apropos [Perspektiven auf die Romania]
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Péter, László. 2018. Forbidden Football in Ceausescu’s Romania. Basingstoke: Palgrave Macmillan (Global Culture and Sport Series): „Intră semnalul“ – eine Geschichte über die Kunst des Fußballschauens in der Diktatur und Momente des ethnisch-sozialen Kitts im sozialistischen Rumänien
Rezensio
Busset, Thomas, Bertrand Fincoeur & Roger Besson (eds.). 2018. En marges des grands : le football en Belgique et en Suisse. Berne: Peter Lang
Compte renduCompte rend
Kalt, Daniel. 2018. Unheimliche Schönheiten. Barcelona und Marseille – postindustrielle Hafenstädte in der Kriminalliteratur. Bielefeld: transcript Verlag
Reseñ
Zwischen "Locarno“ und „splendid isolation“: Die besonderen deutsch-französischen Rugby-Beziehungen in der Zwischenkriegszeit (1927-1938)
Rugby hat in Deutschland und Frankreich einen ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellenwert. Während in Frankreich die Rugby-Sport-Arenen gut gefüllt sind und die höchste französische Spielklasse Top 14 international zu den Top-Ligen zählt, zieht der Rugby-Sport in Deutschland bis heute keine Massen an. Rugby ist dort eine Randsportart. Trotz der sehr unterschiedlichen Entwicklungen blicken beide Länder auf eine gemeinsame Rugby-Geschichte zurück: Zwischen 1927 und 1938 kam es zu einem intensiven Spielverkehr zwischen beiden Ländern. Darunter fallen auch 16 Länderspielvergleiche, die heute, aufgrund der geringen internationalen Bedeutung des deutschen Rugbysports, weitgehend in Vergessenheit geraten sind bzw. in der Forschung kaum Berücksichtigung finden. Diese deutsch-französischen Rugby-Beziehungen sind das Ergebnis einer besonderen sport-politischen Konstellation in der Zwischenkriegszeit. Gefördert durch den „Geist von Locarno“ wurde der Spielverkehr 1926 aufgenommen. Die jeweiligen Interessenlagen von Verbänden und Politik führten letztlich dazu, dass die Beziehungen in den 1930er Jahren weiter intensiviert wurden. Es entstand ein Zweckbündnis, aus dem 1934 der internationale Rugby-Verband FIRA hervorgehen sollte
Construction et déconstruction de l’héroïque dans Le Taureau de Mazargues de R.-M. Rolland (1931)
This article examines the rugby novel Le Taureau de Mazarguesby R.-M. Rolland, published in 1931. The aim is to show that the protagonist Jean is portrayed as a sports hero, whose heroic status, however, is fundamentally marked by his ambivalence. By serving the constitutional conditions of the heroic and at the same time problematizing them the narrative constructs this broken heroic figure. The categories “hero makers”, “audience“, “heroic deed” and “heroization” are the focus of the investigation. The article proposes to read Rolland\u27s novel as a story of alienation under the sign of heroism.L’article analyse le roman de rugby Le Taureau de Mazarguesde R.-M. Rolland, publié en 1931. L\u27objectif est de montrer que le protagoniste Jean est dépeint comme un héros sportif, dont le statut héroïque est cependant fondamentalement marqué par son ambivalence. En servant les conditions constitutionnelles de l\u27héroïque et en les problématisant en même temps, la narration construit cette figure héroïque brisée. Les catégories « les créateurs de héros », « le public », « l’acte héroïque » et « l’héroïsation » sont au centre de l\u27enquête. L\u27article propose de lire le roman de Rolland comme une histoire d\u27aliénation sous le signe de l\u27héroïsme
Peraldi, Michel. 2018. Marrakech, ou le souk des possibles. Du moment colonial à l’ère néolibérale. Paris: La Découverte
Rezensio
Der spanische Rugby gestern und heute: Ein Gespräch mit Carlos Bernardos Vallejo
Carlos Bernardos Vallejo begann im Alter von 18 Jahren in der Mannschaft der Ingenieursschule Montes in Madrid zu spielen (Universitätsliga und Regionalliga 2). In der darauf folgenden Saison spielte er für den CEU, der von André Medan trainiert wurde. Als dieser nach Frankreich zurückkehrte, übernahm er dessen Trainerposten. In diesem Moment (1988) wurde aus dem CEU durch eine Fusion mit TECA der Alcobendas Rugby Club. Mitte der 1990er Jahre verließ er den Club, um für die Federación española de Rugby (FER) zu arbeiten. Von 1996 bis 2003 war er technischer Leiter der FER, von 1998 bis 2009 Konditionstrainer der Nationalmannschaft der Männer, und von 2005 bis 2010 Leiter der Trainerakademie der FER. Seit vier Jahren ist er Trainer bei Olímpico de Pozuelo (davon drei Jahre für die Frauenmannschaft, die zweimal spanischer Meister wurde, und aktuell für die Männermannschaft)
Affektive Transmission. Das textuelle Kind bei Marie de Gournay und bei Montaigne
Eine außergewöhnliche, fingierte Verwandtschaftsrelation bestand zwischen der späteren Herausgeberin sowie Schriftstellerin Marie de Gournay (1565-1645) und dem Verfasser der Essais, Michel de Montaigne (1533-1592). 1588 trafen sich die junge Unbekannte und der arrivierte Renaissancedenker zum ersten Mal in Paris und schlossen einen Bund (alliance). Fortan nahmen sie auf einander Bezug als père d’alliance und fille d’alliance. Die lebensweltliche Tragweite dieser früh-neuzeitlichen Allianz zwischen dem „geistigen Ziehvater“ Montaigne und seiner „geistigen Ziehtochter“ Marie de Gournay ist nur schwerlich fassbar, handelte es sich doch weder um eine durch Blutsverwandtschaft legitimierte, noch um eine rechtlich beglaubigte Verwandtschaftsbeziehung. Eine komparative Lektüre der Essais und verschiedener, von Marie de Gournay verfasster Texte lässt allerdings den Schluss zu, dass eine Kontinuitätslinie zwischen fille d’alliance und père d‘alliance auf einer textuellen Ebene festzustellen ist: Das semantische Feld rund um die Metaphorik des textuell erzeugten, geistigen, „vererbten“ und letztlich „verwaisten“ Kindes findet sich sowohl intra- als auch intertextuell zwischen den Essais sowie von Marie de Gournay verfassten Texten aufgespannt. Die Gesamtwerke Montaignes und Marie de Gournays, Les Essais beziehungsweise Les Advis, werden textuell „vererbt“, indem sie metaphorisch als „geistige Kinder“ einem Vormund angetragen werden. Einzelne Passagen der untersuchten Texte und Paratexte fungieren somit als autoreferenzieller und metatextueller Aushandlungsort nicht nur der Konstitution, sondern auch der Überlieferung jener schutzbedürftigen geistigen „(Waisen)Kinder“ (orphelins). Unter Bezug auf affekttheoretische und praxeologische Ansätze wird das „textuelle Kind“ bei Marie de Gournay als affektive Transmissionspraxis beleuchtet.French moral philosopher Michel de Montaigne (1533-1592) and his ‘covenant daughter’, Marie de Gournay (1565-1645), shared a special bond. When the 30 years younger, until then unknown woman and her idol met in Paris in 1588, they forged an alliance beyond blood ties, calling each other ‘spiritual father (père d’alliance) and ‘spiritual daughter’ (fille d’alliance). When Montaigne visited Marie de Gournay in her family’s home in Picardie, the father-daughter couple worked together on the so called “Bordeaux copy” (1588) of Montaigne’s main work, Les Essais. After her ‘father’ died, Marie de Gournay became a writer in her own right as well as the editor, preserver and defender of Montaigne’s oeuvre. Surprisingly enough, although she had never been officially adopted by Montaigne, his fille d’alliance was accepted as Montaigne’s spiritual ‘heir’ by his family (his widow and his natural daughter) as well as by the members of the Republic of Letters. However, scholarly attempts to define this unique relationship between the elderly writer and the young erudite had to cope with the nonexistence of historical and juridical sources. On a textual level, this unique bond is echoed through the metaphor of the text as a textual, spiritually born child, both in Montaigne’s as well as in Marie de Gournay’s texts. A comparative study of Les Essais and of certain paratexts written by Marie de Gournays shows that the ‘spiritual child’ is a an intra- and transtextual phenomenon that links the texts of ‘father’ and ‘daughter’. In this paper, I argue that Montaigne’s Essais-born metaphor of the textual and spiritual child has been \u27inherited\u27 by Marie de Gournay as a social practice, fostering the affective and posthumous transmission of their main works, les Essais and les Advis, as spiritual legacies
Vom Schreien und Schreiben einer Nation. Mündlichkeit, Schriftlichkeit und Affekte in Esteban Echeverrías "La cautiva"
Ausgehend von der emotionssoziologischen These, die Affekte als soziale Instrumente begreift, die immer dann auf den Plan treten, wenn für stabil geglaubte Weltbilder ins Wanken geraten, unterzieht der vorliegende Beitrag das Langgedicht La cautiva von Esteban Echeverría einer kritischen Analyse. Zum Kanon der nation-building Literatur gehörig, inszeniert der Text die Eroberung der Pampa durch zwei Geliebte sowie deren Liebestod. Liest sich der Text auf den ersten Blick als affektvolle Ausrufung einer argentinischen Nation, so offenbart sich in einer konnotativen Semantik von Mündlichkeit und Schriftlichkeit ein zunehmend distanziertes Verhältnis zu ersterer und eine Hinwendung zu letzter. Nicht die Ureinwohner allein, sondern vielmehr das gesprochene oder geschriene Wort, mit dem sie der Text in Verbindung setzt, gilt es gegenüber der Sichtbarkeit der Schrift einzugrenzen und zu beherrschen, um dem nationalen Projekt den Weg zu bahnen.Based on the sociological thesis, which perceives affects as social instruments that appear whenever formerly stable worldviews start to falter, the present article subjects the long poem La cautiva by Esteban Echeverría to a critical analysis. Belonging to the canon of nation-building literature, the text stages the conquest of the Pampa by two lovers and their love death. If the text reads at first glance as an affectionate proclamation of an Argentine nation, a connotative semantics of orality and literality reveal an increasingly distant relationship with the former and a turning towards the latter. Not the indigenous people alone, but rather the spoken or shouted word with which the text connects them, is subject to limitation, thus paving the way for the visibility of the written word and facilitating the national project