Osnabrück University

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    Challenging the Dreaming Brain

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    Diese Dissertation untersucht und diskutiert, wie wir Träume nutzen können, um die mentale Gesundheit von Menschen zu verbessern. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie wir Einfluss auf unsere Träume nehmen können. Hierfür werden zwei miteinander verbundene Forschungszweige bedient: Klarträume und Albtrauminterventionen. Einerseits befasst sich die Dissertation mit klinischen Aspekten des Schlafes, indem sie die Wirksamkeit einer einmaligen Beratung mittels Imagery Rehearsal Therapy (IRT) zur Reduzierung von Albträumen präsentiert. Mit dieser kognitiven Methode können wir die Häufigkeit und Belastung von Albträumen signifikant reduzieren. Wir zeigen hier, dass minimale Interventionen ausreichen, um den Leidensdruck der betroffenen Menschen erheblich zu mindern. Albträume stellen ein unterschätztes Gesundheitsproblem dar und sollten im Gesundheitssystem mehr Aufmerksamkeit bekommen, da, wie unsere Forschung zeigt, ein großes Interesse an Hilfe besteht, Menschen jedoch oft unterversorgt bleiben. Die zweite Möglichkeit, das träumende Gehirn zu beeinflussen, sind luzide Träume, in denen die Träumenden sich ihres Traumzustandes bewusst werden. Da das luzide Träumen als Therapie gegen Albträume eingesetzt werden kann und für die Bewusstseinsforschung einen aufschlussreichen Geisteszustand darstellt, benötigen wir effektive Methoden, um diese besondere Art von Träumen Menschen beizubringen. Dazu untersucht diese Arbeit die Wirksamkeit einer Klartrauminduktionstechnik, die öffentliche Wahrnehmung dieses einzigartigen Bewusstseinszustandes und seine zugrunde liegenden elektrophysiologischen Korrelate. Insgesamt plädiert diese Dissertation für mehr therapeutische Arbeit mit Träumen im Kontext von mentaler Gesundheit

    Anforderungen an eine evidenzbasierte Entwicklung von App-Interventionen zur Unterstützung einer Verhaltensänderung in der Prävention von Berufsdermatosen

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    Die Digitalisierung hat das Gesundheitswesen in unterschiedlichen Bereichen transformiert, u. a. auch in der Prävention und Versorgung chronischer, nicht-übertragbarer Krankheiten durch den Einsatz von Smartphone-Applikationen (sog. Apps). App-Interventionen können die patient:innenzentrierte Versorgung fördern und unterstützen Betroffene bei der Umsetzung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen. Dies betrifft auch berufsbedingte Hauterkrankungen, die aufgrund ihrer hohen Verdachtsanzeigen und steigenden Anerkennungsfälle ein bedeutsames Erkrankungsbild der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung darstellen. Mit der App Mein Hautschutz im Alltag (MiA-App) wurde für dieses Anwendungsfeld erstmalig ein App-basiertes Angebot entwickelt, das Betroffene bei der Umsetzung von Hautschutzverhalten sowie im Selbstmanagement unterstützt. Trotz der Potentiale von App-Interventionen ist zu konstatieren, dass aktuell verfügbare Angebote nicht oder nur unzureichend auf Grundlage evidenzbasierter Erkenntnisse beruhen. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel dieser Dissertationsschrift, drei Untersuchungen im Anwendungsfeld der Berufsdermatologie mit Blick auf zentrale Anforderungen an die evidenzbasierte Entwicklung von App-Interventionen zu analysieren. Dafür werden zunächst bedeutsame Merkmale zur Entwicklung komplexer Interventionen beschrieben sowie Perspektiven der Evidenzbasierten Public Health beleuchtet. Diese Hintergründe bilden den theoretischen Bezugsrahmen dieser Arbeit für die anschließende Verortung der drei Untersuchungen. Die drei Originalarbeiten lassen sich in unterschiedlichen Phasen des Interventionsdesigns zur Entwicklung komplexer Interventionen verorten. Kennzeichnend für Untersuchung I ist die präzise, vollständige und standardisierte Beschreibung einer bereits implementierten Intervention. Die Arbeit zeigt exemplarisch, wie die Berichterstattung komplexer Interventionen als zentrale Voraussetzung für evidenzbasierte Interventionen erfolgen kann. In Untersuchung II wird der mehrstufige Entwicklungsprozess von App-Interventionen deutlich, der die drei Gegenstandsbereiche der evidenzbasierten Entscheidungsfindung und partizipativen Technikentwicklung berücksichtigt. Untersuchung III zeichnet sich durch den iterativen und nutzer:innenzentrierten Forschungsansatz zur Entwicklung und Überprüfung der Machbarkeit von App-Interventionen aus. Insgesamt verdeutlicht diese Arbeit die enge Kollaboration zwischen Forschenden, Entwickelnden und Nutzenden im gesamten Entwicklungsprozess von App-basierten Angeboten. Insbesondere die Partizipation der Nutzenden trägt für die langfristige Adhärenz an diesen Maßnahmen eine zentrale Bedeutung. Sie sollte möglichst frühzeitig im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Zudem erfordert die Entwicklung komplexer, App-basierter Interventionen eine Methodenpluralität während des gesamten Interventionsdesigns. Diese Arbeit stellt Unterschiede zwischen traditionellen Forschungsmethoden und der App-Entwicklung heraus und unterstreicht den Bedarf für die Etablierung von Forschungsmodellen, die Agilität und Anforderungen der Evidenzbasierten Public Health vereinen. Das Ergebnis des Entwicklungsprozesses sollten in einer vollständigen Berichterstattung der Intervention münden. Diese unterstützen Nutzende, geeignete Angebote auszuwählen und Forschende, zukünftig fundiertere Aussagen hinsichtlich der Evidenz von App-Interventionen zu treffen

    Characterization of the PI(3,5)P2 production and turnover on endosomes and the vacuole in S. cerevisiae

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    Eucaryotic cells are highly compartmentalized by lipid membranes that define organelles, creating specialized environments for distinct biological processes. Lysosomes in mammalian cells, are central organelles for the degradation and recycling of macromolecules as well as for the storage of ions, metabolites and amino acids. Proteins, lipids, carbohydrates reach the lysosome through cellular trafficking routes, such as endocytosis or autophagy. In the acidic lumen of lysosomes, macromolecules are digested by hydrolases for cellular reuse. Beyond these catabolic functions, lysosomes also play essential roles in growth regulation, by sensing the availability of nutrients, and osmotic adaptation by adjusting their membrane to maintain membrane integrity. In Saccharomyces cerevisiae, the model organism used in this thesis, growth signaling and stress response largely occur at the vacuole, the analogue of the mammalian lysosome. The vacuole harbors the nutrient sensing Target of Rapamycin complex 1 (TORC1) and the phosphatidylinositol 3-5 kinase Fab1, which converts Phosphatidylinositol-3-phosphate (PI(3)P) to Phosphatidylinositol-3,5-bisphosphate (PI(3,5)P2). PI(3,5)P2 is a signaling lipid that is essential for membrane remodeling and vacuole fission. Both TORC1 and Fab1 additionally localize to the vacuole-derived signaling endosomes (SEs), which function as secondary signaling platforms, where TORC1 downregulates catabolic processes. TORC1 dependent phosphorylation of Fab1 has been proposed to link vacuole membrane homeostasis to growth control. However, how TORC1 and Fab1 activities are functionally coupled remains unclear. In this study, we employed the newly developed PI(3,5)P2 reporter SnxA together with live-cell microscopy analysis to investigate subcellular dynamics of PI(3,5)P2 during stress and growth conditions. We identified two distinct pools of PI(3,5)P2 that operate in independent pathways. During osmotic stress response, Fab1 primarily acts on the vacuole in a TORC1-independent manner enabling rapid adaptation to hyperosmotic conditions. Under growth-promoting conditions, TORC1 together with the membrane remodeling CROP complex mediate the redistribution of PI(3,5)P2 from the vacuole to SEs. High levels of PI(3,5)P2 promoted the redistribution, indicating a direct role of PI(3,5)P2 in SE biogenesis. PI(3,5)P2 persists on SEs, potentially stabilized through a feedback loop between Fab1 and TORC1. PI(3,5)P2 is then channeled into the endocytic pathway, likely by endosome maturation or fusion with late endosomes, until it is delivered back to the vacuole, where it is degraded by the phosphatase Fig4

    Self-efficacy in exercise behaviour in persons with a diagnosed condition: A systematic evidence map

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    Objectives: Self-efficacy is a major factor in enabling individuals to follow behavioural goals. This applies to health behaviours including physical activity and exercise behaviour, a health topic especially important for persons suffering from health conditions. In subjects with already existing conditions, self-efficacy in exercise behaviour is a research field with a high volume of published articles, yet it has never been charted in its entirety. This systematic evidence map (SEM) provides a comprehensive overview of the current state in published empirical research. Design: Collecting, categorising and visualising the breadth of evidence via SEM following the Methods of Evidence Mapping by Schmucker et al. Data Sources: Medline (via PubMed) and PsycINFO (via EbscoHost). Eligibility criteria for selecting studies: We searched for the terms ‘self-efficacy’ and any of the search terms ‘sport’ and ‘exercise’ in titles and abstracts. We included all empirical research studies published until 2022 that measured self-efficacy in relation to exercise. This SEM includes all studies on humans with a pre-existing condition. We extracted the data points authors, title, year, sample size (N), age groups, pre-existing condition(s), surveyed sport and method of measuring self-efficacy. Data extraction and Synthesis: We extracted the data points from the full text (if available). In addition to a data table, we created a freely accessible evidence map in the form of graphs in this article. Results: The number of publications grew over time from single publications per year in the 1980s to over 100 per year in the beginning of the 2020s, adding up to 1342 included studies. Most research focuses on middle-aged and older adults. Research covers a wide variety of conditions, with endocrine, nutritional and metabolic diseases (22%) as well as diseases of the circulatory system (19%) being the most common disease groups. Most included studies (71%) do not specify a sport. Most (55%) papers used validated scales to measure self-efficacy, and we discovered 235 individually named scales among them. Conclusions: This paper offers the first ever comprehensive list of empirical publications on self-efficacy in exercise behaviour in persons with pre-existing conditions in the form of a SEM. The research field was as wide as anticipated concerning total numbers, number of individual scales for measuring self-efficacy, as well as range in diagnosed conditions. Most research focusing on advanced age may be due to many diseases only manifesting later in life, and the lack of specification in types of sport points to the choice of sport being less important than getting enough exercise in general. Future research should examine the strength of evidence and the robustness and comparability of self-efficacy scales as well as underrepresented disease groups for public health considerations. Ethics and dissemination: Since no primary data was collected, an ethics approval is not required for the presented work. In addition to the result being disseminated via the publication at hand, the data is being shared in detail via the Open Science Framework platform

    Reflexive Perspektiven auf antiziganistische Wissensordnungen

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    Der Begriff ‚Antiziganismus‘ hat sich als politisches Instrument etabliert, um die spezifische Form des Rassismus gegen Sinti_zze und Rom_nja zu benennen. Gleichwohl erklärt er nicht hinreichend die Mechanismen und Funktionen dieses Phänomens; zudem reproduziert er in seiner Wortwurzel jene Fremdbezeichnung, die er kritisieren will. Der vorliegende Beitrag greift das 2016 von Mario Franz entwickelte Konzept der Z-Projektion auf und unternimmt den Versuch, es theoretisch zu fundieren und analytisch zu operationalisieren. Der entscheidende Perspektivwechsel liegt darin, dass nicht die vermeintlichen Eigenschaften der Betroffenen im Zentrum stehen, sondern die Frage, welche Funktionen die Konstruktion der ‚Z‘-Figur für die Selbstkonstitution der Mehrheitsgesellschaft erfüllt. Die historische Analyse zeichnet die Produktion dieser Figur von Grellmanns wissenschaftlicher Grundlegung (1783) über die institutionelle Materialisierung in der Münchner „Z-Zentrale“ (1899) und den nationalsozialistischen Genozid bis zu den Transformationsprozessen der Gegenwart nach. Der Beitrag argumentiert, dass Wissenschaft historisch nicht nur Beobachterin, sondern Koproduzentin antiziganistischer Wissensordnungen war und daher eine besondere Verantwortung für deren Dekonstruktion trägt

    Arktische Geopolitik – ein weiterer Grönland-Konflikt im Nordischen Rat

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    Dieses Arbeitspapier gibt einen kurzen Überblick über den Grönland-Konflikt im Nordischen Rat und über die aktuellen Entwicklungen im parallelen Grönland-Konflikt mit den Vereinigten Staaten. Während sich die internationale Gemeinschaft auf den aktuellen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark um die Kontrolle von Grönland konzentriert, findet zurzeit ein weiterer weitgehend unbemerkt gebliebener Konflikt um Grönland im Nordischen Rat statt, bei dem es ebenfalls um den Status von Grönland geht und der mit der jetzt geplanten Revision des Grundlagenvertrages von Helsinki von 1962 über die Zusammenarbeit der skandinavischen Staaten ein kritisches Stadium erreicht hat. Im Ergebnis muss Dänemark den Status Quo in Grönland jetzt parallel gegen die Vereinigten Staaten und Präsident Trump auf der einen Seite und im Nordischen Rat auf der anderen Seite verteidigen, wobei in beiden Konflikten der Verlust der Kontrolle über Grönland droht. Im Jahr 2024 erklärten die Färöer und Grönland, dass sie einen Ausschluss von nordischen Gipfeltreffen zur Außen- und Sicherheitspolitik, zu denen sie nicht eingeladen wurden, nicht länger akzeptieren und Vollmitglieder werden wollen. Man einigte sich auf eine rechtliche Überprüfung des Helsinki-Vertrags, für den 2026 eine Revision geplant ist. Ende 2025 hat der Nordische Rat dann durch die Änderung der Geschäftsordnung jedoch Fakten geschaffen, ohne die Revision des Helsinki-Vertrages abzuwarten. Mit Wirkung vom 01.01.2026 sind Grönland, die Färöer und Åland gleichberechtigte Mitglieder des Präsidiums und somit an allen wichtigen Entscheidungen des Nordischen Rates gleichberechtigt (equal footing) beteiligt . Zudem wurden sie offiziell als ‚three countries‘ (drei Länder) bezeichnet . Die Revision des Vertrages wurde von der gemeinsamen Präsidentschaft von Dänemark und den Färöern zur Priorität erklärt. Insbesondere die Färöer streben einen Umbau Dänemarks zu einem Staatenbund an, wobei die Details (Assoziation, Föderation, Dominion usw.) zwar noch unklar sind, aber der Verlust der dänischen Kontrolle über Grönland unmittelbar im Raum steht. Die Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat nach Informationen des Wall Street Journals die US-Geheimdienste Central Intelligence Agency (CIA), Defense Intelligence Agency (DIA) und National Security Agency (NSA) im Mai 2025 angewiesen, die Sammlung von Informationen über die grönländische Unabhängigkeitsbewegung zu intensivieren, woraufhin Dänemark den US-amerikanischen Botschafter einbestellte. Mitte Juni 2025 wurde die militärische Anbindung Grönlands seitens der USA durch die Ausgliederung aus dem europäischen Kommandobereich European Command EUCOM und die Eingliederung in das nördliche Kommando Northern Command NORTHCOM, welches der Heimatverteidigung dient, verstärkt. Es wurde daraufhin ein Strategiepapier entwickelt, in dem ein Konzept für die Integration und Transformation Grönlands vorgelegt wurde. Demnach soll Grönland einen assoziierten Status (Associated Territory of the United States) bekommen, der den Grönländern größtmögliche Freiheiten gibt, aber den Vereinigten Staaten Mitsprache und die Möglichkeit zu einer systematischen Modernisierung von Luft- Schiff und Straßenverkehr sowie der digitalen Infrastruktur gibt. Nach circa 10 bis 15 Jahren soll Grönland dann über seinen endgültigen Status abstimmen. Eine weitere Zusammenarbeit in der NATO und mit Dänemark soll es auch weiterhin geben. Zudem bauen die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz weiter aus: Dänemark hat 2025 dem US-Militär ungehinderten Zugang zu drei Luftwaffenstützpunkten in Karup, Skrydstrup and Aalborg auf dem dänischen Festland gegeben. Die Außenminister Dänemarks und die Außenministerin Grönlands trafen sich am 14.01.2026 in Washington mit dem Vizepräsidenten JD Vance und dem Außenminister Marco Rubio, wobei beide Seiten an ihren Positionen festhielten („We agree to disagree“), aber die Bildung einer hochrangigen Arbeitsgruppe vereinbarten, die nah US-Angaben technical talks on the acquisition agreement for the U.S. to acquire Greenland dienen soll, während die Dänen davon ausgehen, dass es um die Klärung der Differenzen gehen soll. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Dänemark von zwei Seiten gleichzeitig unter starkem politischem Druck steht und der Verlust der Kontrolle über Grönland möglich ist

    Die Theorie der Vorläuferzelle LUCA

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    Dieses Arbeitspapier bietet eine kurze Einführung zum letzten gemeinsamen Vorfahren aller Lebewesen (Last Universal Common Ancestor LUCA) und die potenziellen Auswirkungen auf die Biosicherheit. LUCA ist der hypothetische Vorfahre aller modernen Zellen, d.h. der Archaeen, Prokaryoten und Eukaryoten (die gemeinsamen Vorfahren von Bakterien, Tieren, Pilzen und Pflanzen). Die Eigenschaften und der Existenzzeitraum von LUCA sind relevant für die Vergangenheit, also den Ursprung des Lebens, aber auch für die Zukunft, d.h. der Frage, ob die Erzeugung vollständig synthetischen Lebens möglich sein könnte – ein potentielles Problem der Biosicherheit. Derzeit können alle modifizierten und synthetischen Organismen, einschließlich synthetischer Viren, nur in bereits lebenden Umgebungen erzeugt werden (nur Leben kann anderes Leben erzeugen), d.h. es besteht eine klare Grenze zwischen toter und lebende Materie. In diesem Jahrzehnt hat die LUCA-Forschung durch die Nutzung schnell wachsender Genomdatenbanken und verbesserter Analysemethoden (computergestützte molekulare Uhr der Genentwicklung in Kombination mit Erkenntnissen aus Mikrofossilien) erhebliche Fortschritte erzielt. Die allgemein anerkannte Theorie besagt, dass das Leben mit Wechselwirkungen zwischen Ribonukleinsäure (RNA) und Aminosäuren begann, die Komplexe für die Replikation in einer Membran bildeten – einer physikalischen Grenze zwischen Zelle und Umwelt. Dies wird auch als „RNA-Welt“ bezeichnet. Später wurde Desoxyribonukleinsäure (DNA) integriert. Frühe Eukaryoten integrierten Alphaproteobakterien in eine permanente Symbiose (heute als Mitochondrien in Tieren und Chloroplasten in Pflanzen), was den Stoffwechsel steigerte und die Entwicklung vielzelliger Organismen ermöglichte. Eine Berechnung der Mutationsraten im Dezember 2025 ergab jedoch, dass der letzte gemeinsame Vorfahre (LUCA) schon kurz nach der Entstehung von Erde und Mond existiert haben könnte, die durch die Kollision zweier Protoplaneten vor 4,5 Milliarden Jahren verursacht wurde. Einige Forscher fanden Hinweise darauf, dass LUCA bereits ein recht komplexer Organismus mit einem frühen Immunsystem gegen Viren war. Da LUCA jedoch die letzte und nicht die erste Zelle ist, muss für das Auftreten des ersten gemeinsamen Vorfahren aller Lebewesen, dem first universal common ancestor FUCA, zusätzliche Zeit hinzugerechnet werden. Berücksichtigt man diese Zeit, bleibt (abhängig von der Berechnung der Mutationsrate) seit der Entstehung von Erde und Mond nur noch sehr wenig bis gar keine Zeit mehr übrig. Experimente auf der Internationalen Raumstation ISS zeigten im Jahr 2025, dass Archaeen, Pilze und Bakterien die Langzeitexposition im Weltraum überlebt haben. Sogar der von der Oberfläche der ISS gesammelte Weltraumstaub enthielt biologische Objekte. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass die nicht-enzymatische Synthese von Peptiden im Weltraum möglich ist. Eine Studie aus dem Jahr 2025 fand Bakterien in den Reinräumen der NASA für die Raumfahrzeugmontage trotz extremer Bedingungen; eine andere Studie zeigte, dass sich Bakterien und ihre Viren durch Koevolution an die Mikrogravitation anpassen können. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass Biomoleküle, z.B. von Asteroiden, die frühen Phasen des Lebens auf der jungen Erde, die noch nicht von einer dichten Atmosphäre geschützt war, ermöglicht und beschleunigt haben könnten. Experimente zur Erzeugung synthetischer Zellen wurden mit Mycoplasma mycoides durchgeführt, die zu Zellen mit minimalem Genom entwickelt wurden – Zellen mit dem kleinstmöglichen Genom, das autonomes Leben und Replikation ermöglicht. Diese Experimente zeigten, dass die Replikation unterhalb einer bestimmten Komplexität nahezu vollständig zum Erliegen kam; es konnten also keine Hinweise auf eine hypothetische, vereinfachte Zellreplikation in einer RNA-Welt gefunden werden. Die rasanten Fortschritte der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Genomanalyse und der Entwicklung natürlicher und künstlicher Proteine sowie die Fähigkeit, sehr große Genomdatensätze zu analysieren, könnten jedoch einen plötzlichen Durchbruch in der LUCA-Debatte bewirken – sowohl für das Verständnis des Ursprungs des Lebens als auch für die vollständige Synthese lebender Zellen, die durch Infektion, Kontamination oder Missbrauch erhebliche Biosicherheitsrisiken bergen könnte

    Künstliche Intelligenz und Maschinenevolution

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    Dieses Arbeitspapier bietet einen kurzen Überblick über Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinenevolution. Maschinenevolution ist ein Prozess, bei dem Maschinen autonom neue Maschinen erschaffen, die wiederum weitere Maschinen erzeugen usw. Obwohl eine solche Evolution derzeit noch nicht möglich ist, wurden in verschiedenen Bereichen erhebliche Fortschritte erzielt, die die Maschinen und die KI der vollständigen Autonomie, dem Selbstlernen und der Anpassungsfähigkeit für ihre eigene Verbesserung deutlich näherbringen. Diese Entwicklungen beschleunigen den technologischen Fortschritt, erschweren aber zunehmend die menschliche Kontrolle und Eingriffe. Also anstatt eingebunden zu bleiben, werden Menschen aus dem Prozess verdrängt. Zu den Fortschritten zählen das KI-gestützte Design von Computerchips, das KI- gestützte Design ganzer Computer, selbstlernende und sich verbessernde KI-Systeme in experimentellen Umgebungen sowie die automatisierte Fertigung. Bereits 2024 generierte das maschinelle Lernprogramm AlphaChip übermenschliche Chip-Designs und entwickelte 2025 die neue Ironwood TPU, die zu den schnellsten Chips gehört. Auch China macht Fortschritte mit der Chip-Design- KI QiMeng, die bereits Chips entwickelt hat, die mit kommerziellen Chips vergleichbar sind. Die Forschung im Bereich Chipdesign schreitet rasch voran. Der erste dreidimensionale monolithische 3D- Chip zur Beschleunigung der KI wurde im Dezember 2025 von Forschern der Stanford University vorgestellt. Das in Shanghai ansässige Unternehmen CHIPX brachte einen photonischen Quantenchip auf den Markt, der bei einigen mathematischen Operationen 1000-mal schneller war als herkömmliche Chips. Quilters Physik-basiertes Reinforcement-Learning-KI-System entwarf im Rahmen des Projekts Speedrun in nur 38 Stunden einen funktionsfähigen Linux-Computer mit 843 Komponenten und führte 98% der Platzierung, des Routings und der physikalischen Berechnungen autonom durch. Neue Methoden für das Training und Lernen von KI wurden 2025 vorgeschlagen: die Vernetzung und der Informationsaustausch zwischen KI-Agenten im ersten Schritt und die offene Evolution von KI- Agenten im zweiten Schritt durch die sogenannte Darwin-Gödel-Maschine (DGM). Forscher von Google DeepMind schlugen vor, dass KI-Systeme voneinander lernen und ihre Erfahrungen permanent austauschen, sodass ihre Entwicklung über den Menschen hinaus unbegrenzt ist. Allerdings kann die Vernetzung und der Wissensaustausch zwischen KI-Systemen durch den Austausch ungenauer Daten das Risiko von Systemfehlern und Fehlfunktionen erhöhen. Im Jahr 2025 wurde die Darwin-Gödel- Maschine (DGM) entwickelt, ein selbstlernendes KI-System, das seinen Code iterativ modifiziert und jede Änderung anhand von Codierungs-Benchmarks empirisch validiert. Dies erwies sich in Experimenten als effektiv. Die zunehmende Verbreitung von Robotern könnte den Weg zu vollautomatisierten Fertigungsprozessen ebnen. Die menschliche Kontrolle der KI kann durch Beobachtung des Outputs und Aktionen erfolgen, lässt sich aber um die Überwachung der Chain-of-Thoughts (Gedankenketten) ergänzen, d.h. der internen KI-Protokolle, die die Denkschritte offenlegen. Die Fähigkeit, die Denkprozesse einer KI zu beobachten, wird als Monitorability (Überwachbarkeit) bezeichnet. Es gibt Bedenken, dass neuartige KI-Architekturen die Monitorability verringern könnten, trotz der Erkenntnis, dass es bei fortschrittlichen KI-Modellen zu versteckten Abweichungen kommt, dem hidden misalignment bzw. Scheming, bei denen KI-Modelle ihre Gedanken verbergen, z.B. um Belohnungen zu erhalten oder um Wiederholungslernen (Reinforcement Learning) zu vermeiden. Verschiedene Forscher äußern ernste Bedenken hinsichtlich einer potenziell unkontrollierten KI-Evolution, z.B. durch Selbstlernen. Die größte Sorge besteht darin, dass die Menschheit derzeit nicht ausreichend auf diese Situation vorbereitet ist und möglicherweise nicht genügend Aufsicht gewährleisten kann, d.h. die Situation könnte außer Kontrolle geraten und deshalb solle eine strenge Governance mit entsprechenden Vorschriften und Kontrollen eingeführt werden

    Arctic geopolitics – another Greenland conflict in the Nordic Council

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    This working paper provides a brief overview of the Greenland conflict within the Nordic Council and the current developments in the parallel Greenland conflict with the United States. While the international community focuses on the ongoing conflict between the United States and Denmark over control of Greenland, another largely unnoticed conflict concerning Greenland is currently taking place within the Nordic Council. This conflict, also centered on Greenland's status, has reached a critical stage with the now-planned revision of the 1962 Treaty of Helsinki on cooperation between the Scandinavian states. As a result, Denmark must now defend the status quo in Greenland simultaneously against the United States and President Trump on the one hand, and within the Nordic Council on the other, with the threat of losing control over Greenland looming in both conflicts. In 2024, the Faroe Islands and Greenland declared that they would no longer accept their exclusion from Nordic summits on foreign and security policy, to which they were not invited, and that they wished to become full members. An agreement was reached to conduct a legal review of the Helsinki Treaty and a revision is planned in 2026. However, at the end of 2025, the Nordic Council created a fait accompli by amending its rules of procedure, without waiting for the revision of the Helsinki Treaty. Effective January 1, 2026, Greenland, the Faroe Islands, and Åland became equal members of the Presidium and now participate equally in all important decisions of the Nordic Council. Furthermore, they were officially designated as ‘three countries’. The revision of the treaty was declared a priority by the joint presidency of Denmark and the Faroe Islands. The Faroe Islands want to transform Denmark into a confederation of states, although the details (association, federation, dominion, etc.) are still unclear, but the loss of Danish control over Greenland is a very real possibility. According to the Wall Street Journal, the intelligence coordinator Tulsi Gabbard instructed the US intelligence agencies Central Intelligence Agency (CIA), Defense Intelligence Agency (DIA), and National Security Agency (NSA) in May 2025 to intensify their gathering of information on the Greenlandic independence movement, whereupon Denmark summoned the US ambassador. In mid-June 2025, the US strengthened Greenland's military ties by removing it from the European Command (EUCOM) and integrating it into the Northern Command (NORTHCOM), which serves homeland defense. A strategy paper was subsequently developed, outlining a concept for the integration and transformation of Greenland. According to the proposal, Greenland would be granted associated status (Associated Territory of the United States), which would give Greenlanders the greatest possible freedoms but also allow the United States to have political influence and the opportunity for a systematic modernization of air, sea, and road transport, as well as of the digital infrastructure. Greenland would then vote on its final status after approximately 10 to 15 years. Further cooperation within NATO and with Denmark would be continued. In addition, the United States is further expanding its military presence: Denmark granted the US military free access to three air bases in Karup, Skrydstrup, and Aalborg on the Danish mainland in 2025. The foreign ministers of Denmark and Greenland met in Washington on January 14, 2026, with Vice President JD Vance and Foreign Minister Marco Rubio. Both sides maintained their positions ("We agree to disagree") but agreed to form a high-level working group. According to the US, this group will conduct technical talks on the acquisition agreement for the U.S. to acquire Greenland, while the Danes assumed that it will focus on resolving the differences. In summary, Denmark is under intense political pressure from two sides simultaneously, and the loss of control over Greenland is a realistic possibility

    THE AFFECTIVE ARCHITECTURE OF EXTREMISM: Understanding Extremism through Situated Affectivity

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    This dissertation develops a novel theoretical framework for understanding radicalization and extremism by centering situated affectivity—a perspective that reconceives emotions not as internal mental states but as environmentally scaffolded, relational phenomena. Drawing on philosophy of mind, affect theory, and cognitive science, the work argues that extremist engagement is made possible through affective arrangements—sociomaterial configurations that shape emotional orientations and normalize ideological commitment. These arrangements operate through embodied routines, material affordances, and normative practices that give rise to affective dispositions capable of sustaining radical ideologies. The study shows how both negative and positive emotions—fear, humiliation, pride, nostalgia—are mobilized to forge durable affective ties, which in turn anchor individuals to extremist worldviews and practices. The dissertation consists of six chapters, including three previously published articles. Chapter One offers the conceptual groundwork and an extended case study from Pakistan, illustrating how religious nationalism, educational institutions, and authoritarian statecraft function as affective infrastructures that orient individuals toward rigid and hierarchical modes of belonging. Chapter Two introduces the key mechanisms of affective scaffolding, mind invasion, and self-stimulatory loops, showing how emotions are co-opted and stabilized by extremist milieus. Chapter Three deepens the analysis by examining case studies of digitally mediated radicalization and the affective patterns underpinning online extremism. Chapter Four presents a phenomenological analysis of the Christchurch mosque attack, highlighting the role of sacred passion and nostalgic violence in the formation of extremist subjectivity. Chapter Five critiques dominant counterterrorism approaches by foregrounding the role of racialized marginalization and systemic exclusion in creating affective preconditions for radicalization. Chapter Six summarizes the findings of this dissertation, highlighting how the framework of situated affectivity provides a profound understanding of the affective architecture of extremism while demonstrating its utility as a predictive tool for analyzing societal trajectories toward radicalization and authoritarianism. Across all chapters, the dissertation argues that emotions are not secondary byproducts of ideological transformation but essential structuring forces that enable and sustain it. By framing radicalization as a situated affective phenomenon, the study offers a philosophically rigorous and empirically informed account of the emotional architectures through which extremism is not only justified by those drawn to it but also rendered deeply felt and profoundly lived

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