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Abschlussbericht zu den DFG-Projekten „Geometrie, Chronologie und Dynamik der letzten pleistozänen Vergletscherung des Schwarzwaldes“ und „Chronologie der Vergletscherung des Südschwarzwaldes nach dem spätpleistozänen Vergletscherungsmaximum"
Das Ziel der Projekte bestand in einer umfassenden Rekonstruktion der letzten Vergletscherung des Südschwarzwaldes. Dabei stand folgende Frage im Mittelpunkt: „Wann erreichte die Vergletscherung im Schwarzwald ihr letztes Maximum?“. Bei der kritischen Begutachtung bisheriger Kartierungen von Moränen stellte sich heraus, dass sich bisherige Autoren in Bezug auf die Lage und Korrelation von Moränen widersprechen. Einige als Moränen angesprochene Landformen konnten nicht als solche bestätigt werden. Gleichzeitig gelang es, zahlreiche Moränen erstmals zu beschreiben. Für die Altersbestimmung von Eisrandlagen mittels Oberflächenexpositionsdatierungen wurden 69 Blöcke auf Moränen beprobt. Blöcke auf Moränen nahe des Maximalstands der letzten Vergletscherung weisen ein mittleres Alter von ~24.000 Jahren auf. Aufgrund der begrenzten Zahl der Blöcke muss dieses vorläufige Alter im Rahmen zukünftiger Forschungsaktivitäten noch besser abgesichert werden. Altersbestimmungen an Moränen nordöstlich des Feldbergs erbrachten Alter von 17.000–16.000 Jahren für Moränen, die mit der Phase der Talvergletscherung in Verbindung stehen. Während der nachfolgenden Phase der Karvergletscherung (um 14.000 Jahre vor heute) bildeten sich vor dem endgültigen Rückschmelzen der Gletscher weitere Moränen. Altersbestimmungen an Seeablagerungen, die auf einer solchen Moräne im Feldseekar östlich des Feldbergs, des höchsten Punktes des Schwarzwaldes, abgelagert wurden, ergaben für die Moräne ein Minimalalter von 16470–15230 Jahren vor 1950 nach unserer Zeitrechnung. Dank der Bestimmung der Konzentration des Isotops 10Be in Blöcken auf dem unbedeckten Teil der Moräne gelang es, die Zunahme der Konzentration dieses Isotops zu berechnen. Dank dieser Untersuchung konnte die Berechnung von Oberflächenexpositionsalter in den Mittelgebirgen Zentraleuropas verfeinert werden. Im Rahmen einer zweiten Methodenstudie gelang es, eine Werkzeugbox für die Berechnung der topografischen Abschirmung in einem Geographischen Informationssystem zu validieren. Ein weiteres Ziel bestand in der Erarbeitung von Empfehlungen für die möglichst präzise Ermittlung von Abschirmungsfaktoren mittels digitaler Geländemodelle. Dank der computergestützten Rekonstruktion der ehemaligen Gletscher im Südschwarzwald, der Berechnung ihrer Gleichgewichtsdaten und die Hinzunahme eines globalen Datensatzes zu Niederschlag-Temperatur-Beziehungen an Gleichgewichtslinien und unabhängigen regionalen Temperaturdaten konnten die Niederschläge während der Rückschmelzphase der Gletscher berechnet werden. Aufgrund von Unsicherheiten der verwendeten Methodik und des starken Einflusses von Schneeverwehung und Lawinenabgängen auf die Massenbilanzen der Gletscher weisen die rekonstruierten Niederschlagswerte eine erhebliche Unsicherheit auf. Ungeachtet dessen trägt das Projekt zu einem erheblichen Fortschritt in der Erforschung der Vergletscherungen Mitteleuropas dar, da mit insgesamt 65 Oberflächenexpositionsaltern von Blöcken auf Moränen der größte Altersdatensatz zu Gletscherschwankungen für ein Mittelgebirge in Zentraleuropa generiert wurde.Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)https://doi.org/10.1594/pangaea.980708https://doi.org/10.6094/unifr/256998repor
Bergordnung König Maximilian I. für Schwaz 1501
Diese Bergordnung, erlassen am 3. September 1501, beinhaltet Ergänzungen und Erläuterungen zu den erlassenen Bergordnungen seit 1490. Im Anschluss der Ordnung wurden die Personen aufgeführt, die bei der Beratung zur Bergordnung anwesend waren.sourc
Empfehlungen zur Erstellung von Stellungnahmen zur seismischen Gefährdung bei tiefengeothermischen Projekten
In einem vorangegangenen Positionspapier hat das FKPE erstmals Empfehlungen zur Erstellung von Stellungnahmen zur seismischen Gefährdung bei tiefengeothermischen Projekten ausgesprochen. Das vorliegende Dokument beinhaltet eine Aktualisierung dieser Empfehlungen. Darüber hinaus erfolgt eine Bewertung bisher eingesetzter Verfahren zur Gefährdungsminderung (sogenannter „Ampelsteuerungen“).researc
Bergordnung Kurtrier 1510
Am 30. Januar 1510 erließ Jakob II. von Baden, Kurfürst und Erzbischof von Trier für die Bergwerke in Bernkastel eine Bergordnung mit 54 Artikeln. Bei grundsätzlichen Fragen wurden Paragrafen aus dem Freiberger Bergrecht B bzw. dem Deutschen Iglauer Bergrecht übernommen. Weiterhin wurden offensichtlich die Schneeberger Bergordnung von 1500 und die Schreckenberger Bergordnung von 1499/1500 herangezogen. Der Bergmeister als höchster Beamter im Revier wurde vom Landesherrn eingesetzt. Er war für die Organisation und die Abwicklung des Grubenbetriebes verantwortlich. Den Gewerken wurde das Recht der Selbstversorgung und des Handels gewährt.sourc
Utting‐1 well: Karst‐formation in reef‐debris‐facies (Tithonian, Eastern Molasse Basin; S‐Germany)
Die riffogenen Kalke des Tithons stellen ein neues Ziel der geothermischen Exploration im Raum München dar. Nachdem aus mehreren Bohrungen nur Spülproben und wenige Schußkerne vorliegen, ist eine Bohrung, in der Kerne gewonnen wurden, von besonderem Interesse, um die fazielle und diagenetische Entwicklung der Tithon-Karbonate besser erfassen zu können.
In der Bohrung Utting-1 wurden Karbonatgesteine des Tithons in drei Kernstrecken im Teufenbereich von 2689 m bis 2743,3 m mit einer Mächtigkeit von 54,3 m (Kernverlust ca. 8 m) erfasst. Die vorhandenen 46,1 m wurden mit 57 petrographischen Dünnschliffen belegt. Die untersuchte Folge ist von Spalten durchsetzt, in denen detritische Quarze und feine Quarz-Sande infiltriert sind, die von der Basis der tertiären Bausteinschichten stammen.
In den frühdiagenetisch verfestigten Kalksteinen (Riffschutt) treten Partikel- und Gesteins-Lösungsporen unterschiedlicher Größe auf (bis 4 cm). Ihre Bildung kann auf eine lange Phase tiefgreifender Verkarstung während der Kreidezeit zurückgeführt werden.
Die ab dem Eozän erfolgte Kippung der Süddeutschen Großscholle von etwa 40 nach SE bewirkte, dass westlich und nördlich der Bohrung Utting-1 tithonische Sedimentgesteine nicht mehr erhalten sind, während diese östlich und südöstlich im Bereich von München als Liegendes des Purbeck auftreten. Die Folge wird von Globigerinenmergeln des Fischschiefers diskordant überlagert.
Die Karbonatsedimente des Tithon zeigen Ablagerungen in 10 Oben-Grob-Zyklen von 5–6 m Mächtigkeit, die jeweils als Entwicklung von nieder- zu höher energetischen Bedingungen aufgrund zyklischer Meeresspiegels-Verflachung interpetiert werden. Dabei zeigen sieben gut ausgebildete Zyklen meist die Entwicklung von Wackestones an der Basis über Schwamm-führende Floatstones und Packstones im mittleren Bereich hin zu Packstones, Grainstones und Rudstones (Korallen, Hydrozoen, Gastropoden, Austern) im oberen Bereich. Die Zyklen können durch Einschaltungen von Ooid-, Onkoid- und Intraklast-reichen Packstones-Grainstones episodisch unterbrochen sein.
Vertikale Übergänge von einer Schwamm-reichen Massenfazies über Ooid-reiche Sedimente zu einer Onkoid-reichen Korallenfazies (Stbre. Saal und Oberau, Malm Delta bis Zeta 2), wie sie in Aufschlüssen der Südlichen Frankenalb zu finden sind, fehlen im Tithon der Bohrung Utting-1. Auch eine mächtige Hydrozoen-Korallen-Fazies (Stbr. Marsching, Malm Zeta 2) oder gar eine Riffkern-Fazies mit assoziierter Schutt-Fazies (Stbr. Laisacker; Malm Zeta 3) kann nicht nachgewiesen werden.
Daher kann die tithonische Sedimentabfolge in der Bohrung Utting-1 nur als Sedimentschüttung (Grain Flows, Debris-Flows) in ein Becken interpretiert werden, in dem eine niederenergetische Hintergrund-Sedimentation herrschte. Die Schüttungen mit rasch wechselnden Faziestypen kamen von einer Karbonatplattform und dem oberen Hangbereich des Beckens von unbekannter Entfernung und Ausdehnung. Eine genauere Angabe ist aufgrund der kleinräumigen Information aus der Bohrung Utting-1 nicht möglich.
Die hohe Gesteins-Lösungsporosität in vielen Bereichen der Folge kann nur durch tiefgreifende Verkarstung von der Oberfäche während der Kreidezeit erfolgt sein. Dabei können lokal auch primäre Partikel-Lösungsporen und Kluft-Poren als Ausgangspunkt für die Erweiterung zu Gesteins-Lösungsporosität interpretiert werden.The reefal limestones of the Tithonian represent a new target for geothermal exploration in the Munich area. Since most wells have yielded only cuttings and a few sidewall cores, a well with recovered cores is of particular interest to better understand the facies and diagenetic evolution of the Tithonian carbonates.
In the Utting-1 well, Tithonian carbonate rocks were encountered in three cored intervals at depths ranging from 2689 m to 2743.3 m, with a thickness of 54.3 m (core loss approximately 8 m). The available 46.1 m were analyzed using 57 petrographic thin sections. The examined sequence is traversed by fractures filled with detrital quartz and fine quartz sands, which originated from the base of the Tertiary Baustein beds.
Early diagenetically lithified limestones (reef debris) display solution porosity and dissolution features of varying sizes (up to 4 cm). Their formation can be attributed to a prolonged phase of deep karstification during the Cretaceous period.
The tilting of the South German massif by about 40 degrees to the southeast, starting in the Eocene, resulted in the erosion of Tithonian sedimentary rocks to the west and northwest of the Utting-1 well, while they are preserved to the east and southeast in the Munich area as the substratum of the Purbeck Formation. The sequence is unconformably overlain by Globigerina marls from the Fish Shale.
The Tithonian carbonate sediments exhibit deposition in 10 upward-coarsening cycles of 5 to 6 m thickness, interpreted as resulting from cyclic shallowing events due to changes in sea level. Seven well-developed cycles typically show a transition from wackestones at the base, through sponge-bearing floatstones and packstones in the middle, to packstones, grainstones, and rudstones (with corals, hydrozoans, gastropods, oysters) in the upper part. These cycles can be episodically interrupted by intercalations of packstones and grainstones rich in ooids, oncoids, and intraclasts.
Vertical transitions from a sponge-rich mass facies, through ooid-rich sediments, to an oncoid-rich coral facies (e.g., Saal and Oberau sections, Malm Delta to Zeta 2) commonly found in outcrops of the southern Franconian Alb are absent in the Tithonian section of the Utting-1 well. Neither a significant hydrozoan-coral facies (e.g., Marsching outcrop, Malm Zeta 2) nor a reef core facies with associated debris facies (e.g., Laisacker outcrop, Malm Zeta 3) can be documented.
Thus, the Tithonian sedimentary succession in the Utting-1 well can only be interpreted as sedimentary infill (grain flows, debris flows) into a basin characterized by low-energy background sedimentation. These deposits, with rapidly changing facies types, originated from a carbonate platform and the upper slope of the basin, the exact distance and extent of which remain unknown due to the limited spatial information from the Utting-1 well.
The high solution porosity in many parts of the sequence can only be attributed to extensive karstification at the surface during the Cretaceous. In some cases, primary particle solution pores and fracture porosity may have acted as starting points for the development of larger-scale solution porosity.researc
Quantitative analysis of different SLAM algorithms for geo-monitoring in an underground test field
Das Geomonitoring liefert verlässliche Informationen zur Gefahrenidentifikation und ermöglicht das rechtzeitige Einleiten korrigierender Maßnahmen. Dies erfordert jedoch umfangreiche und wiederholte Messarbeiten, insbesondere in untertägigen Bereichen, die selbst Gefahren bergen. Autonome Geomonitoring-Roboter können hier eine wertvolle Unterstützung bieten. Seit 2000 kann in vielen Studien die Entwicklung automatisierter Robotersysteme sowie über- als auch untertage verfolgt werden. Allerdings wurden die eingesetzten Methoden selten quantitativ analysiert, noch weniger dokumentierte Studien bewerten systematisch die Qualität der Erzeugnisse von Vermessungsrobotern im Kontext des untertägigen Geomonitorings. In dieser Arbeit werden die Genauigkeit und Präzision der LiDAR- und Visuell-basierten SLAM-Algorithmen: HDL Graph SLAM und RTAB-Map, die auf einem speziell konzipierten Robotersystem implementiert wurden, systematisch und quantitativ untersucht. Dazu wurde ein untertägiges Testfeld entwickelt: eine 20 m lange Strecke zur Genauigkeitsanalyse mit Passpunkten und ein 80 m langer natürlicher kreisförmiger Bereich zur Genauigkeitsanalyse von Punkten, Linien und Ebenen. In diesem Testfeld wurde eine Reihe von Versuchen durchgeführt und empirisch ausgewertet. Die Ergebnisse wurden mit einem präzisen Referenzdatensatz, generiert mit Totalstation und einem terrestrischen Laserscanner, verglichen. Die Bewertung erfolgte anhand der Genauigkeit und Präzision der Algorithmen sowie der Nachvollziehbarkeit und Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Analysiert wurden u. a. die Passpunktkoordinaten, die Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen und der Referenzpunktwolke, Normalvektoren, Mittelpunkt-Koordinaten und Flächen der ebenen Ziele. Die Ergebnisse zeigen, dass HDL Graph SLAM eine höhere Präzision, Genauigkeit und Wiederholbarkeit erreicht, mit einer mittleren Cloud-to-Cloud-Distanz von 0,12 m (Standardabweichung 0,13 m) im 80 m Bereich. Obwohl RTAB-Map besser für die Erfassung von Ebenen geeignet ist, zeigen die Messergebnisse Instabilitäten und Ungenauigkeiten.Geomonitoring provides quantitative and reliable information to identify hazards and adopt appropriate measures timely. However, it often requires extensive and repeated measurements, especially in underground environments where additional dangers may arise. Since 2000s, many studies have focused on establishing autonomous mobile robotic systems as well as solving the issue of underground navigation and mapping. Only a few studies have conducted quantitative evaluations of these methods, and almost none have provided a systematic and comprehensive assessment of the suitability of mapping robots for underground geomonitoring. In this study, a methodology for objective and quantitative assessment of the applicability of SLAM methods in underground geomonitoring is proposed. This involves the development of an underground test field and some specific metrics, which allow detailed local accuracy analysis of point measurements, line segments, and areas using artificial targets. With this proposed methodology, a series of repeated experimental measurements has been performed with an autonomous driving robot and the selected LiDAR- and visual-based SLAM methods. The resulting point cloud was compared with the reference data measured by a total station and a terrestrial laser scanner. The accuracy and precision of the selected SLAM methods as well as the verifiability and reliability of the results are evaluated and discussed by analysing quantities such as the deviations of the control points coordinates, cloud-to-cloud distances between the test and reference point cloud, normal vector, centre point coordinates and area of the planar objects. The results demonstrate that the LiDAR-based HDL Graph SLAM achieves satisfactory precision, accuracy, and repeatability with a mean cloud-to-cloud distance of 0.12 m (with a standard deviation of 0.13 m) in an 80 m closed-loop measurement area. Although RTAB-Map exhibits better plane-capturing capabilities, the measurement results reveal instability and inaccuracies.researc
Workshop on the stratification and correlation of Quaternary deposits in northern Germany, employing provenance analysis.
[…] Der Workshop „Stratifizierung und Korrelation quartärer Ablagerungen in Norddeutschland mittels Provenance-Analysen“, ausgerichtet vom Staatlichen Geologischen Dienst des Landes Brandenburg (LBGR), fand am 19. und 20. November 2024 in Cottbus statt. Ziel war es, die Kleingeschiebeanalyse als Methode zur stratigraphischen Einordnung und Korrelation von Geschiebemergeln im regionalen Bereich zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Vertreter aus verschiedenen norddeutschen Bundesländern präsentierten ihre Ansätze, wobei Unterschiede in der Methodik und Vergleichbarkeit der Ergebnisse thematisiert wurden. Besonders hervorgehoben wurde die vorbildliche Archivierung und Digitalisierung von Daten durch das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG). Im Abschluss des Workshops wurde die Aktualisierung und Veröffentlichung der Methodik der Kleingeschiebeanalytik aus der TGL 25232 angeregt, um eine einheitliche Basis für die Probenaufbereitung und Zählung zu schaffen. Gleichzeitig wurde die Entwicklung regionsspezifischer Auswertealgorithmen als langfristige Aufgabe identifiziert. Der Workshop förderte den fachlichen Austausch und legte den Grundstein für eine stärkere Zusammenarbeit in der Kleingeschiebeanalytik.FID GEO, SUB Goettinge
The establishment of a spectrum library in the near and mid-infrared range for deriving soil parameters.
[…] Die Untersuchung bodenkundlicher Parameter mittels spektroskopischer Verfahren im nahen (NIR) und mittleren Infrarotbereich (MIR) bietet eine vielversprechende Möglichkeit zur Charakterisierung von Mineral- und Moorböden. Insbesondere organogene Böden, wie Torfe, erfordern eine differenzierte Analyse ihrer chemischen und inhaltsstofflichen Merkmale, da konventionelle Methoden oft an ihre Grenzen stoßen. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) entwickelt in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen eine Spektrenbibliothek, um bodenkundliche Parameter effizient und kostensparend zu erfassen. Mithilfe von Fourier-Transfer-Nahinfrarot-Reflexionsspektroskopie (FT-NIRS) wurden 495 Torfproben aus Brandenburg analysiert, wobei chemometrische Methoden wie PCA und PLS-DA zur Klassifikation und Kalibration eingesetzt wurden. Erste Ergebnisse zeigen vielversprechende Ansätze zur Schätzung von Schlüsselmerkmalen wie dem organischen Kohlenstoffgehalt und zur Differenzierung von Zersetzungsgraden. Die Erweiterung der Datenbasis und der Einsatz KI-gestützter Modelle werden als zukünftige Schritte betrachtet, um die Genauigkeit und Anwendbarkeit der spektroskopischen Verfahren weiter zu verbessern.FID GEO, SUB Goettinge
DFG Abschlussbericht: Einfluss von Veränderungen der Flusslandschaft auf alte Siedlungen entlang des Nan River, Nordthailand
Zahlreiche Studien haben die Bedeutung natürlicher Umweltbedingungen für die Entwicklung historischer Gesellschaften herausgestellt. Die Anpassung gesellschaftlicher Strategien kön-nen neben Naturkatastrophen aber auch subtile und weniger dramatische Veränderungen sein. Die individuellen Auswirkungen und ihre zeitlichen Dimensionen müssen jedoch in jeder Region individuell analysiert werden. In manchen Landschaften verlagern sich die Rinnen von mäandrierenden Flüssen zu und von Siedlungen weg, die entweder überflutet oder von der Wasserversorgung und wichtigen Transportwegen abgeschnitten wurden. Ziel dieses Projekts ist es, die Wechselwirkung zwischen Flussdynamik und der Reaktion lokaler Gemeinschaften im Gebiet des Nan-Flusssystem in Nordthailand zu untersuchen. Unsere Ausgangshypothese war, dass die natürliche Dynamik des Nan-Flusses einen großen Einfluss auf die Siedlungs-strategien in der Region hatte. In dieser Studie wurde Fernerkundung in Kombination mit Feld-forschung verwendet, um vergangene Konfigurationen des Flusssystems zu entschlüsseln. Diese Rekonstruktionen wurden, soweit möglich, mit Angaben aus historischen Dokumenten verglichen. Das erfolgte anhand von vier Unterprojekten. (1) Es konnte gezeigt werden, dass im Gegensatz zu früheren Annahmen das Überschwemmen einer Produktionsstätte im 15. Jahrhundert für Töpferwaren nicht zum Auslöschen der Lanna-Keramikgruppe führte. Diese wurde nach unseren Datierungen vor Ort mindestens bis um das Jahr 1700 n. Chr. produ-ziert. (2) Es wurde das Alter von zwei Stadtmauern der Stadt Nam bestimmt, wobei eine am Ende des 19. Jahrhundert als Teil des Wiederaufbaus der Stadt erfolgte. Hier scheinen eher kulturelle Gründe als Verteidigungsaspekte eine Rolle gespielt zu haben. Die ältere Stadtmau-er datiert in das 16. Jahrhundert und wurde offenbar während des 1. Burma-Krieges errichtet. Die Struktur lässt vermuten, dass diese Mauer auch eine Rolle beim Hochwasserschutz spiel-te. (3) Hauptaspekt dieses Projektes war die Rekonstruktion der Flussdynamik östlich der heutigen Stadt Nan. Im Gegensatz zu unseren ursprünglichen Erwartungen zeige sich, dass die Ablagerung mindestens bis ca. 30,000 Jahre vor heute zurückreicht. Eine Häufung von Altern findet sich ab dem Jahr 1000 n. Chr., ab wann mit einer verstärken Bodenerosion durch zunehmenden Ackerbau zu rechnen ist. Überaschenderweise zeigte sich, dass der überwiegende Teil der Flussablagerungen durch die kleinen Nebenflüsse des Nan abgelagert wurden. Deren Rolle sollte bei der Planung des Hochwasserschutzes in der Region unbedingt bedacht werden. (4) Nördlich der Stadt Nan wurde eine initiale Studies zur Entschlüsselung der natürlichen Flussdynamik durchgeführt. Im Gegensatz zum direkten Umfeld von Nan-Stadt fand sich dort eine Dominanz des Nan-Flusses, der zahlreiche Altarme hinterlassen hat und die Ebene dominiert. Hier zeigen sich deutlich höhere Sedimentationsraten in den Gerin-nen. Für eine umfassende Analyse müssten aber noch umfangreiche Arbeiten durchgeführt werden.Numerous studies have emphasised the importance of natural environmental conditions for the development of historical societies. In addition to natural disasters, the adaptation of social strategies can also involve subtle and less dramatic changes. However, the individual effects and their temporal dimensions must be analysed individually in each region. In some land-scapes, the channels of meandering rivers shift towards and away from settlements that have either been flooded or cut off from water supply and important transport routes. The aim of this project is to investigate the interaction between river dynamics and the response of local communities in the Nan River system in northern Thailand. Our initial hypothesis was that the natural dynamics of the Nan River had a major influence on settlement strategies in the re-gion. In this study, remote sensing was used in combination with field research to decipher past configurations of the river system. These reconstructions were, as far as possible, com-pared with information from historical documents. This was done on the basis of four sub-projects. (1) It was shown that, contrary to previous assumptions, the flooding of a pottery production site in the 15th century did not lead to the extinction of the Lanna pottery group. According to our dating, these were produced on site until at least around AD 1700. (2) The age was determined for two city walls, one of which was built at the end of the 19th century as part of the reconstruction of the city. Cultural reasons rather than defence aspects seem to have played a role here. The older city wall dates back to the 16th century and was apparently built during the 1st Burma War. The structure suggests that this wall also played a role in flood defence. (3) The main aspect of this project was the reconstruction of the river dynamics east of the present-day city of Nan. Contrary to our original expectations, the deposits were found to date back to at least 30,000 years before today. An increase of accumulation is found from around the year AD 1000, from when increased soil erosion due to increasing agriculture can be expected. Surprisingly, we observe that the majority of the river sediments were deposited by the small tributaries of the Nan. Their role should definitely be considered when planning flood protection in the region. (4) An initial study was carried out north of the city of Nan to decipher the natural river dynamics. In contrast to the immediate surroundings of Nan city, the Nan River was found to be dominant there, having left behind numerous oxbow lakes and obviously dominating the plain. The sedimentation rates in the channels are significantly high-er here. However, extensive work still needs to be carried out for a comprehensive analysis.repor
The association 'Geoscientists in Berlin and Brandenburg' is organising its traditional May Day excursion on 1 May 2024: The geology of the Saale Valley between Rothenburg and Wettin.
[…] Die traditionelle 1.-Mai-Exkursion des Vereins „Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg“ führte 2024 in das untere Saaletal zwischen Rothenburg und Wettin in Sachsen-Anhalt. Unter der Leitung von Experten des Landesamts für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt wurden geologische, geomorphologische und montanhistorische Besonderheiten der Region erkundet. Highlights waren die Schlackenhalde Rothenburg, die „Weiße Wand“ in Dobis, das Durchbruchstal der Saale sowie die geologischen Formationen der Rothenburg- und Siebigerode-Formation. Neben geologischen Aufschlüssen wurden auch kulturhistorische Aspekte, wie die Burg Wettin und die Templerkapelle Mücheln, thematisiert. Die Exkursion bot den Teilnehmern umfassende Einblicke in die Geologie, Geschichte und Landschaft des Saaletals und wurde durch Informationsmaterialien und fachkundige Erläuterungen bereichert. FID GEO, SUB Goettinge