Osnabrück University

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    Der Illness Perception Questionnaire (IPQ-R) für die berufsdermatologische Rehabilitation

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    Der Illness Perception Questionnaire (IPQ-R) für die berufsdermatologische Rehabilitation Ludewig, Michaela1-2; Wilke, Annika1-2; Meyer, Julia2; John, Swen Malte1-2; Rocholl, Marc1-2 1 Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB), Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück 2 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück Hintergrund und Zielstellung: Subjektive Krankheitstheorien (z. B. über die Behandlungsmöglichkeiten einer Erkrankung) können den Umgang (z. B. das gewählte Bewältigungsverhalten) mit der Hauterkrankung maßgeblich beeinflussen. Das Common Sense Modell der Selbstregulation (CSM) ist ein theoretisches Modell, um diese auf kognitiver und emotionaler Ebene ablaufenden Selbstregulationsprozesse zu erklären (Ludewig et al., 2023). Patient*innen in der Berufsdermatologie nehmen ihre Hauterkrankung häufig als erhebliche Belastung wahr (z. B. im Hinblick auf die Ausprägung der Symptome und den chronischen Erkrankungsverlauf), die sich in verschiedenen Dimensionen des CSM zeigt (Rocholl et al., 2023). Zielstellung der vorliegenden Untersuchung waren sowohl die Modifikation des ‚Illness Perception Questionnaire‘ (IPQ-R) für die berufsdermatologische Rehabilitation als auch die psychometrische Prüfung des modifizierten Instruments. Methodik: Zu Beginn erfolgte die Modifikation des Instruments auf Basis der einschlägigen Literatur, einer Patientenbefragung in gesundheitspsychologischen Patientenseminaren und Expertengesprächen für das Anwendungsfeld der Berufsdermatologie, da die Autor*innen des IPQ-R (Moss-Morris et al., 2002) empfehlen, den als generisch entwickelten Fragebogen an den jeweiligen Forschungskontext anzupassen. Anschließend nahmen 254 Rehabilitand*innen am ersten Tag der Rehabilitationsmaßnahme im Zeitraum von Juni 2020 bis Mai 2021 an einer Querschnittserhebung am Studienstandort teil. Die Datenanalyse erfolgte unter Verwendung des Statistikprogramms IBM SPSS Version 26. Ein exploratives Vorgehen wurde gewählt, da diese Modifikation des Instruments erstmalig geprüft wurde. Ergebnisse: Insgesamt konnten nach Analyse der fehlenden Werte die Datensätze von 228 Patient*innen eingeschlossen werden (Alter: M=48,2 Jahre; SD=12,0; 53,9% weiblich). Die patientenseitige Akzeptanz des Fragenbogens war hoch (Response Rate: 87,3%; Ausfüllrate zwischen 92,5% und 98,4%, N=254). Der IPQ-R für die Berufsdermatologie besteht im Bereich der Krankheitsannahmen aus 29 Items, die sieben Faktoren abbilden (Kohärenz, Emotionale Repräsentationen, Konsequenzen: Auswirkungen auf die Gestaltung des eigenen Lebens, Konsequenzen: Finanzielle und soziale Folgen, Behandlungskontrolle, Persönliche Kontrolle und Zeitverlauf). Sechs dieser Skalen weisen akzeptable bis gute Reliabilitätswerte (Cronbachs α 0,72 – 0,84) auf; für eine Skala (Zeitverlauf) liegt die interne Konsistenz bei Cronbachs α=0,66. Eine separate Analyse der Ursachen führte zu acht Faktoren (psychische Ursachen, Ursachen außerhalb der Arbeit, Hautreinigungs- und Hautschutzmaßnahmen, verhaltensbezogene Risikofaktoren, Ursachen bei der Arbeit, weitere Risikofaktoren, Immunität und klimatische Einflüsse) mit insgesamt 30 Items. Fünf der acht Skalen besitzen eine akzeptable bis gute interne Konsistenz (Cronbachs α=0,71 – 0,83), drei Skala (verhaltensbezogene Risikofaktoren, weitere Risikofaktoren, Externe, nicht durch die Person beeinflussbare Faktoren) liegen unter dem akzeptablen Bereich (Cronbachs α=0,63 - 0,66). Diskussion und Fazit: Um eine Veränderung von Gesundheits- bzw. Bewältigungsverhalten bei Patient*innen zu unterstützen sowie die Entwicklung kohärenter Krankheitstheorien zu ermöglichen, gilt es psychische und soziale Faktoren zu berücksichtigen und adäquat in Interventionen während einer Rehabilitationsmaßnahme zu adressieren. Mithilfe des vorliegenden Fragebogens können subjektive Krankheitsannahmen im Anwendungsfeld erfasst werden. Als Abweichung zum Originalmodell sollte bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden, dass der Faktor „Zyklisches Auftreten“ in diesem Anwendungsfeld nicht repliziert werden konnte. Zudem ergeben sich im Bereich der Konsequenzen zwei Faktoren mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten: Einerseits zeigen sich Auswirkungen auf die Gestaltung des eigenen Lebens, andererseits werden soziale und finanzielle Konsequenzen sichtbar. Dies ist nicht zuletzt auf die Ergänzung zusätzlicher Items in diesem Instrument zurückzuführen. Take-Home-Message: Die faktorielle Struktur dieser modifizierten Version des IPQ-R wurde erstmalig exploratorisch geprüft. Unter Berücksichtigung der beschriebenen Abweichungen vom Originalmodell ist ein Instrument verfügbar, das im Rahmen einer Studie mit hoher Ausfüllrate sowie sehr guter Response Rate entwickelt wurde. Literatur: Ludewig, M.; Wilke, A.; Meyer, J.; John, S.M.; Rocholl, M. (2023). Modifikation und psychometrische Überprüfung des deutschsprachigen Illness Perception Questionnaire (IPQ-R) in der berufsdermatologischen Rehabilitation. Unveröffentlichtes Manuskript. Moss-Morris R, Weinman J, Petrie K, et al. The Revised Illness Perception Questionnaire (IPQ-R). Psychology & Health 2002; 17: 1-16. doi:10.1080/08870440290001494 Rocholl, M.; Wilke, A.; Meyer, J.; John, S.M.; Ludewig, M. (2023). Illness perceptions of patients with occupational skin diseases in a healthcare centre for tertiary prevention: a cross-sectional study. Epub ahead of print. doi.org/10.3390/ijerph20095652. Förderung: Diese Arbeit ist Teil der durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) geförderten Studie „SubjeKt: Mixed-Methods-Studie zur Erfassung subjektiver Krankheitstheorien von Patientinnen und Patienten mit berufsbedingten Handekzemen für die Schulungs- und Beratungspraxis“

    Entwurf eines evolutionären Prototyping-Prozesses zur Transformation der digitalen Hochschullehre

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    Bedingt durch die COVID-19 Pandemie kam es 2020 in Deutschland zu einem ad hoc Wandel der Lehr- und Lernformate an Hochschulen. Bisher in Präsenz abgehaltene Lehr- und Lernformate mussten innerhalb kürzester Zeit digital transformiert werden, sodass diese den neuen Anforderungen der digitalen Lehre gerecht wurden. Diese Veränderungen führten sowohl bei Lehrenden als auch bei den Studierenden zu völlig neuen Belastungsfaktoren. Die nachfolgende Dissertation verfolgt die Zielsetzung, einen agilen Entwicklungsprozess aufzuzeigen, bei dem die sich wandelnden Anforderungen sowohl Top-Down als auch Button-Up mit einbezogen werden, um die digitale Lehre evolutionär weiterzuentwickeln. Innerhalb des Entwicklungsprozesses werden die Zuständigkeiten der jeweiligen Stakeholder definiert, die neuen Anforderungen an die digitale Lehre identifiziert und daraus Handlungsmaßnahmen abgeleitet. Darauf aufbauend erfolgt eine Erfolgsmessung (Validierung) der umgesetzten Maßnahmen. Aufgrund der interdisziplinären Forschung wurden zur Einteilung der Einzelbeiträge die Sichtweisen der Sozialwissenschaft bzw. Psychologie und der Wirtschaftsinformatik vereint, um mithilfe der einzelnen Klassifikationskriterien eine sinnvolle und möglichst detaillierte Einteilung der elf Beiträge vorzunehmen. Die Dissertation liefert wichtige Erkenntnisse über die neuen Herausforderungen in der digitalen Lehre, Möglichkeiten der agilen Entwicklung von Lehr- und Lernformaten und innovative Ansätze zur Untersuchung der Belastungs- und Beanspruchungsfaktoren von Studierenden im digitalen Semester

    Morphosyntactic and Discourse-Functional Properties of Subjects and Subject Pronouns – Italian and Spanish in Contrast

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    Diese Arbeit beschäftigt sich mit Subjekten und Subjektpronomen, insbesondere in den romanischen Nullsubjektsprachen Italienisch und Spanisch – Sprachen also, in denen das Subjekt ausgelassen werden kann. Subjekte weisen eine Vielzahl an möglichen Eigenschaften auf, wodurch eine allgemeinumfassende Definition erschwert wird (cf. Svenonius 2002): In den germanischen und romanischen Sprachen sind sowohl die syntaktische Position als auch die semantische Interpretation der Subjekte variabel; Subjekte stellen häufig das Topik des Satzes dar und können unter gewissen Umständen im Satz ausgelassen werden. Allen Subjekten mit Argumentstatus ist gemein, dass sie beim Verb Kongruenzmerkmale auslösen. In dieser Arbeit werden Subjekte daher als das Element im Satz definiert, das mit den Person-Numerus-Merkmalen am Verb übereinstimmt. Da Subjekt-Verb-Kongruenz von der Position des Subjekts unabhängig ist (z.B. ital. È arrivato Pietro / spa. Llegó Pedro ‘Peter ist angekommen’), argumentiere ich dafür, die generative Annahme, nach welcher der Spezifizierer der Tempusphrase, i.e., SpecTP, eine reine Subjektposition sei, abzulehnen. Da Tempus eine deiktische Kategorie ist, schlage ich vor, dass SpecTP eine Verbindung zum Deiktischen Zentrum knüpft und bereits im Diskurs bekannte Subjekte oder ein (möglicherweise covertes; Pinto 1997) Element zur Verankerung der zeitlich-temporalen Eigenschaften des Satzes beherbergt. Die grammatischen Merkmale an Subjekt und Verb spielen in dieser Arbeit eine zentrale Rolle. Ich vertrete die Annahme, dass morpho-syntaktische Merkmale (Person, Numerus & Genus) privativ sind: ein Merkmal ist entweder vorhanden oder abwesend. Gemäß der von Harley & Ritter (2002) vorgeschlagenen privativen Merkmalsanalyse sind nur Sprecher und Adressat, also die erste und zweite Person, morphologisch markiert, wohingegen die sogenannte dritte Person kein eigenständiges Merkmal ist, sondern auf verschiedene andere Merkmale, z.B. Genus und Numerus, verteilt wird. Dieses hat Auswirkungen auf die Interpretation von italienischen und spanischen Nullsubjekten (Rizzi 1986): nur die Merkmale der ersten und zweiten Person können am Verb abgelesen werden und das Nullsubjekt wird entsprechend interpretiert. In Kontexten der dritten Person sind beim Verb keine Merkmale zur Identifikation des Nullsubjekts vorhanden (so besteht etwa die italienische oder spanische Verbalendung im Präsens Indikativ lediglich aus einem Themavokal, z.B. ita./span. canta ‘er/sie/es singt’). Daher sind andere Strategien zur Interpretation pronominaler Subjekte, insbesondere von Nullsubjekten, erforderlich. Eine mögliche Strategie ist die Verbindung zum Topik in der Spezifiziererposition der Tempusphrase (siehe (ii) weiter unten). Obwohl Italienisch und Spanisch die gleichen parametrischen Eigenschaften aufweisen (beide sind Nullsubjektsprachen), lassen sich unerwartete syntaktische und diskursive Unterschiede in Bezug auf Subjekte und Subjektpronomen feststellen. Erstens, in Sätzen mit transitiven Verben sind lexikalische Subjekte im Italienischen stark auf die präverbale Position beschränkt (SVO: Pietro mangia un gelato. ‘Peter isst ein Eis.’). Wird das Subjekt in einem Deklarativsatz zwischen Verb und (indirektem) Objekt eingebettet (VSO: ? Mangia Pietro un gelato.), so gilt dieses als stark markiert, und die Position ist für manche Sprecher nur möglich, wenn das Subjekt mit Kontrastivem Fokus versehen wird (Mangia [Foc Pietro] un gelato.). Im Spanischen können lexikalische Subjekte in transitiven Konstruktionen sowohl präverbal, als auch eingebettet zwischen Verb und Objekt stehen (SVO: Pedro come un helado. VSO: Come Pedro un helado.), ohne dass sich der semantische Gehalt des Satzes ändert (Sheehan 2007, Leonetti 2017). Der VSO-Abfolge kann außerdem noch eine Konstituente XP vorangehen (XPVSO: En este bar escribió Max su primera novela. ‘In dieser Bar schrieb Max seine erste Novelle.’). Darüber hinaus zeigen sich syntaktische Unterschiede in der Fokussierung. Im Spanischen muss das flektierte Verb unmittelbar auf die fokussierte Konstituente folgen (LAS ESPINACAS trajo Pedro. ‘DEN SPINAT hat Peter gekauft.’ (Zubizarreta 1998)), während im Italienischen zwischen fokussierter Konstituente und flektiertem Verb noch mindestens eine Konstituente stehen kann (QUESTO Gianni ti dirà. ‘DIESES wird dir Johann sagen.’ (Zubizarreta 1998)). Zweitens, bei den italienischen Subjektpronomen richtet sich die Wahl des Antezedens stark nach dessen grammatischer Funktion: Für Nullsubjekte, die generell einen hohen Grad der Zugänglichkeit aufweisen (Ariel 1990), ist das Subjekt das präferierte Antezedens; bei overten Subjektpronomen ist es ein Objekt. Spanische Subjektpronomen hingegen sind in der Wahl ihres Antezedenten variabler, und dessen grammatische Funktion ist weniger relevant: So können Nullsubjekte auf vorangegangene Objekte verweisen, und overte Subjektpronomina können Subjekte als Antezedens nehmen (Leonetti-Escandell et al. 2019). Nach Leonetti-Escandell et al. (2019) korreliert die Wahl des Antezedens der Nullsubjekte mit der festen bzw. freien Position der overten Subjekte in den beiden Sprachen. Für das Antezedens der Nullsubjekte sei nicht die grammatische Funktion, sondern die Position des Subjekts relevant: je höher das Subjekt strukturell im Satz stehe, desto wahrscheinlicher fungiere es als Antezedens für Nullsubjekte. Diese Hypothese kann zwar das unterschiedliche Verhalten der Nullsubjekte im Italienischen und Spanischen erklären, macht aber keine Aussage, warum die spanische Wortstellung freier als die italienische ist, und warum es diskursive Unterschiede zwischen den overten Subjektpronomina im Italienischen und Spanischen gibt. Um diese Fragen zu beantworten habe ich eine diachrone Analyse durchgeführt. Dazu habe ich ein kleines Korpus aus altitalienischen und altspanischen Texten erstellt (13-16 Jhd.), in denen ich die syntaktischen Eigenschaften der nominalen Gruppen (Position, Form, grammatische Funktion, Merkmale) und die Antezedenten der Subjektpronomen ermittelt habe. Das Korpus zeigt, dass SVO-, VSO-, und XPVSO-Strukturen in allen Sprachstufen des Italienischen und Spanischen vorkommen, und dass Subjektpronomen – insbesondere overte – ein gewisses Maß an Variation bezüglich der grammatischen Rolle ihrer Antezedenten erlauben. So können Nullsubjekte auf postverbale Konstituenten, meistens Objekte, verweisen, und für overte Subjektpronomina ist keine Präferenz festzustellen. Die Unterschiede zwischen modernem Italienisch und modernem Spanisch (i-ii) lassen sich also (noch) nicht in älteren Sprachstufen vorfinden. Daher argumentiere ich, dass die VSO-, bzw. XPVS-Struktur des modernen Spanisch ein Relikt aus dem Altspanischen ist. Die gleichen Strukturen wurden auf dem Weg zum modernen Italienisch aufgegeben. Um die Variation in der Wortstellung im Korpus zu erklären, habe ich einen Vergleich mit kontinental-germanischen Verb-Zweit-Sprachen unternommen, da diese ebenfalls über eine variable Wortreihenfolge verfügen (Besten 1983). Verb-Zweit- Sprachen zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass das flektierte Verb in deklarativen Hauptsätzen in einer höheren Position steht als das flektierte Verb in untergeordneten Sätzen und dass in satzinitialer Position eine XP steht, die nicht zwingend das Subjekt des Satzes sein muss (cf. Holmberg 2015). In Analogie zu den Verb-Zweit- Sprachen wird vermutet, dass in altitalienischen und altspanischen Hauptsätzen das flektierte Verb ebenfalls eine höhere Position einnimmt, als das flektierte Verb in untergeordneten Sätzen und dass die satzinitiale Position durch eine diskursrelevante Konstituente XP besetzt sein muss, die nicht zwingend das Subjekt des Satzes darstellt (cf. Wolfe 2019). Dieser Analyse schließe ich mich im Großen und Ganzen an: Es ist das Verb ist, das sich bei VSO-, bzw. XPVSO-Strukturen über das Subjekt hinwegbewegt. Ferner widerlegen meine Korpusdaten die Annahme aus anderen Arbeiten (z.B. Adams 1987), wonach Nullsubjekte in altromanischen Sprachen nur in Hauptsätzen lizensiert werden können, da nur dort das Subjekt vom Verb dominiert werden kann. Weder sind Nullsubjekte häufiger in Hauptsätzen als in untergeordneten Sätzen zu finden, noch kann die geringe Anzahl an overten Subjektpronomen als Ersatz für Nullsubjekte in untergeordneten Sätzen geltend gemacht werden. Daher nehme ich an, dass Altitalienisch und Altspanisch ebenfalls Nullsubjektsprachen waren. Als Evidenz für Verbbewegung in den altromanischen Sprachen gilt die prä- bzw. postverbale Stellung von schwachen atonischen Pronomina wie ita./span. lo ‘ihn’ (cf. Vanelli et al. 1985). In Hauptsätzen könne lo sowohl prä- als auch postverbal auftreten. In untergeordneten Sätzen könne es nur präverbal erscheinen. Die Daten aus meinem Korpus bestätigen diese Annahme. Bis auf vereinzelte Ausnahmen kann lo in untergeordneten Sätzen nur präverbal auftreten. Die prä- bzw. postverbale Stellung von lo in Hauptsätzen erkläre ich dadurch, dass lo als schwaches Pronomen (Cardinaletti & Starke 1999) eine feste Position im Satz einnimmt und dass das Verb über diese Position hinwegbewegt werden kann, falls keine satzinitiale XP realisiert wird. In untergeordneten Sätzen ist Verbbewegung über lo hinweg ausgeschlossen, da das Verb nicht über eine vom Komplementierer besetzte Kopfposition bewegt werden kann. Meine Korpusdaten bestätigen ferner die Beobachtung von Fontana (1993), wonach lo häufig die Position unmittelbar nach dem flektierten Verb einnimmt und auf der Oberfläche in zweiter Position auftritt. Die Frage nach der exakten Bestimmung der zweiten Position von lo im Satz kann nicht syntaktisch erläutert werden. Ich nehme an, dass es prosodische Gründe sind, die für die zweite Position von lo sprechen: Ich argumentiere, dass im Altitalienischen und Altspanischen die satzinitiale, also die erste Position im Satz, in der linken Satzperipherie verortet ist. Diese muss zwingend besetzt sein, entweder durch eine diskursrelevante XP oder durch das flektierte Verb. Aus unabhängigen Gründen nehme ich an, dass die linke Satzperipherie aus der funktionalen Projektion FocP besteht, und dass topikalisierte Konstituenten links an FocP angehängt werden. FocP muss also im Altitalienischen und Altspanischen zwingend besetzt sein (eine Interpretation als Topik oder Fokus erfolgt im Diskurs). Da der rechte Rand einer fokussierten Konstituente in satzinitialer Position in den modernen romanischen Sprachen prosodisch durch einen Tiefton markiert ist (Dufter & Gabriel 2016), scheint die darauffolgende zweite Position die optimale lautliche Umgebung für das unbetonte Pronomen lo darzustellen. Auf der syntaktischen Ebene argumentiere ich, dass lo in SpecFinP steht, da diese Position unmittelbar auf FocP folgt. In den modernen romanischen Sprachen wird FocP nicht mehr obligatorisch gebraucht, und das Verb verbleibt in der Tempusphrase; ausgenommen natürlich sind die residualen Verb-Zweit- Effekte des modernen Spanisch. Die overten Subjektpronomen im Altitalienischen und Altspanischen (egli bzw. él) haben beide als Ursprung das lateinische Demonstrativpronomen ille und meine Korpusdaten belegen, dass beide die typischen Eigenschaften von Demonstrativpronomen im Diskurs aufweisen: sie können entweder anaphorisch oder deiktisch eingesetzt werden. Im Altitalienischen fand im Laufe der Geschichte ein Wechsel im Repertoire der overten Subjektpronomen statt. Ich argumentiere, dass aufgrund des Verlustes eines Kasusmerkmals die oblique Form lui auch in nominativen Kontexten verwendet werden konnte. Anders als egli hingegen weist das Subjektpronomen lui nur eine deiktische Funktion auf und nimmt somit weniger zugängliche Konstituenten als Antezedens (ähnlich wie im modernen Italienisch). Dieses macht lui zu einem geeigneteren Kandidaten in deiktischen Kontexten als egli. Nichtsdestotrotz hatte das Italienische zeitweise drei Typen von Subjektpronomen: egli, lui und das Nullsubjekt pro. Es entstand ein Konflikt zwischen egli und lui, da beide mögliche Kandidaten für deiktische Kontexte sind, während Nullsubjekte geeignete Kandidaten für anaphorische Kontexte sind. Aufgrund unabhängiger Grammatikalisierungsprozesse (Lehmann 1995) bei egli hat sich lui im Laufe der Zeit gegenüber egli durchgesetzt. Egli grammatikalisierte zum Subjektklitikon e‘ im Florentinischen und ist im Standarditalienischen eine archaische Form. Ein Wechsel im Repertoire der spanischen Subjektpronomen hat nicht stattgefunden, weswegen él im modernen Spanisch den gleichen ambigen Diskursstatus auf de Ebene des Diskurses wie él im Altspanischen hat. Abschließend lässt sich sagen, dass eine diachrone Betrachtung von nah miteinander verwandten Sprachen Rückschlüsse auf synchrone Unterschiede zulässt, die aus einer reinen synchronen Betrachtung nur durch ad hoc Annahmen zu erläutern wäre

    Compliance, Conspiracy Beliefs, and Contrarian Movements: Psychological Responses to the Coronavirus Pandemic

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    The Coronavirus pandemic will go down in history as a time when daily life around the globe was turned upside-down in an unprecedented way. Many people quickly adapted to the new status quo and complied with the governmental restrictions aimed at mitigating the spread of the virus. However, opposition against the protective measures also formed, and was accompanied, at least in part, by the spread of conspiracy theories and misinformation. This dissertation seeks to investigate these psychological responses to the Coronavirus pandemic. The first part explores the psychological processes that shape compliance with vs. opposition to the governmental protective measures. The second part investigates the causes and consequences of conspiracy beliefs in the context of the pandemic before generalizing the subject to societal crises more broadly. Manuscript 1 argues that people complied with protective measures to protect themselves, out of solidarity with members of risk groups, or for both of these reasons. Results of two studies revealed that these motives were predicted by different psychological variables: Whereas self-protection was predicted by perceptions of uncertainty and threat, compliance out of solidarity was associated with the perception of a shared group identity, collective efficacy, and concern for vulnerable groups. This implies that psychological responses to the pandemic are influenced by intergroup dynamics, and that compliance can be facilitated by both self- and solidarity-related processes. Manuscript 2 explores the characteristics of people that opposed the protective measures in the form of anti-lockdown protests. Using a large sample of such contrarian protestors, we examined similarities and differences in their belief systems. Results revealed four subgroups that differed mainly in socio-political ideology, but shared surprisingly similar anti-science convictions: unfounded conspiracy beliefs, downplaying of the dangers of the Coronavirus, esotericism, and vaccine hesitancy. These anti-science beliefs have helped unite contrarians with diverse socio-political views in a single, obtrusive anti-lockdown movement. Manuscripts 3 and 4 investigate how conspiracy beliefs influence and are influenced by negative cognitive-affective experiences that are common during crises. More specifically, Manuscript 3 examines longitudinal linkages between conspiracy beliefs, anxiety, uncertainty aversion, and existential threat. Results from two studies conducted during the pandemic show that conspiracy beliefs most likely do not have beneficial consequences regarding these variables for the individuals that hold them. Instead, they may even reinforce negative fear- and uncertainty-related states under some circumstances. Manuscript 4 directly targets conspiracy beliefs as potential explanations for societal problems (e.g., polarization). Results of a comprehensive Registered Report show that brooding, a dysfunctional form of repetitive negative thinking, contributes to the formation of conspiracy beliefs: In a repeated-measures experiment, difference scores in conspiracy beliefs were greater among participants who brooded over societal problems than among those in a control group - suggesting that brooding enables or causes conspiracy beliefs. In sum, the present research illustrates the reciprocal relations between negative cognitive-affective experiences that are common during crises, socio-political beliefs, and behaviors that facilitate or impede a successful overcoming of crises like the pandemic. The manuscripts that comprise this dissertation have implications for (a) theories on the formation of conspiracy beliefs and collective behavior, (b) interventions aimed at facilitating evidence-based behavior changes in response to societal crises, and (c) political communication and media coverage during such crises

    Geopolitik - Sand als Strategische Ressource

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    Sand ist ein mineralisches körniges Material und seine Quellen, d.h. Sand, Kies und Schotter, sind nach Wasser die am zweithäufigsten ausgebeutete natürliche Ressource der Welt. Der Verbrauch hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten auf schätzungsweise 40–50 Milliarden Tonnen pro Jahr verdreifacht, wird aber aufgrund des Bevölkerungswachstums, des Wirtschaftswachstums und der Urbanisierung weiter zunehmen. Sand wird hauptsächlich im Bausektor, aber auch zur Landgewinnung und für andere industrielle Zwecke wie Glas und Computerchips verwendet. Andererseits ist Sand ein wichtiger ökologischer Faktor, z.B. für die Wasserfiltration, den Küstenschutz, als Grundwasserleiter und als Lebensraum für viele Arten. Der meiste Wüstensand kann nicht für Beton und Landgewinnung verwendet werden, da nur Sandarten mit einer bestimmten Körnigkeit und Form für den Bau verwendet werden können; sogar Golfstaaten müssen Sand für den Bau importieren. Angesichts der stark zunehmenden Verwendung von Sand, der für Bau und Industrie genutzt werden kann, besteht die Gefahr einer weltweiten Verknappung von technisch verwertbarem Sand. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme UNEP) plädiert für eine angemessene Regulierung und Überwachung der Sandnutzung, da es an kohärenten Regeln mangelt und nur begrenzte Daten zum Sandabbau und -handel vorliegen. Allerdings macht der Handel nur einen kleinen Teil des Sandverbrauchs aus, da viele Länder auch über eine inländische Produktion verfügen. Im Jahr 2021 produzierte China 2,5 Milliarden Tonnen Zement und nutzte 25 Milliarden Tonnen Sand für Bauzwecke, also etwa die Hälfte der geschätzten jährlichen weltweiten Sandproduktion. Schotter, Sand und Kies werden in einigen Regionen von kriminellen Organisationen, der sogenannten „Sandmafia“, abgebaut und illegal gehandelt. Hinzu kommt eine Schattenwirtschaft mit einer fragmentierten Branche, die die Nachverfolgung und Dokumentation noch schwieriger macht. Daraus lässt sich schließen, dass es nicht nur kohärenter internationaler Regeln bedarf, sondern auch einer ausreichenden Überwachung des Sandabbaus, da dieser oft schlecht oder nicht dokumentiert ist. Ein geopolitisches Thema ist die Landgewinnung. Der Stadtstaat Singapur vergrößerte seine Landfläche von 585 km² im Jahr 1959 auf 724 km² im Jahr 2022; der Sandbedarf führte zum Verlust von mehr als 20 indonesischen Inseln. Inseln sind strategisch bedeutend, da sie ausschließliche Wirtschaftszonen und Seegrenzen sichern. Sand kann auch zur Erweiterung natürlicher Formationen oder zum Bau künstlicher Inseln verwendet werden, die für China von großer strategischer Bedeutung zur Sicherung von Gebietsansprüchen sind. Der Sandhandel ist sehr attraktiv und selbst Staaten, die sich der möglichen Schäden bewusst sind, verkaufen weiterhin Sand. Ersatzstoffe für Sand im Beton könnten Abfallprodukte, zerkleinerter Granit, Barytpulver, Steinbruchstaub oder recycelter Bau- und Abbruchabfall sein. Eine Alternative könnten Hochhäuser aus Massivholz sein, also großformatigen plattenförmigen Holzprodukten, wie der Ascent Tower mit 19 Stockwerken aus Massivholz über einem 6-stöckigen Betonpodest. Dieses Arbeitspapier analysiert Sand als neue strategische Ressource, gibt einen Überblick über die aktuelle Situation und Probleme und zeigt den Bedarf an globalen Datenbanken, verbesserter Überwachung und internationalen Vorschriften auf

    Evidence-Based Management of Digital Transformation: Extending Organizational Change Theory to Understand Employees’ Digitalization-Supportive Intentions and Behavior

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    To successfully steer digitalization processes in organizations, it is crucial to understand how employee support for this distinct form of organizational change can be promoted. Therefore, this dissertation aims to explore the determinants of digitalization-supportive intentions and behavior. Addressing shortcomings of previous research, the three included field studies thoroughly build on and integrate established knowledge on change-supportive intentions and technology adoption. Specifically, a theoretical framework originating from organizational change literature is adapted and extended to capture the specific characteristics of digital transformation. The framework links a taxonomy of management factors with psychological factors based on the theory of planned behavior to explain digitalization-supportive intentions. With different methodological approaches (cross-sectional correlation, longitudinal, and multilevel), the studies test its inherent assumptions and explore possible external context influences on the formation of employee intentions and behavior. Study 1 provides evidence for the applicability of the theoretical framework to explain employees’ intentions to support various upcoming changes in a continuous digitalization process. It shows that all psychological factors relate to supportive intentions and seem to mediate management factors’ effects on intentions to a large extent. Also, it finds the extent to which the external environment is dynamic or competitive to relate to single psychological factors. Study 2 adapts the framework to incorporate meaningful determinants in disruptive episodes of digital transformation, involving the introduction of specific technology. Again, the results support the framework, as changes in psychological factors (over time) largely mediate the effects of changes in management factors on changes in supportive intentions and behavior. In addition, Study 3 identifies the impact of management and psychological factors with a social reference (e.g., supervisor support, social norm) as particularly susceptible to cultural variation in multinational organizations. Overall, the appended studies demonstrate the value of adapting and extending established theories to advance knowledge on determinants of favorable employee reactions and behavior during digital transformation. The framework and specific results, summarized in a process model for the management of digital transformation, hold great potential to advance evidence-based management and tailor change management interventions to different contexts

    3D-Simulation des Transportverhaltens von Mikroplastikpartikeln in einem Fließgewässer

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    Mikroplastikpartikel in der (aquatischen) Umwelt stellen seit Jahren ein bekanntes und stetig wachsendes Umweltproblem dar. Eine Vielzahl von Studien weisen Mikroplastik ubiquitär in Gewässern nach, wo sie den verschiedensten Umweltprozessen ausgesetzt sind. Flüsse besitzen dabei eine besondere Rolle, da sie zum einen als Haupteintragspfade für Mikroplastikpartikel in Meere angesehen werden und zum anderen angenommen wird, dass der Großteil der in den Flüssen vorhandenen Partikel zurückgehalten wird. Über das tatsächliche Transportverhalten einzelner Mikroplastikpartikel in einer fließenden Strömung ist zum jetzigen Zeitpunkt wenig bekannt. Das Ziel dieser Arbeit besteht daher darin, ein dreidimensionales Transportmodell für Mikroplastikpartikel, ein sogenanntes Particle-Tracking-Modell, in einer fließenden Strömung zu implementieren. Dazu wird in der Modellumgebung OpenFOAM ein hypothetischer Flussabschnitt abgebildet und die Strömungsdynamik für verschiedene mittlere Fließgeschwindigkeiten modelliert. In das eingeschwungene System werden anschließend Mikroplastikpartikel mit unterschiedlicher Dichte und Größe positioniert und deren Transport simuliert. Für das systematische Vorgehen werden drei Szenarien entwickelt, um die Auswirkungen der vier Parameter Dichte, Durchmesser, Startposition und mittlere Fließgeschwindigkeit auf das Transportverhalten zu untersuchen. Die Simulationsergebnisse zeigen, dass insbesondere die Strömungsdynamik und die Startposition der Mikroplastikpartikel entlang der Fließstrecke sowie im Querschnitt den größten Einfluss auf das Transportverhalten besitzen. Der kurvenreiche Flussverlauf sowie künstliche Hindernisse in Form von hypothetischen Brückenpfeilern erzeugen ein stark inhomogenes Strömungsfeld mit teilweise rückwärts gerichteten (Sekundär-)Strömungen, welche die Hauptströmung überlagern und es resultieren teils sehr variablen Fließgeschwindigkeiten. Mikroplastikpartikel, deren Startposition sich innerhalb der Hauptströmung befindet, werden entlang der dort vorherrschenden Stromlinien transportiert. Hierbei zeigt sich bei zunehmender Dichte und Größe der Partikel ein steigender Einfluss der Auftriebs- und Sinkgeschwindigkeit, der tendenziell zu einer Verkürzung der Transportstrecke aufgrund von Sedimentation führt. Darüber hinaus zeigen die Simulationsergebnisse, dass allgemeine Unterschiede im Transportverhalten von Mikroplastik unterschiedlicher Dichte vorhanden sind, die es einzeln zu betrachten gilt. Insgesamt zeigt sich, dass insbesondere lokale Strömungsbedingungen zu einem teilweise konträren Transportverhalten der Mikroplastikpartikel führen können und folglich dieser Aspekt bei Messkampagnen verstärkt berücksichtigt werden muss. Die Simulationsergebnisse lassen darauf schließen, dass die Repräsentativität von Mikroplastikproben in einem Fließgewässer stark abhängig vom Standort der Messung ist und die Morphologie des zu beprobenden Flusses daher unbedingt soweit wie möglich einbezogen werden sollte

    Gap-Free Tuning of Second and Third Harmonic Generation in Mechanochemically Synthesized Nanocrystalline LiNb1−xTaxO3 (0 ≤ x ≤ 1) Studied with Nonlinear Diffuse Femtosecond-Pulse Reflectometry

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    The tuning of second (SHG) and third (THG) harmonic emission is studied in the model system LiNb 1−Ta O 3 (0≤≤1, LNT) between the established edge compositions lithium niobate (LiNbO 3, =0, LN) and lithium tantalate (LiTaO 3, =1, LT). Thus, the existence of optical nonlinearities of the second and third order is demonstrated in the ferroelectric solid solution system, and the question about the suitability of LNT in the field of nonlinear and quantum optics, in particular as a promising nonlinear optical material for frequency conversion with tunable composition, is addressed. For this purpose, harmonic generation is studied in nanosized crystallites of mechanochemically synthesized LNT using nonlinear diffuse reflectometry with wavelength-tunable fundamental femtosecond laser pulses from 1200 nm to 2000 nm. As a result, a gap-free harmonic emission is validated that accords with the theoretically expected energy relations, dependencies on intensity and wavelength, as well as spectral bandwidths for harmonic generation. The SHG/THG harmonic ratio ≫1 is characteristic of the ferroelectric bulk nature of the LNT nanocrystallites. We can conclude that LNT is particularly attractive for applications in nonlinear optics that benefit from the possibility of the composition-dependent control of mechanical, electrical, and/or optical properties

    Open Photonics: An integrated approach for building a 3D-printed motorized rotation stage system

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    In the context of experimental optics- and photonics-research, motorized, high-precision rotation stages are an integral part of almost every laboratory setup. Nevertheless, their availability in the laboratory is limited due to the relatively high acquisition costs in the range of several 1000€ and is often supplemented by manual rotation stages. If only a single sample is to be analyzed repeatedly at two different angles or the polarization of a laser source is to be rotated, this approach is understandable. Yet, in the context of automation and the associated gain in measurement time, cost-effective and precise rotation stages designed for the use of optics are lacking. We present a low-cost alternative of a motorized high precision rotation stage system. The design is based on a combination of 3D-printed components, which form the monolithic mechanical framework, and a stepper motor controlled by an ESP32 based microcontroller. By coupling the motor and rotation unit via a toothed belt, backlash is minimized and at the same time high positioning accuracy can be achieved. Finally, the implementation of remote procedure calls for serial communication and the utilization of a physical home switch and incremental encoder complete the desired feature set of an integrated system for laboratory setups. The total costs can thus be reduced to less than 100€ without significantly restricting the performance criteria

    Understanding Self-Supervised Learning of Speech Representation via Invariance and Redundancy Reduction

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    Self-supervised learning (SSL) has emerged as a promising paradigm for learning flexible speech representations from unlabeled data. By designing pretext tasks that exploit statistical regularities, SSL models can capture useful representations that are transferable to downstream tasks. Barlow Twins (BTs) is an SSL technique inspired by theories of redundancy reduction in human perception. In downstream tasks, BTs representations accelerate learning and transfer this learning across applications. This study applies BTs to speech data and evaluates the obtained representations on several downstream tasks, showing the applicability of the approach. However, limitations exist in disentangling key explanatory factors, with redundancy reduction and invariance alone being insufficient for factorization of learned latents into modular, compact, and informative codes. Our ablation study isolated gains from invariance constraints, but the gains were context-dependent. Overall, this work substantiates the potential of Barlow Twins for sample-efficient speech encoding. However, challenges remain in achieving fully hierarchical representations. The analysis methodology and insights presented in this paper pave a path for extensions incorporating further inductive priors and perceptual principles to further enhance the BTs self-supervision framework

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