data_UMR - Forschungsdatenrepositorium (Philipps-Universität Marburg)
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Kontemplation und Heilung. Zeitgenössische Erscheinungsformen spiritueller Praktiken am Beispiel sufischer und schamanischer Ausrichtungen im deutschsprachigen Raum.
Kontemplation und Heilung
Zeitgenössische Erscheinungsformen spiritueller Praktiken am Beispiel sufischer und schamanischer Rituale in Deutschland
Diese qualitative Forschungsarbeit leistet einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit gegenwärtigen religiösen und spirituellen Transformationsprozessen in Deutschland am Beispiel aktueller sufischer und schamanischer Praktiken. Im Zentrum steht dabei das Verhältnis von Kontemplation und Heilung als Feld individueller religiöser Praxis.
Für diese empirische Feldforschung wurden zwischen 2018 und 2019 insgesamt 14 Interviews im Kontext sufischer und schamanischer Heilpraktiken geführt, wobei die Methode des semistrukturierten Interviews zur Anwendung kam. Ergänzend dazu wurde teilnehmende Beobachtung an sechs unterschiedlichen Orten in Deutschland durchgeführt: an zwei sufischen ḏikr-Zusammenkünften sowie an vier schamanischen Workshops mit Fokus auf energetische (Selbst-) Heilung und Energieheilungsrituale. Die Grounded Theory diente als methodisches Instrument zur Analyse des erhobenen Datenmaterials.
Im Fokus der Untersuchung steht die Transformation von Religiosität und Spiritualität in der religiösen Gegenwartskultur sowie die Individualisierung spiritueller Praktiken, insbesondere im Hinblick auf die Verbindung von Kontemplation und Heilung im Kontext sufischer und schamanischer Praktiken. Angebote aus dem zeitgenössischen Spektrum spiritueller Strömungen, darunter auch sufisch und schamanisch geprägte Gruppen, formulieren dabei wiederholt das Ziel, Menschen in ihrem Streben nach Ausgleich zu unterstützen, nicht nur im Sinne von Techniken zur Work-Life-Balance, sondern auch in einem ganzheitlichen Verständnis von Balance zwischen Mensch und Natur. Dieses Verständnis ist eng mit dem subjektiven Erleben von Wohlbefinden verknüpft und kann insofern zur Förderung von Gesundheit beitragen.
Die in dieser Studie dargestellten kontemplativen Methoden und transzendentalen Techniken tragen zu einem neuen ganzheitlichen Verständnis von Körper, Gesundheit und religiöser Praxis bei. Im Kontext zeitgenössischer Heilmethoden berücksichtigt die Arbeit auch den stark individualisierten Zugang zu spirituellen Heilpraktiken im sufisch und schamanisch konnotierten Feld.Contemplation and healing practices
Contemporary manifestations of spiritual practices using the example of sufi and shamanic rituals in Germany
This qualitative research contributes to the focus on contemporary religious and spiritual transformation in Germany by the example of recent sufi and shamanic practices regarding the relation between contemplation and healing as a field of individual religious practice.
For this empirical fieldwork study, I conducted 14 interviews in the field of sufi and shamanic healing practices applying the semi structured interview method between the years 2018 and 2019. In addition, ethnographic fieldwork in terms of participant observation took place at six different locations throughout Germany within the field of two sufi dhikr and four shamanic workshops on energetic (self-)healing practices and energy healing ceremonies. Collecting data and analysis are within the framework of the grounded theory method.
Contemporary transformation of religiosity and spirituality as well as the individualization of spiritual practices especially with the focus of contemplation and healing in the sufi and shamanic context presents the main research focus. Offers from the contemporary spectrum of spiritual currents, also in shamanic and sufi practicing groups, repeatedly formulate the goal of supporting people in achieving a balance not only in the sense of techniques for today's work-life balance, but also in a holistic context the balance between humankind and nature which connects to the feeling of well-being and therefore could lead to an enhanced health.
The contemplative methods and transcendental techniques presented in this study contribute to the idea of a new holistic understanding of body, health and religious practices. In context of contemporary healing methods my thesis also includes the highly individualized approach of spiritual healing practices within the shamanic and sufi connotated fiel
Characterization of autoreactive T cell responses in bullous pemphigoid and elderly patients with pruritic diseases
Chronische Juckreizerkrankungen treten bei der älteren Bevölkerung zunehmend häufiger auf und sind mit einer Vielzahl von Hauterkrankungen assoziiert. Klinische und experimentelle Beobachtungen deuten darauf hin, dass Juckreiz im Alter mit der Entstehung von Autoimmunität und dem möglichen Verlust der Selbsttoleranz gegenüber kutanen Autoantigenen in Verbindung steht. Das bullöse Pemphigoid gehört zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen im hohen Lebensalter, bei der IgG-Autoantikörper gegen Komponenten der Basalmembran (d.h BP180 und BP230) gerichtet sind, was zu einem subepidermalen Haftungsverlust und zur Entstehung von Blasen an der Haut führt. Es wird vermutet, dass Juckreizerkrankungen als präklinisches Stadium des BP angesehen werden können, da eine Untergruppe dieser Patienten IgG-Autoantikröper gegen BP230 und/oder BP180 aufweist.
Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, ob bei Patienten mit ausschließlicher Juckreizerkrankung, frühzeitig Autoantikörper sowie eine spezifische BP180 T-Zellantwort beobachtet werden kann.
Insgesamt wurden in dieser Arbeit 23 ältere Patienten mit Juckreiz, 6 Patienten mit nicht bullösem Pemphigoid, 23 Patienten mit klassischem bullösem Pemphigoid und 16 altersgleiche gesunde Patienten als Kontrollgruppe untersucht. Bei allen Patienten und Kontrollen wurden klinische Parameter wie Anti-BP180- und Anti-BP230-IgG-Autoantikörper, BPDAI-Score und der Schweregrad des Juckreizes ermittelt. Zur Charakterisierung der autoreaktiven T-Zell-Reaktion wurden periphere mononukleäre Blutzellen (PBMC) isoliert und ex vivo mit rekombinanten BP180-Autoantigen (NH2- und COOH-terminale Domäne) stimuliert. Die Frequenz von IFN-γ-, Interleukin-5- oder IL-17A-produzierenden, BP180-spezifischen T-Zellen wurde anschließend mittels ELISpot-Assay bestimmt.
Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die Erkennung von BP180 durch Th1-Zellen (IFN-y) bei einer kleinen Untergruppe älterer Patienten mit Juckreiz stattgefunden hat, während bei Patienten mit dem klassischen bullösem Pemphigoid eine gemischte Th1/Th2-Antwort gegen BP180 beobachtet werden konnte. Zusätzlich zeigte sich, dass die therapeutische Anwendung von topischen Glukokortikoiden mit einer signifikanten Reduktion von BP180-spezifischen T-Zellen im Blut von Patienten mit BP assoziiert war, welches weitere Einblicke in das Verständnis der systemischen immunsuppressiven Wirkung von topischen Glukokortikoiden bei der Behandlung des BP ermöglicht
Einfluss von Hashimoto-Thyreoiditis und Depression auf Hirnstruktur und -funktion
Die Arbeit untersucht strukturelle und funktionelle Hirnveränderungen bei Hashimoto-Thyreoiditis (HT), Hypothyreose und gesunden Kontrollen – jeweils mit und ohne Major Depression (MDD) – mittels GMV-, CT- und fMRT-Analysen. Die deutlichsten Befunde zeigten sich in der funktionellen Aktivierung beim Episodic-Memory-Task: Es trat ein signifikanter Interaktionseffekt zwischen somatischer Diagnose (HT/Hypothyreose/keine SD-Erkrankung) und MDD auf. Besonders die Gruppe mit kombinierter MDD und HT (MDDHa) zeigte konsistent verminderte Aktivierung, u.a. im Gyrus frontalis superior, Parahippocampus und Hippocampus, also in Bereichen des Default-Mode- und Central-Executive-Networks – Netzwerken, die bei Depression typischerweise verändert sind. Trotz hormoneller Substitution wiesen Patient:innen mit HT weiterhin funktionelle Veränderungen auf, und bei MDDHa korrelierten TPO- und TG-Antikörper negativ mit Aktivierung und kortikaler Dicke, was auf einen möglichen autoimmunvermittelten Mechanismus hindeutet. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse einen Zusammenhang zwischen HT/Hypothyreose und depressiver Symptomatik, zeigen aber, dass weitere Forschung zu den neurobiologischen Grundlagen dringend erforderlich ist.This study investigates structural and functional brain changes in Hashimoto’s thyroiditis (HT), hypothyroidism, and healthy controls – both with and without major depression (MDD) – using GMV, CT, and fMRI analyses. The most prominent findings were observed in functional activation during the episodic memory task, with a significant interaction effect between somatic diagnosis (HT/hypothyroidism/no thyroid disorder) and MDD. The group with combined MDD and HT (MDDHa) consistently showed reduced activation, particularly in the superior frontal gyrus, parahippocampus, and hippocampus—areas belonging to the Default-Mode and Central-Executive Networks, which are typically altered in depression. Despite hormone replacement therapy, patients with HT still exhibited functional changes, and in the MDDHa group, TPO and TG antibodies negatively correlated with activation and cortical thickness, suggesting a potential autoimmune-mediated mechanism. Overall, the findings confirm a link between HT/hypothyroidism and depressive symptoms but highlight the need for further research into the neurobiological underpinnings of these associations
NAD-RNA Decapping in Escherichia coli: Discovering the Mechanism and Function of NudC
In Escherichia coli, NudC plays a crucial role in the decapping of 5’-NAD-RNA. Initially identified as a Nudix hydrolase capable of hydrolyzing NAD+ into adenosine monophosphate (AMP) and nicotinamide mononucleotide (NMN), recent studies have shown that NudC has a stronger substrate preference for 5’-NAD-RNA over NAD+. This preference results in the decapping of 5’-NAD-RNA, producing 5’-P-RNA and NMN. The association between NudC and RNA was first observed during protein purification in 1995, but this interaction remained unexplored until recent next-generation sequencing (NGS) data revealed that the RNA binding by NudC is independent of RNA size and sequence. However, the mechanism in which NudC binds to RNA substrates and the biological implications that this interaction might regulate, remain unexplored. Therfore, this work aims to extend the knowledge gap of NAD-RNA decapping mediated by NudC and further implications of it in E. coli.
Hereby we present an extensive structural, biochemical, and phenotypical analysis demonstrating the mechanism in which NudC decapping activity, localization, and protein interactions are mediated by RNA binding.
Therefore, in section 3.1 we identified by an in silico approach the critical residues of NudC involved in RNA interaction. By in vitro data demonstrated that residues R120 and R122 mediate NudC-RNA binding, which facilitates the decapping of NAD-RNA. By in vivo assays, we demonstrated that the absence of these residues increase up to 10 times the half-life of NAD-RNAs transcripts. Motivated by these results, in section 3.2 we demonstrated that Nud-RNA binding is crucial to promote NudC localization and diffusion towards the inner membrane, and intracellular RNA drives such behavior.
Additionally, in section 3.3 we showed for the first time by in vivo and in silico evidence, the association between NudC and the RNA polymerase complex, proposing that decapping and transcription, are coupled processes in E. coli. We also identified the interaction between NudC and PNPase proposing a novel 3’ dependent NAD-RNA degradation by PNPase facilitated by NudC-RNA binding. Ultimately, in section 3.4 we identified protein dysregulation upon NudC-RNA binding disruption, which leads to impaired Biofilm formation in E. coli, possibly linked to untranslated NAD-mRNAs.In Escherichia coli spielt NudC eine entscheidende Rolle bei der Decappung von 5'-NAD- RNA. Ursprünglich als Nudix-Hydrolase identifiziert, die NAD+ zu Adenosinmonophosphat (AMP) und Nicotinamidmononukleotid (NMN) hydrolysieren kann, haben neuere Studien gezeigt, dass NudC eine stärkere Substratpräferenz für 5'-NAD-RNA gegenüber NAD+ aufweist. Diese Präferenz führt zur Decappung von 5'-NAD-RNA und zur Produktion von 5'- P-RNA und NMN. Die Assoziation zwischen NudC und RNA wurde erstmals 1995 bei der Proteinreinigung beobachtet, blieb jedoch unerforscht, bis aktuelle Daten der Next- Generation-Sequenzierung (NGS) zeigten, dass die RNA-Bindung durch NudC unabhängig von RNA-Größe und -Sequenz ist. Der Mechanismus, über den NudC an RNA-Substrate bindet, und die biologischen Auswirkungen, die diese Interaktion möglicherweise reguliert, sind jedoch noch unerforscht. Daher zielt diese Arbeit darauf ab, die Wissenslücke zur durch NudC vermittelten NAD-RNA-Decapping und weiteren Auswirkungen davon in E. coli zu schließen.
Hiermit präsentieren wir eine umfassende strukturelle, biochemische und phänotypische Analyse, die den Mechanismus demonstriert, in dem die NudC-Decapping-Aktivität, Lokalisierung und Proteininteraktionen durch RNA-Bindung vermittelt werden.
Daher identifizierten wir in Abschnitt 3.1 mittels eines in silico Ansatzes die kritischen NudC-Reste, die an der RNA-Interaktion beteiligt sind. In vitro Daten zeigten, dass die Reste R120 und R122 die NudC-RNA-Bindung vermitteln, welche die Decapping-Funktion von NAD-RNA erleichtert. In vivo Tests zeigten wir, dass das Fehlen dieser Reste die Halbwertszeit von NAD-RNA-Transkripten um das bis zu Zehnfache verlängert. Motiviert von diesen Ergebnissen zeigten wir in Abschnitt 3.2, dass die Nud-RNA-Bindung entscheidend für die Lokalisierung und Diffusion von NudC in Richtung der inneren Membran ist und dass intrazelluläre RNA dieses Verhalten steuert.
Darüber hinaus haben wir in Abschnitt 3.3 erstmals durch in vivo und in silico Beweise die Assoziation zwischen NudC und dem RNA-Polymerasekomplex nachgewiesen und legen nahe, dass Decapping und Transkription in E. coli gekoppelte Prozesse sind. Wir identifizierten außerdem die Interaktion zwischen NudC und PNPase und vermuten einen neuartigen 3'-abhängigen NAD-RNA-Abbau durch PNPase, der durch die NudC-RNA- Bindung erleichtert wird. Schließlich identifizierten wir in Abschnitt 3.4 eine Proteindysregulation nach Unterbrechung der NudC-RNA-Bindung, die zu einer beeinträchtigten Biofilmbildung in E. coli führt, möglicherweise im Zusammenhang mit nicht- translatierten NAD-mRNAs
Partizipation in der Kulturellen Bildung : Kulturelle Schulentwicklung im Kontext des Programms KULTURleben!
Wie kann kulturelle Bildung die Mitbestimmung in der Schule fördern? Die Autor:innen gehen dieser Frage im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Begleitung des saarländischen Landesprogramms "KULTURleben!" nach, in dem sich sechs Schulen auf den Pfad einer nachhaltigen Kulturellen Schulentwicklung begeben. Der Band verbindet theoretische Grundlagen zu Partizipation, kultureller Bildung und Schulentwicklung mit empirischen Befunden aus Interviews, Fragebogenerhebungen und Schulporträts. Er zeigt, wie kulturelle Bildungsprozesse die demokratische Teilhabe stärken, Schulkultur verändern und neue Räume für Mitbestimmung eröffnen können - und welche Herausforderungen dabei bestehen. Eine Studie über Chancen, Grenzen und Perspektiven einer partizipationsfördernden Schulkultur.Gefördert durch den Open-Access-Publikationsfonds der UB Marburg
Ultrafast processes in organic semiconductors: From spectral and spatial dynamics in model systems towards heterostructures
Compared to conventional semiconductors, organic semiconductors host a number of
unique properties that give rise to a variety of interesting optical and electronic phenomena.
These include singlet fission and excimer formation, both of which are processes
highly desirable in certain technological applications in the realms of solar cells
and illuminants. Although extensively studied in various systems, the specific effects of
temperature and material quality on the above-mentioned kinetic processes are still unclear
in many cases. In order to properly exploit the aforementioned qualities of organic
semiconductors, detailed investigations of the underlying mechanisms are required. This
dissertation aims to address these aspects, using time- and polarization-resolved experimental
studies of model systems, complemented by theoretical calculations and kinetic
models.
The soft lattice in molecular crystals results in strong electron-phonon coupling, which
significantly affects the energetic relaxation dynamics. However, how these processes
take place microscopically is still unknown in many cases. In particular, part of this
thesis deals with the investigation of the phonon-driven relaxation pathways between
different excitonic states originating from the Davydov splitting in oligoacene single
crystals. Calculations are performed on pentacene and tetracene to compare their
relaxation dynamics. Complementary time- as well as polarization-resolved photoluminescence
(PL) and absorption measurements are conducted on a thin tetracene single
crystal at different temperatures to compare the Davydov peak characteristics with the
calculations. It is found that optically dark states play a vital role as intermediates in
the transition from the higher to the lower Davydov state. Additionally, in pentacene
an accumulation of excitons in a dark state is observed, leading to a phonon-bottleneck.
However, this seems to be absent in tetracene, most likely due to the lower energetic
separation between the two states compared to pentacene, making energetic relaxation
via electron-phonon scattering more efficient. The obtained model could thus be a
valuable tool for predicting the occurrence of phonon-bottlenecks in other oligoacene
systems. Likewise, the time- and polarization-resolved PL and absorption measurements
used provide a way to experimentally confirm the presence of this phenomenon
in a given system.
Tetracene is a material in which endothermic singlet fission is known to occur, along
with the reverse triplet-triplet annihilation process. The resulting interconversion between
singlet and triplet excitons has been demonstrated to have a significant impact on the total diffusion lengths, which could be beneficial for the design of organic solar
cells. However, the exact effect of temperature on the fission process is still unknown, as
is the role of crystal quality, which has been shown to significantly affect spectral signatures.
Part of this work focuses on investigating these factors, by performing spectrally-,
spatially- and time-resolved photoluminescence measurements on two tetracene single
crystals of different quality at varying temperatures. In order to elucidate the underlying
temporal population changes and to extract the kinetic parameters governing the
exciton diffusion and transition processes, a kinetic model is fit to the experimental
data. Crystal quality is shown to strongly affect spectral as well as spatial dynamics at
decreased temperatures, spectrally shifting the emission signature and modifying the
total singlet diffusion length. The model reveals that the temperature-activated step
for the process of singlet fission is the dissociation of the correlated triplet-pair. It also
suggests that a single radiative emission and fission constant is insufficient to explain
the observed dynamics in the pristine sample. Instead, the model must rely on multiple
species with different kinetic parameters to accurately reproduce the experimental
data. The study reveals crystal quality and temperature to act as possible turning
knobs for optimizing singlet fission in tetracene. Moreover, the derived kinetic model is
suitable for obtaining robust sets of parameters by simultaneously reproducing several
experimental datasets.
Even though organic semiconductors exhibit the unique qualities mentioned previously,
they also have some significant drawbacks compared to their inorganic counterparts,
one of which being their exciton transport properties. One way to remedy this issue is
to integrate organic semiconductors in a heterostructure with materials that complement
their weak points, such as monolayer transition metal dichalcogenides (TMDs).
Although theoretically a fascinating proposition, to date not much experimental research
has been performed on such systems. One reason for this is a lack of available
heterostructures with controlled orientation of the molecular lattice. The final part of
this thesis deals with the construction of a heterostructure consisting of an ionic organic
crystal, pyrenemethylammonium chloride, and a monolayer of tungsten disulphide via
physical stacking. The structure is studied using time- as well as polarization-resolved
and steady-state photoluminescence measurements at different temperatures to probe
for evidence of successful electronic coupling between the compounds. A significant
quenching of the PL of the organic crystal is observed in the heterostructure. Interestingly,
this trend is observed both for the mobile excitonic as well as the localized
excimer species. This, together with the emergence of a red-shifted, linearly polarized
emission, seemingly arising from an interfacial state, suggests the presence of efficient
electronic coupling. The study thus provides a method for the controlled fabrication of
organic/TMD heterostructures.Im Vergleich zu konventionellen Halbleitern weisen organische Halbleiter eine Reihe
einzigartiger Eigenschaften auf, welche die Grundlage für interessante optische und
elektronische Phänomene bilden. Dazu gehören die Singulett-Spaltung (SF) und die
Excimer-Bildung, zwei Prozesse, die für bestimmte technologische Anwendungen im
Bereich Solarzellen und Leuchtmittel von großer Bedeutung sind. Obwohl diese Phänomene
in zahlreichen Studien untersucht wurden, ist der Einfluss von Temperatur und
Materialqualität in vielen Fällen noch unklar.
Der vergleichsweise schwache intermolekulare Zusammenhalt in molekularen Kristallen
führt zu starken Elektron-Phonon-Kopplungen, welche die energetische Relaxationsdynamik
signifikant beeinflussen. In vielen Fällen ist jedoch noch unklar, wie diese
Prozesse auf mikroskopischer Ebene ablaufen. Ein Teil dieser Dissertation beschäftigt
sich mit der Untersuchung von phonon-aktivierten Übergängen zwischen verschiedenen
exzitonischen Zuständen, die aus der Davydov-Spaltung in Oligoacen-Einkristallen resultieren.
Theoretische Kalkulationen werden an Tetracen und Pentacen durchgeführt
um deren Relaxationsdynamiken zu vergleichen. Zusätzlich werden zeit- und polarisationsaufgelöste
Photolumineszenz- (PL) sowie Absorptionsmessungen an einem besonders
dünnen Tetracen Einkristall durchgeführt um die Charakteristiken der Davydov
Peaks mit den Ergebnissen der Rechnungen zu vergleichen. Es zeigte sich, dass die optisch
dunklen Zustände eine essentielle Rolle als Zwischenzustände bei dem Übergang
von höher- zu niederenergetischem Davydov-Zustand spielen. Zusätzlich wurde in Pentacen
eine Anhäufung von Exzitonen in dunklen Zuständen beobachtet, was zu einem
Phonon-Bottleneck geführt hat. Dies scheint jedoch nicht für Tetracen zu gelten, vermutlich
aufgrund des niedrigeren energetischen Abstands zwischen den beiden Zuständen,
was die Relaxation über Elektron-Phonon Streuprozesse effizienter macht. Das erarbeitete
Modell könnte demzufolge ein wertvolles Mittel zur Voraussage von Phonon-
Bottlenecks in anderen Oligoacen-Systemen sein. Außerdem stellen die verwendeten
zeit- und polarisationsaufgelösten PL- und Absorptionsmessungen eine Möglichkeit dar
die Präsenz eines solchen Phänomen auch experimentell belegen zu können.
Tetracen ist ein Material, in dem endotherme SF und Triplett-Triplett-Auslöschung,
der umgekehrte Prozess, stattfindet. Die daraus resultierenden Umwandlungen von
Singulett- und Triplett-Exzitonen haben einen signifikanten Einfluss auf die absoluten
Exziton-Diffusionslängen, was für das Design von organischen Solarzellen nützlich sein
könnte. Der genaue Einfluss der Temperatur auf den Aufspaltungsprozess ist jedoch noch unbekannt. Gleiches gilt für die Rolle der Kristallqualität, die einen starken Einfluss
auf die spektralen Signaturen hat. Ein Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der
Untersuchung dieser Faktoren, indem zeit-, spektral- und ortsaufgelöste PL-Messungen
an zwei Tetracen-Einkristallen unterschiedlicher Qualität durchgeführt werden. Die experimentellen
Daten werden mit einem kinetischen Modell gefittet, um einen Einblick
in die zeitlichen Änderungen der Exzitonenpopulation zu erhalten und die kinetischen
Parameter zu bestimmen, welche die Exzitonendiffusion und die Exzitonenübergänge
beschreiben. Die Kristallqualität hat einen starken Einfluss auf die spektrale und
räumliche Dynamik bei tiefen Temperaturen. Sie verursacht spektrale Verschiebungen
und verändert die absoluten Diffusionslängen. Die Fit-Ergebnisse zeigen, dass der
temperaturaktivierte Prozess für die Singulett-Aufspaltung die Dissoziation des korrelierten
Triplett-Paar-Zustandes ist. Darüber hinaus wird deutlich, dass eine einzelne
Konstante für PL- und Dissoziationsprozesse nicht ausreicht, um die gemessene Dynamik
zu erklären. Stattdessen basiert das Modell auf mehreren strahlenden Populationen
mit unterschiedlichen kinetischen Parametern, um die experimentellen Daten
reproduzieren zu können. Die Studie zeigt, dass Temperatur und Kristallqualität als
mögliche Stellschrauben für die Optimierung des SF-Prozesses in Tetracen genutzt werden
können. Darüber hinaus ist das entwickelte kinetische Modell in der Lage, robuste
Parametersätze zu liefern, indem es mehrere experimentelle Datensätze gleichzeitig reproduziert.
Obwohl organische Halbleiter einige einzigartige energetische Eigenschaften aufweisen,
haben sie auch einige Nachteile, wie z.B. die im Vergleich zu anorganischen Halbleitern
schlechten Exziton-Transporteigenschaften. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen,
besteht darin, organische Halbleiter mit anderen Materialien zu einer Heterostruktur zu
kombinieren. Besonders geeignet sind Systeme, welche die genannten Schwächen kompensieren,
wie z.B. zweidimensionale Übergangsmetalldichalcogenide (TMDs). Obwohl
das Konzept vielversprechend klingt, gibt es bisher wenig experimentelle Forschung an
solchen Systemen. Ein Grund dafür ist das Fehlen geeigneter Heterostrukturen (HS), die
eine kontrollierte Orientierung des Molekülgitters ermöglichen. Der abschließende Teil
dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Herstellung einer HS aus dem ionisch-organischen
Kristall Pyremethylammoniumchlorid und einer Monolage Wolframdisulfid. Die Struktur
wird mit Hilfe von zeit- und polarisationsaufgelösten sowie statischen PL-Messungen
bei verschiedenen Temperaturen untersucht, um Beweise für eine erfolgreiche elektronische
Kopplung zwischen den Komponenten der HS zu finden. Die PL des organischen
Kristalls ist in der HS signifikant abgeschwächt. Interessanterweise wird dieser
Trend sowohl für eine mobile Exziton- als auch für eine lokalisierte Excimer-Spezies
beobachtet. Darüber hinaus tritt in der PL der Heterostruktur eine rotverschobene
und linear polarisierte Emission auf, die von einem Grenzflächenzustand zu stammen
scheint. Diese beiden Entdeckungen deuten auf eine effiziente elektronische Kopplung
in der HS hin. Somit stellt diese Arbeit eine Methode für die kontrollierte Herstellung
von organischen/TMD Heterostrukturen vor
From markers to mechanisms: A multimodal investigation of structural markers of vulnerability and disease progression in affective disorders
Affective disorders, such as bipolar disorder and major depressive disorder, are complex and severe mental illnesses characterized by mood episodes. These disorders present significant challenges to diagnosis and treatment due to their complex nature and the interplay of genetic, environmental, and biological factors. Recent advances in magnetic resonance imaging have identified structural brain changes associated with these disorders, holding promise for early detection and targeted intervention. This dissertation examined structural magnetic resonance imaging brain markers of vulnerability and disease progression in bipolar disorder and major depressive disorder.
Study I conducted cross-sectional analyses to investigate common gray matter volume changes in a group of individuals at risk for and another group diagnosed with bipolar disorder, compared to a group of healthy controls. Results showed larger putamen volumes in both individuals at risk and with manifest disease, suggesting that putamen enlargement might be a vulnerability marker for bipolar disorder. This neuroanatomical vulnerability may precede the onset of the disorder and persist throughout its course.
Study II employed longitudinal analyses to assess gray matter volume changes in a group of patients with bipolar disorder, who experienced depressive or manic episodes over a two-year follow-up interval, in comparison to a group of patients without episodes and a group of healthy controls. Results showed volume increases in the right exterior cerebellum in patients with multiple depressive episodes during the two-year interval, which correlated with elevated baseline levels of C-reactive protein, a marker of systemic inflammation. Conversely, patients without an episode during the two-year interval, particularly those with a longer history of manic episodes before the baseline assessment, exhibited volume decreases in the same area, compared to healthy controls. These findings suggest that volume increases during depressive episodes might reflect neuroinflammatory processes, followed by volume decreases during periods of remission, potentially as a result of synaptic pruning induced by previous episodes. These findings highlight the potential role of the cerebellum in the disease progression in bipolar disorder associated with recurrent mood episodes.
Study III examined longitudinal gray matter volume changes in a group of patients with major depressive disorder in response to stressful life events over a two-year interval, particularly those with recurrent depressive episodes and a history of childhood maltreatment, compared to a group of healthy controls. Results showed volume increases in the middle frontal, precentral, and postcentral gyri in these patients, which correlated with elevated baseline C-reactive protein levels, potentially suggesting maladaptive neuroinflammatory responses to stress. In contrast, healthy controls showed volume decreases in these areas, potentially representing adaptive neural compensations. These findings underscore the potential role of the middle frontal, precentral, and postcentral gyri in vulnerability and disease progression in major depressive disorder associated with recurrent depressive episodes, particularly concerning predisposing factors such as childhood maltreatment.
These findings highlight the importance of a multimodal, longitudinal approach to assessing neuroanatomical correlates of disease trajectories in affective disorders. By moving beyond traditional case-control cross-sectional designs, this work provides a nuanced understanding of how episodes, environmental factors, and inflammatory processes collectively impact brain structure across disease trajectories. Future research should continue to refine these dynamics through detailed subgroup analyses and multiple assessment points to ultimately improve diagnostic, preventive, and therapeutic strategies.Affektive Störungen wie die bipolare Störung und Major Depression sind komplexe und schwerwiegende psychische Erkrankungen, die durch Stimmungsepisoden gekennzeichnet sind. Diese Störungen stellen aufgrund ihrer Komplexität und des Zusammenspiels von genetischen, umweltbedingten und biologischen Faktoren eine große Herausforderung für die Diagnose und Behandlung dar. Jüngste Fortschritte in der Magnetresonanztomographie haben strukturelle Gehirnveränderungen identifiziert, die mit diesen Störungen assoziiert sind und vielversprechende Ansätze für die Früherkennung und gezielte Intervention bieten. Diese Dissertation untersuchte mittels Magnetresonanztomographie strukturelle Gehirnmarker als Indikatoren für Vulnerabilität und Krankheitsprogression bei bipolarer Störung und Major Depression.
Studie I führte Querschnittsanalysen durch, um die gemeinsamen Veränderungen des grauen Hirnvolumens in einer Gruppe von Personen mit Risiko für bipolare Störung und einer anderen Gruppe mit diagnostizierter bipolarer Störung im Vergleich zu einer Gruppe gesunder Kontrollpersonen zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten ein größeres Volumen des Putamens sowohl bei Risikopersonen als auch bei Personen mit manifester Erkrankung, was darauf hindeutet, dass eine Vergrößerung des Putamens ein Vulnerabilitätsmarker für die bipolare Störung sein könnte. Diese neuroanatomische Vulnerabilität könnte dem Ausbruch der Störung vorausgehen und im Verlauf der Erkrankung bestehen bleiben.
Studie II verwendete Längsschnittanalysen, um die Veränderungen des grauen Volumens in einer Gruppe von Patienten mit bipolarer Störung zu untersuchen, die über ein Zweijahresintervall depressive oder manische Episoden hatten, im Vergleich zu einer Gruppe von Patienten ohne Episoden und einer Gruppe gesunder Kontrollpersonen. Die Ergebnisse zeigten Volumenzunahmen im rechten äußeren Kleinhirn bei Patienten mit mehreren depressiven Episoden während des Zweijahresintervalls, was mit erhöhten Baseline-Werten von C-reaktivem Protein, einem Marker für systemische Entzündungen, korrelierte. Im Gegensatz dazu zeigten Patienten ohne Episoden während des Zweijahresintervalls, insbesondere diejenigen mit einer längeren Vorgeschichte manischer Episoden vor der Baseline-Erhebung, Volumenabnahmen in der gleichen Region im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Diese Befunde deuten darauf hin, dass Volumenzunahmen während depressiver Episoden neuroinflammatorische Prozesse widerspiegeln könnten, gefolgt von Volumenabnahmen während der Remissionsphasen, möglicherweise als Folge von synaptischem Pruning, das durch vergangene Episoden induziert wurde. Sie unterstreichen die mögliche Rolle des Kleinhirns bei der Krankheitsprogression der bipolaren Störung im Zusammenhang mit rezidivierenden Stimmungsepisoden.
Studie III untersuchte die longitudinalen Veränderungen des grauen Volumens bei einer Gruppe von Patienten mit Major Depression als Reaktion auf stressvolle Lebensereignisse über ein Zweijahresintervall, wobei der Fokus insbesondere auf Patienten mit rezidivierenden depressiven Episoden und einer Vorgeschichte von Kindheitstraumata lag, im Vergleich zu einer Gruppe gesunder Kontrollpersonen. Die Ergebnisse zeigten bei diesen Patienten Volumenzunahmen in den mittleren frontalen, präzentralen und postzentralen Gyri, die mit erhöhten Baseline-Werten von C-reaktivem Protein korrelierten, was auf maladaptive neuroinflammatorische Reaktionen auf Stress hinweisen könnte. Im Gegensatz dazu zeigten gesunde Kontrollpersonen Volumenabnahmen in diesen Regionen, was auf adaptive neuronale Kompensationen hinweisen könnte. Diese Befunde unterstreichen die mögliche Rolle der mittleren frontalen, präzentralen und postzentralen Gyri bei der Vulnerabilität und Krankheitsprogression der Major Depression im Zusammenhang mit rezidivierenden depressiven Episoden, insbesondere in Bezug auf prädisponierende Faktoren wie Kindheitstraumata.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines multimodalen, longitudinalen Ansatzes zur Bewertung neuroanatomischer Korrelate von Krankheitsverläufen bei affektiven Störungen. Indem sie über traditionelle Fall-Kontroll-Querschnittsstudien hinausgeht, liefert diese Arbeit ein differenziertes Verständnis davon, wie Episoden, Umweltfaktoren und Entzündungsprozesse gemeinsam die Gehirnstruktur während des Krankheitsverlaufs beeinflussen. Zukünftige Forschung sollte diese Dynamiken durch detaillierte Subgruppenanalysen und multiple Untersuchungszeitpunkte weiter verfeinern, um letztendlich diagnostische, präventive und therapeutische Strategien zu verbessern
Thioviridamide with its unnatural amino acids as a stimulus for the synthesis of functional peptides
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der strategischen und taktischen Planung und Synthese eines Peptidnaturstoffs am Beispiel des Thioviridamids. Das Thioviridamid als ribosamal synthetisierter und posttranslational modifizierter Peptidnaturstoff aus der Klasse der Thioamitide verfügt über zahlreiche Modifikationen. Dabei handelt es sich um fünf aufeinander folgenden Thioamide (Ala, Met, Val), ein dimethyliertes β-Hydroxy-Histidin (hdmHis) und ein Aminovinylcystein (AviCys), welches den 19-gliedrigen Makrozyklus darstellt, der mit der linearen Thioamidkette verknüpft ist. Der modulare Aufbau ermöglicht es, die modifizierten Aminosäuren über organische Methoden zu synthetsieren und mittels Festphasenpeptid-synthese in die Sequenz einzuführen. Nebst der Synthese wurde die Thioviridamid-Sequenz zu Beginn mit den kodieren Aminosäuren synthetisiert und ausgehend hiervon systematisch zum Naturstoff hin variiert. Anhand dieser Derivate wurde eine α-helikale Struktur für sämtliche Lysin (anstelle von AviCys)-Mutanten postulliert, welche im Einklang mit dem analogen Naturstoff Thioholgamid A sind. Diese zeichnete sich durch eine geringe Kopplungskonstante des Ala9NH (3J), sowie NOE-Kontakte des H11 zu I8 aus. Thioether-haltige (cae, lan) Makrozyklen destabiliserten die helikale Struktur, wohingegen Histidinium11 aufgrund der positiven Ladung die Helizität förderte. Die doppelte Methylierung des His diente als Inspiration für die Synthese weiterer Histidinium-Aminosäuren. Diese erstreckten sich über aliphaltische oder benzylische Reste und verfügten über 6 oder 10-π-Aromaten oder fluorhalitge Substituenten. Diese positiv geladenen und hydrophoben aromatischen Aminosäuren wurden in biologisch aktive Peptide, wie das β-hairpin-Peptid der rheumatoiden Arthritis, das kurze-Ghrelin-Peptid oder in kurze antimikrobielle Peptide (SAMP) inkorporiert. Die dimethylnaphthylhaltige Histidin-Aminosäure als SAMP-Peptid zeigte eine zehnfach höhere Aktivität gegenüber B.subtilis als die Referenzverbindung und zeigte in Membran-Assays interessante Wirkweisen, die in weiteren biologischen Testungen verifiziert werden und Ansatzpunkt für weitere Peptide liefern.The present work deals with the strategic and tactical design and synthesis of a peptide natural product using thioviridamide as an example. Thioviridamide as a ribosamally synthesized and post-translationally modified peptide natural product from the class of thioamitides and has numerous modifications. These include five consecutive thioamides (Ala, Met, Val), a dimethylated β-hydroxy-histidine (hdmHis) and an aminovinylcysteine (AviCys), which represents the 19-membered macrocycle linked to the linear thioamide chain. The modular design allowed the modified amino acids to be synthesized via organic synthesis and introduced into the sequence via solid-phase peptide synthesis. In addition to the synthesis, the thioviridamide sequence was initially synthesized with the coding amino acids and, starting from this, systematically varied towards the natural product. Based on these derivatives, an α helical structure was postulated for all lysine (instead of AviCys) mutants, which are in agreement with the analogous natural product thioholgamide A. This was characterized by a low coupling constant of Ala9NH (3J), as well as NOE contacts of H11 to I8. Thioether-containing (cae, lan) macrocycles destabilized the helical structure, whereas histidinium promoted helicity due to its positive charge. The double methylation of His served as inspiration for the synthesis of additional hisitidinium amino acids. These covered aliphatic or benzylic residues and featured 6 or 10-π aromatic or fluor substituents, respectively. These positively charged and hydrophobic aromatic amino acids were incorporated into biologically active peptides, such as rheumatoid arthritis β-hairpin peptide, short ghrelin peptide or short antimicrobial peptides (SAMP). The dimethylnaphthyl-containing histidinium amino acid as SAMP peptide showed a ten fold higher activity against B.subtilis than the reference compound and showed interesting modes of action in membrane assays, which will be verified in further biological assays and provide a starting point for further peptides
Democratic resilience or retreat? A cross-area analysis
Forms of democratic backsliding can be observed in many parts of the world. However, some conclusions are overly sweeping or alarmist. A detailed case-based regional analysis reveals distinct patterns in this regard. This study highlights some recent findings from a longitudinal international research project, the Transformation Research Initiative “(TRI), which is now based at the Center for Research on Democracy (CREDO) at Stellenbosch University, South Africa. The project involves country and regional experts from all major world areas. The results presented here are derived from the Varieties of Democracy “(V-Dem) data at the macro level, World Values Surveys” (WVS) data on the micro level, and selected case studies. Only a few key findings can be presented here. For a detailed account, see van Beek (ed., 2022).Gefördert durch den Open-Access-Publikationsfonds der UB Marburg
Validierung und Feldtestung des Evaluierten Fragebogens Anästhesie (EFA) und Klärung möglicher Einflussfaktoren auf dessen Ergebnisse
In der multizentrisch angelegten Studie konnten wir den Evaluierten Fragebogen
Anästhesie nach dessen Pilotphase in 2008 einem erneuten praktischen Einsatz am
Klinikum Stuttgart und an der Universitätsklinik Marburg unterziehen. Die Verteilung
und Auswertung der Fragebögen war ohne großen personellen und mit bewältigbarem
zeitlichen Aufwand durchführbar. Der Fragebogen wurde von den meisten Patienten gut
angenommen. Die Erhebung der anästhesiespezifischen Daten ließ sich problemlos
anhand der Tagesprotokolle der jeweiligen Abteilungen durchführen. Die rein
praktische Durchführung und Anwendung des Fragebogens lässt sich somit
abschließend als unkompliziert bewerten.
Auf Basis der Parallelanalyse extrahierten wir 6 Faktoren für die Faktorenanalyse. In
der initialen Faktorenanalyse zeigten sich einige grenzwertige Ladungen und unklare
Ladungsverhältnisse. Auch die im Anschluss durchgeführte konfirmatorische
Faktorenanalyse produzierte lediglich akzeptable Modell-Fit-Indizes. Inhaltlich ergab
sich jedoch ein schlüssiges Gesamtbild.
Mittels Itemanalyse konnten im Anschluss kritische Items detektiert werden. Nach
sorgfältiger inhaltlicher Abwägung und auf statistischer Grundlage konnte die Löschung
der kritischsten Items erfolgen. Das dadurch erzeugte neue Modell mit 6 Faktoren
zeichnete sich mit deutlich verbesserten Ladungen und klarer Ladungszuordnung aus.
Dies spiegelte sich in der abschließenden CFA in guten Modell-Fit-Indizes wider.
In der Itemanalyse zeigte sich eine gute Itemqualität mit guter interner Konsistenz und
damit guter Korrelation der Faktoren mit den zugehörigen Items. Die
Itemschwierigkeiten waren gut verteilt und deckten das gesamte Spektrum von
schwierig bis einfach ab.
Die Gesamtpunktzahl des Fragebogens war gegenüber äußeren Einflüssen robust. Die
demographischen und anästhesiespezifischen Daten zeigten kleine Einflüsse auf
Dimensionsebene. Aus diesem und mehreren vielschichtigen Gründen sollte daher von
Vergleichen auf Dimensions- bzw. Faktorenebene abgesehen werden.
Ein Einsatz als Vergleichsinstrument zwischen verschiedenen Institutionen ist aufgrund
der gegebenen Ausgewogenheit des Fragebogens möglich. Jedoch sollten hier
Einflussgrößen wie die Populationsverteilung, Anzahl der elektiven Eingriffe im
Vergleich zu Notfalleingriffen, Anästhesie-Art und weitere Größen mitbedacht werden.
Der Haupteinsatzbereich sollte für die Evaluation der eigenen erbrachten Leistung
gesehen werden. Ein Einsatz als Benchmark-Tool zwischen verschiedenen Kliniken
oder Abteilungen muss mit großer Vorsicht erfolgen. Dies gilt im Besonderen für
Vergleiche zwischen verschiedenen Fachbereichen.
Durch die Möglichkeit, die erreichten Punktwerte als Z-Wert auszulesen, ist der
Evaluierte Fragebogen Anästhesie auch mit anderen Zufriedenheits-Scores vergleichbar
und leicht zu interpretieren.
Zusammengefasst ist der Evaluierte Fragebogen Anästhesie ein valides und reliables
Instrument zur Messung der Zufriedenheit mit den vielschichtigen Leistungen der
Anästhesie.
Im deutschsprachigen Raum gibt es als qualitativ vergleichbares Instrument lediglich
den Heidelberg Peri-anaesthetic-Questionnaire. Andere Fragebögen decken zwar in
Teilen ähnliche Aspekte der Anästhesie-Qualität ab, können aber inhaltlich und vom
methodischen Standard her nicht mit den beiden Instrumenten mithalten.
Während der Heidelberger Fragebogen eine größere Probandengröße in der
Entwicklung und mittlerweile eine gewisse Anwendungshistorie im praktischen Einsatz
mitbringt, ist der Evaluierte Fragebogen Anästhesie in mehreren Punkten überlegen.
Zum einen ist der Validierungsprozess des EFA deutlich umfangreicher, statistisch
aufwändiger und moderner gestaltet worden.
Zum anderen wurde der EFA zu verschiedenen Zeitpunkten praktisch getestet und
validiert, wenn auch die Hauptvalidation mit der vorliegenden Arbeit erfolgt ist. Die
Ergebnisse der beiden Testzeitpunkte waren dabei vergleichbar, sodass hier von einer
Test-Retest-Reliabilität gesprochen werden kann.
Einen Vorteil sehen wir auch in der geringeren Item-Anzahl (38 vs. 31), da der
Fragebogen damit deutlich schneller zu beantworten ist. Dies sollte der Bereitschaft,
den Fragebogen auszufüllen, zugutekommen und damit für eine höhere Akzeptanz und
Benutzerfreundlichkeit sorgen.
Durch die Z-Transformation ist der Fragebogen deutlich besser vergleichbar mit
anderen Zufriedenheits-Messinstrumenten und zudem einfacher zu interpretieren.
Ferner konnte in dieser Studie gezeigt werden, dass es keine relevanten Einflussfaktoren
auf die Ergebnisse gab. Eine Korrektur der Ergebnisse muss damit für den EFA nicht
erfolgen, was ihn etwas einfacher in der Auswertung gegenüber dem Heidelberger
Fragebogen macht.
Der Evaluierte Fragebogen Anästhesie bildet damit ein neues, qualitativ hochwertiges
Messinstrument der Patientenzufriedenheit mit den Leistungen der anästhesiologischen
Abteilungen.
Eine regelmäßige statistische Re-Evaluation sollte trotz der bereits vorhanden
statistischen Qualität erfolgen, um die Robustheit auch bei größeren Stichprobengrößen
zu beweisen.In this multicenter study, we reintroduced the Evaluierte Fragebogen Anästhesie
(Evaluated Anesthesia Questionnaire), originally piloted in 2008, into routine clinical
use at Klinikum Stuttgart and the University Hospital Marburg. The distribution and
evaluation of the questionnaires required minimal staffing and a manageable time
investment. The questionnaire was well accepted by the majority of patients.
Anesthesia-specific data were easily obtained from departmental daily records, and the
overall implementation of the questionnaire proved to be straightforward and practical.
Based on parallel analysis, six factors were extracted for exploratory factor analysis.
The initial analysis revealed some borderline item loadings and ambiguous factor
structures. Likewise, the subsequent confirmatory factor analysis (CFA) yielded only
moderate model fit indices. However, from a content perspective, the overall factor
solution appeared coherent and conceptually sound.
Item analysis then identified several critical items. Following careful content-based
evaluation and statistical review, the most problematic items were removed. The revised
model, still consisting of six factors, demonstrated significantly improved loadings and
clearer factor-item associations. These improvements were confirmed by the final CFA,
which showed good model fit indices.
The questionnaire items exhibited strong internal consistency, indicating good
correlations between each factor and its associated items. Item difficulty was well
distributed across the full range from easy to challenging.
Total questionnaire scores were robust against external influences. Demographic and
anesthesia-specific variables showed only minor effects at the dimensional level.
Therefore, comparisons at the factor or dimension level should be interpreted with
caution.
Due to its balanced structure, the questionnaire is suitable for use as a comparison or
benchmark tool between institutions. However, influencing variables—such as
population differences, the proportion of elective versus emergency procedures, types of
anesthesia, and other contextual factors—must be taken into account. The primary use
case remains internal performance evaluation. Benchmarking between institutions or
departments should be approached with great caution, particularly across different
medical specialties.
Thanks to its Z-score transformation, the EFA is also compatible with other satisfaction
measurement tools and remains easy to interpret.
In summary, the Evaluated Anesthesia Questionnaire is a valid and reliable tool for
measuring patient satisfaction with the multifaceted services provided by anesthesia
departments.
Among German-language instruments, the only tool of comparable quality is the
Heidelberg Peri-anaesthetic Questionnaire. While other tools may cover individual
aspects of anesthesia quality, they do not match the EFA and the Heidelberg
questionnaire in terms of content or methodological rigor.
Although the Heidelberg questionnaire benefits from a larger development sample and a
longer track record of clinical use, the EFA surpasses it in several key areas. Notably, its
validation process was more comprehensive, statistically sophisticated, and aligned with
modern standards.
Additionally, the EFA was tested and validated at multiple time points. Although the
main validation occurred in this study, the comparable outcomes across both testing
phases support the questionnaire’s test-retest reliability.
Another advantage lies in the smaller number of items (31 vs. 38), which shortens
completion time. This likely increases response rates and improves user acceptance and
practicality.
The use of Z-scores enhances comparability with other satisfaction metrics and
simplifies interpretation. Moreover, the study demonstrated no significant influencing
variables on the results, eliminating the need for adjustment—a clear advantage over the
Heidelberg questionnaire in terms of data analysis.
Overall, the Evaluated Anesthesia Questionnaire represents a new, high-quality
instrument for assessing patient satisfaction with anesthesia services.
Nonetheless, regular statistical reevaluation is recommended to ensure continued
robustness—especially as the tool is applied to larger sample sizes in the future