der Personen im Hinterland gefährdeten. Doch auch im Kontext der Jugendfürsorge, der „Sittlichkeit“, des Geburtenrückganges und des Zweckes der Ehe im Allgemeinen spielte Sexualität eine Rolle. Während einerseits bestimmte Themen, wie der Geburtenrückgang, aus den Diskursen vor dem Ersten Weltkrieg weitergeführt wurden, resultierte andererseits der Krieg in einer Thematisierung neuer Probleme, wie die Prostitution der von kriegsbedingter Not betroffenen Frauen und Mädchen. Die vier untersuchten Diskurse weisen dabei sowohl Unterschiede als auch Überschneidungen auf, wobei besonders der staatlich-militärische und der medizinische Diskurs den feministischen und den Alltagsdiskurs beeinflusste. Demnach wurden bestimmte Formen der außer-, un- und ehelichen Sexualität und die Diskurse über sie auch während des Ersten Weltkrieges weitergeführt, zugleich ermöglichten aber die kriegsbedingten räumlichen, gesellschaftlichen und demographischen Veränderungen auch neue Formen von Sexualität und neue Aussagen über sie.Sexualities and different forms of sexual relationships have always been diverse, as has its discourse in Austria-Hungary and the rest of Europe. However, World War One resulted in demographic, social and spatial changes which enabled new forms of sexuality. So far, the German-speaking historical research has mainly focused on analysing these changes in Germany, therefore, the purpose of this thesis is to research sexuality in Austria-Hungary during World War One by exploring which forms of extramarital, non-marital and marital relations existed and which of them were tolerated, which were sanctioned, and how these sanctions were justified. In addition, it is the goal of this thesis to explore whether the war made new forms of sexuality possible or whether laws and norms from the time before the World War One were maintained. To this end, relevant secondary literature was used, and a discourse analysis was conducted. The discourse analysis focuses on the three topics “marriage”, “prostitution”, “homosexuality” and includes Austro-Hungarian newspapers from the governmental/military discourse, the medical discourse, the feminist discourse and the everyday discourse. In summary, the heterosexual marriage continued to be the social norm or the “ideal” even during World War One, however, at the same time the war made new forms of extramarital, non-marital and marital relations possible. Nevertheless, the non-marital relations were stigmatised, and some were even criminalised. For example, women in non-marital heterosexual relationships as well as women who were in relationships with prisoners of war were called “secret prostitutes” and homosexual relationships were prohibited by law, even though homoerotic and homosexual behaviour became less stigmatised at the warfront. As for extramarital relations, special brothels for the soldiers, called “Feldbordelle”, were built at the warfront and the prostituted women were obligated to be examined medically various times a week, as had been common even before the war. Hence, a double standard existed, given that female prostitution was deemed “necessary” for the male soldiers, but the prostituted women were socially stigmatised at the same time. In addition, the discourse analysis showed that extramarital, non-marital and marital sexuality was discussed within a wide range of topics, especially in the context of sexually transmitted diseases which were seen as a danger to everyone’s health, especially the health of soldiers. However, sexuality also played a role in the contexts of youth welfare, morality, the declining birth rate and the purpose of marriage in general. On the one hand, some topics, like the declining birth rate, had already been discussed before the war and continued to be discussed throughout the war. On the other hand, the war also led to discussions about new topics, like the prostitution of women and girls that faced hardship due to the war. While the four analysed discourses showed differences in how and what was said about sexuality, they also overlapped. For example, the governmental/military discourse and the medical discourse influenced the feminist discourse and the everyday discourse in certain ways.In conclusion, it was found that certain forms of extramarital, non-marital and marital sexuality and the discourses about them were continued during World War One. However, at the same time the demographic, social and spatial changes also enabled new forms of sexuality and new opinions about them.Hannah ChristöflMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassung auf Deutsc
Generative Pre-trained Transformers (GPT): A legal analysis of the use of GPT technology in academic writing
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz der GPT-Technologie im Kontext wissenschaftlicher Arbeiten, mit besonderem Augenmerk auf die damit verbundenen rechtlichen Fragestellungen in den Bereichen Universitätsrecht, Urheberrecht und Datenschutzrecht.Die GPT-Technologie stellt eine Form der Künstlichen Intelligenz dar, die aufgrund der von ihr generierten Zeichenfolgen scheinbar menschlich verfassten Texten ähneln und daher häufig mit menschlicher Intelligenz verglichen wird. Tatsächlich ist sie jedoch nur in der Lage, Texte auf Basis von Wahrscheinlichkeiten zu generieren. Rechtliche Probleme entstehen dabei bereits in der Entwicklungsphase.OpenAI verarbeitet personenbezogene Daten, wobei nicht in allen Fällen von einer rechtmäßigen Verarbeitung auszugehen ist. Auch aus urheberrechtlicher Sicht ergibt sich die Problematik, dass im Rahmen des Trainingsprozesses urheberrechtlich geschützte Werke vervielfältigt werden.Hinsichtlich der Zulässigkeit von ChatGPT im Studium bestand bislang Unsicherheit. Der Gesetzgeber hat jedoch mit dem Hochschulrechtspaket 2024 Regelungen zur Sanktionierung des missbräuchlichen Einsatzes von KI eingeführt. Ein solcher Missbrauch liegt vor, wenn gegen die „gute wissenschaftliche oder künstlerische Praxis“ verstoßen wird, was die Einhaltung nicht nur der universitätsrechtlichen, sondern auch urheber- und datenschutzrechtlichen Vorgaben erfordert. Zudem müssen die von den Universitäten erlassenen Regelungen zur Zulässigkeit von ChatGPT im Studium beachtet werden. Nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene wurden mit Erlass des AI Acts rechtliche Bedingungen geschaffen. Diese Verordnung sieht insbesondere Dokumentations- und Informationspflichten vor, die auch OpenAI als Anbieter von ChatGPT betreffen.This thesis examines the use of GPT technology in the context of academic writing, with a special focus on the associated areas of university law, copyright law and data protection law. The GPT technology represents a form of Artificial Intelligence. Due to its generated texts, which seem to be humanlike, it is often compared to human intelligence. In reality, however, it is only capable of generating text on the basis of probabilities.Legal issues occur already in the training phase. OpenAI uses personal data to develop its models, but the use is not lawful in all cases. From a copyright perspective, the problem is that copyrighted works are reproduced within the framework of the training process.Regarding the admissibility of ChatGPT in higher education, there has been uncertainty until recently. However, with a new amendment to the law, there is now a legal regulation to sanction the misuse of AI.Such a misuse occurs when there is a violation of the „good scientific or artistic practice“. This means that not only university legal requirements but also copyright and data protection regulations must be followed. Furthermore, the regulations established by the universities regarding the admissibility of ChatGPT in studies must be observed.Not only have legal conditions been created at the national level, but also at the European level with the enactment of the AI Act.This regulation specifically provides for documentation and information obligations that also affect OpenAI as a provider of ChatGPT.vorgelegt von Eva-Maria CividinoDiplomarbeit Universität Graz 202
Tasks of managers in elementary educational institutions with special consideration of staff management : analysis of leadership profiles and the resulting consequences for their theory-based further development
Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung hat sich hinsichtlich der Professionalisierung des Personals in elementarpädagogischen Einrichtungen stark verändert. Die pädagogische Leitung hat in diesem Kontext an Bedeutung gewonnen, dennoch gibt es kein eigenständiges Aufgabenprofil für diese Position. Leitungskräfte müssen sowohl Management- als auch Bildungsaufgaben übernehmen, wobei ihre zeitlichen Ressourcen knapp bleiben und die Anforderungen steigen. Bundesweit gibt es keine einheitlichen Regelungen für die Aufgaben und Qualifikationen von Leitungspersonen – dies führt zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen und die Qualität der Einrichtungen ist stark von der Professionalität der Führungspersonen abhängig. Bisherige Forschungen im Bereich Führung und Führungsstile sind vorwiegend arbeits- und organisationspsychologisch ausgerichtet und wenig auf die frühkindliche Bildung fokussiert. Diese Arbeit hat sich zum Ziel gemacht, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen veröffentlichten Aufgabenbeschreibungen steirischer Trägerschaften und impliziten Führungskonzepten von Leitungskräften, in Bezug auf den Bereich Mitarbeiter:innenführung, zu untersuchen. Darüber hinaus sollen Empfehlungen zur theoriegeleiteten Weiterentwicklung von Berufsprofilen für pädagogische Leitungspersonen gegeben werden, um ein klar definiertes und praxisorientiertes Aufgabenprofil zu schaffen, das sowohl den Anforderungen der Trägerschaften als auch den Bedürfnissen der Führungskräfte gerecht wird.In recent decades, early childhood education, care, and upbringing have undergone significant changes regarding the professionalization of staff and quality assurance in early childhood education institutions. The role of educational leadership has gained importance in this context, yet there is no independent professional profile for this position. Leadership personnel must handle both management and educational tasks, while their resources remain limited and demands continue to rise. Nationwide, there are no uniform regulations for the tasks and qualifications of leadership personnel, leading to varying conditions. As a result, the quality of educational institutions heavily depends on the profes- sionalism of the leaders. Previous research on leadership and leadership styles has primarily focused on industrial and organizational psychology and has seldom addressed early childhood education.This study aims to examine the similarities and differences between published job descriptions of Styrian providers and the implicit leadership concepts of leaders regarding staff leadership. Particular attention is paid to the challenges and areas of tension for leadership personnel. Additionally, recommendations will be made for the theory-driven development of professional profiles for educational leaders to create a clearly defined and practice oriented job profile that meets both the requirements of the providers and the needs of the leaders.Autorin: Barbara Schuh, B.A.Masterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Flexibility in multitasking : proactive use of resources in the PRP paradigm
Generell sind Leistungen in zwei sich zeitlich überschneidenden Aufgaben schlechter als die Leistungen in Einzelaufgaben. Es gibt verschiedene Theorien, die diese schlechteren Leistungen bei Dual-Tasks erklären könnten. Dazu gehören das Engpassmodell und das Konzept der proaktiven Ressourcennutzung. Das Engpassmodell besagt, dass Kernprozesse der zweiten Aufgabe immer auf den Abschluss der ersten Aufgabe warten müssen. Das Konzept der proaktiven Ressourcennutzung besagt, dass freie Zuteilung verfügbarer kognitiver Ressourcen möglich wäre. In dieser Studie wurde die Passung dieser Theorien auf die Ergebnisse in PRP-Paradigma untersucht. Die Studie untersuchte den Einfluss der SOA-Zeit, also die Differenz zwischen den Startzeiten der beiden Aufgaben, der Erwartung dieser SOA-Zeit durch die ProbandInnen und der relativen Wichtigkeit der Aufgaben. Es konnte gezeigt werden, dass die SOA-Zeit und die Wichtigkeit der Aufgaben einen Einfluss auf die Leistung im PRP-Paradigma hatten. Die Erwartung der SOA-Zeit hatte jedoch keinen Einfluss auf die Leistung in den Aufgaben. Dieses Ergebnis zeigt, dass proaktive Ressourcennutzung im PRP-Paradigma möglich ist.Performance in two overlapping tasks is worse than performance in single tasks. There are various theories that could explain this poorer performance in dual tasks. Two of those theories are the bottleneck model and the concept of proactive resource sharing. The bottleneck model states that core processes of the second task must wait for the completion of the first task. The concept of proactive resource sharing however states that free allocation of available cognitive resources is possible. In this study, the fit of those theories with the outcomes in a PRP paradigm was investigated. We investigated the influence of the SOA time, that is, the difference in starting times of the two tasks, the participants expectation of the SOA, and the relative importance of the two tasks on RTs and error rates. The findings show that the SOA length and the importance of the task had an influence on performance in the PRP paradigm. However, the expectation of SOA time had no influence on task performance. This result supports the assumption that proactive resource sharing is possible in the PRP paradigm.Anna ZügerMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
The head of state of the Republic of Austria and the Monarchy of Spain - a comparison
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die verfassungsrechtlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Staatsoberhauptes der Republik Österreich und des Staatsoberhauptes der parlamentarischen Monarchie Spaniens darzustellen. Zum besseren Verständnis wird gleich zu Beginn eine kurze Einführung in die verfassungsgeschichtlichen und -rechtlichen Grundlagen gegeben. Zudem werden auch die beiden Staatsformen sowie die jeweiligen Regierungssysteme näher betrachtet und anschließend miteinander verglichen. Den Schwerpunkt dieser Diplomarbeit bilden jedoch die Ämter der beiden Staatsoberhäupter. So werden unter anderem die Kreation und die Amtszeit des jeweiligen Staatsoberhauptes genauer behandelt. Die Vertretung, die Verantwortlichkeit, die Immunität und die Inkompatibilität werden im Rahmen des Vergleichs der Rechte und Pflichten eine wesentliche Rolle spielen. In einem weiteren Kapitel werden sodann auch die einzelnen Kompetenzen der beiden Staatsoberhäupter dargelegt und miteinander verglichen. Zum Abschluss der Diplomarbeit werden die wichtigsten Erkenntnisse der in den vorherigen Kapiteln durchgeführten Vergleiche in einem kurzen Resümee zusammengefasst.The aim of this diploma thesis is to present the constitutional similarities and differences between the head of state of the Republic of Austria and the head of state of the parliamentary Monarchy of Spain. For a better understanding, a brief introduction to the constitutional history and legal foundations is given right at the beginning. In addition, both forms of state and the respective systems of government are examined in more detail and then compared with each other. However, the focus of this diploma thesis is placed on the office of the two heads of state. Among other things, the creation and term of office of the respective head of state are discussed in more detail. Representation, responsibility, immunity and incompatibility will play a significant role in the comparison of the rights and obligations. In a further chapter, the individual competencies of the two heads of state are then presented and compared. To conclude the diploma thesis, the most important findings of the comparisons made in the previous chapters are summarized in a brief summary.vorgelegt von Selina AllmerDiplomarbeit Universität Graz 202
Legal issues concerning the implementation of Directive (EU) 2019/1937 into Austrian law with a particular focus on the corporate group solution
Infolge zahlreicher Skandale mit Whistleblower-Beteiligung ist das Rechtsgebiet des Hinweisgeberschutzes ausgehend von seinem Geburtsort in den USA nun endgültig in Europa angekommen. Die Europäische Union hat die Hinweisgeberschutz-Richtlinie (EU 2019/1937) geschaffen, um den Schutz der Personen zu stärken, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden. Mit dem Hinweisgeberschutzgesetz (HSchG) hat der österreichische Gesetzgeber die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt und damit das erste umfassende branchenübergreifende Gesetz zum Thema Whistleblowing ins Leben gerufen.Erstes Ziel dieser Arbeit ist es, die Umsetzung der Richtlinie ins HSchG zu untersuchen, deren Schwachstellen herauszuarbeiten, sowie Vorschläge zur Verbesserung des Gesetzes einzubringen. Zu diesem Zweck wird der Gesetzestext des HSchG analysiert und mit dem Text der Hinweisgeberschutz-Richtlinie verglichen. Des Weiteren werden die Erwägungsgründe der Richtlinie und die Erläuterungen zum Ministerialentwurf herangezogen, um Unterschiede zwischen beiden Rechtsakten feststellen zu können und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Regelungen abwägen zu können. Schlussendlich werden die Stellungnahmen zum Ministerialentwurf zum HSchG sowie Artikel in Fachzeitschriften analysiert, um Schwachstellen und Verbesserungsvorschläge zu erforschen.Der zweite Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Problem der Konzernlösung bzw des Konzernprivilegs im Hinweisgeberschutz. Das bedeutet, dass mehrere Unternehmen, in der Regel Mutter-, Tochter- oder Schwestergesellschaften, eine gemeinsame zentrale interne Meldestelle für Hinweisgeber einrichten. Diese bei Konzernen äußerst beliebte Vorgehensweise ist im HSchG vorgesehen. Untersucht werden soll, ob dies auch mit der Hinweisgeberschutz-Richtlinie konform geht. Zur Beantwortung dieser Frage werden die betreffenden Bestimmungen des HSchG den Erwägungsgründen sowie dem Richtlinientext der Hinweisgeberschutz-Richtlinie gegenübergestellt. Die Europäische Kommission hat in zwei Stellungnahmen ihre Rechtsansicht zur Konzernlösung dargestellt. Obwohl diese Schriftstücke nicht bindend sind, können sie darauf hindeuten, in welche Richtung die zukünftige Rechtsprechung des EuGH gehen könnte. Die beiden Stellungnahmen der Kommission werden analysiert und ihre Hauptaussagen als Handlungsempfehlung für Unternehmen herausgearbeitet.Als Exkurs wird die Rechtslage bezüglich des Hinweisgeberschutzes in Deutschland behandelt. Dabei wird näher auf die Entwicklung des Hinweisgeberschutzes, die Konzernlösung, sowie die Unterschiede zum österreichischen HSchG eingegangen. Dieser Vergleich bringt Erkenntnisse darüber, in welchen Punkten das deutsche HinSchG Vorteile gegenüber dem HSchG hat.Die Arbeit zeigt, dass der österreichische Gesetzgeber mit dem HSchG ein funktionelles Gesetz erlassen hat, das relativ nahe am Wortlaut der Hinweisgeberschutz-Richtlinie geblieben ist. Dennoch enthält es einige Schwachstellen, Ungenauigkeiten, sowie Unvereinbarkeiten mit der Richtlinie. Der Gesetzgeber sollte vor allem Nachbesserungen in Bezug auf den sachlichen Anwendungsbereich, die Beweislastumkehr, die mangelnde Sanktion für das Nichteinrichten eines internen Meldekanals, das Strafmaß und die mangelnde Verpflichtung zur Entgegennahme von anonymen Hinweisen vornehmen. Des Weiteren sollte das HSchG die Konzernlösung im Sinne der Rechtsansicht der Kommission umsetzen. Diese Maßnahmen sollten bei der Evaluierung des HSchG im Jahr 2026 berücksichtigt werden.As a result of numerous scandals involving whistleblower participation, the legal field of whistleblower protection has now arrived in Europe, following its introduction in the USA. The European Union has created the Directive (EU) 2019/1937 to strengthen the protection of individuals who report violations of European law. With the Hinweisgeberschutzgesetz (HSchG), the Austrian legislator has transposed the directive into national law, thus creating the first comprehensive cross-sectoral law on whistleblowing in Austria.The primary aim of this work is to examine the implementation of the directive into the HSchG, to identify its weaknesses, and to propose suggestions for improving the law. For this purpose, the legal text of the HSchG is analysed and compared with the text of the directive. Furthermore, the recitals of the directive and the explanations of the ministerial draft of the HSchG are consulted to identify differences between the two legal acts and to weigh the pros and cons of the different regulations. Finally, the comments on the ministerial draft of the HSchG as well as articles in professional journals are analysed to explore weaknesses and improvement suggestions.The secondary focus of the work is the group solution or group privilege in whistleblower protection, whereby several companies, usually parent, subsidiary, or sister companies, set up a joint central internal reporting system for whistleblowers. This approach, which is extremely popular among corporate groups, is provided for in the HSchG. The aim is to examine whether this is also in compliance with the directive. To answer this question, the relevant provisions of the HSchG are compared with the recitals and the text of the directive. The European Commission has expressed its legal view on the group solution in two opinions. Although these documents are not binding, they may indicate the direction in which future case law of the European Court of Justice might go. The two opinions of the Commission are analysed, and their main statements are worked out as recommendations for companies.As an excursus, the legal situation regarding whistleblower protection in Germany is addressed. The development of whistleblower protection, the group solution, and the differences to the Austrian HSchG are examined in more detail. This comparison provides insights into the points where the German HinSchG has advantages over the HSchG.The work shows that the Austrian legislator has enacted a functional law, which remains relatively close to the wording of the directive. However, it contains some weaknesses, inaccuracies, and inconsistencies with the directive. The legislator should particularly make improvements concerning the material scope, the reversal of the burden of proof, the lack of sanctions for not establishing an internal reporting channel, the severity of penalties, and the lack of obligation to accept anonymous reports. Furthermore, the HSchG should implement the group solution in line with the Commission's legal opinion. These measures should be taken into account during the evaluation of the HSchG in 2026.von Stefanie WienerDiplomarbeit Universität Graz 202
Virtual Leadership: Understanding the Impact of Leadership Communication on Trust in Virtual Teams
In der heutigen, zunehmend globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt sind virtuelle Teams zu einem wichtigen Bestandteil der meisten Unternehmen geworden. Ein entscheidender Faktor für die Teamleistung ist dabei Vertrauen. Dieses in virtuellen Teams aufzubauen kann jedoch eine Herausforderung darstellen, da sich die Teammitglieder möglicherweise nie persönlich treffen und die geografische, zeitliche und kulturelle Distanz zwischen den Teammitgliedern groß ist. Diese Arbeit untersucht, inwieweit sich die Führungskommunikation auf verschiedenen Formen des Vertrauens auswirkt und wie diese Beziehung durch Virtualität und der persönliche Vertrauensbereitschaft moderiert wird. Während kognitives Vertrauen in der Regel durch die Bewertung von Leistung, Zuverlässigkeit und Kompetenz aufgebaut wird, wird affektives Vertrauen durch emotionale Bindungen aufgebaut. Untersuchungsdaten wurden als standardisierte, Querschnittsuntersuchung mittels Online-Umfrage erhoben. Die statistische Analyse bestätigte, dass die Effizienz der Führungskommunikation signifikant mit Vertrauen, affektivem Vertrauen und kognitivem Vertrauen korreliert (p < 0,01). Der Effekt war in allen Fällen groß, jedoch größer für kognitives Vertrauen (r = 0,83) als für Vertrauen (r = 0,75) und affektives Vertrauen (r = 0,58). Die Neigung zu Vertrauen hatte einen kleinen positiven Moderationseffekt auf die Beziehung zwischen der Effizienz der Führungskommunikation und dem kognitiven Vertrauen (Δr = 0,15, p < 0,001). Virtualität zeigte keine signifikanten Moderationseffekte. Die Ergebnisse unterstreichen die große Bedeutung einer effizienten Führungskommunikation für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Vertrauen in virtuellen Teams. Das Fehlen signifikanter Moderationseffekt von Virtualität auf diese Beziehung deutet außerdem darauf hin, dass die Grundsätze effektiver Kommunikation universell anwendbar sind, unabhängig davon, ob die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht oder virtuell stattfindet.In today's increasingly globalized and digitalized work environment, virtual teams have become an important part of most organizations. A critical factor determining team performance is trust. However, building trust in virtual teams can be challenging as team members may never meet in person and due to large geographical, temporal and cultural distances between team members. This thesis examines how leadership communication impacts different forms (cognitive and affective) of trust and how this relationship is moderated by virtuality and personal traits (i.e. propensity to trust). While cognitive trust is usually built through the evaluation of evidence of performance, reliability and competence, affective trust is built through emotional ties. Data was collected via a standardized, cross-sectional online survey. The statistical analysis confirmed leadership communication efficiency correlated significantly with trust, affective trust and cognitive trust (p < 0.01). The effect was large in all cases but larger for cognitive trust (r = 0.83) than for trust (r = 0.75) and affective trust (r = 0.58). Propensity to trust had a small positive moderation effect on the relationship between leadership communication efficiency and cognitive trust was (Δr = 0.15, p < 0.001). Virtuality did not show any significant moderation effects. The findings highlight the critical role of efficient leadership communication in building and sustaining trust within virtual teams. The lack of significant moderating effects of virtuality further suggests that the principles of effective communication are universally applicable, regardless of whether communication occurs face-to-face or virtually.Josef Michael Reissner-Seerup, BSc. BSc. MSc.Masterarbeit Universität Graz 202
The field of tension between traditional healing, complementary medicine and evidence-based medicine – a historical analysis of the situation in Austria
Das Spannungsfeld zwischen traditionellem Heilen, Komplementärmedizin und evidenzbasierter Medizin in Österreich hat historische Wurzeln und spiegelt die komplexe Entwicklung des medizinischen Diskurses wider. Seit Jahrhunderten existieren in Österreich verschiedene Formen der Heilkunst nebeneinander, die von der Volksmedizin bis hin zu akademisch gelehrten Methoden reichen. Traditionelle Heilverfahren, die auf volksmedizinischem Wissen basieren und oft von spirituellen oder religiösen Überzeugungen geprägt sind, wurden lange Zeit parallel zur sich entwickelnden wissenschaftlichen Medizin praktiziert. Die Einführung der evidenzbasierten Medizin im 20. Jahrhundert führte jedoch zu einem Paradigmenwechsel, der auf wissenschaftlicher Methodik und empirischer Evidenz beruht. Dieser Wandel führte zu Spannungen zwischen Anhängern der naturwissenschaftlichen Medizin und Vertretern der Komplementärmedizin, die alternative Heilansätze wie Homöopathie und Naturheilkunde befürworten.In Österreich spiegelt sich dieser Konflikt besonders in der Debatte um die Integration komplementärmedizinischer Verfahren in das Gesundheitssystem wider. Während diese Heilmethoden teils hohe gesellschaftliche Akzeptanz erfahren, stehen sie im Widerspruch zu den Anforderungen einer evidenzbasierten medizinischen Praxis. Die historische Analyse zeigt, wie politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen diese Spannungsfelder über die Zeit beeinflusst haben. Die Arbeit untersucht die dynamischen Wechselwirkungen zwischen diesen medizinischen Strömungen und beleuchtet dabei insbesondere die historische Positionierung und Relevanz dieser Systeme im Kontext der heutigen Gesundheitsversorgung. Aktuell werden alternativ-komplementäre Verfahren wieder kritisch hinterfragt und aus den Curricula der MedUNI´s in Österreich gestrichen.The field of tension between traditional healing, complementary medicine and evidence-based medicine in Austria has historical roots and reflects the complex development of medical discourse. For centuries, various forms of healing arts have existed side by side in Austria, ranging from folk medicine to academically taught methods. Traditional healing methods, based on folk medicine knowledge and often influenced by spiritual or religious beliefs, were practised in parallel with the development of scientific medicine for a long time. However, the introduction of evidence-based medicine in the 20th century led to a paradigm shift based on scientific methodology and empirical evidence. This change led to tensions between supporters of scientific medicine and representatives of complementary medicine who advocate alternative healing approaches such as homeopathy and naturopathy.In Austria, this conflict is particularly reflected in the debate about the integration of complementary medicine procedures into the health care system. While these healing methods are in part highly accepted by society, they contradict the requirements of evidence-based medical practice. The historical analysis shows how political, social and scientific developments have influenced these areas of tension over time. The work examines the dynamic interactions between these medical trends and, in doing so, particularly highlights the historical positioning and relevance of these systems in the context of today's health care. Currently, alternative and complementary methods are again being critically questioned and removed from the curricula of medical schools in Austria.vorgelegt von Johann ReschMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassung auf Deutsc