University of Hohenheim

Hochschulschriftenserver der Universität Hohenheim
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    2013 research outputs found

    Three essays in empirical economics

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    In the preface of one of the most established textbooks "Economics" by Samuelson and Nordhaus (1998), the authors state that the ultimate goal of economics is to improve the living conditions of people in their everyday life". In this spirit, the underlying thesis empirically assesses three heterogenous topics which all can be linked via their impact on (economic) well-being. It contributes to the scientific landscape by tackling the questions at hand utilising novel and newly constructed data sets which have not been commonly used in economic research. The thesis comprises three chapters which will be summarised in the following. Gun Violence in the US: Correlates and Causes This chapter provides a county-level investigation of the economically-motivated gun violence in the US. To guide our empirical analysis, we develop a simple theoretical model which suggests that firearm-related robberies in a given county increase with the number of illegal guns and decrease with social capital and police intensity. Using detailed FBI data from 1986-2014, we find empirical evidence for the role of illegal guns, social capital, and police intensity in line with our theoretical predictions. To investigate the causal effect of illegal guns, we exploit plausibly exogenous variation in illegal firearm supplies due to gun thefts in contiguous states. The Size of the Middle Class and Educational Outcomes: Theory and Evidence from the Indian Subcontinent This chapter proposes a stylised model to derive the effect of a sizeable middle class on average educational outcomes. Under the reasonable assumptions, the model predicts that the spending share on education increases if the middle class becomes larger such that the size of the middle class has a positive impact on education. We test the relationship empirically by using village/neighbourhood level data from Indian household surveys. To tackle the the issue of potential endogeneity of the middle class share of the population, we propose a novel instrument that relies on the fraction of the population belonging to the third (middle) caste ("sudra"). Using this IV strategy, our empirical results support a positive effect. Go East: On the Impact of the Transsiberian Railway on Economic Development in Eastern Russia This chapter addresses the question whether or not large-scale infrastructure investments have a causal effect of local economic development. By using a novel instrumental variable approach based on historical trade and travel routes across the Russian East, I am able to identify a causal and negative effect of remoteness to the Transsiberian Railway on local economic activity as measured by nocturnal lights emission.Im Vorwort eines der am meisten verwendeten Lehrbücher "Economics" von Samuelson und Nordhaus (1998) postulieren die Autoren, dass das ultimative Ziel eines jeden Ökonomen sein sollte, die alltäglichen Lebensumstände jedes Menschen zu verbessern. In diesem Sinne untersucht die vorliegende Arbeit drei heterogene Fragestellungen empirisch. Diese sind alle durch ihren Einfluss auf (wirtschaftliche) Wohlfahrt verbunden. Die Arbeit trägt zur wissenschaftlichen Landschaft bei indem sie die zugrundeliegenden Fragen unter Zuhilfenahme neuer und neu konstruierter Datensätze adressiert, welche bisher kaum bis garnicht verwendet wurden. Die Arbeit umfasst drei Projekte, welche im Folgenden zusammengefasst werden. Gun Violence in the US: Correlates and Causes Dieses Kapitel beinhaltet eine Untersuchung ökonomisch motivierter Waffengewalt auf dem County-Level. Um die empirische Analyse zu strukturieren wird ein einfaches theoretisches Modell vorgestellt. Dieses Modell impliziert, dass Raubüberfälle unter Zuhilfenahme von Schusswaffen in einem gegebenen County steigend in der Anzahl illegaler Schusswaffen und fallend im Niveau des Sozialkapitals sowie der Polizeipräsenz ist. Durch die Verwendung detaillierter FBI-Daten aus den Jahren 1986-2014 wird empirische Evidenz für die Rolle illegaler Feuerwaffen, Sozialkapital und Polizeipräsenz gefunden. Diese bestätigt die theoretischen Hypothesen. Um den kausalen Effekt illegaler Waffen zu identifizieren, wird die exogene Variation des illegalen Schusswaffenangebots in benachbarten Staaten genutzt. Diese wird anhand der als gestohlen gemeldeten Schusswaffen gemessen. The Size of the Middle Class and Educational Outcomes: Theory and Evidence from the Indian Subcontinent In diesem Kapitel wird ein stilisiertes theoretisches Modell vorgestellt um den durchschnittlichen Einfluss einer relativ großen Mittelschicht auf das durchschnittliche Bildungsniveau abzuleiten. Unter den getroffenen Annahmen prognostiziert das Modell dass der Anteil der Ausgaben für Bildung mit der relativen Größe der Mittelschicht ansteigt. Somit besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der relativen Größe der Mittelschicht und dem durchschnittlichen Bildungsniveau. Dieser Zusammenhang wird dann empirisch überprüft. Als Datengrundlage dienen Dorf-/Nachbarschafts-Level Daten aus dem Indian Household Survey. Um dem Problem potentiell vorhandener Endogenität des Mittelschicht-Anteils zu begegnen, wird ein neuartiger IV-Ansatz vorgeschlagen. Dieser basiert auf dem Anteil der Bevölkerung, der zur dritten (mittleren) Kaste gehört. So können wir einen positiven, kausalen Effekt der relativen Größe der Mittelschicht auf das durchschnittliche Bildungsniveau nachweisen. Go East: On the Impact of the Transsiberian Railway on Economic Development in Eastern Russia Dieses Kapitel adressiert die Frage ob grossangelegte Infrastrukturprojekte einen kausalen Effekt auf das lokale Wirtschaftswachstum haben. Unter Zuhilfenahme eines neuartigen IV-Ansatzes, der auf historischen Handels- und Reiserouten durch den Osten Russlands basiert wird gezeigt, dass ein kausaler und negativer Effekt der Entfernung zur Transsibirischen Eisenbahn existiert. Ökonomische Entwicklung wird mangels vorhandener Daten mittels Nachtlicht-Emissionen approximiert

    Optimization of preservation and anaerobic conversion of sugarbeets for use in flexible biogas systems

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    Die Biogasproduktion ist gut geeignet, um die fluktuierende Stromproduktion aus den erneuerbaren Energieträgern Sonne und Wind auszugleichen. Zeitgleich werden, aufgrund der zurzeit ungünstigen Förderbedingungen des EEG, Alternativen für die Stromproduktion aus Biogas gesucht. Die Aufbereitung auf Erdgasqualität zur Treibstoffproduktion oder zur Einspeisung ins Erdgasnetz wäre eine solche Alternative, benötigt aber verfahrenstechnische Verbesserungen zur Kostenreduktion. Ein Ansatz wäre die Nutzung der zweistufigen Biogasproduktion, da diese es ermöglicht, ein Biogas mit einem hohen Methangehalt zu produzieren und damit der Aufwand zur Aufbereitung auf Erdgasqualität sinkt. Ein geeignetes Substrat für beide Anwendungen wäre die Zuckerrübe aufgrund ihrer schnellen Abbaubarkeit und guten Methanerträge. Die Konservierung der Zuckerrübe zur ganzjährigen Bereitstellung ist bisher aber problematisch, da dabei hohe Verluste auftreten können. Zudem kann sie, in hohen Anteilen eingesetzt, prozessbiologische Probleme verursachen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Einsatz von Zuckerrüben zur Biogasproduktion in diesen zukunftsträchtigen Verfahren getestet. Dazu wurden Lagerungsversuche durchgeführt und neue Lagerungsmethoden für die Praxis erprobt, die primär auf die Verwendung des Zuckerrübensickersaftes abzielen. Dieser wurde in Stoßfütterungsversuchen im Praxismaßstab auf seine Eignung zur bedarfsorientierten Biogasproduktion untersucht. Außerdem erfolgte die Optimierung der zweistufigen Biogasproduktion aus Zuckerrüben. Hierzu wurde ein Versuch im Biogastechnikum zum optimalen Hydrolyse-pH-Wert bei der Vergärung von Zuckerrübensilage durchgeführt. Um ein für die Lagerung von Zuckerrüben optimiertes Verfahren zu entwickeln, waren vertiefte Kenntnisse über den Verlauf der Silierung von Zuckerrüben, die gebildeten Sickersaftmengen und deren beeinflussende Parameter erforderlich. Deswegen wurden in dem Säulenversuch im Labor der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie Massenbilanzen erstellt, um den Einfluss der Parameter Stapelhöhe und Schnitzelgröße auf die Sickersaft-bildung während des Silierungsprozesses von den gehäckselten Zuckerrüben zu bestimmen. Als Sickersaft fielen etwa 50% der eingelagerten Masse an. Etwa die Hälfte der Sickersaftproduktion fand in den ersten drei Lagerungswochen statt. Der produzierte Sickersaft zeichnete sich während der gesamten Lagerungszeit durch sehr hohe CSB-Werte von etwa 250 g l-1 aus. Die untersuchten Parameter Stapelhöhe und Partikelgröße hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Massenbilanz. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Säulenversuche wurden zwei Varianten der Lagerung im technischen Maßstab entwickelt und untersucht: eine ortsgebundene und eine mobile Variante. In der ortsgebundenen Variante, den Hohenheimer Grubensilos, wurden ungewaschene, ganze Zuckerrüben eingesetzt. In der mobilen Variante, den flexiblen Tanks, wurden gewaschene und gehäckselte Zuckerrüben einsiliert. In Anbetracht des Zieles, den Sickersaftertrag zu maximieren, war die Silierung gehäckselter Zuckerrüben der Silierung ganzer Rüben überlegen. Auch das Entfernen des Erdanhangs war für die Sickersaftproduktion wie auch für die Qualität der Silage von Vorteil. Die Lagerung in den ortsgebundenen Grubensilos erwies sich als verfahrenstechnisch vorteilhaft und verspricht in Kombination mit gewaschenen und gehäckselten Rüben eine gute Eignung für die beabsichtigten Anwendungen. Die Verwendung des produzierten Sickersaftes für die bedarfsorientierte Biogas-produktion wurde an der Forschungsbiogasanlage der Universität Hohenheim durchgeführt. Die Reaktion des Systems in Form erhöhter Biogasproduktion erfolgte wenige Minuten nach der Stoßfütterung mit dem Sickersaft. Infolge der Stoßfütterung wurde die produzierte Biogasmenge, ohne Anzeichen prozessbiologischer Probleme, verdoppelt. Das Maximum der Gasproduktion wurde nach etwa 1:45 h erreicht. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein Konzept für den Einsatz von Zuckerrüben zur Herstellung von hochkalorischem Biogas basierend auf der zweistufigen Biogasproduktion getestet. Die Versuchsanlagen bestanden aus einem horizontalen Rührkesselreaktor als Hydrolyse und zwei kombinierten Festbettreaktoren als Methanreaktor. Es wurde der Einfluss des pH-Werts in der Hydrolyse auf die zweistufige Vergärung von Zuckerrübensilage geprüft. Gute Abbaugrade und Methanerträge zeigten die generelle Eignung dieses Systems für die Vergärung von Zuckerrübensilage. Der beste Kompromiss der Prozessparameter Gesamtabbaugrad und Methanertrag wurde beim pH-Wert 6 erreicht. Die für diese Arbeit durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass das Konzept der neuen Zuckerrübenkonservierungsmethode, mit Fokus auf die Sickersaftproduktion, sowohl für die bedarfsorientierte Biogasproduktion als auch zur Produktion eines hochkalorischen Biogases mittels des zweistufigen Biogasverfahrens gut geeignet ist.Biogas production is well suited to balance the fluctuating electricity production from the renewable energy sources sun and wind. Due to the currently unfavorable conditions in the renewable energy supply policy in Germany, time is spent looking for alternatives for electricity production from biogas. The preparation for natural gas quality for fuel production or for natural gas grid injection would be such an alternative but requires process improvements to reduce costs. One approach would be to use two-stage biogas production, as there is a high methane content in the produced biogas, thus reducing the cost of processing to natural gas quality. A suitable substrate for both applications would be sugar beet, due to its fast biodegradability and good methane yields. The preservation of sugar beets for year-round provision has so far been problematic because it can cause high losses. In addition, it can cause process biological problems, if it is used in high proportions. In the context of this work, the use of sugar beets for biogas production was tested using these promising methods. For this purpose, storage experiments were carried out and new storage methods for the practice were developed and tested, all of which are primarily aimed at the use of sugar beet silage effluent. Practice-based point-feeding experiments were used to test its suitability for demand-oriented biogas production. Furthermore, the optimization of the two-stage biogas production from sugar beet was carried out. For this purpose, an experiment was conducted in the biogas laboratory to determine the optimum hydrolysis pH during the fermentation of sugar beet silage. In order to develop a new, optimal method for the storage of sugar beets, further knowledge regarding the process of ensiling sugar beets, the silage effluent formation and the influencing parameters was required. Therefore, mass balances were carried out in the column experiments in the laboratory of the State Institute of Agricultural Engineering and Bioenergy to determine the influence of the parameters stack height and sugar beet chips size on the silage effluent formation during the ensiling process of the chopped sugar beets. Silage effluent was produced in amount about 50% of the stored mass. About half of the silage effluent production took place during the first three weeks of storage. The produced silage effluent was characterized over the entire storage time by extremely high COD-values of 250 g l-1. The parameters stack height and particle size had no significant influence on the mass balance. On the basis of the results of the column experiments, a mobile and a stationary method on a technical scale for the storage of sugar beets were investigated. In the mobile variant, the flexible tanks, washed, chopped sugar beet was ensiled. Considering the goal to maximize silage effluent yield, the ensiling of chopped sugar beet was superior to the ensiling of whole beet. Also, soil removal is advantageous for silage effluent production as well as for silage quality. Storage in the stationary pit silos proved to be technically advantageous, and it promises to be well suited for the intended applications when in combination with washed and chopped beets. The application of produced silage effluent for demand-oriented biogas production was carried out at the research biogas plant of the University of Hohenheim. The systems response observed as an increase in biogas production took place a few minutes after the point feeding with sugar beet silage effluent. As a result of the point feeding, the produced volumetric biogas flow rate was doubled without endangering the stable biogas plant operation. The maximum gas production was reached after about 1:45 h. In this work, a concept for the use of sugar beet for the production of high calorific biogas was tested, based on the two-stage anaerobic digestion. The experimental plants consisted of a horizontal stirred tank reactor for hydrolysis and two combined fixed bed reactors used as a methane reactor. The influence of the pH value in the hydrolysis stage on the anaerobic digestion of sugar beet silage was tested. High degradation rates and methane yields demonstrated the overall suitability of this system for sugar beet silage digestion. The best compromise of the process parameters degradation rate in complete system and methane yield was achieved at a pH value of 6. The investigation carried out for this work shows, that the concept of a new sugar beet storage method, with a focus on sugar beet silage effluent production, is well suited for demandoriented biogas production as well as for the production of a high calorific biogas by means of the two-stage biogas process

    Measuring grazing behaviour of dairy cows : validation of sensor technologies and assessing application potential in intensive pasture-based milk production systems

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    Grazing is the natural feed intake behaviour of a cow. However, in the last century, intensive confinement systems with silage feeding and concentrate supplementation have replaced many extensive pasture-based milk production systems. Grazed grass is now acknowledged as the cheapest feed available as a consequence of rising machinery, labour and feeding costs. Thus there is a renewed interest in intensive pasture-based milking systems. In addition, policy objectives, societal expectations and environmental concerns have all supported reconsiderations for pasture-based milk production. Novel technology to aid measuring and managing grassland and cow grazing behaviour have the potential to facilitate improved performance. Until recently, sensor technologies for dairy farms were mainly developed for measuring feeding behaviour of housed cows. Adapting and calibrating these technologies to grazing context would therefore further support improved pasture-based dairying. In this thesis, two sensor technologies were validated against visual observation. The RumiWatch noseband sensor (Itin+Hoch, Switzerland) is a high precision technology designed for research applications. It can measure detailed grazing behaviour such as grazing bites, rumination chews, time spent grazing and time spent ruminating. The MooMonitor+ (Dairymaster, Ireland) is the second technology assessed in this thesis. It is a collar based accelerometer and is primarily designed for use on commercial farms. The initial development was for oestrus detection. It can now monitor grazing and rumination times. The results of the studies reported in this thesis revealed that both sensors were highly accurate compared to visual observation. The implementation of sensor technology on commercial dairy farms is still slow. This is especially true on pasture-based dairy systems. The management of grazing cows is thus largely not supported by technology. With increasing herd sizes and skilled labour shortages, sensor technology to support grazing management will likely improve some major dairy farm management challenges. A key factor in pasture-based milk production is the correct grass allocation to maximize the grass utilization per cow. Cow behaviour is indicative of the quantity and quality of feed available as well as animal performance, health and welfare. Thus, the measurement of cow grazing behaviour is an important management indicator. A further study of detailed individual grazing behaviour aimed to identify behavioural indicators of restricted versus sufficient availability of grass. Such objective measurement has potential since currently grass allocation is based on subjective eye measurements and calculations per herd. To identify behavioural indicators, a group of 30 cows in total were allocated a restricted pasture allowance of 60 % of their intake capacity. Their behavioural characteristics were compared to those of 10 cows with pasture allowance of 100 % of their intake capacity. The grazing behaviour and activity of cows was measured using the RumiWatchSystem, consisting of the noseband sensor and pedometer. The results showed that bite frequency was continuously higher for cows with a restricted grass allocation, but also rumination behaviour was affected by the restriction. This study contributes vital information towards developing a decision support tool for automated allocation of grass based on feedback from individual cows rather than herd based measurements. Further research activities should focus on identification of significant changes in grazing behaviour of cows at individual animal and herd level. This would allow implementation of specific thresholds to be used in decision support tools. After developing and validating the decision support tools, the application of automated solutions for grazing management can improve efficiency and productivity of pasture-based milk production systems.Im letzten Jahrhundert entwickelten sich Milchproduktionssysteme von einer extensiven Weidehaltung zu einer intensiven Stallhaltung mit silagebasierter Grundfutterration und Zufütterung von Kraftfutter. Das Interesse an der Weidehaltung wächst heutzutage aber wieder, da Weidegras auf Grund von gestiegenen Kosten für Maschinen, Futter sowie Lohnkosten die billigste Futtergrundlage darstellt. Außerdem ist das natürliche Futteraufnahmeverhalten von Kühen das Grasen auf der Weide. Nicht nur ökonomische Gründe begünstigen die Entwicklung der Weidehaltung, sondern auch im Bereich der Verbraucherakzeptanz, Einflüsse auf die Umwelt und politischen Anpassungen birgt die weidebasierte Milchproduktion im Vergleich zur intensiven Stallhaltung Vorteile. Außerdem begünstigt die digitale Revolution mit der Integration von sensorbasierten Technologien für das Betriebsmanagement die mögliche Intensivierung im Bereich weideland-basierter Milchproduktion. Ein effizientes und profitables Betriebsmanagement lässt sich nicht nur durch eine technisierte Unterstützung in der Erfassung des Grasaufwuchses und des Weidemanagements umsetzen, sondern auch durch die Überwachung des tierindividuellen Weideverhaltens. Ursprünglich wurden die sensorbasierten Technologien zur Erfassung des Fressverhaltens im Stall entwickelt. Jedoch unterscheidet sich das Futteraufnahmeverhalten der Kühe auf der Weide deutlich vom Stall. Deshalb müssen die Technologien an das spezifische Fressverhalten auf der Weide angepasst und kalibriert werden. In dieser Arbeit werden zwei unterschiedliche Sensoren mit verschiedenen Anwendungspotentialen im Vergleich zu visueller Beobachtung validiert. Der Nasenbandsensor von RumiWatch ist ein höchstpräzises Messinstrument für wissenschaftliche Fragestellungen. Der Sensor kann detaillierte Parameter des Weideverhaltens erfassen, z.B. Fressbisse oder Wiederkauschläge sowie Fress- und Wiederkauzeit. Der zweite Sensor, der MooMonitor+ (Dairymaster, Irland) beinhaltet eine praxisorientierte Aktivitätsmessung, die ursprünglich zur Brunsterkennung entwickelt wurde. Durch eine Weiterentwicklung der Rohdatenauswertung mittels Algorithmen ist es nun möglich auch Fress- und Wiederkaudauern aufzuzeichnen. Beide Validierungsstudien resultierten in einer hohen Übereinstimmung der automatischen Messung mit der Direktbeobachtung. Die erfolgreiche Integration von softwareunterstützten Technologien auf der Betriebsebene sollte verbessert werden. Speziell im Bereich der Weidehaltung und des Weidemanagements sind wenig Technologien vorhanden. Steigende Tierzahlen und fehlende Arbeitskräfte könnten den Bedarf nach sensorbasierten Technologien zur Unterstützung des Weidemanagements begünstigen. Ein Hauptfaktor in der weidebasierten Milchproduktion ist die passende Zuteilung von bedarfsgerechter Weidefläche, um die Nutzung der Weide zu maximieren, sowie die Tierleistung zu optimieren. Das Fressverhalten der Kühe stellt hierbei eine wichtige Größe für Tierleistung, Gesundheit sowie Tierwohl dar. Ebenso kann das Weideverhalten die Futterqualität und Futterverfügbarkeit repräsentieren. Die dritte Studie dieser Arbeit untersuchte deshalb, ob es mögliche Indikatoren im Fressverhalten von Kühen gibt, die eine unzureichende Futterverfügbarkeit aufzeigen. Die Zuteilung der Weidefläche basiert momentan auf subjektiven Erfahrungswerten der Betriebsleiter und wird auf Herdenebene kalkuliert. In einer dritten Studie der Arbeit wurden deshalb zur Bestimmung von spezifischen Verhaltensindikatoren insgesamt 30 Kühe mit 60 % ihres Futterbedarfs gefüttert, während 10 Tiere eine 100 %ige Futterzuteilung zur Verfügung hatten. Dabei wurde das RumiWatchSystem, bestehend aus dem Nasenbandsensor und dem Pedometer zur Verhaltensbeobachtung eingesetzt. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass sich vor allem die Bissfrequenz durch eine begrenzte Futterverfügbarkeit erhöht sowie das Wiederkauverhalten beeinflusst wurde. Diese Studie stellt einen ersten Entwicklungsschritt in Richtung sensorunterstützte Entscheidungsgrundlage für die automatische Zuteilung von Weideflächen dar. Es wäre von Vorteil, wenn diese Zuteilung in Zukunft auf tierindividuellen Messungen im Vergleich zur Herdenebene basieren würde. Weitere Forschungsansätze sollten sich auf der Identifizierung aussagekräftiger Schwellenwerte für das tierindividuelle Weideverhalten fokussieren, die dann in sensorgestützte Entscheidungshilfen implementiert werden können. Nach der Entwicklung und Validierung solcher Systeme könnte die Anwendung im Bereich Weidemanagement die Effizienz und Resilienz von weidebasierten Milchproduktionssystemen verbessern

    Seedball technology development for subsistence-oriented pearl millet production systems in Sahelian West Africa

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    The objectives of this study were to review the potential of the local material-based innovation i.e. the seedball technology, at enhancing pearl millet seedlings establishment under Sahelian conditions, identify its potential constraints as well as applicability, chemically and mechanically optimize the seedball, and validate its performance under Sahelian field conditions. Seedball is a local seed pelleting techniques that aims at improving seedlings performance and to stabilize yield. First, the potential local materials such as sand, loam, wood ash, gum arabic, termite soil, charcoal as well as animal dung as the seedball components were identified and reviewed. These materials were selected based on their affordability to the local farmers. Potential constraints to seedball applicability as well as adoption in the Sahel were evaluated, and options for adaptation were discussed with the farmers. Afterwards, mechanical and chemical optimization of the seedball technology in several greenhouse experiments were conducted, followed by a germination test of the optimized seedball in the Sahelian field. Lastly, the mechanism of pearl millet seedlings root and shoot enhancement was investigated using micro-suction cup and computer tomography. Our evaluation showed that the materials needed for seedball production are locally available at affordable costs. The seedball technology totally conforms to the agronomic management practices in the African Sahel. In addition, the socio-economic status as well as cultural practices seemed not to reduce the chances of seedball technology adoption in this region. Our greenhouse studies showed that the seedball base dough, from which about ten 2 cm diameter-sized seedballs can be produced, is derived from the combination of 80 g sand + 50 g loam + 25 ml water. Either 1 g mineral fertilizer or 3 g wood ash can be added as nutrient additive to enhance early biomass of pearl millet seedlings. With respect to nutrient additives, ammonium fertilizers and urea hampered seedlings emergence. Wood ash amended (Sball+3gAsh) and mineral fertilizer-amended seedballs (Sball+1gNPK)enhanced shoot biomass by 60 % and 75-160 %, root biomass by 36 % and 94 %, and root length density of pearl millet by 14 % and 28 %, respectively, relative to the control. Again, the mineral fertilizer amended seedball in particular enhanced root dry matter by 227 %, compared to the control. Although the shoot nutrient content was not clearly enhanced by the seedball, nutrient extraction, calculated as the product of biomass yield and nutrient content, was higher in the nutrient-amended seedballs, compared to the conventional sowing. In Senegal, optimized seedballs showed over 95 % emergence in an on-station trial, indicating its viability in the Sahel region. With respect to seedball enhancement mechanism, the mineral fertilizer-amended seedball in particular promoted root growth within the vicinity of the seedball as early as 7 days after planting. The analysis of the sampled soil solution revealed that P as well as other cations and anions, observed through EC measurement, were released by the seedball in direct proximity of the seedball. Most likely, the nutrient release by the seedball triggered the observed fine root growth and overall higher root biomass of pearl millet seedlings. However, due to nutrient depletion in the root zone, nutrient supplementation was needed after three weeks after sowing to further promote growth of the well-established seedlings. At the Sahelian field, where seedlings enhancement is decisive for higher panicle yield in pearl millet, nutrient amended seedballs can potentially increase panicle yield under subsistence production. The seedball technology is cheap, and seems to have favorable conditions for adoption in the Sahel, coupled with its minimal seed usage and simple sowing on the sandy soil. A recommendation will be to conduct long-term, on-farm as well as on-station field trials, testing the seedball technology under different seasonal weather conditions. Pearl millet and sorghum are the major Sahelian staple crops. Fonio (Digitaria spp) is often neglected despite its high nutritional values. It is, therefore, recommended to test the seedball technology on the other fine-grained cereal crops.Im Rahmen dieser Arbeit wurde das Potential von Saatkugeln, einer auf lokalen Ausgangs-materialen basierenden Aussaattechnologie, untersucht, um den Perlhirseanbau, insbesondere die Auflaufphase, unter den Bedingungen der Sahelzone zu verbessern. Die möglichen Einsatzbeschränkungen wurden identifiziert, die Saatkugeln bezüglich ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften optimiert und die Anwendbarkeit unter Feldbedingungen der Sahelzone validiert. Saatkugeln stellen eine lokale Pelletiertechnik dar, die Sand, Lehm sowie Holzasche oder einen geringen Anteil an Mineraldünger verwendet, um das Auflaufverhalten zu verbessern. Zunächst wurden die potentiellen lokalen Ausgangsmaterialien zur Herstellung der Saatkugeln wie zum Beispiel Sand, Lehm, Holzasche, Termitenhügelsubstrat, Gummi arabikum, Holzkohle, sowie Kompost identifiziert und charakterisiert. Diese Materialien wurden anhand ihrer Bezahl- und Verfügbarkeit für die lokalen Bauern ausgewählt. Potentielle Einschränkungen des Einsatzes der Saatkugeln, sowie die Adaption an die Bedingungen der Sahelzone wurden unter Einbeziehung der lokalen Landwirte diskutiert und evaluiert. Anschließend wurden verschiedene Gewächshausexperimente durchgeführt, um die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Saatkugeln zu optimieren. Darauf folgte ein Keimungstest der optimierten Saatkugeln unter Feldbedingungen der Sahelzone. Abschließend wurden mittels Mikrosaugkerzen und Computertomographie die Mechanismen des Keimlingswurzelwachstums und des Sprosswachstums der Perlhirsekeimlinge untersucht. Unsere Evaluation zeigte, dass die Ausgangsmaterialien für die Saatkugelherstellung vor Ort zu niedrigen Kosten verfügbar sind. Die Saatkugeltechnologie entspricht den landwirtschaftlichen Verfahrensweisen in der afrikanischen Sahelzone und kann daher leicht angewandt werden. Außerdem scheinen der sozioökonomische Status und die kulturellen Praktiken der Landbevölkerung einem Einsatz der Saatkugeltechnologie in dieser Region nicht negativ entgegenzustehen. Die Gewächshausexperimente zeigten, dass eine Mischung aus 80 g Sand, 50 g Lehm und 25 ml Wasser die optimale Zusammensetzung der Saatkugeln darstellt. Aus dieser Menge können zehn Saatkugeln mit einem Durchmesser von 2 cm hergestellt werden. Zusätzlich wurden sowohl 1 g Mineraldünger als auch 3 g Holzasche als Nährstoffquelle hinzugefügt, um die frühe Biomassenproduktion der Perlhirsenkeimlinge zu verbessern. Der Einsatz der Stickstoffverbindungen Ammonium und Harnstoff hemmte das Auflaufen der Keimlinge. Die Nährstoffadditive Holzasche bzw. Mineraldünger führten zu einer Zunahme der Sprossbiomasse um 60 % bzw. 75 - 160 %, der Wurzelbiomasse um 36 % bzw. 94 % und der Wurzellängendichte der Perlhirse um 14 % bzw. 28 %, relativ zur Kontrolle. Die Mineraldünger enthaltende Saatkugel erhöhte insbesondere die Wurzeltrockenmasse um 227 % im Vergleich zur Kontrolle. Der Nährstoffgehalt des Sprosses nach Anwendung der Saatkugel-Technologie war nicht eindeutig erhöht. Jedoch war die Nährstoffextraktion, berechnet als Produkt aus Biomasseertrag und Nährstoffgehalt, bei den mit Nährstoffen angereicherten Saatkugeln, höher als bei herkömmlicher Aussaat. In Senegal zeigten die optimierte Saatkugeln in einem Stationsversuch eine Auflaufrate von über 95 %. Die Mineraldüngervariante zeigte bereits 7 Tage nach der Aussaat eine Steigerung des Wurzelwachstum in der Nähe der Saatkugel. Die Leitfähigkeitsmessung der Bodenlösung im Rhizotronversuch zeigte, dass Nährstoffe aus der Saatkugel herausdiffundierten. Höchstwahrscheinlich löste die Nährstofffreisetzung aus der Saatkugel das beobachtete Feinwurzelwachstum und die positive Gesamtwurzelentwicklung der Perlhirsesämlinge aus. Aufgrund der Nährstoffverarmung in der Wurzelzone drei Wochen nach der Keimung wird jedoch eine weitere Nährstoffgabe erforderlich, um das Wachstum der etablierten Sämlinge weiter zu fördern. Auf den Arenosolen der Sahelzone können Saatkugeln mit zugesetzten Nährstoffen den Biomasseertrag in der Subsistenzlandwirtschaft erhöhen. Die Saatkugeltechnologie ist kostengünstig und es scheint keine soziokulturellen Gründe zu geben, die gegen ein Anwendung sprächen. Die Technologie ist mit einem minimalen Saatgutverbrauch bei einfacher Aussaat auf sandigem Boden verbunden. Als weiterer Schritt sollten mehrjährige Freilandversuche unter realen Bedingungen auf Subsistenzbetrieben in der Sahelzone durchgeführt werden. Perlhirse und Sorghum sind die Grundnahrungsmittel. Fonio (Digitaria spp.) wird trotz seiner hohen Nährwerte oft vernachlässigt. Es wird empfohlen, die Saatkugel-Technologie mit Sorghum- und Fonio-Kulturen zu testen

    Functional larval-parasitoid biodiversity in apple orchards as benchmark for management intensity and potential instrument for ecological amelioration of Iranian apple production

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    Der Begriff nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zielt auf zukunftsfähige ressourcenschonende Wirtschaftsweise ab, die in der Gesellschaft zunehmend Akzeptanz findet. Wie sich Nachhaltigkeit gestaltet ist regional und zeitlich variabel und wird von politischen, sozialen und ökonomischen Themen beeinflusst. Die Landwirtschaft ist unter anderem durch die Nutzung von Pflanzenschutz und chemischen Pflanzenschutzmitteln in der Lage, dauerhaft stabile Erträge zu sichern. Der intensive Einsatz von nicht-nachhaltigen Praktiken kann jedoch zu verheerenden Auswirkungen auf die Vielfalt und die Fülle von nützlichen Arthropoden führen. Eine nachhaltige Bewirtschaftung kann dagegen natürliche Gegenspieler von Schaderregern fördern, aber die vom Gesetzgeber verursachten Interventionen, wie das breit angelegte Spektrum von Pestiziden, können die Selbstkontrolle von natürlichen Gegenspielern als Regulatoren verzerren bzw. negativ beeinträchtigen. Die konventionelle Landwirtschaft kann Lebensräume, ökologische Strukturen, Nahrungsnetze und funktionelle Biodiversität zerstören. Die Folgen sind Emigration, der Verlust von Arten und vereinfachte interspezifische Wechselwirkungen. Die Umsetzung von Maßnahmen zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion bedürfen geeigneter Parameter zur Abschätzung des Status quo und des Erfolgs der durchgeführten Maßnahmen. Diese Parameter sind nicht immer vorhanden und müssen erarbeitet werden. Diese Arbeit hatte das Ziel, anhand von Erhebungen des Artenaufkommens der Wickler (Tortricidae) und ihrer Larvalparasitoide in Apfelanlagen mit unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensität und der davon abgeleiteten ökologischen Indices geeignete Parameter zu erarbeiten. Diese sollten die Auswirkung der Benutzungsintensität auf die funktionelle Biodiversität wiederspiegeln und geeignet sein, die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu bewerten. Um den Einfluss konventioneller bzw. ökologischer Bewirtschaftung auf Wirbellosengesellschaften zu untersuchen, wurde eine Vergleichsstudie durchgeführt, die Nahrungsnetze der Larval-parasitoide, Biodiversitäts Indizes und Parasitierungsraten in Apfelanlagen mit vier verschiede-nen Bewirtschaftungsweisen erfasst. Die Probenahmen erfolgten 2011-2015 in Baden-Württemberg. Nach Intensität der Pflanzenschutzmittelanwendung wurden die Anlagen in die Kategorien Bewirtschaftet (ökologische und integrierte Bewirtschaftung) und Streuobst eingeteilt. Sie lagen in Denzlingen, Emmendingen, Goldener Grund, Versuchsstation Hohenheim, Ilsfeld, Neuhausen, Plieningen, Rommelshausen, Scharnhausen und am Bodensee. Die Probenahmen bestanden im Sammeln der Raupen (Tortricidae und Gelechiidae) mit Fallen aus Wellpappe und durch Zufallsfunde. Im Labor wurden die daraus schlüpfenden adulten Parasitoide taxonomisch bestimmt. In 7923 Larven fanden sich 324 Individuen von Parasitoiden aus drei Unterfamilien der Braconidae, Ichneumonidae und Perilampidae. Die größte Vielfalt, Häufigkeit und gleichmäßige Verteilung an Larvalparasitoiden fand sich auf Streuobstwiesen (z.B. in Plieningen), die keine oder nur minimale Pestizid Anwendungen erhielten. Die Interaktionsmuster der Nahrungsnetze (Verknüpfungs-grad) im Streuobst wiesen die meisten trophischen Links auf, verglichen mit anders bewirtschafteten Anlagen unter denen die kommerziellen (konventionellen) die geringste Biodiversität an Nutzarthropoden beherbergten. Ihre prozentualen Anteile wurden ebenfalls erhoben, um die Ähnlichkeit der Larvalparasitoid-Gesellschaften unter verschiedenen Bewirtschaftungen darzustellen. Es stellte sich heraus, dass Anlagen mit gleicher Bewirtschaftung ähnliche Parasitoiden-Gesellschaften aufweisen. Vier Parasitoiden-Arten erwiesen sich als positiv dichteabhängig von ihren Wirtsarten, während die anderen Arten entweder nicht dichteabhängig reagierten oder in zu geringen Zahlen auftraten, um eine Korrelation zu berechnen. Um Informationen über Bewirtschaftung im Apfelanbau, Bedingungen für den Pflanzenschutz, Schädlingsbefall und Haupthindernisse für die Förderung nachhaltiger Anbaumethoden im Iran zu erhalten und zu analysieren wurden im Juli 2014 mittels Fragebogen 39 Apfelanbauer aus Ost-Aserbeidschan, Fars, Isfahan, Teheran und West-Aserbeidschan befragt. Die Bewirtschaftung der Anlagen stand meist unter Aufsicht der Apfelanbauer. Bauern aus Isfahan litten unter mangelhaftem Ausbau der Straßen was ihnen den Zugang zu Märkten für den Absatz ihrer Produkte erschwerte. Die räumliche Entfernung zu Fachleuten beeinflusste die Intensität des Pflanzenschutzmittel Einsatzes durch die Bauern. Konventioneller Anbau überwog in allen Provinzen; Zugang zu biologischen Pflanzenschutzmitteln war weitgehend auf Teheran beschränkt. Insgesamt 29 Pestizide wurden gegen Obstschädlinge im Iran eingesetzt. Im regionalen Maßstab wurden die höchsten Schäden durch Unkräuter verursacht, auf der Ebene der Provinzen durch Schädlinge. Ausbrüche des Sekundär Schädlings Tetranychus urticae waren ein Anzeichen für menschliche Störfaktoren in der Landwirtschaft des Iran. Die Provinz Teheran verfügte über mehrere Apfelsorten während andere Provinzen eine geringe Vielfalt aufwiesen. Unter den Apfelproduzenten erfolgte die Sortenauswahl vorrangig nach Kriterien der Vermarktbarkeit.Although a consensus through the concept of sustainable agricultural production and its indicators to assess its functionality varies, it is expected to be long-term and reliable. The sustainability would change temporarily and spatially. It is influenced by political, social and economical is-sues, which reveals its interdisciplinary essence in concert with farming strategies and practices to produce human food. The management of plant protection is capable to impose unsustainability into farming system. The frequency and intensity of unsustainable practices would result into devastating effects on diversity and abundance of beneficial arthropods. The communities of natural enemy may promote sustainable management, but the anthropogenic interventions such as broad-spectrum pesticide applications would distort the essence of self-monitoring of natural invertebrates as regulators. The conventional agricultural management makes the habitats to be simplified through food webs and ecological complexities, which lead to species loss (extinction or emigration) and consequently to species interactions (connectance). The ecologically based management such as integrated pest management (IPM) would focus to maintain species and increase diversity in natural communities, which contributes to sustainable approach as alternative versus conventional agriculture. The negative effects of chemical pesticides would dramatically decline the ecosystem process and affect the energy flow among different trophic levels, which is manifested as functional rates in local or regional scale of ecosystem. The human-manipulated areas create negative consequences on the ecosystem functionality through vanishing the key natural resources (i.e. shelter, food provision, and alternative host prey), which affect maintaining natural enemy communities. The complementarity effects of antagonist communities can lead a synergetic impact on pest control, when biodiversity is conserved through vegetation, rational bio-pesticide application, and ecological infrastructure, the functional traits (richness and evenness) among interacting species will be improved. Furthermore, the intensified agriculture would arise pest outbreaks or convert a secondary and unimportant pest into a serious one. The antagonistic communities may represent as bio-indicators. The presence or absence of higher trophic levels and their complexes would reflect biotic or abiotic changes in the environment, which would eventually be expressed as parasitism or consumption rate. The scope of current research is limited to indicators of sustainability through pest management and does not comply a holistic approach on ecological, political, social, and economical managements. The preliminary results focus on the status quo of plant protection in Iran and biodiversity indices in Germany used to compare the different farm systems to show how the management can affect the community components and their interactions. The environmental and anthropogenic impacts on biodiversity of beneficial arthropods in different orchard management conducted in Germany, where the accessibility of abandoned apple orchards is more prevalent than Iran. To evaluate the impact of conventional intensive management vs. ecologically based sustainable practices on invertebrate beneficial community, a comparative study was conducted to assess food web pattern of larval-parasitoid communities, biodiversity indices, and parasitism rate in response to apple orchard by four different managements. Field samplings were occurred during 2011-2015 in Baden-Württemberg, Germany. The orchard managements were distinguished based on the frequency and intensity of pesticide applications into the farming system. The categories of orchard management were managed (organic and integrated), and Streuobst (semi-abandoned orchard), which were situated in Denzlingen, Emmendingen, Goldener Grund, Hohenheim research center, Ilsfeld, Lake Constance, Neuhausen, Plieningen, Rommelshausen, and Scharnhausen. The sampling was conducted by installation of corrugated cardboard and random observation to collect larval caterpillars (Tortricidae and Gelechiidae). The collected samples were transferred to lab to rear adult parasitoids and further studies on taxonomic affiliation. Out of 7,923 healthy host larvae collected, totally 324 parasitoid individuals from three sub-families of Braconidae, Ichneumonidae, and Perilampidae were found. Four parasitoid species were found positive host-density dependent, the rest of the parasitoid species showed no densi-ty-dependency or were found in too small numbers. The highest richness, abundance, and evenness of larval-parasitoids were found in Streuobst orchards (i.g. Plieningen), which received no to minimal pesticide inputs. The interaction diversity of food webs (connectance) in Streuobst showed the highest number of trophic links in response to other orchard managements where the commercial (conventional) orchards harbor no to the least biodiversity indices of beneficial arthropods. Percentage similarity also assessed to depict the similarity of larval-parasitoid community structures in different managements. It was revealed the orchards with the same management contain similar parasitoid compositions. To describe and analyze the information on apple growing management, circumstances of plant protection, pest status, and major obstacles to initialize sustainable production in Iran, a questionnaire was designed to survey 39 apple growers from East-Azerbaijan, Fars, Isfahan, Tehran, and W. Azerbaijan in July 2014. It was found that management of the orchards mostly is under the supervision of the apple growers. Farmers in Isfahan suffer a road infrastructure to have an access to the nearest market to sell their product indicating an economic monopoly. The distance to experts affects the intensity of pesticide application by farmers. The conventional agriculture is prevailing in all provinces and access to bio-pesticides highly limited to Tehran. Totally 29 pesticides were used against different fruit pests in Iran. The most damage intensities occurred by pests in province scale and weeds in regional scale. The outbreak of secondary pest Tetranychus urticae as key one indicates human perturbations in Irans farming system. Tehran province enjoyed diverse apple cultivars contrary to other provinces, which are poor in diversification. The predominant outlook to choose a cultivar among apple growers was marketing

    Hohenheimer Genossenschaftsforschung 2018

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    Comparison of institutional arrangements for inclusive dairy market development in India

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    Future projections show that by 2025, the demand for dairy products in developing countries will increase by 25 percent due to population growth, urbanization and increased incomes. This increase in demand offers a unique opportunity for smallholder dairy farmers, who may achieve higher levels of income and well-being if they are able to increase their milk production. Currently, smallholder dairy producers in developing countries face severe constraints caused by low productivity, lack of market access and high transaction costs. Hence, investments in dairy production that aim to overcome these constraints can serve as a powerful tool for poverty reduction and rural development. Many donors have already invested in reducing poverty by stimulating growth of dairy sector, but the success of such development projects has been variable and largely dependent on local circumstances. India is a good example of the challenges faced by the promotion of dairy development. Remarkable growth in the dairy sector has been achieved by Operation Flood, a large-scale government-funded program to promote smallholder dairy production and market integration. However, growth in the dairy sector was not equally distributed among the different regions of India. Moreover, depending on the region, marginalized farmers, including female farmers, still face barriers to access technological innovations (e.g., breed improvement and better feeding practices) as well as access to institutions (e.g., credit and markets). Therefore, India presents a good case for a comparative study that aims to identify what types of institutional arrangements are most suitable to promote inclusive growth of the dairy sector, depending on local circumstances. Against this background, it is the main objective of this thesis to analyze institutional arrangements for inclusive dairy sector development and to explore the factors that influence or hinder inclusive growth, using India as a case study country. The focus is placed on institutional arrangements that have the potential to address governance challenges and gender inequality in dairy development. Data for this thesis was collected in three Indian states that differ with regard to the overall governance conditions: Telangana, which enjoys favorable governance conditions, Bihar, which can be classified as intermediate, and Uttarakhand, a state with rather unfavorable governance conditions. The thesis is composed of five chapters. Following an introductory chapter, Chapter 2 explores the governance challenges that different institutional arrangements of dairy marketing pose for inclusive growth. Chapter 3 focuses on the barriers faced by women to participate in institutional arrangements for dairy marketing and to access and control the income derived from dairy production. Chapter 4 presents a case study of the MilkIT project, an internationally funded project that used the institutional arrangement of the Innovation Platform to promote dairy development. Chapter 5 discusses the overall findings of the thesis in a comparative perspective and identifies the success factors, which influence inclusive growth of the dairy sector. The final chapter also presents policy recommendations for inclusive dairy development. The institutional arrangements for dairy marketing that were examined in Bihar and Telangana include different types of dairy cooperatives (with mixed membership and women-only membership), a private dairy company and informal marketing arrangements. A qualitative research approach using Grounded Theory was applied to identify the factors that influence participation of women and marginalized groups in different institutional arrangements. The researcher stayed for two weeks in each of the selected villages and collected data using participant observation as well as other research tools: semi-structured interviews, focus group discussions and the application of Net-Map, a participatory mapping technique. In Uttarakhand, data from a baseline household survey and focus group discussions conducted for the MilkIT project were compared with a post-intervention household survey to assess the impact of Innovation Platforms on institutional and technological innovations. Furthermore, the documentation of meetings held in the context of the Innovation Platforms was analyzed. The findings of the study underline that gender inequality and governance challenges are major constraints to achieving inclusive growth, which require context-specific interventions. In Telangana, dairy cooperatives that have only women as members proved to be an appropriate institutional arrangement for inclusive dairy development. These women-only cooperatives performed better than cooperatives with mixed membership. The study showed that women and lower caste producers were often not able to participate in cooperatives with mixed membership, and those who participated had limited access to leadership roles and training opportunities. The results for Bihar were rather different, which underlines the need for a context-specific approach. Women-only cooperatives allowed females and low-caste members to participate, but all leadership roles were occupied by men who dominated the management of those cooperatives. As in Telangana, the mixed dairy cooperative in Bihar were not fully inclusive, but those women and low caste members who were able to join benefitted relatively more from access to inputs and training as was the case in Telangana. Exclusion of women and marginalized groups was particularly evident in the case of a private dairy company in Telangana, which mainly focused on marketing of milk and did not engage in services for productivity enhancement. Informal dairy market arrangements were found to be easily accessible for women and marginalized groups, but they did not facilitate access to inputs and services either. The Innovation Platform approach was found to be effective in facilitating market access and promoting technical innovations. By design and in practice, women were given a chance to participate in this approach not only by attending meetings but also by participating in decision-making. The study demonstrates that both the institutional set-up and the prevailing governance processes are key aspects of institutional arrangements for inclusive dairy development. Success factors include decentralized governance structures; low state interference; participation of women not only at the village level, but also higher levels of the cooperative arrangement (union or federation level); democratic practices, especially transparency, in the election of leaders; and involvement of all types of members in decision making. Effectiveness and inclusiveness in the provision of economic services also mattered, most notably with regard to input supply and support services to all members. The type of institutional arrangements required to realize these success factors may differ across regions, as the comparison of Telangana and Bihar shows. Overall, the study suggests that performing a context-specific social and gender analysis is essential for the design of formal institutional arrangements for dairy markets, a finding that likely applies to all agricultural markets. The study clearly shows that creating organizations with women-only membership is not a sufficient condition to promote inclusive agricultural development. What matters is womens participation in leadership position of agricultural marketing organizations (which may require quotas), capacity building, networking through self-help groups and extension services that are accessible to women. The study also shows that innovative institutional arrangements, such as Innovation Platforms, also have a promising potential to foster inclusive agricultural development.Prognosen für die nähere Zukunft sagen voraus, dass bis zum Jahr 2025 die Nachfrage nach Milchprodukten in Entwicklungsländern aufgrund von Bevölkerungswachstum, Verstädte-rung und wachsendem Einkommen um 25 Prozent steigen wird. Dieser Nachfrageanstieg bie-tet eine einzigartige Chance für kleinbäuerliche Milchbauern, höhere Einkommen und mehr Wohlstand durch die Steigerung der Milchproduktion zu erlangen. Gegenwärtig sehen sich kleinbäuerliche Milcherzeuger in Entwicklungsländern durch niedrige Produktivität, man-gelnden Marktzugang und hohe Transaktionskosten erheblichen Einschränkungen ausgesetzt. Investitionen in die Milcherzeugung, die darauf abzielen, diese Beschränkungen zu überwin-den, können ein wirksames Instrument zur Armutsbekämpfung und zur Entwicklung des länd-lichen Raums sein. Viele Entwicklungsorganisationen haben bereits in die Verringerung der Armut investiert, indem sie das Wachstum des Milchsektors gefördert haben. Der Erfolg sol-cher Entwicklungsprojekte war unterschiedlich und hängt weitgehend von den lokalen Gege-benheiten ab. Indien ist ein gutes Beispiel für die Herausforderungen, die bei der Förderung der Entwicklung des Milchsektors überwunden werden müssen. So wurde ein beachtliches Wachstum von Milchproduktion und -vermarktung durch "Operation Flood" erreicht, ein großangelegtes staatlich finanziertes Programm zur Förderung der kleinbäuerlichen Milch-produktion und -vermarktung. Das erzielte Wachstum im Milchsektor war jedoch nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Regionen Indiens verteilt. Darüber hinaus sind marginali-sierte Landwirtinnen und Landwirte, abhängig von der Region, weiterhin Hindernissen beim Zugang zu technologischen Innovationen (z. B. Verbesserung des genetischen Potentials und bessere Fütterungspraktiken) und zu Institutionen (z. B. Kredite und Märkte) ausgesetzt. Indi-en ist somit ein geeignetes Land für eine Vergleichsstudie, die darauf abzielt zu ermitteln, welche Formen institutioneller Rahmenbedingungen und Strukturen am besten geeignet sind, ein integratives Wachstum des Milchsektors zu fördern, abhängig von den örtlichen Gege-benheiten. Vor diesem Hintergrund ist es das Hauptziel dieser Arbeit, institutionelle Strukturen und Vereinbarungen für eine integrative Entwicklung des Milchsektors zu analysieren und die Faktoren zu untersuchen, die das inklusive Wachstum des Sektors in Indien positive oder negativ beeinflussen. Der Schwerpunkt liegt auf institutionellen Strukturen und Vereinbarungen, die das Potenzial haben, Governance-Probleme und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern bei der Entwicklung des Milchsektors zu beheben. Die Daten für diese Arbeit wurden in drei indischen Bundesstaaten erhoben, die sich hinsichtlich der allgemeinen Governance-Bedingungen unterscheiden: Telangana, das günstige Rahmenbedingungen hinsichtlich Governance genießt; Bihar, das als intermediär eingestuft werden kann; und Uttarakhand, ein Staat mit eher ungünstigen Bedingungen. Die Arbeit besteht aus fünf Kapiteln. Nach einem einleitenden Kapitel untersucht Kapitel 2 die Governance-Herausforderungen, die sich aus unterschiedlichen institutionellen Strukturen und Vereinbarungen im Milchsektor für inklusives Wachstum ergeben. Kapitel 3 konzentriert sich auf die Barrieren, die Frauen überwinden müssen, um sich unter verschiedenen institutionellen Bedingungen an der Milchvermarktung zu beteiligen und Zugang und Kontrolle über das Einkommen aus der Milchproduktion zu erhalten. Kapitel 4 präsentiert eine Fallstudie zum MilkIT Projekt, einem international finanzierten Projekt, das das institutionelle Instrument der Innovationsplattform zur Förderung der Milchproduktion und -vermarktung nutzte. Kapitel 5 vergleicht und diskutiert die Gesamtergebnisse der Arbeit und identifiziert die Erfolgsfaktoren, die integratives Wachstum im Milchsektor unterstützen. Das letzte Kapitel enthält schließlich politische Empfehlungen für die integrative Entwicklung des Milchsektors. Die institutionelle Struktur der Milchvermarktung, die in Bihar und Telangana untersucht wurden, umfasst verschiedene Arten von Molkereigenossenschaften (mit gemischter Mitgliedschaft und mit ausschließlich weiblicher Mitgliedschaft), eine private Molkereigesellschaft und informelle Vermarktungsvereinbarungen. Ein qualitativer Forschungsansatz unter Verwendung der Grounded Theory wurde angewendet, um die Faktoren zu identifizieren, die die Partizipation von Frauen und marginalisierten Gruppen in verschiedenen Institutionen beeinflussen. Ein Forschungsaufenthalt von jeweils zwei Wochen in jedem der ausgewählten Dörfer wurde genutzt, um Daten mit Hilfe von Teilnehmerbeobachtungen und anderen Rechercheinstrumenten (semistrukturierte Interviews, Fokusgruppendiskussionen und die Anwendung von Net-Map, einer partizipativen Kartierungstechnik) zu sammeln. In Uttarakhand wurden Daten aus einer Haushaltsgrunderhebung und von Fokusgruppendiskussionen für das MilkIT-Projekt mit einer Haushaltsumfrage nach der Intervention verglichen, um die Auswirkungen von Innovationsplattformen auf institutionelle und technologische Innovationen zu bewerten. Darüber hinaus wurde die Dokumentation von Treffen im Rahmen der Innovationsplattform analysiert. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, dass geschlechtsspezifische Ungleichheit und Governance-Herausforderungen wesentliche Hindernisse für integratives Wachstum darstellen, die kontextspezifische Interventionen erfordern. In Telangana erwiesen sich Molkereigenossenschaften, die nur Frauen als Mitglieder haben, als ein geeignetes institutionelles Format für die integrative Entwicklung des Milchsektors. Die Genossenschaften mit weiblicher Mitgliedschaft zeigten bessere Ergebnisse als Genossenschaften mit gemischter Mitgliedschaft. Die Studie zeigte, dass Frauen und Produzenten von niedrigeren Kasten oft nicht in der Lage waren, sich aktiv an Genossenschaften mit gemischter Mitgliedschaft zu beteiligen; solche Mitglieder hatten nur begrenzten Zugang zu Führungsrollen und Ausbildungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse aus Bihar waren nicht so eindeutig, was die Notwendigkeit eines kontextspezifischen Ansatzes nochmals unterstreicht. Genossenschaften, die nur Frauen vorbehalten waren, erlaubten auch unteren Kasten sich zu beteiligen. Trotzdem wurden alle Führungsrollen von Männern besetzt, die das Management dieser Genossenschaften beherrschten. Wie in Telangana war die gemischte Molkereigenossenschaft in Bihar nicht vollständig inklusiv. Allerdings profitieren Frauen und Mitglieder der niedrigen Kaste, die in der Lage waren beizutreten, relativ stärker vom Zugang zu Ausstattung und Ausbildung, als es in Telangana der Fall war. Der Ausschluss von Frauen und marginalisierten Gruppen wurde besonders deutlich bei einem privaten Molkereiunternehmen in Telangana, das sich hauptsächlich auf die Vermarktung von Milch konzentrierte und keine Dienstleistungen zur Produktivitätssteigerung der Produzenten anbot. Andererseits zeigte es sich, dass informelle Strukturen in der Milchvermarktung für Frauen und Randgruppen leicht zugänglich waren, allerdings ohne den Zugang zu Betriebsmitteln und Dienstleistungen zu erleichtern. Es wurde festgestellt, dass der Ansatz der Innovationsplattform den Marktzugang erleichtert und die Verbreitung von technischen Innovationen fördert. In der Praxis erhielten Frauen hier die Chance, sich aktiv zu beteiligen, und zwar nicht nur durch die Teilnahme an Sitzungen, sondern auch durch ihre Beiträge zu Entscheidungsprozessen. Die Studie zeigt, dass sowohl institutionelle Strukturen als auch die vorherrschenden Governance-Prozesse Schlüsselaspekte institutioneller Bestimmungen für die integrative Milchentwicklung sind. Erfolgsfaktoren sind dezentrale Governance-Strukturen; geringe staatliche Einmischung; Beteiligung von Frauen nicht nur auf dörflicher Ebene, sondern auch auf höheren Ebenen der genossenschaftlichen Organisation (Gewerkschafts- oder Verbandsebene); demokratische Praktiken, insbesondere Transparenz bei der Besetzung von Führungspositionen; und Einbeziehung aller Arten von Mitgliedern in die Entscheidungsfindung. Auch bei der Bereitstellung wirtschaftlicher Dienstleistungen spielten Effizienz und Inklusivität eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf die Betriebsmittelbereitstellung und Dienstleistungen für alle Mitglieder. Die Art der institutionellen Strukturen, die zur Realisierung dieser Erfolgsfaktoren erforderlich ist, kann regional unterschiedlich sein, wie der Vergleich von Telangana und Bihar zeigt. Insgesamt legt die Studie nahe, dass die Durchführung einer kontextspezifischen Analyse der sozialen und geschlechtsspezifischen Aspekte bei die Gestaltung formeller institutioneller Strukturen für die inklusive Entwicklung des Milchsektors von wesentlicher Bedeutung ist, was wahrscheinlich auch für andere Agrarsektoren gilt. Die Studie zeigt deutlich, dass die Schaffung von Organisationen, die ausschließlich Frauen aufnimmt, keine hinreichende Voraussetzung für die Förderung einer integrativen Entwicklung ist. Was zählt, ist die hinreichende Repräsentation von Frauen in Führungspositionen von Vermarktungsorganisationen (wozu Quoten erforderlich sein könnten), die Stärkung von sozialen und technischen Fähigkeiten und eine Vernetzung von Produzenten durch Selbsthilfegruppen und Beratungsdienste, die für Frauen zugänglich sind. Die Studie zeigt auch, dass innovative institutionelle Formate wie Innovationsplattformen ein vielversprechendes Potenzial zur Förderung einer integrativen Agrarentwicklung haben

    Effects of diets with different phosporus availability on the intestinal microbiota of chickens and pigs

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    In the research works of the present thesis, 16S rRNA gene sequencing and metaproteomics were employed to investigate the gut microbiota of chickens and pigs kept at experimental diets with varying amount of calcium-phosphorus (CaP) and supplemented MP. This represents a valuable approach to investigate the bacterial specimens involved in the P absorption, allowing for a comprehensive understanding of how the intestinal bacteria adapt to a new diet and which metabolic routes are affected by changing levels of supplemented P and/or MP. Two major experimental trials were performed during the investigation. The first one was conducted on chickens operating a modulation in the dietary levels of Ca, P and MP. This trial highlighted a shift in the composition of the crop and ceca-associated microbial community depending on the composition of the diet fed. Also, investigated protein inventory revealed that the stress condition due to the reduced P availability is mirrored in the gastrointestinal tract (GIT)-associated microbiota. Marked differences were observed in the functions of the bacterial community in the case of P-available diets versus P-deficient ones. Protein repertoire of the first case draws a thriving microbial community focused on complex and anabolic functions. Contrariwise, the bacterial community in the case of P-lacking diets appears to deal with catabolic functions and stress response. The second trial was conducted on pigs and attempts to define the dynamics featuring the microbiota adaptation to a new challenging diet composed of different protein sources and varying levels of Ca and P. Statistical evidences reveal a stepwise adaptation of the fecal microbiota to the experimental diets fed. Both DNA-based approach and metaproteomics independently reveal three main adaptation phases: -before the feeding of the experimental trial (i.e. Zero), -the response of the microbial community to the challenging factor (i.e. MA) and, finally, - the newly achieved homeostatic balance (i.e. EQ). As observed in the first trial, feeding of the experimental diets impairs the overall fecal microbiota composition, stimulating the presence of phase-specific bacterial specimens and a characteristic relative abundance of the shared ones. Bacterial families responsible for the phase-specific architecture of the fecal microbiota are also active in the biochemical pathways driving the functional peculiarities of each adaptation phase. A deeper investigation of the identified protein repertoire revealed that the observed statistical differences among the adaptation phases are uniquely due to the Ca and P composition of the diets fed. None of the observed effects can be attributed to the diverse protein sources supplemented with the diets. Functional categorization of the identified protein inventory depicts three diverse functional assets of the microbial community. Specifically, prior the feeding of the experimental diets, bacteria are hypothesized to live under homeostatic condition, since they appear to be involved in complex and highly-specialized functions. Following the administration of the experimental diets microbial community changes its functional priority and reduce the expression of highly specialized functions to focus on more essential ones. Proteins involved in complex functions such as widening the substrates array and facing complex sugars tend to increase in abundance while the new homeostatic balance is achieved. Altogether, data from both trials provide useful information for future studies aimed to design effective breeding strategies finalized to reduce the P supplementation in the routinely breeding of livestock and maintain a balanced microbial activity in the animal GIT. Investigation of the dynamics of the porcine microbiota provides instructions on the minimal exposure time required from the intestinal microbiota to adapt to a new dietary composition. This is of fundamental importance for the design of future studies aimed to confirm and/or continue our results. Moreover, the anatomical and physiological similarities occurring between humans and pigs, make our findings of interest for future human nutritional studies, where the mechanisms and lasts of the microbiota adaptation process is still object of discussion.In den Forschungsprojekten der vorliegenden Arbeit wurden die 16S rRNA Gensequenzierung und Metaproteomik zur Untersuchung der Darmmikrobiota von Hühnern und Schweinen verwendet. Dabei wurde der Einfluss von Versuchsdiäten mit unterschiedlichen Mengen an Calcium-Phosphor (CaP) und ergänzten MP untersucht. Dies ist ein wertvoller Ansatz zur Identifizierung von Bakterienspezies, welche an der P-Absorption beteiligt sind, und ermöglicht es ein umfassendes Verständnis darüber zugewinnen, wie sich die Darmbakterien an eine neue Ernährung und an Stoffwechselwege, die von sich verändernden Mengen an ergänztem P und / oder MP beeinflusst werden, anpassen können. Im Rahmen dieser Arbeit wurden zwei große experimentelle Studien durchgeführt. Die erste Studie wurde an Hühnern durchgeführt und basierte auf der Verabreichung unterschiedlicher Mengen an Ca, P und MP in der Nahrung. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten eine Nahrungs-abhängige Verschiebung in der Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft in Kropf und Blinddarm. Außerdem zeigte das untersuchte Proteinrepertoire, dass der Stresszustand, aufgrund der reduzierten P-Verfügbarkeit, sich in der Mikrobiota im Gastrointestinaltrakt (GIT) widergespiegelt. Der Vergleich von Diäten mit verfügbarem P mit P-armen Diäten zeigte deutliche Unterschiede in den Funktionen der Bakteriengemeinschaft. Bei einer Diät mit verfügbarem P in der Nahrung, deutet die Analyse des Proteinrepertoires auf eine florierende mikrobielle Gemeinschaft hin, in der komplexe und anabole Funktionen vorherrschen. Im Gegensatz dazu scheinen bei Diäten mit P-Mangel katabole Funktionen und Stressreaktionen in der bakteriellen Gemeinschaft zu überwiegen. Die zweite Studie wurde an Schweinen durchgeführt und versuchte die Dynamik zu definieren, mit der sich die Mikrobiota an eine neue, herausfordernde, aus verschiedenen Proteinquellen und unterschiedlichen Mengen an Ca und P bestehende Nahrung, anpasst. Statistische Beweise zeigen eine stufenweise Anpassung der fäkalen Mikrobiota an die verabreichten Versuchsnahrung. Sowohl DNA- als auch metaproteomische Analysen, die getrennt voneinander durchgeführt wurden, zeigen drei Hauptanpassungsphasen, welche die folgenden experimentalen Adaptationsgruppen definieren: - vor der Verabreichung der Versuchsdiät (d.h. Null), - die Reaktion der mikrobiellen Gemeinschaft auf den herausfordernden Faktor (d.h. MA) und schließlich, - das Stadium des neu erreichten homöostatischen Gleichgewichts (d.h. EQ). Wie im ersten Versuch beobachtet wurde, beeinträchtigt die Fütterung der Versuchsnahrung die gesamte Zusammensetzung der fäkalen Mikrobiota, sie stimuliert das Vorhandensein von phasenspezifischen Bakterienarten und eine charakteristische relative Häufigkeit der phasenunspezifischen Bakterien. Bakterielle Familien, die für die phasenspezifische Struktur der fäkalen Mikrobiota verantwortlich sind, sind auch in den biochemischen Pfaden aktiv und sind im Wesentlichen für die funktionellen Besonderheiten jeder Anpassungsphase verantwortlich. Eine tiefere Untersuchung des identifizierten Proteinrepertoires ergab, dass die beobachteten statistischen Unterschiede zwischen den Adaptationsphasen eindeutig auf die Ca- und P-Gehalte der gefütterten Diäten zurückzuführen sind. Keine der beobachteten Effekten kann den verschiedenen gleichzeitig verabreichten Proteinquellen zugeschrieben werden. Die funktionelle Kategorisierung des identifizierten Proteinbestands zeigt drei verschiedene funktionelle Aspekte der mikrobiellen Gemeinschaft. Insbesondere wird angenommen, dass vor dem Füttern der experimentellen Diäten, die Bakterien unter homöostatischen Bedingungen leben, da sie in komplexe und hochspezialisierte Funktionen involviert zu sein scheinen. Nach der Verabreichung der experimentellen Diäten ändert die mikrobielle Gemeinschaft ihre funktionelle Priorität und reduziert die Ausübung hochspezialisierter Funktionen, um sich auf die wesentlichen zu konzentrieren. Während das neue homöostatische Gleichgewicht erreicht wird, nimmt die Menge an Proteinen, die an komplexen Funktionen beteiligt sind, wie z. B. die Verarbeitung einer großen Substratvielfalt sowie die Metabolisierung von komplexen Zuckern, zu. Zusammengefasst, liefern die aus beiden Experimente gewonnenen Daten nützliche Informationen für zukünftige Studien mit dem Ziel, effektive Zuchtstrategien zu entwickeln, um die P-Supplementierung bei der routinemäßigen Viehzucht zu reduzieren und eine ausgewogene mikrobielle Aktivität im Gastrointestinaltrakt des Tieres aufrechtzuerhalten. Die Untersuchung der Anpassungsdynamik der Schweinemikrobiota liefert genaue Informationen darüber, wie lange die intestinale Mikrobiota benötigt, um sich an eine neue Nahrungszusammensetzung anzupassen. Dies ist von zentraler Bedeutung für die Gestaltung zukünftiger experimenteller Studien, die darauf abzielen, unsere Ergebnisse zu bestätigen und/oder unsere Forschung fortzusetzen. Aufgrund der anatomischen und physiologischen Ähnlichkeiten, die zwischen Menschen und Schweinen auftreten, sind die erhaltenen Befunde auch für zukünftige Ernährungsstudien am Menschen von Interesse, bei denen die Mechanismen und die Dauer der Adaptationsprozesse der Mikrobiota noch untersucht werden

    Essays on remuneration systems of financial advisors

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    Various policy interventions aim at preventing consumers from inadequate financial advice. One important issue that is often subject to intense discussions is the regulation of financial advisors compensation. In most countries, financial advisors are remunerated by product providers via commissions. Concerns are, that this practice leads to biased advice, since an advisor then has an incentive to recommend the product with the highest commission instead of the most suitable product. In order to circumvent the aforementioned incentive problems, consumer protection agencies and regulators propose that financial advisors should exclusively be compensated by consumers via a fee-for-advice. Even though, enacting a ban on commissions constitutes a severe intervention for financial advice markets, the effects of such a regulatory measure are only inadequate studied. The aim of this dissertation is to derive a deeper understanding of how a ban on commissions affects these markets. The three essays in the present thesis analyze the effects of a ban on commissions on bias in advice, total welfare and competition between product providers. The first essay considers the effect of a ban on commissions on the bias of advice in a theoretical model. If consumers ask for reasons and explanations in the advice process, why a particular product should suit their needs, an advisor faces transaction costs for recommending a product. These persuasion costs are intuitively low for a product, which is initially preferred by consumers (standard product), and high for a product, which is in consumers eyes unlikely to satisfy their needs (specialized product). The theoretical model shows that advice might not be solely distorted by commissions, but also by these persuasion costs. Therefore, advice can also be biased when consumers exclusively compensate the advisor. The extent of biased advice depends crucially on market shares of product providers and on potential reputational costs for the advisor enforced by market discipline. The second essay theoretically analyzes welfare effects of fee-based and commission-based remuneration systems for financial advisors. In markets, where advice is essential for consumers, product providers usually cannot sell their products directly to consumers. In these markets, commissions do not only serve as a compensation for the advisor, but also as a channel for competition between product providers. Consequently, a regulatory ban on commissions should be considered as a two-sided coin. On the one hand, a ban on commissions may reduce distortion in advice, but on the other hand, it may restrict competition between product providers. The analysis shows, that product providers have different incentives to compete through commissions depending on their market shares, consumers product valuation and potential reputational costs for the advisor. If the difference of commissions for different products is sufficiently small in equilibrium, a commission-based remuneration system leads to a strictly higher total welfare in comparison to a fee-based remuneration system due to a higher fraction of consumers, who are matched with their best suitable product. Otherwise, total welfare is higher under a fee-based remuneration system. The third essay theoretically analyzes whether and how product providers are able to compete in markets where products cannot be sold directly to consumers and commissions are banned by regulation. In particular, two possible channels are considered: Competition through product prices and competition through informative advertising. If a product provider engages in informative advertising, consumers may already be familiar with certain product characteristics before consulting an advisor. By this, advisors persuasion costs for the advertised product may be lower in an advice process, which results in a higher incentive to recommend the advertised product in comparison to other products. In addition, product providers are able to steer advice towards an advertised product. It is shown, that competition through product prices does not take place in equilibrium. However, informative advertising may serve as a channel for competition between product providers if the effect of steering advice is sufficiently high. Analogous to commissions, product providers incentives to engage in informative advertising depend on market shares, consumers product valuations and potential reputational costs for the advisor. In summary, this thesis provides detailed insides of an advice process and the affiliated interaction of driving factors, which influence the quality of advice. The underlying analysis shows that a fee-based remuneration system for financial advisors does not constitute a universal remedy for biased advice and total welfare losses in the corresponding markets.Verschiedene politische Maßnahmen zielen darauf ab, Verbraucher vor unzureichender Finanzberatung zu schützen. Ein wichtiger Aspekt, der hierbei häufig intensiv diskutiert wird, ist die Regulierung der Vergütung von Finanzberatern. In den meisten Ländern werden Finanzberater über Provisionen vergütet. Es bestehen jedoch Bedenken, dass diese die Produktempfehlungen von Beratern verzerren, da für diese der Anreiz besteht, das Produkt mit der höchsten Provision zu empfehlen. Als mögliche Lösung für diese Anreizproblematik wird im öffentlichen Diskurs oftmals das Verbot von Provisionszahlungen und die Einführung eines Honorarvergütungsmodells, bei welchem Finanzberater ausschließlich durch den Verbraucher vergütet werden, diskutiert. Obwohl ein Provisionsverbot einen schwerwiegenden Eingriff in den Markt für Finanzberatung darstellt, wurden bisher die Auswirkungen einer solchen Regulierungsmaßnahme nur unzureichend untersucht. Ziel dieser Dissertation ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu erlangen, wie sich ein solches Verbot auf diesen Markt auswirkt. In den drei Aufsätzen der vorliegenden Arbeit werden die Auswirkungen auf Verzerrungen von Produktempfehlungen, auf die Gesamtwohlfahrt und den Wettbewerb zwischen Produktanbietern analysiert. Im ersten Aufsatz erfolgt eine theoretische Analyse der Auswirkungen eines Provisionsverbotes auf die Qualität der Produktempfehlungen. Im Rahmen des Beratungsprozesses muss der Berater Gründe erläutern und Argumente finden, die seine Produktempfehlung untermauern und somit letztendlich den Kunden von der Passgenauigkeit des Produktes überzeugen. Dadurch entstehen Transaktionskosten für eine Produktempfehlung, welche für ein von den Konsumenten ursprünglich bevorzugtes Produkt niedriger sind, als für ein Produkt, welches nach Einschätzung der Konsumenten nur mit einer niedrigen Wahrscheinlichkeit ihren Bedürfnissen entspricht. Das theoretische Modell zeigt, dass die Beratungsleistung nicht nur durch Provisionen, sondern auch durch die Existenz solcher Überzeugungskosten verzerrt wird. In Konsequenz bedeutet dies, dass auch Honorarberatung verzerrt sein kann. Hierbei hängt das Ausmaß der Verzerrung entscheidend von den Marktanteilen der Produktanbieter und den potenziellen Reputationskosten für den Berater ab. Der zweite Aufsatz analysiert die Wohlfahrtseffekte von provisionsbasierten und honorarbasierten Vergütungssystemen für Finanzberater. In Märkten, in denen Berater eine wesentliche Rolle spielen, können Produktanbieter ihre Produkte normalerweise nicht direkt an ihre Endkunden verkaufen. Auf diesen Märkten dienen Provisionen nicht nur als Vergütung für den Berater, sondern auch als Wettbewerbskanal für Produktanbieter. Ein Provisionsverbot ist daher als zweiseitige Medaille zu betrachtet. Einerseits kann ein Provisionsverbot zu einer weniger verzerrten Beratung führen, andererseits kann es den Wettbewerb zwischen Produktanbietern einschränken. Die Analyse zeigt, dass verschiedene Anreize für einen Provisionswettbewerb unter Produktanbietern existieren. Diese hängen von den jeweiligen Marktanteilen, der Produktbewertung der Verbraucher und potenziellen Reputationskosten für den Berater ab. Sofern im Marktgleichgewicht die Differenz der Provisionen für die verschiedenen Produkte hinreichend klein ist, führt ein provisionsbasiertes Vergütungssystem zu einer strikt höheren Gesamtwohlfahrt im Vergleich zu einem honorarbasierten Vergütungssystem. Auf Grund der Produktempfehlung des Beraters kaufen in diesem Fall mehr Verbraucher das für sie bestmöglich passende Produkt. Der dritte Aufsatz analysiert theoretisch, ob und auf welche Art und Weise Wettbewerb zwischen Produktanbietern stattfindet, falls diese ihre Produkte nicht direkt an ihre Endkunden verkaufen können und ein Provisionsverbot existiert. Es werden zwei mögliche Wettbewerbskanäle betrachtet: Preiswettbewerb und Wettbewerb durch informative Werbung. Informative Werbung kann es Produktanbietern ermöglichen, Verbraucher mit bestimmten Produktmerkmalen vertraut zu machen, bevor diese sich an einen Berater wenden. Daher können die Überzeugungskosten für das beworbene Produkt in einem Beratungsprozess niedriger sein, was zu einem höheren Anreiz führt, das beworbene Produkt im Vergleich zu anderen Produkten zu empfehlen. Produktanbieter haben somit eine Möglichkeit, Einfluss auf die Produktempfehlungen von Beratern auszuüben. Es wird gezeigt, dass im Marktgleichgewicht kein Preiswettbewerb stattfindet. Informative Werbung kann jedoch als Wettbewerbskanal zwischen Produktanbietern dienen. Ähnlich wie bei Provisionen hängen die Anreize Produkte informativ zu bewerben von Marktanteilen, Produktbewertungen der Verbraucher und potenziellen Reputationskosten für den Berater ab

    Cooperation or confrontation? The effect of commitment, empowerment, emotion and criticism in negotiation and mediation

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    Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung von Commitment, Empowerment, Ärger, Zuversicht und Kritik anhand einer computerbasierten Verhandlung im Labor. In der Verhandlungs- und Mediationsforschung existieren nur wenige experimentelle Studien über die Wirkmechanismen dieser Bedingungen bzw. Interventionen in einem Verhandlungskontext mit einem Mediator oder einem vermittelnden Dritten. Üblicherweise basieren die Ergebnisse experimenteller Verhandlungsstudien auf klassischen Zweiparteien-Verhandlungen. Experimentelle Mediationsstudien mit diesem Fokus sind nicht bekannt. Mit der Forschungsfrage wie sich die Interventionen eines Mediators auf den Verhandlungsverlauf auswirken und den dabei ausgewählten Themen Commitment, Empowerment, Emotionen und Kritik, soll ein wissenschaftlicher Beitrag zur Erforschung der Wirkung von Mediation geleistet werden. Dies ist relevant, da Konflikte in der Gesellschaft immer weniger über Macht geklärt werden. Diese Entwicklung zeigt sich in unterschiedlichen Felder des gesellschaftlichen Lebens Im ersten Teil der Arbeit werden Mediation und Verhandlung als Verfahren zur Bearbeitung von Interessensgegensätze beschrieben und ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Der Forschungsstand zur Wirkmechanismen der Mediation allgemein und konkret zu den Forschungsthemen dieser Arbeit Commitment, Empowerment, Emotionen und Kritik bildet die theoretische Grundlage der Arbeit. Im Anschluss wird auf die spezifischen Versuchsbedingungen eingegangen und dabei erarbeitet, inwiefern die Verhandlungssituation im Labor auf den Mediationskontext übertragbar ist. 186 Probanden nahmen an der Verhandlung teil und wurden im Anschluss per Fragebogen befragt. Betrachtet wurden die Auswirkungen der unterschiedlichen Versuchsbedingungen auf die Kooperationsbereitschaft, die Einigungsquote, die Bewertung des Verhandlungspartners, die erlebten Emotionen während der Verhandlung sowie die Beurteilung des Mediators. Die Verhandlungsbewegung der einzelnen Gruppen wurden an zwei Referenzgruppen abgeglichen und u.a. nach dem Prinzip des match und mismatch (Pruitt und Syna 1985; Benton et al. 1972) bewertet. Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen: Insgesamt einigten sich jene Gruppen schneller, die mit Ärger oder Kritik konfrontiert wurden. In dem Fall der Bedingung Ärger lässt sich das Entgegenkommen analog zu vorausgegangenen Versuchen (ohne Mediator) als strategische Annäherung bewerten. Der Ärger des Verhandlungspartners wurde von den Probanden als Hinweis auf dessen Verhandlungsgrenzen bewertet. Um eine Eskalation oder gar einen Abbruch zu vermeiden, reagierten die Pro-banden mit Entgegenkommen, auch wenn sie dabei nicht glücklich waren und negative Gefühle empfanden. Kritisierte der Mediator den Verhandlungsverlauf, ergab sich ein ähnlicher Effekt: Die Probanden dieser Gruppe einigten sich häufiger als in anderen Gruppen. Die Motivation des Entgegenkommens basierte dabei jedoch nicht auf strategischen Überlegungen, sondern auf der Verunsicherung, die durch die Intervention des Mediators ausgelöst wurde, und war begleitet von eigenen starken negativen Emotionen, die auf alle Beteiligten projiziert wurden. Unterdurchschnittlich kooperatives Verhalten und unterdurchschnittliche Einigungsraten zeigen die Versuchsbedingungen Zuversicht und Empowerment. Der Unterschied der beiden Bedingungen liegt v.a. in der erlebten eigenen Emotion und der Einschätzung des Verhandlungspartners. Wurde den Probanden Zuversicht des Verhandlungspartners vermittelt, reagierten sie überdurchschnittlich gut gelaunt, wenig ängstlich und zuversichtlich und fanden ihren Verhandlungspartner sympathisch und fröhlich. In der Gruppe Empowerment induzierte der Mediator eigene bestärkende Kommentare. Diese lösten neben der zurückhaltenden Kooperation eine eher durchschnittliche Emotionslage aus, und der Mediator wurde als wenig hilfreich bewertet. Die Analyse zeigt, dass die Probanden die Zuversicht des Verhandlungspartners analog zur Bedingung Ärger als ein Zeichen von dessen Zufriedenheit über den Fortgang der Verhandlung interpretierten. Demnach sahen sie keine strategische Notwendigkeit, gesteigerte Koope-ration zu zeigen. Beim Empowerment des Mediators basiert die Zurückhaltung ebenfalls darauf, dass der Mediator als außenstehender Dritter das Vorankommen positiv bewertet. Dies wird als Hinweis interpretiert, dass keine Eskalationsgefahr oder ein Abbruch im Raum steht und die Situation kein gesteigertes Entgegenkommen verlangt. Allerdings waren die Probanden in dieser Bedingung weniger positiv gestimmt und standen der Intervention des Mediators kritischer gegenüber. Es gibt Hinweise darauf, dass die Probanden sich in ihrer Selbstbestimmtheit eingeschränkt sahen. Die Versuchsbedingung Commitment untersucht die Aus-wirkung auf die Einforderung eines schriftlichen Commitments der Probanden vor Beginn der Verhandlung. Die Einigungsquote sowie das Kooperationsverhalten blieben eher durchschnittlich. Eine analysierte Auffälligkeit der Gruppe ist jedoch die im Vergleich zu den anderen Gruppen hohe Anzahl der verwendeten Wörter bei den Kommentaren während der Verhandlung. Die Aufforderung, einen ersten Kommentar zu verfassen, steigerte die Kommunikationsfreudigkeit im Laufe des Verfahrens signifikant und führte zu positiven Emotionen bei den Probanden und einer ebenso positiven Zuschreibung der Verhandlungspartner. Neben der deskriptiven Betrachtung, der Datenanalyse und Interpretation wurden aus den Ergebnissen für jede Gruppe Handlungsempfehlungen für die Mediationspraxis abgeleitet.The present work examines the effects of commitment, empowerment, anger, happiness and criticism by means of computer-based negotiation in the laboratory. In negotiation and mediation research, only a few experimental studies exist on the mechanisms of these conditions or interventions in a negotiation context with a mediator or a mediating third party. Usually, the results of experimental negotiation studies are based on classical two-party negotiations. With the research question of how the interventions of a mediator affect the negotiation process and the selected topics commitment, empowerment, emotions and criticism, a scientific contribution to the research of the effect of media-tion should be made. This is relevant because conflicts in society are less and less resolved by power. This development can be seen in different fields of social life In the first part of the work, mediation and negotiation are described as procedures for dealing with conflicts of interest and their similarities and differences are worked out. The state of research on the mechanisms of mediation in general and specifically on the research topics of Commitment, Empowerment, Emotions and Critique forms the theoretical basis of the work. Subsequently, the specific experimental conditions are discussed and the extent to which the negotiation situation in the laboratory can be transferred to the mediation context is worked out. 186 participants took part in the negotiation and were then questioned by questionnaire. The effects of the different test conditions on the willingness to cooperate, the agreement rate, the evaluation of the negotiating partner, the emotions experienced during the negotiation and the evaluation of the mediator were examined. The negotiating movements of the individual groups were compared against two reference groups and evaluated according to the principle of "match and mismatch" (Pruitt and Syna 1985; Benton et al. 1972). There were statistically significant differences between the experimental groups: All in all, those groups that were confronted with anger or criticism agreed faster. In the case of the condition "anger", concessions - analogous to previous attempts (without mediator) - can be seen as a strategic approach. The anger of the negotiating partner was evaluated by the test persons as an indication of their negotiating limits. In order to avoid an escalation or even a break, the participants reacted with concessions, even if they were not happy and felt negative. If the mediator criticised the course of the negotiations, a similar effect resulted: the participants in this group reached agreement more frequently than in other groups. However, the motivation for the concession was not based on strategic considerations, but on the uncertainty triggered by the mediators intervention, and was accompanied by strong negative emotions of its own, which were projected onto all participants. Below-average cooperative behaviour and below-average agreement rates indicate the experimental conditions of "confidence" and "empowerment". The difference between the two conditions lies above all in the emotion experienced and the assessment of the negotiating partner. If the test persons were given "confidence" by their negotiating partner, they reacted in an above-average good mood, little anxious and confident and found their negotiating partner sympathetic and cheerful. In the "Empowerment" group, the mediator induced his own encouraging comments. In addition to the restrained cooperation, these triggered a rather average emotional response, and the mediator was rated as "unhelpful". The analysis shows that the test persons interpreted the confidence of the negotiating partner analogously to the condition "anger" as a sign of his satisfaction with the progress of the negotiation. Accordingly, they saw no strategic necessity to show increased cooperation. In the empowerment of the mediator, the restraint is also based on the fact that the mediator as an external third party evaluates the progress positively. This is interpreted as an indication that there is no danger of escalation or abortion in the room and that the situation does not require increased concessions. However, the subjects were less positive in this condition and were more critical of the mediators intervention. There are indications that the test persons felt restricted in their self-determination. The test condition "Commitment" examines the effect on the demand of a written commitment of the test persons before the beginning of the negotiation. The agreement rate as well as the cooperation behaviour remained rather average. One conspicuous feature of the group analysed, however, is the high number of words used in the comments during the negotiation compared to the other groups. The request to write a first comment significantly increased the communicativeness in the course of the procedure and led to positive emotions among the test persons and an equally positive attribution of the negotiating partners. In addition to descriptive observation, data analysis and interpretation, recommendations for action in mediation practice were derived from the results for each group

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