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    Naturgrenzen – Stand der Forschung und Problemaufriss aus deutscher Perspektive

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    The idea that France was determined by geography had a decisive impact on the rise of theFrench nation-state and the way national territory has been imagined ever since. The myth ofFrance’s natural borders (frontières naturelles) has been discussed by historians for decades, whoasked whether or not such a political doctrine has existed before 1792. Before WW II, nationalisthistorians in Germany became obsessed with the role of the Rhine River within the politics ofOld Regime. At least until the 1950s, the question of the Rhine dominated the hostile relationsbetween German and French colleagues. Coming up with a volume on natural boundaries ina German-French context might therefore be irritating. The article argues that it is importantto reopen the debate on natural borders. Interest in territorialization has increased recentlyamong historians as a correlation to research in a globalized world, producing a marked interestin border studies, now finally no longer encumbered by national animosities. By revisitingthe key moments of the historiographical debate and the various functions of natural features,the article shows why it is worth focusing on pre-national territoriality and pre-industrialpopulations. It outlines the characteristics of early modern borders and sheds light on recentapproaches in environmental history in order to determine how historians can include socionaturalsettings and natural resources in our perspectives on natural boundaries. The paperargues that special emphasize should be put rather on local practices of border making andsocial experiences than on discourses.Die Vorstellung, dass Frankreich durch seine Geographie bestimmt sei, hatte entscheidendenEinfluss auf die Konstruktion des französischen Nationalstaates. Der Mythos der natürlichenGrenzen Frankreichs (frontières naturelles) ist seit langem Gegenstand historiographischer Kontroversen,die sich ganz maßgeblich um die Epoche der Frühen Neuzeit drehen. Vor dem Zweiten Weltkrieg sahen deutschnationale Historiker im Rhein den Beweis dafür, dass eine Politikder natürlichen Grenzen schon vor 1792 verfolgt worden ist. Zumindest bis in die 1950er Jahredominierte die Rheinfrage die auf nationale Befindlichkeiten zugespitzte Auseinandersetzungzwischen deutschen und französischen Historikerkollegen. Insofern mag es irritieren, dass ausgerechnetim deutsch-französischen Dialog ein Band über natürliche Grenzen vorgelegt wird.Der Artikel argumentiert, dass in Anbetracht des ungebrochenen Interesses an der historischenEntwicklung von Grenzen sowie an vornationaler Territorialität der Zeitpunkt überfällig ist, dieDebatte über Naturgrenzen wiederaufzunehmen. Anhand von Schlüsselmomenten der historiographischenDebatte, Funktionen und Konjunkturen von Georeferenzen sowie jüngeren Diskursentwicklungen,insbesondere im Bereich der Umweltgeschichte, wird gezeigt, warum essich lohnt, dem vorindustriellen Zeitalter eine zentrale Rolle in der Untersuchung von Grenzenzuzugestehen. Mit der Neuausrichtung des Blicks ergibt sich auch die Chance, die soziale undnaturale Bedingtheit von Grenzvorstellungen und Grenzziehungen stärker miteinzubeziehen,ohne dem Geodeterminismus aufzusitzen. Insofern plädiert der Artikel für eine lokale Zentrierungdes Blicks, der Akteuren und natürliche Ressourcen eine zentrale Rolle im Erkenntnisprozesszuweist

    Ignoring the Risks of Pesticides in Francoist Spain: Agrochemicals, Food Quality Control, and Occupational Health, 1939–1978

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    This paper provides an overview of the regulatory landscape surrounding pesticides duringthe Francoist dictatorship in Spain (1936–1978). After tracing the origins of these regulationsback to various projects initiated in the 1920s and 1930s, I review their development withinthe context of the autarkic policies of the early Francoist regime. I identify the establishmentof the Pesticide Register Office in 1942 as a pivotal moment in the centralization of effortsto regulate pesticide usage and quality control. I briefly discuss the activities of the PesticideRegister Office, illustrating how they promoted academic research, laboratory experiments,and field trials related to pesticides. These activities, I suggest, marginalized alternative pestcontrol methods, while paying limited attention to the potential risks for peasants and foodconsumers. By the mid-1960s, new and fragmented regulations were introduced concerningoccupational health, food quality control, and environmental issues. Despite their efforts, theseregulations proved largely ineffective in addressing the risks associated with pesticide usage.Instead, they reinforced the dominance of pesticides as the primary method of pest controlin Spanish agriculture. I claim that the Francoist regulatory framework, which largely persisteduntil the 1980s, restricted public intervention aimed at protecting farmers and consumers frompesticide-related hazards.Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Regelungen zum Einsatz von Pestizidenwährend der Franco-Diktatur in Spanien (1936–1978). Zunächst werden die Ursprünge dieser Vorschriften bis zu verschiedenen Projekten aus den 1920er und 1930er Jahren zurückverfolgt,anschließend ihre Entwicklung im Kontext der autarken Politik des frühen franquistischen Regimes.Die Gründung des Registeramtes für Pestizide im Jahr 1942 wird als Schlüsselmomentfür die Zentralisierung der Bemühungen zur Regulierung der Verwendung von Pestiziden undder Qualitätskontrolle angesehen. Es werden die Aktivitäten des Pestizidregisteramts untersuchtund gezeigt, wie es akademische Forschung, Laborexperimente und Feldversuche im Zusammenhangmit Pestiziden förderte. Durch diese Aktivitäten wurden alternative Schädlingsbekämpfungsmethodenan den Rand gedrängt, während den potenziellen Risiken für Bauernund Lebensmittelkonsumenten kaum Beachtung geschenkt wurde. Bis Mitte der 1960er Jahrewurden neue und uneinheitliche Vorschriften für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, dieKontrolle der Lebensmittelqualität und Umweltfragen eingeführt. Trotz ihrer Bemühungen erwiesensich diese Vorschriften als weitgehend unwirksam, wenn es darum ging, die mit demEinsatz von Pestiziden verbundenen Risiken zu bekämpfen. Stattdessen verstärkten sie dieDominanz von Pestiziden als Hauptmethode der Schädlingsbekämpfung in der spanischenLandwirtschaft. Der Beitrag zeigt, dass das franquistische Regelwerk, das bis in die 1980er JahreBestand hatte, öffentliche Maßnahmen zum Schutz von Landwirten und Verbrauchern vor denmit Pestiziden verbundenen Gefahren einschränkte

    Super divisione terre Yspanie: Naturräumliche Referenzen in iberischen Grenzziehungen des 12. bis 14. Jahrhunderts

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    The medieval Iberian Peninsula was deeply shaped by inner-Christian as well as an interreligiousfrontier. The Castilian rulers in particular concluded numerous treaties with the kings ofthe neighboring kingdoms, containing border demarcations. This article sheds light on referencesto the natural environment as one means among others to draw these frontiers. Whilehistorical references prevail in the context of hierarchical feudal relationships, many treatiescontained mutual territorial allocations. References to rivers or mountain passes particularlyplayed a role within the framework of equal-ranking or friendly diplomatic relations. Referenceshad a pragmatic and descriptive, rather than a legitimating function. They do appear in combinationwith artificial border demarcations such as the setting of boundary stones. Againstthe backdrop of sociological spatial theory, Iberian border demarcations therefore are to beconsidered as important spatial technique. References to the natural environment seemed tohave successively replaced historical arguments of border demarcation.Die mittelalterliche Iberische Halbinsel war tiefgreifend sowohl von mehreren binnen-christlichenals auch von einer christlich-muslimischen Grenze geprägt. Insbesondere die kastilischenHerrscher schlossen zahlreiche Verträge mit den Herrschern der benachbarten Königreiche, dieunter anderem Grenzverläufe festschrieben. Dieser Beitrag untersucht die Bezugnahmen aufden Naturraum als einen Modus neben anderen zur vertraglichen Grenzziehung. Während imKontext hierarchisierter Lehnsbeziehungen historische Bezüge überwiegen, halten viele Verträgegegenseitige Gebietszuteilungen fest. Hingegen spielten Verweise auf Flüsse oder Gebirgspässeinsbesondere im Rahmen vertragsrechtlich gleichrangiger oder freundschaftlicherdiplomatischer Beziehungen eine Rolle. Diese Verweise besaßen eher eine pragmatische undbeschreibende, weniger eine legitimierende Funktion. Sie begegnen zuweilen auch in Ver-bindung mit künstlichen Grenzziehungen wie dem Setzen von Grenzsteinen. Vor dem Hintergrundder soziologischen Raumtheorie sind die untersuchten iberischen Grenzziehungendaher als Raumproduktionen zu fassen, wobei gezeigt werden kann, dass Bezugnahmen aufnaturräumliche Elemente im Untersuchungszeitraum sukzessive historische Argumente beider Grenzziehung ersetzten

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