Universität der Bundeswehr München: AtheneForschung
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Generalization of three-dimensional building data on basis of scale-spaces
Dreidimensionale (3D) Gebäudemodelle verlangen je nach Anwendung oder Blickpunkt nach unterschiedlicher Detaildichte, d.h. unterschiedlichen Maßstäben. Damit nicht jedes unterschiedlich detaillierte Modell aus grundlegenden Daten, wie z.B. Stereoluftbildern, erfasst werden muss, werden Methoden benötigt, mit denen aus einem detailreichen Modell weniger detaillierte Modelle abgeleitet werden können, d.h. mit denen das Modell generalisiert werden kann. Diese Arbeit stellt einen neuen Ansatz zur automatischen Modellgeneralisierung von 3D Gebäudedaten auf der Basis der formal mathematisch definierten Maßstabsraumtheorie vor
Übertragbarkeit der objektbasierten Analyse bei der Gewinnung von GIS-Daten aus Satellitenbildern mittlerer Auflösung
Der Bedarf an aktuellen GIS-Daten für großflächige Bereiche, wie z.B. ganze Länder, wächst ständig. Satellitenbilder haben sich als Datenquelle für GIS-Daten etabliert, da sie zeitnah und weltweit verfügbar sind. Im Bereich der Entwicklung von wirtschaftlichen Verfahren zur Datengewinnung aus Satellitenbildern werden objektbasierte Bildanalysemethoden immer wichtiger. Die Ausführungen der vorliegenden Arbeit konzentrieren sich auf die Übertragbarkeit der objektbasierten Analyse von Fernerkundungsdaten. In einem ersten Schritt werden die Modelle für die objektbasierte Analyse aufgestellt. Nachfolgend werden diese Modelle in möglichst allgemein gültige Regelsätze überführt. Die Übertragbarkeit der Regelsätze wird in zahlreichen praktischen Experimenten nachgewiesen. Es werden Satellitenbilddaten mittlerer Auflösung (IRS) verwendet und zwei beispielhafte Regionen in Nordalgerien klassifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz zahlreicher Einflussfaktoren die Übertragbarkeit der Regelsätze gegeben ist und der Prozess der objektbasierten Bildanalyse deutlich verkürzt werden kann
Errors of Longitude and Prime Meridians in Old Maps and Tables of Geographical Positions
Eine nähere Betrachtung der bisherigen Untersuchungen alter Ausgangsmeridiane der Längenzählung zeigte, daß diese fehlerhaft bestimmt wurden. Als Ursache dieser Fehler ergab sich die Methode der Rückrechnung. Die alten Längenwerte wurden als fehlerfrei angenommen und in einem modernen Längensystem abgetragen. Bei den alten Kartographen traten aber bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts mehr oder minder ausgeprägte Längenfehler auf. Wegen der Vernachlässigung der fehlerhaften Vorstellungen der alten Kartographen über die Längenverhältnisse sowohl im Atlantik, in dem die die Ausgangsmeridiane festlegenden Inseln liegen als auch auf dem Festland, mußte diese Methode zu fehlerhaften Schlüssen führen. Es wurden daher die Längenfehler der alten Karten von den atlantischen Inseln bis zum Ost-Ende des Mittelmeeres vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts systematisch untersucht. Für die verschiedenen Kartographen wurden geschlossene Reihen von Längenwerten über den gesamten Untersuchungsbereich erstellt. Als Quellen dieser Untersuchung wurden geographische Positionstabellen, Erdeil- und Weltkarten in Atlanten, Einzelkarten und Globen verwendet. Die Vorstellungen über die geographischen Längen der atlantischen Inseln waren bis ins 18. Jahrhundert völlig unvorhersehbaren Schwankungen unterworfen. Am Festland zeigten die Längenfehler eine systematische Komponente, die noch zusätzlich von den individuellen Fehlern der Ortslängenwerte überlagert wurde. Die Längenfehler am europäischen Festland wurden ursprünglich durch die Festlegung der Länge der Mittelmeerachse zwischen Gibraltar und Alexandretta durch Ptolemäus mit 62° verursacht. Damit wurde ihre Länge um 20° bzw. um etwa 50 % überschätzt. Dieser Fehler wurde, gestützt auf die große Autorität des Ptolemäus, in langsam abnehmendem Maße noch lange tradiert. Erst als Gerhard Mercator die Achslänge des Mittelmeeres in seiner Europakarte von 1554 auf 53° verkürzte, konnte sich dieser verbesserte Wert durchsetzen. Obwohl der Längenfehler der Mittelmeerachse noch immer 11° betrug, wurde dieser Wert bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts in der Atlaskartographie nur in kleinen Schritten korrigiert. Eine durchgreifende Verbesserung erfolgte gegen Ende des 17. Jahrhunderts durch Expeditionen Königlichen Akademie der Wissenschaften in Paris, nach damals schwer zugänglichen Orten im östlichen und südlichen Mittelmeerbecken und auf atlantische Inseln. Auf Karten treten allerdings die alten Werte, wahrscheinlich bedingt durch kommerzielle Überlegungen, noch lange auf. In Atlanten findet man im Textteil manchmal Hinweise, ab welchem Meridian die Längen gerechnet wurden. Diese Hinweise haben aber eher programmatischen Charakter und wurden meist nur in den Erdteil- oder Weltkarten realisiert. Die Regionalkarten, die in den meisten Atlanten aus unterschiedlichen Quellen übernommen wurden, zeigen oft mehrere davon abweichende Ausgangsmeridiane. Um eine Vergleichsbasis zu gewinnen, wurden daher aus über 3.000 Einzelwerten zahlreiche Längenverlaufskurven ab bekannten Ausgangsmeridianen ermittelt und graphisch dargestellt. Mit deren Hilfe konnte zahlreiche früher verwendeter Ausgangsmeridiane von Regionalkarten identifiziert werden. So konnte zum Beispiel auch der meist als "willkürlich" bezeichnete Ausgangsmeridian, der bei einer Rückrechnung ohne Berücksichtigung der Längenfehler zwischen den Inselgruppen der Kanaren und Kap Verden durch den offenen Atlantik verläuft, einwandfrei als der Meridian des Pico de Teide auf Teneriffa identifiziert werden. Um einen Überblick über die Entwicklung der Genauigkeit der Karten und Tabellen vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu erhalten wurde eine Fehlerkennzahl entwickelt. Es zeigte sich, daß die Verbesserungen nicht kontinuierlich, sondern in Stufen vor sich gingen und, daß es manchmal lange dauerte, bis sich die besseren Werte durchsetzten
The russian and the german military law system : A legal comparison
Die Arbeit vergleicht die russische und die deutsche Wehrrechtsordnung. Dabei berücksichtigt sie insbesondere das Auseinanderfallen von geschriebenem und gelebtem Recht in Russland. Die Arbeit stellt die Unterschiede der jeweiligen Wehrrechtsordnungen dar. Die russische Wehrrechtsordnung wird dabei erstmalig bezüglich der individualrechtlichen und staatsrechtlichen Fragestellungen umfassend beschrieben
Load and deformation behaviour of reinforced concrete surface structures under biaxial tension loading
Die Stahlbetonbauweise wird durch das komplexe Tragverhalten des Werkstoffes Stahlbeton geprägt. Dabei bilden die Aspekte Rissbildung und Verbundverhalten zwei wichtige Komponenten bei der rechnerischen Erfassung des Verformungsverhaltens. Ein Großteil der in bisherigen Normungen verwendeten Materialgesetze zur Berücksichtigung dieser Aspekte ist für einen einaxialen Beanspruchungszustand hergeleitet worden. Liegen aber mehraxiale Beanspruchungszustände vor, die sich auf die Materialansätze auswirken, kann die Vernachlässigung dieser Interaktionen zu einer Fehleinschätzung des Tragverhaltens führen. Dies betrifft vor allem die in den letzten Jahren in die Bemessungsnormen aufgenommenen nichtlinearen Berechnungsverfahren. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden die Auswirkungen von mehraxialen Beanspruchungszuständen auf das Trag- und Verformungs-Verhalten von Flächentragwerken aus Stahlbeton näher untersucht. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der gegenseitigen Beeinflussung von Zugbeanspruchungen in den Bewehrungsrichtungen. Zunächst werden bestehende Formulierungen von Bauteilen unter einaxialer Zugbeanspruchung vorgestellt und insbesondere ihre Anwendbarkeit unter Berücksichtigung von Querbewehrung überprüft. Die hierbei auftretende Rissbildung entlang der Querbewehrung interagiert mit einer Zugbeanspruchung in der zweiten Bewehrungsrichtung. Die aus der einaxialen Zugbeanspruchung gewonnenen Beziehungen werden auf diese zweiaxiale Zugbeanspruchung übertragen und sofern notwendig modifiziert. Nach der Aufstellung eines Berechnungsmodells zur Beschreibung des Tragverhaltens unter Berücksichtigung der vorhandenen Interaktionen und dessen Überprüfung an Bauteilversuchen, erfolgt eine Erweiterung des Berechnungsmodells auf eine zusätzliche Biegebeanspruchung mit ein- oder zweiachsiger Spannrichtung des Bauteils.The description of reinforced concrete structures is mainly influenced by complex behaviour of its material. Cracking and bond between steel and concrete are two important aspects in the numerical treatment of the load-carrying behaviour. Material laws used in the existing design codes were derived from uniaxial state of stress. Multiaxial states of stress can influence these material laws, so that neglecting these interacting effects can cause a false estimation of the structural behaviour. This has to be taken into account in the nonlinear analysis of rc-structures which is now allowed by the current design codes. Within the scope of this dissertation the effects of multiaxial state of stress on the carrying and deformation behaviour of rc-surface structures is examined. Main focus lies on the interacting effects of tension forces in the direction of reinforcement. Initially existing formulations for structural members subjected to uniaxial tension are presented and their applicability taking into account the influence of transverse reinforcement is examined. The crack formation along the reinforcement interacts with tension forces into this reinforcement direction. The formulations derived from the uniaxial state of stress are transferred to biaxial tensioned members and modified if necessary. After the development of a model to calculate rc-members under biaxial tension taking into account the different interacting effects, it is verified at test results of rc-members. This model is expanded for one- or two-way flexural members under additional biaxial tension forces
Legal basises of the humanitarian intervention in respect to the conflict in Kosovo
Die Arbeit befasst sich mit der Ermittlung der Rechtsgrundlagen der humanitären Intervention unter besonderer Berücksichtigung des Kosovo-Konflikts. Schwerpunkte sind die Erörterung der klassischen modernen humanitären Intervention im Rahmen von Kapital VII UN-Charta, von Kapitel VIII UN-Charta sowie Rechtsgrundlagen über eine Analogie zu aktuellem Völkerrecht. Vertiefend wird auf die Entwicklung der Menschenrechte und die Auswirkungen dieses neuen Menschenrechtsverständnisses auf das humanitäre Völkerrecht eingegangen. Die Arbeit schließt mit einer Analyse des derzeitigen Völkergewohnheitsrechts sowie der Zusammenstellung aktueller Tatbestandsvoraussetzungen der modernen humanitären Intervention
Strategic Planning of NATO : Influences, Contents, Implementation
Das Thema wird in vier, vom Autor festgelegten Planungszeiträumen behandelt. Es wird durch spezielle Teilbereiche ergänzt und verdichtet. Der erste Planungszeitraum 1945-1949 stellt als Ausgangslage zunächst die gravierenden Folgen des II. Weltkrieges dar. Sie waren vor allem Ursache für die tiefe Kriegsmüdigkeit im Westen, mit der eine überhastete tiefgreifende Demobilisierung einherging. Demgegenüber verbreiterte die SU expansiv ihren Machtbereich, schon 1949 erreichte der Kalte Krieg einen Höhepunkt. Die 1949 gegründete NATO begann sofort mit ihren ersten Verteidigungsplanungen in enger Abstützung auf die US-Warplans. Die Verteidigung Europas spielte dabei kaum eine Rolle. Der zweite Planungszeitraum 1950-1960 stand unter dem Zeichen der Verstetigung der Erstplanung und der Schaffunt konzeptioneller Grundlagen für die Folgeplanung (MC 14, DC 13, US-Dok. NSC 68). Damit bagann auch der Einstieg in die Strategie der Massiven Vergeltung, ihre Entwicklung und Anpassung in Europa (Ausformung vor allem in den Dok. MC 48, MC 14/1, MC 14/2 und MC 48/2). Schwerpunkt des dritten Planungszeitraumes 1961-1989 ist die Strategie der Flexiblen Antwort (MC 14/3, MC 48/3). Besondere Bedeutung kam der Ausgestaltung der Strategie in Mitteleuropa zu. Beispiele hierfür waren u.a. die Vorneverteidigung, Raumordnung und Zuständigkeiten auf dem Gefechtsfeld, das Verstärkungswesen, WHNS und FOFA. Das Prinzip der Abschreckung rief in den 70er Jahren zahlreiche Gegenstrategien auf den Plan. Der vierte Planungszeitraum 1990-2000 behandelt die Strategien von Rom 1991 und Washington 1999. Nach eingehender Darstellung und Beurteilung der neuen sicherheitspolitischen Lage werden die Schritte im politischen Bereich hin zu den Strategien und die Veränderungen im konventionellen und nuklearen Bereich aufgezeigt. Die Besonderheiten der Strategie von Rom (Fähigkeit zur Krisenbewältgung und Konfliktverhütung, neue Streikräftestrukturen, Rekonstitution sowie Neubestimmung der Rolle von nuklearen Waffen) werden ebenso dargestellt und bewertet wie ihre Umsetzung im strategisch-operativen (z.B. Gegenkonzentration), im strukturellen (z.B. multinationale Streitkräftestrukturen, Kommandostruktur, CJTF) und im Bereich des Verhältnisses zu den ehemaligen WP-Staaten (z.B. NAKR, PfP, Mittelmeerdialog, Erweiterung, Balkaneinsatz, Grundakte/Charta mir Rußland/Ukraine). Die Fortschreibung der Strategie von Washington 1999 mit den Umsetzungsmaßnahmen Membership Action Plan und der Defense Capabilities Initiative ist der zweite Schwerpunkt dieses Planungszeitraumes. Ein zusätzliches Kapitel (Kap. V) widmet sich den Besonderheiten der Nuklearstrategie von NATO und USA in Form einer Gegenüberstellung. Zusätzlich werden die politische Kontrolle, die nukleare Teilhabe und der Ersteinsatz untersucht. Das Kap. V schließt mit einer Darstellung der sowjetische-russischen Nuklearstrategie, der Gegenstrategie zur westlichen. Die strategischen Planungen werden schließlich durch die Maßnahmen der zivilen NATO-Verteidigung vervollständigt (Kap. VI). Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung, die die Konstanten der alten NATO-Planung darstellt und bewertet, sowie einem Ausblick auf die Herausforderungen an die künftige NATO-Planung
XML-basierte Sichtweise auf die einzelnen Phasen des Produktlebenszyklus von ambienten Beleuchtungssystemen
Ziel dieser Arbeit war es, eine XML-basierte Sichtweise auf die einzelnen Phasen des Produktlebenszyklus von ambienten Beleuchtungssystemen zu realisieren. Dies hat zu der Entwicklung des XML-Konverters geführt, der speziell für den Produktentwicklungsprozess von ambienten Beleuchtungssystemen entwickelt wurde. Ausgangspunkt waren die intelligente Datenbereitstellung, -aufbereitung, -weitergabe entlang des gesamten Produktlebenszyklus von ambienten Beleuchtungssystemen in einer gültigen XML-basierten Datenstruktur, die Organisation und Verwaltung der immensen Datenmengen, die in jeder Phase des Produktlebenszyklus von ambienten Beleuchtungssystemen auffallen, die Protokolle des Datenaustausches zwischen den Phasen des Produktlebenszyklus und für die verteilte Produktentwicklung, sowie die Automatisierung dieses Datenaustausches. Dieser Beitrag ist insbesondere wichtig, weil er der erste ist, der diese Thematik in ihrer Gesamtheit betrachtet, analysiert und behandelt. Er liefert eine konkrete Lösung der Problemstellung und somit stellt er die ersten Schritte in diese Thematik dar. Seit dem Anfang dieser Arbeit lag der Fokus immer auf der erweiterbaren Auszeichnungssprache XML, weil XML flexible Mechanismen für den Datenaustausch und die Aufbereitung von Inhalten für die unterschiedlichsten Zielmedien liefert und weil sie viele Potentiale zu versprechen scheint. Über die Trennung von Inhalt, Struktur und Erscheinungsbild gelingt es, im XML dies und mehr zu realisieren. Die Erweiterbarkeit von XML an bestehende Problemlösungen ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Weiterentwicklung und Verbreitung von den XML-Dokumentenstrukturen. Im Laufe dieser Arbeit wird u.a. ganz klar, dass XML die Zukunft insbesondere im Bereich des Daten- und Dokumentenaustausch und der Präsentation von Daten nach aktuellem Stand der Technik gehört. Der hier vorgestellte XML-Konverter ist erst ein Einstieg in die Thematik und stellt somit die erste Lösung dieser Problematik dar. Für die weitere Entwicklung des XML-Konverters ist eine Verbesserung der inkrementellen Verarbeitung denkbar
Aktive haptische Bedienelemente zur Interaktion mit Fahrerinformationssystemen
Die Arbeit befasst sich mit der optimierten Gestaltung der manuellen Bedieneinheit von Fahrerinformationssystemen. Die steigende Informationsdichte im heutigen Straßenverkehr resultiert zunehmend in einer starken Belastung des visuellen und auditiven Sinneskanals des Kraftfahrers. Es wurde versucht, durch die Verwendung eines in seinen haptischen Eigen-schaften frei programmierbaren, aktiven Joysticks als Multifunktionsbedienelement zusätzliche Information über den haptischen Sinneskanal zu übertragen. Dadurch soll die visuelle Ablenkung und die kognitive Beanspruchung bei Bedienung des Systems minimiert werden. Der Theorieteil beginnt mit der Einführung in die Begriffe amp;quot;Fahrer-Fahrzeug-Umwelt-Interaktionamp;quot;, amp;quot;Bedienelementamp;quot; und amp;quot;Fahrerinformationssystemamp;quot;. Anschließend werden grundlegende physiologische Aspekte der haptischen Wahrnehmung und der motorischen Fähigkeiten des Menschen besprochen. Analog werden die haptischen Eigenschaften von Bedien-elementen behandelt und ein Überblick über heutige Bedienelemente von Fahrerinformationssystemen sowie über relevante aktive haptische Bedienelemente gegeben. In der Arbeit wurde für den beschriebenen Joystick ein Bedien- und Anzeigekonzept für grundlegende Interaktionsaufgaben eines Navigationssystems wie Menüauswahl, Listenauswahl, Alphanumerische Eingabe und Zieleingabe über Karte entwickelt. In insgesamt sechs Probandenexperimenten wurden Bedien- und Anzeigevarianten im Hinblick auf Bedienperformanz und Ablenkungswirkung evaluiert und kontinuierlich optimiert. Die Experimente wurden im MMI-Fahrsimulator der Daimler Chrysler-Forschung sowie in einem Versuchsfahrzeug auf der Straße durchgeführt. Die gefundenen Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Große Betätigungskräfte und ein auf den Betätigungsweg bezogen später Druckpunkt unterstützen am besten die Erkennbarkeit einer erfolgten Betätigung durch Auslenken des Joysticks unabhängig von der Bedienrichtung. Der Vergleich des Joysticks mit einem aktiven haptischen Schiebesteller ergab, dass die Bedienart Schwenken unter Betrachtung der oben genannten Interaktionsaufgaben insgesamt besser geeignet ist für die Bedienung eines Fahrerinformationssystems. Für eine positionscodierte Alphanumerische Eingabe stellte sich die amp;quot;Qwertzamp;quot;-Anordnung der Buchstaben mit dem beschriebenen Bedienelement als am besten geeignet heraus. Die Bedienung des Navigationssystems mit einem Joystick mit variabler Haptik wurde mit der Bedienung mit einem Joystick mit konstanter Haptik in einem Simulator- und in einem Feldexperiment verglichen. Es ergaben sich keine signifikanten Vorteile, aber auch kein signifikanter Nachteil für variable Haptik. Demgegenüber schneidet variable Haptik bei subjektiven Bewertungen durchweg besser ab. Die Ergebnisse machen des Weiteren das Potenzial aktiver haptischer Bedienelemente zur Interaktion mit Fahrerinformations-systemen deutlich. So konnten bei zweidimensionalen Bedienaufgaben wie Zieleingabe über Karte oder Buchstabeneingabe signifikante Vorteile gegenüber dem passiven Be-dienelement festgestellt werden. Heutige technische Lösungen besitzen noch erhebliche Schwachstellen in der Qualität der erzeugten Haptik, z. B. bei der Simulation einer mechanischen Kulisse für Menüauswahlen. Zukünftige technologische Entwicklungen sollten daher die Qualität aktiver Haptik dahingehend verbessern. Dann erscheint es realistisch, dass die Vorteile frei programmierbarer Haptik überwiegen werden und dazu führen, dass aktive haptische Bedienelemente zur Interaktion mit Fahrerinformationssystemen - neben anderen möglichen Anwendungsbereichen im Fahrzeug - entwickelt und eingesetzt werden
Die Rolle von Schiedsverfahren im Verhandlungsprozess in der Gemeinsamen Selbstverwaltung in der gesetzlichen Gesundheitsversorgung Deutschlands
Innerhalb des Verhandlungsprozesses zwischen den Leistungserbringern und den gesetzlichen Krankenkassen ist das Schiedsverfahren eine bedeutende institutionelle Besonderheit, welche man in anderen Bereichen der Wirtschaft in dieser Form nicht vorfindet. Es handelt sich bei diesem Verfahren um eine Form der Vermittlung einer Vereinbarung zwischen den Beteiligten anstelle eines freiwillig abgeschlossenen Vertrages. In in den letzten Jahren wurde eine spürbare Abnahme der Fähigkeit der Organisationen der Gemeinsamen Selbstverwaltung beobachtet, über Vereinbarungen tragfähige Kompromisse zu erzielen. Allokationsrelevante Entscheidungen wurden in zunehmenden Maße auf Schiedsstellen und -ämter abgewälzt. In Anbetracht dieser Zunahme der Bedeutung dieser Schiedsstellen und der innerhalb des Gesundheitssektors umgesetzten Ressourcen stellt sich natürlich die Frage, welche Funktion diese Schiedsstellen im Verhandlungsprozess zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen wahrnehmen. Dieser Frage wird im Rahmen dieser Arbeit nachgegangen