SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
Not a member yet
    838 research outputs found

    „Das Land der Griechen mit der Seele suchend...“ - Oder Annenskij als Iphigenie

    Get PDF
    Die vorliegende Arbeit analysiert den russischen Philhellenismus um 1900, der durch kulturelle und historische Krisen in Russland verstärkt wurde. Anhand von Goethes Iphigenie wird die melancholische Suche nach einer verlorenen Heimat thematisiert, die als Spiegel für die russische Identität dient. Die Autorin argumentiert, dass die Faszination für die griechische Antike in der russischen Kultur eine Reaktion auf den Einfluss des Westens und das damit verbundene Gefühl der Entfremdung darstellt. Die Wiederbelebung klassizistischer Ideale und die Suche nach einer kulturellen Identität wurden durch Persönlichkeiten wie Innokentij Annenskij (1855-1909) geprägt, der die antike Tragödie als Weg zur spirituellen Erneuerung sah

    Farben und Tiere in Igorlied und Zadonščina in literarhistorischer Sicht

    Get PDF
    Die Studie befasst sich mit der Semantik der Farbadjektive und der Rolle der Tiere in Slovo o polku Igoreve (Igorlied), die 1800 veröffentlicht wurde, aber angeblich aus der Zeit um 1200 stammt. Besondere Aufmerksamkeit wird außerdem der Zadonščina (Bericht über die Schlacht am Don) gewidmet, die in Versionen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert bekannt ist. Die Häufigkeit, Vielfalt und semantische Verknüpfung mit Phänomenen aus der unmittelbaren Umgebung des Menschen sowie der äußeren belebten und unbelebten Natur entsprechen in keiner Weise ihrer Verwendung in der altslawischen Literatur, mit Ausnahme der Abschriften der Zadonščina aus dem 17. Jahrhundert, und passen auch nicht in die europäische Literatur vor 1700. Stattdessen spiegeln sie den Sentimentalismus des 18. Jahrhunderts wider, wie auch die anthropomorphen Funktionen der Tiere, einige bedeutende poetische Bilder, auktoriale poetische Reflexionen, die Einbeziehung der vorchristlichen Kultur und Elemente von Märchen. Unabhängig von der Frage seiner Authentizität erscheint der Text um 1800 zudem als politisches Manifest, das auf der Grundlage des christlichen Konservatismus zu sozialen Reformen aufruft und sogar von den Ideen der Freimaurerei inspiriert ist.Die Studie untersucht die semantische Verwendung von Farbadjektiven und die Rolle von Tieren in zwei bedeutenden Werken der altrussischen Literatur: dem „Igorlied“ und der „Zadonščina“. Beide Werke sind Schlüsseltexte der ostslavischen Literatur, die historische Ereignisse in poetischer Form darstellen. Das „Igorlied“ behandelt den fehlgeschlagenen Feldzug von Igor gegen die Polovcer im Jahr 1185, während die „Zadonščina“ die Schlacht auf dem Schnepfenfeld 1380 thematisiert. Drews zeigt, dass die Häufigkeit, Vielfalt und Kombination von Farben und Tieren in diesen Werken stark vom üblichen Gebrauch in der altrussischen Literatur abweicht. Diese Merkmale passen weder in den Kontext der altrussischen Literatur noch in die europäische Literatur vor dem 18. Jahrhundert. Vielmehr reflektieren sie den Stil des 18. Jahrhunderts, insbesondere den russischen Sentimentalismus, der anthropomorphe Funktionen von Tieren und eine intensive Farbgebung bevorzugte. Farben wie Blau, Rot und Gold werden im „Igorlied“ und in der „Zadonščina“ häufig verwendet und symbolisieren sowohl natürliche als auch übernatürliche Phänomene. Drews stellt zudem die Authentizität des „Igorlieds“ in Frage und deutet an, dass es sich um eine Fälschung des späten 18. Jahrhunderts handeln könnte. Trotz des traditionellen Status des „Igorlieds“ als ältestes fiktionales Werk der russischen Literatur, sieht er es als ein Werk, das stark von den literarischen und politischen Strömungen seiner Entstehungszeit beeinflusst ist. Unabhängig von seiner Echtheit interpretiert Drews das „Igorlied“ als ein politisches Manifest, das soziale Reformen auf Grundlage eines christlichen Konservatismus fordert und sogar von Ideen der Freimaurerei inspiriert ist. Insgesamt bietet die Studie eine tiefgehende Analyse der farblichen und tierischen Symbolik im „Igorlied“ und der „Zadonščina“ und legt nahe, dass diese Werke eher moderne literarische Produkte sind als authentische mittelalterliche Texte.The study examines the semantic use of colour adjectives and the role of animals in two important works of Old Russian literature: the ‘Song of Igor’ and the ‘Zadonščina’. Both works are key texts of East Slavic literature that depict historical events in poetic form. The ‘Song of Igor’ deals with Igor's failed campaign against the Polovci in 1185, while the ‘Zadonščina’ thematises the Battle of the Snipe Field in 1380. Drews shows that the frequency, variety and combination of colours and animals in these works deviate greatly from the usual use in Old Russian literature. These features fit neither into the context of Old Russian literature nor into European literature before the 18th century. Rather, they reflect the style of the 18th century, especially Russian sentimentalism, which favoured anthropomorphic functions of animals and intense colouring. Colours such as blue, red and gold are frequently used in the ‘Igor Song’ and the ‘Zadonščina’ and symbolise both natural and supernatural phenomena. Drews also questions the authenticity of the ‘Song of Igor’ and suggests that it could be a forgery from the late 18th century. Despite the traditional status of the ‘Song of Igor’ as the oldest work of fiction in Russian literature, he sees it as a work that is strongly influenced by the literary and political currents of its time. Regardless of its authenticity, Drews interprets the ‘Song of Igor’ as a political manifesto that calls for social reforms based on Christian conservatism and is even inspired by the ideas of Freemasonry. Overall, the study offers an in-depth analysis of the colour and animal symbolism in the ‘Song of Igor’ and the ‘Zadonščina’ and suggests that these works are modern literary products rather than authentic medieval texts

    Postmodernism in Russian Prose Literature of the Nineties

    Get PDF
    Der Aufsatz beschäftigt sich mit den postmodernen Aspekten der zeitgenössischen russischen Literatur, insbesondere der Prosa der neunziger Jahre. Der Autor, Tetsuo Mochizuki, untersucht, wie Postmodernismus in der russischen Kultur reflektiert wird und welche Rolle er bei der Bildung des Selbstbildes Russlands spielt. Die Methodik umfasst eine Analyse von literarischen Werken und kritischen Theorien, um die Merkmale und Phasen des russischen Postmodernismus zu charakterisieren. Mochizuki argumentiert, dass Postmodernismus in Russland als Reaktion auf die sozialistische Moderne entstanden ist und sich durch Pluralismus in Identität, Zeit, Raum, Stil und thematischer Komposition auszeichnet. Er hebt hervor, dass postmodernistische Literatur oft mit multiplen Identitäten und der Dekonstruktion traditioneller kultureller Narrative spielt. Ein zentrales Ergebnis ist, dass die postmoderne Literatur als Ausdruck eines paradoxen kulturellen Bewusstseins der neunziger Jahre betrachtet werden kann, das sich gegen autoritäre Strukturen und Monolithen der Identität wendet. Beispiele wie Viktor Pelevins Werke illustrieren die Komplexität der Identität und die Fragmentierung der Realität in der postmodernen Erzählung. Mochizuki schlussfolgert, dass russischer Postmodernismus nicht nur eine literarische Strömung ist, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen kulturellen Identität darstellt

    Sprache 404: Die belarussische Sprache in Belarus

    No full text
    Die Sammlung „Мова 404“ enthält mehr als hundert persönliche Berichte von Menschen in Belarus, die Belarusisch sprechen und aufgrund ihrer Sprache Diskriminierung erfahren haben – sei es Ablehnung, Herabsetzung oder sogar Gewalt. Die Autorin, Аліна Нагорная, möchte mit diesen Geschichten die Ausmaße der Benachteiligung sichtbar machen und darauf aufmerksam machen, wie sehr die belarussische Sprache in Alltag und Institutionen marginalisiert ist.The collection ‘Мова 404’ contains more than a hundred personal accounts from people in Belarus who speak Belarusian and have experienced discrimination because of their language – whether rejection, belittlement or even violence. With these stories, the author, Аліна Нагорная, wants to highlight the extent of the discrimination and draw attention to how marginalised the Belarusian language is in everyday life and institutions

    Vorwort

    Get PDF

    Verfügbarkeit und Diskriminierung der belarussischen Sprache in Belarus: Umfrageergebnisse, Statistik und persönliche Erfahrungen

    Get PDF
    Laut der aktuellen Verfassung haben Belarussisch und Russisch den Status der Amtssprachen in Belarus. Trotz ihrer formalen Gleichstellung dominiert die russische Sprache in allen Bereichen, und Menschen, die die belarussische Sprache verwenden, werden täglich diskriminiert. Der Bericht fasst die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zusammen, die die Verfügbarkeit von Bildung, Informationen und Dienstleistungen in belarussischer Sprache in Belarus ermittelt hat

    Vom „überflüssigen Menschen“ zum Onegin Code: A. S. Puškins Evgenij Onegin

    No full text
    Im Beitrag wird einer der bekanntesten Klassiker der russischen Literatur, Puškins "Evgenij Onegin", vorgestellt. Auch seine nachhaltige Ausstrahlung auf andere Künste wie Film, Musik oder bildende Künste sowie seine Rolle als Vorlage und Inspirationsquelle für weitere literarische Werke wird skizziert

    Die (Wieder-)Geburt der nationalen Musik aus dem Geiste der Tragödie: Boris Godunov bei Puškin und Musorgskij

    No full text
    Der Beitrag behandelt die zentrale Bedeutung von Boris Godunov, Puškin und Musorgskij in der russischen Geschichte, Literatur und Musik. Obwohl sie nicht die prominentesten Namen aus westlicher Sicht sind, gelten sie als die "russischsten" Vertreter ihrer jeweiligen Bereiche. Der Text beleuchtet drei unterschiedliche Kontexte – den allgemeinhistorischen Hintergrund des 15. und 16. Jahrhunderts, das literarische Phänomen Puškins im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts und Musorgskijs herausragende Rolle in der musikalischen Entwicklung. Vor dem Hintergrund dieser Informationen wird die Entstehungs-, Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte der Puškins Drama "Boris Godunov" und der gleichnamigen Oper von Musorgskij analysiert

    vorgestellt

    No full text
    novinki porträtiert Autor_innen und Kunstschaffend

    Repräsentation und Wiederholung: (Am Beispiel Ukrainischer Georgeübersetzungen und einer Bibelparaphrase)

    No full text
    Ukrainische Übersetzungen von zwei Gedichten Stefan Georges im Vergleich zu Ševčenkos Paraphrase des 35. Kapitels der Isaia zeigen, dass der Unterschied zwischen "Übersetzung" und "Paraphrase" nicht im Sinne einer speziellen Übersetzungstechnik definiert werden kann, sondern als unterschiedliche Intention gegenüber dem Vortext verstanden werden muss. Folglich definieren wir den Begriff "Paraphrase" mit Søren Kierkegaard und im Hinblick auf seine deutsche philosophische Tradition als "Wiederholung", wobei wir auch den Unterschied zwischen Übersetzung als (idealer) Wiedergabe und Adaption als (physischer) Veränderung erörtern

    518

    full texts

    838

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇