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Zur funktionellen Morphologie der Fossa pterygopalatina und des Canalis palatinus major von Macaca fuscata und Colobus guereza
Die Fossa pterygopalatina ist eine seitliche, zwischen dem Neuro- und Viszerokranium lokalisierte Schädelgrube, die wichtige neurovaskuläre Strukturen enthält und diese an Nachbarregionen wie Orbita, Mund- und Nasenhöhle verteilt. Eine dieser Verbindungen ist der Canalis palatinus major, der die Arteria palatina descendens sowie die Nervi palatini zum Dach der Mundhöhle führt. Obgleich die Bedeutung der Fossa pterygopalatina und des Canalis palatinus major als wichtige Transiträume beim Menschen sehr gut bekannt sind, existieren bislang nur wenige Informationen über diese Strukturen bei nicht-menschlichen Primaten. Um die Faktoren, welche die funktionelle Morphologie der Fossa pterygopalatina und des Canalis palatinus major beeinflussen, besser einschätzen zu können, bieten sich Untersuchungen über die Situation bei nicht-menschlichen Primaten an. Diese Studie verfolgte deshalb das Ziel, die Morphologie der Fossa pterygopalatina und des Canalis palatinus major und deren Einflussfaktoren bei Colobus guereza, Macaca fuscata und Alouatta vergleichend-anatomisch zu untersuchen. Ein spezifisches Ziel dieser Studie bestand darin, den möglichen Einfluss der Pneumatisation der Maxilla sowohl auf den Canalis palatinus major als auch auf die Fossa pterygopalatina zu beurteilen. Dabei wurde Macaca fuscata, eine Spezies mit Sinus maxillaris, Colobus guereza, eine Spezies ohne Sinus maxillaris, gegenübergestellt. Darüber hinaus wurde der Geschlechtsdimorphismus und das Symmetrieverhalten der betrachteten Strukturen berücksichtigt. Alouatta, eine Gattung der Neuweltaffen, diente bei dieser Studie als Outgroup.
Die Grundlage dieser Arbeit bildeten 30 DVT- bzw. CT-Datensätze, die in der Poliklinik des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsmedizin Greifswald sowie im Labor für Physische Anthropologie der Universität Kyoto, Japan, erfasst wurden. Im Einzelnen wurden 15 DVT-Datensätze von Colobus guereza, 5 DVT-Datensätze für verschiedene Spezies der Gruppe Alouatta und 10 CT-Datensätze von Macaca fuscata untersucht. Die Datensätze wurden mithilfe der Programme Winsurf Version 4.0 © 2021, RadiAnt DICOM Viewer 4.6.9.18463 © 2009–2018 und ImageJ (Version 1.52a, Wayne Rasband, National Institute of Health, USA) ausgewertet. Dabei wurden sowohl Winkel-, Strecken- als auch Volumenmaße erhoben. Für die Bestimmung der drei-dimensionalen Ausrichtung des Canalis palatinus major im Gesichtsschädel wurde eine eigene Methodik entwickelt. Diese beruht auf der rechnerischen Ermittlung von Winkeln mit Hilfe der Vektorenrechnung.
Die statistische Auswertung der Parameter erfolgte mittels T-Test für unabhängige Variablen bei einem Signifikanzniveau von 5 %. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Parametern wurden mit Hilfe einer Korrelations- und Regressionsanalyse analysiert. Zur Beurteilung der Symmetrieverhältnisse der erfassten Schädelmaße wurden zusätzlich Symmetriequotienten berechnet und beurteilt.
Es zeigte sich, dass die Längsachse der Fossa pterygopalatina aller untersuchten Spezies mit von anterokaudal nach posterokranial ausgerichtet ist. Die Form der Fossa pterygopalatina der Makaken ähnelt, von allen in dieser Untersuchung berücksichtigten Spezies, am stärksten der des Menschen. Der Volumenindex wurde in dieser Untersuchung als Verhältnisgröße aus dem Volumen der Fossa pterygopalatina und dem Gesichtsschädelvolumen gebildet, um eine bessere Vergleichbarkeit der Spezies zu gewährleisten. Colobus guereza wies im Vergleich zu Macaca fuscata trotz eines kleineren Gesichtsschädelvolumens einen signifikant größeren Volumenindex der Fossa pterygopalatina auf. Möglicherweise ist der fehlende Sinus maxillaris die Ursache dafür, was jedoch in weiteren Studien untersucht werden sollte. Diese Studie verdeutlicht, dass der Canalis palatinus major bei Colobus guereza steiler zur Gaumenebene steht als bei Macaca fuscata. Dieser Sachverhalt besteht, obwohl das Viszerokranium bei Colobus guereza weniger stark gegenüber dem Neurokranium nach kaudal abgeknickt ist als bei Macaca fuscata. Die Korrelationsanalyse ergab, dass vor allem die sagittalen externen Schädelmaße mit den Strecken- und Volumenmaßen der Fossa pterygopalatina korrelieren.
Bei den Makaken wurde für die Höhe, die Länge und das Volumen der Fossa pterygopalatina als auch für die externen sagittalen Schädelmaße ein signifikanter Geschlechtsdimorphismus nachgewiesen. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei der Spezies Colobus guereza nur bei der Kanallänge ein signifikanter Geschlechtsdimorphismus. Die Analyse der Symmetriequotienten ergab, dass die erhobenen Maße als weitgehend symmetrisch aufgefasst werden können.
Mit der vorliegenden Studie wird eine reproduzierbare Vermessungsmethodik vorgestellt, die zukünftig als Standardmethode zur Vermessung der Fossa pterygopalatina und des Canalis palatinus major verwendet werden kann. Diese Studie liefert einen Beitrag zum besseren Verständnis von Form, Größe und Ausrichtung der Fossa pterygopalatina und des Canalis palatinus major. Obgleich die hier aufgezeigten Ergebnisse nicht unmittelbar auf die Situation beim Menschen übertragen werden können, ermöglicht diese Studie interessante Einblicke in solche Faktoren, welche für die Morphologie der tiefen Gesichtsregion von Bedeutung sein können. Das trifft insbesondere auf den Einfluss des Pneumatisationsgrades der Maxilla zu, der in dieser Studie erstmalig beleuchtet wurde. Damit liefert diese Studie wichtige Grundlagen für weitere vergleichend-anatomische Untersuchungen der Fossa pterygopalatina und ihrer Verbindungen unter Berücksichtigung ontogenetischer und phylogenetischer Faktoren. Die Erkenntnisse solcher Untersuchungen können schließlich für verschiedene klinische Fachgebiete wie Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, MKG-Chirurgie und Neurologie aber auch Anthropologie, Primatologie und Anatomie genutzt werden
Geschlechtsspezifische mittel- und langfristige Ergebnisse der Knie-Prothese NexGen® LPS (Zimmer)
In der knieendoprothetischen Versorgung werden Unterschiede in den Ergebnissen zwischen weiblichen und männlichen Patienten beschrieben. Dennoch existieren bislang nur wenige Studien zum geschlechtsspezifischen Outcome nach primärer Implantation. In dieser retrospektiven Arbeit wurden die mittel- bis langfristigen klinischen Ergebnisse von 186 Patienten (199 Fälle, davon 62% weiblich), welche im Zeitraum von Januar 2010 bis Dezember 2017 an der Universitätsmedizin Greifswald mit einer NexGen® LPS Knietotalendoprothese versorgt wurden, anhand dreier validierter Patient Reported Outcome Measures (PROMs) auf Unterschiede nach Geschlecht und Standzeit untersucht. Dazu wurden der Knee Society Score 2011 (KSS) und der Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) in zweifacher Ausführung erinnerlich prä- und postoperativ, sowie der Forgotten Joint Score (FJS) ausschließlich postoperativ nach 4 bis 12 Jahren Standzeit (durchschnittlich 6,4 ± 1,9 Jahre) im Zeitraum von November 2021 bis März 2022 telefonisch erhoben. Zudem wurde der KSS durch klinische Nachuntersuchung sowie Auswertung bestehender Röntgenaufnahmen mittels Brainlab® TraumaCAD® Version 2.5 vervollständigt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels IBM®-SPSS® Statistics Version 26. Zunächst wurde ein Vergleich der prä- und postoperativen Ergebnisse mittels Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test durchgeführt, anschließend wurde das Outcome nach Geschlecht und Standzeit in 2 Gruppen (4-6 und 6-12 Jahre) für alle Skalen der PROMs mittels Mann-Whitney-U-Test untersucht und die Effektstärke mittels Pearson Korrelationskoeffizient (r) bestimmt. Es zeigten sich für alle drei PROMs signifikante Verbesserungen (Erhöhungen) postoperativ gegenüber präoperativ (p<.001) mit Ausnahme der Skala ‚Erwartung‘ (KSS) mit signifikanter Verringerung (p<.001) bei starker Korrelation (0.68<r<0.88). Die Mittelwerte männlicher Patienten lagen bis auf zwei Ausnahmen in allen Skalen über den weiblichen. Vorwiegend postoperativ zeigten sich in allen Skalen signifikant niedrigere PROM-Werte für das weibliche Geschlecht (p<.039) mit Ausnahme von ‚Objektiv‘ und ‚Erwartung‘ (KSS). Für die Skalen ‚Fortgeschrittene und Beliebige Aktivität‘ (KSS), ‚Aktivitäten des täglichen Lebens‘ sowie ‚Sport und Freizeit‘ (KOOS) wurden moderate Korrelationen (0.32<r<0.42) bei sonst schwacher Korrelation (0.15<r<0.28) ermittelt. Für die Gruppe Standzeiten 6-12 Jahre wurden teils signifikant schlechtere Ergebnisse erzielt als für Standzeiten 4-6 Jahre, am deutlichsten für die Skalen ‚Gehen und Stehen‘ und ‚Beliebige Aktivität‘ (KSS). Bei stets schwachen Korrelationen (0.15<r<0.25) ist der Unterschied jedoch überschaubar.
Insgesamt konnten in dieser Arbeit für weibliche Patienten überwiegend schlechtere postoperative Ergebnisse nachgewiesen werden als für männliche. Diese Erkenntnisse sollten in der präoperativen Aufklärung berücksichtigt werden. Bei zumeist schwacher Korrelation bleibt der Einfluss des Geschlechts auf das Outcome in Hinblick auf ein multifaktorielles Geschehen Gegenstand weiterführender Forschung. Die dennoch signifikanten Verbesserungen in allen drei PROMs nach Knieprothesenimplantation für beide Geschlechter nach bis zu 12 Jahren Standzeit bestätigen den künstlichen Kniegelenkersatz bei strenger Indikationsstellung sowohl für Männer als auch für Frauen als ein Mittel zur Steigerung bzw. Wiederherstellung der Lebensqualität bei fortgeschrittener Gonarthrose
Immunmorphologische Phänotypisierung von Thrombozyten und Erythrozyten auf peripheren Blutausstrichen in Patienten mit BCR-ABL1-negativen myeloproliferativen Neoplasien
BCR-ABL1-negative myeloproliferative Neoplasien (MPN) umfassen eine heterogene Gruppe hämatopoetischer Stammzellerkrankungen, die durch eine klonal proliferierende Störung der myeloischen Blutzellreihen gekennzeichnet sind. Im natürlichen Verlauf der Erkrankung stehen neben einer Progression insbesondere thrombohämorrhagische Komplikationen im Vordergrund, welche wesentlich für die Morbidität und Mortalität der Patienten sind. Die Pathogenese der drei häufigsten diagnostischen Entitäten, der Polycythaemia Vera (PV), der Essentiellen Thrombozythämie (ET) und der Primären Myelofibrose (PMF), resultiert in Folge einer prädominanten Dysregulation von megakaryozytären und erythrozytären Vorläuferzellen im Knochenmark. Ziel dieser Arbeit war es, mittels immunmorphologischer Analyse Veränderungen im peripheren Phänotyp von Thrombozyten und Erythrozyten bei MPN-Patienten zu charakterisieren.
In einer umfangreichen Kohorte von gut charakterisierten Patienten konnten immunfluoreszenzmikroskopisch erstmals distinkte, wiederkehrende Veränderungen des Thrombozytenphänotyps auf morphologischer Ebene identifiziert werden. Diese charakterisierten sich durch eine veränderte Expression von Markern der Oberflächenproteine, des Zytoskeletts und der sekretorischen Granula in thrombozytären Subpopulationen, und umfassten erstmalig die Detektion des Splicing-Faktors Y-Box-bindendes Protein 1 (YBX1), welcher zuvor in Thrombozyten nicht beschrieben wurde. Darüber hinaus zeigte sich eine abnorme Expression von zytoskelettalem nicht-muskulärem Myosin IIA (NMMIIA) in Form von Aggregaten innerhalb der Erythrozyten. Eine Reduktion der Alpha-Granula und die erythrozytäre Expression von NMMIIA stellten sich phänotypisch innerhalb der Kohorte von MPN-Patienten am häufigsten dar und waren zugleich kaum in Patienten mit anderer Diagnose detektierbar. Die Befunde beider Markerkategorien ließen sich gegenüber der optischen Evaluation in Bioimage-Analysen unabhängig validieren.
Explorativ zeigten sich Korrelationen von Alpha-Granula-Störung und JAK2-Mutationsstatus sowie von erythrozytärem NMMIIA und Myelofibrose, wobei eine relationale Assoziation zur Allellast bzw. dem histopathologischen Fibrosegrad der Patienten bestand. Der kombinierte Phänotyp aus Alpha-Granula-Störung und erythrozytärem NMMIIA assoziierte gegenüber anderen Subgruppen mit einer höheren Allellast der Treibermutationen und einem höheren Anteil von Passagier-Mutationen, und markiert daher im Kontext der klonalen Evolution der MPN einen potentiell progressiveren Endophänotyp der Erkrankung. Diese Arbeit trägt so zur Identifizierung neuer diagnostischer und prognostischer Biomarker in MPN-Patienten bei
Knowledge, assessment and treatment of molar incisor hypomineralisation (MIH) among German dentists
Ziele: Diese Studie untersuchte das Wissen, die Erfahrung und die klinische Praxis deutscher Zahnärzte in Bezug auf die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), einem wichtigen Problem in der Kinderzahnheilkunde. Bislang wurde die Einschätzung deutscher Zahnärzte bezüglich MIH nicht untersucht.
Material und Methoden: Es wurde ein modifizierter Fragebogen mit 25 Fragen verwendet, um das Verständnis von MIH unter deutschen Zahnärzten zu erfassen. Dieser basierte auf der Arbeit von Weerheijm et al. und wurde durch eine australische Gruppe angepasst. Die Umfrage wurde von März bis Juni 2023 online über ‚Survio.de‘ durchgeführt. Die erhobenen Daten wurden anonym in einer Excel-Tabelle erfasst und mit SPSS 29.0 ausgewertet.
Ergebnisse: Von den 625 befragten Zahnärzten wurden 517 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet. Insgesamt 99,2% der Befragten gaben an, Patienten mit MIH behandelt zu haben und 92,5% erkannten MIH als wichtiges klinisches Problem. Die am häufigsten beobachteten klinischen Manifestationen waren gelb/braune Defekte (81%), Schmelzverlust (46%) und weiße Defekte (36,4%). Darüber hinaus stellten 68,6% der Zahnärzte einen Anstieg der MIH-Prävalenz fest. Zu den Hauptproblemen bei der Behandlung von MIH-Patienten gehörten Probleme mit dem Verhalten der Kinder (44,7%), Schwierigkeiten mit der Lokalanästhesie (22,7%) und die längere Behandlungsdauer (15,3%). Eine deutliche Mehrheit (77,8%) der Zahnärzte äußerte Interesse an Fortbildungen zum Thema MIH.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Herangehensweise der Zahnärzte an die MIH-Behandlung von ihrer Spezialisierung und Diagnosesicherheit ab-hängt. Trotz Grundkenntnissen und Erfahrungen mit MIH betonte eine beträchtliche Anzahl der Befragten die Notwendigkeit an Fortbildung. Altersbedingte Verzerrungen und begrenzte Kenntnisse neuer Techniken unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung.
Klinische Relevanz: Zahnärzte benötigen regelmäßige Weiterbildungen, um ihre Patienten effektiv diagnostizieren und behandeln zu können. Es ist daher wichtig, die Fortbildungsprogramme für die Behandlung von MIH zu erweitern. Eine intensivere Schulung in den Bereichen Ursachenforschung, Diagnosestellung und wirksame Behandlungsmethoden von MIH ist notwendig. Dadurch werden Zahnärzte besser darauf vorbereitet, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Behandlungsergebnisse ihrer Patienten weiter zu verbessern.Objectives: This study investigated the knowledge, perceptions, and clinical practices of German dentists regarding molar incisor hypomineralisation (MIH), a significant issue in paediatric dentistry. To date, no study has examined the knowledge and experience of German dentists with MIH.
Subjects and methods: A modified questionnaire comprising 25 items, based on the work of Weerheijm et al. and adapted by an Australian group, was used to assess German dentists' understanding of MIH. The survey was conducted online through ‘Survio.de’ from March to June 2023, with the collected data anonymously recorded in an Excel spreadsheet and analysed via SPSS 29.0.
Results: Out of 625 surveyed dentists, 517 completed questionnaires were analysed. An overwhelming 99.2% of the participants reported treating MIH patients, and 92.5% acknowledged MIH as a significant clinical issue. The most frequently noted clinical manifestations were yellow/brown defects (81%), enamel loss (46%), and white defects (36.4%). Additionally, 68.6% of the dentists observed an uptick in the incidence of MIH. Key obstacles in treating MIH included challenges related to child behaviour (44.7%), difficulties with local anaesthesia (22.7%), and the prolonged duration of treatments (15.3%). Most dentists (77.8%) expressed an interest in additional MIH training.
Conclusions: The findings suggest that dentists' approach to MIH management is shaped by their specialisation and level of diagnostic confidence. Despite possessing fundamental knowledge and prior experience, a considerable number of respondents indicated a necessity for advanced educational opportunities. Age-related biases and limited awareness of new techniques highlight the need for further research.
Clinical relevance: Dentists require ongoing education to diagnose and treat their patients effectively. Therefore, it is essential to broaden the training programs for the management of MIH. More comprehensive training in the areas of aetiology, diagnosis, and effective treatment methods for MIH is necessary. This will equip dentists with the knowledge to make informed decisions, thereby enhancing treatment outcomes for their patients
Lymphocytic choriomeningitis virus: A neglected zoonotic pathogen
Lymphocytic choriomeningitis virus (LCMV) is a neglected zoonotic arenavirus transmitted, primarily, by house mice (Mus musculus). In humans, LCMV infection may cause encephalitis and meningitis, or severe birth defects in embryos. In New World primates (family callitrichidae), LCMV causes acute and fatal callitrichid hepatitis (CH), presenting with lesions in the liver and brain. LCMV research in Germany is severely limited and outdated. Here, LCMV was detected for the first time in the Netherlands, and two viral lineages were continuously detected in house mice from a zoological garden in Germany. The total LCMV RNA prevalence in house mice tended to increase between 2021 and 2023. This was primarily driven by lineage I, while the occurrence of lineage II tended to decrease. Despite both lineages I and II being present in house mice, only lineage II was detected in NW primates with CH. The detection of three LCMV genome segments in house mice was interpreted as the emergence of a reassortant virus containing an S-segment of lineage II and an L-segment of lineage I. Additionally, a novel viral lineage was detected in wood mice (Apodemus sylvaticus) from the south of Germany, suggesting a wider range of potential host species than previously thought. The high prevalence of LCMV within the house mouse population of the zoological garden not only poses a potential health threat for employees and visitors of the zoological garden, and potentially other zoo animals. The occurrence and reassortment of two viral lineages provides a unique opportunity to advance our understanding of arenavirus evolution
Formation and dynamics of biomolecule coronas on environmentally relevant polymer particles and their influence on cellular transport processes
The challenge of environmental plastic pollution will increase in the upcoming decades,
leaving no habitat, and therefore, no organism unaffected. Over time and by different
environmental forces, large plastic waste debris can degrade into small polymer particles,
which contaminates the food chain and inevitably ends up in apex species, like humans.
However, it remains to be elucidated if the human organism is affected by polymer ingestion
or if it has no effect on humans. As particles most likely interact with different biomolecules in
the environment, like lipids, proteins or even toxins, they are consequently transported and
altered along the food chain, ending up in humans. With this, different molecules foreign to the
organism can enter the human body and probably cause damage depending on the molecule.
To gain insight in the dynamics and formation of lipid and protein coronas around model
polystyrene particles and their biological effect, this thesis investigated the interaction of an
artificial liposome-/ (Article 1) and human saliva protein (Article 2) model with commercially
available polystyrene particles. In order to mimic different variations of particle surfaces, the
manufactural available particles were either without modification (pristine), aminated or
carboxylated and different sizes were investigated. In Article 3, a novel protocol was introduced
to produce PET particles from bulk material by sonication with an investigation of the biological
effect resulting from heterogenous PET particles
Subtype specific vasodilation by novel synthetic KCNQ channel activators
Hypertension, a prevalent global health issue, is primarily driven by increased peripheral
vascular resistance, substantially contributing to cardiovascular morbidity and mortality.
Among the molecular players, Kv7 channels, particularly Kv7.4 and Kv7.5 subtypes, are
recognized as critical regulators of vascular smooth muscle cell (VSMC) membrane
potential and vascular tone. This study systematically investigates the vasodilatory
properties and Kv7 subtype specificity of two novel activators, KWu183 and KWu176,
employing optimized ex vivo vascular models.
A refined isolated perfused kidney (IPK) model and pressurized mesenteric artery
system were utilized, providing robust platforms for assessing vascular reactivity under
physiologically relevant conditions. To elucidate mechanisms of action, genetically
modified mouse models (Kcnq4−/−, Kcnq5−/−, and Kcnq4−/−Kcnq5−/−) were combined with
endothelial inhibition assays, enabling a clear delineation of endothelial-dependent and -
independent pathways.
The results demonstrated that both KWu183 and KWu176 induce dose-dependent
vasodilation at nanomolar concentrations, effectively reducing vascular resistance.
KWu183 exhibited high specificity for Kv7.5 channels, partially mediated via endothelial
mechanisms, whereas KWu176 acted on both Kv7.4 and Kv7.5 subtypes, primarily
through endothelial-independent pathways. The involvement of Kv7 channels in these
effects was confirmed through pharmacological blockade with XE991. Furthermore, the
study highlights the advantages of the optimized IPK model in replicating physiological
vascular conditions, reinforcing its value in vascular research.
This investigation establishes KWu183 and KWu176 as promising candidates for
therapeutic development targeting Kv7 channels, offering distinct mechanistic insights
and subtype selectivity. These findings contribute significantly to the understanding of
vascular regulation and lay the groundwork for future clinical exploration of Kv7
modulators in hypertension and vascular disease management.Hypertonie, ein weit verbreitetes globales Gesundheitsproblem, wird hauptsächlich
durch erhöhten peripheren Gefäßwiderstand verursacht und trägt erheblich zu
kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität bei. Spannungsgesteuerte Kaliumkanäle der
Kv7 Familie, insbesondere die Subtypen Kv7.4 und Kv7.5, sind entscheidend für die
Stabilisierung des Membranpotenzials von Gefäßmuskelzellen und die Regulierung des
Gefäßtonus. Diese Studie untersucht systematisch die vasodilatierenden Eigenschaften
und die Kv7-Subtypspezifität von zwei neuartigen Aktivatoren, KWu183 und KWu176,
unter Verwendung optimierter ex vivo Gefäßmodelle.
Ein verfeinertes isoliertes perfundiertes Nierenmodell (IPK) und ein pressurisiertes
Mesenterialarteriensystem wurden eingesetzt, um die Gefäßreaktivität unter
physiologisch relevanten Bedingungen präzise zu bewerten. Zur Aufklärung der
Wirkmechanismen wurden genetisch veränderte Mausmodelle (Kcnq4−/−, Kcnq5−/− und
Kcnq4−/−Kcnq5−/−) mit Endothelinhibitionsassays kombiniert, um endothelabhängige und
-unabhängige Wege klar zu unterscheiden.
Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl KWu183 als auch KWu176 dosisabhängige
Vasodilatation bei nanomolaren Konzentrationen induzieren und den Gefäßwiderstand
effektiv reduzieren. KWu183 wies eine hohe Spezifität für Kv7.5-Kanäle auf, teilweise
vermittelt durch endotheliale Mechanismen, während KWu176 sowohl auf Kv7.4- als
auch Kv7.5-Subtypen wirkte, hauptsächlich über endothelunabhängige Wege. Die
Beteiligung von Kv7-Kanälen an diesen Effekten wurde durch pharmakologische
Blockade mit XE991 bestätigt. Darüber hinaus unterstreicht die Studie die Vorteile des
optimierten IPK-Modells bei der Replikation physiologischer Gefäßbedingungen und
betont dessen Wert in der Gefäßforschung.
Diese Untersuchung identifiziert KWu183 und KWu176 als vielversprechende
Kandidaten für die therapeutische Entwicklung, die auf Kv7-Kanäle abzielen, und bietet
differenzierte mechanistische Einblicke sowie Subtypspezifität. Diese Erkenntnisse
tragen wesentlich zum Verständnis der Gefäßregulation bei und bilden die Grundlage
für zukünftige klinische Untersuchungen von Kv7-Modulatoren im Management von
Hypertonie und Gefäßerkrankunge
Evidence-based Management: Effiziente Führung von Krankenhäusern unter Berücksichtigung multidimensionaler Zielsysteme
Die Krankenhausreform Deutschlands, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der mittelmäßige Outcome des stationären Sektors zwingen das Krankenhausmanagement zum Handeln. Die Wissenschaft bietet etablierte Verfahren zur Messung und Optimierung der Perfomance von Kliniken, die in der Praxis wenig Beachtung finden. Variablen zur Messung der Qualität werden teilweise und solche zur Erhebung des wirtschaftlichen Erfolgs sehr selten eingesetzt. Mit der operativen Implementierung des in der vorliegenden Studie vorgestellten Benchmarkingtools könnte es gelingen, die Kliniken innovativer und erfolgreicher zu steuern.
Auf Basis der Daten von 388 Krankenhäusern wird die Two-Stage Data-Envelopment Analysis durchgeführt. Hierzu werden Informationen der Qualitätsberichte und der Jahresabschlüsse zusammengeführt und analysiert. Zwei inputorientierte Modelle mit variablen Skalenerträgen und unterschiedlichen In- und Outputs werden aufgebaut. In der Second-Stage wird der Zusammenhang zwischen der Effizienz und potentiell erfolgsbeeinflussenden Variablen untersucht.
Privat geführte Krankenhäuser weisen ein höheres durchschnittliches Effizienzniveau auf. Eine Assoziation zu der Anzahl der Betten, betriebenen Standorten, Fachabteilungen und dem Status als akademisches Lehrkrankenhaus kann nicht nachgewiesen werden. Es wird ein U-förmiger Zusammenhang zwischen der Notfallstufe und der Effizienz dargestellt. Die Analyse des Personals offenbart, dass sowohl ein niedriger Anteil von administrativen Kräften als auch ein hoher Anteil von klinischem Personal mit hohen Effizienzwerten einhergeht. Gleichzeitig weisen Krankenhäuser mit einem hohen Anteil eingesetzter Pflegekräften höhere Effizienzniveaus aus. Die Personal-, Material- und Abschreibungsintensitäten korrelieren negativ mit der Effizienz. Der Umfang der staatlichen Förderung für Investitionen weist ebenfalls einen negativen Zusammenhang aus. Hingegen können positive Assoziationen mit verschiedenen Kennzahlen des wirtschaftlichen Erfolgs ausgemacht werden. Interessanterweise kann nur in Einzelfällen eine signifikante Beziehung zu den Qualitätsindikatoren nachgewiesen werden.
Das medizinische und ökonomische Outcome des deutschen Gesundheitswesens erfordert auf der Ebene der Politik und des operativen Managements eine Veränderung des Handelns. Die aktuelle Krankenhausreform greift wesentliche Aspekte der empirischen Evidenz auf. Andere wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben außen vor. Das Krankenhausmanagement ist aufgefordert, sich den wandelnden Anforderungen zu stellen, wobei das vorgestellte Tool einen Lösungsansatz bieten kann
Ausgewählte Lyrik
Mit der vorliegenden Buchserie werden erstmals Alfred Franzkeits Übersetzungen litauischer Lyrik ins Deutsche systematisch veröffentlicht
Government Policy and Regional Development in Germany
This thesis investigates how government policy shapes regional economic development in Germany, with a specific focus on subnational disparities that aggregate-level analyses frequently neglect. Adopting a disaggregated NUTS-3 framework, the study analyzes the impact of regional tax competition on the feasibility of a harmonized tax system, its effects on attracting economic activities across regions, and the role of industrial agglomeration in determining regional resilience to economic shocks.
Employing advanced econometric methods on disaggregated regional and firm-level data, this study demonstrates how fiscal decentralization generates heterogeneous policy outcomes. The analysis reveals that tax competition significantly reduces the feasibility of tax harmonization while exhibiting limited effectiveness in attracting economic activities. Furthermore, industrial agglomeration produces divergent resilience patterns, enhancing stability in rural regions but amplifying economic volatility in urban centers. These results indicate that policy interventions require careful differentiation based on a region's position along the urban-rural continuum