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Österr. Religionspädagogisches Forum / KI und soziale Robotik : Methodologische und wissenschaftliche Orientierungen für die Erforschung im Religionsunterricht
Der Beitrag beleuchtet Perspektiven empirischer Forschung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) (in Form von Sprachmodellen) und KI-gestützter sozialer Robotik im Religionsunterricht (RU). Basierend auf der Analyse internationalerStudien und deutscher Theoriebeiträge werden zentrale Forschungslücken und Desiderata für den spezifischen RU-Kontext aufgezeigt. Diese betreffen Einstellungen, Design, didaktische Implementierung und Effekte von KI. Ziel ist es,zukünftige Forschung anzuregen für eine kritisch-reflektierte, evidenzbasierte Auseinandersetzung mit den Chancen und besonderen Herausforderungen von KI und sozialer Robotik im RU.The article highlights perspectives of empirical research on the use of Artificial Intelligence (AI) (large language models) and AI-supported social robotics in Religious Education (RE). Based on the analysis of international studies and Germantheoretical contributions, central research gaps and desiderata for the specific context of RE are identified. These concern attitudes, design, didactic implementation and effects of AI in RE. The aim is to stimulate future research for acritical, reflective and evidence-based discussion of the opportunities and particular challenges of AI and social robotics in RE
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Differenz – Organisation – Kindertageseinrichtungen. : Ein Einblick in die Forschungslandschaft zur (Re-)Produktion von Differenz in Kindertageseinrichtungen als Organisationen
In der differenzbezogenen Forschung zu frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung werden Kindertageseinrichtungen meist mikrosozial betrachtet, während ihre organisationale Rolle in der Herstellung von Differenzen auf Makro- und Mesoebene weitgehend unbeachtet bleibt. Im Beitrag wird dieser Befund genutzt, um zentrale theoretische und empirische Arbeiten zu Kitas als Organisationen zu bündeln. In einem Dreischritt werden hierzu (1) theoretische Grundlagen entfaltet, (2) der Forschungsstand und Forschungslücken aufgearbeitet und (3) zentrale Erkenntnisse dargelegt. Die Literatur verdeutlicht, dass Differenzen über organisational geregelte Gruppenzuteilungen, Bewertungen, Dokumentationen und Vergaberichtlinien reproduziert werden, während empirische Studien dazu bislang ausbaufähig bleiben.In difference-oriented research in early childhood education and care, childcare centers are usually viewed from a microsocial perspective, while their organizational role in the production of differences at the macro and meso levels has largely remained unexamined. This paper uses this observation as a starting point to bring together key theoretical and empirical works on childcare centers as organizations. In three steps, it (1) outlines theoretical foundations, (2) reviews the current state of research and identifies research gaps, and (3) presents central findings. The literature shows that differences are reproduced through organizationally regulated group assignments, evaluations, documentation practices, and allocation guidelines, while empirical studies on these processes remain underdeveloped
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Öffentliche Berichterstattung und politische Aushandlungen zu Erziehungs- und Bildungsplänen im Salzburg der 1980er-Jahre
Am 10. Juli 1968 wurde das Salzburger Kindergartengesetz einstimmig beschlossen. Dieser notwendige Meilenstein markierte einerseits die Neuregelung des Kindergartenwesens im Bundesland Salzburg, andererseits leitete er strukturelle Veränderungen ein, die sowohl politisch als auch öffentlich-medial diskutiert wurden. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich insbesondere mit der beabsichtigten Einführung von „Erziehungs- und Bildungsplänen“ für Salzburger Kindergärten in den 1980er-Jahren. Auf Grundlage einer historisch-diskursanalytischen Untersuchung zeitgenössischer Printmedien rekonstruiert der Beitrag, wie pädagogische Argumente gegenüber politischen Interessen in den Hintergrund traten und inwiefern sich die Kritik seitens der (Kindergarten-)Praxis gegen diese Pläne richtete. Abschließend werden Rückschlüsse aus dieser historischen Auseinandersetzung für aktuelle Debatten um Mitbestimmung und Sichtbarkeit elementarpädagogischer Akteur:innen gezogen.The Salzburg Kindergarten Law was passed on 10 July 1968. This necessary milestone marked the reorganisation of the pre-school education and care system in Salzburg on the one hand, and on the other, it initiated structural changes in the Salzburg kindergarten system, which were discussed both politically and in the public media. This paper mainly deals with the intended introduction of educational plans for Salzburg kindergartens in the 1980s. A historical discourse analysis of contemporary print media is used to reconstruct how pedagogical arguments took a back seat to political interests and to what extent practitioners (especially kindergarten teachers) criticised these plans. Finally, conclusions are summarized from this historical debate for current debates on the co-determination and visibility of elementary pedagogical actors
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Bauen und Konstruieren im Fokus : Professionalisierung durch Blended Learning in der Elementarpädagogik
Im Artikel wird ein Studiendesign eines laufenden Projekts dargestellt. Dieses zeigt auf, wie in einem Blended-Learning-Fortbildungsformat elementarpädagogische Fachpersonen darin unterstützt werden, sprachbildende Situationen beim Bauen und Konstruieren gezielt zu gestalten. Im Fokus stehen nicht die Wirksamkeit, sondern das didaktische Setting der Fortbildung, insbesondere der Theorie-Praxis-Transfer, die reflexive Auseinandersetzung und die Gestaltung alltagsintegrierter Sprachbildung im digitalen Lernformat.The article outlines the design of an ongoing study. It demonstrates how a blended learning training format can support early childhood education professionals in designing targeted language-building activities during construction play. The focus is not on effectiveness but on the didactic design of the training, particularly the theory-practice transfer, reflective engagement, and the integration of language education into everyday pedagogical practice through digital learning formats
Contemporary Southeastern Europe / I want it all and I want it now: Russian Invasion ofUkraine and its Security Implications for SoutheastEurope
Serbia is one of the few European countries that did not impose sanctions on the RussianFederation following the invasion of Ukraine. The primary objective of my paper is to explore and explain this distinct position through a substantial analysis of the roots and logic underpinning Serbia’s foreign policy. By adopting a critical social constructivist approach, this study seeks to understand the way in which national identity shapes Serbia’s unique foreign policy decisions - not only in relation to Russia and Ukraine butalso in terms of its broader international orientation. The basic claim of the article is thatSerbia’s international positioning should be assessed through two key factors: first, thenotion of ‘Serbian exceptionalism,’ rooted in the country’s self-perception of its unique historical and geopolitical role; and second, its attempt to emulate Yugoslavia's nonaligned stance during the Cold War, aiming to preserve strategic autonomy amidst global power dynamics
Dossier online / „Die Liebe tut Brigitte weh“ : Liebeskonzepte im Anti-Heimatroman bei Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz und Julia Jost
Literatur und Kritik / Das Schreiben widerspricht dem Tod. Laudatio Serhij Zhadan
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Limina / Extractive Violence : The Global Political Economy of Sexual and Environmental Violence in Colombia
Trotz der Formalisierung des Friedensabkommens von 2016 in Kolumbien bestehen sexuelle Gewalt und Umweltzerstörung weiterhin als strukturelle Bedingungen fort, die marginalisierte Bevölkerungsgruppen und deren Lebensräume überproportional betreffen. Dieser Beitrag theoretisiert diese verflochtenen Gewaltformen als systematisch hervorgebracht durch den extraktiven Kapitalismus, der sich über koloniale und vergeschlechtlichte sozio-ökologische Machtverhältnisse artikuliert. Unter Rückgriff auf das Konzept der „Kolonialität der Gewalt“ (Sachseder 2023) wird aufgezeigt, wie ökonomische, sozio-ökologische und symbolische „Gewinne“ als strukturelle Triebkräfte sowohl sexueller als auch ökologischer Gewalt fungieren. Diese Gewinne – ob materiell oder immateriell, sozial oder ökologisch – sichern Bedingungen, unter denen Gewalt nicht nur normalisiert, sondern auch intensiviert wird, um Machtasymmetrien zu reproduzieren. Sexuelle und ökologische Gewalt stellen dabei keine zufälligen oder randständigen Phänomene dar, sondern wirken als sich gegenseitig verstärkende Mechanismen, die eine umfassendere Architektur sozio-ökonomischer, politischer und ökologischer Ungleichheit konsolidieren. Diese Gewaltformen sind dem extraktiven Kapitalismus nicht äußerlich, sondern konstitutiv für dessen Funktionsweise: Sie ermöglichen Kapitalakkumulation und stabilisieren zugleich (post)koloniale Machtordnungen. Indem sexuelle und ökologische Gewalt als innere Logik extraktivistischer Ökonomien – und nicht als Ausreißer, Nebenprodukt oder temporäre Unterbrechung – positioniert werden, argumentiert dieser Beitrag, dass der extraktive Kapitalismus ein grundlegendes, jedoch häufig nicht beachtetes Hindernis für Frieden in Kolumbien darstellt – sowohl für menschliches als auch für nicht-menschliches Leben.Despite the formalization of the 2016 peace agreement in Colombia, sexual violence and environmental degradation persist as structural conditions that disproportionately affect marginalized populations and the territories in which they live. This paper theorizes these interwoven forms of violence as systematically produced by extractive capitalism that articulates through colonial and gendered socio-ecological relations of power. Drawing on the concept of the “coloniality of violence” (Sachseder 2023), the analysis demonstrates how economic, socio-ecological, and symbolic ‘gains’ function as structural drivers for both sexual and environmental violence. These gains—whether material or immaterial, social or ecological— sustain conditions in which violence is not only normalized but also intensified as a means of reproducing power asymmetries. Rather than constituting incidental or residual phenomena, sexual and environmental violence operate as mutually reinforcing mechanisms that consolidate a broader architecture of socio-ecological, political, and economic inequality. These forms of violence are not extraneous to extractive capitalism but foundational to its operation and simultaneously facilitate capital accumulation while stabilizing (post)colonial hierarchies of power. By positioning sexual and environmental violence as an intrinsic logic of extractivist economies—rather than an aberration, by-product, or temporary rupture—this paper argues that extractive capitalism represents a fundamental, yet frequently overlooked, impediment to peace for both humans and non-humans in Colombia