Berlin: Duncker & Humblot
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Risk assessment of long-term cancer survivors in complete remission – an insurance medicine point-of-view
Risk assessment of long-term cancer survivors in complete remission – an insurance medicine point-of-viewHintergrund
Krebsüberlebende unterscheiden sich in ihrer Überlebensrate je nach Krebsart, Stadium, Alter und der bereits überlebten Zeit nach Diagnosestellung bzw. dem Ende der Behandlung. Wir stellen einen Ansatz zur Bewertung der Übersterblichkeit und daraus folgender Risikozuschläge für Krebsüberlebende in langfristiger kompletter Remission vor.
Methoden und Ergebnisse
Wir analysierten die relative Überlebensrate (Verhältnis der Überlebensrate von Patienten zu einem definierten Zeitpunkt in Verhältnis zur erwarteten Überlebensrate der Allgemeinbevölkerung, adjustiert für Geschlecht und Alter) von Patienten mit häufigen Krebserkrankungen basierend auf Daten aus der Surveillance, Epidemiology, and End Results-Datenbank des US National Cancer Institute. Die konditionale relative Überlebensrate wurde verwendet, um Verbesserungen der Überlebensrate entsprechend der bereits nach der Diagnose überlebten Zeit zu bestimmen. Für eine qualitative Analyse definierten wir eine vollständige Remission als Zustand ohne Nachweis von Krebs. Um Informationen über das Risiko von Rezidiven, Zweittumoren und behandlungsbedingten Folgeerkrankungen zu erhalten, führten wir eine systematische Literaturrecherche durch.
Ergebnisse
Unser versicherungsmedizinischer Ansatz kategorisiert Krebserkrankungen in drei Risikokategorien: Kategorie A, basierend auf aktuellen Daten, zeigt bereits ab dem Zeitpunkt der Diagnose eine normale relative Überlebensrate; Kategorie B weist eine normale relative Überlebensrate auf, nachdem mehrere Jahre überlebt wurden, gemessen anhand der konditionalen relativen Überlebensrate; und Kategorie C weist eine anhaltend niedrigere relative Überlebensrate auf. Bei letzterer Kategorie kann die eingeschränkte Überlebensrate auf Rezidive derselben Krebserkrankung, weitere Primärtumore, krebs- und behandlungsbedingte Folgeerkrankungen oder Komorbiditäten zurückzuführen sein. Auf der Grundlage von Komorbiditätsdaten, die in Krebsregisterdaten in der Regel nicht verfügbar sind, und versicherungsmedizinischem Fachwissen können günstige Risikoprofile identifiziert werden. Diesen Vorgang bezeichnen wir als „Underwriting-Effekt“, der die Versicherbarkeit von Antragstellern mit Krebserkrankungen der Kategorie C verbessert.
Schlussfolgerung
Unser Ansatz für die medizinische Risikoprüfung von Langzeitüberlebenden von Krebserkrankungen kombiniert aktuelle medizinische Daten und versicherungsmedizinische Expertise. Diese Kombination ermöglicht eine angemessene Berücksichtigung der spezifischen Merkmale von Krebsüberlebenden innerhalb der Versichertenpopulation, die sich von der Allgemeinbevölkerung unterscheidet. Daher könnte vielen Langzeitüberlebenden von Krebs, die nicht an einem Rezidiv, zusätzlichem Primärtumor oder anderen Folgeerkrankungen leiden, eine Lebensversicherung wahrscheinlich angeboten werden, wenn alle verfügbaren Informationen berücksichtigt werden. Andererseits weisen einige Krebsarten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung auch viele Jahre nach der Remission ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko auf