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Limina / Peace in a Defutured World : Rethinking Ontology, Relationality and the Pluriversal Imagination
In einer Zeit wachsender Unsicherheit und verschiedener Formen von Gewalt stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Frieden noch vorstellbar, lebbar und erfahrbar ist. Ausgehend von den Konzepten des Defuturing, der Relationalität und der Pluriversalität argumentiere ich, dass die gegenwärtigen Krisen nicht nur vielfältig und komplex, sondern zutiefst ontologisch sind. Sie entspringen einer Ontologie der Trennung, die den Menschen als autonomes Subjekt positioniert und die Welt als verfügbare Ressource rahmt. Eine alternative ontologische Grundlage könnte sich in relationalen Weltverhältnissen zeigen, in denen Fürsorge, Interdependenz und Mitgestaltung nicht als Ausnahme, sondern als Voraussetzung gedacht werden. Pluriversalität erweitert dieses Denken, indem sie die Idee einer einzigen Welt zurückweist und die Ko-Existenz vieler Welten, Wissensformen und Lebensweisen anerkennt. Ein solcher Perspektivwechsel erfordert nicht nur begriffliche, sondern auch leibliche und zwischenmenschliche Transformationen. Frieden kann nicht bloß normatives Ideal bleiben. Er ist eine imperfekte, unabschließbare Praxis, die sich in den Geschichten entfaltet, die wir leben, und in den Zukünften, denen wir uns zuwenden.In these uncertain and violent times, I want to explore the deeper conditions that shape and limit our capacity to imagine, enact and live peace. Drawing on the concepts of defuturing, relationality and pluriversality, I argue that today’s crises are not only multiple and complex, but also profoundly ontological. They are rooted in an ontology of separation that positions humans as autonomous and the world as a commodified resource. A different ontological grounding might be found in relationality and pluriversality. Relationality emerges as both an ethical orientation and a mode of being that foregrounds interdependence, care and co-creation. Pluriversality expands this by rejecting the logic of a single world and embracing the existence of many worlds, knowledges and ways of being. This shift requires not only conceptual rethinking but also a transformation in how we relate to the world and to one another. Peace cannot remain merely a normative ideal; it requires a more grounded, embodied and imaginative engagement. It is an ongoing and fragile practice, deeply entangled with the stories we live by and the futures we choose to nurture
Österr. Religionspädagogisches Forum / Von der Notwendigkeit, gemeinsam zu denken : Eine religionspädagogische Bearbeitung der Denkform „Das kann jede:r nur für sich selbst wissen“
Der Beitrag untersucht die Denkform des „Das kann jede:r nur für sich selbst wissen“ im Religionsunterricht und analysiert, wie individualistische Religiosität den öffentlichen Diskurs sowie das Schaffen einer gemeinsamen Welt gefährdet. Der Beitrag versucht, sowohl die emanzipatorischen als auch die erkenntnistheoretischen Dimensionen dieser Denkform herauszuarbeiten. Dabei werden religionspädagogische Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Denkform des „Das kann jede:rnur für sich selbst wissen“ in demokratietheoretisch relevanter Perspektive imKontext des RU weiterentwickelt werden kann.This article examines the ‘everyone must know for themselves’ way of thinking in religious education and analyses how individualistic religiosity endangers public discourse and the creation of a common world. The article attempts to workout both the emancipatory and epistemological dimensions of this form of thinking. In doing so, religious education possibilities are shown as to how the form of thinking of ‘everyone must know for themselves’ can be further developed inthe context of RE from a perspective relevant to democratic theory
Österr. Religionspädagogisches Forum / Rezension zu: Topalovic´, Said: Selbstbestimmung als Ziel islamisch-religiöser Bildung. Religionspädagogische Grundlegung und didaktische Umsetzung im Rahmen des kompetenzorientieren Bildungsparadigmas,Münster: Waxmann 2024.
AI Literacy mit Serious Games : Das Planspiel Journalism_AI als partizipative Reflexionsmethode zur Förderung von Medienkompetenz
Angesichts der tiefgreifenden Umbrüche im Zuge der aktuellen Medienrevolution – ausgelöst durch ‚intelligente‘ Algorithmen und eine fortschreitende Digitalisierung – besteht ein erheblicher gesellschaftlicher Bedarf, sich kritisch mit KI-gestützten Prozessen auseinanderzusetzen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, ist eine möglichst inklusive AI-Aufklärung im Rahmen einer kritischen Media- und AI-Literacy erforderlich, die neben technischem Wissen vor allem ethische, rechtliche und demokratische Kompetenzen fördert. Das im Rahmen des Zukunftsfonds Steiermark entwickelte Serious Game Journalism_AI greift diese Herausforderung auf und eröffnet den Teilnehmenden einen experimentellen, kollaborativen Lernraum, in dem sie unterschiedliche Perspektiven mit jeweils spezifischer Eigenlogik einnehmen und eigenständig Wissen recherchieren können, um fundierte Entscheidungen zur Regulierung von KI-Systemen im Journalismus zu treffen.In view of the profound upheavals in the course of the current media revolution - triggered by 'intelligent' algorithms and advancing digitalization - there is a considerable social need to engage critically with AI-supported processes. In order to meet this need, the most inclusive AI education possible is required as part of critical media and AI literacy, which promotes ethical, legal and democratic skills in addition to technical knowledge. The serious game Journalism_AI, developed as part of the Styrian Future Fund, addresses this challenge and opens up an experimental, collaborative learning space for participants in which they can adopt different perspectives, each with their own specific logic, and independently research knowledge in order to make informed decisions on the regulation of AI systems in journalism.Version of recor
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Digitale Kompetenzen elementarpädagogischer Fachpersonen als innovatives Feld
Digitale Kompetenzen elementarpädagogischer Fachpersonen gelten als Voraussetzung für die Förderung kindlicher digitaler Kompetenzen (Friedrichs-Liesenkötter, 2020; Knauf, 2024). Vorliegende Modelle zu digitalen Kompetenzen pädagogischer Fachpersonen richten sich jedoch meist an schulische Bildungsstufen und sind nicht auf die spezifischen Anforderungen der elementar-pädagogischen Praxis ausgerichtet (Eichen et al., 2024). Dieser Beitrag zeigt die Relevanz der digitalen Kompetenzen in der Elementarpädagogik auf und begründet die Notwendigkeit eines spezifischen Kompetenzmodells für elementarpädagogische Fachpersonen.Digital competences of early childhood education professionals are essential for promoting children's digital skills (Friedrichs-Liesenkötter, 2020; Knauf, 2024). However, existing models of professionals’ digital competence are aimed at other educational levels and are not geared towards the specific requirements of early childhood education practice (Eichen et al., 2024). This article demonstrates the relevance of digital competence in early childhood education and argues the need for a specific competence model for early childhood education professionals
Cross-border investigations of the European public prosecutor's office : an analysis of articles 31 and 32 of the EPPO regulation in the Austrian context
Das Verständnis der Artikel 31 und 32 EUStA-VO wirft zentrale Fragen im Hinblick auf grenzüberschreitende Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft auf. Mit seinem richtungsweisenden Urteil in der Rechtssache C-281/22 hat der EuGH grundlegende Klarstellungen vorgenommen, deren Bedeutung insbesondere im Kontext des § 11 EUStA-DG näher zu beleuchten ist. Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Umsetzung dieser Ermittlungsbefugnisse in Österreich sowie die Rolle der Delegierten Europäischen Staatsanwälte. Abschließend werden bestehende Herausforderungen, Anpassungsbedarf und mögliche Reformoptionen im nationalen Recht aufgezeigt.The interpretation of the Articles 31 and 32 of the EPPO Regulation raises fundamental questions regarding cross-border investigations conducted by the European Public Prosecutor’s Office. In its first judgment on this matter (Case C-281/22), the CJEU provided essential clarifications, which are particularly significant with regard to the Austrian § 11 EUStA-DG. This thesis examines the practical application of these provisions in Austria, with a special focus on the role of European Delegated Prosecutors. Finally, it discusses current challenges, the need for legal adjustments, and potential reform options within the national legal frameworkvorgelegt von Paola DulajDiplomarbeit Universität Graz 202
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / 15 Jahre BildungsRahmenPlan für elementare Bildungsinstitutionen in Österreich. : Transferprozesse zwischen normativen Vorgaben und pädagogischer Praxis
Der Beitrag untersucht, wie Elementarpädagog:innen in Österreich die im Bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan (BlBRP) ausgewiesenen Bildungsbereiche in der Praxis umsetzen und wie sie diesen Transfer begründen. Grundlage ist eine Querschnittserhebung mit 114 Fachkräften im Rahmen des ECED-Projekts. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Kind- und Prozessorientierung sowie eine selektive, wertebasierte Nutzung des BlBRP als professioneller Orientierungsrahmen, nicht als Steuerungsinstrument.This paper examines how early childhood teachers in Austria implement the educational domains defined in the Federal Cross-Provincial Curriculum Framework (BlBRP) and how they explain this transfer. The study is based on a cross-sectional survey of 114 practitioners conducted within the ECED project. Findings indicate a strong child- and process-oriented practice and a selective, value-based use of the framework as a professional orientation tool rather than a top-down steering instrument
ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge / Professionalisierung durch Akademisierung in der Elementarpädagogik?! : Perspektiven von Bachelorabsolvent:innen auf Veränderungen ihres professionellen Handelns
Der vorliegende Beitrag basiert auf einem Forschungsprojekt, das sich im Rahmen forschender Lehre mit den Perspektiven von Bachelorabsolvent:innen auf Veränderungen ihres professionellen Handelns beschäftigt. Gemeinsam mit Studentinnen wurden dazu 17 Leitfadeninterviews geführt und qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet. Die in diesem Beitrag fokussierte Kategorie persönliche Ebene zeigt das Potenzial des Bachelorstudiums Elementarpädagogik für Empowerment auf. Darüber hinaus wird eine Veränderung im Bewusstsein für die Bedeutung der Professionalisierung sichtbar, die auch das Verständnis des Berufs verändert und eine Anpassung der eigenen beruflichen Identität erfordert.This article is based on a research project that, as part of research-based teaching, examines the perspectives of bachelor's degree graduates on changes in their professional practice. Together with students, 17 guided interviews were conducted and evaluated using qualitative content analysis. The category of personal level, which is the focus of this article, highlights the potential of the bachelor's degree programme in elementary education for empowerment. In addition, a change in awareness of the importance of professionalisation becomes apparent, which also changes the understanding of the profession and requires an adjustment of one's own professional identity
AmLit / Introduction
In this introduction, I will approach the special issue’s theme of positionality as informing critical reading approaches of North American literatures by and about minority subjects in a personal tone to match the required positionality statements in the essays. As an example, I will outline my own motivation for thematizing positionality after observing lived connections between my travels to Canada and the U.S. as well as becoming aware of how my family’s intergenerational experiences against the backdrop of transatlantic relations critically position myself. I will argue that reflections of one’s own positionality matter for researchers, while drawing from decolonial scholarship’s warningsagainst knowledge appropriation, extractivism, and a contemporary criticism of identity politics in an age of social protest. Instead, a responsibility towards the minority literatures that are being researched is posited in the essays included in this special issue from which self-reflexive statements are quoted in their original form. This special issue hopes to promote inclusive dialogues, beginning with self-positionings of global contributors within the field of North American Studies