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Museum communication forms of caricatures : The possibilities and challenges of caricature in museum communication based on selected caricatures by Erich Sokol
Die Karikatur gilt in der Kunstgeschichte als Randthema und scheint in der aktuellen Forschung wenig Beachtung zu finden. Die Kommunikationsformen der Karikatur und die Möglichkeiten und Herausforderungen in der Verständigung mit dem Publikum sind vor dem Hintergrund der musealen Präsentation zentrale Themen dieser Masterarbeit.Aufgrund der unterschiedlichen Sujets, der variablen technischen Ausarbeitungen sowie der nationalen und internationalen Medienpräsenz stellen die Karikaturen des österreichischen Künstlers Erich Sokol ideale Beispiele für eine detaillierte Betrachtung dar. Im Rahmen dieser Arbeit stehen einerseits der Künstler und seine variantenreichen Kunstwerke im Fokus des Interesses und andererseits wird auf die selbstständige Kommunikationsfähigkeit der Karikaturen eingegangen sowie die diversen Kommunikationsformen der Karikaturen im musealen Raum herausgearbeitet. Die Präsentation einer Geschichte innerhalb des Kunstwerkes, die Repräsentation des Werkes im musealen Raum und die Dramaturgie, welche die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung leitet, sind Elemente, die im Sinne einer gewinnbringenden Kommunikation von Interesse sind. Hierfür werden die kunstgeschichtlichen Ansätze Erwin Panofskys, Aspekte der Semiotik und Grundlagen der Erzähltheorie kombiniert und stellen ein innovatives, interdisziplinäres methodisches Herangehen dar. Darüber hinaus werden kunsthistorische, museologische und sprach- sowie literaturwissenschaftliche Überlegungen angestellt, um die narrativen Elemente der ausgewählten Karikaturen sowie deren Kommunikationsfähigkeit darzulegen und aufzuzeigen, inwiefern diese in einer musealen Ausstellung zur effektiven Vermittlung beitragen. Beispielhaft werden vier Schaffensperioden Erich Sokols ausgewählt und jeweils zwei Karikaturen daraus analysiert. Die Auswahl der Karikaturen versucht einen möglichst weiten Bogen zu spannen, so finden sich unterschiedliche Techniken in der Entstehung der Werke von 1958 bis 1999 und Motive, die umfangreiche Geschichten über Emanzipation, diverse Varianten der Diskriminierung, Klischees sowie das erotische Spannungsfeld zwischen Frau und Mann, politische Begebenheiten von innen- und außenpolitischer Bedeutung und von Persönlichkeiten im Rampenlicht erzählen.Die vielseitigen Kommunikationsformen der Karikatur können als Möglichkeiten und als Herausforderungen angesehen werden, in jedem Fall sind sie individuell und originell und ebenso sollte auch ihre Präsentation im musealen Raum erfolgen, da nicht nur mit dem Karikieren sondern auch mit der entsprechenden Positionierung der Karikaturen eine große Verantwortung einhergeht.Caricature is considered a marginal topic in art history and seems to receive little attention in current research. The forms of communication of caricature and the possibilities and challenges in communicating with the public are central themes of this master's thesis against the background of museum presentation.The caricatures of the Austrian artist Erich Sokol are ideal examples for a detailed examination due to the different subjects, the variable technical elaborations and the national and international media presence. On the one hand, this work focusses on the artist and his varied works of art and, on the other hand, examines the independent communicative ability of the caricatures and the various forms of communication of the caricatures in the museum space. The presentation of a story within the artwork, the representation of the work in the museum space and the dramaturgy that guides visitors through the exhibition are elements that are of interest in terms of profitable communication. To this end, Erwin Panofsky's art-historical approaches, aspects of semiotics and the fundamentals of narrative theory are combined and represent an innovative, interdisciplinary methodological approach. In addition, art-historical, museological, linguistic and literary considerations are made in order to illustrate the narrative elements of the selected caricatures and their communicative ability and to show the extent to which these contribute to effective communication in a museum exhibition. Four of Erich Sokol's creative periods are selected as examples and two caricatures from each are analysed. The selection of caricatures attempts to cover as wide an arc as possible, with different techniques used in the creation of the works from 1958 to 1999 and motifs that tell extensive stories about emancipation, various forms of discrimination, clichés and the erotic tension between women and men, political events of domestic and foreign policy significance and personalities in the limelight.The many different forms of communication offered by caricature can be seen as both opportunities and challenges; in any case, they are individual and original and should also be presented in the museum space, as a great responsibility is associated not only with caricaturing but also with the appropriate positioning of the caricatures.vorgelegt von Veronika Kahraman, BA BAMasterarbeit Universität Graz 202
How can something new occur? Concepts of the technological singularity put to the test
Wie in der Vergangenheit vollkommen Neues entstehen konnte (etwa das Universum oder das Leben), ist eine Frage, die seit Längerem großes Interesse weckt. Nach der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) kam in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts darüber hinaus die Vermutung auf, dass KI den Menschen übertreffen werde und damit abermals etwas Neues entstehen könnte, das mit nichts Vorherigem vergleichbar ist. Dieser Punkt wurde als Technologische Singularität (TS) bezeichnet. Über deren konkrete Gestalt werden bis heute rege Vermutungen angestellt. Die Theorien darüber, wie man sich eine TS vorstellen kann, differieren stark voneinander. Zudem fällt auf, dass sie die grundsätzliche Frage, wie etwas Neues überhaupt entstehen kann, meist nicht beantworten. In dieser Arbeit wird deshalb an Hand von fünf TS-Theorien zunächst herausgearbeitet und veranschaulicht, was TS charakterisiert. Anschließend werden vier Modelle vorgestellt, die behandeln, wie Neues entstehen kann. Schließlich gilt es, die behandelten Theorien über TS mit den Modellen über die Entstehung von Neuem zu konfrontieren und zu untersuchen, inwieweit sie miteinander kompatibel sind. Mit der Hilfe einer Matrix der Übereinstimmungen und Differenzen ist es schließlich möglich, Vorschläge darüber auszuarbeiten, wie die referierten Theorien über TS bzw. die Modelle über die Entstehung von Neuem modifiziert werden könnten, um die Vereinbarkeit zwischen ihnen zu verbessern.How something completely new could emerge in the past (such as the universe or life) is a question that has long aroused great interest. After the development of artificial intelligence (AI), in the 1960s the assumption arose that AI would surpass humans and that something new could emerge again that could not be compared with anything that had gone before. This point was referred to as the Technological Singularity (TS). There is still a lot of speculation about its specific form today. Theories on how to imagine a TS differ greatly. It is also noticeable that they do not usually answer the fundamental question of how something new can come into being in the first place. In this paper, therefore, five TS theories are first used to work out and illustrate what characterizes TS. Four models are then presented that deal with how something new can emerge. Finally, the theories about TS are confronted with the models about the emergence of novelty and the extent to which they are compatible with each other is examined. With the help of a matrix of similarities and differences, it is finally possible to work out suggestions as to how the theories on TS and the models on the emergence of novelty could be modified in order to improve the compatibility between them.Christoph GroßschädlMasterarbeit Universität Graz 202
The acceptance of invalid testamentary dispositions in probate proceedings
Wenn der Verstorbene seinen Willen nicht ordnungsgemäß niedergelegt hat, führt dies in den meisten Fällen zur Ungültigkeit der letztwilligen Verfügung und zur Anwendung der gesetzlichen Erbfolge. Trotzdem stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten den Erben zur Verfügung stehen, um sicherzustellen, dass eine ungültige letztwillige Verfügung dennoch als Grundlage für das Verlassenschaftsverfahren dienen kann, da sie dem tatsächlichen Willen des Verstorbenen entspricht. Diese Arbeit beabsichtigt, nach einer einführenden Darstellung des Erbrechts, speziell auf Formmängel von letztwilligen Verfügungen und deren Anerkennung im Erbrecht einzugehen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Untersuchung der Anerkennung ungültiger letztwilliger V erfügungen im V erlassenschaftsverfahren. Ziel ist es, die unterschiedlichen Arten und rechtlichen Auswirkungen einer solchen Anerkennung zu erläutern. Die Ansichten in der Rechtsprechung und in der rechtswissenschaftlichen Literatur zur Anerkennung ungültiger letztwilliger Verfügungen im Verlassenschaftsverfahren weisen erhebliche Unterschiede auf und die genaue rechtliche Natur ist ebenso ungelöst. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass nicht nur eine Partei nachgibt, sondern dass die Parteien sich darauf einigen, das Erbrecht gemäß einer vorherigen Vereinbarung aufzuteilen, sei es in Form eines Vergleichs oder einer Erbschaftsschenkung. Um einen umfassenden Überblick zu bieten, werden die relevanten Rechtsprechungsfälle sowie verschiedene Lehrmeinungen einbezogen. Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, dieses komplexe Thema möglichst prägnant und verständlich für die Leserschaft aufzubereiten.In cases where the deceased has not adequately documented their will, the testamentary disposition is often considered invalid, prompting the application of intestate succession. This raises the crucial question as to what options are available to the heirs to ensure that an invalid testamentary disposition can still serve as the basis for the probate procedure, as it reflects the actual intentions of the deceased. This thesis provides an introductory overview of inheritance law before delving into formal defects of testamentary dispositions and their recognition in inheritance law. Special emphasis is placed on the examination of the recognition of invalid testamentary dispositions in probate proceedings, elucidating the different types and legal consequences of such recognition. Significant disparities exist in case law and legal literature regarding the recognition of invalid testamentary dispositions in probate proceedings, and the precise legal nature remains unresolved. Another possibility to one party conceding is that all parties agree to divide the inheritance according to a prior arrangement, be it in the form of a settlement or an inheritance donation. To provide a comprehensive overview, relevant case law as well as various scholarly opinions are considered. The main objective of this thesis is to present this complex subject as succinctly and comprehensibly as possible for the readership.vorgelegt von Sebastian CzimegDiplomarbeit Universität Graz 202
Self-harm as a cry for help from the soul : logotherapy by Viktor Frankl as a help for building resilience in adolescents in vocational schools
Stille und Zurückgezogenheit wird vor allem bei jungen Menschen oft als altersbedingte Schüchternheit fehlinterpretiert. Doch es kann auch eine eigene Form der Sprache sein, mit der diese Heranwachsenden sagen wollen:„Hört, was ich euch nicht sage!“Ein Resultat dieser Selbstisolation kann selbstverletzendes Verhalten (SVV) sein und stellt eine oftmals leidvolle und missverstandene Art der emotionalen Entladung dar. Die Darstellung des inneren Schmerzes durch die außen sichtbare Selbstverletzung kann als ein Hilfeschrei der Seele verstanden werden. Es ist ein Bitten ohne Worte um Hilfe und Unterstützung. Der Wiener Psychologe und Begründer der Logotherapie, Viktor Frankl, hat sich aufgrund seines von Schicksalsschlägen geprägten Daseins die Frage nach dem Sinn im Leben gestellt und die Antwort in seinen zahlreichen Büchern und Werken gegeben. Seine Logotherapie erweist sich in diesem Kontext als eine vielversprechende Möglichkeit, die Betroffenen bei ihrer Konfliktbewältigung zu unterstützen, ihre Resilienz aufzubauen und ihre seelische Gesundheit zu stärken, um so den Anforderungen des jungen Lebens besser gewachsen zu sein. Die Herausforderungen des privaten, beruflichen und schulischen Alltags sind für die heutigen Jugendlichen trotz moderner Technik und einem Überangebot sozialer Medien nicht einfacher geworden. Im Gegenteil: der hohe Leistungsdruck, die soziale Unsicherheiten und die immer stärker spürbare Annäherung an den Begriff Perfektion in allen Bereichen, bringt für sie psychische Belastungen in großem Ausmaß mit sich. Dies kann zu selbstverletzendem Verhalten führen, um diese emotionalen Turbulenzen, für die es keine angemessenen Worte zu geben scheint, zu verarbeiten. Natürlich sind ebenso private und persönliche Ereignisse, wie Trauer durch die schwere Erkrankung oder den Verlust eines geliebten Menschen, die Beschäftigung mit dem Tabuthema Tod an sich, Mobbing, oder ebenfalls ungewollte und aufgezwungene sexuelle einmalige oder eventuell sogar wiederkehrende Erfahrungen Gründe für Selbstverletzendes Verhalten.Silence and seclusion are often misinterpreted as age-related shyness, especially in young people. But it can also be their own form of language with which these adolescents want to say:"Listen to what I'm not telling you!"One result of this self-isolation can be self-harming behavior (SVV), which is often a painful and misunderstood form of emotional release. The representation of inner pain through externally visible self-harm can be understood as a cry for help from the soul. It is a plea without words for help and support. The Viennese psychologist and founder of logotherapy, Viktor Frankl, asked himself the question of the meaning of life as a result of his existence, which was marked by strokes of fate, and gave the answer in his numerous books and works. In this context, his logotherapy proves to be a promising way of supporting those affected in their conflict management, building up their resilience and strengthening their mental health in order to better cope with the challenges of young life. The challenges of everyday life at home, at work and at school have not become any easier for today's young people, despite modern technology and a multitude of social media. On the contrary: the high pressure to perform, social insecurities and the increasingly noticeable approach to the concept of perfection in all areas are causing them a great deal of psychological stress. This can lead to self-harming behavior in order to deal with this emotional turmoil, for which there seem to be no appropriate words. Of course, private and personal events, such as grief due to a serious illness or the loss of a loved one, dealing with the taboo subject of death itself, or unwanted and forced sexual experiences are also a reason for self-harming behavior.Elisabeth Dietrich, Stefan WagnerMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
Semantics of Indefinites. Comparison and Extension of Existing Theories
Indefinita und insbesondere indefinite Nominalphrasen weisen eine Reihe von interessanten Eigenschaften auf: Sie können etwa verglichen mit Quantoren ungewöhnlich hohe Skopuspositionen einnehmen oder in Donkey-Sätzen Pronomen binden, zu denen sie auf den ersten Blick keinen Zugang haben sollten. Deswegen waren Indefinita in den letzten Jahrzehnten Gegenstand einer umfangreichen Menge an Forschungsliteratur; die Einschränkung auf Indefinita im Deutschen limitiert also den Rahmen der vorliegenden Arbeit auf ein gut erforschtes und eingeschränktes Forschungsgebiet. Ausgehend von einer Präsentation von empirischen Beobachtungen werden Vorhersagen verschiedener Frameworks hinsichtlich dieser Beispiele diskutiert und verglichen. Anschließend wird eine Erweiterung der dynamischen Theorie von Onea (2021) skizziert.Die Analyse empirischer Beispiele zeigt, dass alle Theorien jeweils eingeschränkte Bereiche der Daten gut erklären können; zudem stellt sich heraus, dass einzelne Frameworks besonders gut in der Lage sind, spezifische Phänomene zu erklären. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob einzelne Komponenten verschiedener Theorien kombiniert werden können, um eine neue Theorie zu erhalten, die eine umfassendere Beschreibung der Daten liefert. Der in dieser Arbeit vorgeschlagene eigene Theorieansatz greift Ideen aus der Situationssemantik sowie aus älteren dynamischen Theorien auf und adaptiert und erweitert damit die Theorie von Onea (2021). Bei Onea führen referierende Ausdrücke und Indefinita Einschränkungen ein (sogenannte referential constraints), welche Variablenzuweisungen durch das Assignment limitieren. Die vorgeschlagene Extension der Theorie ermöglicht neben der Modellierung dynamischer Einschränkungen für Individuenvariablen auch Einschränkungen für Variablen beliebiger weiterer semantischer Typen.Indefinites, and in particular indefinite NPs, exhibit a range of interesting behaviours: they can, for example - unlike quantifiers - generally occupy wide scope, and they allow for unexpected anaphorical binding relations in donkey sentences. These (and more) phenomena have been subject of much discussion in the literature of the last decades. Limiting our attention to German indefinites thus provides a limited and well-researched environment for this study. After introducing some empirical observations, predictions of different frameworks are discussed and compared. Finally, I present a sketch of a new theory, extending the dynamic framework of Onea (2021).Going over the data, one can observe that all theories are generally able to explain at least some subset of available examples reasonably well. In addition, it turns out that some frameworks seem especially suited to analyze certain specific phenomena. Thus, one obvious idea is to combine aspects of different theories into a new theory that is able to provide a more thorough analysis of indefinites in general. The new theory that is presented towards the end of this work extends the framework of Onea (2021) by incorporating ideas from other theories based on situation semantics and dynamical semantics. Onea models so-called referential constraints, which are introduced by referring expressions and indefinite phrases, as constraints on a variable assignment. The proposed extension of the theory aims to account for restrictions on variables of arbitrary semantic types in a similar way as the original theory by Onea does for restrictions on individual variables.vorgelegt von Simon DampfhoferMasterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen in Deutsch und Englisc
The criminological discourse of the lay jurisdiction between 1880 and 1920
Die vorliegende Diplomarbeit setzt sich näher mit dem Thema der Laiengerichtsbarkeit im kriminalwissenschaftlichen Diskurs um 1900 auseinander. Dabei soll die Thematik der Laienbeteiligung im Strafprozess anhand wissenschaftshistorischer Recherchen - schwerpunktmäßig in der Zeit zwischen 1880 und 1920 - aus einer kriminologischen Perspektive erörtert werden. Die sich aus den Untersuchungen erschließenden Ergebnisse lassen sich unter anderem aus den verschiedenen Bänden der von Hans Gross herausgebrachten Zeitschrift "Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik" herleiten. Zuerst soll diese Arbeit einen Überblick über die Anfänge der Laiengerichtsbarkeit, mit besonderem Augenmerk auf die Entstehung und Entwicklung in Österreich geben. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen dann primär Themen wie das Aufkommen von Frauen in der Laiengerichtsbarkeit, sowie die Beleuchtung der einzelnen Deliktsarten, die in der oben genannten Zeitspanne der sachlichen Zuständigkeit der Laiengerichte unterstellt waren. Insbesondere werden jedoch auch Herausforderungen aufgezeigt, die Schöffen und Geschworene im Zuge ihrer Tätigkeit als Laienrichter zu bewältigen hatten. Um den aktuellen strafprozessualen Aspekt der Laiengerichtsbarkeit nicht außer Acht zu lassen, wird das letzte Kapitel abschließend die relevantesten Normen der Geschworenen- und Schöffengerichtsbarkeit in Bezug auf die geltende Rechtslage behandeln.The present thesis adresses the criminological discourse on the topic of lay jurisdiction around 1900. The discussion on the subject matter of lay judges – especially between 1880 and 1920 – is based on a scientific-historical investigation. The resulting findings are mainly derived from the journal „Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik“ (Archive for Criminal Anthropology and Criminology), published by Hans Gross. First of all, the thesis presents an overview of the emergence of the lay jurisdiction, with particular attention to the development in Austria. Furthermore, this thesis focuses mainly on highlighting the first appearance of women participating as lay judges, as well as taking a closer look at the different types of crime that were judged by a jury at the end of the 19th and the beginning of the 20th century. In particular, different challenges that lay judges had to cope with will be outlined. Nevertheless, the current criminal procedural aspect of the lay jurisdiction should not be neglected, which is why the last chapter deals with some of the most relevant legal norms in relation to this topic based on the current legal situation.vorgelegt von Viktoria DiebaldDiplomarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassung auf Deutsc
Shifting temporal perspectives in eco-linguistics : a comparative study of future representations in climate change discourse at the United Nations Climate Change Conference
Der Klimawandel ist eine der schlimmsten Herausforderungen unserer Zeit, weshalb die Kommunikation über den Klimawandel in den letzten Jahrzehnten zu einer „boomenden Branche“ geworden ist (Nerlich et al. 2010). Generell kann die Rolle der Sprache einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie Menschen über Umweltfragen denken und darauf reagieren. Insbesondere sprachliche Konstruktionen wie Temporalitäten können eine wichtige Rolle dabei spielen, wie bestimmte Themen wahrgenommen werden, da zeitliche Dimensionen mit ökologischen Fragen verbunden sein können (Weinrich 2001). Diese Arbeit erforscht die komplexe Beziehung zwischen der Kommunikation über den Klimawandel, Sprache und Zeit. Dabei liegt der Fokus auf verschiedenen Perspektiven und Darstellungen der Zukunft im Kontext der Klimakonferenzen der Vereinten Nationen im Jahr 2022 (COP27) und 2023 (COP28). Durch die Analyse von Medienberichten in englischsprachigen Ländern versucht diese Studie, Muster in der Sprache zu erkennen, die die Wahrnehmung der laufenden Klimakrise beeinflussen könnten. Laut Penz und Fill (2022) wurden Themen wie der Klimawandel bis vor kurzem weitgehend „von der ökolinguistischen Forschung ausgeschlossen.“ Angesichts der überraschend begrenzten Erforschung der Klimakrise in diesem Bereich versucht diese Arbeit auf breiterer Ebene, diese Lücke durch eine umfassende Untersuchung des Themas zu schließen. Obwohl die Herausforderung des ökologischen Verfalls im Bereich der Ökolinguistik anerkannt wurde und ökologische Perspektiven in der Sprachforschung zunehmend präsent sind, ist eine eingehendere Untersuchung zukunftsgerichteter Ansätze im Diskurs über den Klimawandel notwendig. Daher ist diese Analyse nicht nur entscheidend, um Veränderungen im Bereich der Linguistik anzustoßen, sondern auch, um das globale Bewusstsein durch einen interdisziplinären Ansatz zu fördern.Climate change is one of the most pressing issues of our time, which is why climate change communication has grown to become a “booming industry” (Nerlich et al. 2010) over the last few decades. Generally, the role of language can have a major influence on how individuals think about and react to environmental issues. Especially linguistic constructions, for example temporalities, can play an important role in how certain issues are perceived since temporal dimensions can be connected to ecological issues (Weinrich 2001). This thesis explores the intricate relationship between climate change communication, language, and time, focusing on different perspectives and representations of the future in contexts surrounding the United Nations Climate Change Conferences in 2022 (COP27) and 2023 (COP28). By analyzing media outlets in English-speaking nations, this study seeks to discern patterns in how language, particularly in connection to futurity, might influence perceptions of the ongoing climate crisis. According to Penz and Fill (2022), topics such as climate change have largely been “excluded from ecolinguistic research until recently.” Given the surprisingly limited exploration of the climate crisis within the field, this thesis, on a broader level, seeks to address this gap by investigating the critical subject matter. While the challenge of environmental decline has been recognized within the discipline of ecolinguistics, and ecological perspectives in the study of language are increasingly prevalent, a more detailed examination of future oriented approaches in climate change discourse is necessary. Thus, this analysis is crucial not only for instigating change within the field of linguistics but also for fostering global awareness through an interdisciplinary approach.vorgelegt von Eva Katharina Bauer, BALiteraturverzeichnis: Blätter 78-98Masterarbeit Universität Graz 202
The (trans-)national access to Electronic Data in criminal proceedings
Die stetige informations- und kommunikationstechnische Weiterentwicklung der Computertechnologie stellt nicht nur den Gesetzgeber, sondern auch die Ermittlungsbehörde immer wieder vor neue Herausforderungen. Vor allem die Sicherstellung und die Beschlagnahme von elektronischen Daten bzw der Zugriff darauf rücken immer weiter in den Fokus der Ermittlungsbehörden. Dies insbesondere deshalb, da die einzelnen Bestimmungen der strafprozessualen Sicherstellung in einer Zeit in Kraft getreten sind, in der es Datenträger und Speichermedien noch gar nicht gab. Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich der nationalen und grenzüberschreitenden Sicherstellung und Beschlagnahme von elektronischen Daten und möchte aufzeigen, mit welchen rechtlichen Herausforderungen und Schwierigkeiten die Ermittlungsbehörden dabei konfrontiert werden. Darüber hinaus sollen die einschlägigen Bestimmungen der Cybercrime-Convention (CCC) sowie die E-Evidence-VO aufgearbeitet werden. Am Beginn der Arbeit findet eine Auseinandersetzung mit der Unterscheidung zwischen körperlichen und unkörperlichen Sachen statt, um im Anschluss zu erörtern, ob und wie Daten sichergestellt und beschlagnahmt werden können. Im Hauptteil der Arbeit werden die rechtlichen Voraussetzungen für die Sicherstellung und die Beschlagnahme erläutert. Zudem wird der transnationale Zugriff auf Computerdaten, die sich auf einem Server in einem EU-Staat oder Drittstaat befinden, näher ausgeführt. Abschließend sollen noch der Inhalt und das Ziel der E-Evidence-VO thematisiert werden, die den Datenaustausch zwischen den EU-Mitgliedstaaten ermöglichen sollen.The continuous technological progress of computer technology does not only present the legislator with a challenge, but also the investigating authorities. In particular, the seizure and confiscation of electronic data or the access to them is moving to the focus of the investigating authorities. This is particularly the case because the various provisions on seizure and confiscation in criminal proceedings were enacted at a time when data carriers and storage media did not even exist. This diploma thesis deals with the national and the transnational seizure and confiscation of electronic data and would like to exemplify, which legal challenges and difficulties the investigating authorities are confronted with. Furthermore, the relevant clauses of the Cybercrime-Convention (CCC) and the E-Evidence-Regulation will be discussed. At the beginning of the thesis there will be an examination of the differentiation between corporeal and incorporeal objects in order to discuss whether and how data can be seized and confiscated. The main part of the thesis explains the legal requirements for seizure and confiscation. In addition, the transnational access to computer data, which is located on a server in an EU-Member-State or in a third country will be explained. Finally, the content and the aim of the E-Evidence-Regulation, which is intended to enable the exchange data between the EU-Member-States will be discussed.vorgelgt von Mirna GayedDiplomarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Ad Senatus Consultum Velleianum - understanding of gender and discrimination
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Senatus Consultum Velleianum, einem römischen Senatsbeschluss aus der Mitte des ersten Jahrhunderts n. Chr., welcher ein umfassendes Fraueninterzessionsverbot normierte. In diesem Zusammenhang wird sowohl die gesellschaftspolitische als auch die rechtliche Position der Frau, im Hinblick auf das antike Geschlechterverständnis und die dem altrömischen Rechtssystem zu Grunde liegenden kulturellen Prinzipien, aufgezeigt. Neben einer allgemeinen Untersuchung des Anwendungs- und Wirkungsbereichs des Senatsbeschlusses, bildet das Kernstück der Arbeit die Auseinandersetzung mit dem Normzweck des Gesetzes. In diesem Sinne wird die kritische Frage aufgegriffen, ob dessen Bestimmungen als eine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts zu qualifizieren sind, welche die Freiheiten der Frau in ihrem Handlungsspielraum ungerechtfertigt einschränken. Ferner wird die Abschaffung des geschlechterspezifischen Interzessionsverbots im österreichischen Rechtsraum durch § 1349 ABGB unter Bedachtnahme der Entwicklung einer gesetzlichen Geschlechtergerechtigkeit näher behandelt. Gleichermaßen werden die heute geltenden rechtlichen Normen des Interzedentenschutzes erläutert, welcher auf der Judikatur zur Sittenwidrigkeit von Angehörigenbürgschaften, anknüpfend an § 879 ABGB, und den Sondervorschriften der §§ 25a ff KSchG fußt.The following thesis deals with the Senatus Consultum Velleianum, a Roman senate resolution from the middle of the first century AD, which standardized a comprehensive intercession ban for women. In this context, both the socio-political and legal position of women are shown with regard to the ancient understanding of gender and the cultural principles underlying the ancient Roman legal system. In addition to a general examination of the scope of the Senate resolution, the core of the thesis is the examination of the normative purpose of the law. In this sense, the critical question is addressed as to whether its provisions can be qualified as discrimination against the female sex, which unjustifiably restricts women's freedoms in their scope of action. Furthermore, the abolition of the gender-specific ban on intercession in the Austrian legal area through § 1349 ABGB is discussed in more detail, taking into account the development of legal gender equality. Also the current legal norms of intercessor protection are explained, which are based on the case law on the immorality of guarantees for relatives, based on § 879 ABGB and the special provisions of § 25a ff KSchG.vorgelegt von Sandra FischbacherDiplomarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Pharmaceutical aspects of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome
Die Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue Syndrom (ME/CFS) ist eine Multisystemerkrankung, welche in jedem Alter auftreten kann. Betroffene erleiden unterschiedlichste Symptome in vielen Bereichen des Körpers, zu welchen unter anderem eine dauerhafte Erschöpfung, Schmerzzustände und kognitive Einschränkungen zählen. Das Kardinalsymptom der Krankheit stellt die Post-Exertionale Malaise dar, wodurch sowohl körperliche als auch geistige Betätigungen für die Patient:innen zu starken Belastungen werden können. Weltweit sind in etwa 0,3-0,9 % der Bevölkerung von ME/CFS betroffen, wobei eine hohe Dunkelziffer aufgrund falscher oder fehlender Diagnosen vermutet wird.Die Pathophysiologie von ME/CFS ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Hypothesen zum Urpsrung der Krankheit, wobei ein Auftreten von ME/CFS in Folge einer viralen oder bakteriellen Infektion als sehr wahrscheinlich angesehen wird. Eine Dysfunktion der Mitochondrien, Funktions-störungen von Immunzellen, ein verändertes Zytokin-Profil, oxidativer und nitrosaktiver Stress sowie eine veränderte Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse stellen einige der vermuteten pathophysiologischen Grundlagen von ME/CFS dar.Basierend auf der Vielzahl von Symptomen wurden Arzneistoffe aus unter-schiedlichsten Arzneistoffgruppen zur medikamentösen Therapie von ME/CFS erforscht. Zum jetzigen Zeitpunkt existiert in Europa jedoch kein speziell für ME/CFS zugelassener Arzneistoff. Neben Arzneistoffen, die das Immunsystem beeinflussen, werden vor allem Analgetika, antivirale Arzneistoffe, Psychopharmaka und vereinzelt Antisympathotonika sowie Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) is a multisystem disorder that can occur at any age. Affected individuals experience a variety of symptoms affecting many areas of the body, including persistent fatigue, pain, and cognitive impairments. The hallmark symptom of the disease is post-exertional malaise, which can make both physical and mental activities extremely challenging for patients. Worldwide, approximately 0.3-0.9% of the population is affected by ME/CFS, with a high number of cases likely going undiagnosed or misdiagnosed.The pathophysiology of ME/CFS remains incompletely understood. There are various hypotheses regarding the origin of the disease, with the occurrence of ME/CFS following a viral or bacterial infection considered highly likely. Dysfunction of mitochondria, immune cell dysregulation, altered cytokine profiles, oxidative and nitrosative stress, as well as altered function of the hypothalamic-pituitary-adrenal axis are some of the suspected pathophysiological bases of ME/CFS.Due to the multitude of symptoms, drugs from various pharmacological classes have been investigated for the pharmacological treatment of ME/CFS. However, as of now, there is no drug specifically approved for ME/CFS in Europe. In addition to drugs that affect the immune system, analgesics, antiviral agents, psychotropic drugs, and occasionally antisympathomimetics and dietary supplements are used.vorgelegt von Laura Herbst BSc.Masterarbeit Universität Graz 2024Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc