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A future for me but not for thee - Exclusionary versus Inclusionary Visions of the 21st Century Between 1900 and 1930
Ein zentrales Anliegen in der Untersuchung von Zukunftsvorstellungen besteht darin, die historischen und kulturellen Einflüsse zu verstehen, die unsere Visionen des Zukünftigen prägen. Die Masterarbeit argumentiert, dass die vielfältigen Zukunftsvorhersagen zwischen 1900 und 1930 prävalente Vorurteile, Grundannahmen und Selbstverständlichkeiten ihrer Zeit in sich aufnahmen und reflektierten. Daraus resultierten Zukunftsentwürfe, die rückblickend in mancher Hinsicht gewagt und vorausschauend erscheinen, in anderen jedoch kurzsichtig und reaktionär wirken – insbesondere im Hinblick auf moralische Fragen wie Rassen- und Geschlechtergleichheit.Diese observierte Disproportionalität der Voraussagen wird anhand eines breiten Spektrums literarischer, akademischer und bildlicher Quellen aus englisch- und deutschsprachigen Kontexten untersucht. Im Zentrum der Betrachtungen steht dabei, wie die thematischen Schwerpunkte und Auslassungen dieser Zukunftsentwürfe sowohl Ausdruck als auch Produkt der zeitgenössischen Zukunftsdiskurse waren. Die Arbeit analysiert, wie weit verbreitete Doxa (allgemein anerkannte und geteilte Überzeugungen), Vorurteile sowie die soziohistorische Standortgebundenheit der diskursiven Akteure die Konstruktion solcher Prognosen beeinflussten. Sie zeigt, dass diese Faktoren häufig die Vorstellung spektakulärer technologischer Errungenschaften und Luxuswelten begünstigten, gleichzeitig jedoch regelmäßig versäumten, Aspekte wie soziale, ethnische und geschlechtliche Inklusion im gleichen Maße zu berücksichtigen, wie es für andere Bereiche der prognostizierten Zukünfte geschah.Im Einklang mit dem diskurshistorischen Ansatz (DHA) der Quellenanalyse gliedert sich die Arbeit in zwei Hauptteile. Teil I charakterisiert den ‚hegemonialen Zukunftsdiskurs‘ und identifiziert wiederkehrende diskursive Tendenzen, die diese Zukunftsvorstellungen des frühen 20. Jahrhunderts prägten – etwa technokratische und sozialdarwinistische Denkformen. Teil II beleuchtet dagegen periphere Stimmen innerhalb dieses Diskurses, deren visionäre Entwürfe – insbesondere in Bezug auf Rassen- und Geschlechterinklusion – in starkem Kontrast zu den dominanten Positionen stehen.Letztendlich vertritt die Studie die These, dass dominante Realitätswahrnehmungen der Moderne den Horizont des Vorstellbaren begrenzten und eine Form ‚diskursiver Kolonisierung‘ auf die Zukunftsvorstellung projizierten. Durch die Entmystifizierung und Dekonstruktion historischer Zukunftsdiskurse wird die konstruierte Natur aller Zukunftsentwürfe offengelegt und ein Beitrag zu einer kritischeren und inklusiveren Auseinandersetzung mit heutigen Zukunftsdiskursen geleistet.A central concern in the study of future imaginations is understanding the historical and cultural forces that shape our visions of what is to come. This thesis argues that the diverse array of future predictions between 1900 and 1930 both incorporated and reflected the era’s underlying biases and assumptions, resulting in visions that were, in some respects, bold and forward-thinking, yet myopic and reactionary in others, particularly regarding matters of social and moral progress such as racial and gender equality.The paper examines this observed disproportionality by analyzing a broad spectrum of literary, academic, and pictorial sources from Anglophone and Germanophone contexts, exploring how the thematic emphases and omissions within their visions were a function of and influence on the contemporary future discourse at large. It explores how prevalent doxa (largely accepted and shared beliefs), prejudices, and the sociohistorical ‘boundedness’ of the discursive agents influenced the construction of these forecasts, demonstrating that those factors frequently facilitated the construction of futures that included spectacular technological marvels and luxuries but habitually failed to account for aspects like class, race and gender inclusivity commensurate with the level of futuristic advancement envisioned in other domains. In accordance with its Discourse Historical Approach (DHA) to source analysis, the paper adopts a bifurcated structure. Part I characterizes the ‘hegemonic future discourse’ and identifies recurring discursive tendencies that shaped these early 20th-century imaginings, formations such as technocracy and social Darwinism. Part II then highlights peripheral voices within the future discourse whose racially or gender-inclusive visions stand in stark contrast to the aforementioned sources. Ultimately, the thesis posits that dominant epistemes in the era of modernity limited the scope of envisioned possibilities, imposing a form of ‘discursive colonization’ onto the future imaginary. By ‘demystifying’ and deconstructing these historical future discourses, the study underscores the constructed nature of all future imaginings and offers relevant insights for a more critical and inclusive approach to contemporary future thinking.vorgelegt von David Michael LautnerMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Englisc
Recommendations for long-term staff retention in the Austrian tax consulting and auditing industry from an employee perspective
Diese Masterarbeit untersucht Personalbindung und Arbeitgeberattraktivität in der österreichischen Wirtschaftstreuhänder:innen-Branche und leitet praxisorientierte Maßnahmen zur Verbesserung ab. Die Branche steht vor großen Herausforderungen: einem veralteten Image bei jungen Generationen, einem wachsenden Fachkräftemangel aufgrund demografischer Entwicklungen sowie einem tiefgreifenden Wertewandel in der Arbeitswelt, verstärkt durch die COVID-19-Pandemie. Zu Beginn wurde eine detaillierte Analyse des österreichischen Arbeitsmarkts durchgeführt. Prognosen zeigen, dass die angespannte Lage auch künftig anhält – externe Einflüsse verschärfen zusätzlich die internen Herausforderungen. Aufbauend auf theoretischen Grundlagen wurde die Arbeitgeberattraktivität im Rahmen des Employer Brandings diskutiert. Die hohe Fluktuation wurde als zentrales Problem identifiziert, insbesondere im Hinblick auf betriebliche Effizienz und wirtschaftliche Stabilität. Im Fokus standen zudem verschiedene Dimensionen der Personalbindung sowie Strategien zur langfristigen Bindung von Mitarbeitenden. Im empirischen Teil erfolgte eine qualitative Inhaltsanalyse auf Basis von Expert:inneninterviews, um die praktische Relevanz und Umsetzbarkeit der theoretisch entwickelten Maßnahmen zu bewerten. Befragt wurden zwei Gruppen mit jeweils zehn Personen: ehemalige Mitarbeitende, die die Branche verlassen haben, und aktuell Beschäftigte. Aus den Ergebnissen wurden vier konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet: 1. Die Einführung eines strukturierten Onboarding-Programms zur Unterstützung neuer Mitarbeitender, 2. Die Implementierung kontinuierlicher Personalentwicklungsmaßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterentwicklung, 3. Die Etablierung eines fairen und leistungsgerechten Vergütungssystems und 4. Die Sicherstellung der Glaubwürdigkeit und Authentizität von Imagekampagnen durch eine realitätsnahe Kommunikation in Online-Medien.This master’s thesis analyses staff retention and employer attractiveness in the Austrian public accounting sector, aiming to derive practical and effective measures for improvement. The industry is currently confronted with several pressing challenges: an outdated and unattractive image, especially among younger generations; an increasing shortage of skilled professionals due to demographic change; and a noticeable shift in values regarding work, which has been further intensified by the COVID-19 pandemic. To better understand these dynamics, the thesis begins with an in-depth analysis of the Austrian labour market. Forecasts clearly indicate that the tight situation will persist, with external factors continuing to amplify existing internal issues within the industry. Building on theoretical foundations, the concept of employer attractiveness is explored through the lens of employer branding. Staff turnover is examined as a critical challenge, particularly in relation to its effects on operational performance and long-term economic sustainability. Several key aspects of staff retention are discussed, alongside strategic approaches to fostering long-term commitment among employees. In the empirical section, a qualitative content analysis was conducted based on expert interviews to evaluate the practical relevance of the identified strategies. Two groups were interviewed: one made up of ten former employees who had left the industry, and another consisting of ten current employees. From the insights gathered, four actionable recommendations were developed: 1. the implementation of structured onboarding processes, 2. continuous staff development opportunities, 3. fair and performance-based remuneration systems, and 4. authentic, credible employer branding through transparent and realistic communication in online media.Maria-Katherina Alexe, BScMasterarbeit Universität Graz 202
Artificial intelligence in human resource management : a multiple stakeholder perspective
Künstliche Intelligenz (KI) bietet hohes Potential für das Personalmanagement (HRM), wie Zeit- und Kostenersparnisse, jedoch begegnen Organisationen bei deren Adoption häufig mehreren Barrieren. Algorithmische Intransparenz oder Bedenken hinsichtlich des Risikos algorithmischer Diskriminierung können die Akzeptanz der HRM-Interessengruppen von KI beeinträchtigen, die wiederum entscheidend dafür ist, ob und wie sie diese Technologie anwenden. Somit ist die Akzeptanz von KI entscheidend für dessen Adoption. Technologieakzeptanz bietet eine vielversprechende theoretische Linse, um die Akzeptanz von KI zu untersuchen. Jedoch sind etablierte theoretischen Modelle zu Erklärung der Akzeptanz auf domänenunabhängige, konventionelle (deterministische) Informationssysteme ausgerichtet, wodurch diese aufgrund der besonderen Fähigkeiten der KI wie dessen selbständigen Lernfähigkeit und den spezifischen HRM-Anforderungen wie Fairness oder soziale Interaktionen nur bedingt übertragbar sind. Um jedoch, dass volle Potenzial der KI für HRM ausschöpfen zu können, müssen die zugrunde liegenden Mechanismen der KI-Akzeptanz und damit der Einführung von KI im HRM verstanden werden. Deshalb untersucht diese These Faktoren, die die Akzeptanz von KI in HRM beeinflussen. Konkret wurden im spezifischen Kontext von KI in HRM, die vier Kernkomponenten der Technologieakzeptanz – Barrieren, Einflussfaktoren, tatsächlicher Einsatz und Überzeugungen – mithilfe einer Interviewstudie, einem Experiment, einer vignettenbasierten Erhebungsmethode in Kombination mit einem experimentellen Design, einer systematischen Literaturanalyse und Fokusgruppenworkshops untersucht. Basierend auf den Forschungsergebnissen präsentiert diese These ein Rahmenwerk, welches Faktoren, die die Akzeptanz von KI im HRM beeinflussen, beinhaltet. Das Rahmenwerk hilft das Handlungsverhalten, wenn KI im HRM eingesetzt wird sowie die Mechanismen, die dieses Handlungsverhalten beeinflussen, zu verstehen. Somit trägt diese Arbeit zur Forschung über die Akzeptanz von KI im HRM bei, indem sie ein Verständnis für die Überzeugungen und die Wirkungsmechanismen zwischen den Überzeugungen und der Akzeptanz von KI schafft. Insbesondere werden die zugrundeliegenden Beziehungen zwischen der Akzeptanz von KI und den Überzeugungen abgebildet. Diese Forschungsergebnisse liefern auch praktische Auswirkungen, indem sie die Auswirkungen der Akzeptanz von KI im HRM aufzeigen. Darüber hinaus, bietet diese These auch relevante Erkenntnisse für Organisationen und die Forschung über Barrieren, die beim Einsatz von KI im HRM auftreten können, und zeigt Einflussfaktoren und Empfehlungen auf, die diesen Barrieren entgegenwirken.Artificial intelligence (AI) provides high potential for human resources management (HRM), such as time and cost savings, but organisations often face several barriers when adopting it. Algorithmic intransparency or concerns about the risk of algorithmic discrimination can affect HRM key stakeholders' acceptance of AI, which in turn determines whether and how they use this technology. Thus, acceptance of AI is crucial for its adoption. Technology acceptance offers a promising theoretical lens through which the acceptance of AI can be investigated. However, established theoretical models to explain acceptance are focussed on domain independent, conventional (deterministic) information systems, which means that they are only applicable to a limited extent due to the special features of AI such as its ability to learn independently and the specific HRM requirements such as fairness or social interactions. However, to realise the full potential of AI for HRM, the underlying mechanisms of AI acceptance and thus the adoption of AI in HRM need to be understood. Therefore, this thesis investigates factors that influence the acceptance of AI in HRM. Specifically, in the specific context of AI in HRM, the four core components of technology acceptance - barriers, influencing factors, actual use and beliefs - were investigated using an interview study, an experiment, a vignette-style survey method combined with an experimental design, a systematic literature review, and focus group workshops. Based on these research findings, this thesis presents a framework that includes factors that influence the acceptance of AI in HRM. The framework helps to understand the action when AI is used in HRM and the mechanisms that influence this action. Thus, this thesis contributes to research on the acceptance of AI in HRM by providing an understanding of the beliefs and the mechanisms of action between the beliefs and the acceptance of AI. In particular, the underlying relationships between AI acceptance and beliefs are outlined. The research findings also provide practical implications by demonstrating the impact of AI acceptance in HRM. In addition, this thesis also provides relevant insights for organisations and the research community on the barriers that can occur when using AI in HRM and identifies influencing factors to mitigate them.Christine Dagmar MalinDissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
Wind turbines in the context of spatial planning and official approval procedures : innovations due to the EIA Act Amendment 2023, the EU Acceleration Regulation and RED III
In den vergangenen Jahren wurden von Seiten der Europäischen Union, aber auch vom österreichischen Gesetzgeber große Anstrengungen unternommen, um die Energiewende voranzutreiben. Darunter fallen auch Regelungen zur Vereinfachung von Maßnahmen der Raumordnung und zur Beschleunigung von behördlichen Genehmigungsverfahren für Projekte zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. Zu diesen zählen auch Windkraftanlagen, auf denen der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt.Die im Rahmen dieser Diplomarbeit inhaltlich behandelten Rechtsakte sind die EU-BeschleunigungsVO und die RED III-RL auf Unionsebene sowie die UVP-G-Novelle 2023 auf nationaler Ebene. Dabei sollen ihre Auswirkungen auf das österreichische Recht, ebenso wie ihre Verfassungskonformität untersucht werden. Schließlich werden auch Umsetzungserfordernisse in Bezug auf die RED III-RL thematisiert. Im Rahmen der Untersuchung erfolgt eine starke Orientierung an den entsprechenden Gesetzestexten, die sowohl untereinander als auch einschlägiger Literatur und Judikatur gegenübergestellt werden. Den Beginn der Arbeit bilden Erläuterungen zum bisherigen unionsrechtlichen Rahmen, sowohl im Bereich des Primär- als auch des Sekundärrechts. Daran anknüpfend wird aufgezeigt, wie vielfältig Windkraftanlagen von der österreichischen Rechtsordnung berührt werden. Dafür wird ein Überblick über das Elektrizitätsrecht, die Umweltverträglichkeitsprüfung, das Naturschutzrecht, das Raumordnungsrecht und die Strategische Umweltprüfung gegeben. Darauffolgend wird die EU-BeschleunigungsVO thematisiert. In dieser waren Regelungen für das Repowering von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie sowie die Möglichkeit, „go-to-Gebiete“ auszuweisen, vorgesehen. Darüber hinaus wurde die widerlegbare Annahme eines „überwiegenden öffentlichen Interesses“ für Erneuerbare-Energie-Projekte normiert. Hinsichtlich der UVP-G-Novelle 2023 wird vor allem auf Verfahrenserleichterungen für sogenannte Vorhaben der Energiewende Bezug genommen. In diesem Zusammenhang wird auch der heftig diskutierte § 4a UVP-G für Windkraftanlagen untersucht. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Wirksamkeit und der Verfassungsmäßigkeit der neuen Regelungen.Die RED III-RL enthält umfassende Neuregelungen für die Ausweisung sogenannter Beschleunigungsgebiete für Erneuerbare-Energie-Projekte. Daran knüpfen Verfahrenserleichterungen für derartige Vorhaben an. Es handelt sich dabei um Beschleunigungen durch kürzere Verfahrensfristen sowie den möglichen Entfall der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Naturverträglichkeitsprüfung. Weiters finden sich naturschutzrechtliche Ausnahmen und die widerlegbare Annahme eines „überragenden öffentlichen Interesses“ für Erneuerbare-Energie-Projekte. Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Umsetzung der RL in österreichisches Recht. Hier werden sowohl die bundesgesetzliche als auch die landesgesetzliche Ebene untersucht.Im Ergebnis sind die Auswirkungen der Regelungen der EU-BeschleunigungsVO auf das österreichische Recht als gering anzusehen. Unter anderem haben die verkürzten Fristen keine Auswirkungen auf Windkraftanlagen, eine Ausweisung von „go-to-Gebieten“ ist nie erfolgt. Den Bestimmungen der UVP-G-Novelle 2023 fehlt es einerseits an Durchschlagskraft, andererseits bestehen gegenüber einigen verfassungsrechtliche Bedenken. Darüber hinaus verläuft die Umsetzung der RED III-RL in Österreich bisher schleppend. Auf Bundesebene fehlt es gänzlich an Umsetzungsmaßnahmen, die Länder haben bisher vor allem nur Regelungen für die behördlichen Genehmigungsverfahren erlassen. Einige der Umsetzungsfristen für die RED III-RL wurden bereits versäumt. Aktuell ist davon auszugehen, dass auch die noch offenen Umsetzungsverpflichtungen nicht fristgerecht erfüllt werden können.In recent years, both the European Union and Austrian legislators have made great efforts to drive the energy transition forward. This also includes regulations to simplify regional planning measures and speed up official approval procedures for renewable energy projects. These include wind turbines, which are the focus of this report.The legal acts discussed in this thesis are the EU Acceleration Regulation and the RED III Directive at EU level and the EIA Act Amendment 2023 at national level. Their effects on Austrian law as well as their constitutional conformity will be examined. Finally, implementation requirements in relation to the RED III Directive will also be addressed. The study is strongly oriented towards the relevant legal texts, which are compared with each other as well as with relevant literature and case law.The paper begins with an explanation of the existing framework of EU law, both in the area of primary and secondary law. This is followed by a description of the many ways in which wind turbines are affected by the Austrian legal system. An overview of electricity law, environmental impact assessment, nature conservation law, spatial planning law and strategic environmental assessment is provided.The EU Acceleration Regulation is then discussed. This included regulations for the repowering of renewable energy plants and the possibility of designating “go-to areas”. In addition, the rebuttable presumption of “overriding public interest” for renewable energy projects was standardized.With regard to the 2023 amendment to the EIA Act, reference is primarily made to procedural simplifications for so-called energy transition projects. In this context, the hotly debated Section 4a EIA Act for wind turbines is also examined. The focus is primarily on the effectiveness and constitutionality of the new regulations.The RED III Directive contains comprehensive new regulations for the designation of so-called acceleration areas for renewable energy projects. This is linked to procedural simplifications for such projects. These are accelerations through shorter procedural deadlines and the possible elimination of the environmental impact assessment and the nature impact assessment. There are also exemptions under nature conservation law and the rebuttable presumption of “overriding public interest” for renewable energy projects. Particular attention is also paid to the transposition of the Directive into Austrian law. Here, both the federal and provincial levels are examined.As a result, the impact of the provisions of the EU Acceleration Regulation on Austrian law can be regarded as minimal. Among other things, the shortened deadlines have had no impact on wind turbines, and “go-to areas” have never been designated. On the one hand, the provisions of the EIA Act Amendment 2023 lack force, while on the other hand there are constitutional concerns about some of them. Furthermore, the implementation of the RED III Directive in Austria has been slow so far. There is a complete lack of implementation measures at federal level, while the federal states have so far only issued regulations for the official approval procedures. Some of the implementation deadlines for the RED III Directive have already been missed. It can currently be assumed that the outstanding implementation obligations cannot be fulfilled on time either.vorgelegt von Florian KohlfürstDiplomarbeit Universität Graz 202
Financial integration and metal investments in crises periods
Diese kumulative Dissertation trägt zur Forschung über Finanzmärkte bei, indem sie Phänomene von zwei wichtigen Finanzinstrument-Klassen untersucht: Metalle, als Teil der Anlageklasse Rohstoffe, und Staatsanleihen. In drei Studien untersucht sie die Determinanten und Vorhersagbarkeit von Industriemetallpreisen, die Messung der Finanzmarktintegration für einzelne Staatsanleihen, und den Einfluss der Finanzmarktintegration auf die Hedging-Eigenschaften von Metallen für Staatsanleihen. In der ersten Studie optimieren wir die Präzision von Industriemetallpreisvorhersagen, indem wir 12 etablierte Determinanten aus der vergangenen Literatur als erklärende Variablen verwenden und Ordinary-Least-Squares-Regressionsmodelle, Best Subset Selection und die LASSO-Technik anwenden. Für Aluminium, Kupfer, Blei und Zinn stellen wir fest, dass Anlagestrategien auf Basis der Ordinary-Least-Squares-Regressionsmodelle, die alle Determinanten enthalten, Buy-and-Hold-Strategien mit einer um 50% bis 161% höheren Sharpe-Ratio übertreffen, was ihren Mehrwert für Metallinvestoren verdeutlicht. Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass zwar Beziehungen zu Determinanten über längere Perioden bestehen können, diese jedoch über den gesamten Beobachtungszeitraum nicht stabil bleiben und sich in Krisenzeiten erheblich ändern können. In der zweiten Studie messen und vergleichen wir erstmals die tägliche Finanzmarktintegration von einzelnen Staatsanleihen für 24 Länder, indem wir die etablierten Integrationsmaße „First Principal Component“, „R-Square“ und „Standard Correlation“ adaptieren. Über einen Analysezeitraum von 20 Jahren und mit einem rollierenden 5-Jahres-Fenster stellen wir fest, dass die „Standard Correlation“ die Finanzmarktintegration auf Ebene einzelner Länder am besten erfasst. In der dritten Studie untersucht diese Arbeit, wie die Hedging- und Safe-Haven-Eigenschaften von Metallen für Staatsanleihen durch den Grad der finanziellen Integration von Anleihen moderiert werden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Industriemetalle überlegene Hedging- und Safe-Haven-Eigenschaften für stärker global integrierte Staatsanleihen bieten, während Edelmetalle dies nicht tun. Obwohl auch die Inflation und Wechselkurse diese Eigenschaften beeinflussen, hat die Integration von Anleihen den stärksten ökonomischen Effekt.This cumulative dissertation contributes to research in the field of financial markets by investigating phenomena of two very important financial instrument classes: metals, as part of the asset class commodities, and sovereign bonds. In three studies, it investigates the determinants and predictiveness of industrial metal prices, the measurement of financial market integration for individual government bonds, and the influence of financial integration on the hedging properties of metals for sovereign bonds. In the first study, we determine the most accurate prediction model for industrial metal prices by using 12 established determinants from past literature as explanatory variables, and employing ordinary least squares regression models, best subset selection, and the LASSO technique. For aluminum, copper, lead, and tin, we find that investment strategies based on ordinary least squares regression models, which include all determinants, outperform buy-and-hold strategies with a 50% to 161% higher Sharpe ratio, which indicates their usefulness for metal investors. Our results also show that while relationships to determinants may persist over extended periods, they lack stability across the entire sample period, and can be substantially altered during crises periods. In the second study, we pioneer the measurement of daily financial market integration of single government bonds for 24 countries by adapting and comparing the well-established integration measures “First Principal Component”, “R-Square”, and “Standard Correlation”. Using a 5-year rolling window, we determine over a 20-year sample period that the “Standard Correlation” best captures financial market integration at the individual country level. In the third study, this work explores how the hedging and safe haven properties of metals for sovereign bonds are moderated by the degree of financial integration of the respective bond. Our results reveal that industrial metals provide superior hedging and safe haven properties for more globally integrated sovereign bonds, whereas precious metals do not. Although inflation and exchange rates also influence these properties, bond integration has the most powerful economic effect.Markus Martin Höfler, BSc MScKumulative Dissertation aus drei ArtikelnDissertation Universität Graz 2025Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage
The scope of disclosure obligations versus the grounds for the challenge of arbitrators : a comparative analysis of Austrian and Swiss law
Die Integrität von Schiedsverfahren ist untrennbar mit der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Schiedsrichter verbunden. Um diese sicherzustellen, bestehen weltweit Offenlegungspflichten sowie Ablehnungsmöglichkeiten bei Zweifeln an der Neutralität der Schiedsrichter. Trotz internationaler Standards, wie den IBA Guidelines on Conflicts of Interest, unterscheiden sich die nationalen Regelungen teils erheblich. Die vorliegende Arbeit untersucht rechtsvergleichend die Offenlegungspflichten und Ablehnungsgründe im österreichischen und schweizerischen Schiedsrecht. Im Fokus stehen die Anforderungen an die Transparenz sowie die tatsächliche Durchsetzbarkeit von Ablehnungen. Besonderes Augenmerk gilt dem Umfang der Offenlegungspflicht in beiden Rechtsordnungen und den daraus resultierenden Unterschieden in Theorie und Praxis.The integrity of arbitration proceedings is closely linked to the independence and impartiality of arbitrators. To ensure this, disclosure obligations and the possibility to challenge arbitrators in case of doubts about their neutrality exist in almost all legal systems. Despite international standards such as the IBA Guidelines on Conflicts of Interest serving as key points of reference, significant differences remain between national regulations. This thesis provides a comparative legal analysis of the disclosure obligations and grounds for challenge of arbitrators under Austrian and Swiss arbitration law. It focuses on the requirements for transparency as well as the practical enforceability of challenges. Particular attention is given to the scope of the duty to disclose in both jurisdictions and the substantive differences that arise in theory and practice.vorgelegt von Zarah KosutnikDiplomarbeit Universität Graz 202
Discovery and characterisation of transiting rocky exoplanets using current and future space missions
Tausende Planeten, die Sterne außerhalb unseres Sonnensystems umkreisen – sogenannte Exoplaneten – wurden bereits entdeckt. Weltraumteleskope halfen dabei sowohl bei der Entdeckung als auch der Messung des Radius in dem sie die Verdunkelung des Sterns, welche durch das Blockieren von Licht durch einen vor dem Stern vorbeziehenden Planeten verursacht wird, beobachteten. Durch immer weiterführende Verbesserungen der Instrumente, Beobachtungsstrategien, und Datenanalyse, wurde es möglich immer kleinere Signale zu messen. Dadurch hat sich der Fokus der Exoplanetenforschung, in der Hoffnung einen erdähnlichen Planeten zu finden, in Richtung kleinerer Planeten auf langen Umlaufbahnen verschoben. Diese Arbeit stellt Methoden zur Analyse photometrischer Daten von Weltraumteleskopen vor. Ziel ist es, das Signal-Rausch-Verhältnis planetarer Signale zu maximieren, wobei sowohl instrumentelle als auch astrophysikalische Rauschquellen korrekt berücksichtigt werden müssen. Ich fasse etablierte Strategien zur Verminderung des Einflusses von Rauschen zusammen und bewerte ihre Anwendbarkeit auf zukünftige Beobachtungen erdähnlicher Planeten. Darüber hinaus zeige ich auf, wie präzise planetare Parameter in theoretischen Modellen weiterverwendet werden können. Ich präsentiere die Messung der Okkultationstiefe der heißen Jupiter HD 189733 b (Krenn et al., 2023) und KELT-7 b (Garai, Krenn et al., in Begutachtung). Ich berechnete außerdem den geometrischen Albedo von HD 189733 b im Optischen und gebe zusätzlich Grenzwerte für den planetaren Bond Albedo an. Ich präsentiere auch verbesserte Messungen der Radien und der Massen von TOI-421 b und c (Krenn, Kubyshkina et al., 2024), welche es erlauben die Dichten der Planeten zu bestimmen. Diese Dichten deuten darauf hin, dass beide Planeten eine ausgedehnte, wasserstoffdominierte Atmosphäre haben. Modellierungen der Evolution der Atmosphäre ergeben, dass TOI-421 b seine gesamte prämordiale Atmosphäre, welche er während einer Entstehung in der aktuellen Umlaufbahn aufgebaut haben könnte, verloren haben müsste. TOI-421 c hätte laut den Modellen einen atmosphärischen Masseanteil zwischen 10 und 35% zu Beginn seiner Evolution gehabt. Außerdem stelle ich das CHeops And TEss vAlidate Unconfirmed eXoplanets (CHATEAUX) Programm der CHEOPS Mission vor. Im Rahmen dieses Füller-Programms wurden der Beginn oder das Ende eines Transits von über 150 Planentenkandidaten der TESS Mission beobachtet. Abschließend, untersuche ich wie kurzzeitige sonnenähnliche Variabilität die korrekte Messung von erdähnlichen Transitsignalen in PLATO Daten beeinflusst (Krenn, Lendl et al., 2024). Variabilitätsmodelle mit charakteristischen Zeitskalen in der Größenordnung von einer Stunde sind ausreichend um diese Effekte adequat auszugleichen. Für helle Sterne (8.5 - 10.5 mag), kann das Transitsignal eines Erd-Zwillings sicher in PLATO Daten detektiert werden. Für dunklere Sterne sollten die Ergebnisse von Transit-Such-Algorithmen durch Transit-Fit-Algorithmen verifiziert werden. Für helle Sterne (V-mag < 9.5) kann der Radius eines erdähnlichen Planeten der sich um einen sonnenähnlichen Stern bewegt auf 3% genau gemessen werden, wenn zumindest zwei Transits beobachtet wurden und die Eigenschaften des Muttersterns gut erforscht sind. Neben dem weiteren Fortschritt von Methoden zur Minimierung des Einflusses einzelner Rauschquellen, wird sich zukünftige Forschung im Bereich der Datenanalyse vor allem auf die Kombination von Modellen zur Beschreibung verschiedener Rauschquellen konzentrieren müssen. Im Allgemeinen muss Exoplaneten-Forschung ihre Interdisziplinität weiter ausweiten. Eine verlässliche Detektion und exakte Charakterisierung eines Erd-Zwillings muss leistungsstarke photometrische Instrumente, stabile Beobachtungsplattformen, ein umfassendes Verständnis verschiedener Rauschquellen, exakte Parameter der Muttersterne, komplexe theoretische Modelle und die Zusammenarbeit von Teleskopen auf der Erde und im Weltraum kombinieren.Thousands of planets orbiting stars different than the Sun, so called exoplanets, have been detected. For many of them space telescopes have aided both the detection and radius measurement by observing the dimming of light of their host stars, caused by the planets transiting in front of the stars and blocking some of their light. With continuous improvements in instrument design, observing strategies, and data analysis enabling ever so smaller signals to be detected, the focus of exoplanet research has turned to searching for smaller planets on long-period orbits in the hopes of finding a planet similar to Earth. In this work I aim at providing methods of analysing photometric observations of space-based telescopes with the goal of enhancing the signal-to-noise ratio of small planetary signals by correctly accounting for both instrumental and astrophysical noise sources. I summarise common approaches and assess their applicability to future observations of Earth-like planets. Additionally, I provide context on how precise planetary parameters can be used to constrain theoretical models. I present the measurements of the occultation depths of the hot Jupiters HD 189733 b (Krenn et al., 2023) and KELT-7 b (Garai, Krenn et al., in review). I further calculate the geometric albedo of HD 189733 b in the optical and constrain the planetary Bond albedo. I additionally present refined measurements of the planetary radii and masses of TOI-421 b and c (Krenn, Kubyshkina et al., 2024) , allowing for the computation of the planetary densities. These densities would imply for both planets to have extensive hydrogen-dominated atmospheres. Modelling of the atmospheric evolution predicts for TOI-421 b to have lost any primordial atmosphere that it could have accreted at its current orbital position, while TOI-421 c could have started out with an initial atmospheric mass fraction somewhere between 10 and 35%. I also introduce the CHeops And TEss vAlidate Unconfirmed eXoplanets (CHATEAUX) observing programme implemented as part of the CHEOPS mission. This filler programme has already observed more than 150 planet candidates alerted by the TESS mission targeting their ingress or egress. Finally, I assess how short-term solar-like variability affects the correct retrieval of Earth-like transit signals in PLATO data (Krenn, Lendl et al., 2024). Variability models accounting for variations with typical timescales at the order of one hour are found to be sufficient to mitigate these effects. For bright targets (8.5 - 10.5 mag), the transit signal of an Earth analogue can reliably be detected in PLATO data. For faint targets a detection is still likely, though the results of transit search algorithms have to be verified by transit-fitting algorithms to avoid false positive detections being flagged. For bright targets (V-mag < 9.5), the radius of an Earth-like planet orbiting a solar-like star can be correctly determined at a precision of 3% or less, assuming that at least two transit events are observed and the characteristics of the host star are well understood. Additionally to further improving the methods of accounting for individual noise sources, future work in data analysis will need to focus on combining noise models addressing different sources. In general, exoplanet science will need to further expand its interdisciplinarity. A reliable detection and precise characterisation of an Earth-twin must combine high-performance photometric instruments, stable observing platforms, a deep understanding of the host stars, precise knowledge of noise sources, large computational resources, complex theoretical models and collaborations of both ground- and space-based observatories.Andreas KrennDissertation Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc
Use of AI by the AMS : data protection law and the AI-act
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit den datenschutzrechtlichen Vorgaben und den Vorgaben der KI-VO für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bereich des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS). Im Fokus der Untersuchung stehen dabei insbesondere der AMS-Algorithmus und der AMS-Chatbot. Mit Hilfe des AMS-Algorithmus sollen künftig die Beschäftigungschancen von Arbeitssuchenden in Österreich auf Basis von Daten der letzten Jahre berechnet werden, was wiederum als Entscheidungsgrundlage für die Vergabe etwaiger Fördermittel dienen soll. Der mögliche Einsatz dieses Systems wirft jedoch eine Reihe von datenschutzrechtlichen Fragen auf. Zunächst gilt es dabei zu klären, inwieweit das AMS als ausgegliederter Rechtsträger an die Grundrechte gebunden ist, um in weiterer Folge zu eruieren, welche Vorgaben sich aus § 1 DSG für eine allfällige Verwendung des AMS-Algorithmus ergeben. Im Zusammenhang mit der DSGVO wird unter anderem untersucht, ob die Datenverarbeitung beim potenziellen Einsatz des Systems den Grundsätzen der Datenverarbeitung gem Art 5 DSGVO entsprechen könnte und ob sie rechtmäßig iSd Art 6 DSGVO erfolgen würde. In Anbetracht des kürzlich ergangenen Schufa-Urteils des EuGH liegt ein Hauptaugenmerk schließlich auf der Frage, ob die Berechnung der Arbeitsmarktchancen eine automatisierte Entscheidung iSd Art 22 DSGVO darstellen würde.Im Zusammenhang mit der der kürzlich in Kraft getretenen KI-VO wird geklärt, ob der Chatbot des AMS – der zur Beratung von Arbeitssuchenden eingesetzt wird – und der AMS-Algorithmus als KI-Systeme iSd Art 3 Z 1 KI-VO eingestuft werden können. Da die KI-VO zwischen KI-Systemen mit unannehmbarem, hohem, begrenztem und minimalem Risiko unterscheidet, erfolgt auch eine Einordnung der beiden Systeme in diese Risikokategorien. Bezüglich des AMS-Algorithmus wird hierbei vor allem analysiert, ob dieser als verbotenes Social-Scoring-Programm iSd Art 5 Abs 1 lit c KI-VO oder als Hochrisiko-KI-System zur Vergabe von grundlegenden öffentlichen Leistungen iSd Art 6 Abs 2 iVm Anhang III Z 5 lit a KI-VO einzustufen wäre. Beim Chatbot des AMS steht demgegenüber die Frage im Vordergrund, ob dieser ein GPAI-System gem Art 3 Z 66 KI-VO darstellt oder lediglich den Transparenzpflichten gem Art 50 KI-VO unterliegt.This diploma thesis deals with the data protection regulations and the requirements of the AI-Act for the use of artificial intelligence (AI) in the area of the Austrian Public Employment Service (AMS). The study focuses in particular on the AMS-algorithm and the AMS-chatbot.The explanations in the data protection section of the paper relate exclusively to the possible use of the AMS algorithm. In future, the AMS-algorithm will be used to calculate the employment opportunities of jobseekers in Austria on the basis of data from recent years, which in turn will serve as a basis for decisions on the allocation of any subsidies. However, the use of this system raises a number of data protection issues. First of all, it is necessary to clarify the extent to which the AMS, as an outsourced legal entity, is bound by fundamental rights in order to subsequently determine which requirements arise from § 1 DSG for any use of the AMS algorithm. In connection with the General Data Protection Regulation (GDPR), it is clarified in particular whether the data processing in the potential use of the system could comply with the principles of data processing pursuant to Art 5 GDPR and whether the data processing would be lawful within the meaning of Art 6 GDPR. Finally, in view of the recent Schufa ruling by the European Court of Justice, the main focus is on the question of whether the calculation of labor market opportunities would constitute an automated decision within the meaning of Art 22 GDPR.In connection with the recently enacted AI-Act, it is clarified whether the AMS-chatbot – which is used to advise jobseekers – and the AMS algorithm can be classified as AI systems within the meaning of Art 3 (1) AI-Act. As the AI Regulation distinguishes between AI systems with unacceptable, high, limited and minimal risk, the two systems are also classified in these risk categories. With regard to the AMS algorithm, it is primarily analyzed whether it should be classified as a prohibited social scoring program within the meaning of Art 5 (1) c of the AI-Act or as a high-risk AI system for the award of basic public services within the meaning of Art 6 (2) in conjunction with Annex III (5) a of the AI-Act. In the case of the AMS-chatbot, on the other hand, the focus is on the question of whether it constitutes a GPAI-system pursuant to Art 3 (66) AI-Act or is merely subject to the transparency obligations pursuant to Art 50 AI-Act.vorgelegt von Clemens HöglerDiplomarbeit Universität Graz 202
The interaction of corporate governance and reporting using the example of supply chains
Die in den letzten Jahren veröffentlichten Richtlinien CSRD und CSDDD stellen für die zur Anwendung verpflichteten Unternehmen eine große Herausforderung dar. Um den Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung nachzukommen, haben Unternehmen aufgrund der beiden Richtlinien sowohl über ihre wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen auf Mensch und Umwelt zu berichten als auch eine Vielzahl an Sorgfaltspflichten zu erfüllen, um negative Auswirkungen auf Umwelt und Menschenrechte zu verhindern. Die CSRD und CSDDD beziehen sich beide nicht nur auf die unternehmenseigenen Aktivitäten, sondern auch auf die der Wertschöpfungsketten der Unternehmen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es notwendig ist, Unternehmen aus zwei Richtungen, einmal direkt durch die Corporate Governance, also die CSDDD, und einmal indirekt über das Reporting, die CSRD, zu regulieren. Dazu werden die Inhalte der beiden Richtlinien und die geforderten Angabepflichten und Sorgfaltspflichten, vor allem in Bezug auf die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette dargestellt und miteinander verglichen. Die beiden Richtlinien können als zwei Säulen der Nachhaltigkeitsstrategie betrachtet werden, die mit sehr unterschiedlicher Schwerpunktsetzung ein ähnliches Ziel verfolgen: ein nachhaltigeres unternehmerisches Wirtschaften. Demnach würden die CSRD und CSDDD sich gegenseitig sinnvoll ergänzen. Da die Anwendung beider Richtlinien jedoch zu sehr umfassenden Berichts- und Sorgfaltspflichten führt, stellt sie Unternehmen vor große bürokratische und finanzielle Herausforderungen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die EU-Kommission im Februar 2025 einen ersten Entwurf der Omnibus Richtlinie veröffentlicht, deren Ziel die Konsolidierung der beiden Richtlinien CSRD und CSDDD und somit die Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitsberichterstattung darstellt.The guidelines CSRD and CSDDD, which were published in recent years, represent a significant challenge for companies required to implement them. To meet the requirements of sustainability reporting, companies must, under both directives, report not only on their significant impacts, risks, and opportunities relating to people and the environment, but also fulfill a variety of due diligence obligations to prevent negative effects on the environment and human rights. Both the CSRD and CSDDD apply not only to companies' own operations but also to activities across their value chains. This paper addresses the question of whether it is necessary to regulate companies from two directions - on the one hand, directly through corporate governance (i.e., the CSDDD), and on the other hand, indirectly through reporting (i.e., the CSRD). To this end, the contents of both directives and the reporting and due diligence obligations they require, especially in relation to the upstream and downstream parts of the value chain, are presented and compared. The two directives can be seen as two pillars of a sustainability strategy that, despite having different areas of focus, pursue a similar goal: more sustainable corporate conduct. Accordingly, the CSRD and CSDDD may be understood as complementing each other in a meaningful way. However, the implementation of both directives leads to extensive reporting and due diligence obligations, presenting companies with major bureaucratic and financial challenges. To address this issue, the EU Commission published a first draft of the Omnibus Directive in February 2025, which aims to consolidate the two directives CSRD and CSDDD and thereby standardize sustainability reporting.Pia Nösslböck, BScEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 62-66Masterarbeit Universität Graz 202
Probing the interactions between proteins involved in intracellular lipolysis
Die Lipolyse ist ein wesentlicher Stoffwechselprozess, bei dem die Freisetzung unveresterter freier Fettsäuren aus neutralen Lipidspeichern, den Lipidtröpfchen, zur Aufrechterhaltung der Energiehomöostase in lebenden Organismen beiträgt. Dieser Prozess wird von einer Gruppe von Enzymen, den Lipasen, durchgeführt, die den Abbau von Lipiden katalysieren. Unter den zahlreichen Lipasen, die an der Hydrolyse der Triacylglycerine in den Lipidtropfen beteiligt sind, ist die adipöse Triglyceridlipase (ATGL) für die Katalyse des ersten Schritts der Lipolyse verantwortlich. Um ein definiertes Gleichgewicht zwischen Lipidspeicherung und -freisetzung aufrechtzuerhalten, wird ATGL streng reguliert, insbesondere durch direkte Protein-Protein-Wechselwirkungen mit seinem Co-Aktivator Comparative Gene Identification-58 (CGI-58) und seinen Inhibitoren G0/G1 Switch Gen 2 (G0S2) und Hypoxie-induzierbares Lipid-Dropletassoziiertes Protein (HILPDA). Die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen sowohl der Koaktivierung als auch der Hemmung von ATGL sind noch nicht vollständig geklärt.In dieser Dissertation haben wir uns mit verschiedenen Aspekten der Proteine beschäftigt, die an der Regulierung der Aktivität von ATGLs beteiligt sind, nämlich CGI-58 und G0S2. Für den Inhibitor G0S2 konzentrierten wir unsere Bemühungen auf die biophysikalische Charakterisierung des Proteins. In früheren Arbeiten von Mitgliedern der Forschungsgruppe wurde die minimale Region identifiziert, die für die Hemmung der enzymatischen Aktivität von ATGL erforderlich ist. Obwohl die hemmende Wirkung des Proteins ausgiebig getestet wurde, wurde bei der Analyse des gereinigten Proteins festgestellt, dass es in Form eines unlöslichen Aggregats gereinigt wurde, was eine strukturelle Charakterisierung des Proteins äußerst schwierig macht. Daher war das erste Ziel dieser Dissertation, eine biophysikalische und, wenn möglich, strukturelle Charakterisierung von G0S2 zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, wurde das zuvor etablierte Proteinreinigungsprotokoll weiter modifiziert und optimiert, um die Ausbeute des gewonnenen Proteins zu maximieren. Zusätzlich wurden sorgfältig ausgewählte Detergenzien (Dodecylphosphocholin (DPC) und Cremophor EL) in verschiedenen Schritten des Reinigungsprozesses zugegeben, um ein kleineres Proteinaggregat zu erhalten, das leichter charakterisiert werden konnte.Für ATGL und seinen Co-Aktivator CGI-58 identifizierte Ines Cerk, ein früheres Mitglied der Forschungsgruppe, drei Aminosäuren, die für die Stimulation von ATGL entscheidend sind, nämlich N209, I212 und N215. Nach der Mutation dieser Aminosäuren zu Alanin konnte ATGL nicht mehr durch Zugabe von CGI-58 stimuliert werden, obwohl die Grundaktivität erhalten blieb. Nach Koexpression und Reinigung des ATGL/CGI-58-Proteinkomplexes stellten wir fest, dass, obwohl diese ATGL-Varianten nicht durch CGI-58 stimuliert werden konnten, die Protein- Protein-Bindung nicht gestört war, selbst bei einer Dreifachvariante von ATGL. Diese Ergebnisse wurden mit Hilfe von KI-vorhersagbaren Strukturmodellen des Proteinkomplexes sowohl in der Wildtypform als auch mit der ATGL-Dreifachvariante weiter analysiert und führten zur Entwicklung eines neuen Protokolls mit Wasserstoff-Deuterium-Austausch-Massenspektrometrie (HDX-MS) Messungen des Proteinkomplexes. Die von AI vorhergesagten Modelle, das bisherige Wissen über die ATGL- und CGI-58-Bindungsstellen sowie die erhaltenen HDX-MS-Daten stimmen überein und unterstützen die gewonnenen strukturellen Erkenntnisse. Diese neuen Messungen führten zur Identifizierung der „Cap-Region“ (P180- M279), die in der ab-Hydrolase-Domäne (V48-C345) von CGI-58 enthalten ist, als die Region, die wahrscheinlich für die meisten Protein-Protein-Wechselwirkungen zwischen ATGL und CGI-58 verantwortlich ist. Diese Ergebnisse stimmen auch mit der zuvor identifizierten Region von ATGL (N209-N215) überein, die Rückstände enthält, die für die Co-Aktivierung durch CGI-58 entscheidend sind.Insgesamt könnten die in dieser Dissertation vorgestellten Ergebnisse dazu beitragen, die zugrundeliegenden Mechanismen der Interaktion zwischen ATGL und CGI-58 aufzuklären und den Weg für eine bessere Charakterisierung des ATGL-Inhibitors G0S2 zu ebnen.Lipolysis is an essential metabolic process in which the release of unesterified free fatty acids from neutral lipid stores named lipid droplets helps maintain energy homeostasis in living organisms. This process is accomplished by a group of enzymes known as lipases, which catalyze the breakdown of lipids. Among the multiple lipases involved in the hydrolyzation of triacylglycerols in the lipid droplets adipose triglyceride lipase (ATGL) is responsible for catalyzing the first step of lipolysis. To maintain a defined balance between lipid storage andrelease, ATGL is tightly regulated, specially through direct protein-protein interactions, with its co-activator comparative gene identification-58 (CGI-58), and its inhibitors G0/G1 switch gene 2 (G0S2), and hypoxia-inducible lipid droplet-associated protein (HILPDA). The underlying molecular mechanisms of both the co-activation and inhibition of ATGL are not yet fully understood.In this dissertation, we worked on different aspects of the proteins involved in the regulation of ATGLs activity, namely CGI-58 and G0S2. For the inhibitor G0S2, we focused our efforts in the biophysical characterization of the protein. In work previously done by members of the research group, the minimal region needed for the inhibition of the enzymatic activity of ATGL was identified. Even though the inhibitory effect of the protein has been extensively tested, when analyzing the purified protein, it was noted that it was purified in the form of an insolubleaggregate, thus making a structural characterization of the protein extremely challenging. Therefore, the first objective of this dissertation was to help provide a biophysical, and, if possible, structural characterization of G0S2. To achieve this, the previously stablished protein purification protocol was further modified and optimized to maximize the yield of obtained protein. Additionally, carefully selected detergents (dodecylphosphocholine (DPC), and Cremophor EL) were added at different steps of the purification process to try to obtain a smaller protein aggregate that could be more easily characterized.For ATGL and its co-activator CGI-58, Ines Cerk, a previous member of the research group, identified three amino acids that are critical to the stimulation of ATGL, namely N209, I212, and N215. Upon mutation of these amino acids into alanine, although still retaining basal activity levels, ATGL could no longer be stimulated by addition of CGI-58. After co-expression and purification of the ATGL/CGI-58 protein complex, we found that even though these ATGL variants couldn’t be stimulated by CGI-58, protein-protein binding was not disrupted, even with a triple variant of ATGL. These results were further analyzed using AI-predicted structural models of the protein complex, both in wild-type form and with ATGL triple variant and led us to the development of a new protocol using hydrogen deuterium-exchange mass spectrometry(HDX-MS) measurements of the protein complex. The AI-predicted models, previous knowledge of the ATGL and CGI-58 binding sites, as well as obtained HDX-MS data are in agreement, supporting the obtained structural insights. In turn, these new measurements led to the identification of the “cap region” (P180-M279) contained in the ab hydrolase domain (V48- C345) of CGI-58 as the region that’s most likely responsible for most of the protein-protein interactions between ATGL and CGI-58. These findings also align with the previously identified region of ATGL (N209-N215) that contains residues that are critical to its co-activation by CGI-58.Overall, the results presented in this dissertation could help elucidate the underlying mechanisms of the interaction between ATGL and CGI-58, as well as pave the way to a better characterization of the ATGL inhibitor G0S2.Carlos Francisco Rodriguez GamezDissertation Universität Graz 2025Enthält Zusammenfassung in deutscher SpracheArchivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet AT-OeNB pdage