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The cartel liability of a parent company in cases of decisive influence : illustrated by the Goldman Sachs judgment C-595/18p
Die kartellrechtliche Konzernhaftung stellt eine entscheidende Systematik zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs innerhalb des europäischen Binnenmarktes dar. Zuwiderhandlungen einer Tochtergesellschaft können der dazugehörigen Konzernobergesellschaft zugerechnet werden, solange diese im Hinblick auf den funktionalen Unternehmensbegriff als wirtschaftliche Einheit auftraten. Bei Vorliegen bestimmenden Einflusses der Mutter- auf ihre Tochtergesellschaften, kann die Haftungsvermutung, bis zur Entkräftung, angenommen werden. Die Einflussnahme erstreckt sich im Wesentlichen auf essenzielle Bereiche wie beispielsweise die Besetzung von Vorstandsposten, strategische Entscheidungsprozesse und Finanzfragen. Die Rechtssache Goldman Sachs, die einen immanenten Bestandteil dieser Arbeit darstellt, veranschaulicht die Haftungszurechnung und verdeutlicht die Notwendigkeit einer entsprechenden Sanktionssystematik. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt darauf, einen Überblick über die kartellrechtliche Konzernhaftung zu bieten, Judikaturlinien der Höchstgerichte zu beleuchten und die damit verbundenen Möglichkeiten der Durchsetzung von Ersatzansprüchen (Private Enforcement & Public Enforcement) zu thematisieren.Corporate liability under antitrust law is a key system for ensuring fair competition within the European internal market. Infringements by a subsidiary can be attributed to the associated group parent company as long as they act as a single economic entity with regard to the functional concept of a company. If the parent company has a decisive influence on its subsidiaries, the presumption of liability can be assumed until it is invalidated. The influence essentially extends to essential areas such as the appointment of board members, strategic decision-making processes and financial issues. The Goldman Sachs case, which forms an integral part of this thesis, illustrates the attribution of liability and highlights the need for a corresponding system of sanctions. The main focus of this thesis is to provide an overview of group liability under antitrust law, to shed light on the case law of the highest courts and to discuss the associated possibilities of enforcing claims for compensation (private enforcement and public enforcement).vorgelegt von Laszlo SupperDiplomarbeit Universität Graz 202
'Beating' traditional domesticity : sex, drugs, Buddhism, isolation, and the road as symbols of non-conformist masculinity in Jack Kerouac's On the road, The Dharma bums, and The subterraneans
AbstractDiese Arbeit analysiert die Darstellung von Männlichkeiten in Jack Kerouacs Werken On the Road, The Dharma Bums and The Subterraneans. Als Gründer der Beat Generation, einer Counterculture, die in den 1950er Jahren entstand, feierte Kerouac Männlichkeiten, die sich nicht an die hegemoniale Männlichkeit der 1950er orientierten. Diese Maskulinität war stark von der Angst des Kalten Krieges und die Politik, die damit verbunden war, beeinflusst. In weiterer Folge führten diese Einflüsse zu einem konformen Lebensstil in den 1950ern. Der materielle Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg beeinflusste ebenfalls die Männlichkeiten und führte zu einer Angst vor Feminisierung und einer Zähmung der Gesellschaft. Kerouac, der diesen Konformismus kritisierte und eine Einschränkung von Individualität fürchtete, porträtierte daher seine Figuren als non-konforme Helden. In On the Road beschäftigt er sich mit Mobilität und dem amerikanischen Westen, um eine Männlichkeit darzustellen, die immer in Bewegung ist, weit weg von Verantwortung und familiären Strukturen, die in den 50er Jahren wichtig waren. In The Dharma Bums wählt Kerouac einen Held, der ein Zen Buddhist ist, der das Leben in einer isolierten Wildnis zelebriert, weit weg von der einschränkenden, materialistischen Gesellschaft. In seiner Novelle The Subterraneans handelt es sich bei Kerouacs Erzähler um einen Hipster, der in San Francisco lebt und von den Männlichkeiten afroamerikanischer Jazzmusiker und amerikanischer Ureinwohner fasziniert ist und dabei Sex und Drogenkonsum feiert. Kerouac wählt also Helden für seine Bücher aus, die nicht den traditionellen Erwartungen der Gesellschaft der 1950er Jahre in den USA entsprechen und eine spontane, non-konforme Maskulinität verkörpern.AbstractThis thesis analyzes the portrayal of masculinities in Jack Kerouac’s works On the Road, The Dharma Bums, and The Subterraneans. As the founder of the Beat Generation, a counterculture that emerged during the 1950s, Kerouac celebrated masculinities that did not adhere to the hegemonic masculinity of he 1950s that was influenced by the anxiety oft he Cold War that led to a conformist way of life during the 1950s. The material prosperity after the Second World War also influenced masculinities and led to a fear of feminization and domestication of society. Kerouac, who was very critical of conformism and feared a decline of individuality, therefore portrayed his characters as non-conformist heroes. In On the Road, Kerouac uses the open road and The American West to portray a masculinity that is always on the move, far away from responsibilities and nuclear family constellations. In The Dharma Bums, Kerouac’s hero is a Zen Buddhist, who celebrates life in an isolated wilderness far away from the domesticating effects of society. In his novella The Subterraneans, Kerouac’s narrator is a hipster living in San Francisco, who is fascinated by the masculinities of African American jazz musicians and Native Americans while celebrating sex and drugs. Kerouac therefore chooses heroes for his books that do not conform to the traditional expectations of 1950s society about what masculinity should look like and live lifestyles influenced by spontaneity.vorgelegt von Stefanie HintringerLiteraturverzeichnis: Blätter 64-68Masterarbeit Universität Graz 202
Design principles for AI documentation: enhancing transparency and accountability in AI
Diese Dissertation stellt eine Reihe von Design Principles vor, die darauf abzielen, die Verantwortlichkeit in KI durch verbesserte Transparenz mittels erweiterter Dokumentationspraktiken zu erhöhen. Die Integration der KI in kritische Bereiche erfordert eine strenge Dokumentation, um Compliance, Verantwortlichkeit und betriebliche Wirksamkeit zu gewährleisten, doch die aktuellen Praktiken sind oft unzureichend, insbesondere in kritischen Kontexten, die hohe Zuverlässigkeit erfordern und unter regulatorischer Aufsicht stehen. Diese Forschung wird durch die zunehmende Einsatzbereitschaft von KI in verschiedenen Sektoren – von der Gesundheitsversorgung bis zur Finanzwirtschaft – motiviert und durch den daraus resultierenden Anstieg von Vorfällen, bei denen eine unzureichende Dokumentation von KI-Systemen zu Versäumnissen in Verantwortlichkeit und Transparenz geführt hat. Diese Dissertation verwendet die Design-Science-Research (DSR)-Methodologie, um Design Principles für den Dokumentationsprozess von KI-Anwendungen durch umfangreiche Literaturstudien, Experteninterviews und Fallstudien mit Branchenpraktikern zu entwickeln. Sie untersucht kritisch die bestehende Dokumentationslandschaft, identifiziert Lücken in den aktuellen Praktiken und erstellt ein Rahmenwerk, das darauf abzielt, diese Mängel zu beheben. Um diese Probleme anzugehen, schlägt die Dissertation vier Design Principles für den KI-Dokumentationsprozess vor: 1) Einbeziehung umfassender Dokumentations-Richtlinien, die sowohl technischen Bedürfnissen als auch regulatorischen Standards entsprechen; 2) Flexibilität zur Anpassung der Dokumentations-Richtlinien an die technologischen Besonderheiten der KI-Anwendung, ihren Anwendungsfall und das regulatorische Umfeld; 3) Klare Abgrenzung der Dokumentationsverantwortlichkeiten unter allen Beteiligten im Entwicklungszyklus der KI; 4) Herstellung einer Verbindung zwischen Dokumentation und den Entwicklungsnachweisen des KI-Systems zur Sicherstellung der Genauigkeit und Erleichterung von Audits. Die in dem Text dargelegten Beiträge konzentrieren sich auf die Verbesserung von Transparenz, Verantwortlichkeit und Effizienz in KI-Dokumentationsprozessen. Erstens verbessern die Ergebnisse der Dissertation die Transparenz und Verantwortlichkeit durch eine klare Darstellung der Trainingsdaten, der Designentscheidungen und des Anwendungsbereichs der KI durch die Befürwortung der Einführung einer Dokumentationsrichtlinie für KI-Anwendungen. Zweitens betonen die Ergebnisse die Anpassung der Dokumentation an die Besonderheiten jedes Anwendungsfalls, regulatorische Rahmenbedingungen und spezifische Datentypen und Technologien, die in der Entwicklung der KI verwendet werden, und bereichern die Verantwortlichkeitstheorie durch die Berücksichtigung kontextueller Einflüsse auf den KI-Einsatz. Drittens heben die Ergebnisse die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten in Dokumentationsprozessen hervor, schließen Verantwortlichkeitslücken und fördern effiziente Zusammenarbeit und tragen zum Verständnis der Verteilung von Verantwortlichkeit bei und betonen Transparenz als gemeinsame Verantwortung. Viertens unterstreichen die Ergebnisse die Verknüpfung der Dokumentation mit Nachweisen aus dem Entwicklungsprozess, steigern die Zuverlässigkeit, fördern bessere Entscheidungsfindung, verbessertes Systemverständnis und unterstützen evidenzbasierte Verantwortlichkeitsmodelle. Zusammen bieten die Ergebnisse praktische und theoretische Fortschritte in KI-Dokumentation, Transparenz und Verantwortlichkeit. Diese Beiträge zielen darauf ab, die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit sowie die Verantwortlichkeit in KI-Systemen durch robuste Dokumentationspraktiken zu verbessern. Abschließend beleuchtet diese Dissertation nicht nur den kritischen Bedarf an verbesserten KI-Dokumentationsprozessen, sondern bietet auch ein grundlegendes Rahmenwerk, das an verschiedene Bereiche angepasst und erweitert werden kann, in denen KI angewendet wird.This thesis introduces a series of design principles aimed at boosting accountability in AI by improving transparency through enhanced documentation practices. AI's integration into critical domains necessitates rigorous documentation to ensure compliance, accountability, and operational effectiveness, yet current practices often fall short, particularly in contexts demanding high reliability and regulatory oversight. This research is motivated by the increased deployment of AI across various sectorsranging from healthcare to finance and the consequent rise in incidents where insufficient documentation of AI systems has led to failures in accountability and transparency. The study employs a Design Science Research (DSR) methodology to develop design principles for the documentation process of AI applications through extensive literature reviews, expert interviews, and case studies with industry practitioners. It critically examines the existing documentation landscape, identifies gaps in current practices, and constructs a framework aimed at resolving these deficiencies. To address these issues, the thesis proposes four main design principles for AI documentation process: 1) Incorporation of comprehensive guidelines that align with both technical needs and regulatory standards; 2) Flexibility to adapt documentation practices to the technological specifics of the AI application, its use case, and the regulatory environment; 3) Clear delineation of documentation responsibilities among all stakeholders involved in the AI lifecycle; 4) Establishment of a verifiable link between documentation and the developmental evidence of the AI sys-tem to ensure accuracy and facilitate audits. The contributions outlined in the text focus on enhancing transparency, accountability, and efficiency in AI documentation processes. Frist, the results of the thesis enhance transparency and accountability through clear representation of training data, design decisions and the AI’s application domain through the advocation for the incorporation of a documentation guideline for AI applications. Second, the results stress adapting documentation to particularities of each use case, regulatory frameworks, and specific data types and technologies used in the AI’s development, enriching accountability theory by considering contextual influences on AI deployment. Third, the results emphasize clarifying roles and responsibilities in documentation processes, closing accountability gaps and fostering efficient collaborations and contribute to understanding accountability distribution and emphasizes transparency as a shared responsibility. Fourth, the results underscore linking documentation to evidence from the development process, enhancing reliability, promoting better decision making, enhanced system understanding, and supporting evidencebased accountability models. Together, the results offer practical and theoretical advancements in AI documentation, transparency, and accountability. These contributions aim to improve the effectiveness and reliability of as well as accountability in AI systems through robust documentation practices. In conclusion, this thesis not only sheds light on the critical need for improved AI documentation processes but also provides a foundational framework that can be adapted and extended to various domains where AI is employed.Florian Maximilian KönigstorferAnhang: Verschiedene Publikationen von Florian Königstorfer ab Seite [57] - [147]Dissertation Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Reproducible AutoML: An Assessment of Research Reproducibilityof No-Code AutoML Tools
In dieser Masterarbeit wird die Forschungsreproduzierbarkeit auf no-code autoML-Tools untersucht. Die These zielt darauf ab, festzustellen, ob die Tools eine ausreichende Unterstützung für Benutzer:innen ohne tiefgreifende ML-Kenntnisse bieten. Dies stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Nutzergruppe keine Erfahrung mit der Erstellung von ML-Modellen und damit den notwendigen Reproduzierbarkeitsmaßnahmen hat. Nach einer grundlegenden Literaturrecherche wird in dieser These mittels einer Anforderungsanalyse die derzeitige Unterstützung der Forschungsreproduzierbarkeit von zehn ausgewählten no-code autoML-Tools untersucht, wobei das Rahmenwerk von Gundersen, Shamsaliei, and Isdahl [GSI22] verwendet wird. Um die Nutzerperspektive einzubeziehen, werden zwei Think-Aloud-Studien und neun Reproduzierbarkeitsexperimente mit dem no-code autoML-Tool H2O Flow durchgeführt. Die Think-Aloud-Studien zielen darauf ab, die Herausforderungen zu erfassen, denen Forschende bei der Sicherstellung einer reproduzierbaren Regressionsaufgabe begegnen, während sich die Reproduzierbarkeitsversuche auf die Herausforderungen der reproduzierenden Teilnehmer:innen konzentrieren. Zur Erstellung und Reproduktion des Regressionsmodells wurden zwei Datensätze aus OpenML verwendet. Die Studie hat gezeigt, dass no-code autoML-Tools in der Tat großes Potenzial für die Demokratisierung von ML bieten und bereits mehrere Funktionen zur Unterstützung reproduzierbarer Forschung implementiert haben. Dennoch können die derzeitigen Funktionen und die Benutzerfreundlichkeit der Tools nicht die fehlenden ML-Kenntnisse der Zielgruppe kompensieren. Nur zwei von neun Teilnehmern der Nutzerstudie waren in der Lage, die Forschung erfolgreich zu reproduzieren. Um diesem Problem zu begegnen, werden tool- und personenbezogene Maßnahmen beschrieben, die letztlich zu einer benutzerzentrierten Entwicklung zukünftiger autoML-Tools und einer verbesserten Reproduzierbarkeitskultur beitragen.This master’s thesis examines the research reproducibility on no-code autoML tools. The aim is to determine whether the tools provide sufficient support for users without in-depth ML knowledge. This poses a particular challenge, as the user group has no experience in creating ML models and applying necessary reproducibility measures. After a fundamental literature review, the research employs a requirements analysis to investigate the current support of research reproducibility of ten selected no-code autoML tools, using the framework of Gundersen, Shamsaliei, and Isdahl [GSI22]. To incorporate the user perspective, two think-aloud studies and nine reproducibility experiments are conducted using the no-code autoML tool H2O Flow. The think-aloud studies aim to capture the challenges researchers face in ensuring the reproducibility of a regression task, whereas the reproducibility experiments focus on the challenges participants face in reproducing the task. To create and reproduce the regression model two data sets from OpenML were used. The study has shown that no-code autoML tools offer great potential for the democratization of ML and have already implemented several functions to support reproducible research. Nevertheless, the current functions and usability of the tools cannot compensate for the target group’s lack of ML knowledge. Only two out of nine participants in the user study were able to successfully reproduce the research. To address this problem tool-related and human-related measures are described that ultimately contribute to a user-centered development of future autoML tools and an improved culture of reproducibility.Sabrina Pletzl, MAMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Phoebe - Deacon and Patron. Her Meaning in the Light of Documentary Papyri
Die Texte des Neuen Testaments nennen zwar zahlreiche Frauen, nähere Informationen zu ihnen sind jedoch leider nur spärlich vorhanden. In Röm 16,1f. stellt Paulus Phöbe vor: Er empfiehlt sie der römischen Gemeinde und verwendet in ihrem Kontext die Attribute διάκονος und προστάτις. Vielfach ist in den Übersetzungen und Interpretationen dieser Begriffe ein Gender Bias auszumachen und damit verknüpft eine Fokussierung auf gendertypische Rollen. Die Tätigkeiten von Phöbe werden als dienend und karitativ interpretiert; eine verantwortungsvolle Position, unabhängiges und selbstständiges Auftreten werden ihr aufgrund ihres Geschlechts von vornherein abgesprochen. Ein Blick in dokumentarische Papyri zeigt jedoch, dass diese Annahme nicht mit der Lebenswelt der Antike kongruent ist. In der vorliegenden Arbeit werden einschlägige Begriffe aus Röm 16,1f. einer semantischen Analyse unterzogen und die Möglichkeiten von Frauen in der Gesellschaft zur Entstehungszeit der Texte des Neuen Testaments anhand dokumentarischer Papyri ausgelotet. Die Ergebnisse zeichnen für Phöbe das Bild einer Frau, die als Beauftragte der jungen christlichen Gemeinschaft aufgetreten ist und auf deren Fähigkeiten Paulus voll vertraut hat.Although the texts of the New Testament mention numerous women, more detailed information about them is unfortunately scarce. In Romans 16:1-2, Paul introduces Phoebe: He recommends her to the Roman church and uses the attributes διάκονος and προστάτις to characterize her. In many cases, a gender bias can be recognised in the translations and interpretations of these terms and, linked to this, a focus on gender-typical roles. Phoebe's activities are interpreted as serving and charitable; a position of responsibility, independence and autonomy are denied her from the outset because of her gender. However, a look at documentary papyri shows that this assumption is not congruent with the lifeworld of antiquity. In the present study, relevant terms from Romans 16:1-2 are subjected to a semantic analysis and the possibilities of women in society at the time when the New Testament texts were written are explored on the basis of documentary papyri. The results paint a picture of Phoebe as a woman who acted as a representative of the young Christian community and in whose abilities Paul had full confidence.eingereicht von Katharina GrubingerDiplomarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassung auf deutsc
Strategic consideration of the introduction of workplace health promotion: an analysis of the management perspective and implementation approaches
Gesellschaftliche und demografische Veränderungen hinterlassen ihre Spuren in der Unternehmenswelt. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kann hier einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten. Vor dem Hintergrund zunehmender psychischer Belastungen am Arbeitsplatz gewinnt insbesondere die Rolle der Führungskraft an Bedeutung. Gesundheit wird zur Führungsaufgabe und damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für erfolgreiche Unternehmen in der Zukunft. Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Im theoretischen Teil erfolgt eine literaturgestützte Auseinandersetzung mit dem Thema. Mit dem empirischen Teil der Arbeit soll die Verbindung zwischen Forschung und Praxis hergestellt werden. Im Rahmen von zehn leitfadengestützten Expert:inneninterviews wird untersucht, wie sich ausgewählte Unternehmen verschiedener Branchen in ihren Konzepten zur betrieblichen Gesundheitsförderung unterscheiden. Insbesondere die Rolle der Führungskraft sowie unterschiedliche Implementierungsansätze bilden dabei den Schwerpunkt. Im Ergebnis wird deutlich, dass Gesundheit zu einem zentralen Thema der Personal-, Führungs- und Organisationsentwicklung gemacht werden muss. Insbesondere die Vorbildfunktion der Führungskraft spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Ziel ist es, durch die Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen Einfluss auf die Strukturen des Unternehmens zu nehmen. Betriebliches Gesundheitsmanagement stellt ein übergeordnetes Ziel für die Organisation dar. Es liegt daher in der Verantwortung der Führungskräfte, dieses Ziel auch in die Praxis umzusetzen. Entscheidend ist dabei die Fähigkeit, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen und selbst mit gutem Beispiel voranzugehen.Social and demographic changes are leaving their mark on the corporate world. Occupational health management can make a valuable contribution to overcoming these challenges. Against the backdrop of increasing mental stress in the workplace, the role of managers in particular is becoming more important. Health is becoming a management task and thus a decisive success factor for successful companies in the future. This master's thesis deals with the introduction of occupational health management. The theoretical part is a literature-based examination of the topic. The empirical part of the thesis aims to establish a link between research and practice. Ten guided interviews with experts are used to examine how selected companies from different sectors differ in their concepts for workplace health promotion. In particular, the role of the manager and different implementation approaches form the focus. As a result, it is clear that health must be made a central topic of personnel, management and organizational development. The role model function of managers plays a particularly important role in this context. The aim is to influence the structures of the company by implementing health-promoting measures. Occupational health management is an overarching goal for the organization. It is therefore the responsibility of managers to put this goal into practice. The decisive factor here is the ability to create a supportive environment and to set a good example themselves.Lena Anna Stadler, BScMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Criminal proceedings at the end of the republic: from the iudicia populi to the quaestiones perpetuae
Während der Geschichte des Römischen Reichs änderte sich der Ablauf des Strafverfahrens mehrmals. Da eine Darstellung des gesamten römischen Strafprozessrechts aufgrund des Umfanges der Arbeit und der Quellenproblematik vor allem in der Frühzeit des Römischen Reichs nicht möglich ist, konzentriert sich diese Abschlussarbeit auf eine bestimmte Phase des Römischen Reichs, nämlich auf das Ende der Republik. In den letzten Jahren der Römischen Republik gab es noch drei verschiedene Arten des Strafverfahrens: die Verfahren vor der Volksversammlung (iudicia populi), die Geschworenengerichte (quaestiones perpetuae) und die Strafverfahren vor den triumviri capitales, wobei in dieser Arbeit lediglich auf die beiden erstgenannten Strafverfahrensarten eingegangen wird. Zu Beginn der Römischen Republik fanden die Strafverfahren noch vor der gesamten Volksversammlung statt. Da die Stadt Rom jedoch einem starken Wandel unterlag und sich von einer unbedeutenden, kleinen Stadt in ein Weltreich verwandelte, musste das Strafprozessrecht reformiert werden, zumal die Volksversammlung den Arbeitsanfall nicht mehr bewältigen konnte. Zudem war diese Art des Strafverfahrens nicht ausgelegt auf komplizierte Sachverhalte, da bei diesen oftmals umfangreiche Voruntersuchungen notwendig gewesen wären. Um diesen Problemen entgegenzutreten, wurden bereits am Ende des dritten Jahrhunderts vor Christus und zu Beginn des zweiten Jahrhunderts vor Christus außerordentliche Geschworenengerichte (quaestiones extraordinariae) für einen konkreten Einzelfall eingerichtet. Mit dem Repetundendelikt entwickelte sich aus dem System der quaestiones extraordinariae ein System von ständigen Geschworenengerichtshöfen (quaestiones perpetuae), welches unter Sulla ausgebaut und dessen Entwicklung unter Augustus abgeschlossen wurde. In der gegenständlichen Abschlussarbeit wird daher die Entwicklung von den iudicia populi zu den quaestiones perpetuae untersucht.During the history of the Roman Empire, the course of the law of criminal proceedings changed several times. However, it is not possible to portray the whole history of the criminal proceedings in ancient Rome due to the large scale and the circumstance that there are only few sources bequeathed from the early period of the Roman Empire. Therefore, this thesis focuses on a specific phase of the Roman Empire, namely the period of the late Roman Republic. In the last years of the Roman Republic there were three different types of criminal proceedings: the iudicia populi, the quaestiones perpetuae and the proceedings in front of the triumviri capitales. However, this thesis only focuses on the first two mentioned types. At the beginning of the Roman Republic all criminal proceedings took place in front of the whole people’s assembly. However, since the city of Rome was subject to major changes and because of the fact that it transformed itself from an insignificant, small town to a global empire, it was necessary to reform the law of the criminal procedures. Due to these changes the iudicia populi were no longer able to cope with the number of procedures. Furthermore, this type of criminal procedure was not designed for complicated criminal cases since these cases often required extensive preliminary investigations.To counter these problems at the end of the third century BC and the beginning of the second century BC extraordinary quaestiones were established for an individual case. With the law de repetundis the system of the quaestiones extraordinariae was transformed into a system of permanent jury courts (quaestiones perpetuae), which was extended under Sulla and whose development was finished under Augustus. This thesis examines therefore the development from the iudicia populi to the quaestiones perpetuae.vorgelegt von Jennifer WeberhoferDiplomarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Gender and power in Wikipedia’s knowledge production
Diese Masterarbeit untersucht die Wissensproduktion der Wikipedia unter den Gesichtspunkten Macht und Geschlecht. Ausgangspunkt der Untersuchung ist der Gender Gap in der Wikipedia. Dieser beschreibt sowohl die Unterrepräsentation von Autorinnen* als auch geschlechtsspezifische Lücken und Verzerrungen im Inhalt der Wikipedia. Anhand qualitativer Interviews mit sechs weiblichen Wikipedianerinnen*, die mittels Kodiermethoden der Grounded Theory nach Charmaz ausgewertet wurden, konnten spezifische Hürden identifiziert werden, die Wikipedianerinnen* beim Einbringen von hinsichtlich Geschlecht marginalisiertem Wissen erleben. Die erste Hürde ist die schwierige Einstiegszeit, in der sich an bestehende Normen angepasst werden muss. Diese ist jedoch für alle neuen Benutzer*innen herausfordernd. Die zweite Hürde betrifft die Relevanzkriterien, die von der männlich dominierten Kerncommunity erstellt wurden und marginalisiertes Wissen benachteiligen. Drittens besteht in der Wikipedia eine starke informelle soziale Kontrolle, die beispielsweise dazu führt, dass Wikipedianerinnen* ideologische Motive unterstellt werden. Viertens zeigen die Entscheidungsprozesse in der Wikipedia, die durch Mehrheitsverhältnisse geprägt sind, eine systematische Benachteiligung von Frauen. Die fünfte Hürde sind die Anfeindungen und Hassbotschaften, denen feministische Wikipedianerinnen* ausgesetzt sind und die ihre Teilnahme beeinträchtigen. Schließlich führen Zeit- und Ressourcenmangel dazu, dass Frauen* ihre Inhalte oftmals nicht einbringen können. Die Ergebnisse dieser Arbeit bestätigen, dass die Wikipedia als eine vergeschlechtlichte Organisation nach Acker verstanden werden kann, die bestehende Wissenshierarchien reproduziert. Feministisches Wissen stößt dabei auf Widerstand, was durch die identifizierten Hürden veranschaulicht wird. Dadurch wird die Wikipedia ihrem eigenen Ziel, wesentliches Weltwissen ausgewogen abzubilden, möglicherweise nicht ganz gerecht. Weitere Forschung könnte diese Befunde vertiefen und breiter untersuchen.This master's thesis investigates the knowledge production of Wikipedia through the lenses of gender and power. The starting point of the study is the gender gap in Wikipedia, which describes both the underrepresentation of women authors and gender-specific gaps and biases in Wikipedia's content. Based on qualitative interviews with six women* Wikipedians, which were analyzed using coding methods from Charmaz’s version of Grounded Theory, specific hurdles faced by women* Wikipedians in contributing gender-based marginalized knowledge were identified. The first hurdle is the challenging initial phase, during which newcomers must adapt to existing norms. However, this is difficult for all new users. The second hurdle involves Wikipedia’s notability guidelines, established by the male-dominated core community, which disadvantage the inclusion of marginalized knowledge. Third, there is a high level of informal social control present in Wikipedia, which leads, for example, to the accusation of women* Wikipedians pursuing ideological motives. Fourth, the decision-making processes in Wikipedia, shaped by majority rule, systematically disadvantage women. The fifth hurdle includes the hostility that feminist women* Wikipedians are subjected to, which affects their safe participation. Finally, time and resource constraints often prevent women from contributing their content. The results of this study confirm that Wikipedia can be understood as a gendered organization according to Acker, which reproduces existing knowledge hierarchies. Feminist knowledge encounters resistance, as illustrated by the identified hurdles. Consequently, Wikipedia may not fully achieve its goal of providing a balanced representation of essential global knowledge. Further research could deepen and broaden these findings.vorgelegt von Anna Schwarzl, BAMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Optimization of rack layout in a retail store
Die Anordnung der Regale im Einzelhandel spielt eine wesentliche Rolle bei der Beeinflussung des Kaufverhaltens der Kunden, der Steigerung der Verkaufszahlen und bei Impuls Käufen. Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Exposition von Produkten, verschiedenen Layouts (2D und 3D) und der Optimierung der Regalausrichtung. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Kopf- und Augenbewegungen der Kunden einen erheblichen Einfluss auf die Exposition haben. Bei 2D-Layouts konnte gezeigt werden, dass eine Regalanordnung mit ca. 30° die Exposition um bis zu 226% steigern können, trotz eines Verlustes der Ausstellungsfläche von ca. 20 - 30%. Diese Erkenntnis ist besonders für Einzelhändler relevant, die nur begrenzten Platz in den Geschäften zur Verfügung haben und diesen so effizient wie möglich nutzen wollen. Bei 3D-Layouts konnte gezeigt werden, dass gebogene Regale gegenüber geraden Regalen eine bis zu 121% höhere Exposition aufweisen. Weiters konnte gezeigt werden, dass eine Regalhöhe knapp unter der Augenhöhe die Exposition um bis zu 530% steigern kann, bei einer Vergrößerung der Stellfläche um 18%. Zudem konnte mittels Partikelschwarmoptimierung festgestellt werden, dass der Impulsgewinn um 70 - 233% verbessert werden kann. Diese Methode hilft die Produkte so zu platzieren, dass spontane Kaufentscheidungen gefördert werden. Durch diese Erkenntnisse ermöglicht es Einzelhändlern, Strategien zu entwickeln, um die Verkaufsflächen und Regallayouts zu optimieren, was die Kundenzufriedenheit und auch den Umsatz steigern kann. Durch die Anwendung dieser Erkenntnisse zur optimalen Platzierung von Produkten und zur Gestaltung der Verkaufsflächen, können Einzelhändler die Kundenerfahrung erheblich verbessern und gleichzeitig ihre Wertschöpfung steigern. Dies kann einen langfristigen Erfolg und Wettbewerbsvorteil sichern.The arrangement of shelves in retail stores plays an essential role in influencing the buying behavior of customers, increasing sales and impulse purchases. This paper investigates the relationship between product exposure, different layouts (2D and 3D) and shelf orientation optimization. The results show that customers' head and eye movements in particular have a significant influence on exposure. For 2D layouts, it was shown that a shelf arrangement of approximately 30° can increase exposure by up to 226%, despite a loss of display space of approximately 20 - 30%. This finding is particularly relevant for retailers who have limited in-store space and want to use it as efficiently as possible.In 3D layouts, it has been shown that curved shelves have up to 121% more exposure than straight shelves. Additionally, a shelf height just below eye level can increase exposure by up to 530% with an 18% increase in floor space. Furthermore, particle swarm optimization (PSO) has shown that the impulse gain can be improved by 70 - 233%. This method helps to place products in a way that encourages spontaneous purchasing decisions.These findings enable retailers to develop strategies to optimize sales areas and shelf layouts, which can increase customer satisfaction and sales. By applying these insights to optimize product placement and store layout, retailers can significantly improve the customer experience while increasing value. Furthermore, the implementation of strategic shelf arrangements paired with advanced optimization techniques such as PSO facilitates the creation of highly efficient and customer-friendly retail environments. This can ensure long-term success and competitive advantage.Julius Reitsamer, BScMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Change management concept for the introduction of virtual reality glasses for instruction of employees
Das Ziel der Masterarbeit ist es, die unterschiedlichen Lernanforderungen der Generationen Baby Boomer, Generation X, Generation Y und Generation Z zu analysieren. Im Zuge dessen werden zusätzlich die relevanten Schnittstellen zu den Bereichen der Lerntheorien und der virtuellen Lernwelt, in Bezug auf die Einführung von Virtual Reality-Brillen zur Unterweisung von Mitarbeiter*innen, betrachtet und verglichen. Es erfolgt, anhand des Realitäts-Virtualitäts-Kontinuums, eine technische Abgrenzung der Technologie Virtual Reality zu den Technologien Augmented Reality und Mixed Reality. Im Zuge der Überprüfung wurden zehn Fachexpertisen in qualitativen Interviews eingeholt. Das Ergebnis der Theorie ergab, dass sich die Generationen hinsichtlich der Lernarten, des Lernformates und der Rahmenbedingungen des Lernens unterscheiden. Die Potenziale der Virtual Reality-Technologie liegen dabei insbesondere in der Immersion und der Interaktivität. Des Weiteren ist eine Kombination der Lerntheorien des Konstruktivismus und des Konnektivismus in Zusam-menhang mit virtuellen Lernwelten für den Lernerfolg zu berücksichtigen. Als größte Herausforderungen werden das Interaktionsdesign und die Cyberkrankheit genannt. Die Ergebnisse der Praxis zeigten Abweichungen gegenüber den Annahmen der Theorie. Das Theorieergebnis wurde im Punkt der Lerntheorien widerlegt und mit einer Präferenz für den Konstruktivismus belegt. Ein motivierendes Lernen wird als ein, nicht ausschließlich auf die virtuelle Lernwelt, zutreffender Parameter gesehen. In der theoretischen Annahme, hinsichtlich der generationenübergreifend zu bevorzugenden Lernarten, wurden ein praktisches und spielerisches sowie multimodales Lernen bestätigt. Die Annahme, dass die älteren Generationen weniger technische Affinität besitzen und Ängste haben, währenddessen die jüngeren Generationen mit der virtuellen Lernwelt groß geworden sind, wurde ebenso bestätigt. Eine erforderliche Begleitung, für eine erfolgreiche Einführung von Virtual Reality-Brillen, geht nach der Interviewauswertung über die theoretischen Annahmen hinaus.The aim of the master's thesis is to analyze the different learning requirements of the Baby Boomer, Generation X, Generation Y and Generation Z generations. In the course of this, the relevant interfaces to the areas of learning theories and the virtual learning world for the introduction of Virtual Reality glasses for the instruction of employees are also analysed and compared. The reality-virtuality continuum is used to draw a technical distinction between virtual reality technology and augmented reality and mixed reality technologies. In the course of the review, ten expert opinions were obtained in qualitative interviews. The results of the theory revealed that the generations differ in terms of the types of learning, the learning format and the framework conditions for learning. The potential of Virtual Reality technology lies in particular in immersion and interactivity. Furthermore, a combination of the learning theories of constructivism and connectivism in connection with virtual learning environments must be taken into account for learning success. Interaction design and cyber sickness are cited as the greatest challenges. The practical results showed deviations from the theoretical assumptions. The theoretical result was refuted in terms of learning theories and a preference for constructivism was demonstrated. Motivating learning is seen as a parameter that does not apply exclusively to the virtual learning world. In the theoretical assumption regarding the types of learning to be favoured across generations, practical, playful and multimodal learning were confirmed. The assumption that the older generations have less affinity for technology and have fears, while the younger generations have grown up with the virtual learning world, was also confirmed. According to the interview analysis, a support structure is required for the successful introduction of Virtual Reality glasses goes beyond the theoretical assumptions.Benjamin Kiefer, BScMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc