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Stigmatisation of Queer People in the Early Years of the AIDS Crisis
In dieser Arbeit wird untersucht, wie die öffentlichen Medien in den frühen Jahren der AIDS-Krise in den 1980er und frühen 1990er Jahren die gesellschaftliche Wahrnehmung von Queer-Personen geprägt haben. Die Rolle der medialen Darstellung von Queer-Personen wurde in der akademischen Forschung weitgehend unterschätzt. In dieser Studie werden die Medienberichterstattung, die rechtlichen Reaktionen und persönliche Aussagen analysiert, um festzustellen, wie negative Darstellungen zu Stigmatisierung und Diskriminierung beitrugen. Die Ergebnisse zeigen eine Mischung aus stigmatisierenden und aufklärerischen Darstellungen von Queer-Menschen in den frühen Jahren der AIDS-Krise. Während homophobe Sprache und bestimmte sprachliche Aspekte (wie die verwendung von Termini wie "Opfer") negativ konnotiert sind und zur Stigmatisierung beitragen, wirken landesweite Kampagnen wie ARTA dieser negativen Darstellung entgegen. Die immer wiederkehrenden negativ konnotierten öffentlichen Erzählungen über AIDS führen zu einer Stigmatisierung von Queer-Personen, die in öffentlichen Diskriminierungshandlungen (z. B. Übergriffen) und ungleichen Gesetzen und Politiken sowie in individuellen Erzählungen von Queers sichtbar wird. Persönliche Queer-Erzählungen heben körperliche und psychische Kämpfe hervor und betonen die Wichtigkeit der Gemeinschaft.This thesis examines how public narrative media shaped societal perceptions of Queer individuals during the early years of the AIDS crisis of the 1980s and early 1990s. The role of media portrayals of Queer people was widely underexplored in academic research. This study analyses media coverage, legal responses, and personal testimonies to assess how negative narratives contributed to stigma and discrimination. Findings reveal a mix of stigmatising and educational portrayals of Queer people during the early years of the AIDS crisis. While homophobic language and certain linguistic concpects (such as victimised language) are negatively connotated and add to the stigmatisation, nationwide campaigns such as ARTA counter this negative portrayal. The reoccurring of negatively connotated public narratives concerning AIDS lead to the stigmatisation of Queer people, which becomes visible in pubic acts of discrimination (e.g. assault) and unequal laws & politics as well as in Queer individual narratives. Personal Queer narratives highlight physical and mental struggles as well as stressing the importance of community.Automatisch erstellte Titelanzeige – Daten nicht geprüftMasterarbeit Universität Graz 202
Sex work in Germany : an analysis of qualitative interviews on the working and living conditions of sex workers and the role of social pedagogy
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit den Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter:innen in Deutschland und der Rolle der Sozialpädagogik. Sexarbeit wird häufig als soziales Problem betrachtet und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Laut der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland ist Sexarbeit zwar legal, aber besonders reguliert. Das heißt, Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere. Der Grund für diese besondere Regulierung ist, dass Sexarbeiter:innen gefährdet sind, häufiger von Gewalt und Ausbeutung betroffen zu sein. Um dem entgegenzuwirken und Sexarbeiter:innen bei ihrer Tätigkeit zu empowern und zu unter-stützen, gibt es Fachberatungsstellen. Ziel dieser Masterarbeit ist es, herauszufinden, wie die aktuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter:innen in Deutschland sind, ob Verbesserungsbedarf besteht und was die Sozialpädagogik dazu beitragen kann, positive Ver-änderungen herbeizuführen. Dafür wurden sieben qualitative, leitfadengestützte Ex-pert:inneninterviews mit acht Mitarbeiter:innen aus Fachberatungsstellen für Sexarbeiter:innen geführt, ein Interview mit einer Sexarbeiterin und ein Interview mit einer:m Vertreter:in des Nordischen Modells. Die erhobenen Daten wurden mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und mithilfe von MAXQDA ausgewertet. Dabei konnte festgestellt werden, dass die befragten Personen Verbesserungsbedarf im Arbeitsfeld Sexarbeit wahrnehmen. Als Haupt-grund für konnte die Stigmatisierung, gefolgt von den rechtlichen Regelungen herausgearbeitet werden. Um dies positiv zu verändern, lautet die Hauptaufgabe der Sozialpädagogik Öffent-lichkeitsarbeit zu betreiben, Stigmatisierung zu verringern und eine Gesetzesänderung im Sin-ne der Sexarbeiter:innen herbeizuführen.This master’s thesis deals with the working and living conditions of sex workers in Germany and the role of social pedagogy. Sex work is often seen as a social problem and marginalized in society. According to the current legal situation in Germany, sex work is legal but highly reg-ulated. This means that sex work is not a profession like any other. The reason for the special regulations is that sex workers are at risk of being more frequently affected by violence and exploitation. There are specialist advice centers to counteract this and to empower and support sex workers in their work. The aim of this master’s thesis is to find out what the current living and working conditions of sex workers in Germany are, whether there is a need for improve-ment and what social pedagogy can contribute to bringing about positive change. Seven quali-tative, guideline-based expert interviews were conducted with eight employees from special-ized counselling centers for sex workers, one interview with a sex worker and one interview with an advocate of the Nordic Model. The data collected was analyzed using a qualitative con-tent analysis according to Mayring with the help of MAXQDA. It was found that the interview-ees perceive a need for improvement in the field of sex work. Stigmatization was identified as the main reason for this, followed by the legal regulations. In order to change this in a positive way, the main task of social pedagogy is to conduct public relations work, reduce stigmatiza-tion and bring about a change in the law in the interests of sex workers.Autorin: Johanna Steinwender, BAMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung in Deutsch und Englisc
Why are there so many great women artists in the 20th century? : neue Medien und ein verändertes Selbstverständnis von Künstlerinnen im 20. und 21. Jahrhundert
Im Zentrum dieser Masterarbeit stehen verschiedene Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts.Ausgangsbasis sind die veränderten Produktions- und Distributionsbedingungen und die darausentstandenen Möglichkeiten für Frauen sich als Künstlerinnen zu emanzipieren und zu etablieren.Die Kunstrichtungen, die das 20. Jahrhundert besonders geprägt haben, wie die Videokunst,Fotokunst, Performancekunst und Installation werden anhand von signifikanten Beispielen erklärtund besprochen. Im darauffolgenden Teil werden zwei Künstlerinnen, Louise Bourgeois und JennyHolzer näher beleuchtet. Anschließend wird die Ausstellung „Louise Bourgeois x Jenny Holzer“besprochen um zu veranschaulichen wie sich die Selbstwahrnehmung und Wahrnehmung vonKünstlerinnen über andere Künstlerinnen verändert haben. Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutungsozialer, ökonomischer und politischer Veränderungen auf das Selbstverständnis von Künstlerinnenim 20. und 21. Jahrhundert herauszuarbeiten.This masters thesis focuses on various female artists of the 20th and 21st centuries. The startingpoint is the changing conditions of artistic production and distribution, and the opportunities thesechanges created for women to emancipate themselves and establish their positions as artists. Artisticmovements that particularly shaped the 20th century—such as video art, photography, performanceart, and installation—are explained and discussed using significant examples. The following sectiontakes a closer look at two artists: Louise Bourgeois and Jenny Holzer. This is followed by ananalysis of the exhibition Louise Bourgeois x Jenny Holzer, which serves to illustrate how both self-perception and the perception of female artists by other female artists have evolved. The aim of thisthesis is to examine the significance of social, economic, and political changes in shaping the self-understanding of female artists in the 20th and 21st centuries.vorgelegt von Christiane Sylvia GöllyMasterarbeit Universität Graz 202
The importance of confidentiality in Austrian procedural law and its relevance for mediation
Ziel ist es die Bedeutung der Vertraulichkeit im österreichischen Verfahrensrecht sowohl im Zivil-, Straf- als auch im Verwaltungsverfahren zu erläutern. Es wird dargestellt, wie und unter welchen Voraussetzungen der Gesetzgeber in den verschiedenen Verfahren dieses erhöhte Maß an Vertraulichkeit gewährt. In weiterer Folge wird auf die Funktion des Mediators in den drei genannten Verfahren und die damit einhergehenden Vertraulichkeitsgebote näher eingegangen. Es wird untersucht, ob und unter welchen Umständen Fakten, welche diesem aus der Mediation, die eine Form der außergerichtlichen und freiwilligen Streitbeilegung darstellt, bekannt werden, im Falle einer gerichtlichen Verhandlung preisgegeben werden dürfen.The aim is to explain the importance of confidentiality in Austrian procedural law in civil, criminal and administrative proceedings. It shows how and under what conditions the legislator grants this increased level of confidentiality in the various proceedings. Subsequently, the function of the mediator in the three mentioned proceedings and the associated confidentiality requirements will be discussed in more detail. It will examine whether and under what circumstances facts that become known to him as a result of mediation, which is a form of extrajudicial and voluntary may be disclosed in the event of a court hearing.vorgelegt von Stefan HösslEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 61-66Diplomarbeit Universität Graz 202
Post-conflict judicial reform in Bosnia and Herzegovina : the false promise of judicial independence
Nach dem Ende des Krieges in Bosnien und Herzegowina (BiH) wurde Bosnien und Herzegowina einer Reihe umfassender Reforminitiativen unterzogen, die auf die Schaffung einer robusten und unabhängigen Justiz abzielten. Diese Reform, die größtenteils in den Jahren 2002 bis 2004 umgesetzt wurde, galt als eine der umfassendsten Justizreformen, die jemals unternommen wurden. Wie bei den meisten dieser Bemühungen war die „richterliche Unabhängigkeit“ wohl das zentralste und verbindendste Ziel der Reformer.Nach mehr als zwanzig Jahren scheint die Justiz in Bosnien und Herzegowina weit hinter den angestrebten Idealen zurückgeblieben zu sein. Obwohl ein erhebliches Maß an richterlicher Unabhängigkeit erreicht wurde und diese weiterhin eine vehement verteidigte Priorität darstellt, bleibt die Justiz in Bosnien und Herzegowina anfällig für Korruption. Die richterliche Unabhängigkeit reichte jedoch nicht aus, um die Probleme der Korruption und Ineffizienz in den Gerichten von Bosnien und Herzegowina zu lösen und ihnen vorzubeugen. Und es gibt Grund zu der Annahme, dass eine übermäßige Betonung der richterlichen Unabhängigkeit diese Probleme angesichts der Integritätsdefizite im System verschärfen kann.Umfragen unter allen Richtern und Staatsanwälten in Bosnien und Herzegowina, die ich 2011 und erneut 2024 durchgeführt habe, zeigen, dass im ersten Jahrzehnt der Reformen zwar gute Fortschritte erzielt wurden, das von internationalen Reformern Anfang der 2000er Jahre etablierte System jedoch nicht robust genug war, um den Bedrohungen der Rechtsstaatlichkeit, die sich im zweiten Jahrzehnt einschlichen, vollständig standzuhalten. Obwohl die vom Hohen Justizgerichtshof (HJPC) im Jahr 2019 demonstrierte Straflosigkeit zutiefst beunruhigend ist und die Milde der Sanktionen für richterliches Fehlverhalten Anlass zur Sorge gibt, ist die Behauptung, dem System wäre eine geringere richterliche Unabhängigkeit besser gedient gewesen, schwer zu verteidigen. Tatsächlich ist es weitaus wahrscheinlicher, dass die anderen Regierungszweige in Bosnien und Herzegowina korrumpierend wirken, als dass sie die richterliche Macht oder Amtsmissbrauch wirksam kontrollieren. Ein robustes Disziplinarsystem, das stark genug ist, um Richter zu entlassen, deren Integrität nicht zugetraut werden kann, ist wichtig. Die Disziplinarstrukturen müssen jedoch innerhalb der Justiz verbleiben, wenn wir die für das Funktionieren des Systems so wichtige institutionelle Unabhängigkeit bewahren wollen. Fazit - Wenn der Justizvollzugsbeamte (HJPC) der Situation gewachsen ist, Lehren aus den 2019 begonnenen Rechenschaftsskandalen zieht und ein neues Gesetz für den Justizvollzugsbeamten (das derzeit von der Venedig-Kommission gefördert wird) verabschiedet, das dazu beiträgt, dass Ernennungen nach angemessenen Kriterien und Verfahren erfolgen - besteht noch Hoffnung für die Justiz von Bosnien und Herzegowina. Einige solide Strukturen sind vorhanden. Wenn die EU und andere bereit sind, weiterhin ihre Rolle zu spielen und ihren Einfluss zu nutzen, um diejenigen zu stärken, die Reformen und bessere Praktiken von innen heraus vorantreiben, wird die Justiz wahrscheinlich das funktionsfähigste aller Organe der bosnisch-herzegowinischen Regierung bleiben.Integrität – verkörpert durch die Justizbeamten, verankert in der Kultur und überwacht innerhalb der Justiz – ist jedoch eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg jeder Reform, die die Unabhängigkeit stärkt. Ohne diese Integrität im System könnte die richterliche Unabhängigkeit mehr Schaden als Nutzen anrichten.After the war in Bosnia and Herzegovina (BiH) ended, BiH was subjected to a sweeping array of reform initiatives designed to create a robust and independent judiciary. In an era when judicial reform (and Rule of Law in general) was a popular investment for international aid funding, the BiH reform, implemented mostly in 2002-04, stood out as one of the most comprehensive efforts ever. As with most of these efforts, “judicial independence” was arguably the most central and unifying objective of the reformers. Now, after more than twenty years, it appears that the BiH judiciary has fallen well short of the ideals envisioned for it. Even as a substantial measure of judicial independence has been achieved, and continues to be a fiercely defended priority, the BiH judiciary remains vulnerable to corruption. But judicial independence has not been sufficient to resolve, and guard against, the problems of corruption and inefficiency in the BiH courts. And there is reason to believe that undue emphasis on judicial independence can exacerbate these problems, given the integrity deficits in the system.Surveys of all judges and prosecutors in BiH that I conducted in 2011 and again in 2024 reveal that while good progress was made during the first decade of the reforms, the system established by international reformers in the early 2000s was not robust enough to fully withstand threats to the Rule of Law that crept in during the second decade. At the same time, while the impunity demonstrated by the HJPC in 2019 is deeply troubling, and the leniency of sanctions for judicial misconduct is concerning, it is difficult to defend the proposition that the system would have been better served by less judicial independence. Indeed, the other branches of government in BiH are far more likely to serve as a corrupting influence than as any kind of meaningful check on judicial power or malfeasance. A robust system of discipline, strong enough to remove judges who cannot be trusted to act with integrity, is important. But the disciplinary structures must remain internal to the judiciary if we are to retain the institutional independence so vital to the functioning of the system.The upshot is that—if the HJPC can rise to the occasion, learning lessons from the accountability scandals that started in 2019, and embracing a new Law on the HJPC (now being promoted by the Venice Commission) that will help ensure that appointments are done according to proper criteria and procedure—there is still hope for the BiH judiciary. Some sound structures are in place. If the EU and others are willing to continue to play a role, using their influence to help empower those who are pushing for reform and for better accountability practices from the inside, the judiciary is likely to remain the most functional of all of the organs of BiH’s government. The experience in BiH judicial reform contains important lessons for other countries and other efforts to reform the rule of law. One of those key lessons is that judicial independence will never be the solution that will solve all the ills of the system. Absent a substantial endowment of integrity in the system and in its key players, independence has the potential to become part of the problem. Accordingly, integrity—embodied in the judicial officers, embedded in the culture, and policed within the judiciary—is a necessary precursor to the success of any reform that enhances independence, and absent that integrity in the system, judicial independence may do more harm than good.submitted by David PimentelDissertation Universität Graz 202
The use of drones from a fundamental rights perspective, with special consideration of data protection aspects
In dieser Arbeit werden die mit dem Einsatz von Drohnen verbundenen Risiken und Gefahren untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche grundrechtlich geschützten Bereiche durch den Drohneneinsatz betroffen sein können. Dabei werden sowohl die grundrechtlichen Positionen der Drohnenbetreiber als auch jene potenziell betroffener Personen analysiert. Der besondere Fokus der Arbeit liegt im Datenschutzrecht. Es wird aufgezeigt, welche datenschutzrechtlichen Problemstellungen sich im Zusammenhang mit dem Einsatz von Drohnen ergeben können und welche rechtlichen Abhilfemöglichkeiten bei einem datenschutzwidrigen Drohneneinsatz zur Verfügung stehen.This thesis examines the risks and dangers associated with the use of drones. The central focus is on identifying which areas protected by fundamental rights may be affected by drone operations. Both the fundamental rights of drone operators and those of potentially affected individuals are analyzed. The primary emphasis of the study lies on data protection law. It explores the specific data protection challenges posed by drone use and outlines the legal remedies available in cases of data protection violations.vorgelegt von Julian PriebschEnthält Literaturverzeichnis auf Seite 88-97Diplomarbeit Universität Graz 202
The avoidance actions in the settlor's insolvency in light of creditor protection
Die vorliegende Arbeit analysiert die Möglichkeit der Insolvenzanfechtung im Fall der Insolvenz eines Stifters einer Privatstiftung und legt dabei den Fokus auf den Gläubigerschutz. Überprüft wird, inwiefern Vermögenswidmungen des Stifters an die Privatstiftung einer Anfechtung nach §§ 28 und 29 IO zugänglich sind. Hierbei stellt sich vor allem die Frage, ob die Benachteiligungsabsicht des Stifters der Privatstiftung nach §§ 28 Z 1 und Z 2 IO zugerechnet werden kann. Weiters ist die nahe Angehörigenstellung der Privatstiftung nach § 28 Z 3 IO zu prüfen, weil dann eine Beweislastumkehr erfolgen würde und dies für den Insolvenzverwalter von Vorteil wäre. Für eine erfolgreiche Anfechtung nach § 29 IO muss die Unentgeltlichkeit der Widmung bejaht werden, wobei es hier vor allem auf die Freigebigkeit und einer fehlenden Gegenleistung an den Stifter ankommt. Hinsichtlich des Fristlaufs gestaltet sich die Rechtslage dahingehend schwierig, dass aufgrund eines Vorbehalts von Gestaltungsrechten durch den Stifter der Zeitpunkt der Vornahme der Widmung fraglich ist. Um eine umfassende Analyse des Instruments der Anfechtung zu garantieren, werden weitere Zugriffsmöglichkeiten überblicksmäßig diskutiert und anschließend auf ihre Wirksamkeit mit der Anfechtung verglichen. Ziel der Arbeit ist es, die Effektivität der Insolvenzanfechtung in Bezug auf die Insolvenz des Stifters zu evaluieren und einen Beitrag zur Weiterentwicklung der dogmatischen Diskussion an der Schnittstelle von Stiftungs- und Insolvenzrecht zu leisten.This thesis analyzes the possibility of the avoidance actions in the case of a settlor's insolvency in relation to a private foundation, with a particular focus on creditor protection. It examines to what extent asset transfers from the settlor to the private foundation are subject to the avoidance actions under §§ 28 and 29 of the Austrian Insolvency Code (IO). A key question is whether the settlor’s intent to disadvantage creditors can be attributed to the private foundation pursuant to §§ 28 no. 1 and 2 IO. Additionally, the potential classification of the private foundation as a "close relative" under § 28 no. 3 IO is considered, as this would shift the burden of proof and be advantageous for the insolvency administrator. For a successful avoidance action under § 29 IO, the gratuitous nature of the transfer must be affirmed, particularly focusing on the generosity of the transaction and the absence of any consideration to the settlor. With regard to the calculation of the limitation period, the legal situation is complicated by the fact that the timing of the transfer may be unclear if the settlor reserved certain discretionary rights. In order to ensure a comprehensive analysis of the avoidance instrument, additional access mechanisms to the foundation’s assets are discussed in an overview and subsequently compared with the effectiveness of the avoidance rules. The aim of this thesis is to evaluate the effectiveness of avoidance in the context of the settlor’s insolvency and to contribute to the further development of doctrinal discourse at the intersection of foundation and insolvency law.vorgelegt von Iris KaarDiplomarbeit Universität Graz 202
Can the definition of Genocide as stated by the Genocide Convention be applied to the current situation in Gaza under the perspective of South Africa's allegations against lsrael at the lnternational Court of Justice?
Ziel der Diplomarbeit „Can the definition of Genocide as stated by the Genocide Convention be applied to the current situation in Gaza under the perspective of South Africa’s allegations against Israel at the International Court of Justice?” ist es zu klären, ob der Begriff Völkermord gemäß der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes auf die Situation in Gaza angewandt werden kann, wie es von Südafrika in dem Fall South Africa v. Israel vor dem Internationalen Gerichtshof behauptet wurde. Um zu gewährleisten, dass die Diplomarbeit alles, was sie abdecken wollte, in den notwendigen Details, die eine solche Arbeit mit sich bringt, abdecken konnte, wurde der Zeitraum vom 7. Oktober 2023, als die Hamas ihren letzten Angriff begann, bis zum 29. Dezember 2023, als Südafrika ein Verfahren vor dem IGH einleitete, eingeschränkt. Die Arbeit wurde in fünf Überkapitel unterteilt. Im ersten Kapitel wurde die Geschichte Israels/Palästinas behandelt, da es unmöglich ist, den aktuellen Konflikt zu verstehen, ohne einen Blick auf die Geschichte der Region und ihre früheren Konflikte zu werfen. Das zweite Kapitel befasste sich mit der UN-Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes. Die Entstehungsgeschichte der Konvention sowie die verschiedenen Aspekte, die das Verbrechen des Völkermordes ausmachen, wurden untersucht. Im dritten Teil wurden frühere Fälle untersucht, die vom IGH oder einem internationalen völkerrechtlichen Straftribunal als Völkermord eingestuft wurden, um besser zu verstehen, wie die Konvention auf den aktuellen Fall angewendet wurde. Die Fälle, die für diese Arbeit untersucht wurden, waren Ruanda, Srebrenica und Kambodscha.Im vierten Kapitel wurden die Ergebnisse der vorherigen Kapitel auf den aktuellen Krieg in Gaza angewandt, um festzustellen, ob die Behauptungen Südafrikas zutreffen. Zu diesem Zweck wurden die Behauptungen Südafrikas eingehend geprüft und mit den Definitionen des zweiten Kapitels und den Fällen des dritten Kapitels verglichen. Die wichtigsten Fragen, die sich dabei stellten, waren: •Stellen die Palästinenser eine eigene Gruppe im Sinne von Art. II GC dar?•Stellt das Vorgehen Israels im Gazastreifen eine der aufgezählten Handlungen des Art. II lit. (a) bis (e) GC dar? •Wenn die Handlungen Israels eine oder mehrere der aufgezählten Handlungen darstellen, wurden diese Handlungen mit der erforderlichen spezifischen Absicht begangen?Nach der Bejahung der Frage, ob die Palästinenser eine eigene Gruppe im Sinne der Konvention darstellen, und der Feststellung, dass die Handlungen nach Art. II lit. (a), (b) und (c) tatsächlich begangen wurden, wurde die Frage nach der spezifischen Absicht behandelt. Hier kam der Autor zu dem Schluss, dass die Schwelle zum Verbrechen des Völkermordes noch nicht erreicht sei. Während die Schwelle zum Völkermord noch nicht erreicht war, wollte der Autor betonen, dass andere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zwar möglich waren, er aber nicht in der Lage war, sie zu behandeln, da dies sowohl außerhalb des Rahmens seiner Arbeit als auch des Falles vor dem IGH lag. In seiner abschließenden Schlussfolgerung wies der Autor darauf hin, dass er die Entscheidung Südafrikas, einen Fall von Völkermord vor den IGH zu bringen, aus menschlicher Sicht nachvollziehen könne, da dies einen größeren Diskurs über das Thema auslösen würde, dass dies aber aus rechtlicher Sicht zu hoch gegriffen sei. Hätte Südafrika auch andere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht angeführt, hätte das Gericht diese ebenfalls beurteilen können, während sie nun von seinem Urteil ausgeschlossen bleiben.Abschließend betonte der Autor, dass nur die Zeit und das Urteil des IGH zeigen würden, ob seine Erkenntnisse richtig oder falsch seien.The goal of the thesis “Can the definition of Genocide as stated by the Genocide Convention be applied to the current situation in Gaza under the perspective of South Africa’s allegations against Israel at the International Court of Justice?” is to clarify if the term genocide as defined by the UN Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide can be applied to the situation in Gaza as it was claimed by South Africa in its case South Africa v. Israel before the International Court of Justice. In order to ensure that the thesis could cover everything it intends to cover in the necessary details that such a thesis entails, the timespan it focused on was from 7 October 2023, when Hamas started its most recent attack, up until the 29 December 2023 when South Africa instituted proceedings at the ICJ.The thesis was split into five main chapters. In the first chapter the history of Israel/Palestine was covered since it is impossible to understand the current conflict without looking at the history of the region and its past conflicts. The second chapter focused on the UN Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide. The history behind the convention as well as the different aspects that make up the crime of genocide were examined. The third part examined previous cases that were ruled a genocide by the ICJ or an international criminal tribunal to better understand, how the convention was applied to actual cases. The cases that were examined for this thesis were Rwanda, Srebrenica and Cambodia. In its fourth chapter, the previous chapters were applied to the current war in Gaza to see if South Africa’s allegations held true. For this, the claims by South Africa were minutely examined and cross-examined with the definitions of chapter two and the cases of chapter three. The main questions that arose were: •Do the Palestinians constitute a distinct group as per Art. II GC?•Do Israel’s actions in the Gaza Strip constitute any of the enumerated acts of Art. II lit. (a) to (e) GC? •If Israel’s actions do constitute one or more of the enumerated acts, were these actions committed with the specific genocidal intent that is required? After answering that Palestinians do constitute a distinct group as per the convention as well as establishing that the acts of Art. II lit. (a), (b) and (c) were indeed committed the question of the specific genocidal intent was tackled. Here, the author reached the conclusion, that the threshold for the crime of genocide had not been reached yet. While the threshold for genocide hadn’t been reached yet, the author wanted to emphasize that other breaches of international humanitarian law might have happened, but that he was in no position to cover them, as it was both outside the scope of his thesis as well as the case before the ICJ. In the conclusion the author pointed out that he understood why South Africa chose to bring a case of genocide before the ICJ from a human perspective, as it would generate greater discourse around the topic, but also said, that from a legal perspective it was aiming too high. Had South Africa also included other breaches of international humanitarian law the court could have judged them as well, whereas now they were precluded from its judgement. Lastly the author emphasized that only time and the ICJ’s judgement would tell if his opinions were correct or wrong.vorgelegt von Leonhard HeimerlDiplomarbeit Universität Graz 202
Sexual identity and gender diversity in Austrian amateur sports
Im österreichischen Breitensport stellen heteronormative Strukturen, Geschlechterstereotypen und binäre Strukturen häufig Barrieren für die Teilhabe von LGBTQIA+-Personen dar. Die starke Körperorientierung im Sport führt dazu, dass Themen wie die Geschlechtsidentität sowie die sexuelle Orientierung einer Person stärker im Fokus sind als in anderen Bereichen. Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, denen sich LGBTQIA+-Personen im österreichischen Breitensport gegenübersehen. Ziel der Studie ist es, diese Barrieren zu identifizieren und zu analysieren. Mittels qualitativer Interviews mit sechs queeren Personen aus verschiedenen österreichischen Bundesländern wurden deren Erfahrungen im Breitensport erforscht. Die Ergebnisse zeigen die verschiedenen Problemfelder auf, welche die Partizipation für queere Personen erschweren oder sogar verhindern. Diese Studie trägt zum Verständnis der Inklusion von LGBTQIA+-Personen im österreichischen Sport bei und bietet Ansatzpunkte für die Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten im österreichischen Breitensport.In Austrian amateur sports, heteronormative structures, gender stereotypes and binary structures are often barriers to the participation of LGBTQIA+ people. The pronounced physical aspect of sports elevates the significance of matters such as gender identity and sexual orientation beyond what is seen in other fields. This study examines the challenges faced by LGBTQIA+ people in Austrian popular sport. The aim of the study is to identify and analyse these barriers. Qualitative interviews with six queer people from different Austrian federal provinces were used to explore their experiences in popular sport. The results show the various problems that make it difficult or even impossible for queer people to participate. This study contributes to the understanding of the inclusion of LGBTQIA+ people in Austrian sport and offers starting points for improving opportunities for participation.Theresa PechmannMasterarbeit Universität Graz 2025Zusammenfassung auf Deutsch und Englisc
Biogas and biomethane in energy law : a legal comparison between Austria and Germany
Auf dem Weg zum ersten klimaneutralen Kontinent haben sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten verpflichtet, die Netto-Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 Prozent zu senken. Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Ziels ist es notwendig, den Einsatz fossiler Brennstoffe deutlich zu reduzieren und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu beschleunigen. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei erneuerbare Gase, insbesondere Biogas und Biomethan. Während Biogas hauptsächlich zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt wird, kann Biomethan in das bestehende Gasnetz eingespeist werden. Diese Diplomarbeit untersucht die staatlichen Förderungen für die Erzeugung von Biogas und Biomethan im Rahmen des Energierechts, insbesondere in Bezug auf den umwelt- und klimagerechten Einsatz von Substraten. In diesem Zusammenhang wird auch der Frage nachgegangen, wer die Kosten für den Netzanschluss zur Einspeisung von Biomethan trägt. Dabei wird insbesondere der Netzanschlussquotient näher erläutert. Darüber hinaus werden die Finanzierung der Fördermittel sowie bestehende Zertifizierungssysteme für Biogas und Biomethan dargestellt. Die Untersuchung erfolgt auf Basis eines rechtsvergleichenden Ansatzes zwischen der österreichischen und der deutschen Rechtsordnung. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen sowie Potenziale für Verbesserungen zu identifizieren, um die Erzeugung von Biogas und Biomethan noch attraktiver zu gestalten.On the path to becoming the first climate-neutral continent, the European Union and its member states have committed to reducing net greenhouse gas emissions by at least 55 percent by the year 2030 compared to 1990 levels. Achieving this ambitious goal requires a significant reduction in the use of fossil fuels while simultaneously accelerating the expansion of renewable energy sources. Renewable gases, particularly biogas and biomethane, play a crucial role in this process. While biogas is primarily used for electricity and heat generation, biomethane can be injected into the existing gas grid. This thesis examines the state support mechanisms for the production of biogas and biomethane within the framework of energy law, with a particular focus on the environmentally and climate-friendly use of substrates. In this context, it also addresses the question of who bears the costs for connecting biomethane to the gas grid, with special emphasis on explaining the grid connection quota. Additionally, the financing of subsidies and existing certification systems for biogas and biomethane are explored. The analysis is based on a comparative legal approach between the Austrian and German legal frameworks. The aim is to highlight differences and similarities as well as to identify potential areas for improvement in order to make the production of biogas and biomethane even more attractive in the future.vorgelegt von Mattias StöhrDiplomarbeit Universität Graz 202