Latein und Griechisch in Nordrhein-Westfalen (LGNRW - E-Journal)
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Gas vesicles and their application in biomedicine:
Gasvesikel sind gasgefüllte, intrazelluläre Nanostrukturen, die von einigen Mikroben als Schwebhilfe im wässrigen Milieu gebildet werden. Fotosynthetische Cyanobakterien und das extrem salzliebende Archaeon Halobacterium salinarum fottieren damit energiesparend bis zur Wasseroberfäche. Obwohl die Gasumgebende Hülle aus nur zwei GvpProteinen besteht, sind über zehn weitere GvpProteine am Aufbau dieser spindeloder zylinderförmigen Nanostrukturen beteiligt. Gasvesikel sind leicht isolierbar und streuen Wellen wie Licht oder Ultraschall. Sie werden als neuartige Kontrastmittel für Ultraschalluntersuchungen oder in der Magnetresonanztomographie verwendet und sind als akustische Biosensoren einsetzbar. Über das Oberfächenprotein GvpC sind ihre Eigenschaften und ihre Stabilität modulierbar. Eine Fusion von GvpC mit Peptiden bakterieller oder viraler Krankheitserreger erzeugt zudem dekorierte Gasvesikel, die zur Herstellung von Vakzinen eingesetzt werden.Gas vesicles are gasflled, intracellular nanostructures produced by several microbes as fotation device in their watery environment. Gasvesiculate photosynthetic cyanobacteria, or the extremely halophilic archaeon Halobacterium salinarum, foat with gas vesicles towards the surface. The gas vesicle shell consists of two Gvp proteins only, but ten additional Gvp proteins are required to form these spindleor cylindershaped nanostructures. Gas vesicles scatter waves like light or ultrasound. They can easily isolated and applied as novel contrast agent for ultrasound imaging or used as acoustic biosensors. The properties of gas vesicles can be modulated by altering the surface protein GvpC. A fusion of GvpC with peptides of bacterial or viral pathogens results in decorated gas vesicles that are used as effective antigen display system for vaccination
Epistemische Ungerechtigkeit in bildungswissenschaftlichen Kontexten: Einführende Überlegungen
In der Erkenntnistheorie ist der Begriff der epistemischen Ungerechtigkeit ein recht neuer Begriff für Phänomene, bei denen Diversität in ungerechten Gesellschaften zu epistemischen Defiziten und epistemischer Benachteiligung von Personen führt. Mit dem Begriff „epistemische Ungerechtigkeiten“ werden dann Zusammenhänge erfasst, in denen nicht alle Personen den gleichen Zugang zu Wissen, Wissensproduktion, Wissenserwerb, Wissensverteilung etc. haben. In diesem Beitrag wende ich die Konzeption epistemischer Ungerechtigkeit auf bildungswissenschaftliche Kontexte an und zeige damit, dass diese Konzeption auch außerhalb der traditionellen philosophischen Debatten theoretisch und gesellschaftlich relevante Einsichten produziert. Dieser Beitrag lädt dazu ein, diese Verbindungen in bildungswissenschaftlichen Kontexten weiter zu reflektieren und für die Bildungswissenschaften produktiv zu machen
Das Potential von Hochschulgärten für symbolische Naturerfahrungen
Gartenarbeit und die Beobachtung von Tieren ermöglicht sowohl Studierenden, als auch Schülerinnen und Schülern eine direkte und unmittelbare Erfahrung mit der Natur. Diese Naturerfahrungen sind auch ein wichtiges Element im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und dem Klimaschutz. Umweltfreundliches Verhalten wird z.B. durch den Aufenthalt in der Natur positiv beeinflusst (Richardson et al. 2020). Die direkte Auseinandersetzung mit der Natur kann zudem den Lernenden die Möglichkeit bieten die Bedeutung dieser Themen zu erfahren. Laut der Symboltheorie Cassirers (1965) und deren Weiterentwicklung durch Ulrich Gebhard (2020) werden aus bloßen Naturkontakten immer dann Erfahrungen, wenn ein Bedeutungszusammenhang zwischen dem Gegenstand und den Lernenden entsteht und das Gegenüber zu einem Symbol für diesen Zusammenhang werden kann. Basierend auf diesem theoretischen Konzept galt es zu überprüfen, inwiefern Studierende in ihren Hochschulgärten symbolische Naturerfahrungen machen. Die als Go-Along-Interview geführten Gespräche zeigten durch die qualitative Inhaltsanalyse, dass Hochschulgärten eine Vielzahl an Symbolisierungsanlässen bieten und diese von Studierenden auch wahrgenommen werden. Oft stand hierbei „Anschauungsmaterial“ des Schulgartens, wie einzelne Pflanzen oder Beete, als Symbol für Erinnerungen an diese Elemente im Wirklichkeitszusammenhang der Lebenswelt der Studierenden
Massive Gefährdung eines großen Teils der Reptilien
Erstmals wurde eine umfassende Analyse der Bedrohungssituation der paraphyletischen Klasse der Reptilien durchgeführt. Von den 10.196 in die Studie einbezogenen Arten sind mindestens 1.829 bedroht, also über ein Fünftel. Bereits eingeleitete Schutzmaßnahmen für andere Landwirbeltiere können auch vielen bedrohten Reptilienarten zugutekommen; insbesondere sehr kleinräumig verbreitete Spezies bedürfen jedoch besonderer Aufmerksamkeit
Processes of Epistemic Change in Engagement with a Complex Teaching Case
In diesem Beitrag wird gezeigt, wie Konzepte aus dem Bereich der Forschung zu epistemischer Kognition für die Untersuchung der professionellen Wahrnehmung von Unterrichtsfällen eingesetzt werden können. Dabei werden verschiedene Formen der Reflexion zu Aufgaben verglichen. Mit acht Lehramtsstudierenden wurden Think-Aloud-Interviews bei der Bearbeitung einer fallbasierten individuellen Lernumgebung durchgeführt. Diese umfasste eine Unterrichtsvignette sowie daran anknüpfende Aufgaben, die eine Positionierung zu unterschiedlichen Studierendenstatements, einem fachdidaktischen Text und zusätzlichen Kontextinformationen einforderten. Die eingesetzte Vignette schildert eine Situation im Rahmen einer Abschlussdiskussion einer Unterrichtseinheit zu einem der gescheiterten NPD-Verbotsverfahren. Die Vignette adressiert dabei u.a. für die Didaktik der politischen Bildung exemplarische Herausforderungen bei der Gestaltung von Kontroversität und den (fach-)didaktischen Umgang mit menschenfeindlichen Schüleräußerungen. Die Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse untersucht. Es zeigte sich, dass die Studierenden bei der Fallbearbeitung auf ähnliche Lese- und Deutungsprozesse zurückgriffen, wobei wichtige Elemente des Falles übersehen wurden. In anschließenden Aufgaben zeigten sich Unterschiede darin, wie die Interviewten mit fremden Positionen und neuen Informationen umgingen: Positionen, die anderen Studierenden zugeschrieben wurden, regten eher zu Widerspruch und Elaboration an. Als autoritativ wahrgenommene Quellen führten eher zu einer Suche nach Bestätigung, aber auch zu Prozessen des Hinterfragens eigener Annahmen. Die Übertragung von Kategorien des epistemischen Denkens auf die Untersuchung einer Auseinandersetzung mit Fallarbeit liefert wertvolle Hinweise zu wissenserzeugenden und -verarbeitenden Prozessen und daraus abzuleitenden Rückschlüssen für die Materialentwicklung.This study demonstrates how concepts from the field of epistemic cognition research can be used to examine professional perceptions of teaching cases. Different forms of reflection on tasks are compared. Think-aloud interviews were conducted with eight pre-service teachers as they worked through a case-based individual learning environment. This environment included a lesson vignette and related tasks that required the participants to position themselves in relation to different student statements, a didactic text, and additional contextual information. The vignette describes a situation in the context of a final discussion of a teaching unit on one of the failed legal attempts to prohibit the German far-right party NPD. The vignette addresses, among other things, common challenges for the didactics of Social Sciences in the teaching of controversial issues and the adequate handling of discriminatory student statements. The interviews were examined by means of qualitative content analysis. Students quickly adopt similar patterns of interpretation when dealing with the case, overlooking important elements. In subsequent tasks, differences emerged in how the interviewees dealt with unfamiliar positions and new information: Positions attributed to other students were more likely to stimulate dissent and elaboration. Sources perceived as authoritative were more likely to lead to a search for confirmation, but also to processes of questioning one’s own assumptions. The transfer of categories of epistemic thinking to the investigation of an examination of casework provides valuable information on knowledge-generating and knowledge-processing and the conclusions to be drawn from them for the development of learning materials
Dilemma Situation Analysis: Professionalising Prospective Teachers in Their Dealings with Culturally and Linguistically Heterogenic Groups
Die Qualifizierung von angehenden Lehrer*innen für Sprachbildung im Sinne der Umsetzung eines sprachsensiblen Fachunterrichts, der Förderung von Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit wird als Querschnittsaufgabe sowohl der Bildungs- und Erziehungswissenschaften als auch der Fachdidaktiken aufgefasst. Im Beitrag wird das Verfahren der Dilemma-Situationsanalyse (Nentwig-Gesemann, 2012a, 2012b, 2013; Nentwig-Gesemann et al., 2011) als didaktisches Lehr-Lern-Format fokussiert, den professionalisierten Umgang mit ambivalenten Praxissituation einzuüben. Anhand einer studentischen Falldarstellung und -analyse nach dem Verfahren der Dilemma-Situationsanalyse werden Potenziale und Grenzen der Methode für die Qualifizierung angehender Lehrpersonen im Bereich Sprachbildung, Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache (DaF/DaZ) und Mehrsprachigkeit diskutiert.The qualification of prospective teachers for language education in the sense of the implementation of language-sensitive subject teaching and the promotion of German as a second language and multilingualism is seen as a cross-sectional task for both education and educational sciences as well as subject didactics. The article focuses on the procedure of dilemma situation analysis (Nentwig-Gesemann, 2012a, 2012b, 2013; Nentwig-Gesemann et al., 2011) as a didactic teaching-learning format for practicing the professionalised handling of ambivalent practical situations. On the basis of a student case presentation and analysis according to the dilemma situation procedure, the potentials and limitations of the method for the qualification of future teachers in the field of language education, DaF/DaZ and multilingualism are discussed
Humanpathogene in ungewöhnlichen Lebensräumen
Durch Lebensmittel übertragbare Pathogene wie Verotoxin-produzierende Escherichia coli oder Salmonella enterica führen oft zu Krankheitsausbrüchen. Meist werden sie durch Milch, Eier, Fleisch und andere tierische Produkte auf Menschen übertragen. Allerdings wurden in den letzten Jahren auch immer mehr Fälle gemeldet, bei denen die Bakterien vermutlich über den Verzehr von pflanzlichen Erzeugnissen aufgenommen wurden. Die Eintrittswege in die Produktionskette sind dabei nicht vollständig aufgeklärt. Bei einer Besiedlung von Pflanzen in einer landwirtschaftlichen Umgebung stellt sich die Frage, wie die – eigentlich auf tierische Zellen spezialisierten – Bakterien in oder auf den Pflanzen überleben können. Für die Entwicklung präventiver Maßnahmen gegen die Kolonisierung von Nutzpflanzen ist die Erforschung der Mechanismen unabdingbar
Die Entwicklung des menschlichen Neocortex aus Sicht der Paläogenetik
Die Vergrößerung des Neocortex während der Evolution des modernen Menschen erfordert eine enorme Teilungsfähigkeit neuronaler Stammund Vorläuferzellen sowie hohe Präzision bei der Verteilung des Erbguts auf die Tochterzellen. Welche Gene dazu beigetragen haben könnten, zeigt ein molekulargenetischer Ansatz