data_UMR - Forschungsdatenrepositorium (Philipps-Universität Marburg)
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Charakterisierung der Rolle der Mettl3-vermittelten m6A-Methylierung in Skelettmuskelzellen
A growing body of evidence suggests a pivotal role of N6-Methyladenosine
(m6A) modifications for biological processes, including stem cell differentiation. While
initial steps have been taken to explore the influence of m6A on muscle stem cell
(MuSC) development, several open questions remain, including contradictory findings
about the regulation of MuSCs by m6A. These include dual effects of METTL3 on
proliferation and differentiation, identification of direct m6A targets, underlying
mechanisms, and the roles of (non-)canonical m6A binding proteins.
My research focused on the function of Mettl3-mediated m6A modifications for skeletal
muscle cell development and regeneration, revealing effects of m6A on proliferation
and differentiation of MuSCs. My study revealed the requirement of Mettl3 in Pax7-
positive MuSCs for efficient muscle cell differentiation. Furthermore, several potential
direct m6A targets were identified, including COUP-TFII (Nr2f2), a transcription factor
involved in the pathogenesis of Duchenne muscular dystrophy.
My investigations highlight the role of m6A in the metabolism of Ribonucleic acids
(RNAs), particularly RNA stability and translation. It demonstrates that Mettl3 strongly
influences mRNA degradation and splicing, disclosing that genes differentially
expressed in m6A-deficient MuSCs often show changes in the splicing patterns. The
study also examines m6A proteins that interact with m6A-modified RNAs and
demonstrates the existence of non-canonical m6A readers.
Novel methodologies such as GLORI-Sequencing were established and applied to
muscle cells for improving detection of m6A and enabling stoichiometric identification
of m6A sites at single nucleotide resolution. Complex m6A methylation patterns were
mapped, and their interplay with RNA G-quadruplexes (RG4s) were explored,
suggesting links between RG4s and epitranscriptomic changes.
In conclusion, my research answers several questions about the function of m6A-
dependent processes in muscle stem cell development. The identification of direct
targets, mechanisms, and interactions improves understanding of the role of
epitranscriptomics for critical cellular activitiesImmer mehr Arbeiten deuten darauf hin, dass N6-Methyladenosin (m6A)-
Modifikationen bei biologischen Entscheidungen, einschließlich der
Stammzelldifferenzierung, eine zentrale Rolle spielen. Während erste Schritte
unternommen wurden, um den Einfluss von m6A auf die Entwicklung von
Muskelstammzellen (MuSC) zu erforschen, bleiben viele Fragen offen, darunter auch
widersprüchliche Resultate über die Regulierung von MuSCs durch m6A. Unklar sind
duale Effekte von METTL3 auf die Proliferation und Differenzierung von
Muskelstammzellen, die Identifizierung direkter m6A-Ziele, die zugrundeliegenden
Mechanismen und die Rolle von (nicht-)kanonischen m6A-bindenden Proteinen.
Meine Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf die Funktion von Mettl3-
vermittelten m6A-Modifikationen für die Entwicklung und Regeneration von
Skelettmuskelzellen und zeigten die Auswirkungen von m6A auf die Proliferation und
Differenzierung von MuSCs. Meine Studie zeigt, dass Mettl3 in Pax7-positiven MuSCs
für eine effiziente Muskelzelldifferenzierung erforderlich ist. Darüber hinaus wurden
mehrere potenzielle direkte m6A-Targets identifiziert, darunter COUP-TFII (Nr2f2), ein
Transkriptionsfaktor, der an der Pathogenese der Duchenne-Muskeldystrophie
beteiligt ist.
Meine Untersuchungen unterstreichen die Rolle von m6A im Metabolismus von
Ribonukleinsäuren (RNAs), insbesondere bei der RNA-Stabilität und der Translation.
Ich konnte zeigen, dass Mettl3 den mRNA-Abbau und das Spleißen stark beeinflusst
und dass Gene, die in m6A-defizienten MuSC differenziell exprimiert werden, oft
Veränderungen im Spleißmuster aufweisen. Meine Studie untersucht auch m6A-
Proteine, die mit m6A-modifizierten RNAs interagieren, und zeigt die Existenz von
nicht-kanonischen m6A-Lesern auf.
Neuartige Methoden wie die GLORI-Sequenzierung wurden in Muskelzellen etabliert,
um den Nachweis von m6A zu verbessern und die stöchiometrische Identifizierung
von m6A-Stellen mit einer Auflösung von einem Nukleotid zu ermöglichen. Komplexe
m6A-Methylierungsmuster wurden kartiert und ihr Zusammenspiel mit RNA-G-
Quadruplexen (RG4s) untersucht, was auf Verbindungen zwischen RG4s und
epitranskriptomischen Veränderungen hindeutet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Forschungsarbeit mehrere Fragen
über die Funktion von m6A-abhängigen Prozessen in der Entwicklung von
Muskelstammzellen beantworten konnte. Die erreichte Identifizierung direkter Ziele,
Mechanismen und Interaktionen verbessert das Verständnis der Rolle der
Epitranskriptomik für kritische zelluläre Aktivitäten
Moderne interventionelle Therapien bei Lebertumoren, Nieren- und Prostatakarzinom: Population-basierte Analysen von 2006 bis 2021
Bei einer großen Anzahl an Patienten mit primären oder sekundären Lebertumoren ist eine chirurgische Behandlung nur begrenzt möglich. Oft kommen selbst systemische Behandlun-gen wie die Chemotherapie nicht in Frage da sie erhebliche Nebenwirkungen aufweisen oder nur zu einem eingeschränkten Therapieansprechen führen. Daher wurden in den letzten Jahren moderne interventionelle Therapien wie die selektive interne Radiotherapie (SIRT) entwickelt. Die SIRT gehört heutzutage zur Standardtherapie des Hepatozellulären Karzi-noms (HCC).
Ähnlich nimmt die fokale Therapie bei der Behandlung des Nierenzellkarzinoms in den letz-ten Jahren nicht zuletzt aufgrund des technologischen Fortschrittes einen im höheren Stel-lenwert ein und bietet eine gute Alternative zu klassischen chirurgischen Therapieoptionen. Und auch beim kastrationsresistenten metastasierten Prostatakarzinom kommt die Radi-oligandentherapie mit Lutetium177 immer häufiger zum Einsatz.
Für die Untersuchung der Behandlungstrends der SIRT bei Lebertumoren, fokalen Therapien bei Nierentumoren sowie der Radioligandentherapie beim Prostatakarzinom (PCa) wurden Abrechnungs- und Qualitätsdaten sowie Datensätze der Amerikanischen Krebsregister (SEER-Datenbank) zwischen 2006 und 2021 analysiert. Die Datenbank des Statistischen Bun-desamtes (Destatis) wurde für die Analyse aller Therapieverfahren verwendet, während die Qualitätsberichte der deutschen Krankenhäuser zur Identifizierung der nationalen Anbieter herangezogen wurden.
Für die SIRT stiegen die jährlichen Fallzahlen von 99 im Jahr 2006 auf 1605 im Jahr 2015 (p < 0,001; Anstieg um 1521 %) und sanken auf 1175 Fälle im Jahr 2019 (p < 0,001). Im Jahr 2008 führten 6 von 21 Krankenhäusern (28,6 %) mehr als 20 SIRTs pro Jahr durch, was bis 2021 auf 19 von 53 (35,8 %) anstieg. Der Anteil der SIRT für das HCC stieg von 29,8 % im Jahr 2006 auf 44,7 % im Jahr 2019 (p < 0,001) und für das Cholangiozelluläre Karzinom (CCC) von 0 % im Jahr 2006 auf 9,5 % im Jahr 2019 (p < 0,001), während der Anteil der SIRT für Lebermetastasen von 70,2 % im Jahr 2006 auf 45,7 % im Jahr 2019 sank (p < 0,001).
Bei der Behandlung des Nierenzellkarzinoms stieg der Anteil der fokalen Therapien in den USA von 2,4 % im Jahr 2006 auf 6,4 % im Jahr 2019 (p < 0,001). In Deutschland stieg der Anteil an fokalen Therapien von 0,7 % im Jahr 2006 auf 2,0 % im Jahr 2019 (p < 0,001).
Auch die Radioligandentherapie mit Lutetium (177Lu-PSMA-RLT) verzeichnete eine starke Zunahme im untersuchten Behandlungszeitraum. Die Anzahl an 177Lu-PSMA-RLT stieg konti-nuierlich von insgesamt 1026 Therapien im Jahr 2016 auf 3328 Therapien im Jahr 2020 an.
Da es bislang keinerlei Daten zur Versorgungssituation in Deutschland für die SIRT-Behandlung, die Radioligandentherapie und die fokale Therapie bei Nierentumoren gab konnten wir anhand unserer Untersuchungen belegen, dass die modernen interventionellen Therapien eine zunehmend wichtigere Rolle in der Behandlung verschiedener Tumorerkran-kungen einnehmen und zur Standardversorgung in der onkologischen Behandlung gehören. Dabei sahen wir auch einen Trend zur Zentralisierung der interventionellen Therapien.
Summary
In a large number of patients with primary or secondary liver tumors, surgical treatment is only possible to a limited extent. Often, even systemic treatments such as chemotherapy are not an option, as they have significant side effects or lead to only a limited therapeutic response. Therefore, in recent years, modern interventional therapies such as selective in-ternal radiotherapy (SIRT) have been developed. Today, SIRT is considered a standard thera-py for hepatocellular carcinoma (HCC).
Similarly, focal therapy has gained increasing importance in the treatment of renal cell car-cinoma in recent years, not least due to technological advancements, and offers a good al-ternative to traditional surgical treatment options. Radioligand therapy with Lutetium-177 is also being used more frequently in cases of castration-resistant metastatic prostate cancer.
To investigate treatment trends in SIRT for liver tumors, focal therapies for kidney tumors, and radioligand therapy for prostate cancer (PCa), reimbursement as well as quality data and datasets from the American cancer registry (SEER database) between 2006 and 2021 were analyzed. The database of the German Federal Statistical Office (Destatis) was used to analyze all therapeutic procedures, while the quality reports of German hospitals were used to identify national providers.
For SIRT, the annual case numbers increased from 99 in 2006 to 1,605 in 2015 (p < 0.001; increase of 1,521%) before declining to 1,175 cases in 2019 (p < 0.001). In 2008, 6 out of 21 hospitals (28.6%) performed more than 20 SIRTs per year, which increased to 19 out of 53 (35.8%) by 2021. The proportion of SIRT procedures for HCC rose from 29.8% in 2006 to 44.7% in 2019 (p < 0.001), and for cholangiocarcinoma (CCC) from 0% in 2006 to 9.5% in 2019 (p < 0.001), while the proportion of SIRT for liver metastases declined from 70.2% in 2006 to 45.7% in 2019 (p < 0.001).
In the treatment of renal cell carcinoma, the proportion of focal therapies in the U.S. in-creased from 2.4% in 2006 to 6.4% in 2019 (p < 0.001). In Germany, the proportion of focal therapies rose from 0.7% in 2006 to 2.0% in 2019 (p < 0.001).
Radioligand therapy with Lutetium-177 (177Lu-PSMA-RLT) also showed a significant in-crease during the observed treatment period. The number of 177Lu-PSMA-RLT therapies steadily increased from a total of 1,026 treatments in 2016 to 3,328 treatments in 2020.
Since there were previously no data available on the care situation in Germany for SIRT treatment, radioligand therapy, and focal therapy for kidney tumors, our study was able to demonstrate that modern interventional therapies are playing an increasingly important role in the treatment of various tumor diseases and are becoming part of standard oncological care. We also observed a trend toward the centralization of interventional therapies.The aim of this study was to investigate trends in selective internal radiation therapy (SIRT)
for hepatocellular carcinoma (HCC), cholangiocarcinoma (CCC), and liver metastasis in Germany.
We analyzed the nationwide German hospital billing database from 2006 to 2019 for the diagnosis
of HCC, CCC or liver metastasis in combination with SIRT. For analyses of SIRT on the hospital
level, we used the reimbursement.INFO tool based on German hospitals’ quality reports from 2008 to
2021. Linear regression analysis was performed to detect changes over time. We included a total of
14,165 SIRT procedures. The annual numbers increased from 99 in 2006 to 1605 in 2015 (p < 0.001;
increase by 1521%), decreasing to 1175 cases in 2019 (p < 0.001). In 2008, 6 of 21 hospitals (28.6%)
performed more than 20 SIRTs per year, which increased to 19 of 53 (35.8%) in 2021. The share of SIRT
for HCC increased from 29.8% in 2006 to 44.7% in 2019 (p < 0.001) and for CCC from 0% in 2006 to
9.5% in 2019 (p < 0.001), while the share of SIRT for liver metastasis decreased from 70.2% in 2006 to
45.7% in 2019 (p < 0.001). In-hospital mortality was 0.2% after the SIRT procedure. Gastritis (2.7%),
liver failure (0.4%), and sepsis (0.3%) were the most common in-hospital complications reported.
We observed an increase in SIRT procedures in Germany, with the number of hospitals offering the
procedure going up from 21 in 2008 to 53 in 2021. While the treatment of liver metastasis remains the
most common indication, SIRT for HCC and CCC increased significantly over the last few years. The
mortality and complication rates show that SIRT is a relatively safe procedure
Understanding c-di-GMP Regulation and Dynamics in Escherichia coli
To adapt to environmental changes, bacteria rapidly transition between motile and sessile lifestyles, which are favoured under exponential growth and stationary phase, respectively. As a central regulator of this lifestyle switching, the second messenger c-di-GMP is dynamically modulated in response to growth phase transitions and flagellar activity. In Escherichia coli, this switch is globally controlled by the opposing activities of DgcE (synthase) and PdeH (hydrolase), whose expression is inversely regulated by the the stress response sigma factor (RpoS) and flagellar sigma factor (FliA), respectively.
RdcA and its accessory protein RdcB act as post-translational activators of DgcE. This thesis establishes that RdcA integrates both metabolic states (GTP levels) during growth phase transitions and flagellar gene regulation (from FliA) into c-di-GMP production. Using fluorescence microscopy to monitor protein localisation and Förster resonance energy transfer (FRET) to quantify protein-protein interactions, we demonstrate that RdcA exhibits enhanced membrane localisation and interaction with DgcE at stationary phase. We propose that RdcA detects GTP depletion during exponential-to-stationary phase transitions and activates DgcE. This post-translational control enables rapid responses, complementing the slower transcriptional control mediated by the RpoS-FliA sigma factor competition, which controls DgcE and PdeH expression levels.
While RdcA activates c-di-GMP production via DgcE, its own transcription is controlled by FliA, thereby bridging the antagonistic FliA-PdeH (motility) and RpoS-DgcE (sessility) regulatory programmes. Using a combination of FRET-based c-di-GMP biosensors and a FliA-dependent transcriptional reporter, we characterise these dynamics over batch culture growth phase transitions and single-cell fluctuations in a microfluidic device. Our findings suggest two key functions of this circuit: (1) it buffers against stochastic FliA fluctuations by balancing the opposing activities of RdcA and PdeH, and (2) it generates an ultrasensitive response due to the saturable stoichiometry of the RdcA-DgcE complex. As a result, the system sharpens c-di-GMP responsiveness to growth phase transitions and drives single-cell fluctuations at steady state, thereby supporting phenotypic heterogeneity while preserving robust commitment to the motile or sessile states.Um sich an Umweltveränderungen anzupassen, wechseln Bakterien schnell zwischen einer motilen und einer sesshaften Lebensweise, die bevorzugt während der exponentiellen Wachstumsphase bzw. in der stationären Phase auftreten. Als zentraler Regulator dieses Lebensstilwechsels wird der sekundäre Botenstoff c-di-GMP dynamisch in Abhängigkeit von den Wachstumsphasen und der Flagellenaktivität moduliert. In Escherichia coli wird dieser Wechsel global durch die entgegengesetzten Aktivitäten von DgcE (Synthase) und PdeH (Hydrolase) gesteuert, deren Expression durch den Stressantwort Sigma-Faktor (RpoS) und den Flagellen Sigma-Faktor (FliA) invers reguliert wird.
RdcA und sein Begleitprotein RdcB wirken als posttranslationale Aktivatoren von DgcE. Diese Arbeit zeigt, dass RdcA sowohl den metabolischen Zustand (GTP-Spiegel) während der Wachstumsphasenübergänge als auch die FliA-abhängige Regulation von Flagellen in die c-di-GMP-Produktion integriert. Mithilfe von Fluoreszenzmikroskopie zur Beobachtung der Proteinlokalisierung und Förster-Resonanzenergietransfer (FRET) zur Quantifizierung von Protein-Protein-Interaktionen konnten wir nachweisen, dass RdcA in der stationären Phase eine verstärkte Membranlokalisierung sowie eine verstärkte Interaktion mit DgcE aufweist. Wir schlagen vor, dass RdcA den GTP-Abbau während des Übergangs von der exponentiellen in die stationäre Phase detektiert und DgcE aktiviert. Diese posttranslationale Regulation ermöglicht schnelle Reaktionen und ergänzt die langsamere transkriptionelle Kontrolle durch den Wettbewerb zwischen RpoS und FliA, der die Expression von DgcE und PdeH reguliert.
Während RdcA die c-di-GMP-Produktion über DgcE aktiviert, wird seine eigene Transkription von FliA reguliert, was im Endeffekt die antagonistischen Regulationsprogramme FliA-PdeH (Motilität) und RpoS-DgcE (Sessilität) miteinander verbindet. Mithilfe einer Kombination aus FRET-basierten c-di-GMP-Biosensoren und einem FliA-abhängigen Transkriptionsreporter charakterisieren wir diese Dynamik während der Wachstumsphasenübergänge in Batchkulturen sowie auf Einzelzellebene in einem mikrofluidischen System. Unsere Ergebnisse deuten auf zwei zentrale Funktionen dieses Regulationskreises hin: (1) Er puffert gegen stochastische Schwankungen von FliA, indem er die gegensätzlichen Aktivitäten von RdcA und PdeH ausgleicht, und (2) er erzeugt eine ultrasensitive Antwort aufgrund der sättigbaren Stöchiometrie des RdcA-DgcE-Komplexes. Dadurch schärft das System die c-di-GMP-Reaktionsfähigkeit auf Wachstumsphasenübergänge und treibt Einzelzellfluktuationen im Gleichgewichtszustand an, wodurch die phänotypische Heterogenität unterstützt und gleichzeitig die robuste Festlegung auf den motilen oder sessilen Zustand erhalten bleibt
Einfluss der Ober- und Unterkiefermorphologie auf die Überlebensrate dentaler Implantate 2- bis 30-jährige Kohortenstudie an Patienten mit parodontalen Vorerkrankungen
Ziel: Ziel der 2- bis 30-jährigen Kohortenstudie an Patienten mit parodontalen Vorerkrankungen und dentalen Implantaten war der Nachweis eines Zusam-menhangs zwischen Überlebensrate von Implantaten und Morphologie des Ober- und Unterkiefers.
Material und Methode: Insgesamt 68 parodontal behandelte Patienten mit im-plantatgetragenen Einzelkronen und Brücken wurden in Intervallen von 3 bis 6 Monaten über den Zeitraum von 5 bis 20 Jahren engmaschig nachbeobachtet. Bei allen Recall-Terminen wurden klinische Parameter an Implantaten erhoben. Zweidimensionale Röntgenbilder wurden nach Eingliederung der Suprakonstruk-tion (Baseline) sowie nach 1, 3, 5, 10, 15 und 20 Jahren aufgenommen. Es wurden 39 DVT-Aufnahmen für Oberkiefer-Front und Oberkiefer-Seitenzahnbereich sowie 37 DVT-Aufnahmen im Unterkiefer-Seitenzahnbereich vermessen. Entsprechend den Messungen wurde der Ober – und Unterkiefer in 4 Morphotypen eingeteilt: Morphotyp 1 mit schmalem und hohem Alveolarfort-satz, Morphotyp 2 mit schmalem und tiefem Alveolarfortsatz, Morphotyp 3 mit breitem und hohem Alveolarfortsatz, Morphotyp 4 mit breitem und tiefem Alveo-larfortsatz. Die Überlebensraten der Implantate wurden anhand einer Kaplan-Meier Analyse ermittelt. Vergleiche zwischen den Morphotypen wurden mit dem nichtparametrischen Kruskal-Wallis-Test und multiple Vergleiche mit dem nicht-parametrischen Dunn-Test durchgeführt.
Ergebnisse: Die Überlebensrate aller Implantate betrug nach 5 Jahren 97,7%, nach 10 Jahren 95,2% und nach 20 Jahren 90,3%. Patienten mit Morphotyp 3 im Oberkiefer-Seitenzahnbereich wiesen eine kürzere Überlebensrate der Im-plantate auf als Patienten mit Morphotyp 1, 2 und 4 (p<0,01). Der periimplantä-re Knochenabbau aller Implantate betrug nach 1 Jahr 1,56mm, nach 5 Jahren 1,68mm, nach 10 Jahren 1,74mm und nach 20 Jahren 1,93mm.
Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich und Unterkiefer zeigte sich, dass der periim-plantäre Knochenabbau bei Patienten mit dem Morphotyp 2 signifikant geringer war.
Schlussfolgerung: Implantate bei Patienten mit dem Morphotyp 3 (breiter und hoher Alveolarfortsatz) wiesen im Oberkiefer-Seitenzahnbereich eine kürzere Überlebensdauer auf. Implantate bei Patienten mit Morphotyp 2 (Schmaler und tiefer Alveolarfortsatz) im Oberkiefer-Seitenzahnbereich und Unterkiefer wiesen einen geringeren Knochenabbau auf.Background: The aim of the 2- to 30-year cohort study of patients with perio-dontal disease and dental implants was to demonstrate a correlation between the survival rate of implants and the morphology of the maxilla and mandible.
Materials and methods: A total of sixty-eight periodontally treated patients with implant-supported single crowns and bridges were closely monitored at intervals of 3 to 6 months over a period of 5 to 20 years. Clinical parameters of implants were measured at all recall appointments. Standardised two-dimensional radiographs were taken after insertion of the superstructure (base-line) and after 1, 3, 5, 10, 15 and 20 years. Three-dimensional radiographs (dig-ital volume tomography, DVT) were taken in all patients for routine pre-implantological diagnostics. Thirty-nine CBCT images for the maxillary anterior and maxillary posterior regions and 37 CBCT images in the mandibular posteri-or region were measured. According to the measurements, the maxilla and mandible were categorised into four morphotypes: Morphotype 1 with narrow and high alveolar process, morphotype 2 with narrow and deep alveolar pro-cess, morphotype 3 with wide and high alveolar process, morphotype 4 with wide and deep alveolar process. The survival rates of the implants were deter-mined using a Kaplan-Meier analysis. Comparisons between the morphotypes were conducted using the non-parametric Kruskal-Wallis-test and multiple com-parisons using the non-parametric Dunn test.
Results: The survival rate of all implants was 97.7% after 5 years, 95.2% after 10 years and 90.3% after 20 years. Patients with morphotype 3 in the maxillary posterior region had a shorter implant survival rate than patients with mor-photypes 1, 2 and 4 (p<0.01). The peri-implant bone loss of all implants was 1.56mm after 1 year, 1.68mm after 5 years, 1.74mm after 10 years and 1.93mm after 20 years. In the maxillary posterior region and mandible, peri-implant bone loss was significantly lower in patients with morphotype 2.
Conclusion: Implants in patients with morphotype 3 (wide and high alveolar process) showed a shorter survival time in the maxillary posterior region. Im-plants in patients with morphotype 2 (narrow and deep alveolar process) in the maxillary posterior region and mandible showed less bone resorption
Endoscopic submucosal dissection of colorectal pedunculated polyps
Background and study aims For pedunculated colon polyps, en bloc resection with inclusion of the polyp stalk is necessary to yield an accurate histologic staging. This can be challenging in cases of a large polyp and/or broad stalk using conventional snare resection. We evaluated the feasibility of endoscopic submucosal dissection (ESD) for large pedunculated polyps with broad stalks.
Patients and methods Between February 2019 and November 2021 all patients with large pedunculated polyps defined as polyp diameter ≥ 20 mm and or a broad stalk > 5 mm were enrolled in the study. All polyps were resected in ESD technique with dissection of the polyp stalk at the base after injection.
Results Twenty-five patients (male = 18, age mean: 67 years) were included. En bloc resection was achieved in 100% of the patients (25/25 polyps). Polyps were mainly located in the sigmoid (n = 19) and rectum (n = 3). Median polyp size was 30×25×17 mm. Histologic examination revealed the following results: adenoma low-grade intraepithelial neoplasia (LG-IEN): nine; high-grade intraepithelial neoplasia (HG-IEN): seven; pTis: three; adenoarcinoma: five (G1, pT1, L0, V0, Haggitt 3: 2/G2, pT1, L0, V0, Haggitt 3:2/G3, pT1, Bd3, V1, Haggitt 4: 1); other: 1.
R0 resection rate was 100% and the curative resection rate yielded 96% (24/25) without severe adverse events.
Conclusions ESD achieved high en bloc and R0 resection rates for large pedunculated polyps. In our collective, up to 32% of polyps already had adenocarcinoma, resulting in a high curative resection rate due to complete resection and subsequently accurate risk classification.Gefördert durch den Open-Access-Publikationsfonds der UB Marburg
Wie sind Medizinstudierende gegenüber Früherkennungsuntersuchungen eingestellt und welche Faktoren nehmen Einfluss auf die Meinungsbildung? What are medical students' attitudes towards screening tests and what factors influence their opinions?
Hintergrund:
Gesundheit gehört zu den wichtigsten Gütern der Menschen. Früherkennungsuntersuchungen sollen Krankheiten und ihre Vorstufen früh erkennen oder verhindern. Der Nutzen vieler Früherkennungsuntersuchungen wird in der Bevölkerung überschätzt und die Risiken unterschätzt. Daher stellt die Beratung durch Vermittlung von evidenzbasierten Informationen unter Berücksichtigung individueller Werte und Bedürfnisse des Patienten/der Patientin eines der wichtigsten Instrumente dar, damit die betroffene Person eine informierte Entscheidung treffen können. Mediziner*innen weisen teilweise ein Defizit an Faktenwissen und einen suboptimalen Umgang mit evidenzbasierten Daten auf, was sich in mangelhaften Beratungsgesprächen widerspiegelt. Um die zukünftige Beratung der Patienten/Patientinnen zu verbessern, fokussierten wir uns auf die folgende Generation – auf die angehenden Mediziner*innen. Unsere Forschungsfrage war: „Wie beschreiben die Medizinstudierenden ihre Einstellung zu Früherkennungsuntersuchungen und welche Faktoren nehmen Einfluss auf ihre Sichtweise?“ Sekundär interessierte uns ihre Einschätzung zur eigenen Umsetzung und Anforderungen an Beratungsgesprächen, um mögliche Implikationen für die Lehre ableiten zu können.
Methodik:
Für die Beantwortung der explorativen Fragestellung wurde ein qualitativer Ansatz verfolgt. In Face-to-Face-Einzelinterviews befragten wir 14 Medizinstudierende zwischen 20 und 30 Jahren aus unterschiedlichen Semestern. Die Datenerhebung erfolgte mit Hilfe eines semistrukturierten Interviewleitfadens.
Die Interviews wurden digital aufgezeichnet, transkribiert und mit Unterstützung einer Software inhaltsanalytisch ausgewertet. Hierbei wurde ein gemischt deduktiv - induktiver Ansatz verfolgt.
Ergebnisse:
Die Medizinstudierenden besitzen grundsätzlich eine positive Einstellung zu Früherkennungsuntersuchungen. Krankheiten früh zu erkennen, dadurch besser zu therapieren und womöglich das Leben zu verlängern wurde als wichtigster Grund für diese positive Sichtweise der Studierenden genannt. Trotzdem merkte ein Großteil der Studierenden auch kritische Aspekte an, die sie die jeweiligen Untersuchungen differenziert bewerten lassen.
Unterschiedliche Emotionen wie Angst, Beruhigung, Pflichtgefühl oder Antizipierte Reue spielen sowohl in der eigenen Entscheidung als auch in der Beraterfunktion für oder gegen eine Teilnahme an einer FU eine bedeutende Rolle.
Das Wissen und die Erfahrungen aus dem Studium sowie Krankheitsfälle aus dem Familien- und Freundeskreis hatten laut der Studierenden den wichtigsten Einfluss auf ihre Meinungsbildung zu FU.
Diskussion:
Im Einklang mit anderen Studien zeigen unsere Ergebnisse, dass auch die Studierenden eine stark positive Einstellung zu FU haben und hierbei den Nutzen von FU sehr positiv bewerten, mögliche Risiken aber weniger diskutieren. Sie legen bei der Beratung großen Wert auf ein umfassendes Informationsgespräch mit einer individuellen Nutzen-Risiko-Analyse, um potenzielle Schäden von Patienten/Patientinnen abzuwenden. Wenn es jedoch um das eigene Teilnahmeverhalten geht, entschieden sich Studierende eher interessensgeleitet und weniger rational in Bezug auf eine Schadensabwägung.
Affektivität hat einen erheblichen Einfluss auf die Einstellung der Studierenden zu Früherkennung und kann sich im späteren Arztberuf nachteilig zum Beispiel in Form von Defensivmedizin und Überversorgung in der Patientenversorgung auswirken.
Schlussfolgerung für die Praxis:
Das Thema Früherkennung bedarf in der medizinischen Ausbildung einer kritischen Auseinandersetzung. Früherkennungsuntersuchungen sollten nicht unkritisch propagiert werden. Chancen und Risiken von Früherkennungsuntersuchungen sollten realistisch dargestellt werden. Nur damit haben die Patienten/Patientinnen die Möglichkeit auf eine informierte Entscheidung. Dabei sollten bedeutende Aspekte wie Evidenzkompetenz für die Beurteilung des Nutzens und auch der starke Einfluss von Emotionen thematisiert werden, um gut informierte und entscheidungssichere Ärzte /Ärztinnen auszubilden und Defensivmedizin sowie Überversorgung zu vermeiden.
Background:
Health is one of people's most important assets. Screening examinations are intended to detect or prevent diseases and their precursors at an early stage. The benefits of many screening tests are overestimated by the population and the risks are underestimated. Therefore, counseling by providing evidence-based information, taking into account the patient's individual values and needs, is one of the most important tools to enable the person concerned to make an informed decision. Medical professionals sometimes have a lack of factual knowledge and a suboptimal handling of evidence-based data, which is reflected in inadequate counseling sessions. In order to improve the future counseling of patients, we focused on the next generation - future physicians. Our research question was: “How do medical students describe their attitudes towards screening examinations and what factors influence their views?” Secondarily, we were interested in their assessment of their own implementation and requirements for counseling sessions in order to derive possible implications for teaching.
Methodology:
A qualitative approach was used to answer the exploratory question. In face-to-face individual interviews, we interviewed 14 medical students between the ages of 20 and 30 from different semesters. The data was collected using a semi-structured interview guide. The interviews were digitally recorded, transcribed and analyzed using content analysis software. A mixed deductive-inductive approach was followed.
Results:
Medical students generally have a positive attitude towards early detection examinations. The most important reason given by students for this positive view was the ability to detect illnesses early, thereby improving treatment and possibly prolonging life. Nevertheless, the majority of students also noted critical aspects that made them evaluate the respective examinations in a differentiated manner.
Different emotions such as fear, reassurance, a sense of duty or anticipated remorse play an important role both in their own decision and in their role as advisors for or against participating in a FU.
According to the students, knowledge and experience from their studies as well as cases of illness among family and friends had the most important influence on the formation of their opinion on FU.
Discussion:
In line with other studies, our results show that students also have a strongly positive attitude towards FU and rate the benefits of FU very positively, but discuss possible risks less. During counseling, they attach great importance to a comprehensive information discussion with an individual risk-benefit analysis in order to avert potential harm to patients. However, when it comes to their own participation behavior, students tend to make decisions based on their own interests and are less rational when it comes to weighing up the risks.
Affectivity has a considerable influence on students' attitudes towards early detection and can have a negative impact on their later medical career, for example in the form of defensive medicine and overuse in patient care.
Conclusion for practice:
The topic of early detection requires critical discussion in medical training. Screening tests should not be propagated uncritically. The opportunities and risks of screening tests should be presented realistically. This is the only way to give patients the opportunity to make an informed decision. Important aspects such as evidence competence for assessing the benefits and the strong influence of emotions should be addressed in order to train well-informed doctors who are confident in their decisions and to avoid defensive medicine and overuse
Sustainable Nanomedicine: Enhancement of Asplatin’s Cytotoxicity In Vitro and In Vivo Using Green-Synthesized Zinc Oxide Nanoparticles Formed via Microwave-Assisted and Gambogic Acid-Mediated Processes
Chemoresistance encountered using conventional chemotherapy demands novel treatment
approaches. Asplatin (Asp), a novel platinum (IV) prodrug designed to release cisplatin and aspirin
in a reductive environment, has demonstrated high cytotoxicity at reduced drug resistance. Herein,
we investigated the ability of green-synthesized nanocarriers to enhance Asp’s efficacy. Zinc oxide
nanoparticles (ZnO-NPs) were synthesized using a green microwave-assisted method with the reducing
and capping agent gambogic acid (GA). These nanoparticles were then loaded with Asp, yielding
Asp@ZnO-NPs. Transmission electron microscopy was utilized to study the morphological features
of ZnO-NPs. Cell viability studies conducted on MDA-MB-231 breast cancer cells demonstrated
the ability of the Asp@ZnO-NPs treatment to significantly decrease Asp’s half-maximal inhibitory
concentration (IC50) (5 ± 1 μg/mL). This was further demonstrated using flow cytometric analysis
that revealed the capacity of Asp@ZnO-NPs treatment to significantly increase late apoptotic fractions.
Furthermore, in vivo studies carried out using solid Ehrlich carcinoma-bearing mice showed
significant tumor volume reduction with the Asp@ZnO-NPs treatment (156.3 ± 7.6 mm3), compared
to Asp alone (202.3 ± 8.4 mm3) and untreated controls (342.6 ± 10.3 mm3). The histopathological
analysis further demonstrated the increased necrosis in Asp@ZnO-NPs-treated group. This study
revealed that Asp@ZnO-NPs, synthesized using an eco-friendly approach, significantly enhanced
Asp’s anticancer activity, offering a sustainable solution for potent anticancer formulations.Gefördert durch den Open-Access-Publikationsfonds der UB Marburg
Einfluss endodontischer Spüllösungen auf den Haftverbund zwischen einem Wurzelkanal-Sealer auf Tricalciumsilikat-Basis (BioRoot RCS) und dem Wurzeldentin
In vielen Studien wurden bisher die Veränderungen beschrieben, die Spüllösun-gen im Dentin hervorrufen. Darüber hinaus beschäftigen sich auch viele Studien mit dem kumulativen Einfluss von verschiedenen Spülprotokollen auf den Haft-verbund zwischen Sealer und Dentin. Noch nicht untersucht wurde bislang der Einfluss der einzelnen Spülflüssigkeiten auf den Haftverbund zwischen dem neuen biokompatiblen und -aktiven Sealer BioRoot RCS (Septodont) und dem Wurzelkanaldentin.
Für die Studie wurden extrahierte humane Zähne unterschiedlichen Alters ver-wendet, die nach der Extraktion bis zum Beginn der Versuche in 0,5%iger Chlo-ramin-T-Lösung gelagert wurden. Untersucht wurden 70 Zähne mit geradem Wurzelkanal und rundem Wurzelquerschnitt. Die Auswahl der einzelnen Zähne erfolgte nach einer röntgenologischen Beurteilung der Kanalmorphologie. Aus-geschlossen wurden Zähne mit gekrümmtem Wurzelkanal, einem obliterierten Kanal oder einem zu weiten Kanaldurchmesser. Für die Studie wurden Zähne mit geraden, nicht frakturierten und kariesfreien Wurzeln sowie einem intakt ausge-bildeten Apex, das heißt einem abgeschlossenen Wurzelwachstum und ohne Wurzelresorptionen, ausgewählt. Die Wurzeln wurden danach auf eine Länge von 9 mm gekürzt und anschließend in sieben Gruppen eingeteilt:
Gruppe 1: NaOCl (3 %) (Natriumhypochlorit)
Gruppe 2: EDTA (17 %) (Ethylendiamintetraacetat)
Gruppe 3: CHX (2 %) (Chlorhexidin)
Gruppe 4: QMix 2in1 (Lösung von Chlorhexidin, einem Tensid und EDTA)
Gruppe 5: Alkohol (95 %)
Gruppe 6: Citronensäure (40 %)
Gruppe 7: Aqua dest. (destilliertes Wasser)
Nach der Aufbereitung mit dem BioRaCe-System von # 20 bis # 60 wurden die Kanäle der einzelnen Gruppen mit 5 ml der jeweiligen Flüssigkeit für drei Minuten gespült. Nach der Spülung wurde der Kanal mit Papierspitzen getrocknet, um ein weiteres Einwirken zu verhindern. Nachfolgend wurde der auf Tricalciumsilikat basierende Sealer BioRoot RCS mit einem Kunststoffspatel angemischt und mit einer Papierspitze in die Wurzelkanäle eingebracht, wobei auch die Spreader be-füllt wurden.
Bei der Beurteilung der Haftwerte zeigte sich, dass nach der Spülung mit NaOCl die höchsten Haftverbunde gemessen wurden (Median: 2,71 MPa), die sich je-doch nicht signifikant von der Kontrollgruppe mit Wasser (Median: 2,8 MPa) un-terscheiden. Die geringsten Haftwerte ergeben sich bei der Spülflüssigkeit CHX (Median: 1,26). Bei der vorgenannten Betrachtungsweise geht hervor, dass Qmix 2in1, ein Tensid aus Chlorhexidin und EDTA ebenfalls geringe Haftwerte auf-weist. (Median: 1,85 MPa). Der Haftverbund nach der Spülung mit CHX war sig-nifikant schlechter als bei allen anderen Spülungen. Zudem war der Haftwert nach der Spülung mit QMix 2in1 signifikant schlechter als nach der Spülung mit NaOCl, da QMix 2in1 ebenfalls CHX enthält.
Jede Spülflüssigkeit hat einen kleinen Effekt auf die Haftfestigkeit des Sealers. Die höchste Haftfestigkeit erreichte NaOCl neben der Kontrollgruppe mit Wasser. Bei EDTA und Citronensäure, die eine dekalzifizierende Wirkung haben und die Schmierschicht auflösen, konnten nach NaOCl die höchsten Haftwerte erreicht werden. Daraus kann geschlossen werden, dass der Sealer eine andere Haftfes-tigkeit aufweist, wenn die Schmierschicht belassen wird. Calcium-Ionen spielen vermutlich eine relevante Rolle bei dem Haftverbund zwischen Dentin und Sealer.Many studies have described the changes induced by rinsing solutions in dentin. In addition, many studies also deal with the cumulative influence of different rins-ing protocols on the adhesive bond between sealer and dentin. The influence of the individual rinsing liquids on the bond between the new biocompatible and biologically active sealer BioRoot RCS (Septodont) and the root canal dentin has not yet been investigated.
Extracted human teeth of different ages were used for the study. After extraction, they were stored in 0.5% chloramine T solution until the start of the experiments. Seventy teeth with straight root canals and round root cross-sections were exam-ined. The selection of individual teeth was based on a radiographic assessment of canal morphology. Teeth with a curved root canal, an obliterated canal or an excessively wide canal diameter were excluded. Teeth with straight, non-frac-tured and caries-free roots and an intact apex, i.e. completed root growth and no root resorptions, were selected for the study. The roots were then short decoronated end to a length of 9 mm and then divided into seven groups:
Group 1: NAOCI (3%) (sodium hypochlorite)
Group 2: EDTA (17%) (ethylendiaminetetraacetate)
Group 3: CHX (2%) (chlorhexidinedigluconate)
Group 4: Qmix 2in1 (solution of chlorhexidinedigluconate, a surfactant and EDTA)
Group 5: Alcohol (95%)
Group 6: Citric acid (40%)
Group 7: Distilled water
After preparation with the BioRaCe system from # 20 to # 60, the channels of each group were rinsed with 5 ml of the respective irrigation for three minutes.
After irrigation the canal was dried with paper tips to prevent further exposure. The tricalcium silicate-based sealer BioRoot RCS was mixed with a plastic spat-ula and applied to the root canals with a paper tip, filling the spreaders as well.
Results The assessment of the bond strength values showed that the highest bond strength values were measured after irrigation with NaOCl (median: 2.71 mega-pascals (MPa)), although there were no significant differences compared to the control group with water (median: 2.8 MPa). The lowest bond strength were found with the rinsing liquid CHX (median: 1.26). The Results shows that Qmix 2in1, a surfactant made from CHX and EDTA, also has low bond values. (Median: 1.85 MPa). The bond after rinsing with CHX was significantly worse than with all other rinsings. In addition, the bond strength after rinsing with QMix 2in1 was signifi-cantly worse than after rinsing with NaOCl, because QMix 2in1 also contains CHX.
Conclusion Each rinsing solution has a small effect on the adhesive strength of the sealer. NaOCl achieved the highest adhesive strength next to the control group with wa-ter. With EDTA and citric acid, which have a decalcifying effect and dissolve the smear layer, the highest adhesion values were achieved after NaOCl. Conse-quently, it can be concluded that the sealer has a different adhesive strength if the smear layer is left in place. Calcium ions probably play a relevant role in the bond between dentin and sealer
Study protocol of the HessenKohorte2042: a prospective, longitudinal cohort study characterising quality of life in people with Parkinson’s disease and their caregivers using a bio-psycho-social approach
Quality of life (QoL) is of paramount importance as an outcome to monitor and guide therapies for people with Parkinson’s disease (PwPD). In particular, due to the heterogeneous symptoms that PwPD may experience during their disease course, QoL can deteriorate not only in patients but also in their caregivers, with a variety of psychosocial consequences. However, there is a lack of longitudinal studies that explore how QoL evolves over time and what factors are significant. Furthermore, holistic approaches that consider bio-psycho-social determinants are rare. In the worst cases, these gaps can lead to suboptimal care and therefore unmet needs for patients and their caregivers, resulting in unnecessary symptom burden and increased healthcare costs for society.
This prospective, longitudinal study will follow 1000 PwPD along with their caregivers for 20 years, with up to 40 semi-annual assessments. Patient data and sample collection will include clinical assessments, self-reported outcome measures focusing on QoL, biospecimen collection and MRI. Caregiver burden will be systematically assessed through self-administered questionnaires. The use of digitised surveys will allow efficient data collection and convenient assessment at home. Our primary objective is to attain a holistic understanding of QoL in PwPD and establish a tool to measure it. The secondary objective is to explore the psycho-social and biological variables associated with QoL of patients and caregivers over the progression of the disease. This will provide key information for diagnostic and prognostic prediction, therapeutic patient stratification and adaptation of therapy in the future.
The study was approved by the local ethics committee of the University Hospital of Marburg (study number: 209/19). The results will be disseminated by means of publication in peer-reviewed journals, international conference contributions, annual patient meetings and a dedicated website.
Trial registration number: German Clinical Trials Register (DRKS00023598).Gefördert durch den Open-Access-Publikationsfonds der UB Marburg
Femoroacetabular impingement syndrome - over-the-top technique without anchor versus over-the-top technique with anchor - a prospective randomized controlled non-inferiority trial
Das femoroacetabuläre Impingement (FAI) betrifft insbesondere junge, sportlich aktive Menschen und die Prävalenz für ein FAI-Syndrom in der Normalbevölkerung reicht von 10 - 25 %. Das FAI birgt ein hohes Risiko für Schmerzen und irreversible Gelenk-, Knorpel- und Labrumschäden, sodass die an FAI erkrankten Menschen folglich früher eine Koxarthrose entwickeln können.
Das Ziel dieser prospektiven, randomisiert-kontrollierten Studie war es, zu untersuchen, ob die labrumschonende Hüftarthroskopie mittels Over-the-Top-Technik ohne Einbringen eines Labrumankers im postoperativen Ergebnis derselben Operationsmethode mit Einbringen eines Labrumankers nicht unterlegen ist. Dazu wurden 82 Fälle von 81 Patienten eingeschlossen, die randomisiert arthroskopisch behandelt, prospektiv befragt sowie röntgenologisch und klinisch untersucht wurden. Eingeschlossen wurden Patienten mit isoliertem Pincer- oder kombiniertem FAI. Ausgeschlossen wurden u.a. Fälle mit isoliertem Cam-FAI, Labrumverletzungen, Anzeichen für eine Koxarthrose und vorangegangener Hüftgelenksoperation.
Von den 82 eingeschlossenen Hüftgelenken wurden 46 Fälle in die Gruppe mit Anker und 36 Fälle in die Gruppe ohne Anker randomisiert. In der Gruppe mit Anker wurde in 14 Fällen aufgrund intraoperativer, anatomischer Gegebenheiten von einer Ankerimplantation abgesehen, was dementsprechend in der Intention-to-Treat- und Per-Protokoll-Analyse berücksichtigt wurde. Bei den 82 Fällen handelte es sich um 46 Frauen (53,1 %) und 36 Männer (43,9 %) sowie um 4 Fälle (4,9 %) mit Pincer-FAI und 78 Fälle (85,1 %) mit Kombi-FAI. Das Durchschnittsalter lag in der Gruppe ohne Anker bei 42 ± 13,5 Jahren (18 - 65 Jahren) und in der Gruppe mit Anker bei 39,8 ± 13,7 Jahren (18 - 64 Jahre) (p > 0,05).
Die Datenerhebung umfasste einerseits subjektive Parameter, die mittels fünf Fragebögen (Hip Outcome Score, International Hip Outcome Score 33, Modified Harris Hip Score, Visuelle Analogskala, Short Item 36 Score) präoperativ und zu definierten Zeitpunkten postoperativ erhoben wurden. Andererseits wurden objektive Parameter in Form von radiologischen Messwerten (Lateral Center Edge Winkel, Medial Center Edge Winkel, Femurextrusionsindex, Alpha Winkel, Kopf-Hals-Offset, Crossover Sign, Posterior Wall Sign) entsprechend präoperativ und postoperativ erhoben.
Die Daten der objektiven Parameter waren vergleichbar zwischen der Gruppe ohne und mit Anker (p > 0,05). Postoperativ zeigten die zuvor teils pathologisch veränderten, radiologischen Messwerte eine deutliche Verbesserung und teilweise sogar eine Normalisierung.
Die Daten der subjektiven Parameter aller verwendeten Fragebögen zeigten ein Jahr nach der Hüftarthroskopie eine Verbesserung der Werte, was u.a. eine Schmerzreduktion und Verbesserung der körperlichen Aktivität, sozialen und psychischen Gesundheit repräsentiert. Im Rahmen der statistischen Auswertung konnte im Rahmen der Intention-to-Treat- und Per-Protokoll-Analyse keine Nicht-Unterlegenheit des Therapieeffekts in der Gruppe ohne Labrumanker gegenüber der Gruppe mit Labrumanker versorgter FAI-Patienten bewiesen werden. Die sehr ähnlichen Ergebniswerte zwischen den Gruppen deuten jedoch daraufhin, dass die Fallzahl zu gering gewesen sein könnte, um eine Nichtunterlegenheit bei solch geringen Unterschieden zwischen den Gruppen beweisen zu können. Zudem zeigte ein höherer präoperativer Status für viele der erhobenen subjektiven Parameter ein signifikant besseres postoperatives Outcome nach einem Jahr, wohingegen der Subtyp des FAI in den allermeisten Fällen keinen Einfluss auf das Ergebnis aufwies.
Zukünftige Studien sollten standardisierte Verlaufskontrollen über einen längeren Beobachtungszeitraum beinhalten, um Endpunkte wie die Entstehung einer Koxarthrose und die Notwendigkeit einer Reoperation oder sogar die Implantation einer Hüftgelenkstotalendoprothese einzuschließen. Um die Fragestellung der vorgelegten Studie beantworten zu können, sind zudem Studien mit größeren Fallzahlen und vorzugsweise mit multizentrischem Studiendesign notwendig.Femoroacetabular impingement (FAI) particularly affects young, athletically active people and the prevalence of FAI syndrome in the general population ranges from 10 - 25 %. FAI carries a high risk of pain and irreversible damage of the hip joint, cartilage and labrum, meaning that people suffering from FAI may develop coxarthrosis at an earlier stage.
The aim of this prospective, randomized controlled study was to investigate whether labrum-sparing hip arthroscopy without insertion of a labral anchor is non-inferior to the same surgical method with insertion of a labral anchor in terms of postoperative outcome. The study included 82 cases of 81 patients who underwent randomized arthroscopic treatment, were prospectively interviewed and underwent radiographic and clinical examination. Patients with isolated Pincer or combined FAI were included. Cases with isolated Cam FAI, labral injuries, signs of coxarthrosis and previous hip joint surgery were excluded.
Of the 82 included hip joints, 46 cases were randomized to the group with anchors and 36 cases to the group without anchors. In the group with anchors, anchor implantation was not performed in 14 cases due to intraoperative anatomical conditions, which was considered in the intention-to-treat and per-protocol analysis. The 82 cases included 46 women (53.1 %) and 36 men (43.9 %) as well as 4 cases (4.9 %) with Pincer-FAI and 78 cases (85.1 %) with combined-FAI. The average age in the group without an anchor was 42 ± 13.5 years (18 - 65 years) and in the group with an anchor 39.8 ± 13.7 years (18 - 64 years) (p > 0.05).
The data collection included subjective parameters, which were measured using five questionnaires (Hip Outcome Score, International Hip Outcome Score 33, Modified Harris Hip Score, Visual Analog Scale, Short Item 36 score) preoperatively and at defined time points postoperatively. On the other hand, objective parameters in the form of radiological measurements (lateral center edge angle, medial center edge angle, femoral extrusion index, alpha angle, head-neck offset, crossover sign, posterior wall sign) were collected preoperatively and postoperatively.
The data of the objective parameters were comparable between the group without and with anchors (p > 0.05). The preoperatively pathologically altered radiological measurements showed a significant improvement and in some cases normalization after surgery.
The data of the subjective parameters of all of the used questionnaires showed an improvement in the values one year after the hip arthroscopy, which among other things represent a reduction in pain and an improvement in physical activity, social and mental health. In the statistical evaluation, the intention-to-treat and per-protocol analysis did not prove non-inferiority of the treatment effect in the group without a labral anchor compared to the group of FAI patients with a labral anchor (p > 0.025). However, the very similar results between the groups suggest that the number of cases may have been too small to prove non-inferiority with such small differences between the groups. In addition, a higher preoperative status showed a significantly better postoperative outcome after one year for many of the subjective parameters collected, whereas the subtype of FAI had no influence on the outcome in most cases.
Future studies should include standardized follow-up over a longer observation period to include endpoints such as the development of coxarthrosis and the need for further surgery or even implantation of a total hip joint endoprosthesis. To be able to answer the research question of the study presented, studies with larger numbers of cases and preferably with a multicenter study design are necessary