publish.UP (Univ. Potsdam)
Not a member yet
61492 research outputs found
Sort by
Local government digitalization in Europe - A comparative analysis of German and Swedish municipalities
Die digitale Transformation stellt Kommunalverwaltungen weiterhin vor komplexe organisatorische und strategische Herausforderungen. Diese Arbeit untersucht, wie strategische Planungsaktivitäten im Kontext der Digitalisierung die organisationale Performance kommunaler Verwaltungen beeinflussen und ob dieser Zusammenhang über das Management finanzieller, personeller und struktureller Ressourcen vermittelt wird. Theoretische Grundlage bildet der Resource-Based View (RBV), der hilft zu erklären, welchen vermittelnden Einfluss interne Ressourcen und deren Management im Zusammenspiel von strategischer Steuerung und Performance haben können.
Empirisch basiert die Analyse auf Daten des internationalen DIGILOG-Projekts, welche unter anderem Kommunen aus Deutschland und Schweden umfassen. Mithilfe regressionsbasierter Mediationsmodelle wird geprüft, ob strategische Digitalisierungsaktivitäten direkt oder indirekt über das Ressourcenmanagement auf die wahrgenommene Performance wirken.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten direkten Zusammenhang zwischen strategischer Planung und Performance, während keine Hinweise auf eine statistisch belastbare Vermittlung über das Ressourcenmanagement gefunden werden konnten. Länderspezifische Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden bleiben darüber hinaus gering und inkonsistent.
Führungskräfte in Kommunalverwaltungen können aus den Ergebnissen ableiten, dass strategische Steuerung im Digitalisierungskontext grundsätzlich ein wesentlicher Ausgangspunkt für Leistungsverbesserungen sein kann, auch wenn deren Wirkung von unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen abhängen kann.The ongoing digital transformation continues to pose complex organizational and strategic challenges for local governments. This thesis examines how strategic planning activities in the context of digitalization affect the organizational performance of municipalities and whether this relationship is mediated by the management of financial, human, and structural resources. The study is theoretically grounded in the Resource-Based View (RBV), which helps to explain the potential mediating role of internal resources and their management in linking strategic steering with organizational performance.
Empirically, the analysis draws on data from the international DIGILOG project, which includes, among others, municipalities from Germany and Sweden. Using regression-based mediation models, the study tests whether strategic digitalization activities influence perceived performance directly or indirectly through resource management.
The findings reveal a significant direct relationship between strategic planning and performance, while no evidence was found for a statistically robust mediation effect through resource management. Furthermore, cross-country differences between Germany and Sweden are minor and inconsistent.
Leaders in local governments can take from these results that strategic steering in the context of digitalization can serve as an important starting point for improving performance, even though its effects may depend on varying institutional and contextual conditions
Metabolomics and ¹³C tracer analysis for probing transitions between autotrophy-like and heterotrophy-like metabolisms in Synechocystis sp. PCC6803
Potenziale und Herausforderungen einer Einführung des Faches Wirtschaft – Arbeit – Technik (WAT) an Berliner Gymnasien
Im Berliner Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2023 wurde ein deutliches bildungspolitisches Zeichen gesetzt: Das Unterrichtsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) soll(te) zukünftig auch an Berliner Gymnasien verpflichtend eingeführt werden. Bisher (Stand Mai 2025) sind jedoch keine bildungspolitischen Schritte zu einer Fächereinführung beobachtbar. Im Rahmen einer Masterarbeit, die Jonas Frenzel im Fach WAT an der Universität Potsdam geschrieben hat, untersuchte er die Potenziale und Herausforderungen einer Einführung des Faches auf Grundlage qualitativer Experteninterviews mit schulischen und wissenschaftlichen Akteur:innen aus Berlin. Wichtigste Erkenntnis der Arbeit: Die Integration des Faches WAT könnte nicht nur mehr Chancengleichheit schaffen, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung von Schüler:innen beitragen – mit dem Erwerb lebenspraktischer Kompetenzen, die bisher an Berliner Gymnasien häufig zu kurz kommen.The Berlin coalition agreement of 2023 sent a clear signal regarding education policy: the subject of economics, work and technology (WAT) is to be introduced as a compulsory subject in Berlin's grammar schools in the future. However, as of May 2025, no steps have been taken in education policy to introduce the subject. As part of a master's thesis written by Jonas Frenzel in the subject of WAT at the University of Potsdam, he examined the potential and challenges of introducing the subject based on qualitative expert interviews with school and academic stakeholders from Berlin. The most important finding of the thesis: The integration of WAT could not only create more equal opportunities, but also contribute to the personal development of students – with the acquisition of practical life skills that have often been neglected at Berlin grammar schools to date
Gemeinsam über die Therapie hinaus
Zur Podiumsdiskussion des 18. Herbsttreffens Patholinguistik wurden Gäste aus verschiedenen Selbsthilfegruppen eingeladen, die von ihren Erfahrungen in der Selbsthilfe berichteten und die Interaktion zwischen Selbsthilfe und Sprachtherapie beleuchteten. Sie betonten, dass Selbsthilfegruppen Netzwerke schaffen, motivierend sind und einen geschützten Rahmen für Übungen zwischen Therapie und Alltag ermöglichen. Gleichzeitig wurden Herausforderungen wie Gruppenleitung und Organisation, finanzielle Förderung und die Grenze zwischen Therapie und Selbsthilfe diskutiert.
Die Gäste wünschten sich von Sprachtherapeut:innen mehr Spezialisierung, Transparenz und Anerkennung der Erfahrungen von Betroffenen bzw. Angehörigen. Wichtig sei auch eine stärkere Vernetzung zwischen Selbsthilfe und Therapie, um Synergien zu nutzen und eine umfassende Versorgung zu ermöglichen
Children as actors in a competent system – how children can participate in quality development in early childcare
Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Rolle von Kindern in der Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen und im System der Frühpädagogischen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) in Deutschland. Kinder bringen sich als Akteure in der Qualitätsentwicklung in der Kita ein, aber auch weit darüber hinaus, wenn erwachsene Akteure im System diese Stimmen anerkennen und das notwendige Wissen bereitstellen. Die Forschungsfragen für diese Dissertation sind entsprechend: Wie nehmen Kinder Einfluss im System Kita? Wie können Kinder in Qualitätsentwicklungsprozessen in Kitas beteiligt werden? Welche Rolle spielen kindliche Sichtweisen im System Kita? Welche Rolle haben Erwachsene dabei?
In vier Artikeln wurden verschiedene Aspekte beleuchtet, die dazu beitragen, diese Fragestellung zu bearbeiten:
Artikel 1 „Children’s perspectives on quality in ECEC as a specific form of participation“ (Macha, Urban, et al., 2023) beschreibt die Wirkung der Erhebung von Kinderperspektiven auf Qualität in Kitas nach der Externen Evaluation.
Artikel 2 „Making it explicit – Sustained shared thinking dialogue as a way to explore children’s perspectives on quality in German early childhood education and care” (Macha et al., 2024) zeigt auf, wie die explizite Aussagen von Kindern zu Qualität von Kita erhoben werden können. Hierzu wird die QuaSi-Methode erweitert um Komponenten und Haltung des Sustained Shared Thinking.
Artikel 3 „(Mehr) Raum für Demokratie“ (Macha et al., 2025) beschreibt und ordnet die Erhebung von Kinderperspektiven in den demokratischen Diskurs ein und beschreibt damit die Grundausrichtung und das Ziel, warum überhaupt Kinder als Akteure ernst genommen werden sollten und wozu eine umfassende Beteiligung von Kindern auch an Qualitätsentwicklung dienen kann.
Artikel 4 „Children bring transformation to the system. Results from the KoSy project—Competent systems with the Situational Approach” (Macha & Claßen, 2025) beschreibt Ergebnisse aus dem Projekt KoSy, in dem Kinderperspektiven zu ihrer Sicht auf das System Kita erhoben wurden und das aus das Transformationspotential für Systeme sichtbar wurde.
Theoretische Bezugspunkte für alle vier Artikel sind Partizipation und Demokratie, vor allem auf das Lundy-Modell (Lundy, 2007) und Peter Moss (Moss, 2021). Laura Lundy macht in ihrem Modell deutlich, dass das Beteiligungsrechtrecht §12 der UN-Kinderrechtskonvention (United Nations, 1989) umfassend verstanden werden kann, wenn Kindern nicht ‚nur‘ eine Stimme gegeben wird, sondern dieser Prozess des Einbezugs der Kinder auch die Gestaltung eines Raumes, in dem Kinder sich äußern wollen und können, enthält. Ebenso braucht es auf der Ebene der Erwachsenen ein aktives Zuhören und Arbeiten mit den Perspektiven der Kinder, so dass diese erleben, dass sie Einfluss nehmen können (Lundy, 2007; Macha, Urban, et al., 2023). Peter Moss stellt drei Ebenen, auf denen Demokratie lebendig werden kann vor: Nationale, lokale und Kita-Ebene und entwickelt wie „meaning-making“-Prozesse und Aushandlungen genauso wie kritisches Hinterfragen der gesellschaftspolitischen Umstände und die Entwicklung von Visionen als Triebfeder für gelebte Demokratie und dadurch demokratische Bildung wirken können (Macha et al., 2025; Moss, 2021).
Als Klammer der gesamten Forschungsarbeit steht ebenfalls die Idee des kompetenten Systems (Urban & Macha, 2022; Urban, Vandenbroeck, Lazzari, Van Laere & Peeters, 2011; Urban, Vandenbroeck, Van Laere, Lazzari & Peeters, 2012) und die Perspektiven von Kindern und ihre Rolle als Akteure im System Kita. Die verschiedenen Artikel tragen zu einem besseren Verständnis dieses kompetenten Systems bei. Darauf aufbauend wurde ein Modell für ein kompetentes System entwickelt, welches sich aus der Akteurschaft der Kinder im System speist und ihre Perspektiven wesentlich zur Gestaltung des Systems und seinen inneren Prozessen beiträgt.
In den vier Artikeln und in der zusammenführenden Metaanalyse wurde mit der grounded theory-basierte Methode „Situational Analysis“ (Clarke, Friese & Washburn, 2017) gearbeitet. Sie ermöglichte, Phänomene, Aspekte und Diskurse miteinander in Verbindung zu bringen und so Erkenntnisse zu gewinnen, die mit anderen „klassischeren“ Methoden der qualitativen Forschung wohl nicht hätten entstehen können.
Die Metaanalyse der vier Artikel mithilfe der Situational Analysis bringt die verschiedenen relevanten Faktoren eines kompetenten Systems insbesondere mit der Anerkennung der kindlichen Agency und der Prämisse der Mehrperspektivität zusammen.
Das im Rahmen der Dissertation entwickelte KoSy-Modell sieht Kinder als gleichberechtigte und gleichwertige Akteure im System an und entwickelt von den Kindern ausgehend und unter Berücksichtigung der Aspekte, die Kinder als relevant benennen, Prozesse, Ziele oder Wertgrundlagen für ein kompetentes System.
Im Gegensatz zu den anderen Modellen von kompetenten Systemen zeigt sich in KoSy-Modell der Organisationsentwicklungsimpuls deutlich. Dieser bezieht sich zum einen auf die Grundhaltung im Situationsansatz und in der systemischen Sichtweise, Prozesse in den Blick zu nehmen und keine statischen Zustände zu beschreiben (Urban & Macha, 2022; Willke, 2006; Zimmer, 2006). Zum anderen bezieht er sich auf Wissen aus angrenzenden Disziplinen wie der Organisationstheorie und Organisationsentwicklung, die besonders hilfreich sind, wenn nicht mehr nur die Einheit Kita in den Blick genommen wird, sondern Trägerorganisationen in den Fokus rücken (Bergs-Winkels et al., 2023; Laloux, 2014).
Insgesamt tragen die vier Artikel, die im Rahmen dieser Dissertation entstanden sind, zur Diskussion um Agency von Kindern, der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention sowie zur Diskussion um Kinderperspektiven auf Qualität im System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bei. Sie zeigen auf, wie stark Kinder sich einbringen können und wollen, wenn sie gefragt werden und als relevant angesehen werden – und wenn sie die notwendigen Informationen erhalten, um auch systemische Sachverhalte einschätzen zu können. Dies stellt hier einen enormen Paradigmenwechsel dar, gehen doch viele Akteur*innen im System FBBE in Deutschland davon aus, dass für Kinder systemische Fragen zu komplex und kompliziert seien und deshalb nur von Erwachsenen bearbeitet werden könnten.. Dies konnte widerlegt werden. Durch eine dialogische Methode und echtes Interesse in der Verbindung von Sustained Shared Thinking und QuaSi (Macha et al., 2024) können Kinder sich umfassend einbringen, klar benennen, was sie relevant finden, wie es ihnen in ihren Kita-Systemen geht und welche Ideen sie haben, um etwas zu verändern. Dabei sind Kinder in der Lage, Perspektiven ihrer erwachsenen Bezugspersonen wahrzunehmen und damit umzugehen. Wenn die Kinder entsprechende Informationen bekommen und Zeit haben, die für das System relevanten Worte und ihre Bedeutung zu lernen (Macha & Claßen, 2025), können sie sich mit kreativen Ideen und viel Einfühlung in die Probleme im größeren System hineindenken und mitgestalten.
Die Dissertation trägt zu einer Stärkung der systemischen Sichtweise im Feld der FBBE bei. Mit dem besonderen Fokus auf das Innovationspotential der Kinderperspektiven werden neue Impulse und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar
Rezension zu: Miller, Paul Allen: Foucault’s seminars on antiquity : learning to speak the truth. - London: Bloomsbury Academic, 2022. - 232 p. - ISBN: 978-1-4742-7866-9
Pflanzenzusammensetzung und Refugien in hohen Breiten als Reaktion auf glazial-interglaziale Zyklen des späten Quartärs: Nachweise aus sedimentärer alter DNA und Modellierung der Artverbreitung
The spatio-temporal dynamics of species assemblages and their underlying determinants in changing environments are key focuses in Quaternary paleoecology. Milankovitch climate oscillations are considered as a common cause for large-scale shifts in the size and range of high-latitude species’ geographical distribution and biodiversity. The intensity of each glacial-interglacial cycle was further amplified since the mid-Pleistocene transition, resulting in temperature fluctuations of even more than 5–10°C in high latitudes. Even so, some northern refugia can still harbour and accumulate species under reversed climatic conditions and facilitate post-glacial/interglacial recolonization. Accordingly, investigating the ecological processes of plant assembly and the role of potential refugia under different glacial-interglacial cycle strengths of the Late Quaternary is important for understanding present-day boreal-Arctic vegetation patterns and assessing ecosystem stability and conservation efforts in the face of ongoing climate warming. Over the last two decades, sedimentary ancient DNA (sedaDNA) has shown great potential for uncovering past plant community composition at a high taxonomic resolution, but its further application is still limited by insufficient taphonomic studies, particularly regarding DNA preservation. In addition, continuous and high-resolution paleoecological records spanning at least one complete climatic cycle (i.e., marine isotope stage [MIS] 5 to MIS 1) are very scarce in high latitudes. Hence, species distribution modelling could serve as a good complementary tool for a conceptual understanding of vegetation dynamics on glacial-interglacial timescales.
The overall objective of this thesis is to reveal changes in plant assemblages and refugia in the unglaciated Siberia and Alaska throughout the glacial and interglacial stages of the Late Quaternary by applying a combination of sedaDNA and species distribution modelling approaches. The first study aims to improve the understanding of the taphonomic processes of lake sedimentary (ancient) DNA by reviewing previous studies and exploring the relationship between plant DNA preservation and various environmental variables. Plant DNA metabarcoding data of 219 lake surface sediments from Russia and China were used in this study. The results show that lake water chemical characteristics, that is, electrical conductivity and pH, are the key variables to affect the preservation of sedimentary plant DNA. Future sedaDNA studies could preferentially select deep lakes characterized by suitable hydrochemical conditions (intermediate electrical conductivities [100–500 µS cm-1] and neutral to slightly alkaline pH [7–9]), clay mineral-rich and fine sediments, and catchments with well-developed hydrographical networks, high erosion rates, and diverse plant taxa.
The second study aims to understand changes in high-latitude plant community composition during the last glacial-to-interglacial cycle based on sedaDNA records. According to the conclusions of the first study, plant DNA metabarcoding data from 10 lake sediment cores in Siberia and Alaska, covering the last 24 thousand years, were pre-evaluated and compiled in this study. In general, all lakes show that the dominance of tundra-steppe taxa (e.g., Dryas, Papaver, Saxifraga) has gradually been replaced by tree and shrub taxa (e.g., Alnus, Betula, Larix), but they exhibit different temporal rates and amplitudes of vegetation turnover. Southern lakes reflect earlier and smaller shifts from cold- to warm-adapted taxa than northern lakes, except for Lakes Salmon (Seward Peninsula, Alaska) and Levinson Lessing (Taymyr Peninsula, Siberia). Findings from Lake Ulu in the Oymyakon region show that, even in one of the coldest areas of the Northern Hemisphere, such plant compositional shift is mainly driven by summer (not winter) warming. Moreover, local refugia can effectively contribute to the early postglacial expansion of warm-adapted taxa in the catchment of Lake Ulu.
The third aim is to systematically understand how high-latitude plant communities assembled under varying glacial-interglacial cycle strengths during the Late Quaternary. A modelling framework based on the MaxEnt model was developed to quantify the relative importance of three mechanisms to plant assembly in each timeslice: (i) stay in situ; (ii) migration from refugia; (iii) extirpation or persistence under unsuitable climatic conditions. The modelling results have been validated by the sedaDNA dataset described in the second study. Findings suggest that glacial intensity has a crucial legacy on the plant assemblages of the subsequent interglacial stage. Interglacial vegetation-climate disequilibrium is mainly attributed to the preceding strong (cold) glacial climate, which results in a large geographical distance from glacial refugia. Furthermore, the remarkable difference in modern dispersal capacities between cold- and warm-adapted taxa may be shaped by distinct dispersal requirements during glacial-interglacial cycles. Three mountain ranges and the Bering Strait region have been identified as high-priority refugia that deserve further conservation efforts. However, their stability is highly sensitive to the amplitude of summer temperature variations, indicating that their sustainability is likely threatened by accelerating Arctic warming, especially in western Alaska. Additionally, we propose that the current high plant diversity in the Bering Strait region may be a result of recent glacial-interglacial cycles since MIS 5.
Within this thesis, I give an overview of plant assembly processes and potential refugia locations in the northern high-latitude regions across Late Quaternary glacial-interglacial cycles. These findings provide important insights and recommendations for future ecological protection under the current climate warming.Die räumlich-zeitlichen Dynamiken von Pflanzengemeinschaften und ihre zugrunde liegenden Determinanten in sich verändernden Umweltbedingungen sind zentrale Themen der quartären Paläoökologie. Milankovitch-Klimaoszillationen werden als häufige Ursache für großflächige Verschiebungen in der Größe und der Reichweite der geographischen Verbreitung sowie der Biodiversität von Arten in hohen Breitengraden angesehen. Die Intensität jedes glazial-interglazialen Zyklus wurde seit dem Übergang zum Mittelpleistozän weiter verstärkt, was zu Temperaturfluktuationen von mehr als 5–10°C in hohen Breiten führte. Dennoch können einige nördliche Refugien auch unter umgekehrten Klimabedingungen noch Arten beherbergen und ansammeln und die postglaziale/interglaziale Re-Kolonisierung begünstigen. Demnach ist die Untersuchung der ökologischen Prozesse der Pflanzengemeinschaften und der Rolle potenzieller Refugien unter den unterschiedlichen Intensitäten der glazial-interglazialen Zyklen des späten Quartärs wichtig für das Verständnis der heutigen boreal-arktischen Vegetationsmuster und die Bewertung der Stabilität von Ökosystemen sowie von Schutzmaßnahmen im Angesicht der fortschreitenden Klimaerwärmung. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich sedimentäre alte DNA (sedaDNA) als vielversprechendes Mittel erwiesen, um die Zusammensetzung vergangener Pflanzengemeinschaften in hoher taxonomischer Auflösung zu entschlüsseln. Ihre weitere Anwendung ist jedoch noch durch unzureichende taphonomische Studien, insbesondere im Hinblick auf die DNA-Erhaltung, begrenzt. Zudem sind kontinuierliche und hochauflösende paläoökologische Aufzeichnungen, die mindestens einen vollständigen Klimazyklus (d.h. marine Isotopenstufe [MIS] 5 bis MIS 1) abdecken, in hohen Breiten sehr selten. Daher könnte die Modellierung der Artenverbreitung als ergänzendes Werkzeug für ein konzeptionelles Verständnis der Vegetationsdynamik im glazial-interglazialen Maßstab dienen.
Das übergeordnete Ziel dieser Dissertation ist es, Veränderungen in Pflanzengemeinschaften und Refugien im nicht vergletscherten Sibirien und Alaska während der glazialen und interglazialen Phasen des späten Quartärs zu enthüllen, indem eine Kombination aus sedaDNA- und Artenverbreitungsmodellierungsansätzen angewendet wird. Die erste Studie zielt darauf ab, das Verständnis der taphonomischen Prozesse der (alten) DNA in Seesedimenten zu verbessern, indem frühere Studien überprüft und die Beziehung zwischen der Erhaltung von Pflanzen-DNA und verschiedenen Umweltvariablen untersucht wird. In dieser Studie wurden Metabarcoding-Daten zu Pflanzen-DNA von 219 Seesedimentproben aus Russland und China verwendet. Die Ergebnisse zeigen, dass die chemischen Eigenschaften des Seewassers, d.h. die elektrische Leitfähigkeit und der pH-Wert, die Schlüsselfaktoren sind, die die Erhaltung von sedimentärer Pflanzen-DNA beeinflussen. Zukünftige sedaDNA-Studien könnten bevorzugt tiefe Seen mit geeigneten hydrochemischen Bedingungen (mittlere elektrische Leitfähigkeiten [100–500 µS cm-1] und neutraler bis leicht alkalischer pH-Wert [7–9]), tonmineralreiche und feine Sedimente sowie Einzugsgebiete mit gut entwickelten hydrografischen Netzwerken, hohen Erosionsraten und vielfältigen Pflanzentaxa auswählen.
Die zweite Studie zielt darauf ab, Veränderungen in der Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaften in hohen Breitengraden während des letzten glazial-interglazialen Zyklus auf der Grundlage von sedaDNA-Aufzeichnungen zu verstehen. Entsprechend den Ergebnissen der ersten Studie wurden Metabarcoding-Daten von Pflanzen-DNA von 10 Seesedimentkernen in Sibirien und Alaska, die die letzten 24.000 Jahre abdecken, in dieser Studie vorab bewertet und zusammengefasst. Im Allgemeinen zeigen alle Seen, dass die Dominanz von Tundra-Steppe-Taxa (z.B. Dryas, Papaver, Saxifraga) allmählich durch Baum- und Strauchtaxa (z.B. Alnus, Betula, Larix) ersetzt wurde, aber sie zeigen unterschiedliche zeitliche Raten und Amplituden des Vegetationswandels. Südsibirische Seen spiegeln frühere und kleinere Verschiebungen von Kälte- zu Wärme-angepassten Taxa wider als nördliche Seen, mit Ausnahme des Lake Salmon (Seward-Halbinsel, Alaska) und Levinson Lessing (Taymyr-Halbinsel, Sibirien). Ergebnisse aus dem Lake Ulu in der Oymyakon-Region zeigen, dass selbst in einer der kältesten Regionen der Nordhalbkugel ein solcher Wechsel in der Pflanzenzusammensetzung hauptsächlich durch Erwärmung im Sommer (nicht Winter) angetrieben wird. Darüber hinaus können lokale Refugien effektiv zur frühen postglazialen Expansion von Wärme-angepassten Taxa im Einzugsgebiet des Lake Ulu beitragen.
Das dritte Ziel ist es, systematisch zu verstehen, wie Pflanzengemeinschaften in hohen Breitengraden während des späten Quartärs unter verschiedenen Stärken der glazial-interglazialen Zyklen zusammengesetzt waren. Ein Modellierungsansatz basierend auf dem MaxEnt-Modell wurde entwickelt, um die relative Bedeutung von drei Mechanismen für die Pflanzengemeinschaft in jeder Zeiteinheit zu quantifizieren: (i) Verbleib vor Ort; (ii) Migration von Refugien; (iii) lokales Aussterben oder Persistenz unter ungünstigen Klimabedingungen. Die Modellierungsergebnisse wurden durch das in der zweiten Studie beschriebene sedaDNA-Datenset validiert. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Intensität der glazialen Phase einen entscheidenden Einfluss auf die Pflanzengemeinschaften der nachfolgenden interglazialen Phase hinterlässt. Das vegetations-klimatische Ungleichgewicht in Interglazialen ist hauptsächlich dem vorhergehenden starken (kalten) glazialen Klima zuzuschreiben, was zu einer großen geographischen Distanz zu den glazialen Refugien führt. Darüber hinaus könnte der bemerkenswerte Unterschied in den modernen Ausbreitungskapazitäten zwischen Kälte- und Wärme-angepassten Taxa durch unterschiedliche Ausbreitungsanforderungen während glazial-interglazialer Zyklen geprägt sein. Drei Gebirgsketten und die Beringstraße wurden als Refugien identifiziert, die eine hohe Priorität für zukünftige Schutzmaßnahmen verdienen. Ihre Stabilität ist jedoch hochsensibel gegenüber der Amplitude der Temperaturschwankungen im Sommer, was darauf hindeutet, dass ihre Nachhaltigkeit durch die beschleunigte Erwärmung der Arktis bedroht sein könnte, insbesondere im Westen Alaskas. Darüber hinaus schlagen wir vor, dass die derzeitige hohe Pflanzendiversität in der Beringstraße das Ergebnis der jüngsten glazial-interglazialen Zyklen seit MIS 5 sein könnte.
In dieser Dissertation gebe ich einen Überblick über die Prozesse der Pflanzengemeinschaft und potenzielle Refugien in den nördlichen hohen Breitengraden während der glazial-interglazialen Zyklen des späten Quartärs. Diese Ergebnisse liefern wichtige Einblicke und Empfehlungen für zukünftige ökologische Schutzmaßnahmen im Angesicht der aktuellen Klimaerwärmung
The Future of Negotiation: Adapting to a New Era of Communication
The emergence of chatbots and advanced artificial intelligence is fundamentally reshaping the ways in which we communicate. Beyond mere communication, these technologies are redefining the very nature of negotiation and the strategies employed by companies for whom negotiation is central to success. This book responds to the growing scholary and practical interest in the intersection of communication, negotiation, and chatbot technology by proposing a comprehensive analytical framework. Drawing on a series of empirical studies, it adresses key questions concerning the dynamics of communication and lamguage, as well as the specific functions and implications of chatbots in negotiation contexts. The findings offer critical insights into how linguistic and communicative factors shape negotiation processes, and they outline essential considerations for the design and implementation of chatbots aimed at achieving optimal negotiation outcomes
Lasergetriebene Elektronendynamik mit Hilfe der Konfigurations-Interaktionsmethode
The dynamics of electrons is inseparably interlinked with electronic properties of molecules. These can be probed by a laser. The response to the laser field is determined, in first order, by electronic dipoles, and in higher order, more sensitively, by polarizabilities giving rise to High-Harmonic Generation (HHG) for high-intensity pulses. HHG creates frequency combs of light, due to ionization, (de)acceleration and recombination of an electron by the incoming laser field, described in Corkum’s three step model. In this PhD thesis, we investigate the electron dynamics of atoms and small molecules via HHG with the Time-Dependent Configuration Interaction method (TD-CI).
For this, we address three major topics. In the first part, we compare the ionization models, necessary to describe for the high-energy electron motion. Often, ionization as modelled with an assumed lifetime attributed to a molecular orbital, dependent on its energy and some heuristic parameter. We also introduce an ab initio model, which derives the ionization rate from its energy, but also from the molecular orbitals’ shape, without relying on any heuristic parameters.
The second part examines HHG in a cavity, modelled by a Pauli-Fierz Hamiltonian for a one-electron model and for a molecule. Due to an excitation of photonic states in the cavity, we see an energy transfer, resulting in reduced HHG intensity and a lower cutoff energy.
In the end, we capture the HHG process as coupled nuclear-electron dynamics. There, we see different effects for short and long pulses, compared with the time scale of nuclear motion. The observed effects (the disappearance of electronic resonances, isotope-dependent energy shifts in the HHG signals, a break of symmetry selection rules, as well as vibronic side bands to HHG signals) can be clearly traced back to nuclear dynamics, and is not describable with the usual fixed-nuclei approximation. Also, we present schemes to model simplified potential energy surfaces for nuclear-electron dynamics, expandable to larger, more complex systems.Die Dynamik von Elektronen ist untrennbar mit elektronischen Eigenschaften von Molekülen verbunden. Diese können durch einen Laser untersucht werden. Entsprechend ist die Antwort auf das Laserfeld in erster Ordnung abhängig vom elektrischen Dipol, und in höheren Ordnungen, zunehmend sensibler abhängig von Polarisierbarkeiten, welche sich in High-Harmonic Generation (HHG) für hochintensive Pulse widerspiegeln. HHG erzeugt Licht-Frequenzkämme, aufgrund von Ionisation, Beschleunigung und Rekombination eines Elektrons, beschrieben in Corkums Dreischritt-Modell. In dieser Doktorarbeit untersuchen wir die Elektronendynamik von Atomen und von kleinen Molekülen mit der zeitabhängigen Konfigurationsinteraktionsmethode (TD-CI) am Beispiel von HHG.
Dabei behandeln wir drei große Themengebiete. Im ersten Teil dieser Arbeit vergleichen wir die Ionisationsmodelle, die nötig sind um die hochenergetische Elektronenbewegung zu beschreiben. Oft wird Ionisation mittels einer angenommenen Lebensdauer in einem Molekülorbital, abhängig von dessen Energie und einem heuristischen Parameter, behandelt. Wir führen auch ein ab initio Modell ein, welches die Ionisationsrate sowohl von der Energie, als auch der Form des Molekülorbitals herleitet, unabhängig von heuristischen Parametern.
Der zweite Teil untersucht HHG innerhalb einer Cavität, modeliert mittels eines Pauli-Fierz Hamiltonians für ein Einelektronenmodell und für ein Molekül. Aufgrund der Anregung von photonischen Zuständen in der Cavität sehen wir einen Energietransfer, welcher zu geminderten HHG Intensitäten und einer niedrigeren cutoff -Energie führt.
Zum Schluss erfassen wir den HHG Prozess als gekoppelte Kern-Elektronbewegung. Dabei sehen wir verschiedene Effekte für kurze und lange Pulse, verglichen mit der Zeitskala der Kernbewegung. Die beobachteten Effekte (Verschwinden elektronischer Resonanzen, istopenabhängige Energieverschiebungen im HHG, Bruch der Symmetrieauswahlregeln, sowie vibronische Seitenbanden zu HHG Signalen) sind dabei eindeutig auf die Kernbewegung zurückzuführen und in Modellen fester Kerne nicht zu beschreiben. Auch stellen wir Methoden zur einfachen Modellierung von Potentialenergieflächen für die Kern-Elektrondynamik vor, welche auf größere und komplexere Systeme übertragen werden können