Biologie in unserer Zeit (BiuZ - E-Journal)
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Dreiecksbeziehung zwischen Schwärmern, Käfern und Wespen
Beziehungsgeflechte mit drei oder mehr Partnern sind oft kompliziert und führen manchmal zu unerwarteten Ergebnissen. Jetzt konnte gezeigt werden, dass Tabakschwärmer die Anwesenheit von Konkurrenten in Kauf nehmen, weil diese ihnen Schutz vor Schlupfwespen bieten
Temperaturabhängige Regulation der Blütezeit
Für Pflanzen ist es entscheidend, den richtigen Zeitpunkt zum Blühen zu finden. Viele Pflanzen blühen nicht im Herbst, sondern beginnen erst im Frühjahr zu blühen, wenn die Temperaturen nach einem kalten Winter wieder ansteigen. Wie sich kurzfristige Temperaturschwankungen im Herbst auf die Hemmung des Blühvorgangs auswirken, ist bisher nicht gut untersucht. Eine aktuelle Arbeit zeigt, dass eine temperaturabhängige Phasentrennung von Blühregulatoren in der Pflanzenzelle dafür sorgt, dass die Pflanzen die Jahreszeiten korrekt wahrnehmen
The Bear Lake in Sovata: Fascinating haloclines, patterned biofilms
Heliotherme Salzwasserseen wie der Bärensee in Siebenbürgen haben eine stabile Dichteschichtung mit einer konzentrierten Salzlösung in der Tiefe und einer weniger salzhaltigen (und deshalb weniger dichten) Oberflächenschicht. Durch die Sonneneinstrahlung wird die Übergangsschicht (die Halokline) auf Temperaturen bis 40–45 °C aufgeheizt. Aufgrund der starken physikalisch-chemischen Gradienten existiert eine Reihe von biologischen Nischen. Mithilfe von Forschungstauchgängen wurde dieses einzigartige Ökosystem genauer untersucht. Besonders interessant sind die Biofilme von Cyanobakterien, die einen komplexen Jahreszyklus mit der Bildung von Netzmustern im Spätherbst zeigen sowie das Vorhandensein roter Fe2O3- haltigen Flecken auf dem Schlamm, die wahrscheinlich aus dem schwarzen FeS-haltigen Schlamm durch eisenoxidierende Bakterien gebildet werden. In den Biofilmen wurden auch Kieselalgentaxa gefunden, deren Verwandte aus salinen Habitaten bekannt sind.Heliothermic lakes, like the Bear Lake in Transylvania, have a stable stratification with a concentrated saline layer at the bottom and a less saline (thus lower density) surface layer. Due to solar radiation, the transition layer (the halocline) is heated up to 40–45 °C. The pronounced physico-chemical gradients result in a series of biological niches. Scientific diving was used to investigate this unique ecosystem. Biofilms of cyanobacteria are especially interesting. They follow a complex annual cycle by forming reticulated patterns in late autumn presenting characteristic red Fe2O3 spots on the mud, probably formed from the black FeS-containing mud by iron-oxidizing bacteria. Diatom taxa, whose relatives are known for inhabiting saline habitats, have also been found in the biofilms
True faithfulness? Pair living and monogamy in coppery titi monkeys:
Paarleben ist bei Säugetieren im Allgemeinen selten, bei Primaten jedoch relativ häufig, und findet sich unter anderem bei den südamerikanischen Springaffen. In einer Freilandstudie an Kupferroten Springaffen untersuchten wir die Mechanismen des Paarlebens und fragten, ob Paarleben mit genetischer Monogamie einhergeht. In unseren Studiengruppen investierten Weibchen mehr in die Paarbeziehung als Männchen, vor allem durch häufigere soziale Fellpflege und einen aktiveren Beitrag zur Aufrechterhaltung der räumlichen Nähe. Männchen hingegen waren die exklusiven Träger von Jungtieren und außerdem aktiver bei der Verteidigung des Territoriums und gegenüber Raubfeinden. Wir fanden keinerlei Hinweise auf Vaterschaften außerhalb der Paare. Zusammengenommen unterstützen unsere Befunde die „male-services“-Hypothese als Erklärung von Evolution und Aufrechterhaltung des Paarlebens bei Springaffen.Pair living is rare amongst mammals in general, but relatively common in primates, and found e. g. in the South American titi monkeys. In a field study on coppery titi monkeys in Peruvian Amazonia we examined the mechanisms of pair living and whether pair living is associated with genetic monogamy. In our study groups, female titi monkeys invested more in pair bonding by grooming the pair mate more often than vice versa and by being more active in the maintenance of spatial proximity between the mates. Males were the exclusive carriers of infants and also were more active in the defense of the territory and against predators than females. We did not find evidence for extra-pair paternities. Taken together, our findings support the “male-services” hypothesis for the evolution and maintenance of pair living in titi monkeys
Praxiserfahrung im Studium
Die international Genetically Engineered Machine competition (iGEM) ist eine interessante Möglichkeit schon früh im Studium praktische Forschungserfahrung zu sammeln
Von der Schule in den Weltraum – Experimente mit dem P51™-Fluoreszenz-Viewer
Fast 70 Jahre nachdem von Rosalind Franklin und ihrem Doktoranden Raymond Gosling das berühmte Foto 51, die Röntgenstruktur der DNA, aufgenommen wurde, umkreist nun „P51“ die Erde. Seit 2021 können Astronauten den P51TM-Viewer der Firma miniPCR® auf der Internationalen Raumstation ISS nutzen, um fluoreszierende Biomoleküle sichtbar zu machen. Nun soll das kleine Gerät auch Einzug in deutsche Klassenzimmer halten. Was können diese kleinen Schachteln
Evaluation of an internship: Quality and benefit of a practical training phase at an out-of-school place of learning
Praxisphasen im Studium führen nicht automatisch zu guten Lernerfolgen. Daher wurde das biologiedidaktische Berufsfeldpraktikum an außerschulischen Lernorten der Universität Duisburg-Essen über einen Fragebogen von 130 Studierenden und 17 Lernorten evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Praktikum einen hohen Nutzen für Studierende und Lernorte hat. Dabei korreliert die Zufriedenheit der Studierenden mit der Anwendung des universitär erworbenen Wissens in den vielfältigen didaktischen Situationen der Lernorte und der theoriebasierten Reflexion von fremden und eigenen Lernszenarien. Diese Reflexion und die Ausarbeitung von didaktischem Material von Studierenden sind auch für die Lernorte von großem Nutzen. Dabei liegt der Erfolg des Praktikums in der Interaktion der Akteur/-innen, die durch ein Konzept mit vereinbarten Zielen und Verfahren gelingt. Die abgestimmte Zusammenarbeit von Universität und Lernorten hat sich für das Lernen der Studierenden als besonders effektiv herausgestellt. Die Ergebnisse und digital zu Verfügung stehenden Instrumente sind für Praktika anderer Institutionen nützlich und übertragbar.Practical phases during studies do not automatically lead to good learning results. Therefore, on the basis of a questionnaire, the practical training phase at out-of-school places of learning of the University of Duisburg-Essen was evaluated by 130 students and 17 learning sites. The results show that the practical training phase has a high benefit for students and learning locations. Student satisfaction correlates with the application of the knowledge acquired at the university in the diverse didactic situations of the learning sites and the theory-based reflection of external and own learning scenarios. This reflection and the elaboration of didactic upon material by students are also of great value for the out-of-school places of learning. The success of the practical training phase lies in the close interaction between the actors; it is successful as it is based on a concept of agreed objectives and procedures. The coordinated collaboration of university and out-of-school places of learning was proven to be particularly effective for the students’ learning. The results and digital tools that were available are useful and transferable to practical training phases of other institutions