Austrian Platform for Research and Technology Policy Evaluation
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Entscheidungsfindung für ein MINT-Studium und Onboarding im MINT-Studium
Der vorliegende Bericht ist ein qualitatives Add-On zur quantitativen Studie „MINT 2023. Status Quo und aktuelle Herausforderungen im MINT-Bereich an Hochschulen und am Arbeitsmarkt“. Ziel dieser qualitativen Zusatzstudie war es herauszufinden, wie MINT-Studierende tatsächlich zu ihrer Studienfachwahl gekommen sind, welche Unterstützungsmaßnahmen im Entscheidungsprozess unabdinglich waren, wie sie den Studieneinstieg erlebt haben und mit welchen Schwierigkeiten sie beim Studieneinstieg konfrontiert waren bzw. sind. Zudem soll auch einen Blick auf jene geworfen werden, die an MINT-Fächern ursprünglich interessiert waren, ihre Entscheidung aber revidiert und sich somit gegen die Aufnahme eines MINT-Studiums entschieden haben. Diese Beweggründe stehen ebenfalls im Forschungsinteresse der vorliegenden
Studie
Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus an öffentlichen Universitäten in Österreich zwischen 2021 und 2024
Seit dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben antisemitische Übergriffe weltweit Konjunktur. Gerade die Universitäten – offene, demokratische Diskursorte – sind in den letzten Monaten weltweit zu Schauplätzen antisemitischer Agitation geworden. Der Antisemitismus ist ein Weltbild, das ein System aus Ressentiments und Verschwörungsmythen impliziert, das demokratiefeindlich ist und zu physischer und psychischer Gewalt führen kann. Da öffentliche Universitäten als demokratische Institutionen den Grundrechten verpflichtet sind und gleichzeitig einen diskursoffenen, demokratischen Raum zu gestalten haben, sind sie in besonderem Maße verpflichtet, aktiv Maßnahmen gegen Antisemitismus zu
ergreifen
Evaluierung der Anschlussförderung Niederösterreich des FFG Basisprogramms. Endbericht
Gegenstand dieser Kurzevaluation ist die Anschlussförderung Niederösterreich des FFG Basisprogramms (BP). Das FFG BP steht für alle Unternehmens- und Projektgrößen zur Verfügung, inklusive Startups und Unternehmen in der Gründungsphase. Unterstützt werden Projekte der experimentellen Entwicklung, die innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln. Die Förderhöhe beträgt üblicherweise 50 % der Projektkosten1 und besteht aus einer Kombination von Zuschüssen und Darlehen. Zusätzlich können Landesmittel die Förderung auf bis zu 70% der förderbaren Kosten aufstocken. Die FFG hat dazu Kooperationsvereinbarungen mit einigen Bundesländern geschlossen.
Die Kooperation zwischen dem Land Niederösterreich und der FFG begann am 01.09.2014, sie ist derzeit bis derzeit 31.12.2024 bewilligt und ist durch die Beobachtung motiviert, dass „vor allem KMU, kleinere und mittlere Unternehmen mehr Schwierigkeiten haben, den finanziellen Aufwand für F&E Projekte über Kredite zu finanzieren.“ Unternehmen mit Forschungsstandort in Niederösterreich, deren Forschungsprojekte hier durchgeführt werden, können im Rahmen dieser Initiative weitere 20 % der Projektkosten als Darlehen erhalten. Die Mittel für die Finanzierung werden vom NÖ Wirtschafts- und Tourismusfonds (NÖWTF), vertreten durch die Leitung der Abteilung Wirtschaft, Tourismus und Technologie (WST3), bereitgestellt. Die FFG stockt ihre Darlehensförderung im Rahmen ihrer budgetären Möglichkeiten aus eigenen Mitteln auf und erhält vom NÖWTF eine Bezahlung für Kapitalkosten, den Abwicklungsaufwand und das Ausfallsrisiko. Die Prüfung des Antrags sowie die Abwicklung obliegt der FFG, die Anschlussfinanzierung durch NÖ kann im Rahmen des verfügbaren Budgets erfolgen. Im Rahmen dieser Kurzevaluation sollen vier zentrale Fragestellungen untersucht werden:
(i) Hat die Anschlussförderung durch Niederösterreich eine Hebelwirkung erzeugt oder kam es zu Mitnahmeeffekten?
(ii) Inwieweit konnte die Förderung KMUs dabei unterstützen, ihre Nachteile am Kapitalmarkt zu verringern?
(iii) Trug die Maßnahme zur Diversifizierung der Innovationslandschaft in Niederösterreich bei?
(iv) Welche Ausgestaltung sollte die Anschlussförderung zukünftig haben?
Die Analyse wurde im Herbst 2024 durchgeführt und stützt sich auf drei Informationsquellen:
Aufbauend auf der Studie von Wirtschafts- und Innovationsberichten sowie Unterlagen zu
bisherigen Auswertungen der Förderung wurden Interviews mit acht Stakeholdern in Niederösterreich geführt. Die quantitativen Analysen basieren auf Förderdaten, die vom Land Niederösterreich sowie der FFG bereitgestellt wurden
INNOVATORINNEN. Begleitforschung des Programms 2022 - 2023
Bei dieser Studie handelt es sich um die Begleitforschung des im Jahr 2022 gestarteten INNOVATORINNEN-Programms. Die Begleitforschung umfasste zwei ganze Leadership-Durchgänge (Februar bis Dezember 2022 und Februar bis Dezember 2023) im Rahmen von „Modul 1“, sowie den Aufbau des INNOVATORINNEN Clubs (ab Herbst 2022) im Rahmen von „Modul 2“1.
Zentrale Erkenntnisse
*) Der Fokus auf einer individuellen inhaltlichen Gestaltungsmission machte das Leadership-Programm für die Zielgruppe besonders attraktiv und unterscheidet es von klassischen Frauenförderungsprogrammen.
*) Die Gestaltungsmissionen konnten durch die Leadership-Durchgänge mit mehr Klarheit, Selbstbewusstsein, Motivation und Know-How konkretisiert und weiterentwickelt werden.
*) Das Leadership-Programm wirkt dadurch auch auf den Ausbau von Innovationskompetenzen, Kontakten, der Umsetzung der individuellen Vorhaben und Initiierung (gemeinsamer) Projekte.
*) Bisher ungedeckte Kompetenzbedarfe zeigten sich ausschließlich im Bereich der Risikobereitschaft – alle anderen abgefragten Kompetenzen wurden als gut abgedeckt befunden.
*) Die Heterogenität der Teilnehmerinnen in den INNOVATORINNEN Leadership-Durchgängen stellte aus deren Sicht einen großen Mehrwert dar.
*) Die Vernetzung mit der Peer Group und das herausragende Engagement des Programmmanagements bieten ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Leadership-Durchgänge.
*) Auch die Formate des INNOVATORINNEN Clubs wurden in jeder Hinsicht überwiegend positiv bewertet; als künftige Schwerpunkte wurden Vernetzungs- und Projektplattformen sowie Mentoring-Aktivitäten angeregt.
*) Mit Blick auf die Unterstützung vonseiten der FFG wurde der Wunsch nach themenoffenen, interdisziplinären und nicht-klassischen F&I-Fördermöglichkeiten zum Ausdruck gebracht
Competition of Narratives: Deciphering the Debates on Research at Universities of Applied Sciences in Austria
Die Forschung an österreichischen Fachhochschulen (FHs) wird oft als praxisorientiert und unmittelbar anwendbar charakterisiert, aber auch als dilettantisch oder trivial kritisiert. Trotz der vielfältigen Realität der Forschungsaktivitäten prägen dominante Narrative die öffentliche Wahrnehmung der Fachhochschulforschung und beeinflussen Debatten über ihre Identität, Qualität und Legitimität. Dieser Artikel untersucht auf der Grundlage einer umfassenden Dokumentenanalyse, warum die Forschung an österreichischen Fachhochschulen in den letzten drei Jahrzehnten umstritten geblieben ist. Er identifiziert zwei Hauptnarrative: eines, das die Fachhochschulen als Institutionen betrachtet, die sich in erster Linie auf die Lehre und nicht auf die Forschung konzentrieren, und ein anderes, das die Forschung an den Fachhochschulen als wichtigen Beitrag zur Innovation und regionalen Entwicklung betrachtet. Diese Erzählungen sind mit breiteren Diskursen über Hochschulbildung und wissenschaftliche Wissensproduktion verwoben. Auf der Grundlage von Erkenntnissen aus der Hochschulforschung und der Wissenschafts- und Technologiewissenschaft wird in diesem Artikel untersucht, wie diese Narrative konkurrierende soziale Normen und Ideologien widerspiegeln und aufrechterhalten. Das Nebeneinander dieser Narrative im öffentlichen Diskurs verdeutlicht die zugrundeliegende Machtdynamik und soziale Ungleichheit und zwingt die Beteiligten, einschließlich der Fachhochschulverwaltung und der Forscher, sich mit widersprüchlichen Erwartungen an die Fachhochschulforschung auseinanderzusetzen. Durch die Beschreibung dieser Narrative, ihre Einordnung in einen breiteren diskursiven Rahmen und die Anerkennung ihrer gleichzeitigen Existenz trägt dieser Artikel zu einem besseren Verständnis der laufenden Debatte über die Fachhochschulforschung bei. Er unterstreicht, wie wichtig es ist, sich auf die Komplexität dieses Diskurses einzulassen, anstatt ihn abzutun, da er für breitere Diskussionen über den Wert der akademischen Forschung und die Rolle der Universitäten bei der Förderung von Forschung und Innovation von entscheidender Bedeutung ist
The translation of transformative policy ambitions in funding research for climate change
Dieses Papier untersucht, wie Forschungs- und Innovationspolitik (F&I) auf globale Herausforderungen reagiert, die grundlegende gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformationen erfordern. Es analysiert den transnationalen, europäischen Förderaufruf SOLSTICE für Klimaforschung, der von den Sozial- und Geisteswissenschaften geleitet wird. Sowohl die Entwicklung von SOLSTICE als auch die Reaktionen der Forschungsgemeinschaft werden im Kontext der Literatur zur transformativen F&I-Politik betrachtet, um mögliche zukünftige Verbesserungen für transformative Förderprogramme zu identifizieren. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Erfolg transformativer F&I-Politik maßgeblich von einer breiten Beteiligung relevanter Akteure bei der Gestaltung der Förderinstrumente sowie einem aktiven und kontinuierlichen Fokus auf gesellschaftliche Ergebnisse während der Projektumsetzung abhängt. Zudem werden Hindernisse für die Wirksamkeit (europäischer) transnationaler Förderprogramme identifiziert, insbesondere wenn politische Maßnahmen auf soziotechnische Transformationen auf Gemeinschaftsebene abzielen, um globale Herausforderungen zu bewältigen
Evaluierung der bilateralen FTI-Calls 2017-2021 mit dem Ministry of Science and Technology der Volksrepublik China (MOST), sowie den chinesischen Provinzen Guangdong und Zhejiang
Dieser Bericht fasst die Ergebnisse der Evaluierung von fünf bilateralen FTI-Ausschreibungen zusammen, die das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) in den Jahren 2017 bis 2021 gemeinsam mit dem Ministry of Science and Technology (MOST) der Volksrepublik China, sowie mit den chinesischen Provinzen Guangdong und Zhejiang durchgeführt hat
Wissenschaftsvermittlung und Demokratieverständnis on der hochschulischen Lehre
Österreicher:innen sind gegenüber der Wissenschaft skeptisch. Zu diesem Ergebnis kam die Spezial-Eurobarometer Umfrage 516 Kenntnisse und Einstellungen der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu Wissenschaft und Technologie. Der Aussage, „Kenntnisse über Wissenschaft und Forschung zu besitzen, ist für mein tägliches Leben nicht von Bedeutung“ (Generaldirektion Kommunikation 2021, 36), stimmten 53 % der Befragten Österreicher:innen zu, vergleichbar mit Griechenland (53 %) und übertroffen nur von Bulgarien (57 %). Im EU-27-Durchschnitt stimmten dieser Aussage im Vergleich nur 33 % zu. Wie die Eurobarometer Umfrage 96.2 zeigte, sind Österreicher:innen aber nicht nur wissenschaftsskeptisch, sondern weisen auch eine größere Unzufriedenheit auf, wenn es um die Einstellung zur Demokratie in ihrem Land geht. Auf die Frage „On the whole, are you very satisfied, fairly satisfied, not very satisfied or not at all satisfied with the way democracy works in Austria?“ zeigten sich nur 56 % der Befragten generell zufrieden, womit Österreich auch hier unter dem Schnitt der EU-27 mit 57 % lag
Assessment of completed BRIDGE Discovery projects Synthesis at programme level
Ziel dieser Kurzevaluation war es, systematisch Informationen aus den abgeschlossenen Projekten des BRIDGE Discovery Programms bis Juni 2023 zu sammeln. Diese sollen zur strategischen Optimierung und Entscheidungsfindung für die Förderperiode 2025-2028 genutzt werden.
BRIDGE Discovery ist ein themenoffenes Förderprogramm an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, das gemeinsam vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und Innosuisse - Schweizerische Agentur für Innovationsförderung - finanziert und umgesetzt wird.
Die Studie verwendet einen gemischten Methodenansatz, um Informationen über den Programmkontext und die geförderten Projekte zu sammeln: Analysen von Programmdokumenten, Interviews mit Programmverantwortlichen, Mitgliedern des Lenkungsausschusses, des Evaluationsgremiums usw., Analysen von Projektdaten und -berichten, Interviews mit Projektleitern und Durchführungspartnern sowie eine Online-Umfrage.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass zwischen den Portfolios des SNF und der Innosuisse eine relativ grosse Lücke klafft, was zu einer hohen Nachfrage nach BRIDGE Discovery führt. In Anbetracht der aktuellen Budgetbeschränkungen werden Optionen für ein umfassenderes Bild der Portfolio-Integration skizziert
Resilienz des österreichischen FTI-Systems. Krisenabsorption und Krisenvorbereitung am Beispiel von Pandemie und Klimawandel
Wie ist das österreichische Forschungs-, Technologie- und Innovationssystem (FTI-System) durch die Krise gekommen und welche Lehren können daraus für die Bewältigung zukünftiger Krisen gewonnen werden? Wie kann man in diesem Zusammenhang Resilienz beobachten und/oder messen? Diese Fragestellungen standen im Zentrum der vorliegenden Studie, die vom österreichischen Rat für Forschung und Technologieentwicklung beauftragt wurde. Methodisch stützt sich die Studie auf Interviews mit Expert*innen aus dem FTI-System, Workshops mit dem Rat, relevanten Stakeholdern und FTI-Akteuren sowie auf eine Recherche der einschlägigen Literatur und weiterer Quellen.
Die Studie betrachtet die drei Resilienzdimensionen Absorption, Adaption und Transformation. Dahinter verbergen sich konzeptionelle Vorstellungen hinsichtlich der Abfederung externer Schocks, der Anpassung eines Systems an Krisenereignisse sowie nach der Fähigkeit eines Systems, sich aufgrund von Krisen oder der Antizipation von Krisen grundlegend und zukunftsgerichtet zu ändern. Die Dimension der Transformation bzw. des bounce forward wird dabei nicht als inkrementelle Veränderungen in einem System verstanden, sondern als Beitrag zu einem systemischen Wandel. Die wichtigste Empfehlung der Studie ist es, das Thema Resilienz zukunftsgerichtet zu verstehen und die Vorbereitung auf mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartbare Krisenszenarien (Klimakrise, Biodiversitätskrise, etc.) zu intensivieren, z.B. durch mehr vorausschauende Aktivitäten in diesem Bereich sowie in Anlehnung an die europäischen Instrumente eine stärkere strukturelle und thematische Ausrichtung des Systems auf mögliche Krisen