Latein und Griechisch in Nordrhein-Westfalen (LGNRW - E-Journal)
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Neue Ausschreibung nach großem Erfolg
In 2023 konnte der große Erfolg des deutschen Teams bei der IBO 2022 noch einmal gesteigert werden: mit zwei Goldmedaillen und zwei sehr guten Silbermedaillen errang das deutsche Team einen herausragenden 9. Platz in der Nationenwertung und wurde das beste europäische Team (Abbildung 1)
Integration of Digitalization-related Competencies in Higher Education Teaching: A Procedure for Long-term Change Using the Example of Pre-service Biology Teacher Training at Leipzig University
Damit (angehende) Lehrkräfte digitale Medien zukünftig im Fachunterricht einsetzen, müssen sie im Rahmen des Lehramtsstudiums digitalisie-rungsbezogene Kompetenzen erwerben. Zwar beschreiben diverse Modelle solche Kompetenzen für die Lehrer*innenbildung, jedoch erweist es sich als Herausforderung, diese Kompetenzen in die Curricula universitärer Lehrveranstaltungen zu integrieren. Um Studium und Lehre in entsprechender Weise zu verändern, bedarf es eines Vorgehens, das nicht lediglich „top-down“-Steuerungsansätze des Change-Managements auf Hochschulen überträgt, sondern stattdessen deren organisationale Eigenheiten ernst nimmt und relevante Akteur*innen im Sinne eines „bottom-up“-Veränderungsprozesses einbezieht. Ein solches Vorgehen zur Veränderung universitärer Studienprogramme (im Sinne der Integration digitalisierungsbezogener Kompetenzen in Ausbildungsziele) wurde im Rahmen des Projekts „BiodigitaliS“ entwickelt. Dies erfolgte unter Bezug auf das Modell der Pädagogischen Hochschulentwicklung und unter Verwendung des Kompetenzrahmens „DiKoLAN“. Die Konzeption des Vorgehens sowie die Ergebnisse seiner Durchführung am Standort Leipzig werden im vorliegenden Beitrag beschrieben. Unter Berücksichtigung der Kontextbedingungen am Standort (Struktur und Organisation des Lehrangebots, Voraussetzungen und Bedarfe Studierender) und unter starkem Einbezug der Lehrenden konnten digitalisierungsbezogene Kompetenzen umfassender, gezielt und systematisch in die Ausbildungsziele bestehender biologiedidaktischer Lehrveranstaltungen integriert werden. Mit den formulierten Ausbildungszielen liefert das Vorgehen eine Grundlage für die Gestaltung und Evaluation von Hochschullehre zur Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse wird im Beitrag ein Verfahren zur Integration digitalisierungsbezogener Kompetenzen in die Ausbildungsziele universitärer Lehre (IKAL-Verfahren) vorgestellt und anhand von Leitlinien für nachhaltige Veränderungen von Hochschullehre diskutiert. Abschließend erfolgt ein Ausblick auf die Übertragbarkeit des Verfahrens auf hochschulische Lehrveranstaltungen in anderen Bereichen.In order to use digital media in subject lessons, (prospective) teachers must acquire digitization-related competencies as part of their teacher training. Although various models describe such competencies, their integration into university curricula has been a challenge. In order to sustainably change university teacher training in a corresponding way, an approach is needed that does not merely transfer “top-down” change management approaches to universities, but takes their organizational characteristics seriously and involves relevant actors in the sense of a “bottom-up” process. Such an approach to changing university courses (by integrating digitization-related competencies) was sought in the “BiodigitaliS” project. This was done with reference to the model of pedagogical university development and using the “DiKoLAN” competence framework. The conception of the procedure as well as the results of its implementation at Leipzig University are described in this article. Considering the local contextual conditions (structure and organization of the courses offered, students’ prerequisites and needs) and strongly involving the educators, it was possible to integrate digitization-related competencies more comprehensively, specifically and systematically into the objectives of biology didactics courses. With these training objectives, the procedure provides a basis for designing and evaluating university teaching to promote digitization-related competencies. Based on these results, the article presents a procedure for integrating digitization-related competencies into the educational goals of university teaching (IKAL procedure) and discusses it on the basis of guidelines for sustainable changes in university teaching. Finally, an outlook is given on the transferability of the procedure to other areas of university teaching
Subject-Related Professionalization of Out-of-Field Mathematics Teachers: Retrospective Self-Assessment of Expertise in Dealing with Difficulties in Learning Mathematics in Early Primary School Teaching
Aufgrund des erhöhten Lehrkräftebedarfs in den Grundschulen werden seit einigen Jahren zunehmend Lehrkräfte fachfremd eingesetzt. Dieser Beitrag stellt eine im Rahmen des Deutschen Zentrums für Lehrkräftebildung Mathematik (DZLM) entwickelte Fortbildungsmaßnahme zum diagnose- und fördergeleiteten Mathematikunterricht in der Primarstufe zum Gegenstand „Ablösung vom zählenden Rechnen“ vor und diskutiert ihre Wirksamkeit auf der Grundlage der mittels Fragebogen erhobenen retrospektiven (Selbst)Einschätzung der erworbenen Expertise durch die Teilnehmenden. Die Auswertungen zeigen, dass die Fortbildung als wirksam eingeschätzt wird. Dabei weist insbesondere das Wissen über die grundsätzliche Bedeutung der Verbalisierung im Mathematikunterricht einen besonders hohen Zuwachs auf, während die Lehrkräfte ihre Fähigkeit, Aufgaben zu adaptieren, zwar in ihrer retrospektiven Selbsteinschätzung signifikant steigern, aber im Verhältnis zu anderen Kompetenzfacetten geringer einschätzen.Due to the increased demand for teachers in primary schools in Germany, teachers have increasingly been employed to teach mathematics outside of their subject areas for several years. To ensure the quality of teaching it is required to qualify them for this task. This article presents a teacher training for “diagnosis-guided mathematics teaching in primary school” developed within the German Centre for Mathematics Teacher Education (DZLM) using the example “From counting to calculation”. It discusses its effectiveness based on teachers’ retrospective self-assessment regarding their acquired expertise which was collected by a questionnaire. Evaluation shows that participants rate the teacher training as effective. In particular, teachers’ knowledge about the fundamental importance of verbalization in mathematics lessons shows a high increase. Furthermore, in their retrospective self-assessment teachers perceive their ability to adapt as increased, but rate it lower in relation to other facets of competence
Pflanzen in Bewegung: Darstellung einer interaktiven, multimedialen und differenzierten Lerneinheit zur Thematik Bewegungsphysiologie von Pflanzen
Pflanzen bewegen sich – Während diese kurze Aussage bei manchen zu Erstaunen, Verwunderung oder sogar Unglaube führen kann, haben manch andere womöglich bereits konkrete Vorstellungen zu den vielfältigen Bewegungsformen von Pflanzen. Die in diesem Beitrag vorgestellte interaktive, multimediale Lerneinheit knüpft an die Vorstellungen von Lernenden zur Bewegungsphysiologie von Pflanzen an. Dabei erweitern Lernende des 5. und 6. Jahrgangs ihre Vorstellungen zu dieser spannenden Thematik durch wissenschaftliches, systematisches Beobachten und Schlussfolgern. Entlang des naturwissenschaftlichen Erkenntnisweges können sie verschiedene Pflanzenbewegungen beobachten und deren ultimate Funktion diskutieren. Die zentrale mediale Technologie stellen in der digitalen Lerneinheit Videos dar, die um interaktive sowie multimediale Elemente erweitert sind. Eine Differenzierung innerhalb der Lerneinheit wird neben unterschiedlichen medialen Zugängen insbesondere durch die Orientierung an Schülervorstellungen zur Bewegung von Pflanzen umgesetzt. Die Lerneinheit ermöglicht eine selbstgesteuerte Einzelarbeit in synchroner oder asynchroner Durchführung im / zum Klassenunterricht
Adaptive Lernunterstützung durch fachliche Präzision und interaktionale Qualität: Ein Handlungsmodell zu adaptiver Lernunterstützung
Adaptive Lernunterstützung ist eines von vielen Konzepten eines Unterrichts, der das Ziel verfolgt, Schüler*innen heterogener Lerngruppen bestmöglich auf der Grundlage ihrer Voraussetzungen im Hinblick auf festgelegte Ziele individuell zu unterstützen (Brägger et al., 2021; Ehmke et al., 2021). Adaptive Unterstützung fokussiert dabei die Anpassung des Unterrichtsangebots an die Bedürfnisse der Schüler*innen (Corno, 2008; Hardy et al., 2019), so dass möglichst alle das Lernangebot nutzen und ihr Potenzial ausschöpfen können. Während in der Fachliteratur Qualitätsmerkmale adaptiver Lernunterstützung bisher meist aus einer allgemeinen (generischen) pädagogisch-psychologischen Perspektive beschrieben wurden, gibt es immer noch deutlich weniger Beiträge, in denen die fachliche Präzision und die interaktionale Qualität einer gelingenden adaptiven Lernunterstützung anhand von konkreten Lehr-Lerndialogen (Reusser & Pauli, 2021) aus einer Fachunterrichtsperspektive beleuchtet werden. Vor diesem Hintergrund skizziert der vorliegende Beitrag ein theoretisches Handlungsmodell der adaptiven Lernunterstützung, welches das adaptive Handeln von Lehrpersonen auf zwei Ebenen thematisiert: der Makroebene (Unterrichtplanung) und der Mikroebene (situatives Handeln) des konkreten Unterrichts. Der Beitrag zeigt auf, dass von einer fachpädagogisch hochwertigen adaptiven Lernunterstützung dann gesprochen werden kann, wenn es der Lehrperson gelingt, gegenstandspezifische und generisch-pädagogische Unterstützungsanforderungen auf beiden Ebenen in Einklang zu bringen
Kompetenzorientierte Seminarbausteine für adaptives Klassenmusizieren: Eine Analyse aus der Perspektive des Handlungsmodells adaptiver Lernunterstützung
Innerhalb des Artikels werden modulare Seminarbausteine für die Lehrkräftebildung im Fach Musik an das Handlungsmodell adaptiver Lernunterstützung (Lemmrich et al., S. 6–23 in diesem Heft) angebunden und dieses hinsichtlich der musikdidaktischen Passung und Potenziale untersucht. Als ein Ziel dieser Untersuchung wird das Potenzial der Verknüpfung bildungswissenschaftlicher Erkenntnisse sowie schulpraktischer und universitärer Erfahrungen (Ehmke et al., 2022) mit Inhalten und Methoden des Musikunterrichts diskutiert. Die in einem interprofessionellen Team erarbeiteten Bausteine führten zunächst zur Identifikation und Ausdifferenzierung von Kompetenzbereichen zur Planung und Durchführung adaptiven Klassenmusizierens in heterogenen Lerngruppen (Klieme & Warwas, 2011). Nachfolgend entstand eine darauf aufbauende, offen teilbare Ressource zum adaptiven Klassenmusizieren für die Hochschullehre in Form digital gestützter Blended-Learning-Bausteine. Dabei bieten sie den Lehramtsstudierenden Möglichkeiten der Entwicklung von Fähigkeiten in den Bereichen Professionswissen (Harris et al., 2009) und situationsspezifische Kompetenzen (Blömeke & Kaiser, 2017). Die Kompetenzbereiche des adaptiven Klassenmusizierens bilden dann in Verbindung mit videobasierter Fallarbeit (Krammer & Reusser, 2005) die didaktisch-methodische Grundlage der Bausteine. Der Beitrag liefert somit neue Einblicke in Kompetenzfacetten des schulischen Klassenmusizierens unter Berücksichtigung von Aspekten der Adaptivität und des Professionswissens
Draußenunterricht am Beispiel Heidelberg: Eine lohnende Unterrichtsform?
Draußenunterricht im Sinne von regelmäßigem Unterricht in der naturnahen Schulumgebung hat eine lange Tradition im Fach Biologie. Biologieunterricht findet jedoch nach wie vor zum größten Teil im Klassenzimmer oder in Fachräumen statt. Lohnt es sich, den Biologieunterricht – ggf. auch in fächerverbindender Weise – häufiger nach draußen zu verlagern? Der vorliegende Beitrag stellt das Heidelberger-Outdoor-Education-Konzept an einem Gymnasium vor und skizziert einige Ergebnisse aus der umfangreichen Begleitforschung. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass regelmäßiger Unterricht in der naturnahen Schulumgebung beispielsweise die Bewegungsaktivität, die Lernmotivation und die Stressresilienz der Lernenden steigern kann. Eine breitere Implementierung vergleichbarer Unterrichtsformen und weitere empirische Untersuchungen wären wünschenswert
Violence as productive irritation
Rezension zu: Braun, Andreas & Steuerwald, Christian (Hg.). 2022. Kunst und Gewalt. Springer VS: Wiesbaden, 284 Seiten. ISBN: 9783658384210. Preis € 59,9