Wissenschaftliche Gesellschaft Freiburg

Zeppelin Universität (ZU)
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    Von Nachrichten zu Netzwerken. Textbasierte Methoden zur Messung interorganisationaler Beziehungen

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    Die Erhebung interorganisationaler Netzwerkdaten ist komplex und zeitintensiv. Bisher beziehen sich automatisierte Erhebungen vornehmlich auf rechtliche oder finanzielle Beziehungen (beispielsweise Eigentum). Darüber hinaus sind auch strategische Beziehungen von hoher Relevanz, die aber selten unter eine Berichtspflicht fallen. Obwohl deren Aufnahme und Beendigung häufig öffentlich in den Medien kommuniziert werden, bleiben diese Daten bei der Konstruktion interorganisationaler Netzwerke meist unberücksichtigt. Basierend auf Schwenkler und Zheng (2020) geht dieser Beitrag der Frage nach, inwiefern Zeitungsartikel für die Datenerhebung im Kontext interorganisationaler Netzwerke genutzt wer-den können. Dabei präsentiert er eine beispielhafte Erhebung über die API-Schnittstelle der London Stock Exchange Group (LSEG), die die Beziehungen zwischen Unternehmen anhand der Häufigkeit einer entsprechenden Berichterstattung im jeweiligen Jahr erfasst. Der aktuelle Stand des Projekts deutet bereits auf methodische Herausforderungen hin. Diese bestehen vor allem in der Messung der Stärke von Beziehungen, der zeitlichen Bestimmung von Beziehungen sowie ihrer thematischen Klassifikation. Der vorliegende Beitrag soll unter anderem diskutieren, inwiefern Large Language Models (LLM) eine mögliche Lösung für diese Herausforderungen darstellen. Damit fokussiert er sich vor allem darauf, skalierbare Erhebungstechniken für die Netzwerkforschung zu testen, um bestehende Ansätze in diesem Feld weiterzuentwickeln

    Trust but Verify: Aushandlungen digitaler Unbestimmtheit in körpernahen Interaktionen von Social VR Usern

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    Soziales Handeln als und mit Avatarkörpern verändert Grundannahmen, mit denen Menschen einander von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten. Mit dem Leitsatz „trust but verify“ verdeutlicht der Community Manager der Plattform VRChat, dass in der Aushandlung von Unbestimmtheit in körpernahen Interaktionen VRChats ein hohes Maß an Offenheit gegenüber den hybriden Selbstentwürfen Anderer erwartet wird. Gleichzeitig gibt es Schwellenwerte, an denen gegenseitiges Vertrauen nicht mehr bedingungslos ist. Kontroversen tun sich unter VRChat-Usern dann auf, wenn für ein Aufrechterhalten enger bis intimer Beziehungen neben Synchronität auch Kongruenz eingefordert wird. Es wird dann relevant, inwiefern ein hybrides Gegenüber als authentisch gelten kann. Manche User berufen sich dabei auf die Ernsthaftigkeit ihres transformierten Ausdrucks und verschleiern Eindrücke auf ihren organischen Körper (z.B. im Fall von Transgender Usern), während andere User eine Vertrauensbasis schaffen, indem Sie ihr organisches Ich verifizieren. Kritisch betrachtet wird von beiden Seiten, dass solche Verifizierungen die expressiven Freiheiten und utopischen Potenziale editierbarer und anonymer Körper unterwandern

    Digitale Körper in Transition: Avatare in Spiel und Gesellschaft

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    Avatare sind Schlüsselfiguren gesellschaftlicher Transformationsprozesse unter digitalen Bedingungen. Historisch betrachtet hat der Begriff „Avatara“ seine Wurzeln im Sanskrit, worin er die Inkarnation(en) der Götter auf Erden bezeichnet (Boellstorff 2012 et al. S. 23) und damit auf hinduistische Rituale und Besessenheits-Phänomene (Snodgrass 2023) verweist. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts avanciert der Avatar zu einem Kernbegriff digitaler Spielkultur (Klevjer 2022). An Rollenspiele orientierte Games wie „Ultima“ oder „Habitat“ etablieren den Avatar in den 1980er Jahren als die Verkörperung von Spielenden in einer digitalen Umgebung (Morningstar & Farmer 1990). Damit gehen sowohl die Indexikalität als auch die Situiertheit des Menschen in digitalen Räumen einher (Søraker 2011), die Wahrnehmungs- sowie Handlungsspielräume eröffnen. Außerhalb von Spielkontexten sind Avatare seit der Jahrtausendwende allseits präsent und innerhalb unseres mediatisierten Alltags (Krotz 2018) fest verankert. Auf Sozialen Medien und Plattformen avancieren sie zu symbolischen Selbst-Erweiterungen und Ausdrucksmitteln von sozialer Identität (Vasalou et al. 2008, Turkle 1998, 2011). Sie repräsentieren Menschen im Internet auf unterschiedlichste Art und Weise, wobei sie ihren Nutzer*innen zumal als Statthalter, Masken oder Spiegel dienen (Bullingham & Vasconcelos 2013). Avatare sind körperliche und verkörpernde Schnittstellen all jener Lebensbereiche, die sich in Digitalität erweitern oder sich bereits gänzlich online abspielen (Ollinaho 2018). Somit stellen sie Kernelemente digitaler Transformation dar

    40 Leitlinien für KI in Parlamenten

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