Die Materialwerkstatt (DiMawe) - Zeitschrift für Konzepte und Arbeitsmaterialien für Lehrer*innenbildung und Unterricht
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Moodle trifft AVIVA+: Methodischer Einsatz von Moodle anhand des AVIVA+-Modells zur Aktivierung von Lernenden
Ziel dieses Beitrages ist es, eine Matrix zu präsentieren, die Lehrmethoden kategorisiert bzw. strukturiert, die mittels des Learning-Management-Systems Moodle durchgeführt bzw. unterstützt werden können. Die Matrix soll den Lehrenden helfen, eine passende Methode für die einzelnen Lernphasen zu identifizierten und anzuwenden. Dabei wird auf das AVIVA+-Schema als ordnendes Modell zurückgegriffen, das um die jeweilige Sozialform ergänzt wird. Das erarbeitete Material, welches wir „AVIVA+ Moodle-Matrix“ nennen, soll es vereinfachen, digitale Lehre zielführend umzusetzen, und Möglichkeiten aufzeigen, die mit digitaler Lehre zusätzlich zu den bekannten Lehrmethoden möglich werden. Für jede Lernphase werden dabei Methoden vorgestellt, die mithilfe des Learning-Management-Systems Moodle umgesetzt werden können. Die Matrix kann in Präsenzkursen, Blended-Learning-Kursen sowie reinen Online-Kursen eingesetzt werden. In diesem Beitrag wird es neben der neuen Matrix auch darum gehen, welche Vorteile der Einsatz eines Learning-Management-Systems bietet
„Auf welche Aussagen der Schüler*innen würden Sie gerne zurückkommen?“ – Ein Aufgabenformat zum Weiterdenken von Unterrichtssituationen im Fachseminar Musik
Videobasierte Aufgabenformate sind dazu in der Lage, einen bedeutenden Beitrag zur Professionalisierung angehender Musiklehrkräfte zu leisten. Für die fachspezifische Problemlage des Umgangs mit vielfältigen Schüler*innenäußerungen nach der Erstbegegnung mit einem Musikstück im Unterricht wird ein sechsschrittiges Aufgabenformat (Eindenken, Antizipieren, Analysieren, Vergleichen, Entwickeln, Diskutieren) für das Fachseminar Musik in der zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung entwickelt. Das Aufgabenformat setzt auf die Anregung diskursiver Praktiken, um Reflexionskompetenzen sowie fachdidaktisch fundierte Entscheidungsfähigkeiten zu fördern. Das Format bietet Potenziale für die Übertragung auf weitere mögliche Inhalte im Fachseminar Musik und auf Fachseminare anderer Fächer
Degree – Digitale reflexive Lehrer*innenbildung 5.0: videobasiert – barrierefrei – vernetzt: Konzepte für eine videobasierte Lernplattform und Befunde aus der Entwicklungsforschung
Die Nutzung von Unterrichtsvideos zur Förderung fachdidaktischer Reflexionsfähigkeiten hat sich in der Lehrerkräftebildung als vielversprechender Ansatz etabliert. Insbesondere die systematische Analyse videografierter Unterrichtssequenzen ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit Lehr- und Lernprozessen und unterstützt die Verknüpfung theoretischer Konzepte mit praktischen Handlungsperspektiven. Die Lernplattform degree wurde im Rahmen der Projekte Degree 4.0 und Degree 5.0 entwickelt, um diesen Reflexionsprozess strukturiert zu begleiten und durch spezifische Aufgabenformate zu fördern. Dabei wurden fünf zentrale Designprinzipien – Reflexionsorientierung, Diskursorientierung, Produkt(ions)orientierung, Gegenstandsorientierung und Barrierefreiheit – umgesetzt. Das vorliegende Editorial führt in ein Themenheft ein, in dem sowohl die technologischen und didaktischen Grundlagen der Plattform sowie konkrete didaktische Arrangements als auch empirische Befunde zur Nutzung und Wirksamkeit videobasierter Reflexionsformate in der zweiten Phase der Lehrkräftebildung vorgestellt werden. Abschließend werden Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven für die digitale, reflexive Lehrer*innenbildung diskutiert
Mit sozialen Netzwerkkarten kooperative Lerngelegenheiten im Schulpraktikum reflektieren
Lehrstudierende interagieren in Praktika mit verschiedenen Akteur*innen wie Mentorierenden, Schüler*innen, Mitstudierenden, Schulleitenden, Dozierenden, Fach- und Speziallehrpersonen etc. Hieraus ergibt sich ein komplexes System sozialer Beziehungen, welches sich als soziales Netzwerk beschreiben lässt. Ausgehend von einer soziokonstruktivistischen Perspektive bieten kooperative Tätigkeiten in sozialen Netzwerken Gelegenheiten für Kompetenzentwicklungen von Studierenden. Allerdings ist das Erkennen solcher Chancen für die eigene professionelle Entwicklung ungewohnt und anspruchsvoll. Hierbei können Visualisierungen mit sogenannten persönlichen Netzwerkkarten unterstützen. In diesem Beitrag stellen wir basierend auf einem im Forschungsprojekt DiaMaNt entwickelten Netzwerktool didaktische Gestaltungsmöglichkeiten vor, wie Studierende für kooperative Lerngelegenheiten in sozialen Netzwerken sensibilisiert werden können
Das Potenzial digitalen Storytellings für den Erwerb von Data Literacy Skills in der Lehrer*innenbildung
Der kompetente Umgang mit Daten erfährt nicht nur im Zuge aktueller Digitalisierungsprozesse einen Bedeutungszuwachs, sondern kann auch im Hinblick auf eine datenbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung für das Lehrkräftehandeln und die Gestaltung eines lernförderlichen Unterrichts von Relevanz sein. Mandinach und Gummer (2016a) betonen, dass die Förderung von Datenkompetenzen bereits in der Lehrkräfteausbildung beginnen sollte, damit Data Literacy im späteren Berufsalltag von Lehrer*innen als selbstverständlich abrufbare und professionelle Handlungskompetenz betrachtet werden kann. Von dieser Argumentation ausgehend wird in dem vorliegenden Beitrag das Potenzial digitalen Storytellings für den Erwerb von Datenkompetenzen in der Lehrkräftebildung skizziert. Basierend auf den Data-Literacy-Kompetenzmodellen von Mandinach und Gummer (2016a) sowie Bush et al. (2021, 2023) soll diskutiert werden, inwieweit der Ansatz des Storytellings geeignet erscheint, um Data Literacy bei Studierenden der bildungs- und erziehungswissenschaftlichen Studiengänge zu fördern. Entlang der bereits entwickelten digitalen Selbstlerneinheit „Mit Emma durch den Daten-Dschungel“ wird illustriert, wie der Umgang mit Daten auf eine authentische und niedrigschwellige Art und Weise erzählerisch vermittelt werden kann, wodurch die Anwendung des Storytelling-Ansatzes konkretisiert wird. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenschau erster Evaluationsergebnisse und einer Einladung zur (Weiter-)Nutzung in Lehre und Studium
(Eigene) Unterrichtseinstiege im Fach Deutsch videobasiert analysieren
Unterrichtseinstiege sind essenzieller Baustein für den gelingenden Verlauf des Unterrichts. Deshalb ist in der Ausbildung hierauf besondere Aufmerksamkeit zu lenken. In einem videobasierten Format werden Lehramtsanwärter*innen (LAA) für das Lehramt Grundschule darin geschult, Merkmale erfolgreicher Unterrichtseinstiege zu erkennen und auf eigene Unterrichtsvideos im Unterrichtsfach Deutsch anzuwenden. Das im vorliegenden Beitrag vorgestellte Material enthält die Aufgabenstellung, die für die Umsetzung auf der Lernplattform degree entwickelt wurde. Das Material wird zunächst didaktisch kommentiert und anschließend vor dem theoretischen Hintergrund zur Arbeit mit eigenen und fremden Unterrichtsvideos eingeordnet. Der Abschluss schildert die Arbeitserfahrungen und reflektiert das Material kritisch
Musikunterricht inklusiv und fachfremd: Ein Seminarkonzept zur Bildung von fachfremd unterrichtenden Musiklehrkräften
Musikunterricht in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I wird überwiegend fachfremd erteilt. Lehramtsstudierende werden mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Erteilen fachfremden Musikunterrichts konfrontiert werden. Der vorliegende Beitrag demonstriert anhand eines Seminarblocks die Vermittlung inklusionspädagogischer Unterrichtsplanung im Musikunterricht. In den Online-Supplements liegen ein ausführliches Planungsdokument zu den einzelnen Sitzungen einschließlich Hinweisen auf Literatur, Materialien und ausformulierte Aufgaben sowie ausgearbeitete Präsentationen vor. Das Seminarkonzept ist in der Hochschullehre für die parallele Vermittlung inklusionspädagogischer und basaler musikpädagogischer Inhalte nutzbar. Darüber hinaus eignet es sich für den Einsatz in der zweiten und dritten Phase der Lehrkräftebildung. Das Seminarkonzept richtet sich an Lehrende an Universitäten und Musikhochschulen wie auch an Lehrende in den Aus- und Fortbildungssystemen für Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal
Literaturgrammatischer Walzer
Der Beitrag stellt eine Unterrichtssequenz für die Sekundarstufe I vor, in der grammatische Analyse und literarische Interpretation miteinander verknüpft werden. Anhand von Textauszügen aus dem Roman Tanz der Tiefseequalle von Stefanie Höfler analysieren Schüler*innen sprachliche Mittel wie Satzbau und Wortwahl und nutzen die Ergebnisse gezielt, um ihre Interpretation der Figuren zu stützen und zu vertiefen. Das erprobte Material eignet sich für einen integrativen Deutschunterricht in Schule und Lehrkräftebildung
„Was machen die da eigentlich?“: Vignettenforschung als ein hochschuldidaktischer Zugang für Forschendes Lernen
Forschendes Lernen hat in der Lehrer*innenbildung zunehmend an Bedeutung gewonnen, denn es wird als Möglichkeit dafür gesehen, dass sich Lehramtsstudierende neben wissenschaftlichen Fähigkeiten auch berufspraktische Kompetenzen aneignen. Im Beitrag wird die Verwendung der Vignettenforschung als Ansatz für Forschendes Lernen im Kontext eines Seminars mit der Universitätsschule Dresden (USD) beschrieben. Ziel des Ansatzes ist es, Lehramtsstudierenden einen wissenschaftlich-reflexiven Zugang zur Schulpraxis zu ermöglichen. Im Beitrag werden die Herangehensweise des Seminars beschrieben und die Potenziale der Vignettenforschung für (Lehramts-)Studierende dargelegt. Dazu werden die erstellten Materialien, der Seminarplan, die Phasen der Vignettenerstellung sowie weitere unterstützende Materialien zur Umsetzung des Forschenden Lernens vorgestellt
Selbstfürsorge und Stressbewältigung in schulischen Praxisphasen: Ein Praxisbegleiter für angehende Lehrkräfte
Der Lehrer*innenberuf ist durch vielfältige und komplexe Herausforderungen gekennzeichnet. Wird diesen Herausforderungen nicht mit adäquaten Bewältigungsstrategien begegnet, kann dies sowohl den Lernerfolg der Schüler*innen als auch die Gesundheit und Zufriedenheit der Lehrkräfte beeinträchtigen. Daher gilt es, neben den äußeren Rahmenbedingungen auch die persönlichen Bewältigungsstrategien der Lehrkräfte zu fördern. Diese Förderung sollte im Sinne der Prävention idealerweise bereits in der Lehramtsausbildung beginnen. Schulische Praxisphasen wie das Praxissemester bieten aufgrund ihrer Praxisnähe und der damit verbundenen Herausforderungen einen geeigneten Rahmen für die Auseinandersetzung mit Stressbewältigung und Selbstfürsorge. Im vorliegenden Beitrag wird ein Workbook vor- und zur Nachnutzung bereitgestellt, das Lehramtsstudierende während schulischer Praxisphasen oder im Vorbereitungsdienst dabei unterstützt, ihre Kompetenzen in Stressbewältigung und Selbstfürsorge gezielt weiterzuentwickeln. Dieser Praxisbegleiter kombiniert Psychoedukation, Selbsttests und praktische Übungen, basierend auf etablierten Stress- und Gesundheitstheorien. Der theoretische Hintergrund zur Entwicklung des Workbooks sowie weitere Einsatz- und Adaptionsmöglichkeiten werden vorgestellt. Abschließend werden erste Erfahrungen mit dem Einsatz des Workbooks bei Lehramtsstudierenden im Praxissemester dargestellt