Latein und Griechisch in Nordrhein-Westfalen (LGNRW - E-Journal)
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    Degree – Digitale reflexive Lehrer*innenbildung 5.0: videobasiert – barrierefrei – vernetzt: Konzepte für eine videobasierte Lernplattform und Befunde aus der Entwicklungsforschung

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    Die Nutzung von Unterrichtsvideos zur Förderung fachdidaktischer Reflexionsfähigkeiten hat sich in der Lehrerkräftebildung als vielversprechender Ansatz etabliert. Insbesondere die systematische Analyse videografierter Unterrichtssequenzen ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit Lehr- und Lernprozessen und unterstützt die Verknüpfung theoretischer Konzepte mit praktischen Handlungsperspektiven. Die Lernplattform degree wurde im Rahmen der Projekte Degree 4.0 und Degree 5.0 entwickelt, um diesen Reflexionsprozess strukturiert zu begleiten und durch spezifische Aufgabenformate zu fördern. Dabei wurden fünf zentrale Designprinzipien – Reflexionsorientierung, Diskursorientierung, Produkt(ions)orientierung, Gegenstandsorientierung und Barrierefreiheit – umgesetzt. Das vorliegende Editorial führt in ein Themenheft ein, in dem sowohl die technologischen und didaktischen Grundlagen der Plattform sowie konkrete didaktische Arrangements als auch empirische Befunde zur Nutzung und Wirksamkeit videobasierter Reflexionsformate in der zweiten Phase der Lehrkräftebildung vorgestellt werden. Abschließend werden Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven für die digitale, reflexive Lehrer*innenbildung diskutiert

    Racial Criticism as Part of Language Teacher Identity? Pre-Service ELT Teachers’ Positionings towards Problematic Teaching Material

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    The fact that teachers as disseminators of (racist relevant) knowledge (Scharatow, 2011, p. 19) not only could but, in fact, should make an important contribution to discerning, addressing, problematising, and ultimately deconstructing and reducing racism is shown by various promising approaches to racial critical work at schools and in the classroom. But do teachers feel ready to act racial critically? It is precisely this question that this article pursues by exploring the evaluative and epistemic positioning practices of pre-service English Language Teaching (ELT) teachers in relation to stereotypical teaching materials and racial criticism. On the supposition that critical perspectives on racism are closely connected to individual identitarian convictions, these positioning practices are used to shed light on the pre-service teachers’ Language Teacher Identity (LTI), which is an important concept in determining the relevance of study contents to pre-service teachers. The overall framework of the analysis is inspired by Weiser-Zurmühlen’s Positioning Analysis model (2021, 2022). Within this framework, Qualitative Content Analysis (QCA) is used to analyse these positionings on a content-level. Key results include that the participants position themselves as harsh critics of problematic teaching materials and proponents of implementing racial critical teaching approaches into their (future) classrooms. Additionally, selected case-analyses are conducted to explain how these positionings are occupied, shedding light upon questions of social desirability and entitlement to take positionings. This article concludes by pointing out what the first phase of teacher education can do to include study contents that are likely to influence pre-service teachers’ teaching approaches sustainably

    Literaturtheoretische Fundierung und praktische Gestaltung der Interpretation im Lateinunterricht: Interviews mit Lehrkräften zur Dokumentation einer bisher unerforschten Schulpraxis

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    Die Textinterpretation ist zentraler Bestandteil der Literaturunterrichts, der Lehrkräfte mit Blick auf theoretische Fundierung und didaktische Planung vor komplexe Herausforderungen stellt. In der Literaturdidaktik ist der Begriff der Interpretation ambivalent. Im Lateinunterricht wird diese Problematik besonders deutlich, da der Interpretationsbegriff in diachroner Perspektive uneinheitlich verwendet wurde und wird und literaturwissenschaftliche Theorien in der Ausbildung nicht systematisch genug vermittelt werden. Der vorliegende Beitrag untersucht, wie Lehrkräfte im Lateinunterricht mit literarischen Texten umgehen,  ob literaturtheoretische Ansätze in die Interpretation integriert werden und wie diese bei der Planung Berücksichtigung finden. Empirische Untersuchungen zum Interpretationsverständnis in der altsprachlichen Fachdidaktik fehlen bislang völlig, und die vorliegende Arbeit untersucht erstmals empirisch die Integration literaturtheoretischer Ansätze im Lateinunterricht. Die Untersuchung basiert auf qualitativen Experteninterviews mit elf Lateinlehrkräften an Berliner Gymnasien, die mit einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.. Die Ergebnisse zeigen eine Zustimmung zur Relevanz der Interpretation, deren praktische Umsetzung im Unterricht jedoch häufig an organisatorischen und zeitlichen Restriktionen scheitere. Das Interpretationsverständnis variiert stark zwischen den Lehrkräften; hier wird die Ambivalenz des Begriffes deutlich. Es gibt unterschiedlich theoretisch fundierte Zugänge zur Interpretation, die von uns verschiedenen Kategorien zugeordnet werden (vorwissenschaftlich, existenziell und literaturwissenschaftlich). Promovierte Lehrkräfte tendieren eher dazu, literaturwissenschaftliche Theorien in den Unterricht zu integrieren, während andere sich hauptsächlich auf die sprachliche wie stilistische Textanalyse und pädagogische Aspekte der Textarbeit konzentrieren. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine stärkere Integration literaturwissenschaftlicher Ansätze in die Lehrerausbildung notwendig ist, um die Interpretationsarbeit zu bereichern und zu systematisieren. Der Artikel schließt daher mit der Empfehlung, die Professionalisierung der Lehrkräfte zu stärken, um eine fundierte und konsistente Interpretationspraxis im Lateinunterricht zu gewährleisten

    Typical vulture? Phylogenetics and evolution of traits:

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    Als mehr oder weniger ausgeprägte Aasfresser werden Geier häufig als eine gemeinsame Gruppe angesehen. Molekularbiologische Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Lebensweise als Aasfresser in drei phylogenetisch unterschiedlichen Entwicklungslinien auftritt [in den Gruppen der Neuweltgeier (Cathartidae), Bart- und Schmutzgeier (Gypaetinae) sowie Gänse- und Mönchsgeier (Aegypiinae)]. Insbesondere zeigen die Geier der Unterfamilie Gypaetinae eine Reihe von Eigenschaften (Territorialität, Fressen von Knochen und pflanzlicher Kost, Kosmetikgebrauch), die man sonst bei Geiern nicht vorfindet. Während Neuweltgeier und Aegypiinae obligate Aasfresser sind und dem funktionellen Phänotyp „Geier“ am ehesten entsprechen, bilden die Gypaetinae eine besondere Entwicklungslinie, in der die Verwertung von Aasresten im Vordergrund steht.As more or less obligate scavengers, vultures are often regarded as a common group. However, phylogenetic studies show that the scavenging lifestyle occurs in three distinct evolutionary lineages [in New World Vultures (Cathartidae), Bearded and Egyptian Vultures (Gypaetinae) and Griffon and Cinereous Vultures (Aegypiinae)]. In particular, Gypaetinae show a number of characteristics (territoriality, eating bones and plant food, application of cosmetics) that are otherwise not found in vultures. While New World Vultures and Aegypiinae are obligate scavengers and correspond most likely to the functional phenotype “vulture”, Gypaetinae form a specialized evolutionary lineage in which the focus is on the utilization of carrion remains

    Lasst uns aufstehen und die (Bio-)Wissenschaften verteidigen

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    Hebamme und Seismograph. : Adornos zwiespältige Sicht auf den Künstler

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    Gestützt auf eine Aussage des französischen Avantgardisten Paul Valéry, erscheint Adrno in seiner Ästhetik der Mythos des künstlerischen Schöpfertums suspekt. Dem Künstler weist er die Funktion eines Geburtshelfers zu, die ein vom künstlerischen Material virgezeichnetes Objektives freisetzt. Nicht weniger apodiktisch setzt er andererseits in musiktheoretischen und musiksoziologischen Schriften den Anteil des Künstlers höher an, da alle ästhetische Objektivität durch die Kraft des Subjekts vermittelt wird.  So erkennt er in Beethoven den untrüglichen Seismographen einer kritischen Entwicklungsphase der bürgerlichen Gesellschaft&nbsp

    How Can Diagnostic Competencies in Task Assessment Be Improved? Conception of a Training Course Based on the 4C/ID Model

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    Wenn Lehrkräfte Mathematik unterrichten, sind sie gefordert, die Inhalte an die Voraussetzungen der Lernenden anzupassen. Grundlegend hierzu ist diagnostische Kompetenz, also die Fähigkeit, die Leistung von Lernenden oder die Qualität des Lernmaterials nach fachdidaktischen Kriterien angemessen zu beurteilen. In diesem Zusammenhang spielen Aufgaben eine bedeutende Rolle. Welche Aufgabe wann und vor allem für wen geeignet ist, darüber muss die Lehrkraft gute Entscheidungen treffen können. Ferner sollte sie fehlerhafte Schüler*innenlösungen schnell einordnen und geeignete Hilfestellung anbieten können. Wie insbesondere die Fähigkeit der Aufgabeneinschätzung als Facette diagnostischer Kompetenz geschult werden kann, soll in diesem Artikel verdeutlicht werden. Dazu haben wir auf Grundlage aktueller Forschungsbefunde zum Einfluss von fachdidaktischem Wissen auf die Kompetenz der diagnostischen Aufgabeneinschätzung im Bereich Funktionen eine Fortbildung konzipiert, die den Prinzipien des Instruktionsmodells 4-Component-Instructional-Design (4C/ID) folgt. Das Modell formuliert auf der Basis lernpsychologischer Befunde Prinzipien, wie Lernsituationen für komplexe Fähigkeiten gestaltet sein sollten. Die hier beschriebene Fortbildung ist eine Weiterentwicklung eines Hochschulseminars mit ähnlichem Inhalt. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Evaluation dieses Seminars konnten bedeutende Lerneffekte auf die Fähigkeiten zur effizienten Aufgabeneinschätzung der Studierenden gezeigt werden. Ziel der hier vorgestellten Fortbildung ist es, die komplexe diagnostische Fähigkeit der Einschätzung von Aufgaben und Schüler*innenlösungen zu unterstützen. Dieser Beitrag zeigt exemplarisch, wie eine Fortbildung nach dem 4C/ID-Modell gestaltet werden kann, um komplexe Kompetenzen von Lehrkräften in einer kurzen Fortbildungsmaßnahme zu fördern. When teaching mathematics, teachers are required to adapt the content to the requirements of the students. Therefore, diagnostic competence, i.e. the ability to accurately assess learners’ performance or the quality of learning materials according to subject-specific pedagogical criteria, is essential. In this context, tasks play an important role. Teachers must be able to accurately decide which tasks are appropriate, when they are appropriate, and, most importantly, for whom they are appropriate. They should also be able to quickly classify incorrect student solutions and offer appropriate support. The purpose of this article is to illustrate how the ability to assess tasks as a facet of diagnostic competence can be trained. Based on current research on the influence of pedagogical content knowledge on the competence of diagnostic task assessment in the field of functions, we have designed an in-service training that follows the principles of the 4-Component-In-structional-Design (4C/ID)-model. Based on findings from learning psychology, the model specifies principles for designing learning situations for complex competencies. The in-service training course described here is a further development of a higher education seminar with similar content. A research-based evaluation of this seminar showed significant effects on students’ ability to assess tasks efficiently. The goal of the training presented here is to support the complex diagnostic competence of judging mathematical tasks and student solutions. This article provides an example of how an in-service training based on the 4C/ID model can be designed to support teachers’ complex diagnostic competence in a short training.

    Temporale Ordnungen und zeittheoretische Betrachtungen wissenschaftlicher Weiterbildung

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    Der Beitrag führt ein in zeittheoretisches Nachdenken über Bildung und Lernen und sondiert entsprechende Forschungszugänge und Studien für das Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung. Wie wird Zeit für das Lernen genutzt und wie wird sie auf vielfältige, oft widersprüchliche Weise erlebt? Kann Lernen zeitliche Gegenbewegungen wie Entschleunigung oder Muße hervorrufen? Wir wenden uns diesen Fragen zunächst in einer grundlagentheoretischen Annäherung zu und zeichnen die historische Entwicklung temporaltheoretischer Perspektiven im wissenschaftlichen Diskurs unterschiedlicher Fachdisziplinen nach, um sie anschließend auf das Lebenslange Lernen zu beziehen. Anhand von aktuellen Forschungsansätzen und Studien mit Bezug zur (wissenschaftlichen) Weiterbildung werden empirische Einsichten in Zeitphänomene eröffnet und Forschungszugänge und -desiderate freigelegt. Abschließend resümieren wir, welche Phänomene wissenschaftlicher Weiterbildung in einer zeittheoretischen Perspektive in den Blick rücken und in welcher Weise weitergehende temporalanalytische Untersuchungen das Forschungsfeld der wissenschaftlichen Weiterbildung anreichern können

    Stichwort: Zeit und Hochschulweiterbildung

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