STANDPUNKT : SOZIAL
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Von Handlungsmacht zu Handlungsohnmacht: Die Entscheidungsfindung ungewollt Schwangerer. Eine Typologie.
Basierend auf problemzentrierten Interviews zur Entscheidungsfindung von ungewollt Schwangeren, die mit der dokumentarischen Methode ausgewertet wurden, entwickelten wir eine viergliedrige Typologie, die Ressourcen und Herausforderungen in dieser Situation verdeutlicht. Strukturelle Ressourcen wie Beratung oder medizinische Versorgung spielen in keinem der Typen eine zentrale Rolle; stattdessen sind individuelle Ressourcen und die erfahrene Anerkennung ausschlaggebend, weshalb sich die Typen stark in ihrer Handlungsmacht unterscheiden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass soziale Anerkennung entscheidend für das subjektive Erleben von Entscheidungsfreiheit ist
Einleitung
Das Department Soziale Arbeit ist international in verschiedenen Kontexten eingebunden. Das bezieht sich zum einen auf die Realisierung internationaler Forschungsprojekte, die Organisation und den Besuch von Tagungen. Beispielsweise sind jedes Jahr Kolleg:innen des Departments bei der internationalen „Social Work & Society“ Academy (TiSSA), einer Kooperation europäischer Hochschulen, Institute und Organisationen, mit Beiträgen vertreten
Virtueller Fachtag zu Hasskriminalität: Einblicke und Herausforderungen aus kriminologischer Perspektive
Der virtuelle Fachtag am 15. Mai 2024 beleuchtet aus kriminologischer und soziologischer Perspektive die Herausforderungen von Hasskriminalität, Hassrede und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF). Expert*innen aus Sozialer Arbeit, Polizei, Justiz und Kriminologie diskutierten interdisziplinäre Ansätze zur Bekämpfung von Vorurteilskriminalität. Zentrale Themen waren das Forschungsprojekt „HateTown“, die Strafverfolgungspraxis bei Hasskriminalität sowie destruktive Dynamiken in sozialen Medien. Besonders hervorgehoben wurden die Notwendigkeit solider Daten, die Stärkung des institutionellen Vertrauens und die Rolle von NGOs. Der Fachtag wurde von Prof. Dr. Carmen Gransee im Rahmen der Projektwoche an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Fachbereich Soziale Arbeit) organisiert und von der Lieselotte-Pongratz-Stiftung finanziell unterstützt
“Heute schreiben wir Geschichte!”: Exploring St. Pauli through the lens of football and the analytical concept Paulitics
This article builds on findings from the Frascati funded project, “Pedagogy in Civil Society Contexts.” Through unstructured conversations, semi-structured interviews, and field walks with local social workers and individuals at FC St. Pauli, we explore the St. Pauli area in Hamburg. We argue that the place and people of St. Pauli embody unique values, ideas, and norms, collectively termed “Paulitics.”
The first half of the article provides an ethnographic account of a match day between HSV and St. Pauli, highlighting the emotional aftermath and the roles of social workers. The second half zooms out to focus on the people, values, and area of St. Pauli, emphasizing the ever-present nature of the football club’s inclusive and anti-authority belief system
MentalHigh: Ein Projekt zur Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden in Vietnam und Kambodscha
Der Beginn eines Studiums geht mit einer Reihe von sozioökonomischen und psychosozialen Anforderungen einher, deren Bewältigung mitunter erhebliche Anpassungen von Studierenden erfordert. In den letzten Jahren haben zusätzlich die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie weltweit die körperliche und psychische Gesundheit vieler Studierender erheblich belastet. Das EU-geförderte Projekt „MentalHigh“ widmet sich der Stärkung psychischer Gesundheitskompetenzen von Studierenden an Universitäten in Vietnam und Kambodscha. Im Sinne eines Setting-Ansatzes soll das Projekt einen Beitrag dazu leisten, umfassendere Transformationsprozesse in den Bildungseinrichtungen anzustoßen und eine gesundheitsfördernde Umgebung zu schaffen, die das Wohlbefinden der Studierenden nachhaltig verbessern soll.
Entering university is associated with various socioeconomic and psychosocial demands, which require students to make considerable adjustments and develop adaptive behaviour to be able to cope. In recent years, the effects of the COVID-19 pandemic also had a significant impact on the mental health of many students worldwide. The EU-funded project "MentalHigh" has set out to strengthen the mental health of students by developing and implementing mental health promotion and prevention activities in Higher Education Institutes (HEIs) in Vietnam and Cambodia. Following a whole-university approach the project should lay the foundation to transform the HEIs long-term into health-promoting environments that sustainably improve the well-being of students
Learning through Study Abroad
Social workers have an ethical responsibility to recognize injustice and act. This responsibility has been expanded in the 2022 EPAS as supporting students in developing competency in advancing social, economic, and racial justice (CSWE, 2022), and the 2021 revisions to the National Association of Social Workers’ code of ethics strengthened the profession’s commitment to social justice by making taking action to challenge oppression an ethical requirement (Plummer, 2024)
Between Uncertainty and Resilience: Cultivating Imaginative Thinking Through Philosophical Storytelling
The article seeks to answer two questions: a) what happens when adults create stories for children? and b) How is philosophical storytelling experienced by both tellers and listeners
Safe4Child: Trauma-informed approaches to support staff working with children and adolescents exhibiting behaviours that challenge
Behaviours that challenge, such as verbal insults, threats, and physical assaults, are a common occurrence for frontline staff working in child and adolescent psychiatric settings and residential care homes for children and youth. Rates of trauma among service users are high in these settings, indicating a need for a trauma-informed approach to managing behaviours that challenge. The aim of the EU-project Safe4Child is to develop a training programme that enables students and frontline staff in the fields of child mental health and child welfare to adopt a trauma-informed perspective and reduce restrictive practices, such as coercion and seclusion. The program is developed based on a needs-based analysis, including qualitative interviews and piloting with students and practitioners in Finland, Ireland, Bulgaria, and Germany. The use of virtual reality (VR) headsets as part of the training provides learners with an immersive experience that transforms abstract concepts into hands-on experience
All Around Me: Ein partizipatorisches Ausstellungsformat für Schüler*innen zur Erforschung von Familiengeschichte(n) und -kulturen
Dieser Beitrag stellt das Projekt „All Around Me“ vor, ein innovatives künstlerisches Ausstellungsformat, das von der Künstlerin Tania Lauenburg gemeinsam mit dem Regisseur Evgeni Mestetschkin geleitet und von August bis Dezember 2019 in einer 2. Klasse einer Grundschule im Hamburger Bezirk Eimsbüttel durchgeführt wurde. Das Projekt hatte zum Ziel, in einem schulischen Setting, das durch eine Vielfalt sprachlicher und kultureller Hintergründe geprägt ist, Schüler*innen mit und ohne Migrationshintergrund anzuleiten, als Forscher*innen und Ausstellungsmacher*innen ihre eigene Familiengeschichte und -kultur zu untersuchen, zu reflektieren und in einem Ausstellungsformat einem breiteren Publikum zu präsentieren. Ergebnisse der Begleitforschung deuten darauf hin, dass dieses Format gute Möglichkeiten bietet, eine Zugangsmöglichkeit zu interkulturellem Verstehen zu bieten sowie interkulturelle und andere Kompetenzen der beteiligten Schüler*innen zu fördern
Der Traum vom „afrikanischen Dorf“: Familienleitbilder von Fachkräften beratender Einrichtungen im Nahraum einer Großwohnsiedlung
Vorstellungen von Familie, ihren Funktionen, ihren Leistungen und Fehlleistungen, familialen Möglichkeiten und Bedarfen dürften als grundlegend für die Ausgestaltung von familienbezogener Beratung gelten. Dabei bleibt jedoch häufig unklar, welche normativen Vorstellungen von einer „guten“ Familie und von gelingenden Familienbeziehungen als Zielvorstellungen vorliegen. Ausgangsthese der durchgeführten Untersuchung ist, dass normative Vorstellungen von Familie in der Beratung für Familien, Kinder und Jugendliche wirksam werden. Zur Untersuchung wurde ein empirisch-deskriptiver Zugang mit zehn Fachkräften im Nahraum der Großwohnsiedlung Lenzsiedlung gewählt, die eine Umgebung mit einem vielseitigen Spektrum zahlreicher pädagogische Angebote und Beratungseinrichtungen aufweist. Diskutiert wird u.a. der Befund, dass bei den befragten Fachkräften eine große Offenheit gegenüber unterschiedlich gelebten Familienformen gezeigt werden kann, eine Wertung von „guter Familie“ jedoch durchgehend vor dem Hintergrund des Ideals der bürgerlichen Kleinfamilie vorgenommen wird. Die mutmaßlich aus „Afrika“ stammenden Redewendung vom „ganzen Dorf“ bezüglich dem Aufziehen von Kindern spielt, ergänzend und teilweise im Widerstreit zum Ideal der bürgerlichen Kleinfamilie, eine große Rolle in den Vorstellungen der Fachkräfte über eine „gute Familie“