Hamburger Journal für Kulturanthropologie (HJK)
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Ding-Arrangements. Über alltägliches, museales und wissenschaftliches Sammeln
Sammeln verbindet den Versuch, die ›Welt‹ zu systematisieren und den Willen, sie sich anzueignen. Über professionelle oder private Sammelpraktiken lassen sich Einblicke in zeit-, schicht- und lebensstilspezifische Weltsichten gewinnen. Öffentliche Wertschätzung für das Sammeln ist auch an sozioökonomische Zugehörigkeit und kulturelles Kapital der Sammelnden gekoppelt
Gipse im Museum. Zur Aufstellung von Abgüssen antiker Plastik im 19. Jahrhundert
In einer Geschichte der Sammlung antiker Kunst kommt den Gipsabgüssen nach antiker Plastik eine Schlüsselstellung zu. Auch wenn sie im Allgemeinen nicht als eigenständige Kunstwerke angesehen werden, macht sie die wechselvolle Geschichte ihrer Herstellung, Sammlung und Aufstellung macht sie zu wichtigen Zeugnissen einer übergreifenden Museumsgeschichte, die nicht nur die Abfolge von Ereignissen erzählt, sondern auch Bewertungsmaßstäbe, Auswahlkriterien und den jeweiligen Zeithorizont analysiert
Die Sammlung als Modell. Dermatologische Wachsmoulagen als Bestandteile medizinischer Forschungs- und Lehrinfrastrukturen
Dermatologische Wachsmoulagen stellen Krankheitssymptome auf der Haut in dreidimensionaler Form dar. Anders als von der Forschung bislang überwiegend beurteilt, sind sie keine ›naturgetreuen‹ Objekte, sondern unterliegen in ihrem Herstellungsprozess und in ihrer Wahrnehmung vielfältigen Einflüssen. In ihrer Gruppierung als Sammlung können sie als Modell eines Krankheitsbildes angesehen werden
Car2Go. Sichtbarmachung einer neuen urbanen Mobilitätsform in Hamburg
Unkomplizierte Mobilität verspricht das Carsharing-Unternehmen Car2Go, das sich derzeit in Hamburg etabliert, seinen Nutzer_innen. Die hier präsentierte Fotostrecke widmet sich der Sichtbarmachung des Unternehmens im Stadtbild. Gleichzeitig weist sie auf Lücken in den Überlegungen zur mobilen Zugänglichkeit im Car2Go-Netzwerk hin
Wissenschaftliches Sammeln und die wissenschaftlichen Sammlungen der Universität Hamburg
Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die Entstehungsgeschichte der wissenschaftlichen Sammlungen Hamburgs nachzuvollziehen. Die Entstehung und Bewahrung von Sammlungen in Bildungsinstitutionen reicht bis in die Frühe Neuzeit zurück, als Sammlungen der Gelehrtenschule des Johanneums und dem Akademischen Gymnasium zugeführt wurden. Erst im 20. Jahrhundert wurden sie von der neugegründeten Universität übernommen
The Scholar as Squirrel: Everyday Collecting in Academia
This paper looks at collecting practices in the everyday world of universities. How do scholars turn into hoarding squirrels, creating their own archives? My focus is on routines and technologies, which deal with storage and order as well as retrieving and discarding of research materials
Lost in Space and Time – Ist das museale Sammeln von Antiken noch zeitgemäß?
Das Sammeln von Antiken besitzt eine lange Tradition, aber heute stehen dem Interesse Zerstörungen der archäologischen Kontexte durch Raubgrabungen und illegaler Handel entgegen. Nach einer Übersicht wichtiger Etappen des Sammelns folgt ein kritischer Blick auf die aktuelle Diskussion
Schanze gen Süden. Umnutzungspraktiken und deren Sichtbarkeit in zwei Hamburger Stadtteilen
Im Artikel zeigen wir am Beispiel von vier exponierten Gebäuden, wie die architektonischen und stadtplanerischen Konzepte der Umnutzung und Revitalisierung in zwei Hamburger Stadtteilen umgesetzt werden. Umnutzung und Revitalisierung, so unsere These, führen insbesondere dann zu einer veränderten Sichtbarkeit von Stadtvierteln, wenn die betreffenden Gebäude in ihrer neuen (Multi-)Funktionalität tatsächlich von den Bewohner_innen und Anwohner_innen mitgestaltet und genutzt werden
Imagineering Hamburg: Sichtbarkeiten und Sichtbarmachung einer Stadt
Der Beitrag geht von der Annahme aus, dass Bilder über die Metropole Hamburg ideelle Botschaften und Produkte gestalterischer Kompetenzen sowie technischer Planung zugleich sind. Sichtbarkeit und Sichtbarmachung einer Stadt bedeuten, dass bestimmte Orte, Ereignisse, Menschen und Dinge ins Scheinwerferlicht gerückt werden, während anderes und andere unbemerkt bleiben. Es werden verschiedene studentische Projektarbeiten erläutert, die nicht einfach verschiedene fertige Hamburg-Bilder untersuchten, sondern selbst solche Bilder generierten, um nachvollziehbar zu machen, wer welche Hamburg-Bilder mit welchen Absichten produziert und vermittelt und wie diese rezipiert werden
Female collectors in the early 20th century: collecting and displaying the Greek nation
This paper aims to discuss the role of female collectors in Greece in the early 20th century. It focuses on two case studies, Loukia Zygomala, the founder of a small museum in Attica, and Eleni Stathatos, a passionate collector who donated her collection to three Athenian institutions. It is argued that their collections and their contribution to Greek institutions can be understood as part of an effort made by women of the upper classes to participate in the construction of Hellenic national identity. Furthermore, this article aims to shed light on perceptions and practices of object presentation and exhibition design in Greece during the same period.