Latein und Griechisch in Nordrhein-Westfalen (LGNRW - E-Journal)
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Darf man in der Schule CRISPRn?
Praktische Erfahrung durch CRISPR-Cas-Laborexperimente erlaubt an Schulen, aber auch in der allgemeinen Öffentlichkeit bessere Einblicke in eine Methodik, die unsere Gesellschaft wesentlich beeinflussen wird. Es wurden einige einfache und sichere Experimente entwickelt, die teilweise in zwei Schulstunden durchführbar sind. Die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland sind jedoch so restriktiv, dass selbst professionelle Schüler- und Öffentlichkeitslabore zurückschrecken, den administrativen Aufwand zu wagen. Wir ermutigen die Labore, es trotzdem zu versuchen, und appellieren an die Politik, die unnötigen Hürden abzubauen
CRISPR-Whisper, das Öffentlichkeitsprojekt des SPP2141:
Der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist Wissenschaftskommunikation ein relevantes Anliegen. Dabei hat sie erkannt, dass Konsortien wie Sonderforschungsbereiche und Schwerpunktprogramme gute Möglichkeiten bieten, aktuelle Forschung für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Sie hat dazu Module geschaffen, mit denen – neben den wissenschaftlichen Förderanträgen – eigenständige Public-Outreach-Projekte finanziert werden können, die die Wissenschaftskommunikation zur Thematik eines Konsortiums durchführen. In diesem Artikel beschreibe ich für das „CRISPR-Whisper“-Team, was ein solches Projekt leisten kann, aber auch was Herausforderungen sind und welche Probleme auftreten können
Behavioural ecology and relationships between siblings:
Überall finden wir in Familien Konkurrenz und Kooperation zwischen Geschwistern. Ökologische Faktoren (z. B. Nahrungsverfügbarkeit) selektieren darauf, ob Konkurrenz oder Kooperation überwiegen. Hamilton‘s Theorie zeigt, dass die Balance zwischen Kooperation und Konflikt von der genetischen Verwandtschaft innerhalb einer Brut mitbestimmt wird. Eltern produzieren oft „optimistische“ Brutgrößen, als ob reichlich Nahrung verfügbar wäre, und überlassen es der Konkurrenz innerhalb der Brut, die Jungtieranzahl an die herrschenden ökologischen Bedingungen anzupassen. An Beispielen von verschiedenen Vogel- und Säugetierarten wird deutlich, wie Geschwister um limitierte Ressourcen konkurrieren, die die Eltern bieten können (wie Nahrung oder Wärme). Das kann einerseits zu tödlichen Konflikten führen, andererseits können Jungtiere oft nur gemeinsam die Eltern zu Höchstleistungen in der Brutversorgung stimulieren. Deshalb lassen – anders als unser europäischer Kuckuck – manche parasitischen Vogelarten einige Wirtsjunge am Leben. Kooperation zwischen Geschwistern findet sich auch, wenn es darum geht, sich gegenseitig warmzuhalten, was für kleine Jungtiere überlebenswichtig ist. Um die Balance zwischen Kooperation und Konflikt oder das Vorherrschen einer dieser Interaktionsarten zu verstehen, muss man die ökologischen Gegebenheiten, die genetische Verwandtschaft innerhalb der Brut und die Fitnesskonsequenzen für alle Familienmitglieder verstehen.Competition and cooperation are ubiquitous among siblings in families. Ecological factors (e.g. the availability of food) drive selection and determine whether either competition or cooperation will prevail. The sociobiological theory shows that the balance between cooperation and competition is influenced by the genetic relatedness within a brood. Parents often produce “optimistic” brood sizes, as if plenty of food were available, and they leave it to competition within the brood to adapt the number of offspring to the prevailing ecological conditions. Examples from a variety of bird and mammal species demonstrate how siblings compete for limited resources which parents can offer them (like food or warmth). On the one hand, this can lead to deadly conflicts, on the other hand, young animals are only able to make their parents feed them sufficiently, if they do it together. Therefore – with the exception of the cuckoo – some parasitic bird species let a few host chicks live. Cooperation between siblings can be found, when it comes to keeping each other warm, which is vital for the survival of small young animals. In order to comprehend the balance between cooperation and conflict or the prevalence of one of these kinds of interactions, one has to understand the ecological conditions, the genetic relatedness within the brood, and the fitness consequences for all the family members
Die Fachhochschulen und ihre weiterbildenden Studienangebote in Deutschland und der Schweiz: Entwicklungen und Forschungsdesiderate
Der Beitrag betrachtet staatliche Fachhochschulen in Deutschland und der Schweiz mit ihrem Angebot wissenschaftlicher Weiterbildung. Diesem Hochschultyp wird, trotz seines breiten Engagements in der Hochschulweiterbildung kaum Aufmerksamkeit zu teil. Besonders der Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz zeichnet im folgenden Beitrag die historisch entwickelte Bedeutung von Fachhochschulen für die wissenschaftliche Weiterbildung nach. Dazu wird in einem ersten Schritt die Geschichte der Fachhochschulen in beiden Ländern beschrieben. Im zweiten Schritt werden die Besonderheiten weiterbildender Studienangebote in der Schweiz und Deutschland im Vergleich mit der jeweiligen Datenlage präsentiert. Anschließend werden aus der wechselseitigen Bezugnahme von wissenschaftlicher Weiterbildung und öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen Forschungsdesiderate aus dem Ländervergleich abgeleitet.
Tandem-Lernen, gelingende Kommunikation und Partizipation in internationalen Austauschprojekten: Die deutsch-polnische Jugendbegegnung Bielefeld – Rzeszów
Internationale Schulpartnerschaften und Austauschfahrten leisten einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und helfen dabei, gute nachbarschaftliche Beziehungen in Europa zu entwickeln und zu festigen. Die Jugendlichen machen in internationalen Begegnungen bereits erste Erfahrungen, wie das Leben und Arbeiten im vereinten Europa und in der globalisierten Welt aussehen kann. Die Universität Rzeszów und die Versuchsschule Oberstufen-Kolleg Bielefeld blicken auf eine jahrzehntelange Reihe von Jugendbegegnungen zurück, die zweimal pro Jahr für die Dauer einer Woche stattfinden. Während in den frühen Jahren die Struktur den an vielen Schulen bekannten, weit verbreiteten Traditionen vom gegenseitigen Besuch in der jeweiligen Partnerstadt mit – vereinfacht gesprochen – einem Programm-Mix aus Unterrichtsaktivitäten und Ausflügen entsprach, hat eine bewusste und grundsätzliche Abkehr von einer solchen Rahmensetzung in den Begegnungen seit 2018 zu einer zuvor nicht gekannten Intensität in der Kommunikation und Auseinandersetzung mit der fremden Kultur geführt, von der das erfahrene Organisationsteam selbst überrascht war. Von den Rahmenbedingungen einer gelingenden Begegnung, zu der auch das partnerschaftliche Erlernen der jeweiligen Fremdsprache im Tandem gehört, sowie Best-Practice-Beispielen von Settings, die sich bewährt haben, um sowohl in nach Interessen gebildeten Kleingruppen als auch in Zufallspaarungen gelingende Kommunikation zu befördern, soll nachfolgend die Rede sein.
International school partnerships and exchange trips make an important contribution to breaking down prejudices and help to develop and consolidate good neighbourly relations in Europe. Through international encounters, young people gain their first experience of what life and work in a united Europe and in the globalised world can be like. The University of Rzeszów and the experimental school Oberstufen-Kolleg Bielefeld can look back on a decade-long series of youth encounters, which take place twice a year for the duration of a week. While in the early years the structure was based on the widespread tradition of reciprocal visits to the respective partner city with – to put it simply – a programme mix of classroom activities and excursions, a radical shift away from such a framework in all the encounters since 2018 has led to a previously unknown intensity in communication and engagement with the foreign culture, which surprised even the experienced organisation team. In this article, we will discuss the framework conditions for successful encounters, which must include learning the respective foreign language in tandem as partners, as well as best-practice examples of settings that have proven to promote successful communication both in small groups formed according to interests and in random pairings
Students as Experts in Internships? A Case Study on Bridging the First and Third Phase of Teacher Education in the Context of the Digital Transformation in Mathematics Instruction
Die Zusammenarbeit der Beteiligten in den drei Phasen der Lehrer*innenbildung wird allenthalben gefordert. In diesem Beitrag wird ein Projekt aus dem Bereich der Mathematikdidaktik vorgestellt, welches gezielt Studierende (erste Phase) und aktive Lehrer*innen (dritte Phase) zusammenbringt, um sich gemeinsam den Herausforderungen der digitalen Transformation im Bildungsbereich zu stellen. Die Potenziale und Herausforderungen einer solchen Zusammenarbeit werden auf der Basis von Reflexionen der Studierenden skizziert. Auf dieser Grundlage werden Implikationen für die (Um-)Gestaltung von Praxisphasen formuliert.The collaboration of the participants in the three phases of teacher education is demanded almost everywhere. This paper presents a project in mathematics education research that specifically connects students (first phase) and active teachers (third phase) to jointly address the challenges of digital transformation in education. The potentials and challenges of such a collaboration are outlined on the basis of reflections by the participating students. Implications for the (re-)design of internship phases will be formulated on this basis
Towards public social pedagogy: Participatory theatrical events as pedagogical encounters
Temporary spaces for unlikely encounters can function as an antidote for polarization.
Keeping the skills for dialogue alive requires spaces for practising dialogic capacities.
Participatory theatre has pedagogical potential as a space for dialogue on social and political issues.
Public social pedagogy could be useful in embracing new types of citizenship education in the public sphere.
Purpose: This study considers the pedagogical dimensions of an event concept that combined participatory theatre and social scientific research to approach questions relating to ethnic relations and racism. The article aims to establish, with the help of a practical case example, the notion of public social pedagogy.
Approach: Ethnographic research on 24 participatory theatrical events. The analysis utilizes the taxonomy of public pedagogy by Gert Biesta to provide an empirically informed theoretical autopsy of the events.
Findings: The analysis shows the pedagogical and societal importance of fostering encounters, encouraging communal discussion and nurturing dialogic competencies. Public social pedagogy would specifically address pedagogical processes relating to the public sphere, which revives the tradition of public deliberation.
Practical implications: The study directs attention to pedagogical processes within the public sphere which have not been very prominent in social pedagogy or citizenship education. The ‘autopsy’ of the participatory theatrical events provides perspectives for similar artistic interventions
Adaptive Planung kontextorientierten Naturwissenschaftsunterrichts
Ein seit langem bekanntes Problem der naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer ist, dass sie bei Schüler*innen oft wenig Interesse an diesen Fächern auslösen. Kontextorientierter Unterricht stellt einen in der Naturwissenschaftsdidaktik etablierten Ansatz dar, um diesem Problem zu begegnen. Gleichzeitig scheinen Kontexte ein besonderes Potenzial für inklusiven naturwissenschaftlichen Unterricht zu haben: Sie können als zentraler Ausgangspunkt für eine adaptive Unterrichtsplanung dienen. Um angehende Lehrkräfte beim Aufbau entsprechender Planungskompetenzen zu unterstützen, wurde eine Vorlage für Unterrichtsentwürfe zur Planung kontextorientierten, inklusiven Naturwissenschaftsunterrichts entwickelt. In der Vorlage für den Unterrichtsentwurf wird erwartet, noch vor der Sachanalyse zu begründen, warum der gewählte Kontext für möglichst alle Lernenden als anregend und relevant erachtet wird und welche den Kontexten immanenten Barrieren und Herausforderungen auftreten könnten, um die weitere Planung adaptiv daran ausrichten zu können. Im vorliegenden Beitrag stellen wir die Ergebnisse der Erprobung der Vorlage zur Unterrichtsplanung in drei Bachelor-Seminaren dar. Ziel ist herauszufinden, ob die Studierenden die Vorlage wie beabsichtigt verwenden und in der Lage sind, kontextorientierten Naturwissenschaftsunterricht adaptiv zu planen. Die mit der Vorlage erstellten 15 Unterrichtsentwürfe wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet, indem deduktiv die in den Seminaren behandelten theoretischen Konstrukte darauf angelegt wurden. Die Analyse zeigt auf, dass die Vorlage den Fokus der Studierenden auf Kontextorientierung, Relevanz und Barrieren lenkt. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass einige Aspekte, wie die berufliche Relevanz, nicht berücksichtigt wurden und es sehr schwer zu sein scheint, eine Perspektive einzunehmen, bei der Barrieren nicht in den Schüler*innen selbst gesehen werden. Unseres Erachtens könnte die Vorlage zur Unterrichtsplanung auch gewinnbringend für andere Unterrichtsfächer sei
Das Fetale Alkoholsyndrom als pädagogische Herausforderung: Eruierung des Forschungsfeldes FASD und Desiderata erziehungswissenschaftlicher Forschung
Der nachstehende Beitrag behandelt die pädagogischen Implikationen des fetalen Alkoholsyndrom (engl. fetal alcohol spectrum disorder, kurz: FASD). Dieses entsteht durch mütterlichen Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft und manifestiert sich in vielfältigen Störungen, Problemen und Behinderungen. Gleichzeitig handelt es sich bei FASD nicht um ein einheitliches Störungsbild, sondern um eine Benachteiligung, die sich in verschiedenen Dimensionen und Graden ausbilden kann – es wird daher, zumindest medizinisch, von einem Spektrum ausgegangen. Bislang wurde FASD vornehmlich aus medizinisch-diagnostischer Perspektive erforscht und diskutiert; die pädagogischen Implikationen wurden lediglich nachrangig thematisiert. Diesen Mangel an Thematisierung möchte dieser Beitrag adressieren, indem er sich einerseits dem Störungsbild FASD annähert und auf diagnostische Probleme hinweist, andererseits die Rolle von Schule bzw. pädagogischen Institutionen im Themenfeld FASD reflektiert. Der Beitrag endet mit der Identifikation von erziehungswissenschaftlichen Desiderata
Frankfurt, die Stadt mit den drei großen Gärten
Der Botanische Garten, der Palmengarten und der Wissenschaftsgarten haben mit verschiedenen Schwerpunkten ein gemeinsames Ziel: die Faszination für Pflanzen erwecken