University of Graz

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    Neulehrern Neulehrerinnen

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    Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen sozialen und emotionalen Anforderungen, mit denen Neulehrer:innen an österreichischen urbanen Mittelschulen in den ersten Jahren konfrontiert werden. Das Ziel der Arbeit ist, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Neulehrer:innen ihre Tätigkeit in der Schule erleben, welche Anforderungen sie als Belastung wahrnehmen und welche individuellen Bewältigungsstrategien sie anwenden. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf dem methodologischen Zugang der konstruktivistischen Grounded Theory nach Kathy Charmaz basiert. Mittels Intensive Interviewing wurden vier Neulehrer:innen interviewt, die in den vergangenen fünf Jahren ihre Tätigkeit an einer städtischen Mittelschule begonnen haben. Im Mittelpunkt stehen die Sichtweisen der Befragten und das Erleben von herausfordernden Situationen, ihre individuellen Bewältigungsstrategien sowie Wünsche für ihr berufliches Wohlbefinden. Die Datenauswertung erfolgte in mehreren Kodierphasen, aus denen deskriptiv und aktiv formulierte Kategorien im Sinne des sozialkonstruktivistischen Ansatzes nach Charmaz entstanden sind.Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass viele Herausforderungen durch institutionelle Rahmenbedingungen resultieren, beispielsweise durch sprachliche und leistungsbezogene Heterogenität der Schüler:innen, Geschlechterrollen und Machtverhältnissen, Zusammenarbeit mit Eltern sowie administrative, organisatorische und bürokratische Aufgaben. Zudem wird deutlich, dass Neulehrer:innen vielfältige Strategien zur Bewältigung schulischer Herausforderungen entwickeln, die vom Aufbau tragfähiger Beziehungen mit Schüler:innen über Selbstfürsorge und Resilienz bis hin zur kollegialen Unterstützung reichen. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der beruflichen Realität von Neulehrer:innen und liefert praxisrelevante Implikationen sowie gezielte Unterstützungsmaßnahmen im schulischen Kontext.This master’s thesis focuses on the variety of social and emotional demands that new teachers face during their first years in the profession. It aims to develop a deeper understanding of how new teachers in urban middle schools in Austria experience their work, the demands they perceive as burdensome, and the coping strategies they use. To address the research questions, a qualitative research design was chosen, based on the methodological approach of constructivist Grounded Theory according to Kathy Charmaz. Intensive interviewing was used to interview four new teachers who had started working at an urban middle school within the past five years. The focus was on the participants’ perspectives and experiences of challenging situations, their individual coping strategies, and their wishes for professional well-being. Data analysis was carried out in several coding phases, resulting in descriptively and actively formulated categories in line with Charmaz’s social constructivist approach.The results show that many challenges arise from institutional conditions, such as linguistic and performance-related heterogeneity among students, gender roles and power dynamics, and collaboration with parents, as well as administrative, organisational and bureaucratic tasks. Furthermore, it becomes evident that new teachers develop various strategies to manage these challenges, ranging from building meaningful relationships with students and practising self-care and resilience to seeking collegial support.This thesis contributes to a better understanding of the professional reality of new teachers and offers practical implications and support measures within the school context.Sofie Schantl, BEdMasterarbeit Universität Graz 202

    Between self-hatred and anti-feminism : discursive constructions of masculinity in the online subculture of incels

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    Diese Masterarbeit untersucht die diskursive Konstruktion von Männlichkeit innerhalb der Online-Subkultur der Incels auf der Plattform incels.is. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Männlichkeit in diesem digitalen Raum durch die Abwertung feministischer Werte, die Delegitimierung weiblicher Autonomie sowie die Hierarchisierung unterschiedlicher Männlichkeitsentwürfe produziert und stabilisiert wird. Der methodische Zugang orientiert sich an der kritischen Diskursanalyse, ergänzt durch poststrukturalistische Perspektiven auf Sprache, Macht und Subjektivität. Analysiert wurden 57 Beiträge aus dem Diskussionsbereich Inceldom Discussion. Die theoretische Rahmung erfolgt durch Raewyn Connells Konzept der hegemonialen Männlichkeit sowie Judith Butlers Theorie zur Performativität von Geschlecht, die eine machtkritische Perspektive auf geschlechtliche Identitätskonstruktionen ermöglichen. Die Analyse zeigt, dass Männlichkeit innerhalb des Forums nicht als stabile Identität verstanden wird, sondern über sprachliche Praktiken in einem Spannungsverhältnis zwischen Opferinszenierung, Selbstabwertung und Dominanzanspruch hervorgebracht wird. Weiblichkeit wird diskursiv entmenschlicht und feministische Positionen als existenzielle Bedrohung des männlichen Subjekts inszeniert. Gleichzeitig offenbaren sich starre Hierarchien innerhalb der Community, in denen queere, feministische oder nicht-weiße Männer abgewertet werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass incels.is als diskursiver Raum fungiert, in dem hegemoniale Männlichkeitsideale in ihrer regressiven Ausprägung reproduziert und naturalisiert werden. Die Arbeit zeigt, wie antifeministische Narrative, emotionale Dynamiken und sprachliche Strategien zusammenwirken, um symbolische Geschlechterordnungen zu festigen und damit einen Beitrag zur digitalen Radikalisierung geschlechtsspezifischer Ideologien leisten.This master's thesis examines the discursive construction of masculinity within the online subculture of incels on the platform incels.is. The aim is to work out how masculinity is produced and stabilised in this digital space through the devaluation of feminist values, the delegitimisation of female autonomy and the hierarchisation of different concepts of masculinity. The methodological approach is based on critical discourse analysis, supplemented by post-structuralist perspectives on language, power and subjectivity. A total of 57 contributions from the Inceldom Discussion section were analysed. The theoretical framing is provided by Raewyn Connell's concept of hegemonic masculinity and Judith Butler's theory on the performativity of gender, which enable a power-critical perspective on gender identity constructions. The analysis shows that masculinity is not understood as a stable identity within the forum, but is produced through linguistic practices in a tense relationship between victimisation, self-deprecation and claims to dominance. Femininity is discursively dehumanised, and feminist positions are staged as an existential threat to the male subject. At the same time, rigid hierarchies are revealed within the community in which queer, feminist or non-white men are devalued. The results make it clear that incels.is functions as a discursive space in which hegemonic ideals of masculinity are reproduced and naturalised in their regressive form. The work shows how anti-feminist narratives, emotional dynamics and linguistic strategies work together to consolidate symbolic gender orders and thus contribute to the digital radicalisation of gender-specific ideologies.Selma RahbergerEnthält Literaturverzeichnis auf Blättern 74-80Masterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc

    Mitarbeiterinnen Mitarbeiter

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    Hintergrund: Der Operationssaal zählt zu den komplexesten und zugleich belastendsten Arbeitsbereichen im Gesundheitswesen. Pflegepersonen sind dort täglich hohen körperlichen, psychischen und organisatorischen Anforderungen ausgesetzt. Diese Belastungen können zu langfristiger Erschöpfung, Unzufriedenheit oder zum Berufsausstieg führen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Arbeitsbedingungen im OP so gestaltet werden können, dass Mitarbeitende gesund, motiviert und leistungsfähig bleiben.Ziel: Ziel dieses Scoping Reviews ist es, einen Überblick über Maßnahmen zur Gesundheitsförderung von Mitarbeitenden im Operationsbereich zu geben. Es soll aufgezeigt werden, welche Strategien zur Entlastung beitragen, die berufliche Zufriedenheit stärken und gleichzeitig die Attraktivität des Arbeitsumfelds erhöhen.Methode: Die Arbeit wurde als Scoping Review durchgeführt. Eine systematische Literaturrecherche erfolgte in den Datenbanken PubMed, CINAHL sowie über die Literatursuchplattform LIVIVO. Es wurden Studien berücksichtigt, die gesundheitsfördernde Maßnahmen im OP-Kontext thematisieren. Die Inhalte der Studien wurden thematisch geclustert und in narrativer und tabellarischer Form dargestellt.Ergebnisse: Im Rahmen des Scoping Reviews konnten 23 Studien identifiziert und analysiert werden, die sich mit gesundheitsfördernden Maßnahmen im Operationsbereich beschäftigen. Diese lassen sich vier Themenbereichen zuordnen: Stressmanagement, Kommunikation und Teamarbeit, Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz sowie Arbeitszufriedenheit und berufliches Engagement. Besonders wirksam zeigen sich integrierte Ansätze, die körperliche Entlastung, mentale Unterstützung und eine positive Arbeitskultur miteinander verbinden. Viele dieser Maßnahmen sind mit geringem Aufwand umsetzbar und tragen dazu bei, Überlastung zu reduzieren und die Arbeitszufriedenheit zu steigern.Schlussfolgerung: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gezielte Gesundheitsförderung nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeitenden verbessert, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Bindung an den Beruf unterstützt. Die Arbeit liefert praxisnahe Impulse, um den OP-Arbeitsplatz zukunftsfähig zu gestalten – für neue Mitarbeitende ebenso wie für erfahrene Fachkräfte.Background: The operating room is one of the most challenging and stressful places to work in healthcare. Nurses and other staff often deal with heavy physical work, emotional pressure, and complicated work routines. These situations can lead to tiredness, feeling unhappy at work, or even leaving the job. Because of this, it is important to look for ways to make the working conditions better, so that staff can stay healthy, feel motivated, and continue working well over time.Aim: This scoping review gives an overview of actions that support the health of people working in the operating room. It shows which strategies help reduce stress, improve job satisfaction, and make the workplace more attractive.Method: A planned search for useful studies was done. The studies were found by using the scientific databases PubMed and CINAHL, as well as the search tool LIVIVO. Studies were included if they talked about ways to support health in the operating room. The information from the studies was sorted into topics and shown in easy-to-read text and also in tables.Results: In total, 23 studies were found and analysed. They describe different ways to support health in the operating room. The measures can be grouped into four areas: stress management, communication and teamwork, workplace health promotion, and job satisfaction and engagement. The most helpful approaches combine physical support, emotional care, and a positive work atmosphere. Many of the strategies are easy to use in daily practice and help reduce stress and improve satisfaction at work.Conclusion: This review shows that simple and clear actions can help people in the operating room stay healthy, happy, and committed to their job. The results offer useful ideas for both new and experienced team members.Reisenhofer Verena ElisabethMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc

    The number of freelance nurses in Austria is increasing : an analysis of the motives

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    Abstract Seit 2019 ist ein Anstieg der freiberuflich tätigen Gesundheits- und KrankenpflegerInnen in Österreich zu beobachten. Das primäre Ziel der Masterarbeit ist einen umfassenden Überblick über die Gründe zu geben, warum sich Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/Krankenpfleger (DGKP) entschieden haben eine Einrichtung bzw. Krankenanstalt zu verlassen, um ihren Beruf freiberuflich auszuüben und zu erheben wie ihre Perspektive für die Zukunft aussieht. Zu Beginn der Arbeit wird im theoretischen Teil auf die Versorgungsmöglichkeiten zu Hause in Österreich eingegangen. Danach werden die Tätigkeitsfelder, Kompetenzen und Rahmenbedingungen für die Ausübung der Freiberuflichkeit erläutert. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Freiberufliche Pflege des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) wird als Plattform der freiberuflich tätigen Pflegkräfte inklusive der erreichten und angestrebten Ziele präsentiert. Anschließend werden vier freiberuflich tätige Gesundheits- und KrankenpflegerInnen zu ihren Entscheidungsgründen für die Freiberuflichkeit und ihrer Zukunftsperspektive befragt und die Interviews anschließend transkribiert. Im letzten Teil der Masterarbeit werden die Ergebnisse der Interviews nach unterschiedlichen Kategorien ausgewertet und die vorliegenden Forschungsfragen beantwortet. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen dazu beitragen einen ersten Einblick in die Erfahrungswelt der freiberuflich tätigen Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in Österreich zu geben.Abstract Since 2019, there has been an observable increase in the number of self-employed health and nursing professionals in Austria. The primary objective of this master’s thesis is to provide a comprehensive overview of the reasons why qualified health and nursing professionals (DGKP) have chosen to leave institutions or hospitals to practice their profession independently. Additionally, the thesis explores how these professionals perceive their future in self-employment. The theoretical part at the beginning of the thesis outlines the options for home care provision in Austria. This is followed by a description of the fields of activity, competencies, and framework conditions for practicing as a self-employed nurse. The Federal Working Group (BAG) for Freelance Nursing of the Austrian Health and Nursing Association (ÖGKV) is introduced as a platform for freelance nursing professionals, along with its achievements and goals. Subsequently, six self-employed health and nursing professionals are interviewed regarding their motivations for choosing self-employment and their outlook on the future. These interviews are transcribed and analyzed. In the final part of the thesis, the interview results are evaluated using various categories, and the research questions are answered. The findings of this thesis aim to offer an initial insight into the experiences of freelance health and nursing professionals in Austria.Sanela SarkicMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc

    Foundation assets in a post-marital division procedure

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    Diese Diplomarbeit mit dem Titel „Stiftungsvermögen im nachehelichen Aufteilungsverfahren“ erörtert, inwieweit die Privatstiftung von einem Ehegatten als Werkzeug genutzt werden kann, um im zeitlichen Naheverhältnis zu einer Scheidung gezielt Vermögen am anderen Ehegatten vorbeizuschleusen. Die praktische Relevanz ergibt sich aus den häufig bestehenden deutlichen Vermögensunterschieden zwischen Ehegatten, insbesondere in Unternehmer-Ehen – eine Situation, die in der Praxis oft strukturelle Geschlechterungleichheiten widerspiegelt. Die hohe Scheidungsrate in Österreich in Verbindung mit dem enormen Stiftungsvermögen österreichischer Privatstiftungen, bestätigen die Relevanz der Diplomarbeit in der Praxis. Ziel dieser Diplomarbeit ist es, zu beantworten, unter welchen Voraussetzungen das einer Privatstiftung gewidmete Vermögen ins nacheheliche Aufteilungsverfahren miteinzubeziehen ist. Es erfolgt eine vergleichende Analyse von verschiedenen Meinungen aus der Lehre und Entscheidungen des OGH zu den einschlägigen Normen des Aufteilungsrechts. Zunächst werden die wesentlichen Grundzüge des Aufteilungs- und Stiftungsrechts veranschaulicht. Anschließend folgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Meinungen aus der Lehre und Rechtsprechung unter anderem zu den Fragen: •Sind Stifterrechte eheliche Ersparnisse iSd § 81 EheG? •Ist § 91 Abs 1 EheG auf eine Vermögenswidmung an eine Privatstiftung anzuwenden? Ist die Privatstiftung ein Unternehmen bzw kann diese unternehmerisch tätig sein? •Kann § 91 Abs 2 und Abs 3 EheG auf Vermögenswidmungen an eine „unternehmerische Privatstiftung“ angewendet werden?Die Untersuchung zeigt, dass die Privatstiftung nicht als Werkzeug zur gezielten Vermögensverschiebung dienen soll. Dies ist insbesondere auf die erweiternde Anwendung der Ausgleichstatbestände des § 91 EheG zurückzuführen. Dennoch ist die genaue rechtstechnische Umsetzung in ihren Einzelheiten nicht vollständig geklärt. Daher erscheint eine gesetzliche Klarstellung erforderlich, um einer missbräuchlichen Verwendung der Privatstiftung im Scheidungsfall vorzubeugen.This diploma thesis, titled “Foundation Assets in Post-Marital Division Procedure”, explores the extent to which a private foundation can be used by one spouse as a tool to deliberately divert assets from the other spouse in close temporal proximity to a divorce.Its practical relevance stems from the often significant disparities in wealth between spouses, particularly in entrepreneurial marriages - a situation that frequently reflects structural gender inequalities in practice. The high divorce rate in Austria, combined with the vast assets held by Austrian private foundations, underscores the practical significance of this thesis.The aim of this thesis is to determine under what conditions assets allocated to a private foundation are to be included in the post-marital asset division process. A comparative analysis of various scholarly opinions and decisions of the Austrian Supreme Court (OGH) regarding the relevant provisions of asset division law is conducted. First, the essential principles of asset division and foundation law are outlined. This is followed by a detailed examination of scholarly opinions and case law, including on the following questions:•Are founder’s rights considered marital savings within the meaning of § 81 of the Austrian Marriage Act (EheG)?•Is § 91 (1) EheG applicable to the transfer of assets to a private foundation?•Can a private foundation be classified as a business or engage in entrepreneurial activities?•Can § 91 (2) and (3) EheG be applied to asset transfers to an “entrepreneurial private foundation”?The study shows that the private foundation should not serve as a tool for the deliberate shifting of assets. This is particularly due to the broad application of the compensatory provisions of § 91 EheG. Nevertheless, the precise technical legal implementation remains unclear in some details. Therefore, a legislative clarification appears necessary to prevent the abusive use of private foundations in divorce cases.vorgelegt von Ricarda-Franziska PredlEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 83-85Diplomarbeit Universität Graz 202

    Advertising as an expression of gender stereotypes : Interpretation of gender portrayal in commercials with an emphasis on emotional expressions

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    Werbung spielt in der Gesellschaft eine integrale Rolle und vermittelt kontinuierlich Aufforderungen zum Konsum von Waren und Dienstleistungen. Um Produkte wirksam zu bewerben, greifen Werbungen auf leicht dekodierbare Inhalte wie (Geschlechter-)Stereotype zurück. Sie inszenieren die Realität in überspitzter Form und spiegeln damit einerseits gesellschaftliche Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit wider, (re-)produzieren diese andererseits durch ihre Darstellungen zugleich, so die Annahme. Ausgangspunkt der Masterarbeit ist die Frage, wie geschlechtsspezifische Darstellungen in Werbespots wahrgenommen werden. Gefühlsinszenierungen stellen dabei einen wesentlichen Bestandteil der Darstellung von Geschlechterstereotypen dar, weshalb sich das Interesse der Masterarbeit zudem auf die Interpretation emotionaler Inszenierungen im Kontext geschlechtsspezifischer Darstellungen in Werbespots spezifiziert. Der Frage wird anhand von vier Gruppendiskussionen mit Teilnehmer:innen, die sich hinsichtlich ihres Geschlechts, ihrer derzeitigen beruflichen Situation und ihres Wohnorts unterscheiden, nachgegangen. Der qualitative Zugang lässt erkennen, dass sich nicht nur Darstellungen in Werbeinhalten geschlechtsspezifisch unterscheiden, sondern auch die Interpretation dieser zwischen den Gruppen variiert. Während die Männergruppe besonders kritisch auf vermeintlich stereotype Darstellungen reagierte, identifizierte die Frauengruppe in deklarierten Stereotypen auch unkonventionelle Handlungen. Ähnliches zeigte sich bei Studierenden, die ihre Einschätzung auffällig auf ihr soziales Umfeld zurückführten. Dass Werbespots nicht nur vorherrschende Normen inszenieren, sondern durch ihre Darstellung wiederum Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit (re-)produzieren, wurde zudem besonders durch eine Gruppe von Nicht-Studierenden erkannt.Advertising plays an integral role in society, continuously promoting the consumption of goods and services. To advertise products effectively, commercials often rely on easily recognizable content such as (gender) stereotypes. The central assumption of this thesis is that these advertisements present reality in an exaggerated manner, reflecting societal ideas of femininity and masculinity while simultaneously (re)producing these ideals through their portrayals. This master’s thesis explores how gender-specific representations in commercials are perceived. As the portrayal of emotions is a key element in constructing gender stereotypes, the thesis also focuses on how emotional expressions are interpreted in the context of gendered representations in advertising. To investigate this research interest, four group discussions were conducted with participants differing in gender, current job status, and place of residence. The qualitative approach reveals that not only do gendered representations differ in advertising content, but interpretations of these representations also vary between groups. While the male group responded particularly critically to seemingly stereotypical portrayals, the female group identified unconventional behaviors within the same stereotypes. A similar pattern emerged among students who often based their assessments on their social environment, as especially the group of non-students recognized that commercials not only reflect dominant norms, but also actively produce and reproduce notions of femininity and masculinity through their portrayals.Anna Kohler, BAMasterarbeit Universität Graz 202

    The development and evaluation of a learning arrangement using a human eye remote-laboratory for lower secondary education

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    Der physikalische Sehprozess ist laut österreichischem Lehrplan ab dem Schuljahr 2024/25 ein Teil der Kompetenzbereiche in der 6. Schulstufe. Dieser und das menschliche Auge sollen von den Lernenden experimentell beobachtet und qualitativ beschrieben werden können. Bei der Implementierung dieser Neuerung in den Unterricht stellt sich die Frage, wie geeignete Lehr- und Lernmaterialien dazu aussehen. Die didaktische Strukturierung eines solchen Lernarrangements, das anhand eines Remote-Labors den Sehprozess begreifbar machen soll, ist Fokus der vorliegenden Arbeit. Die Struktur des Lernarrangements soll Lernbarrieren vorbeugen, den Lernprozess so intuitiv wie möglich gestalten und optimieren sowie die Lernenden durch den spielähnlichen Aufbau motivieren. Auch die Erprobung des Lernarrangements mit Lernenden legt den Untersuchungsschwerpunkt auf lernförderliche und lernhinderliche Faktoren sowie die Akzeptanz der eingebetteten Gamification-Elemente. Konkret wird die Methode der Akzeptanzbefragung angewendet. So wird nach jedem Aufgabenabschnitt auch eine inhaltliche Diskussion angeregt, welche gleichzeitig Missverständnissen vorbeugen soll und damit die gewünschten Erkenntnisse im darauffolgenden Abschnitt angewendet werden können. Anhand der qualitativen Inhaltsanalyse wurden die Transkripte der Audiodateien analysiert. In diesem Prozess zeigte sich eine deutliche Mehrheit der lernförderlichen Faktoren und auch die Gamification-Elemente wurden fast ausschließlich positiv aufgenommen. Zusätzlich ist der erhöhte Redeanteil des Interviewers auf Erklärungen zurückzuführen, was mit der Methode der Akzeptanzbefragung einhergeht. Diese Erklärungen beinhalten u.a. auch deutliche Hinweise für die Weiterentwicklung der Materialien. Außerdem ist eine positive Tendenz der Akzeptanz in den fortlaufenden Aufgaben zu erkennen, dies könnte u.a. auch durch die immer sicherer werdende Handhabung des Remote-Labors begründet werden. Diese Arbeit erörtert also die theoretisch fundierte und evidenzbasierte Entwicklung eines Lernarrangements zum Thema Optik unter Verwendung eines Remote-Labors und eingebetteten Gamification-Elementen sowie die Ergebnisse aus der darauffolgenden Befragung mit Lernenden, die eine positive Akzeptanz aufweisen.The physical visual process has been part of the Austrian curriculum of the 6th grade since 2024/25. Learners should be able to observe this process and the human eye experimentally and describe it qualitatively. When implementing this content in the classroom, the question arises as to what suitable teaching and learning materials should look like. The didactic structuring of such a learning arrangement, which is intended to make the visual process understandable using a remote laboratory, is the focus of this thesis. The structure of the learning arrangement should prevent learning barriers, make the learning process as intuitive as possible while optimizing it, and motivate learners through the game-like structure. The evaluation of the learning arrangement with learners also focuses on factors that promote and hinder learning as well as the acceptance of the embedded gamification elements. Specifically, the probing acceptance method is used. After each task, a discussion of the content is encouraged, which is also intended to prevent misunderstandings so that the desired findings can be applied in the following section. The transcripts of the audio files were analyzed using qualitative content analysis. This process revealed a clear majority of factors that promote learning and the gamification elements were also perceived almost exclusively positively. In addition, the increased proportion of speech by the interviewer can be attributed to explanations, which is consistent with the probing acceptance method. Among other things these explanations contain clear indications for the future development of the materials. Furthermore, a positive trend in acceptance can be seen in the ongoing tasks, which could also be linked to the increasingly intuitive handling of the remote laboratory. This paper therefore discusses the theoretically sound and evidence-based development of a learning arrangement in the field of optics using a remote laboratory and embedded gamification elements, as well as the results from the subsequent survey with learners, which show a high level of acceptance.Automatisch erstellte Titelanzeige – Daten nicht geprüftMasterarbeit Universität Graz 202

    Parental health literacy and the promotion of physical activity in children : an analysis of influencing factors on physical activity

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    Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss der elterlichen bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz auf das Bewegungsverhalten von Kindern und deren ganzheitliche Bewegungskompetenz (Physical Literacy). Ziel dieser Studie war es, relevante Einflussfaktoren zu identifizieren und Zusammenhänge zwischen den Kompetenzen von Eltern und ihren Kindern zu analysieren. Hierfür wurden standardisierte Fragebögen zur Messung der bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz (PPLQ) der Eltern sowie der Bewegungskompetenz der Kinder (MyPL) verwendet.Die Stichprobe umfasste Eltern und ihre Kinder, deren soziodemografische Daten und Kompetenzen detailliert erhoben und analysiert wurden. Mittels des Physical Literacy Scores (PL-Score) sowie diverser Subscores wurden die Daten deskriptiv dargestellt und mittels Korrelations- und Regressionsanalysen ausgewertet.Die Ergebnisse zeigten signifikante Zusammenhänge zwischen den Subscores der Eltern und den Bewegungskompetenzen ihrer Kinder. Eltern mit höherer Gesundheitskompetenz wiesen tendenziell Kinder auf, die über eine höhere Bewegungskompetenz verfügten. Darüber hinaus wurden soziodemografische Faktoren wie Bildungsstand und Wohnort als relevante Einflussgrößen identifiziert.Die Studie verdeutlicht die entscheidende Rolle der Eltern bei der Förderung eines aktiven Lebensstils ihrer Kinder. Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Eltern könnten daher einen wichtigen Beitrag leisten, um langfristig das Bewegungsverhalten und die Gesundheit der nächsten Generation zu verbessern.This master's thesis investigates the influence of parental physical literacy on the physical activity behavior and physical literacy of children. The aim of this study was to identify relevant influencing factors and to analyze correlations between the competencies of parents and their children. Standardized questionnaires were used to measure the physical literacy (PPLQ) of parents and the physical literacy of children (MyPL).The sample consisted of parents and their children, whose sociodemographic data and competencies were collected and analyzed in detail. The data were descriptively presented using the Physical Literacy Score (PL-Score) and various subscores and evaluated using correlation and regression analyses.The results showed significant correlations between the subscores of parents and the physical literacy of their children. Parents with higher physical literacy tended to have children with higher levels of physical literacy. Furthermore, sociodemographic factors such as educational level and place of residence were identified as relevant influencing variables.The study highlights the crucial role of parents in promoting an active lifestyle in their children. Measures to strengthen parental physical literacy could therefore make an important contribution to improving physical activity behavior and health in future generations.Daniel Robnik, BscMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassungen auf Deutsch und Englisc

    Brainspheres : characterization of an innovative 3 dimensional human brain model with the potential to enrich the research field of multiple sclerosis

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    Die Erforschung des menschlichen Gehirns, mit dem Streben nach vollständiger Aufklärung neuronaler Prozesse und Mechanismen, stellt in der medizinischen Forschung nach wie vor ein Feld mit vielen Herausforderungen dar. Eine der wesentlichen Einschränkungen besteht im begrenzten Zugang zu Strukturen des Gehirns sowie dem Mangel an Modellen, welche in der Lage sind, kognitive Strukturen und Interaktionen realitätsnah zu simulieren. Daher rückt die Suche nach Modellsystemen, welche (patho-) physiologische Prozesse abbilden können, zunehmend in den Vordergrund; einen vielversprechenden Ansatz bilden stammzellbasierte, dreidimensionale (3D) mikrophysiologische in-vitro-Systeme, mit welchen sich humane Organoide herstellen lassen. Bei sogenannten Brainspheres (BS) handelt es sich um vereinfachte Gehirnmodelle in Form von kortikalen Sphäroiden, die aus humanen pluripotenten Stammzellen (hPSCs) generiert werden. Ihre intrinsische Fähigkeit zurSelbstorganisation ermöglicht eine Entwicklung zu höheren Geweben und Strukturen, wodurch sie als präzise Modellplattformen zur Darstellung komplexer Prozesse dienen können. Besonders in Bezug auf Krankheiten, die das Zentralnervensystem (ZNS) betreffen, sind BS ein leistungsfähiges und zukunftsträchtiges Instrument, um die Pathogenese zu verstehen und Medikamente sowie toxikologische und sicherheitsrelevante Aspekte zu untersuchen. Multiple Sklerose (MS) ist definiert als eine chronische, entzündliche und demyelinisierende Erkrankung des ZNS, die durch ein komplexes Zusammenspiel genetischer, umweltbedingter und immunologischer Faktoren gekennzeichnet ist. Trotz relevanter Forschungsfortschritte und zunehmender Evidenz und Erkenntnisgewinne bezüglich der Rolle verschiedener Zelltypen im Krankheitsgeschehen, gelten viele Aspekte des Krankheitsmechanismus weiterhin als unvollständig erforscht. Ein vertieftes Verständnis zellulärer Interaktionen und deren Beiträge zum Krankheitsverlauf ist zentral für die zukünftige MS-Diagnostik und -Therapie. Es ermöglicht die Entwicklung präziser Biomarker, neuer bildgebender Verfahren und personalisierter Behandlungsstrategien mit dem Ziel der Prävention oder potenziellen Heilung. In dieser Arbeit wird der aktuelle Wissensstand in der MS-Forschung beleuchtet, mit einem besonderen Fokus auf den Einsatz und die Bewertung verschiedener angewandter Modellsysteme. Es wurde eine differenzierte Charakterisierung eines aus hPSCs abgeleiteten 3D-in vitro-Systems durchgeführt sowiewesentliche Merkmale erfasst und bewertet. Insbesondere wurde dabei auf Wachstums-, Differenzierungs- und Reifeprozesse eingegangen, welche durch Beobachtung oder Messung erfassbar waren. Im zweiten Teil der Arbeit erfolgte eine komparative Analyse zwischen BS aus einer Stammzelllinie eines MS-Patienten im Vergleich zu einer Kontrolle auf Basis einer gesunden Stammzelllinie.Studying and fully understanding the human brain is still considered one of the highest disciplines interms of medicine. Due to limited accessibility and the lack of models that represent the complexarchitecture and interactions, solutions are still being sought. With the establishment of three-dimensional (3D) microphysiological systems called brainspheres (BS), many open questions could beanswered soon. These are "simplified" brain models in form of cortical spheroids, generated from humanpluripotent stem cells (hPSCs), which are able to represent processes and complex interactions in a highly specific way. In general: when diseases arise that affect the central nervous system (CNS), BS represent as a powerful tool for the understanding of the pathogenesis, drug and toxicological/safetyscreenings. Multiple Sclerosis (MS) is defined as a chronic inflammatory and demyelinating disease ofthe CNS, characterized by a complex interplay of genetic, environmental and immunological factors.Despite significant advancements in understanding the roles of various cell types, aspects of the diseasemechanism remain unclear. Full elucidation of complex cellular interactions and contributions to diseaseprogression are a prerequisite for the identification of biomarkers, development of further imagingtechniques and advancement of personalized medicine in order to pursue the goal of preventing or evenreaching a cure for MS. This research addresses the current state of knowledge in MS research, with anemphasis on the use of various applied models. In this work the characterization of a 3D in vitro spheroidmodel derived from hPSCs was performed, with the main focus being on the maturation process. Thefirst objective was to determine the cellular differentiation density through observation and quantitativemeasurements. Complementing this, a comparative analysis was carried out between BS derived froma stem cell line of a MS patient and a healthy individual serving as a control.written by Mona Miriam SchuhmannMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc

    Adaptation and Transformation: Islamic Glass and Rock Crystal Vessels in Western European Collections of the Middle Ages

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    Islamische Glas- und Bergkristallgefäße in westeuropäischen Sammlungen des Mittelalters sind keine Objekte aus einer anderen Kultur, die unverändert geblieben wären, sondern aktive Träger von Bedeutungen, die sich im Lauf ihrer Geschichte verändert haben. Besonders in Zeiten intensiver kultureller Begegnungen, Migrationen und Transfers wurden sie in neue Kontexte überführt, in denen sich ihre Funktion, Symbolik und Wahrnehmung grundlegend transformieren konnten. In diesem Zusammenhang steht der Begriff der Anpassung im Mittelpunkt: Er beschreibt Prozesse, in denen Kunstwerke nicht nur räumlich bewegt, sondern auch funktional, materiell und symbolisch neu verortet wurden.Diese Anpassung vollzog sich auf mehreren Ebenen – durch Veränderungen in der materiellen Gestaltung, durch neue rituelle oder politische Verwendungen oder durch Verschiebungen in der Interpretation und Bewertung. Dabei entstanden hybride Objekte, die Elemente unterschiedlicher kultureller, religiöser und zeitlicher Herkunft in sich vereinen und sich eindeutiger Zuordnung entziehen. Die Analyse solcher Artefakte eröffnet neue Perspektiven auf Kunst als ein dynamisches Feld von Bedeutungsproduktion. Kulturelle Identität erscheint nicht als festgeschrieben, sondern als fortwährend verhandelt – durch Aneignung, Übersetzung und Umdeutung.Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Masterarbeit den Formen und Folgen der Anpassung anhand ausgewählter islamischer Glas- und Kristallgefäße in westeuropäischen Sammlungen. Ziel ist es, die transformativen Prozesse zu untersuchen, durch die diese Objekte von kostbaren Luxusgütern zu Objekten mit beinahe reliquienhaftem Charakter wurden.Ausgangspunkt bildet die sogenannte Khosro-Schale, auch bekannt als Tasse Salomos. Dieses frühislamische Objekt, das der sassanidischen Hofkultur entstammt, wurde im Kirchenschatz von Saint-Denis mit neuer Bedeutung versehen. Die Analyse seiner Provenienz, materiellen Beschaffenheit und historischen Wandlung zeigt exemplarisch, wie kulturelle Zuschreibungen neu verhandelt und Objekte symbolisch und funktional umgedeutet wurden.Das zweite Kapitel bildet das Zentrum der Masterarbeit. Es widmet sich der Anpassung islamischer Glas- und Bergkristallgefäße, die tiefgreifende Bedeutungsverschiebungen erfuhren. Die Objekte – Teller, Kannen, Kelche oder transformierte Einzelstücke – wurden in Kirchenschätze oder höfische Sammlungen überführt. Untersucht werden physische Veränderungen, theologische Umdeutungen und symbolische Neubewertungen. In „Conclusio“-Abschnitten wird reflektiert, ob liturgische Funktionalisierung, ikonografische Umdeutung oder ästhetische Aufwertung im Vordergrund stand.Das abschließende Kapitel befasst sich mit dem Wert islamischer Objekte im mittelalterlichen Europa. Dabei wird ein vielschichtiges Verständnis von Wert entwickelt: Neben dem materiellen Wert treten religiöse, technische, symbolische und exotische Dimensionen. Glas und Bergkristall galten aufgrund ihrer Lichtdurchlässigkeit als Träger religiöser Symbolik und wurden mit Reinheit, Transzendenz und Heiligkeit verbunden. In weltlichen Kontexten standen handwerkliche Qualität, materielle Kostbarkeit und ästhetische Faszination im Vordergrund. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Bergkristall, dessen metaphysische Lichtsymbolik in islamischen wie christlichen Traditionen tief verankert ist.Die vorliegende Masterarbeit zeigt, dass der Wert dieser Objekte nicht statisch war, sondern in verschiedenen Kontexten neu konstruiert wurde. Sie wurden zu Trägern neuer Geschichten – Geschichten, die ebenso viel über ihre neue Umgebung aussagen wie über ihren Ursprung.Islamic glass and rock crystal vessels in Western European collections of the Middle Ages are not static objects from a foreign culture that remained unchanged. Rather, they are active bearers of meaning whose significance evolved over time. Especially during periods of intense cultural encounters, migrations, and transfers, these artifacts were incorporated into new contexts in which their function, symbolism, and perception could undergo fundamental transformations.At the center of this phenomenon is the concept of adaptation, which describes processes in which artworks were not only relocated geographically but also recontextualized functionally, materially, and symbolically.This adaptation occurred on multiple levels—through physical alterations, new ritual or political uses, or shifts in interpretation and valuation. As a result, hybrid objects emerged that combined elements of different cultural, religious, and historical origins, defying clear categorization. The analysis of such artifacts opens up new perspectives on art as a dynamic field of meaning-making. Cultural identity appears not as fixed but as continuously negotiated—through appropriation, translation, and reinterpretation.Against this backdrop, the present master's thesis explores the forms and consequences of adaptation by examining selected Islamic glass and rock crystal vessels in Western European collections. The aim is to investigate the transformative processes through which these objects evolved from precious luxury goods into items of almost reliquary status.The point of departure is the so-called Khosro Cup, also known as the Cup of Solomon. This early Islamic object, rooted in Sasanian court culture, acquired a new meaning in the treasury of the Abbey of Saint-Denis. The analysis of its provenance, material characteristics, and historical transformation serves as a prime example of how cultural attributions were renegotiated and objects symbolically and functionally reinterpreted.The second chapter forms the core of the thesis, focusing on the adaptation of Islamic glass and rock crystal vessels that underwent profound shifts in meaning. Objects such as plates, jugs, chalices, or unique transformed pieces were incorporated into church treasuries or courtly collections. The study examines physical alterations, theological reinterpretations, and symbolic revaluations. In “Conclusion” sections, it is assessed whether liturgical functionalization, iconographic reinterpretation, or aesthetic elevation played a dominant role.The final chapter addresses the value of Islamic objects in medieval Europe. It develops a nuanced understanding of value: beyond material worth, religious, technical, symbolic, and exotic dimensions are considered. Due to their transparency, glass and rock crystal were associated with religious symbolism and linked to purity, transcendence, and holiness. In secular contexts, craftsmanship, material preciousness, and aesthetic fascination were foregrounded. A particular focus is placed on rock crystal, whose metaphysical symbolism of light is deeply rooted in both Islamic and Christian traditions.This thesis demonstrates that the value of these objects was not static but continually reconstructed in different contexts. They became carriers of new stories—stories that reveal as much about their new environments as about their origins.Automatisch erstellte Titelanzeige – Daten nicht geprüftMasterarbeit Universität Graz 202

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