Latein und Griechisch in Nordrhein-Westfalen (LGNRW - E-Journal)
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Spielarten faunistischer Religiosität in der Literatur der Gegenwart.
Der Beitrag untersucht die transnationale Konjunktur literarischer Werke, in denen sich eine faunistische Religiosität feststellen läßt. Diese Religiosität zielt auf die Überschreitung des Menschlichen hin auf Außer- und Nichtmenschliches in Gestalt von besonderen, wilden Tieren und auf die spirituelle und körperliche Erfahrung einer transspeziesistischen Kosmologie, in der die Grenze zwischen Natur und Kultur bis hin zum Tier-Werden entfällt. Nicht der, sondern das Wilde steht im Zentrum des Interesses. Die als Antwort auf die technisierte Lebenswelt der Moderne zu verstehende, sich am Wilden entzündende Religiosität wird in den Rahmen theoretischer Debatten um Ethnologie und den Animismus einfacher Gesellschaften gerückt, um schließlich die Unterschiede zwischen der wissenschaftlichen und literarischen Evokation des Kontakts mit dem Nichtmenschlichen hervorzuheben.This article examines the transnational boom of literary works in which a faunistic religiosity can be identified. This religiosity aims at transcending the human, at the extra-human and non-human in the form of special, wild animals, and at the spiritual and physical experience of a transspeciesistic cosmology, in which the boundary between nature and culture up to becoming an animal disappears. Not the wild in the sense of a savage person, but the wild as a transpersonal principle (savageness) is the focus of interest. Religiosity, which is to be understood as a response to the mechanized world of modernity and ignited by the wild, is placed in the framework of theoretical debates on ethnology and the animism of simple societies, in order to finally emphasize the differences between the scientific and literary evocation of contact with the non-human
A critical Reaffirmation of Bourdieusian Theory
This publication by Jens Kastner\u27s reaffirms the relevance of Bourdieusian theory by aligning it with other perspectives, countering criticisms of field theory, and applying it to themes like art, race, and postcolonialism. The book serves both as a critical review of Bourdieusian theory and arguing for its political utility
Co-Creation of Branching Scenarios as an Open Educational Practice in Economic Teacher Education: Design and Presentation of a University Teaching Concept
Branching Scenarios stellen digitale Lernsituationen mit interaktiven Handlungsmöglichkeiten für den unterrichtlichen Einsatz dar. Sie ermöglichen die Darstellung authentischer Handlungssituationen und erfordern angesichts komplexer Problemstellungen autonome Entscheidungen von Lernenden. Trotz dieser Potenziale insbesondere für den berufsschulischen Unterricht werden sie bisher jedoch weder als Lerngegenstand noch als Lernmedium in der Lehrkräftebildung eingesetzt. Im Fokus des Beitrags steht die Entwicklung eines universitären Veranstaltungskonzepts zur digitalisierungsbezogenen Professionalisierung von kaufmännisch-verwaltenden Lehrkräften durch die Auseinandersetzung mit Branching Scenarios. Dazu erfolgt zunächst eine disziplinspezifische Klärung der Beschaffenheit und Konstruktion von Branching Scenarios als interaktives Medium zur Rekonstruktion komplexer sozioökonomischer Lehr-Lern- Situationen. Darauf aufbauend wird der methodische Zugang (Design-Based Research) vorgestellt sowie der didaktische Entwurf eines Veranstaltungskonzepts für die erste Phase der Lehrkräftebildung im Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik dargelegt. Die studentischen Ergebnisse aus der universitären Pilotierungsphase fließen in ein sukzessiv aufzubauendes Angebot offener Bildungsressourcen ein, das der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden soll. Branching scenarios enable the (re-)presentation of authentic situations and require autonomous decisions from learners in the face of complex problems. Despite this potential, especially for vocational education, they are neither used as a learning object nor as a learning medium in teacher education. The article focuses on the design-based-oriented development of a university teaching concept for digitization-related professionalization of (prospective) teachers in economic education by constructing and working with branching scenarios. First, a discipline-specific clarification of the framework of branching scenarios as an interactive medium for the reconstruction of complex socio-economic situations is provided. Based on this, the methodical approach of the design-based research is presented and a design concept for the first phase of teacher education (Master’s program in Business Education) as well as didactic design patterns are outlined. The student results from the pilot phase will be incorporated into a successive range of open educational resources which will be made available to the professional public.
Self-reflection to expand self- and social competence. : An interdisciplinary conceptualization for educational practice and research
Selbst- und Sozialkompetenz sind zentrale Facetten beruflicher Handlungskompetenz und unverzichtbare Bildungsziele in der Lehrpersonenbildung. Ihre Entwicklung setzt die Fähigkeit zur Selbstreflexion voraus, die jedoch in der Ausbildung wenig professionalisiert, kaum curricular verankert und unzureichend erforscht ist. Ein Kernproblem besteht in der unscharfen wissenschaftlichen Definition. Dieser Beitrag präsentiert eine interdisziplinäre Konzeptualisierung von Selbstreflexion, die aktuelle Befunde aus Neurobiologie, Kognitionswissenschaften, Säuglingsbeobachtung, Emotions- und Psychotherapieforschung integriert. Sie stellt nicht die Selbstkenntnis, sondern die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung ins Zentrum. Daraus ergeben sich praxis- und forschungsrelevante Folgerungen für die Entwicklung didaktischer Modelle und Erforschung der Professionalisierung von Lehrpersonen. Die Konzeptualisierung wird systematisch mit neun wissenschaftlichen Beiträgen zur Förderung der Selbstreflexion in der ersten Phase der Lehrpersonenbildung in Deutschland in Beziehung gesetzt.Self-competence and social competence are central facets of professional competence and indispensable educational goals in teacher education. Their development requires the ability for self-reflection, which is, however, not very professionalized in training, hardly anchored in the curriculum and insufficiently researched. A key problem is the lack of a clear scientific definition. This article presents an interdisciplinary conceptualization of self-reflection that integrates current findings from neurobiology, cognitive science, infant observation, emotion and psychotherapy research. It does not focus on self-knowledge, but on the ability for self-awareness. This results in practical and research-relevant conclusions for the development of didactic models and research into the professionalization of teachers. The conceptualization is systematically related to nine empirical studies on the promotion of self-reflection in the first phase of teacher training in Germany
Schulforschung – Schulpraxis – Bildungspolitik: Essay zu einem komplizierten Dreiecksverhältnis
Bereits das Verhältnis von Schulforschung und Schulpraxis ist ein vielschichtiges und uneindeutiges. Komplexer noch wird es, wenn Bildungspolitik als weitere Akteurin hinzugezogen wird, die eine wesentliche Rolle bei der Relationierung spielt, sodass von einem komplizierten Dreiecksverhältnis auszugehen ist. Unterschiedliche Interessen, Aufgaben, Perspektiven und Handlungsimpulse konstituieren divergierende Perspektiven. Zugleich scheint oftmals der normative Ausgangspunkt, „die Praxis verbessern zu wollen“, allen drei Perspektiven zugrunde zu liegen. An diesem Spannungsfeld setzen die folgenden Überlegungen an, die versuchen, das Dreiecksverhältnis schlaglichtartig auszuleuchten. Die grundlegende These dabei ist, dass sich aus dem Dreiecks- und dem Ableitungsverhältnis eine bildungspolitische Vorstellung von der Steuerbarkeit von Schulforschung im Dienste pädagogischer Praxis durchsetzt, die primär daran orientiert ist, den Status quo unter Delegation gesellschaftlicher Fragen wie Ungleichheit und Heterogenität als Fragen von Lernmethoden, Professionalität und individueller Biographie aufrechtzuerhalten. Die wirklich relevante Frage, wozu Schule in Zeiten sozialökologischer Krisen, globaler Kriegsszenarien, Bedrohung demokratischer Ordnungen, Transformationen der gesellschaftlich-ökonomischen Ordnung in Zeiten heterogener Gesellschaften „da ist“, wird hingegen kaum thematisiert
Dualer Fokus – Dualer Nutzen: Verortungen zwischen Forschungsanspruch und Unterrichtspraxis in der "Dualen Promotion"
Das Graduiertenprogramm Duale Promotion der Universität Bremen verbindet Promotion und Referendariat. Dieser Artikel setzt sich aus der Sicht einer Programmteilnehmerin mit den spezifischen Chancen und Herausforderungen einer solchen Promotion auseinander und beleuchtet exemplarisch ein Forschungsprojekt, welches aus diesem Kontext hervorgegangen ist. Der Beitrag zeigt auf, wie die Beziehung zwischen Theorie und Praxis im Rahmen der Dualen Promotion konkret gestaltet werden kann und wie sich daraus ein Nutzen für beide Seiten ergibt. Dabei wird das Projekt zwischen den Ansprüchen an Forschung und Unterrichtsgeschehen verortet und identifiziert Handlungsmöglichkeiten und Gelingensbedingungen der Dualen Promotion
Vertrauen und Verantwortung in der Führung von Bildungseinrichtungen: Dimensionen kooperativer Führung
In der Führung von Bildungseinrichtungen stehen Führungspersonen vor einer Vielzahl anspruchsvoller Aufgaben und Entscheidungen, die sowohl Vertrauen als auch Verantwortung einschließen. Bezugnehmend darauf untersucht der Beitrag, wie sich Vertrauen und Verantwortung aus der Perspektive von Führungspersonen zeigen. Basierend auf Gruppendiskussionen (N = 17) mit Führungspersonen aus dem Bildungsbereich, die über den Zugang der Grounded Theory ausgewertet wurden, zeigen die Ergebnisse, dass Vertrauen u.a. über Zutrauen, eine positive Fehlerkultur und eine Kommunikation auf Augenhöhe zum Ausdruck gebracht wird. In der Verantwortung sehen sich Führungspersonen in vielerlei Hinsicht, insbesondere im administrativen Bereich, aber auch in der Weiterentwicklung der Bildungseinrichtung. Am Ende konzeptualisiert der Beitrag Dimensionen kooperativer Führung im Zusammenhang mit Vertrauen und Verantwortung